ph-neutral

Heute Nacht war es bitter kalt. Wir hatten -7°C.

Heute wollte ich mich um meine Bodenproben kümmern. Sie einsammeln, eintüten und fortschicken. Aber daraus wird nichts, da der Boden ja gefroren ist. Aber wenigstens im Gewächshaus ist er nur ganz leicht an der Oberfläche fest. Dort kann ich für den selbst anzustellenden PH-Bodentest von Neudorff ein wenig Erde nehmen.

Ich steche mit dem Blumenzwiebelpflanzgerät 4  Proben aus, vermische sie gründlich in einem Eimer und fülle dann 1 cm hoch davon in das mitgelieferte Glasröhrchen ein.Jetzt kommt bis zur 3,5 cm Marke destilliertes Wasser dazu. Und nun eine der Test-Tabletten. Dummerweise zerbröselt sie beim Rausdrücken aus der Packung total. Beinahe wäre das alles am Boden gelandet. Ich kann es aber noch retten und irgendwie ins Glas bringen. Korken darauf und schütteln, bis sie sich gelöst hat.

Jetzt heißt es abwarten. Das Glas hinstellen bis sich alles gesetzt hat. Dann müsste eine Farbe im Wasser erkennbar sein. Auf der Packung sind auch Farben abgebildet. Man muß nur noch vergleichen und kennt ungefähr den PH-Wert des Bodens.

Seht selbst auf dem Foto. Der Boden in meinem Gewächshaus  ist neutral. Also nicht zu sauer, wie ich befürchtet hatte.

Bodenprobe aus Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Bodenprobe aus Gewächshaus

Jetzt sind noch 7 Tabletten für weitere Tests vorhanden. Da kann ich dann noch das Staudenbeet und andere Bereiche untersuchen. Wenn sie wieder aufgetaut sind.

Auf dem Weg ins Gewächshaus habe ich noch schöne Details entdeckt, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Es ist zwar frostig aber auch blauer  Himmel und Sonnenschein. Das ist ein Kombination die immer für schöne Motive sorgt.

Heute hat der Reif meinen abgeernteten Rosenkohl und die verblühten Astern dekoriert.

Rosenkohl im Morgen-Reif (c) by Joachim  Wenk
Rosenkohl im Morgen-Reif

Rosenkohl im Morgen-Reif (c) by Joachim  Wenk
Rosenkohl im Morgen-Reif

Rosenkohl im Morgen-Reif (c) by Joachim  Wenk
Rosenkohl im Morgen-Reif

Herbstastern in der Morgensonne (c) by Joachim Wenk
Herbstastern in der Morgensonne

So und jetzt, da draußen  nichts mehr zu machen ist, schüre ich gemütlich unseren Ofen im Wohnzimmer ein. Und dann werden Plätzchen gebacken.

Samstag Morgen und gleich hell wach…

Es ist wieder einmal Samstag morgen. Gegenüber meinem Frühstückstisch steht die Funktwetterstation. Sie zeigt für die nächsten fünf Tage das Temperaturen und Niederschlagswahrscheinlichkeit in der Region an. Das stimmt immer recht gut. Verschlafen, mit der Kaffeetasse unter der Nase blicke ich also geradeaus. Mein Blick fällt auf die Station. Ab Montag Temperaturen bis unter -4°C oder sogar -5°C. Mit einem Mal bin ich aber sowas von hellwach. Oh gott, habe ich alles auf so deutlichen Frost vorbereitet? Muß noch etwas gemacht werden? Grünkohl, Winterrettich und  Rosenkohl blitzen in meinen Gedanken auf. Also gut, dann steht schon fest, was ich heute machen werde. Plätzchen backen wird verschoben. Zuerst aber wird in Ruhe gefrühstückt.

Und nun ist die Arbeit getan. Bis auf 2 Stöcke Grünkohl ist alles wie in „Achims-Gartenwelt“ beschrieben verarbeitet in der Gefriertruhe. Den Rosenkohl habe ich auch blanchiert und eingefrohren. Wunderbare Röschen. Klein noch aber sehr fest und fast überhaupt keinen Abfall beim Putzen.

Die Prachtexemplare der Winterrettiche habe ich auch geerntet. Die sind in der Holzkiste mit feuchtem Torf bei den Pastinaken und dem kümmerlichen Meerrettich.

Frage: 


Hat jemand Erfahrung mit Grünkohl, Rosenkohl und Winterrettichen? Wie viel Frost halten die jetzt im Herbst aus? Wann müssen sie spätestens geerntet werden?

