Die unbekannte Schöne und das italienische Pink.

Die „Unbekannte“ ist für mich seit vielen Jahren dann doch mittlerweile eher eine gute alte Bekannte. Unbekannt ist mir lediglich ihr Name. Es ist wohl einfach eine Wildrose.

Unsere gemeinsame Zeit begann 1996 am Gardasee. Bei einer Mountainbiketour am Monte Stivo sah ich am Wegesrand eine sehr schöne Rose stehen. Ich nahm eine Hagebutte mit und säte daheim dann die Kerne darin aus.

Hier kommt sie her die unbekannte Schöne. Der Monte Stivo am Gardasee.

Monte Stivo (c) by Joachim Wenk
Monte Stivo

Monte Stivo (c) by Joachim Wenk
Monte Stivo 

Damals noch im Hinterhofgarten in Töpfen und Kübeln hegte und pflegte ich sie einige Jahre. Blüten hatte sie nie. Irgendwann, als auch die Erinnerungen an diese schöne Tour begannen zu verblassen, pflanzte ich sie in unsern Garten auf dem Feld. Im Kübel wollte oder konnte sie nicht recht gedeihen. Aber auch dort wurde sie schließlich eher kleiner und nicht größer und prächtiger. Blüten konnte ich nie bewundern.

Als wir dann schließlich 2011 in unseren Garten hier einzogen wanderten vom Feldgarten ein paar Pflanzen mit. Die Rose gehörte dazu. Ich pflanzte sie an den Zaun.

Schon bald konnte ich ein ungeahntes Wachstum beobachten. Seit letztem Jahr schmückt sie sich im Frühjahr mit diesen bezaubernden Wildrosenblüten.

Ich bin auch diesmal wieder absolut entzückt von der Farbe. Ich habe noch ein paar Wildrosen aufgegangen durch Selbstaussaat im Garten. Diese habe auch sehr schöne blass-rosa Blüten.

Die Blüten der italienischen Schönheit allerdings sind einen Tick anders. Es ist kein blasses Rosa sondern ein eher blasses pink. Jedenfalls farbintensiver, vielleicht italienisch-farbiger als so eine normale fränkische Wildrose.

Und im Herbst die Hagebutten sind auch anders als unsere. Viel dicker und Kugelrund. Bei Rauhreif mit hübschen weißen Punkten an den „Stacheln“ auf den Hagebutten versehen.

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee 

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee

Wildrosensämling vom Gardasee (c) by Joachim Wenk
Wildrosensämling vom Gardasee
Hier einmal zum Vergleich die Blüten einer meiner anderen Wildrosen. Ein sehr vornehmes und blasses Rosa. 
Wildrose (c) by Joachim Wenk
Wildrose
Das sind die Hagebutten der unbekannten Schönen.
Hagebutten (c) by Joachim Wenk
Hagebutten

Gestern habe ich über Komposttee berichtet. Mein Gartenboden ist, was auch die Bodenanalysen im Frühjahr bestätigten, noch verbesserungsfähig. Nichts desto trotz wachsen viele Pflanzen zu meiner Freude recht gut. Und noch mehr freue ich mich, wenn immer mehr und überall sich Blüten zeigen. Als ich den Garten übernahm gab es bis auf Akeleien und blühende Sträucher  fast nichts mehr, was mich mit bunten Blüten hätte erfreuen können. Das ändert sich und jedes Jahr werden es mehr. Ich träume von einem blühenden Garten von Frühjahr bis zum Herbst.

Ein paar meiner Blüten will ich euch heute zeigen:

Mohn (c) by Joachim Wenk
Mohn

Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Katzenminze

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Färberkamille

Purpur-Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Purpur-Witwenblume

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel

 Und hier sitze ich, sitzen wir, wenn wir Pause machen und einen Kaffee trinken. Eine unserer Sitzgelegenheiten im Garten. Die Bänke sind leicht und könne je nach Sonnenstand umhergetragen werden. Hier ist auch noch Platz für lieben Besuch.

