Hier kann man den Arbeitsalltag hinter sich lassen. Hier kann man sein.

Heute mache ich etwas früher Feierabend. Ich freue mich auf zuhause. Das Wetter ist eigentlich schön. Zwar bedeckt und nur etwa 15 Grad warm. Aber irgendwie mild. Der Regen vom Sonntag und die kühleren Temperaturen haben dem Garten und der Natur wahnsinnig gut getan. Wir haben ja auch noch immer April und in anderen Jahren würden wir Freundensprünge machen über so ein Wetter wie heute. Dieses Jahr sind wir fast schon verwöhnt mit Sonne und Wärme.

Daheim angekommen mache ich in aller Ruhe eine ausgedehnten Gartenrundgang.

Könnte man doch diese Jahreszeit irgendwie konservieren. Fotos sind eine sehr schöne Möglichkeit. Die Sinneseindrücke, die zu den optischen Eindrücken noch dazu kommen, sind so umwerfend.

Gundermann und Vergissmeinnicht (c) by Joachim Wenk
Gundermann-Vergissmeinnicht-Arrangement vom Gärtner „Zufall“

Clematis alpina in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
jetzt ist sie aufgeblüht,
die Bergclematis
Clematis alpina in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
und hinter ihr kommt der
weiße Flieder
riesiger Weißdorn in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Prachtexemplar eines Weißdorns (im Hintergrund sieht man das
Dach des Hüttenzaubers, immerhin auch über 2m hoch!)

riesiger Weißdorn in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
und jede einzelne Blüte duftet honigsüß und nicht enden wollend
und das summiert sich bei der Fülle an Blüten!

Die Gerüche sind irgendwo zwischen betäubend und berauschend einzuordnen. So schwer und so beinahe klebrig süß riecht der Weißdorn zusammen mit dem gerade aufblühenden Flieder. Die leicht feuchte Luft und der fehlende Wind sorgen dafür, daß er durch den ganzen Garten wabern kann. Egal wo ich stehe oder gehe ich muß unentwegt tief einatmen und dabei die Augen schließen. Ich glaube so kann ich ihn am besten konservieren, den Moment. In meiner Erinnerung.

Und überall  hört man das Leben. Es summt und brummt in jedem Quadratzentimeter. Die Bienen und so viele andere Insektchen arbeiten auf Hochtouren. Sie nutzen den überreich gedeckten Blütentisch. Und das Gezwitschere, Geflirte und Gemackere der vielen Vögel in den Büschen und Bäumen und der Wiese. Der erschreckte Ruf der Amsel, die einmal wieder von mir erschrickt und aus ihrem Nest im Carport heraussticht, ab in den Apfelbaum im Gemüsegarten. Hier und da fauchen und zischen zwei konkurrierende Kater im Nachbarsgarten.

Wie ein Blitz zischen sie an mir vorbei, weiter in den anderen Nachbarsgarten.

Ich rupfe ein wenig Bekraut aus dem Gemüse, binde meine Ramblerrose am Walnußstamm fest. Die Erde ist feucht und riecht frisch. Die Blätter der Rose Marie Vieaud sind samtweich, auch ihre Stacheln sind eher flexibel und verletzen die Haut nicht. Anders die Zweige der Paul’s Himalayan Musk. Ihre Stacheln oder Stachelchen sind irgendwie wie spitze Wiederhaken. Bis man ihre dünnen Zweige im Geäst des Walnußbaumes umdrappiert haken sie sich immer wieder an den Unterarmen fest. Als wollten sie einen festhalten und nicht mehr loslassen. Wie gerne würde ich mich festhalten lassen und diesen Traum an einem Stück Erde nicht mehr verlassen.

Ich setze mich auf mein Bänkchen im Gemüsegarten und blicke vor mich hin. Der Kopf wird frei, leer und gerät in ganz eigene Schwingungen. Hier kann man den Arbeitsalltag hinter sich lassen. Hier kann man sein. Einfach nur sein und genießen. Mehr braucht es nicht zu dieser Jahreszeit.

Alle Kartoffeln versteckt bevor der große Regen kam – jetzt kann alles nach Herzenslust wachsen

Und wieder geht ein wundervolles Wochenende zu Ende. Es war wirklich traumhaft schön, ich habe jede Minute genossen und das obwohl – nein WEIL – es seit vergangene Nacht sehr viel geregnet hat und auch heute den ganzen Tag immer wieder regnet.

Herrlich. Wir haben den Regen so dringend gebraucht. Ich bin gespannt, wie es draußen in den kommenden Tagen wächst. Es müsste alles wahrlich explodieren, jetzt wo das so ersehnte Wasser vorhanden ist.

Gestern habe ich in weiser Vorahnung noch alle Arbeiten im  Garten und Erdboden erledigt. Heute waren dann Säh- und Pikierarbeiten im Gewächshaus dran. Da war es egal, ob es draußen regnet.

Gestern haben wir angefangen mit dem  Projekt „Hüttenzauber“ weiter zu machen. Die erste und auch komplizierteste Wand ist fertig gemauert.

Projekt Hüttenzauber schreitet voran (c) by Joachim Wenk
Projekt Hüttenzauber schreitet voran 
Projekt Hüttenzauber schreitet voran (c) by Joachim Wenk
erste  Wand ist fertig

Während an der Baustelle fleißigst gemauert und gerackert wurde konnte ich mich meinen Gartenarbeiten widmen. Ich habe festgestellt, daß meine vorgetriebenen Saatkartoffeln langsam in den Boden müssten. Sie haben schon einen dicken Wurzelfilz und die Triebe sind auch zum Teil schon recht hoch.

vorgetriebene Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
vorgetriebene Kartoffeln

vorgetriebene Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
vorgetriebene Kartoffeln 

Das Beet auf das sie kommen sollen muß aber noch vorbereitet werden. Nur wann mache ich es? Heute habe ich mir keine Aufgabenliste vorbereitet, da ich nicht wusste in wie weit ich auf der Baustelle gebraucht werde. An solchen Tagen frustriert so eine Liste meist nur, wenn man dann am Ende des Tages nichts oder kaum etwas davon umgesetzt hat, wenn man doch an anderer Stelle gebraucht wird.

Ich wurde nicht gebraucht und so machte ich mich ans Werk. Die Motorhacke steht  bereit und leistet mir wieder gute Dienste. Ein Gerät im Garten, daß ich nie mehr missen möchte. Was haben wir gemeinsam schon alles bewerkstelligt.

vorbereitetes Kartoffelbeet (c) by Joachim Wenk
vorbereitetes Kartoffelbeet

Ich arbeite auch gleich noch das Hornmehl, wie damals vom Bodenanalyseinstitut empfohlen ein. Die Erde ist wunderbar locker und trocken. Man macht sich bei den Erdarbeiten nicht einmal sonderlich dreckig. In aller Ruhe und bei schönstem Sonnenschein verschwindet eine Eierschale voller treibender Kartoffeln nach der anderen in der Erde.

Ich bin ganz stolz auf mich, daß ich wohl langsam den Dreh raus habe, wie viele Saatkartoffeln ich für meine Fläche benötige. Letztes Jahr habe ich einige im Kompost entsorgen müssen, weil am Ende des freien Platzes noch so viele Kartoffeln übrig waren.

Eine Sorte der am Montag gesteckten Kartoffeln kommt sogar schon aus der Erde.

(c) by Joachim Wenk
erste Kartoffeln kommen schon

Als alle Kartoffeln versteckt waren ging es ans Gemüse. Einige meiner ersten selbst gezogenen Pflanzen stehen  schon im Beet und heute kommen noch zwei Reihen dazu. Sie sind schon so schön gewachsen und müssen aus den Saatplatten raus.

selbst gezogene Gemüsesorten (c) by Joachim Wenk
selbst gezogene Gemüsesorten

selbst gezogene Gemüsesorten (c) by Joachim Wenk
selbst gezogene Gemüsesorten

Salat, Kohlrabi, Rotkohl, Melde und Blumenkohl werden gepflanzt. Ich mische sie auch in der Reihe. So kann etwa zwischen zwei Rotkohl Pflänzchen locker noch ein Salat stehen. Bis der Kohl so groß ist, daß er den Platz für sich benötigt, ist der Salat geerntet oder erntereif. Ich glaube, das sieht ach schön aus, wenn alles ein wenig gemischt ist.

Mittlerweile ist es fast schon Abend und am Himmel ziehen Gewitterwolken auf. Es donnert schon. Wir wollen doch noch den Rasen mähen, weil es bis zum nächsten Wochenende zu lange hin ist. Mit vereinten Kräften und Geräten düsen wir mit Aufsitzmäher und Benzinrasenmäher durchs Gelände und schaffen alles pünktlich zu den ersten Regentropfen.