Und weil ich schon vor Ort war habe ich die riesigen abgestorbenen Topinamburstengel gleich mit abgeschnitten und auf den „zu Häckseln“ Haufen geworfen.

Winterrettiche kurz vor der Ernte (c) by Joachim Wenk
Winterrettiche kurz vor der Ernte

Winterrettiche kurz vor der Ernte (c) by Joachim Wenk
Winterrettiche kurz vor der Ernte 

Winterrettiche kurz nach der Ernte (c) by Joachim Wenk
Winterrettiche kurz nach der Ernte

Und meine Rose de Resht hat noch immer 2 Blüten parat.

Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Rose de Resht 

Jetzt will ich es genau wissen.

 Meine Gemüspflanzen sind nicht richtig gewachsen. Sie haben ewig gebraucht, bis sie wirklich gewachsen sind und dann war die jeweilige Saison zu Ende. Über diese Beobachtung habe ich vor kurzem hier  berichtet. Meine Idee war es, den Boden analysieren zu lassen. Vielleicht fehlt ihm etwas?

Ich habe jetzt 2 Adressen erhalten. Dort werden  Bodenproben auch von Hausgärtnern untersucht. Das wollte ich sofort testen und habe mir die nötigen Dinge schicken lassen.

Das läuft bei beiden Adressen gleich ab.  Man lässt sich ein Analyseset schicken, befüllt es und schickt es an das Labor. Bezahlt wird das Set und man kann dann selbst einen  beliebigen Zeitpunkt wählen, an dem man die Proben einschickt. Im Bodenanalysezentrum kann man auch wählen was man untersucht haben möchte. Man hat die Wahl zwischen einer Bodennährstoffanalyse (die ich bestellt habe), einer Bodenschadstoffanalyse, eine Kombination beider oder mit gesteigertem Untesuchungsumfang.

Die beiden Analysesets sind eingetroffen und ich habe sie gleich fotografiert.

die beiden Bodenanalyse-Sets (c) by Joachim Wenk
die beiden Bodenanalyse-Sets

Zuerst einmal das Set vom Biogartenversand:

Bodenanalyseset vom Biogartenversand (c) by Joachim Wenk
Bodenanalyseset vom Biogartenversand

Hier wird laut Beschreibung auf Phosphorsäure, Kali, Magnesium, Ph-Wert und damit den Kalkbedarf untersucht. Zusätzlich zum Untersuchungsergebnis erhält man einen Düngevorschlag speziell für die von ihnen angebotenen Bio-Dünger. Ich nehme an, daß sich das auf die Dünger vom Biogartenversand bezieht. Das würde ich begrüßen. Das Set kostet 19,50€ und man muß das Porto noch bezahlen. Plus das Porto zum Einschicken der Probe.
Es liegt ein  Fragebogen und eine sehr detailliert und gut zu verstehende Anleitung zur Probenentnahme bei.

Dann das Set vom Bodenanalyse-Zentrum 

Bodenanalyseset vom Bodenanalyse-Zentrum (c) by Joachim Wenk
Bodenanalyseset vom Bodenanalyse-Zentrum

Hier wird laut Beschreibung auf Calcium, Magnesium, Kalium, Phosphor, Kupfer, Nitrat (Stickstoff), Zink, Bor, Eisen und den PH-Wert hin untersucht. Zusätzlich erhält man auch hier eine individuelle Düngeempfehlung für den Boden. Auch Bodenart und Humusklasse werden bestimmt. Dieses Set kostet 46€. Ebenfalls zuzüglich der beiden Porto-Gebühren.
Auch hier liegt noch ein kurzer Fragebogen zu den Bodenproben bei.

Jetzt werde ich mich am Wochenende damit befassen.

Mein Gemüsegarten besteht in der Hauptsache aus zwei größeren Bereichen. Der eine, mit dem 2011 angefangen habe war über Jahrzehnte der Hühnerlauf und Hasenauslauf. Es wuchs nur sehr zähes Gras darauf, ein paar Brennnesseln und ein paar Büsche, die wir entfernt haben.

Der Zweite Teil war früher immer der Gemüsegarten. Weil die Vorbesitzer immer älter wurden und die Arbeit nicht mehr leisten konnten, wurde Gras eingesäat. Dieses Wiese habe ich dieses Jahr im Frühjahr wieder umgeackert und zum Gemüsegarten reaktiviert.