Kaffeepausen-Sitzgelegenheit (c) by Joachim Wenk
Kaffeepausen-Sitzgelegenheit

 Und das sehen wir, wenn wir Pause machen. Wenn (!) wir Pause machen….

Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
Blick in den Garten

Kompost-Tee im Biogarten – Das Komposttee-Set im Produkttest

Vor einiger Zeit hatte ich von wurmwelten.de  ein Komposttee-Set zum Testen erhalten. Wie ich damals schon geschrieben habe, kam es mir sehr recht. Ich hatte von Komposttee gehört und wollte ihn ausprobieren.

Am Wochenende war es so weit. Ich füllte bereits am Mittwoch Brunnenwasser in ein Regenfass, damit es sich erwärmen kann. Samstag morgen habe ich die angegebene Menge Melasse und Aktivator (Bentonit, Urgesteinsmehl, Algenkalk, Pflanzenkohle), welche beide mitgeliefert werden, im Wasser aufgelöst. Dann habe ich die Sprudelsteine an die Pumpe angeschlossen. Dank der bebilderten Anleitung ist das kein Problem. Sobald der Stecker in der Steckdose war, blubberte es munter vor sich hin in meiner Tonne.

Jetzt fehlte nur noch der Kommpost. Der wird ebenfalls mitgeliefert. Es handelt sich um Wurmhumus der von den gewünschten Mikroorganismen alle enthalten soll.

Für 15l Komposttee benötigt man 500g Kompost. Ich habe viel Fläche in meinem großen Garten und habe daher die fünf-fache Menge genommen. Den Kompost kann man bei kleineren Mengen in das enthaltene Vlies einschlagen. Ich habe ihn gleich in das Wasser gegeben und dann mehrmals den Tag über umgerührt.

Das Gebräu lässt man 24 Stunden vor sich hinblubbern. In der Zeit können sich die Organismen aus dem Kompost im  Wasser verteilen und dank der Melasse, die als Nährlösung dient und dem Sauerstoff, der hineingeblasen wird, gut vermehren.

Aktivator und Melasse für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Aktivator und Melasse für den Komposttee
Wurmhumus für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Wurmhumus für den Komposttee

Luftpumpe für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Luftpumpe für den Komposttee

Sprudelsteine für den Komposttee (c) by Joachim Wenk
Sprudelsteine für den Komposttee
Kompostee wird gebraut (c) by Joachim Wenk
Kompostee wird gebraut

Am nächsten Tag ist der Komposttee fertig. Jetzt kann er 1:5 verdünnt gegossen oder 1:10 verdünnt auf die Blätter gesprüht werden.

Ich habe ihn mit der Gießkanne im Gemüsegarten und einem Teil der Staudenbeete verteilt. Meine frisch gepflanzten Säulenobstbäume haben auch etwas abbekommen.

In der Anleitung steht, daß der Wurmhumus hierfür besonders gut geeignet ist, weil er „unter aeroben Bedingungen von den Kompostwürmern hergestellt wird“. Man kann auch eigenen Kompost nehmen, der dann aber nicht diese Vielfalt an gewünschten Bakterien enthalten wird. Komposterde aus dem Baumarkt sollte nicht verwendet werden, weil sie die „falschen“ Bakterien enthält, klärt mich die Anleitung auf.

Und ich habe noch etwas Komposterde aus dem Sack. Ich habe mir schon überlegt, ob ich die auch nehmen kann. Die hatte ich zur Bodenverbesserung meiner Baumpflanzungen gekauft. Ich hatte im Moment einfach keinen eigenen Kompost parat. Den fertigen Kompost habe ich im Frühjahr verteilt und der andere ist noch am Verrotten. Heute habe aus zwei Kompostbehältern die nur halb gefüllt waren, weil das Material ja stark zusammen sackt beim Verrotten, einen dafür ganz voll gefüllt. Ich brauche nämlich wieder einen leeren Behälter, so viel Material fällt im Moment an. Und beim Umschlichten meines Kompostes habe  ich zwei Dinge beobachtet. Erfreulich und nicht-erfreulich.