Heute ist Sonntag und ich widme mich meinen Gemüsepflänzchen. Nach dem intensiven Regen mache ich aber erst einmal einen Gartenrundgang und genieße die feuchte, milde Luft angereichert mit den unterschiedlichsten Gerüchen nach geschnittenem Gras, feuchter Erde, Weißdorn, Traubenkirsche und Flieder.

weißer und lila Flieder (c) by Joachim Wenk
Der Flieder blüht wieder
lila Flieder (c) by Joachim Wenk
Lila Flieder

Weißdorn (c) by Joachim Wenk
riesiger Weißdorn hinterm Haus

Meine Ramblerrose „Paul’s Himalayan Musk“ im Walnussbaum bereitet sich auf ihren dritten Sommer vor und hat erstmals viele Knospen angesetzt. Seit fast drei  Jahren warte ich ungeduldig auf die ersten Blüten. Dieses Jahr ist es endlich so weit!

Paul's Himalayan Musk (c) by Joachim Wenk
Paul’s Himalayan Musk

Und meine Staudenbeet nimmt auch langsam wieder Form an.

Staudenbeet vor Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor Gemüsegarten

Und im Gemüsegarten wächst der als erstes gepflanzte (noch Baumarktware) Salat ruhig vor sich hin. Links daneben Puffbohnen und Erdbeeren, die fleißig blühen.

Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet

Ich habe diverse Topfplatten.  Sie unterscheiden sich im Durchmesser der einzelnen Töpfchen. Die Kleinsten sind ideal um zum Beispiel  Lauch und Salat oder Kohlrabi einzeln zu sähen. In die Größeren kommen heute die schön gewachsenen und noch nicht ausgepflanzten Pflänzchen. Die einzelnen Töpfchen haben unten fast keinen  Boden. Eher ein großes Loch. Das sieht erstmal ungewohnt aus, ist aber sehr praktisch. Die schön gewachsenen Pflänzchen kann man einzeln von unten mit dem Finger durch eben das große Loch leicht nach oben heraus aus dem Töpfchen drücken. Die Platten stehen in Bewässerungsschalen. Das sind flache Schalen mit Rillen am Boden und einem Vlies darin, bedeckt mit einer speziellen porösen Folie.  Darauf stehen die Topfplatten. Jetzt füllt man unten Wasser hinein. Durch das Vlies mit Folie gelangt es über das große Loch in die Erde der Töpfchen. In den Schalen ist ein Wasservorrat, der zwei bis drei Tage ausreicht. Sehr gut, wenn man nicht immer Zeit hat zu gießen. Und sehr praktisch, da man nicht jedes einzelne Töpfchen vorsichtig gießen muß.

Topfplatte in Bewässerungsschale mit Vlies (c) by Joachim Wenk
Topfplatte in Bewässerungsschale mit Vlies

Ich habe die zweite Ladung Kohlrabi und Salat gesät.

Salat und Kohlrabi gesät (c) by Joachim Wenk
Salat und Kohlrabi gesät

Tagetes, Levkojen und Zinien habe ich pikiert.

Tagetes, Levkojen und Zinnien pikiert (c) by Joachim Wenk
Tagetes, Levkojen und Zinnien pikiert

Und schöne Kohl- und Salatpflanzen habe ich umgepflanzt, da sie die nächsten Tage noch nicht ausgepflanzt werden können. Die liebe Zeit fehlt mal wieder.

Rotkohl, Weißkohl und Salat umgepflanzt (c) by Joachim Wenk
Rotkohl, Weißkohl und Salat umgepflanzt

Das wächst im neuen Gewächshaus einfach erstklassig. Und langsam sind alles Tische im Gewächshaus besiedelt. Da ich im Boden direkt noch nichts gepflanzt habe konnte ich dort auch Dünger ausstreuen und ein wenig Rasenschnitt als Mulch darüber streuen. Dann ist er vorbereitet, bis die Tomaten gepflanzt werden.

Pflanztische im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Pflanztische im Gewächshaus

Pflanztische im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Pflanztische im Gewächshaus

Manchmal kommt etwas dazwischen und wirft den ganzen Plan um. Und manchmal ist das trotzdem schön!

Ich bin ja schon ein Mensch, der seine Arbeit plant und dann zielgerichtet zu Werke geht. Ich habe erst kürzlich darüber berichtet, wie ich mich auf so einen Tag im Garten mit Aufgabenliste vorbereite. Das Schöne daran ist aber auch, daß man viel zustande bringt, vollendet und sich dann selbst auf die Schulter klopfen kann. 
Da die Tage im Garten von äußeren Umständen wie Arbeit und Wetter oder Feiertagen abhängen, ist es beinahe notwendig seine Tätigkeiten für den Tag vorzubereiten. 
Und dann kommt etwas dazwischen. Das gefällt mir immer überhaupt nicht. Der Plan muß geändert werden. Tätigkeiten, die vielleicht sogar schon dringend sind, werden noch einmal aufgeschoben. Mein Bauchgefühl nach so einem Tag ist immer irgendwie nicht so zufrieden und ausgeglichen, wie an Tagen mit vollständig abgehakter Liste. 
Heute kam einmal wieder etwas dazwischen. 
Aber auch solche Vorkommnisse gibt es, die dann doch wirklich erfreulich sind. 
Was also hat meinen Plan so durcheinander gewirbelt? Ich berichte euch gerne davon. 
Früh waren wir wegen einem anderen Termin schon bald aus dem Bett und so war der nutzbare Tag etwas länger. Für heute hatten wir uns vorgenommen in den Baumarkt zu fahren und  Material für den Weg im Gewächshaus zu besorgen. Und ich freute mich natürlich – wie könnte es anders sein – auf die Gartenabteilung. 
Nachdem das Material für den Weg zusammengestellt war, zog es mich unaufhaltsam in die Freifläche zu den Pflanzen. Ich fand drei oder vier Stauden, die sofort in den Einkaufswagen gelangten. Erde für die Aussaaten und für die Jungpflanzen musste noch ausgewählt werden. Ich wartete gerade auf meine Mann zwecks Hilfe mit den großen Erdsäcken, als er mit einer Idee schon auf dem Weg zu mir war. 
In der Gartenabteilung gab es alle möglichen Obstbäume als Säulenbäume. Nun ich hatte im Mutters Garten damals einen solchen gepflanzt. Das ist über 20 Jahre her. Wir hatten sehr gute Erfahrung damit gemacht. Er wuchs wirklich auch ohne Schnitt als schmale etwa schulterbreite Säule nach oben. Er hat sehr reichlich getragen und hatte gutes Obst. 
Der Vorschlag war nun, daß wir ein paar solche Säulen mit Heim nehmen und entlang des Zaunes pflanzen. Dann hätten wir wenigstens ein wenig Obst zum Naschen im Garten. Ansonsten haben wir keinen Obstbaum. Da ich diese Idee auch schon ein paar Mal hegte, war ich natürlich sofort dabei. 
Rasch wurde ein zweiter Wagen geholt, die Bäume ausgesucht  und dann mit Scheuklappen, damit nicht noch ein dritter  Wagen voll wird, Richtung Kasse marschiert. 
Mit vier Säulenobstbäumen fuhren wir nach Hause. 
Obstbäume pflanzen stand natürlich überhaupt nicht in meinem Aufgabenplan und ließ sich auch nicht einfach so, ohne dass etwas anderes gestrichen werden musste, in die Liste aufnehmen. Da hieß es flexibel bleiben. Dann pflanze ich eben heute Obstbäume. Auch eine sehr schöne Tätigkeit. 
Mit Richtschnur, Zollstock, Spaten, Schubkarren, Dünger und ebenfalls gekauftem Rindenhumus (ich habe gerade überhaupt keinen hierfür verwendbaren Kompost zur Verfügung) bepackt, machte ich mich an die Arbeit. 
Hier sollen sie also einmal stehen.
Säulenobstwiese (c) by Joachim Wenk
künftige Säulenobstwiese
Säulenobstwiese (c) by Joachim Wenk
künftige Säulenobstwiese

Mit der Schnur habe ich dafür gesorgt, daß sie in einer Linie stehen und mit den Stückeln habe ich die jeweiligen  Standpunkte markiert.

Jetzt wird jeweils in Loch ausgehoben. Die Erde ist bis unten sehr krümelig, da sehr trocken. Viel zu trocken. Ich habe gleich einmal das Loch gewässert.

Pflanzloch für Obstbaum (c) by Joachim Wenk
Pflanzloch für Obstbaum

Als nächstes mische ich etwas Aushub mit organischem Dünger und dem Rindenhumus aus dem Sack. Damit wird das Loch schließlich wieder aufgefüllt. Ich habe es tiefer als nötig ausgehoben, damit unten auch gleich von der Mischung noch etwas ins Loch passt. 
Erde-Dünger-Mischung für Pflanzloch (c) by Joachim Wenk
Erde-Dünger-Mischung für Pflanzloch

Der Baum steht jetzt in seinem Loch. Ich richte ihn noch an der Schnur und dem Positions-Stückel aus. Jetzt wird der Befestigungspfosten in den Boden geschlagen.  Daran binde ich den Baum fest, daß er auch wirklich senkrecht steht. Erst dann fülle ich von der Erde-Dünger-Mischung etwas ein.  Das drücke ich fest und wässere. Schließlich fülle ich das Loch restlich mit der Mischung auf.