Ich denke es wird ersichtlich, daß es keinen Sinn macht die Bodenproben über beide Bereiche gesamt zu sammeln und dann zu mischen. Ich kann mir vorstellen, daß sicher sehr unterschiedliche Ergebnisse herauskommen und unterschiedliche Düngeempfehlungen.  Daher werde ich in jedem Laber einen Bereich testen lassen und bin schon jetzt sehr gespannt auf die Ergebnisse.

ganz in Weiß

Heute morgen war es so weit. Der Tag an dem man verschlafen aus dem Fenster sieht und alles ist weiß. Jetzt ist er also da der Winter. Aber erst einmal ab ins warme Bad.

Der Hund muß auch raus. Zuerst will ich den vom ersten Schnee schön zugedeckten Garten fotografieren. Bevor überall Hundetapsen im Schnee sind.

Auf dem Weg dorthin merke ich dass es im Vorraum vor der Haustür wunderbar duftet. Mein Jasmin fängt jetzt richtig an zu blühen. Die ersten schneeweißen Blüten sind offen. Es sind drei Blüten und die beduften den ganzen Raum! Viele weitere stehen in den Startlöchern und versüßen mir mit ihrem Duft, wie seit vielen Jahren die dunkelste und trübste und kälteste Zeit des Jahres.

Jasminblüten (c) by Joachim Wenk
Jasminblüten

und viele Jamin-Knospen (c) by Joachim Wenk
und viele Jamin-Knospen
erster Schnee im Winter 2013/14 (c) by Joachim Wenk
erster Schnee im Winter 2013/14

 Und so sieht mein Staudenbeet nun im November aus.

erster Schnee im Winter 2013/14 (c) by Joachim Wenk
erster Schnee im Winter 2013/14 

 Das ist mein Gemüsegarten.

erster Schnee im Winter 2013/14 (c) by Joachim Wenk
erster Schnee im Winter 2013/14 

 Und das hier ist das warme Wohnzimmer im Winter 2015/16…

erster Schnee im Winter 2013/14 (c) by Joachim Wenk
erster Schnee im Winter 2013/14 

erster Schnee im Winter 2013/14 (c) by Joachim Wenk
erster Schnee im Winter 2013/14 

Soeben hat auch der Elektriker den Ventilator in unser Palmenhaus eingebaut. Jetzt wird die feuchte Luft fortgeblasen. Es hat momentan eine Luftfeuchte von 95% darin, die Fenster sind pitsch-nass beschlagen und die Mauern und das Holz ist somit genau so feucht. Bevor der Schimmel kommt muße etwas geschehen. Jetzt also bläst der Ventilator die feuchte Luft nach draußen. Und ein Luftfeuchtesensor der über ein Drehrad eingestellt werden kann steuert ihn. Überschreitet die Luftfeuchte den eingestellten Wert, springt der Ventilator an. Jetzt muß er erst einmal eine Weile laufen und dann werden wir sehen welche Luftfeuchte erreichbar und haltbar ist und auf welchen Wert wir ihn dann auf Dauer einstellen.

Luftfeuchte gesteuerter Ventilator im Palmenhaus (c) by Joachim Wenk
Luftfeuchte gesteuerter Ventilator im Palmenhaus

So sehen das Ganze die Palmen. Oben der Ventilator und links darunter der Luftfeuchtemesser mit Drehrad zum Einstellen der gewünschten Luftfeuchte.

Luftfeuchte gesteuerter Ventilator im Palmenhaus (c) by Joachim Wenk
Luftfeuchte gesteuerter Ventilator im Palmenhaus

Die Herbstruhe ist eingetreten.

Ausführlich habe ich darüber berichtet, wie wichtig es ist im Winter sich auf die Ruhe und Zwangspause einzulassen. Heute beim Rundgang durch den Garten habe ich gemerkt, daß bei mir die Herbstruhe jetzt eingetreten ist. Keine Sorge mehr, wie das Wetter wird in Anbetracht des noch zu erledigenden.

Ruhe, Gelassenheit und Entspannung habe ich gefühlt. Und ein sehr schönes weiteres Gefühl habe ich wahrgenommen: Die Freude auf das Frühjahr. Plötzlich war mir bewusst das „als nächstes“ meine vielen versteckten Blumenzwiebeln blühen werden. Ich ging an meiner kürzlich gepflanzten Ramblerrose vorbei. Hübsch geschmückt mit 3 winzigen runden Hagebutten und mir war klar, daß die diesmal sicher kräftig durchtreibt im Frühjahr. Die Vorgängerin pflanzte ich im Frühjahr und der Zeitpunkt und starker Frost haben sie nicht zu Kräften kommen lassen. Diese jetzt sieht vielversprechen aus. Auch der eine jetzt vor kurzem neu erschienene Trieb der anderen Ramblerrose könnte den Winter überleben, er sieht schon reifer aus als ich es hätte vermutet. Ja diesem Gefühl habe ich mich mit Wonne hingegeben. Jetzt kann und muß ich gerade nichts tun. Jetzt geschieht alles ohne mein Zutun. Die Quitten können in Ruhe anwurzeln, die Blumenzwiebeln unterirdisch anwachsen, die gepflanzten Stauden vom Herbst sammeln Kraft. So wie ich. Jetzt genieße ich die ruhige Zeit und die Vorfreude.