Es wimmelt nur so von Würmern in meinem Kompost. Das freut mich. Aber genauso wimmelt es von Engerlingen darin. Super-riesige, weiße Engerlinge. Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich gut und gerne zwei Hände voll davon entsorgt habe. Und das waren nur die, die ich beim Umschlichten gefunden habe! Wenn die ins Beet kommen, fressen sie mir wieder die Pflanzenwurzeln ab und ich habe mir die Arbeit des Vorziehens und Einpflanzens umsonst gemacht.

Gestern war das Wetter nicht ganz optimal aber doch gut genug um den Tee auszubringen. Er soll auf feuchten Boden kommen. Nur so haben die Organismen eine Chance in den Boden zu gelangen und dort weiter zu leben. Weil es gerade nicht regnet habe ich mit dem  Schlauch nachgeholfen. Das Gießen hat auch den Pflanzen genutzt.

Jetzt kann ich weiter nichts mehr machen als zu warten und auf die unsichtbaren Helfer Und auf ihre  Arbeit hoffen.

„Die Bakterien der Kompostwürmer sind sehr gut im binden von Nährstoffen in sogenannten Ton-Humus-Komplexen“ und unterstützen Ihren Boden, lange nachdem die Kompostwürmer, bzw. der Komposttee weg sind.“

So steht es in der Anleitung. Und weiter heißt es:

„Der Organische Dünger wird sich nicht so schnell bemerkbar machen wie mineralische Düngemittel, aber dafür wird der Effekt länger anhalten. Die Aktivierung der Bodenorganismen wird sich vor allem durch satteres grün, einen besseren Geschmack und weniger Schädlingsbefall bemerkbar machen.“

Ich habe noch etwas Wurmhumus, den ich dunkel und feucht aufbewahre, damit ich noch einmal brauen kann. Im Internet habe recherchiert,. Man sollte ihn 5-7 mal im Abstand von einem Monat ausbringen und das zwischen April und September. Später dann genügen 1-2 mal im Jahr. Da ich noch immer dabei bin, Humus im Boden aufzubauen und einen gesunden Boden mit gesunden Pflanzen und weniger Schädlingen zu bekommen, freut es mich, auf den Komposttee gestoßen zu sein. Ich glaube damit eine einfache und effektive Methode dafür an der Hand zu haben.

Der Garten im Mai ist wirklich harte Arbeit

Eine Woche harte Arbeit.  Gärtnern im Mai ist wirklich heftig. Seit einer Woche bin ich am Rödeln. Die Eisheiligen sind vorbei, ich habe (viel zu viel) Gemüsepflanzen vorgezogen und kommende Woche habe ich berufsbedingt eigentlich keine Zeit für den Garten. Das bedeutet Arbeit. Und heute habe ich sie fürs Erste erfolgreich zu Ende gebracht.

Was ich gemacht habe könnt ihr erahnen, wenn ihr das Foto hier anseht.

eine Woche Auspflanztätigkeiten (c) by Joachim Wenk
1 Woche Auspflanztätigkeiten

Seit über einer Woche bin ich beim Auspflanzen. Tomaten, Lauch, Salat, Weißkraut und Rotkohl, Dahlien und Tagetes, Stockrosen oder Kürbisse. Alles wollte ins Freie. Heute habe ich, als alles gepflanzt war, von der Nachbarin noch Fingerhüte bekommen. Das war dann das Letzte, was ich gepflanzt habe. Jetzt ist aber erst mal Schluß!