Baum beim Pflanzen ausrichten (c) by Joachim Wenk
Baum ausrichten
Am Ende modelliere ich noch mit der ausgehobenen Erde einen Wall um jeden Baum. Unser Grundstück liegt am Hang und ohne den Wall würde mir das Gießwasser davonlaufen und der Baum hätte nichts davon. Ich habe noch ein paar mal gründlich gewässert, wegen der wirklich großen Trockenheit. 
fertig gepflanzter Obstbaum (c) by Joachim Wenk
fertig gepflanzter Obstbaum
Mein Werk ist vollendet und unsere Obstwiese gefällt uns sehr gut. Wir haben übrigens einen Apfel, eine Birne, eine Süßkirsche und eine Zwetschge gepflanzt. 
Jetzt könnte ich dann zu den eigentlich geplanten Tätigkeiten übergehen. Da aber das Pflanzen von vier Obstbäumen ja auch seine Zeit in Anspruch nimmt, wir uns über den Besuch meiner Eltern freuten, die zum Kaffee und Sonne-genießen kamen und es somit mittlerweile schon früher Abend ist, verschiebe ich hier das meiste auf das Wochenende. 
Eine geplante Tätigkeit für heute ist aber beinahe zeitgleich mit der Obstwiese fertig geworden!
Wir haben uns die Arbeiten geteilt und während ich Bäume in der Erde versenkte, machte das  mein Mann mit den Wegplatten im Gewächshaus. Und das Ergebnis ist atemberaubend toll geworden.
Hier: seht selbst!
Weg im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Weg im Gewächshaus

 Zuerst wurden die Platten auf die Erde gelegt und dabei haben wir festgestellt, daß wir vorne beim Eingang mit der Doppeltür einmal zwei nebeneinander legen müssen. Sonst tritt man bei nur einer geöffneten Türhälfte immer in die Beete statt auf die Platten.

Dann hat er die seitlichen Rabatten mit der Flex zurechtgeschnitten und in die Erde eingelassen. Gestützt wurden sie dabei von den  Wegplatten.

Die Rabatten, welche das Fundament des Hauses bilden, waren deutlich dicker und größer. Die haben wir unten mit Beton stabilisiert. Hier beim Weg glauben wir, daß es ausreicht, wenn sie einfach nur in die Erde gegraben werden.

Als die Umrahmung mit den Rabatten fertig war, hat er mit einem Plattenheber die Platten wieder entnommen. Es blieb ein Rahmen aus Rabatten stehen. Hier hat er etwas Erde entnommen und dafür Sand eingefüllt. Darauf liegen nun die Wegplatten.

Herrlich, jetzt kann ich dann mit der Bodenbearbeitung und vielleicht bald mit dem Pflanzen beginnen.

Tomaten und Paprika kommen hier hinein. Und Schlangengurken. Die sollen zwar nicht mit Tomaten in ein Haus, aber ich mache es schon immer und habe dennoch Gurken geerntet. Die Gurken waren dann zwar bald im Sommer mit Mehltau besiedelt, aber die geernteten Gurken waren lecker.

Der Grund für die eigentlich notwendige Trennung von Gurken und Tomaten ist folgender:

Tomaten lieben Wärme und trockene Luft. So bekommen sie keine Braunfäule.

Gurken lieben auch Wärme und feuchte Luft. Sonst bekommen sie Mehltau.

Als Hobbygärtner muß man da eben Abstriche machen. Oder zwei Häuser aufstellen…..

Aber das werden wohl die Wenigsten tun (können). Ich übrigens auch nicht!

Weg im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Weg im Gewächshaus

Weg im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Weg im Gewächshaus

Frühlingspracht fürs Auge und im Gemüsegarten wird gepflanzt für den Gaumen

Das sehr späte aber sehr schöne Osterfest 2014 liegt nun hinter uns. Nur der Karfreitag hatte echt schauriges Aprilwetter mit sogar Hagelschauer. Das Wetter verleitete zum drinnen bleiben und nichts tun. Samstag haben wir meinem Bruder beim Umzug ins neue Haus geholfen. Wenn da erst einmal alles an Ort und Stelle ist und die letzten Bauarbeiten abgeschlossen sind, kann er sich auch um seinen Garten kümmern. Wie schon lange gewünscht, hat er  nun auch einen großen Garten direkt beim Haus. Noch ist es seit Jahren brach liegende Wildnis. Aber der wird sicher sehr schön und ich bin schon gespannt, wie er ihn anlegt.

Gestern und heute war das Wetter wieder gewohnt schön und ich habe ein wenig im Garten gekrautert. Nichts weltbewegendes, einfach nur hier und da gebuddelt und geschaut und das Wetter und die Tage und den Garten genossen.

Und wer würde das nicht, bei dieser Frühlingspracht:

Clematis alpina (c) by Joachim Wenk
Clematis alpina blüht

 Der kleine Storchschnabel wächst an und in der Treppe zum Haus hinauf. Der steht da sicher schon seit Jahren oder Jahrzehnten. Dort wird nie gegossen oder gedüngt. Er zwingt sich durch einen Kriechwacholder und steht unter der  Korkenzieherhasel. Wenn ich da etwas hinpflanzen würde, bin ich mir sicher, daß nichts gedeihen würde. Er tut es und erfreut uns mit seinen Blüten. Solche Ecken sind ein Vorteil von „eingewachsenen“ Gärten, die seit vielen Jahren bestehen.

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
irgendein Storchschnabel

Die Tulpen sind dieses Jahr wirklich ein Pracht. Ich kann mich gar nicht satt sehen an ihnen.

Tulpenblüte (c) by Joachim Wenk
Tulpenblüte

 Und in der Blumenwiese gesellt sich mittlerweile zu meinen lila Tulpen blau blühendes „Unkraut“. Romantischer hätte man es garnicht bewusst pflanzen können.

ila Tulpen in Wiese mit blauem "Unkraut" (c) by Joachim Wenk
lila Tulpen in Wiese mit blauem „Unkraut“

In den Stauden-Streifen am Haus habe ich ein paar vorgezogenen Pflänzchen gesetzt.

Bertram, eigentlich ein Hildegard-Gewürz, das aber auch sehr schöne weiße Blüten hat. Wie wilde Kamille. Der passt bestens zu den anderen Stauden dort.

deutscher Bertram (c) by Joachim Wenk
deutscher Bertram 

Und zur Banane habe ich Baumspinat gesät. Der ist schon so groß, daß es eng wird in der Saatschale. Und er hat dieses irre Pink was mir so gefallen hat am Neuastrieb. Der soll bis zum Herbst noch über zwei Meter hoch werden!

Baumspinat magenta spreen (c) by Joachim Wenk
Baumspinat magenta spreen

Auch im Gemüsegarten tut sich etwas. Allerdings recht langsam, da einfach das Wasser fehlt. Ich habe heute einmal ausgiebig gegossen. Sogar mit dem Rasensprenger, damit ich nicht so lange mit dem Schlauch im Garten stehen muß und mit der weiteren Arbeit voran komme.

Verschieden Gemüse keimen in den Saatschalen im neuen Gewächshaus

keimendes Gemüse (c) by Joachim Wenk
keimendes Gemüse
Anderes Gemüse ist schon weiter. Salat und Kohlrabi beginnen schon mit dem Wachstum

Salat und Kohlrabi (c) by Joachim Wenk
Salat und Kohlrabi

 Und andere sind bereit zum Auspflanzen. Hier der gerade erwähnte Baumspinat, Bertram und gelbe Melde.

Baumspinat, gelbe Melde und deutscher Bertram (c) by Joachim Wenk
Baumspinat, gelbe Melde und deutscher Bertram

Ein paar Melden, Kohlrabi und Salat habe ich heute ins Freiland gesetzt.

Kohlrabi und Melde frisch gepflanzt  (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi und Melde frisch gepflanzt und gegossen

Salat Till aus eigener Anzucht (c) by Joachim Wenk
Salat Till aus eigener Anzucht

Die Tomaten sind auch vom Wohnzimmerfenster in das Palmenhaus umgezogen. In Töpfe habe ich sie dabei auch gleich gesetzt.

junge Tomatenpflänzchen (c) by Joachim Wenk
Meine Tomaten für die Saison 2014

junge Tomatenpflänzchen (c) by Joachim Wenk
Meine Tomaten für die Saison 2014

Und schließlich habe ich heute ein paar meiner vorgetriebenen Kartoffeln gesetzt.

Zuerst wird mit einer Schnur die Reihe abgesteckt. Dann gehe ich noch einmal mit der Grabegabel der Schnur entlang und ziehe schließlich mit dem Handpflug eine Rille. Ich probiere dieses Jahr das erste Mal diese Methode. Sonst habe ich immer Hügel angelegt und dann in die Hügel die Kartoffeln. Die Hügel habe ich  immer wieder mit dem Rechen hochgezogen, da die Erde herunter rutscht. Wenn die Kartoffeln größer waren ging es nicht mehr, da ich nicht mehr in die Reihen kam um die Hügel zu pflegen. Die Erde ist durch Regen und sonstige Einflüsse aber doch immer wieder herunter gerutscht, was den Effekt hatte, daß Kartoffeln nicht mit Erde bedeckt waren und grün würden. Die Knollen hatten einfach nicht genug Platz in meinen händisch angelegten Hügeln. Die Landwirte machen es mit der Maschine, da sind die Hügel bestimmt dreimal so groß wie meine. Bei Trockenheit hatten die Kartoffeln nicht genug Wasser in den Hügeln.