So habe ich auch ganz ohne Hektik und Streß heute wieder einen Grünkohl geerntet, geputzt, blanchiert, geschnitten und eingefroren. Immer wieder einen und so wird auch diese Arbeit erledigt. Zum Mittag gab es wunderbaren Rosenkohl mit Kartoffelbrei. Alles aus eigener  Ernte. Meine Winterrettiche ernte ich auch Stück für Stück nebenbei. Das Laub kommt in meinen täglichen grünen Smoothie und der Rettich in die Kiste mit feuchtem Torf oder auf den Tisch.

Meine Kübelpflanzen sind alle bis zum Frühjahr im Palmenhaus gut versorgt. Regelmäßige Kontrolle (gestern habe ich die Läuse am Rosmarin gespritzt), abgefallenes Laub wegkehren, einmal die Woche gießen und immer wieder nett mit ihnen reden. Das sind die momentanen Tätigkeiten. Gestern war unser Elektriker zur Ortsbesichtigung da. Es ist zu feucht im Palmenhaus. Die Fenster total nass. Bevor der Schimmel kommt muß was geschehen. Jetzt wird über der Tür ein Ventilator eingebaut der die Feuchte nach draußen bringt. Wir wollten ihn an eine Zeitschaltuhr angeschlossen haben, daß er ein oder zweimal am Tag lüftet. Aber wir ahnten ja nicht, was technisch möglich ist! Jetzt bekommen wir einen Ventilator, wie er in modernen Bädern verbaut wird. Der erkennt selbst die Luftfeuchte und schaltet sich an und aus. Müssen wir nur eine Luftfeuchte wählen die verträglich ist und alles geht automatisch. Die Kosten sind auch sehr bezahlbar. Das freut uns. Es hätte sogar super morderne Ventilatoren gegeben, die die Wärme der Abluft wieder zurück in den Raum führen. Da der aber etwa 10x so teuer ist, wie der Einfache, haben wir uns für den mit Feuchtesensor entschieden. Ich bin gespannt wie der funktioniert.

Hier seht ihr, daß es ganz offensichtlich zu feucht ist.

zu hohe Luftfeuchte im Palmenhaus (c) by Joachim Wenk
zu hohe Luftfeuchte im Palmenhaus

zu hohe Luftfeuchte im Palmenhaus (c) by Joachim Wenk
zu hohe Luftfeuchte im Palmenhaus 

Die Schönheit des Gemüses – und der bewußte Moment

Aus reiner Experimentierfreude bin ich heute durch meinen Garten gehoppelt mit der Kamera in der Hand. Ich wollte wieder einmal ein paar Fotos machen und habe mir mein noch zu erntendes Gemüse ausgewählt.

Ich finde Fotos, die typisch für die Jahreszeit sind, sehr interessant. Im Sommer sehe ich mir dann vielleicht diese heutigen Gemüsefotos an und jetzt und im Winter schmökere ich öfter einmal in den Sommerfotos. Das müsst ihr auch einmal machen. Wenn ihr selber keine Fotos habt, schaut euch auf meinem Blog um. Da sind seit Frühjahr alle Monate abgebildet. Diese Bildbetrachtungen machen mir die Jahreszeiten noch bewusster, steigern die Faszination an der Natur. Hier sieht man was so in wenigen Wochen zwischen vielleicht Anfang Mai und Mitte Juli geschehen ist. Wenn man dann  wieder davon spricht dass im Garten zur entsprechenden Jahreszeit alles „explodiert“ hat man diese Bilder vor Augen. Und wenn man jetzt sieht wie trostlos oder einfach trist es im Garten ist, freut man sich bewusster und anders auf nächste Jahr.