Die Töpfe und Saatschalen habe ich gespült und aufgehoben. Neuen Salat und Kohlrabi allerdings habe ich in größere Saatschalen schon wieder umgepflanzt. Die sind dann später dran mit Auspflanzen. Zusätzlich natürlich habe ich Bohnen (Blauhilde) und Buschbohnen gesät. Jetzt bin ich gespannt, wie alles wächst.

Momentan ist es einfach nur paradiesisch, im Garten zu sein. Alles wächst und gedeiht. Die Stauden und Rosen haben Knospen allüberall. Manche Rosen blühen bereits und verbreiten schon den süßen Rosenduft weit um sich herum Hierzu gehört die Damaszener Rose „Rose de Resht“. Die Knospen der Moosrose „Captain John Ingram“ brauchen noch eine weile. Hier finde ich einen anderen Duft überraschend und sehr angenehm. Ihre Knospen riechen vor allem beim Berühren eher harzig, aber doch rosig-frisch. Eine meiner Lieblingsrosen die  Zentifolie „Pompon de Bourgogne“ ist in voller Blüte. Ein Rausch an kleine rosa Blütchen mit unerwartet starkem Duft bei doch sehr kleinen Blüten an kleinem Strauch. Die Knospen sind für mich die schönsten Rosenknospen, die es gibt.

Meine Rambler-Rosen sind prächtig gediehen. „Paul`s  Himalayan Musk“ steht im dritten Sommer am Walnußbaum und legt richtig los. Neue Triebe kommen einer nach dem anderen und wenn man in den Baum hochschaut ist man schon jetzt einfach nur hin und weg. Unzählige Blütenknospen stehen wie Kandelaber in  ungeheurer Zahl senkrecht nach oben und warten darauf aufzugehen. Dann wird sicher alles weiß sein. Ich bin so gespannt. Das ist ihre erste Blüte dieses Jahr. „

„Rose Maie Vieaud“ habe ich letztes Jahr im Frühjahr gepflanzt und schon dieses Jahr hat sie Knospen. Sie soll gefüllt in einem dunklen Lila erblühen.  Was bin ich gespannt auf diese Farbe.

„Snowflake“ steht seit letztem Herbst an der  Scheune und auch sie hat ihre ersten Knospen. Weiß mit gelber Mitte sollen sie werden. Ich komme aus dem Staunen und der Spannung und Vorfreude garnicht mehr hinaus.

Mittlerweile erholt und auch mit vielen Knospen geschmückt hat sich die Gallica Rose „Empress Josephine“. Nicht erholt und weiter vor sich hin kümmern tut Heckenrose „Marguerite Hilling“. Im Frühjahr 2012 als wurzelnackte Rose bekommen. Dann kam, da es ein sehr langer Winter war eine super knackige Frostperiode so dass ich sie noch liegen lassen mußte. Irgendwie hat ihr das Ganze nicht behagt. Alle mit ihr zusammen gelieferten Rosen kümmerten und wuchsen nicht. Eine ist mittlerweile ganz kaputt und ausgetauscht. Auch eine weiter Lieferung wurzelnackter Rosen ist noch immer am überlegen, ob sie wachsen sollen oder nicht. Die Rosen, die ich im Herbst gepflanzt habe, mit Wurzelballen sind von Anfang an gesund und wüchsig. Das ist mir seither eine Lehre.

Für heute verabschiede ich mich mit Impressionen aus meinem Landgarten. Morgen berichte ich über den Komposttee, den ich ebenfalls heute ausgebracht habe.

Kandelaber der Blütenknospen von Paul's Himalayan Musk (c)  by Joachim Wenk
Kandelaber der Blütenknospen von Paul’s Himalayan Musk

Knospen "Empress Josephine" (c) by Joachim Wenk
Knospen „Empress Josephine“

Rose de Resht (c) by Joachim Wenk
Rose de Resht

Die Frühkartoffeln haben bereits Knospen angesetzt. Wahnsinn, wie früh alles dieses Jahr ist. Da ich mittlerweile aber Kartoffeln zum Essen kaufen muß, bin ich froh darum und warte sehnsüchtig auf die neuen eigenen. Ganz neue  Sorten noch dazu, das macht das Warten doppelt spannend.