Dieses Jahr ziehe ich eben im gelockerten Boden die Rille, lege die vorgetriebenen Kartoffeln hinein  und schließe die Rille. Wenn sie nun wachsen werde ich sie mit dem Rechen ein paar Mal anhäufeln. Dabei entstehen wieder Hügel, aber die Knollen können sich schon unten im Boden gut ausbreiten. Dort haben sie Platz sich zu entwickeln, schauen nicht ans Tageslicht. Und zusätzlich können die Pflanzen, da ich sie, wenn gewachsen ja immer wieder anhäufele aus den dann mit Erde bedeckten Trieben wieder Wurzeln bilden und an denen können wieder Kartoffeln wachsen. Ich bin gespannt wie das in der Realität aussieht. Diese Anleitung habe ich hier bei mein schöner Garten bei google gelesen und fand das probierenswert.

vorgetriebene Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
vorgetriebene Kartoffeln
Schnur und Grabegabel, wichtige Gärtnerwerkzeuge (c) by Joachim Wenk
Schnur und Grabegabel

Rille mit Handpflug gezogen (c) by Joachim Wenk
Rille mit Handpflug gezogen
Kartoffeln in die Rille legen (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln in die Rille legen

Kartoffelbeet (c) by Joachim Wenk
Rille schließen

Heute habe ich die Kartoffelsorten Orla, Belle de Fontenay, Galactica und Mayan Gold gesteckt. Das sind vor allem frühe Kartoffeln. Die Lagerkartoffeln setze ich später, da muß ich erst den Gründünger mit der Motorhacke unterarbeiten. Die haben auch noch ein wenig Zeit. Ich esse noch immer meine eigenen Kartoffeln vom letzten Herbst. Das freut mich richtig.

Kein guter Tag zum Gärtnern – oder: wie blöd muß man eigentlich sein, daß man…..

Na schön, das hier ist schließlich als Tagebuch gedacht. Und in ein Tagebuch schreibt man eben nicht nur die schönen Dinge. Auch das dumme Zeugs was einem so widerfährt kommt in das Tagebuch.

Heute also Dummes Zeugs.

Ich bin erst nachmittags dann noch in den Garten gegangen, weil zwar die Sonne herrlich scheint, es aber die ganze Zeit windig und echt kalt war.

Ich habe Tagetes, Zinnien und  Levkojen gesät, wieder Unkraut gerupft und, damit der Garten zu Ostern schön ist, auch mit der Motorsense den Hügel beim Tor gemäht, daß die  Rosen und Kletterhortensie gut wachsen können. Dann noch ein wenig die Kanten gemäht und im Gemüsegarten das hohe Gras am Zaun beim Eingang weggemäht.

Und jetzt kommts.

Bei dieser Schönheitsaktion kam ich zu nahe an meine wunderschön treibende, vor wenigen Wochen gepflanzte schwarze Himbeere.

Ab war er, der eine vorhanden Trieb.

Mein Gott habe ich mich geärgert. Jeden Tag beim Rein- und Rausgehen in und aus dem Gemüsegarten habe ich sie angeschaut und mich daran gefreut, wie schön sie schon wächst, obwohl gerade erst gepflanzt. Hätte ich sie nicht abgemäht, hätte ich bereits dieses Jahr die ersten Beeren in Schwarz probieren können. Sie wird wieder treiben denke ich. Es kommt ganz unten an der Erde schon wieder ein neuer Trieb aus dem Untergrund. Aber das schmeißt sie ganz schön zurück und tragen wird sie wohl dieses Jahr nichts mehr. So ein ärgerliches Missgeschick!

Jetzt ist erst einmal Pause im Garten. Morgen an Karfreitag ist Gartenpause. Mal sehen wie das Wetter Sonntag und Montag ist. Und wie stark der Frost heute Nacht wird. Letzte Nacht war Bodenfrost und Rauhreif,  heute Nacht sollen -4°C kommen. Das ist ’ne Menge.

Bis dahin verabschiede ich mich mit zwei schönen Fotos vom heutigen Tag und wünsche euch allen ein frohes, gesundes und ruhiges Osterfest (mit schönen Stunden im Garten).

erste Erdbeerblüten (c) by Joachim Wenk
erste Erdbeerblüten

Kren (c) by Joachim Wenk
der Kren kommt auch endlich

Leises Arbeiten in natürlich rauschender Stille am Sonntag Nachmittag.

Wenn ich in meinem Gemüsegarten bin und beinahe täglich die Beete auf neuen Zuwachs kontrolliere, bin ich verleitet zu behaupten, dass das Wetter zwar bisher unübertroffen war, im Beet aber nichts weiter wächst.

Wenn ich dann beim Schreiben meiner Blogtexte die Fotos betrachte, um auszuwählen, welche ich euch besonders zeigen möchte, stelle ich fest, dass vor 14 Tagen doch noch lange nicht so viel grün und bunt im Garten zu sehen war. Es wächst also doch. Ich bin eben einmal wieder viel zu ungeduldig.

Für heute habe ein paar Fotos und Impressionen vom Wochenende ausgesucht. Es ist  Sonntag und außer gewaltigem Insektenbrummen und lautstarkem Vogelgezwitscher ist fast nichts zu hören. Ich bin bewusst leise bei der Gartenarbeit. Ich passe auf, dass kein Werkzeug umfällt oder das Gemüsegartengatter zuknallt. Ich genieße die natürliche Stille bei ein paar Aussaten und beim Unkrautjäten oder Gießen. Leichte sonntägliche Gartentätigkeiten, bei denen ich bewusst nicht von Gartenarbeiten spreche.

Immer wieder bin ich entzückt, wenn ich vom ersten Stock unseres Hauses in den Garten blicke. Dort unten liegt mein Werk. Und es sieht gut aus, gerade wenn es sonnig ist und die Sonne noch oder nicht mehr hoch am Himmel steht.

östlicher Gartenteil vom Haus aus gesehen (c) by Joachim Wenk
östlicher Gartenteil vom Haus aus gesehen

Bei so einem schönen Wetter muß ich raus in den  Garten. Ihr könnt mir gerne folgen. Zuerst gehen wir hinter in den  Gemüsegarten. Meine liebsten Gartenteil.

im Gemüsegarten (C) by Joachim Wenk
im Gemüsegarten 

Im linken Beet-Dreieck keimen Platterbsen, die sollen bis zum Stecken der Kartoffeln noch ein wenig wachsen und werden dann eingearbeitet. Im rechten Beet-Dreieck habe ich verschieden Aussaaten gemacht. Möhren, Haferwurzeln, Pastinaken, Frühlingszwiebeln, Radieschen.  Heute noch Kohlrüben und, wie ihr später noch seht Erbsen.

Außer den Erbsen und vereinzelt Radieschen keimt nichts. Die Möhren habe ich vor 6 Wochen gesät. Sie keimen nicht. 2 kurze Reihen habe ich im Februar gesät, weil ich hörte, daß man die schon im Spätherbst sähen kann. Dann keimen sie im Frühjahr. Aber weil das seit Februar nichts keimt, habe ich da noch einmal nachgesät.

Meine Kapuzinererbsen Blauwschokker sind schon prächtig aufgegangen.  Die stehen im rechten Beet-Dreieck ganz vorne. Quasi beim Fotomachen ganz rechts neben mir unterm Nussbaum.

Blauwschokker (c ) by Joachim Wenk
Blauwschokker

Die Kapuzinererbsen sind Palerbsen und wenig kälteempfindlich. Die waren die ersten, die ich gesät habe. Vor kurzem habe ich auch die Markerbsen gesät. Sie spitzen auch schon durch die Erdkruste. Und daneben blüht der Asiasalat, von dem ich versuchen will,  Samen abzunehmen. Für die Herbstaussaaten.

Erbsen und Asiasalat (c) by Joachim Wenk
Erbsen und Asiasalat

Links neben dem Apfelbaum habe ich drei Reihen Meerrettich gesteckt. Der kommt noch nicht. Zwischen den Reihen Meerrettich werden später noch Buschbohnen gesät. Und wenn der Asiasalat abgeblüht ist, pflanze ich dort meinen Kürbis hin.

Jetzt gehen wir einmal in den linken Teil des Gemüsegartens und blicken dorthin, wo wir gerade waren.

im Gemüsegarten mit Kletterose Rose Marie Vieaud (c) by Joachim Wenk
im Gemüsegarten und Kletterose Rose  Marie Vieaud

 Ganz links wächst die Ramblerrose „Rose Marie Vieaud“ in die Höhe. Ich hoffe sehr, dass sie mich dieses Jahr bereits mit Blüten beschenkt. Ich bin sehr neugierig auf ihre lila Blütenbüschel. Sie steht jetzt den zweiten Sommer am Nussbaum. Rechts in den Schneckenringen und daneben auf der Fläche außerhalb des Schneckenzaunes wachsen Erdbeeren und  mein kleiner Knoblauch. Am Zaun entlang sind endlich die Puffbohnen aufgegangen. Sie sind vielleicht fünf Zentimeter hoch, aber schön kräftig und gesund. Im Schneckenzaun steht erster Salat. Gesät ist dort Mangold, Rote Beete, Mairüben, Radieschen. Immer jeweils eine halbe Reihe, da die Reihen über fünf Meter lang sind. Wenn ich die ganze Reihe sähe, wie letztes Jahr, habe ich von manchem zu viel auf einmal.