Aber nicht nur ein Freuen in der Zukunft oder der Vergangenheit können diese Bilder auslösen. Viel besser noch habe ich an mir beobachtet, daß ich das Jetzt bewusster wahrnehme. Oft entdeckt man auf den Bildern Stimmungen die man zum Fotozeitpunkt garnicht so bewusst wahrgenommen hat. Das bereue ich dann regelmäßig. Wieder einmal zu sehr in der aktuellen Zeit irgendetwas hinterhergehetzt zu sein, auf was gewartet zu haben, schnell noch was haben machen zu müssen oder gedacht zu haben „wenn….. dann ist es gut“. Dabei war es zum damaligen Zeitpunkt schon gut und schön. Die Entfernung zur damaligen Situation, die man beim Betrachten der Bilder hat, öffnet einem die Augen und man sieht anders. So ging es vielen meiner Bewohner in der Altenpflege. Sie hatten den Abstand zur damaligen Situation und bedauerten auch xxx nicht gemacht zu haben oder yyyy nicht wahrgenommen zu haben. Am traurigsten machten mich Aussagen wie „sich etwas nie getraut zu haben“. Das sollte mir nie so gehen, nahm ich mir vor. Aber das ist garnicht so leicht. Und im Alltag vergisst man sein Vorhaben allzuschnell oder merkt garnicht dass man gerade genau das tut, was man dann im Alter bedauert. Hier helfen die Bilder. Man hat nach ein paar Monaten schon „Abstand“, man hat noch genug Zeit es zu verbessern und zwar bald. Denn schnell ist die nächste Jahreszeit aktuell.

Und soll ich euch etwas sagen? Wenn man das immer wieder macht – und ich mache das seit ein paar Jahren –  fällt einem z.B. im Sommer in einem beliebigen Moment spontan ein, dass es doch gerade so eine Situation ist, die man etwa im Winter immer herbeisehnt oder hinterherträumt. Eine duftende Rose, der frisch-grüne Rasen, der Kaffee im Schatten der Haselnuss oder einfach der lange lange Tag mit sommerlicher Abendstimmung bis 22 Uhr. Und dann nimmt man das in dem Moment war. Ganz bewusst und manchmal mache ich genau davon dann ein Foto.

Heute sind es wie angekündigt spontan die herbstlich-winterlichen Gemüse,die noch in den Beeten stehen.

Rosenkohl (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl

Asiasalat (c) by Joachim Wenk
Asiasalat

Schnittknoblauch (c) by Joachim Wenk
Schnittknoblauch

Hirschhornwegerich (c) by Joachim Wenk
Hirschhornwegerich

Winterrettich (c) by Joachim Wenk
Winterrettich

Schafmeila (c) by Joachim Wenk
Schafmeila

Winterpostelein (c) by Joachim Wenk
Winterpostelein

Spinat (c) by Joachim Wenk
Spinat
(c) by Joachim Wenk
und eine Rose

So sah es um den Rosenkohl im Juni aus:

Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juni

Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juni

So sah es um den Rosenkohl im Juli aus

Gemüsegarten im Juli (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juli

Wachstumsblockade?

So nun ist es also so weit.

Die Zeit beginnt, in der ich immer mehr Posts hier schreiben muß, die nicht von schönen Bildern begleitet werden.

Also außer Ernten ist im Moment bei mir im Garten nichts größeres geplant. Aber genau zu dem Thema mache ich mir gerade auch Gedanken.

Gestern habe ich den ersten Grünkohl geerntet, blanchiert, geschnitten und eingefroren. Einige weiter Pflanzen warten noch darauf, daß ich Zeit für sie habe.

Dann stehen da noch die Prachtexemplare meiner Winterrettiche. Geschmacklich super, Form perfekt. Was will man mehr.

Die Asiasalate ernte ich  vereinzelt auch für grünen Smoothie und einmal auch als Beilagensalat. Winterpostelein und Schafmeila sind gekeimt aber weit weit entfernt geerntet zu werden. Den Postelein werde ich wieder im Frühjahr dann ernten können.

Ich frage mich ob mit meinem Boden alles in Ordnung ist. Mir fällt immer wieder auf, daß ich Pflanzen sähe und die dann ur-ewig und noch viel länger brauchen, bis sie keimen und dann wachsen. Das stockt reglerecht beobachtbar. Wenn sie dann wachsen werden sie sehr schön. Aber bis sie wachsen vergeht so viel Zeit, daß sie im Sommer von den Schnecken und Raupen vernichtet wurden und im Herbst jetzt von der Kälte und Dunkelheit.

Asiasalate kann man 3-4 Wochen nach der Saat ernten. Steht überall geschrieben zumindest. Ich habe glaube ich Mitte September gesät. Ernten konnte ich noch nicht. Also ernten würde ich das vorsichtige Abzupfen einzelner  Blättchen – mit schlechtem Gewissen – nicht nennen. Ebenso der Feldsalat und Postelein und Spinat. Im September gesät aber nichts zum Ernten. Kohlrabi von Ende August – keine Ernte.