Gemüsebeet im Schneckenzaun mit Frühkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im Schneckenzaun mit Frühkartoffeln
Lagerkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Lagerkartoffeln

Meerrettich, Melde und gesäte Buschbohnen (c) by Joachim Wenk
Meerrettich, Melde und gesäte Buschbohnen

Kohl und Salat und Lauch (c) by Joachim Wenk
Kohl und Salat und Lauch

Kohl, Erbsen, Schnittlauch und Kürbis (c) by Joachim Wenk
Kohl, Erbsen, Schnittlauch
und Kürbis heut gepflanzt

Blüten der Ackerbohnen oder Puffohnen (c) by Joachim Wenk
Blüten der Ackerbohnen oder Puffohnen

 Meine Zucchini sind mir irgendwie nicht gelungen. Drei sehr zierliche Pflänzchen habe ich ausgepflanzt. Hoffentlich werden die etwas, sonst muß ich jetzt noch nachsähen.

Salat und rechts neben dem Spinat  Zucchini (c) by Joachim Wenk
Salat und rechts neben dem Spinat
Zucchini

Kohl zwischen Tomaten (c) by Joachim Wenk
Kohl zwischen Tomaten

Blauwschokker Erbsen (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker Erbsen

Vorstellungsrunde: meine liebsten Gartengeräte

Der Sonntag ist verarbeitet und fast vergessen. Gestern hatte ich wieder mehr Zeit und keine weiteren Termine. Ich konnte mich ausgiebig und in Ruhe meiner Gartenarbeit widmen.

Nein, so ein Tag wie den Sonntag brauche ich so schnell nicht mehr. Aber fast alle Arbeiten, die ich am Sonntag auf meine Aufgabenliste setzen musste habe ich heute ordentlich erledigt. Es war sogar noch Zeit Hefewaffeln zu backen, Erdbeeren  und Sahne zu besorgen und die Eltern zum Kaffee zu empfangen. Sie genossen das herrliche Wetter im Garten. Ich erledigte meine Arbeiten und dann gab es herrliche Waffeln mit Sahne und gezuckerten Erdbeeren zum Kaffee. Ein Traum!

Er hier ist natürlich auch nicht leer ausgegangen. Dafür hat er schon gesorgt….

Labradormischling (c) by Joachim Wenk
Max

Die meiste Zeit habe ich heute mit dem Gießen verbracht. Es ist so trocken und heiß. Meine frisch gepflanzten Gemüse, Blumen und Dahlien und Bäume brauchten eine ordentliche Portion erfrischendes und labendes Brunnenwasser.

Es steht alles prächtig im Garten. Toi Toi Toi, ich hatte keinen weiteren Engerlingschaden mehr. Scheinbar hält es sich doch in Grenzen. Und die Schnecken sind auch (noch?) recht harmlos dieses Jahr. Das gibt mir wieder Zuversicht und Freude an meinem Garten. Von daher ist die Hitze und Trockenheit eigentlich garnicht so schlecht. Den Schnecken wird das ordentlich missfallen.

Und weil ich heute zwar viel geschafft habe, es aber nicht so wahnsinnig fotogen war, habe ich eine andere Idee, die ich schon länger verfolge.

Ich stelle heute einmal meine wichtigsten, hilfreichsten und für mich wertvollsten Gartengeräte persönlich vor. Immer wieder habe ich Fotos gesammelt und heute auch noch welche gemacht. Eines wird euch auffallen. Im Gegensatz zu den vielen schönen Gartenmagazinen bilde ich meine Geräte so ab, wie ich sie verwende. Ich zeige keinen nagelneuen sauberen Geräte, die noch nie einen Garten erlebt haben, dafür aber hübsch dekoriert sind. Und ich zeige nur Geräte, ihr werde es ihnen ansehen, die auch praxiserprobt sind. Kein Schnickschnack oder Firlefanz.