Links hinter der Scheune ist der Hintereingang, durch den ich mit meinem Hund zum Gassimachen gehe. Die Tür öffnet sich auf eine Fuhr zu einer halb privaten einspurigen  Zubringer-Straße zu den Hintereingängen der Grundstücke und danach beginnt Landschaft und Felder. Ich bin sofort im Freien und brauche kein Auto mit dem ich zum Gassi machen fahre. An dem Türchen hinaus aus unserem Grundstück steht eine Berg- oder Wildclematis. Sie habe ich im Sommer 2013 gepflanzt und jetzt blüht sie schon beinahe.

Wildclematis (c) by Joachim Wenk
Wildclematis

Schauen wir doch auch einmal in das Gewächshaus. Da müssen jetzt noch ein paar Platten in der Mitte als Weg gelegt werden. Dann kann ich vielleicht einmal den Boden lockern und pflegen. Jetzt erste steht meine überwinterte und etliche  Jahre alte Andenbeeere darin und meine Glockenpaprika. Bei der bin ich gespannt, ob sie wieder wächst. Im Herbst ausgegraben, eingetopft und den Winter über im Palmenaus gehalten. Die Früchte sind zum Teil sogar noch reif geworden. Sie soll ja mehrjährig sein. Jetzt im Frühjahr habe ich sie deutlich gestutzt und umgetopft. Die Gartenerde im Topf den Winter über war glaube ich nicht gut, ich hätte sie weitestgehend abschütteln und mit Blumenerde ersetzen sollen denke ich. Ich werde sehen, ob sie wieder wächst.

Und meine ganzen Aussaaten in Saatschalen und Topfplatten. Da sind zum Beispiel:  Salat, Lauch, Frühlingszwiebeln, Rotkohl, Weißkohl, Sellerie, Kohlrabi. Manches habe ich kurz vor  Gewächshausfertigstellung gesät. Es stand aber im Vorraum zum Haus. Es ist gekeimt und war am nächsten Tag schon so gakelig geschossen. Sämlinge brauchen einfach von der ersten Minute an wahnsinnig Licht, sonst werden die schwach und schießen. Jetzt stehen sie im Haus und ich glaube sie sind schon kräftiger geworden. Ich lasse sie einmal, vielleicht werden sie noch brauchbar.

Meine ersten Saaten sind schon sehr schön. Es ist der Baumspinat  Magenta Spreen, gelbe Melde und Bertram, das Hildegardgewürz.

Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Magenta Spreen

gelbe Melde und Bertram (c) by Joachim Wenk
gelbe Melde und Bertram

Jetzt verlassen wir den Gemüsegarten. Gehen vorbei am schon fast schulterhohen Hopfen. Ich freue mich so, daß er dieses Jahr kräft ist und richtig durchtreibt. Letzte Jahr war er noch ein kleines schwaches Pflänzchen, welches ich im Preis herabgesetzt im Baumarkt als letztes seiner Art fand. Kurz vorher habe ich in einem Magazin einen umfangreichen Bericht über die Heilkräfte und Wirkungen des Hopfens gelesen und dachte mir, daß ich so einen gerne im Garten hätte. Ich fand den kleinen Kerl und setzte ihn, spannte Drähte und dann wuchs er nur so hoch, wie in diesem Jahr bereits jetzt schon hoch ist. Ein zierliches Trieblein mit kleinen Blättern. Ich goß und düngte ihn und gewährte ihm Zeit zur Rekonvaleszenz. Jetzt ist er gesund und kräftig und man sieht ihm an, daß er diesjahr weiter kommt.

Da ich gerade über Wuchskraft rede, da möchte ich euch noch meine andere Ramblerrose im anderen Walnußbaum zeigen. Paul’s Himalayan Musk. Laut Katalog wird sie locker über 10 m hoch. Und ich hatte bereits im ersten Standjahr den Eindruck, daß sie das weiß und auch fest vor Augen hat. So eine wüchsige Rose habe ich noch nicht gehabt. Im Frühjahr 2012 gepflanzt ist es jetzt das 3. Frühjahr. Sie ist schon schön im Nußbaum verzweigt und hält sich dort selbst fest. Jetzt kommen von unten 3 sehr kräftige neue Triebe. Die wird dieses Jahr auch noch einmal mächtig zulegen. Ich bin gespannt, wann sie einmal blüht.

Rambler Rose Paul's Himalayan Musk (c) by Joachim Wenk
Paul’s Himalayan Musk

Rechts von ihr an der Scheunenwand steht meine Snowflake-Rose. Der erste Versuch, hier eine Rose zu ziehen scheiterte. Auch im Jahr darauf trieb die gepflanzte Rose nicht mehr aus. Dann habe ich im Herbst nochmals den Katalog durchsucht nach einer Kletterrose. Ich entschied mich für  Snowflake, da die weißen Blüten sicher vor der braunen  Wand gut zur Geltung kommen. Und ich bin froh  sie im Herbst gepflanzt zu haben, da konnte sie noch einwurzeln und treibt jetzt im Frühjahr wunderbar aus. So schön tat das noch nie eine neue Rose, weil ich immer im Frühjahr pflanzte. Das mache ich nie mehr. Herbst ist wirklich die bessere Zeit dafür.

Kletterrose Snowflake (C) By Joachim Wenk
Snowflake

Jetzt wandern wir noch kurz in den vorderen, westlichen Gartenteil. Im Staudenbeet neben dem Gemüsegarten tut sich noch nicht all zu viel. Aber bei genauem Hinsehen treiben die Stauden wieder schön aus. Manche, wie die Pfingstrose haben sogar schon Knospen.

Direkt beim Haus ist ein Staudenbeet mit einem Fliedergestrüpp. Man kann diesen Strauch wirklich als Gestrüpp bezeichnen, wenn er nur nicht sooo gut duften und sooo schön blühen würde. Bald ist es wieder so  weit. In dem Beet ist auch unser Leuchtbrunnen, den ich bald wieder aktivieren könnte. Ein paar Stauden habe ich im Herbst dort gepflanzt. Sie treiben schon.  Eine Wildrose, die sich selbst ausgesät hat, lasse ich wachsen. Der überhängende Strauch ist schon fast mannshoch. Sie blüht einmal im Jahr mit schönen Wildrosenblüten in weiß-rosa. In dem Beet steht auch das vor einiger Zeit schon beschriebenen Primel. Ich zeige es heute nochmal, weil sich herrlich hellblaues Vergißmeinnicht dazu gesellt hat. Und ich habe nichts damit zu tun, ausser dass ich nicht alles herausreiße, was ich nicht selbst gesetzt habe.

Primel und Vergissmeinnicht (c) by Joachim Wenk
Primel und Vergissmeinnicht

Angrenzend ist die mediterrane Terrasse mit den ersten Kübelpflanzen. Auch hierüber habe ich vor kurzem berichtet. Es geht den Hang hinunter am Kräuterbeet vorbei. Das war vor meiner Zeit ein Blumenbeet. Ich habe eimerweise Blumenwziebeln ausgebuddelt, bevor ich Kräuter setzte. Aber man schafft es nicht alle Zwiebeln zu entfernen und so gehen immer wieder welche auf. Hofffentlich sind die in meiner Blumenwiese, dort wo ich sie haben will, auch so hartnäckig am Überleben. Auch die hübschen Polster an der Mauerkante habe ich nicht gesät und nicht gepflanzt. Darum überleben sie sehr ausdauernd.

rote Tulpe im Kräuterbeet (c) by Joachim Wenk
rote Tulpe im Kräuterbeet

Meinen heutigen Rundgang schließe ich ab mit ein paar Fotos vom sonnigen Trockenbeet. Die im Herbst gepflanzten trockenheitsresistenten Stauden wachsen sehr. Meine Rosen wachsen auch Diesjahr schöner als die Jahre zuvor. Sie sind aber mittlerweile gut eingewurzelt denke ich, daß ihnen Trockenheit nichts ausmachen sollte. Ansonsten kommen nur noch Pflanzen dort rein, die Hitze mögen und Trockenheit überstehen. Der Boden ist , jetzt schon so hart dass Gießwasser den Hang hinunter fließt. Ich habe fürs Nötigste einen Schwitzschlauch letzten Sommer eingegraben. Den werde ich aber dieses Jahr versuchen nicht zu benutzen. Katzenminze, Lavendel, Zitrone, Cistus und Eukalyptus wachsen sicher auch so. Sie sind alle eingwurzelt und sollen ruhig noch weiter nach unten wurzeln und sich Wasser erschließen. Wenn man nicht immer daheim ist oder Zeit hat zu gießen, müssen die Pflanzen das selbst regeln. Und ich werde eben nur noch Pflanzen nehmen, die das regeln können. Vielleicht habe ich dann ein Sorgenkind weniger im Sommer.