An zu wenig Dünger liegt es nicht, das kann nicht sein. Aber kann es wohl an irgendeinem anderen Ungleichgewicht im Boden liegen? Zu viel Säure? Zu wenig Säure? Einzelne Minaralstoffe oder  Nährstoffe? Ich werde hier einmal recherchieren müssen. Auch muß ich herausbekommen, wo man als Hobby-Gärtner seinen Boden einmal untersuchen lassen kann. Da gibt es doch sicher auch Labore.

Wenn jemand hier mit Fach- und Sachkenntnis glänzen und mir weiter helfen kann, wäre ich wirklich sehr dankbar.

Keine Gartenarbeit

Zwei mal habe ich es vergessen.

Heute hole ich es nach!

Was vergessen? Die Speicherkarte mit Fotos mitzunehmen. Es ist aber auch gerade so viel zu erledigen. Und alles so durcheinander. Und ich komme nicht zum Schreiben hier. Gut, daß das Wetter so ist, wie es ist und ich nicht auch noch etwas im Garten tun möchte.

Am Wochenende habe ich meine letzten Freilandpflanzen winterfest gemacht. Ich habe im Frühjahr eine angeblich bis -15°C winterharte Zitrone ausgepflanzt und sie nun ein wenig mit WinterVlies eingewickelt. Auch ein Eukalyptus soll so in diesem Bereich winterhart sein. Er ist schön gewachsen, ich habe sogar ein paar Blättchen für Tee geerntet. Eukalyptusaroma pur!

winterharte Zitrone mit Winterschutz (c) by Joachim Wenk
winterharte Zitrone mit Winterschutz

winterharter Eukalyptus mit Winterschutz (by) Joachim Wenk
winterharter Eukalyptus mit Winterschutz

Meine winterharte Banane habe ich ebenerdig abgeschnitten. Dann kam eine dicke Schicht Haselnußlaub darüber. Und damit die  Blätter nicht vom Wind weggeweht werden habe ich kurzerhand die ohnehin jährlich anfallenden alten Palmenblätter darüber gelegt. Die verrotten im Kompost auch immer ewig nicht.

(c) by Joachim Wenk
hier drunter überwintert die Banane

Jetzt heißt es den Winter abwarten und auf das Frühjahr gespannt sein, ob die Pflanzen wirklich hier in unserer Region winterhart sind.

der Quittenfan und die Quittenflüsterin

Und wieder ein Tag, an dem der Wetterbericht nicht gestimmt hat. Dauerregen sollte es sein und Sonne pur war es. 