Also Vorhang auf, hier sind sie. Meine liebsten Gartengeräte:

Mein multifunktionaler Bollerwagen. Das erste Jahr hatte ich ihn noch nicht. Nur einen Schubkarren konnte ich verwenden. Aber der ist unpraktisch für all die vielen Transporte, wie ihr hier zwei Beispiele seht.

Die Kübelpflanzen sind im Schubkarren nicht zu transportieren. Sie kippen um, kippen raus, gehen kaputt. Der Sackkarren ist hier auch keine gute Lösung. Bollerwagen ohne Seitenwände funktioniert prächtig.

In einem großen Garten  hat man weite Wege. Das wird einem erst bewusst, wenn man die immer laufen muß. Und oft muß man einiges an Gerätschaften an eine Stelle transportieren. Zum Beispiel hier alles, um die Geranien in den Trog zu pflanzen. Auch das kann man auf dem Bollerwagen – hier mit den Seitenwänden – ganz bequem transportieren und muß nicht mehrmals laufen .

Bollerwagen Bananentransport (c) by Joachim Wenk
Bollerwagen zum Bananentransport

Bollerwagen zum Gerätschaften transportieren (c) by Joachim Wenk
Bollerwagen zum Gerätschaften transportieren

 Ach ja. Hier meine Umgrabehilfe. Eine benzinbetriebene Motorhacke. Klein, kräftig, ausdauernd. Die haben wir schon so viele Jahre und in allen unseren Gärten gehabt. Was ich mit der schon Wiesen- oder Rasenfläche in Gemüsebeete umgewandelt habe. Und hier im Herbst und Frühjahr oder vor der Pflanzung im Mai, schnell noch mal durch die Beete gefahren. Wunderbar. Auch Wicken oder Ölrettich und sonstigen Gründünger einarbeiten ist kein Problem.  Ich bin doch ein von Natur aus fauler Mensch und mache mir nicht gern unnötig Arbeit. Umgraben sehe ich als solche an.  Also Umgraben mit dem Spaten. Mit der Hacke ist es kein Problem und daher möchte ich sie nicht mehr missen. Und wenn der Motor richtig eingestellt ist ( gerade muß sie einmal wieder zum Kundendienst) dann bin ich immer wieder fasziniert, welche Kraft der kleine Motor hat. Egal wie voller Unkraut und Lehm unten die Hacken sind oder wie schwer der Boden ist. Der Motor stirbt niemals ab und arbeitet unaufhörlich.

kleine Motorhacke (c) by Joachim Wenk
kleine Motorhacke

Wenn der Boden schon vorgelockert ist und im alltäglichen Pflanz -und Sähgeschäft kommt sie hier zum Einsatz, meine Grabegabel. Sie ist glaube ich noch älter als die Motorhacke und begleitet mich schon seit sehr sehr vielen Jahren. Ich möchte eine Reihe Buschbohnen sähen oder meinen Kohl pflanzen? Mit dem Zollstock wird gemessen, mit der Gärtnerschnur an Eichenholzstäben (meine diesjähre neue Errungenschaft) markiere ich die Reihe und dann wird einmal mit der Grabegabel mittig der Schnur entlang gelockert. Eventuell dort wachsendes Unkraut kann dann leicht herausgezogen werden. Und schon kann es los gehen das Sähen und Pflanzen.