Zumindest diese Blume hier erträgt problemlos die Trockenheit. Sie blüht schon seit vor Weihnachten….

Davor  Zierlauch, der bald aufblüht und rechts mein Cistus.

Blechblume mit Zierlauch und Cistus (c) by Joachim Wenk
Blechblume mit Zierlauch und Cistus

Die winterharte Zitrone treibt auch an allen möglichen Stellen reichlich aus. Sie scheint auch eingwurzelt und gut über den Winter gekommen. Jetzt will sie scheinbar so richtig loslegen.

winterharte Zitrone (c) by Joachim Wenk
winterharte Zitrone

 Am anderen Ende des Beetes ist der Boden wieder ebener und feuchter, oder zumindest lässt er sich leichter gießen und wird etwas beschattet von wieder einem Fliedergestrüpp. Hier steht die Banane und treibt tatsächlich wieder aus. Ihr erster Winter im Freien ist überstanden. Dort werde ich auch einen meiner Baumspinate Magenta Spreen hinpflanzen. Ich denke beides sind gigantische wuchsfreudige Pflanzen, die es miteinander aufnehmen können. Ich muß halt sehr viel Dünger ins Beet schütten, dass diese beiden so richtig zur Geltung kommen können.

Hinter dem trocken-heißen Beet liegt meine Blumenwiese. Ich bin so begeistert von meinen lila Tulpenmischung. Aber eine ist weder lila von der Pflanzung letzten Herbst noch rot von der Pflanzung im Jahr davor. Aber ein Traum von einer Tulpe, das ist sie!

Tulpe in der Wiese (C) by Joachim Wenk
Tulpe in der Wiese

lila Tulpen in der Wiese (c) by Joachim Wenk
lila Tulpen in der Wiese

lila Tulpen in der Wiese (c) by Joachim Wenk
lila Tulpen in der Wiese

Zusammen mit dem blühenden Apfelbaum in Nachbars Garten ein schönes Frühlingsmotiv.

Frühlingsmotiv (c) by Joachim Wenk
Frühlingsmotiv

Noch ein paar Schritte weiter, hinter dem Tor kommt eine private Straße, eher ein Weg und wiederum dahinter geht es etlich Meter einen steilen Hang hinunter zur Dorfstraße. An diesen Hang habe ich im Herbst zwei Quitten gesetzt. Fränkische Hausquitte (ist ja Pflicht in Franken sozusagen) und eine Baumwollquitte. Beide treiben die ersten Blätter.

Fränkische Hausquitte (c) by Joachim Wenk
Fränkische Hausquitte 

Baumwollquitte (c) by Joachim Wenk
Baumwollquitte 

Karpfenfischen für Karfreitag

Heute haben wir die meiste Zeit des Tages außerhalb des Gartens verbracht. Es wurde höchste Zeit, den sich langsam füllenden Karpfenteich zu besetzen. Auch der kleine Weiher daneben wurde schon zu lange nicht gepflegt. Das musste sich ändern.

leerlaufenden Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
leerlaufender Karpfenweiher

Morgens gleich haben wir begonnen, das Wasser abzulassen. Bei einem so kleinen Weiher dauert es nicht lange, bis das Wasser verschwunden ist.  Es bleibt aber genug Zeit, die vielen Wannen mit Wasser zu befüllen und die Stühle und den Tisch für das Mittagessen herzurichten. Der Nachbar fischt heute auch. Ein kurzer Plausch, dann machen wir uns wieder an die Arbeit.  Daheim wird das Becken für die Karpfen mit frischem Wasser gefüllt. Beim Lebensmittelladen holen wir noch ein paar Kekse und Brezen für zwischendurch.

Mönch im Karpfenweiher von oben (c) by Joachim Wenk
viele Bretter sind nicht mehr im Mönch, dann ist er leer

Der Weiher ist wirklich rasch leer. Zwei oder drei Stunden und schon muß man aufpassen, dass man rechtzeitig den Abfluss wieder bremst. Beim großen Weiher fangen wir am Tag vorher schon an Wasser heraus zu lassen. Der ist aber erst im Herbst dran. Jetzt gerade sitze ich in der sehr warmen Frühjahrssonne in wundervoller Landschaft.  Die Wiesen wachsen, es blüht auf den Wiesen und in den Hecken. Vögel zwitschern und Insekten summen und brummen allüberall.

fränkische Frühlingslandschaft (c) by Joachim Wenk
Frankische Frühlingslandschaft

fränkische Frühlingslandschaft (c) by Joachim Wenk
fränkische Frühlingslandschaft

fränkische Frühlingslandschaft (c) by Joachim Wenk
fränkische Frühlingslandschaft

Im niedrigen Wasserspegel des Weihers sehen wir die Karpfen ihre runden ziehen. Im Hintergrund hörte man das Gluckern des ablaufenden Wassers. Ich mache Fotos und freue mich darauf euch hier davon zu berichten.

Karpfen vor dem Mönch (c) by Joachim Wenk
Karpfen vor dem Mönch

Wir warten auf die helfenden Hände des Schwagers und – ich jedenfalls – auf die leckere, traditionelle Kartoffelsuppe mit Würstchen der Schwägerin. Pünktlich zur anvisierten Zeit erscheinen beide. Wir essen in Ruhe zu Mittag und dann wird es ernst.

Hundekneippbecken (c) by Joachim Wenk
noch steht er bei den leeren Wannen – seine Kneippbecken

Der letzte Rest Wasser wird abgelassen. Kescher, Eimer und Helfer stehen bereit. Der Hund ist am Auto in sicherer Entfernung festgemacht. Man kann einem Labrador einfach nicht klarmachen, dass es Momente gibt, zu denen er NICHT in das Wasser springen darf. Ein Moment ist die Zeit im Jahr, während es noch zu kalt ist. Und der andere Moment ist der Augenblick zu dem die Karpfen im kaum noch vorhandene Wasser vor dem Abfluss springen und wühlen. Heute ist es noch zu kalt und wir haben die Karpfen. Es ist kein Badetag. Wenigstens die Füße hat er sich aber erfrischt. Er steigt dann in eine Wanne und wandert die Wannen-Reihe entlang von Wanne zu Wanne. Dann sitzt er im Gras und zittert, weil der manchmal auflebende Wind ihm wohl zu viel Kühlung verschafft.

Also gut, das Wasser ist weg. Jetzt heißt es schnell und konzentriert zu arbeiten. Die Karpfen müssen aus dem Schlamm in die Wannen mit Wasser. Und sie halten keineswegs still im Kescher. So sieht bald jeder, der mit dabei ist sehr matschgesprenkelt im Gesicht aus. Manchmal hüpfen die Karpfen auch wieder heraus aus dem Netz, oder der Wanne. Man muß immer auf der Hut sein.

Es sind nicht viele Fische im Teich. Wir verteilen sie auf die anderen Weiher. Die Graskarpfen in den neu eingelassenen. Drei kommen mit Heim für Karfreitag und dann sind da noch ein paar, die im Herbst die richtige Größe haben.  Die müssen in den Weiher, der im Herbst gefischt wird. Der Rest kommt in den neu eingelassenen. Wir hatten immer genügend eigenen Brut und mussten nie Karpfen dazu kaufen. Aber seit uns die Kormorane oder sonstige Fischdiebe einen Weiher geleert hatten und im Jahr davor einige krank waren, hat sich der Bestand auch an den fortpflanzungsfähigen Karpfen sehr reduziert. Wir müssen wohl unter übel sehen, wo wir junge Karpfen herbekommen. Heute haben wir gerade mal 50 Fische umgesetzt. Im großen Weiher sind drei sehr große alte Karpfen und ein paar kleine. Das ist zu wenig. Da veralgt uns das Wasser.

Muschel in Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
eigene Muschel im Karpfenweiher

Ach ja und Muscheln waren auch wieder ein paar dabei. Wir hatten garnicht gewusst dass in dem Weiher auch welche sind. Wir glaubten, alle in den großen Weiher getan zu haben. Aber scheinbar waren auch hier wieder welche drin. Die lassen sich wesentlich einfacher fangen als die Karpfen. Und springen tun sie auch nicht.

Also die Fische und Muscheln sind wieder alle im Wasser. Jetzt werden wir die Erlen am Weiherrand noch entfernen. Letzten Sommer haben wir begonnen. Wenn aber Wasser im Weiher ist, kommt man kaum ran mit der Säge. Und weg müssen sie, weil sie zu viel Sonne vom Weiher abhalten. Karpfen brauchen aber angewärmtes Wasser um optimal zu wachsen. Das bekommen sie im tiefen Schatten der Erlen, die überall wild aufgehen nicht.

leerer Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
jetzt sind sie weg die Erlen am Ufer

Jetzt, da kein Wasser im Weiher ist kommt man gut hin und wir sägen sie alle ab. Ich schlichte sie auf meine im letzten Sommer begonnene  Benjes-Hecke.