Und wieder ein Tag der mir geschenkt wurde. So stelle ich es mir jedenfalls vor. Ich habe noch ein wenig zu erledigen im Garten und gerade wenig Zeit. Genau jetzt zeigt sich ein Samstag, der kalt und verregnet sein sollte, als schöner und sonniger Samstag. Ich bin dankbar und nutze die Gelegenheit. 
Es ist unwahrscheinlich stürmisch heute und mit ca 8-9° Grad nicht gerade warm. Die Sonne und das helle Licht lassen das aber vergessen. 
Hier seht ihr mein Staudenbeet, wie es jetzt garade aussieht.
mein Staudenbeet im November (c) by Joachim Wenk
mein Staudenbeet im November
Unseren beleuchteten Brunnen habe ich heute ausgeleert und eingewintert. Dann haben wir ein paar Säcke Laub zusammengerecht und im Gemüsegarten verteilt. Morgen kommt Besuch und da wollten wir ein wenig Ordnung machen. In der Werkstatt haben wir wieder Ordnung geschaffen. Die Wand zum Palmengarten hin ist nun endgültig isoliert und verkleidet. Und weil dabei wirklich viel an Zeugs zum Entsorgen anfällt, waren wir auch noch am Wertstoffhof. 
Und wieder klingelte die Post mit einem Päckchen. Heute kamen meine beiden Quittenbäume. Das hat mich gefreut, aber auch unter Druck gesetzt. Sie sind ja wurzelnackt und müssen heute eingepflanzt werden. Da das Wetter schön ist, gehen wir es an. 
Das Paket ist recht hoch, die eintriebigen „Bäume“ sind doch schön groß schon und kräftig. 
Quittenbäume frisch aus dem Karton (c) by Joachim Wenk
Quittenbäume frisch aus dem Karton
Den Platz für sie haben wir ja schon von Anfang an gewusst. Wir haben die Sorteneigenschaft speziell für diesen Standort hin ausgesucht. Sie kommen an den steilen Westhang zwischen der Zufahrt zu unserem Grundstück und der Dorfstraße. Ich wollte Quitten haben, die lagerfähig sind, damit ich nicht sofort nach der Ernte – zu einer recht arbeitsamen Zeit im Garten – Marmelade und Co. bereiten muß. Sie sollten unbedingt stark duften, weil ich den Geruch so mag. Und weil sie an der Straße am Hang stehen, haben wir noch Sorten gewählt, die fest am Baum hängen und auch bei Sturm nicht abfallen (und die Straße verschmutzen und schmieirig machen – Rutschgefahr für Autos). 
Wir haben uns entschieden für die  Baumwollquitte und die fränkische Hausquitte. Bestellt haben wir sie bei der Quittenbaumschule . 
Als Stützen werden noch schnell ein paar Haselnußstöcke angespitzt, dann alles auf den Bollerwagen geladen und ab gehts nach unten zum Hang. 
Ja ist das verrückt. Der Hang ist sehr steil. Hier mit dem Spaten ein Loch zu graben ist garnicht so einfach! Und dann soll der Aushub noch am Hang liegen bleiben. Nein alles bleibt nicht liegen sondern kullert munter nach unten. Die braunen Steine, die den Untergrund besiedeln und kleine Erdklumpen hüpfen aufgeregt den Hang hinunter. Die Nachbarskatze, die uns interessiert begleitet hat, sitzt mittlerweile unten an der Straße und „duscht“ sich. Also jedenfalls reinigt sie sich oben und unten und überall sehr intensiv. Bis, ja bis so ein Erdklumpen an ihr vorbei huscht. Wahrscheinlich dachte sie, daß es wohl eine Maus gewesen sein mußte. Jetzt sitzt sie angespannt und neugierig am Hang und schaut, ob sich noch wo eine „Maus“ bewegt. 
So, mittlerweile ist das erste Loch ausgehoben, wir setzen die erste Quitte hinein, stecken den Stützstab daneben. Nun füllen wir langsam wieder Erde auf, schlämmen alles ordentlich ein, binden die Quittenrute an. Jetzt noch die gleiche Prozedur für den zweiten Baum. 
frisch gesetzter Quittenbaum (c) by Joachim Wenk
frisch gesetzter Quittenbaum
Mittleweile bekommen wir Besuch. Ein Nachbar interessiert sich für unser Tun. Ich war völlig überrascht, daß er selbst auch ein Quittenfan ist. Normalerweise höre ich beim Thema Quitten immer nur ablehnende Worte. Also sind wir schon zwei, die das Wachsen und gedeihen der Bäume durch die Jahreszeiten aufmerksam  verfolgen werden. In der Hoffnung auf eine schöne Ernte. 
Und schon wieder Besuch. Eine gute Bekannte kommt mir ihrem Hundi vorbei. Das Gespräch kommt schnell in Gang und ich erkläre ihr, was wir hier gepflanzt haben. Sie verspricht gleich, meine Quitten immer bei der Gassirunde nett anzureden und ein Pläuschchen mit ihnen zu halten, daß sie sich gut und willkommen fühlen. 
Und weil mein Herr Nachbar der Quittenflüsterin von meinem Blog vorgeschwärmt hat, habe ich ihm gleich gesagt, daß ich ihn eben fotografiert habe für eben diesen Zweck. Er war ganz aufgeregt und versprach rasch nachsehen zu wollen, ob er wirklich im Internet ist. Um ihn nicht zu enttäuschen setze ich mich gleich heute spät abends nach arbeitsamen  Tag noch hin und schreibe meinen heutigen Beitrag. 
Also Herr Nachbar, zwar nur von Hinten aber immerhin im Internet. 
der Quittenfan und die Quittenflüsterin im Gespräch (c) by Joachim Wenk
der Quittenfan und die Quittenflüsterin im Gespräch

Muß ich wirklich die letzten Sonnenstrahlen genießen?

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich heute ein Straßeninterview im Radio gehört. Weil gerade die Sonne scheint, musste wohl ein Reporter gleich ins Freie und Menschen befragen, wie sie die Sonne finden. Irgendwie ist ja auch Sendezeit zu füllen. Eine Interviewte sagte:  „die letzten warmen Sonnenstrahlen muß man noch genießen“. Diesem Satz wird wohl, außer eben mir, niemand widersprechen. Er ist so allgemeingültig und nichts bedeutend dass er nicht einmal richtig auffällt. Solche Allgemeinplätze mit „positiven“ Inhalt kann man immer von sich geben, sie werden von anderen auch bedenkenlos respektiert und assimiliert und man hat alles richtig gemacht.