Benjes Hecke (c) by Joachim Wenk
neu angelegte Benjes-Hecke

An einem fast zugewachsenen Weiherchen von  uns nur „Loch“ genannt, das wir dieses Jahr ausbaggern lassen wollen, sind noch ein paar  Erlen die auch weg müssen. Als wir sie umgemacht haben, fanden wir sie zu schade für die Benjeshecke. Die sind schon so schön groß, die nehmen wir als Brennholz mit heim. Rasch sind sie entastet und in Meter-Stücke geschnitten. Wir brauchen wohl nie Brennholz einzukaufen. Hier stehen so viele dieser Erlen.  Wenn wie sie fünf oder sechs Jahre nicht schneiden, ernten wir so praktisches Brennholz für unseren Ofen. Sollte das zu wenig sein, schneiden wir einen großen Baum um. Vor etlichen Jahren schon, da hatten wir noch kein Haus und keinen Ofen, da musste wegen Sanierungsarbeiten am Graben sehr sehr viele Erlen gefällt werden. Da haben wir das Holz verkauft. Beim Anblick der schönen Stämme in der richtigen Größe für unseren kleinen Ofen, sinnieren wir.

Erlenstämmchen Brennholz (c) by Joachim Wenk
Erlenstämmchen als Brennholz für den Winter

Weihnachten, kalt, dunkel, stürmisch.  Wir sitzen im Wohnzimmer am Sofa, essen Plätzchen, trinken Tee und legen Holz nach. Schöne runde Stücke Brennholz, das das Haus wohlig erwärmt. Die nächsten Winter kommen bestimmt!

Das war für heute die letzte Arbeit. Jetzt fahren wir Heim. Ich werde noch ein  paar Aussaaten in Saatschalen im neuen Gewächshaus machen. Ein wenig im Garten krautern will ich schon noch. Und Fotos machen. Aber über den Garten  werde ich dann morgen berichten und schöne Fotos zeigen. Für heute ist’s genug und ich  verabschiede mich mit eine Tulpe. Eine Tulpe die ganz allein aber das schon seit vielen Jahren in der Wiese bei den Weihern blüht.

gelbe Tulpe (c) by Joachim Wenk
gelbe Tulpe

Es gibt noch ein Leben ausserhalb meines neuen Gewächshauses…

Ja, es steht endlich und wir sind begeistert. Genug Arbeit und Zeit ist auch hinein geflossen. Und andere Arbeiten sind erst einmal liegen geblieben. Aber aufmerksam bin ich doch immer durch meinen Garten gegangen, aufmerksam genug um so viel Schönes entdeckt zu haben. Davon berichte ich heute.

Nicht direkt im Garten sondern eher im Wohnzimmer neben meinem Platz am Esstisch kann ich laufend beobachten, wie meine Paprika und Tomaten wachsen und gedeihen. Ich habe rechtzeitig im Februar Paprika und Minichili gesät. Leider ist aus einer ganzen Tüte Paprikasamen nur eine einzige aufgegangen und von den vielen Chilisamen nur zwei. Die sind jetzt schon ganz schön prächtig.

Paprika und Mini-Chilli (c) by Joachim Wenk
Paprika und Mini-Chilli

 Ich habe mir nochmal Samen besorgt und nachgesät. Diesmal sind sie sehr schön aufgegangen und pikiert habe ich sie auch schon.

  Paprikasämlinge (c) by Joachim Wenk
Paprikasämlinge

Meine sehr schöne neue  Saatschale mit Töpfchen habe ich aufgehoben, bis die Tomaten gesät wurden. Und sie hat ihnen wohl auch gefallen. Es sind schon sehr schöne Pflänzchen.

Tomatensämlinge in neuer verzinkter Topf-Schale (c) by Joachim Wenk
Tomatensämlinge in neuer verzinkter Topf-Schale

Das waren die Neuheiten aus der Wohnstube. Jetzt geht es in den Garten. Das schöne und sehr warme Frühjahr hat die Narzissen schon verblühen lassen. Dennoch habe sie uns wirklich eine ganze Zeit mit ihren Blüten erfreut. Die Narzissen waren über die Jahre gesammelte verblühte Frühjahrsboten im Topf. Ich wollte aber auch noch Tulpen in der Wiese haben. Darum bin ich letzten Herbst in Katalogen auf die Suche gegangen. Ich wollte keine „normalen“ roten Tulpen sondern eine andere Farbe. Lila hat mich dann begeistert. Seit Herbst nun warte ich darauf, sie blühen zu sehen. Jetzt ist es so weit. Der zweite Flor in der Blumenwiese vor dem Haus beginnt zu blühen.

lila Tulpen in der  Blumenwiese (c) by Joachim Wenk
Narzissen verblüht – neue Tulpen am Aufblühen

lila Tulpen in der  Blumenwiese (c) by Joachim Wenk
Narzissen verblüht – neue Tulpen am Aufblühen

  Vor vier Jahren habe ich im Herbst einmal beim Discounter eine Zwiebelmischung in lila-Tönen gekauft. Damals noch im Blumenkasten gezogen, dann im Frühjahr, das erste Jahr im neuen Garten ausgepflanzt. Seither blühen sie jedes Jahr wieder. Auch der schöne lila-Ton.

lila Tulpen (c)  by Joachim Wenk
lila Tulpen

Ebenfalls ausgepflanzte Frühjahrsboten aus dem Topf vom letzten Jahr sind diese traumhaft schönen gefüllten Narzissen im Fliedergebüsch.

gefüllte kleine Narzissen (c) by Joachim Wenk
gefüllte kleine Narzissen

So das war ein kleiner Rundgang durch den frühlingshaften Landgarten. Am Wochenende werde ich mich neben den Karpfenweihern, wieder um den Gemüsegarten kümmern. Gemüse muß vorgezogen werden. Jetzt können die Platten schön im neuen Gewächshaus stehen. Mit optimal Licht und guten Temperaturen. Im Freiland werde ich weiter sähen. Wenn das  Wetter so schön bleibt, werde ich an Ostern keine Eier verstecken, sondern die ersten ganz frühen Kartoffeln verstecken.

Kaum zu fassen, es steht!

Nach zwei weiteren Tagen Arbeit ist es nun so weit: Das Gewächshaus steht und ist ein Traum.

Als die Kartons vor einigen Wochen auf einer Palette per LKW angeliefert wurden sah ja alles sehr ordentlich aus. Gefreut hat mich auch die gebundene umfangreiche Aufbauanleitung. Die ersten Kartons, die ich öffnete bestätigten meinen guten Eindruck. Scheint alles gutes Material zu sein, die Kartonbeschriftung ist ordentlich. Ich baute zu erst die Tische auf. Sehr einfach und sehr stabil.

Jetzt wissen wir mehr und ich kann nur sagen, daß alles wirklich gut durchdacht ist. Viele Details wurden erkannt und eine Lösung gefunden. Es gibt für alles Materialien und Teile. Wir bauten und meinten, daß hier oder da etwas hin müsste. Tatsächlich wird es im nächsten Schritt der Anleitung dargestellt. Oft ist es so, daß dann genau die nötigen Details nicht bedacht wurden. Hier wurden sie bedacht! zum Beispiel Dichtgummis für die Lücken zwischen Fenstern und Profilen.  Auch Dinge, die man garnicht voraussieht sind da und sehr sinnig. Versteifungsmetalle im „Türsturz“Profil. Verstärkunsrohre in der Türschwelle. Spannseile, die das Dach zusammen halten so dass es nicht nach aussen gedrückt werden kann vom Schnee und einiges mehr.

Alle Teile sind super beschriftet, exakt so, wie es die Anleitung beschreibt.

Wenn etwas Schwierigkeiten bereitet hat bei den ganzen Arbeiten war es das  Fundament. Hier war es nur durch viel lesen, denken und mitdenken oder messen am Fertigfundament möglich, die exakten endgültigen Masse heraus zu bekommen. Bei uns hat es geklappt und das Haus passt exakt auf das Fundament.

Wir sind wirklich begeistert. Die grünen Profile passen so gut in das Grün des Gartens und zu den grünen Zaunpfosten. Die Form sieht sehr englisch aus. Wie in englischen Gärten. Und es so groß und innen hoch, daß ich überall aufrecht stehen kann. Mitgeliefert wurden einige Sets zum Tomaten und Gurken emporranken lassen. Auch hier ist wieder alles einfach gut und aus der Praxis heraus bedacht.

Jetzt habe ich wohl genug Worte verloren. Ihr wartet sicher auf Fotos, die ich hier sehr gerne liefere:

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
ein Teil der Gewächshausteile

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
und noch mehr Teile

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
Das Dach wird zuerst zusammen gebaut

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
dann geht’s auf dem Fundament weiter

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
langsam wächst es und man sieht wie es werden wird

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
dann kommen die Scheiben und wieder ein Reihe weiter

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
„fertig“, jetzt warten wir auf die Helfer…

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
….die  uns helfen das Dach darauf zu heben

Gewächshausaufbau (c) by Joachim Wenk
Und schon ist das Dach drauf

 Jetzt sind noch ein paar pfriemelige Arbeiten zu erledigen. Die Doppeltür wird eingehängt. Es sind sogar Haken vorgesehen, die die Türen offen halten, damit sie nicht vom Wind zugehauen werden können. Dann kommen noch die automatischen Fensterheber an die vier  Fenster.