Warum setzte ich den „positiven Inhalt“  in Anführungszeichen?  Wenn ich im Sommer abends noch die letzten warmen Sonnenstrahlen genießen „muß“ ist das eine Sache. Es hat etwas Positives. Ich nehme bewusst war und genieße das Leben. Was ja auch nicht jeder kann, Aber dazu könnte ich ja ganze Seminar geben.

Jetzt im Spätherbst, fast schon Winter, hat das „letzte warme Sonnenstrahlen genießen“ etwas Negatives, ja Beängstigendes für mich. Es ist so wehleidig rückblickend und festhaltend. So garnicht positiv nach vorne blickend. Ich soll etwas genießen, weil ich weiß, daß ich es eigentlich nicht mehr haben dürfte und es auch bald nicht mehr habe.  Heißt das nicht: etwas hinterherhetzen was eigentlich vorbei ist? Wenn ich mich jetzt in die Sonne setze, mache ich mir nur umso mehr schmerzlich bewusst, daß es Schluß ist mit  Sommer und Wärme.


Ich mache mir absichtlich bewußt, daß etwas zu Ende ist. Das hat für mich nichts mit Genuß zu tun. Aber ich bin halt eben auch niemand der allgemeingültige Sätze unreflektiert weiterreicht (meistens jedenfalls).

Ich kann die jetzige Jahreszeit auch genießen. Die Luft, den würzigen, erdigen, manchmal beinahe exotische Duft unterschiedlichen Laubes (in der trocknenden Herbstsonne), am tiefen und die Welt anders ausleuchtenden Licht, daran dass jetzt im Garten und Natur Ruhe einkehrt, dass es abends bald dunkel wird und  – so man sich darauf einlässt – eher das Werkzeug aus der Hand legt und auf Feierabend umstellt. Ich freue mich an meinem warmen Haus mit Holzofen und draußen pfeift der  Wind. Es gibt noch so viel an dem ich mich freuen kann. Aber eines hat alles gemeinsam. Es ist eine Freude am Hier und  Jetzt und im Hier und Jetzt. Niemals mit Angst verbunden, daß es gleich zu Ende ist.

Wann genießt ihr etwa eine Wohlfühlmassage. Wenn ihr völlig dahingeflossen und entspannt auf der Liege schwebt und in andere Zeiten und Welten abtaucht, träumt, schnarcht, schlaft und alles geschehen lasst. Oder wenn ihr wach bleibt oder werdet und wisst, die Zeit ist in 1 Minute um. Also schnell noch die letzten Striche und Griffe des Masseurs genießen?

Ich persönlich will jetzt gar keine wärmende und sommerliche Sonne mehr haben. Jedenfalls nicht so arg und um die 20 °C.  Es passt nicht und macht mich wehmütig, wenn ich es genießen sollte. Nein, ich will jetzt das Schöne an dem genießen, was im Spätherbst so ist. Im Winter ist es wieder anders und im Frühjahr und Sommer nochmal ganz anders. Es ist doch aber ganz wunderbar eingerichtet, daß wir immer wieder genießen können. Und immer wieder etwas anderes. Gerade das erleichtert uns das Genießen. Wäre es immer das selbe was wir freudig wahrnehmen würden, wäre es sehr schnell langweilig. Rund ums Jahr frische Erdbeeren kann man einfach ebenso wenig genießen wie 12 Monate weihnachtlich gewürzte Leckereien oder Glühwein.

Jetzt genießen wir die Zeit und Charakteristika des Herbstes, freuen uns auf die Genüsse im  Winter, dann Frühling und so weiter. Es gibt so viel zu genießen und ein Ende ist nicht abzusehen.

Also genießt nicht den/die/das letze XYZ,
sondern genießt das, was jetzt gerade aktuell und zeitgemäß ist.

Und weil ein Post mit Bild immer eher auffällt, habe ich hier meine Orchidee eingefügt. Ich freue mich, wie wir alle, an den stets wachsenden und kräftiger werdenden beiden Blütentrieben. Die Orchidee blüht immer zur Weihnachtszeit. Das gehört dazu im Advent. Darauf freuen wir uns. So wie die Orchidee hier die gerade scheinende Sonne zu genießen scheint. Und:  es sind sicher nicht „die letzten Sonnenstrahlen“ die es je gibt…

Winterblühende Orchidee (c) by Joachim Wenk
Winterblühende Orchidee