Gewächshaus fertig aufgebaut (c) by Joachim Wenk
Ansicht  von Nord-Osten

Gewächshaus fertig aufgebaut (c) by Joachim Wenk
Ansicht aus Süden, halbgeöffnete Tür

Gewächshaus fertig aufgebaut (c) by Joachim Wenk
beide Flügeltüren geöffnet

Gewächshaus fertig aufgebaut (c) by Joachim Wenk
Süd-West-Ansicht

 Morgen werde ich sehen, ob und ab welcher Temperatur die Fenster sich öffnen. Am Wochenende muß ich mich dann mal wieder ums Sähen und Pflanzen kümmern, nachdem die letzten Gartentage fast nur dem Gewächshausaufbau inklusive Fundament gewidmet waren.

Arbeit unter Tränen – oder, die erste Heuschnupfenattacke

Samstag früh, wie schon gewohnt traumhaftes Wetter und viel  Arbeit vor uns. Gleich früh am Morgen fahren wir mit einem Freund und dessen Schlepper zum Beton holen.

unser heutiger Betontransporter (c) by Joachim Wenk
unser heutiger Betontransporter

Ratz-Fatz ist Aufgeladen und ab geht’s zurück und in den Garten. Die letzte Betonlieferung war irgendwie komfortabler, da rutschte der Beton über die Rutsche direkt hinein in den Hüttenzauber. Heute müssen wir ihn vom Schlepper schaufeln. Aber das kleine Eck bekommen wir auch noch betoniert, das ist ja nach dem Akt am Mittwoch ein Klacks.

fertig betonierter Boden im Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
fertig ist der Boden

Ein Klacks sollte der Tag für mich jedenfalls nicht werden. Von Früh bis nachts um halb Acht als ich wieder ins Haus gehe plagt mich eine Heuschnupfenattacke. Ich weiß nicht was gerade blüht und hatte die Tage bisher keinerlei Probleme und heute ist es entsetzlich. Durch die Tränen in den Augen sehe ich garnicht richtig was ich arbeite. Die Tränen tropfen in die Brille und ich sehe wieder nichts. Die Nase brennt, die Augen brennen, der Hals brennt und die Lippen brennen vom vielen Schnäuzen und „Taschentuch-unter-der-Nase-herum-Gereibe“. Das nützt aber alles nichts da muß ich durch und der elende Heuschnupfen hat mich in den letzten 40 Jahren nicht vom Garten und dem Draußen-Sein abgehalten, dann schafft er es heute auch nicht.

Dumm nur, daß ich nicht so helfen konnte, wie ich wollte. Gerade beim Fundament vom Gewächshaus mit den wahnsinnig schweren Betonsteinen. Gut dass man Freunde hat, die auch mit anlangen. So wurden wir dann wirklich bis Mittag, zu der  Zeit als der Beton anfing fest zu werden, fertig. Das Fundament hält glaube ich ewig. Wenn einmal das Gewächshaus abgenutzt ist, müssen wir wieder eines mit genau diesen Maßen kaufen, denn das Fundament mache ich nicht mehr heraus und setze ein Neues. Stolz sind wir auf unser Werk und können jetzt am Dienstag und Mittwoch das Gewächshaus aufbauen und darauf stellen.  Was bin ich gespannt!

fertiges  Gewächshausfundament (c) by Joachim Wenk
fertiges  Gewächshausfundament

Nach einer Kaffeepause mache ich in aller Ruhe und trotz der Tränen in den Augen und dem ständigen Niesen langsam und in Ruhe für mich weiter.

Meine Blauwschokkererbsen keimen sehr schön und das Rankgitter für die anderen Erbsen sollte noch aufgebaut werden.  Die Blauwschokker habe ich an Stangenbohnenrankzelt gesät, da sie locker über 2m hoch werden.

Blauwschokker Erbsen (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker Erbsen

Das höhere, grüne Gitter links im Bild ist ein sehr praktisches Erbsenrankgitter. Das ist ein Kompostbehälter aus beschichtetem Gitter. Es besteht aus 4 Teilen, die mit Federn flexibel verbunden sind. Das gleiche habe noch einmal (aus dem Billigbaumarkt) als Kompostsieb, wie es ja auch gedacht ist. Wenn man die 4 Teile verbindet, das Rechteck aber nicht schließt hat mein ein sehr schönes Rankgitter für Erbsen. Die Quadrate sind nicht zu klein oder zu groß, da können die Erbsen sich besonders gut festhalten. Man kann es je nach Reihe in der Länge variieren. Letztes Jahr stand es an einer Stelle mit kürzeren Reihen, da habe ich es eben leicht im Zickzack gestellt und schon war es kürzer.

Erbesengitter in Gemüesreihen (c) by Joachim Wenk
Erbesengitter in Gemüsereihen

Heute stehen auch noch diverse Aussaaten auf  meiner Liste. Ein paar Rote Rüben und Mairüben sähe ich im Schneckenzaunbeet. Pastinaken sähe ich  und entdecke die Radieschen, in den Reihen daneben. Sie sind Markierungssaat für Haferwurzeln, Möhren und Lauchzwiebeln. Die gehen aber alle noch nicht auf. Haferwurzeln und Frühlingsszwiebeln habe ich nochmal in Topfplatten gesät, im Freien sind bisher noch keine Aufgegangen. Also probiere ich es mit Vorziehen und dann Auspflanzen. Bertram, Melde und Baumspinat gedeihen in den Platten schon  prächtig.

Baumspinat, Melde, Bertram (c) by Joachim Wenk
Baumspinat, Melde, Bertram

Meinen vorgetriebenen Knoblauch setze ich zu den (frisch gepflanzten) Erdbeeren.

frisch gepflanzte Knoblauchpflänzchen (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Knoblauchpflänzchen

Dann lockere ich noch den Boden zwischen  Reihen beim Salat und Spinat. Mir zerfressen die Erdflöhe immer so viel und ich habe gelesen, daß sie keinen feuchten Boden mögen ( gießen muß ich auch noch, fällt mir gerade ein) und keinen Boden der immer wieder bewegt, also gehackt wird. Mal sehen ob das Hacken hilft.

erster Salaat (c) by Joachim Wenk
erster Salat

erster Spinat (c) by Joachim Wenk
erster Spinat

Auf meinem Beet für die Kartoffeln keimt der Gründünger. Ich habe Platterbsen, also einen Stickstoffsammler gesät.

Weil die Bauern dort, wo wir arbeiten, bereits Kartoffeln stecken, muß ich mich ja beeilen mit dem Vortreiben. Die Frühkartoffeln sitzen ja schon in ihren erdgefüllten Eierschachteln. Heute muß ich gleich die Lagerkartoffeln auch vortreiben. Dieses Jahr ist so mild, da werde ich auch Mitte April anfangen Kartoffeln zu stecken.

Im Ziergarten geht es auch langsam voran. Die Narzissen sind nun langsam verblüht. Schon gehen die ersten Tulpenblüten auf. Meine Rosen treiben alle sehr schön aus. Ich habe auch sie mit Hornmehl versorgt wegen des Stickstoffmangels in meinem Boden. Vielleicht wachsen die Kümmerlinge dieses Jahr besser. Die anderen sehen aber auch sehr gesund und vor Kraft strotzend aus. Ich habe sie heute mit dem homöopathischen Rosenelixier von Neudorff gegossen. Das soll sie kräftigen und widerstandsfähig machen. Allerdings sollte es alle 14 Tage angewendet werden.  Heute habe ich das erste mal damit gegessen. Für eine zweite Gabe in zwei Wochen langt die Flasche aber schon nicht mehr. Da braucht man recht viel habe ich den Eindruck. Ich glaube das wird mir zu teuer es alle 14 Tage den Sommer über zu machen. Vielleicht kaufe ich noch eine Flasche und lasse es dann gut sein. Kompost und Dünger haben sie schon bekommen.

Hier im Bild sind bereits erste Blüten im Staudenbeet. Vielleicht erkennt ihr es, ja es ist Unkraut. Das Wiesenschaumkraut hat sich dort selbst ausgesät. Hätte ich es als Unkraut herausgerissen, würde jetzt noch nichts blühen im Staudenbeet. Es ist doch schön, wenn man so kostenlosen und pflegeleichten Blütenschmuck ganz umsonst bekommt.

Wiesenschaumkraut bei den Rosen (c) by Joachim Wenk
Wiesenschaumkraut bei den Rosen

 Und mein Ranunkelstrauch blüht auch sehr schön. Die gelben wuscheligen Blüten strahlen eine lockere Heiterkeit aus in grünen Blätterkleid. Ich habe ihn Anfang März im Baumarkt gekauft. Dann haben wir einen Platz für ihn gesucht und entschieden, dass er zum Zaun nach Vorne kommt. Da der Zaun aber im Mai erneuert wird, wollte ich nicht jetzt noch einen Strauch dort hinpflanzen um mir dann nur Sorgen um ihn zu machen, dass ihn niemand zertritt. Also habe ich ihn erst einmal in einen größeren Topf mit Erde geparkt, bis der Zaun fertig ist. So lange erfreut er uns direkt bei der Haustür mit seinen sonnigen Blütengesichtern.

gefüllter Ranunkelstrauch (c) by Joachim Wenk
gefüllter Ranunkelsstrauch