Grabegabel, Gärtnerschnur und Zollstock
Grabegabel, Gärtnerschnur
und Zollstock

Gärtnerschnur mit  Eichenholzstäben (c) by Joachim Wenk
Gärtnerschnur mit
 Eichenholzstäben

Und wenn der Boden also von Grabegabel oder Motorhacke gelockert ist, sagte ich eben, daß es gleich losgehen kann. Ich muß aber natürlich noch meine mehrmals die Woche eingesetzten Handpflug erwähnen. Wenn ich sähe, so ziehe ich entlang der Gärtnerschnur die Saatrille immer mit dem Pflug. Unersetzlich ist er für den ursprünglich erworbenen Zweck, das  Stecken der Kartoffeln und das Anhäufeln.

Hier ziehe ich links und rechts der Gärtnerschnur eine möglichst tiefe Rille. Zwischen den beiden Gräben ergibt sich schon ein Hügel, der mit einem Rechen noch verbessert wird, bevor die Kartoffeln in den Wall gesetzt werden.

Diesjahr habe es aber einmal anders gemacht. Ich habe den  Graben gezogen und in den Graben die vorgekeimten Kartoffeln gesteckt. Danach bin ich links und rechts davon mit dem Pflug durchgegangen und habe wie oben beschrieben die zwei Gräben gezogen, daß sich der Wall zwischen ihnen und nun genau über den bereits gelegten Kartoffeln beginnt abzuzeichnen.

Dann habe ich gewartet, bis die Kartoffeln sichtbar waren und zog nun wieder zwischen den Wällen mit dem Pflug hindurch. Die Erde wurde gelockert und schon zur Seite geschoben. Danach wird sie mit dem Rechen hochgezogen und es entstehen schöne Kartoffelbeete.

Handpflug (c) by Joachim Wenk
Handpflug

Der hier ist neu in diesem  Jahr. In einem  Gartenmagazin las ich von einem permanenten Eimer im Garten in den man laufend das doch immer wieder gesichtete und ausgerissene Unkraut geworfen wird. Man muß nicht mit jedem Büschel extra zum Kompost laufen oder es zum Nachbarn hinüber werfen. Und als ich bei den Blumentöpfen und Schalen den alten Eimer hier sah, war mir sofort klar, wohin er gehört. Das ist wirklich ungemein praktisch. Man sieht doch unentwegt, selbst wenn man nur schnell etwas Schnittlauch abschneiden geht wieder Unkraut. Jetzt ist es schnell ausgerupft, in den Eimer geworfen und der Fall ist erledigt.

Unkrauteimer (c) by Joachim Wenk
Unkrauteimer 

Ob ihr es glaubt oder nicht. Ja ich kehre in meinem Gemüsegarten. Wie ihr seht, bestehen meine Wege aus Betonplatten und im Laufe eines Gartentages sammelt sich darauf immer Erde, Mulch, Unkraut an.  Die letzte, tagesabschließende Arbeit im Gemüsegarten ist dann das kehren der Wege. Danach sieht alles wieder ordentlich aus und ist eine Augenweide, die ich dann aber auch genieße.

Besen für die Wege (c) by Joachim Wenk
Besen für die Wege 

So wie der Eimer ein festes Mobiliar im Gemüsegarten ist, trage ich diese beiden hier stets in der Hosentasche. Eine kleine Rosenschere und eine kleine Schaufel. Die braucht man doch wirklich immer und überall, zu jeder Jahreszeit und in jeder Ecke des Gartens. Und immer zu den Gartengeräten laufen, wenn ich einmal schnell was abzwicken möchte oder eine Pflanze ausgraben muß. wäre viel zu umständlich.

Natürlich besitze ich, wie ihr erkennen könnt auch eine normalgroße Pflanzkelle.

Minirosenschere und Minischaufel für die Hosentasche (c) by Joachim Wenk
Minirosenschere und Minischaufel
für die Hosentasche
Pflanzkellen und Rosenschere (c) by Joachim Wenk
Größenvergleich

Eine Sache muß ich auch unbedingt noch erwähnen. Meine automatische Bewässerung. Ohne die wäre bei meinen möglichen Zeiten die vielen Töpfchen von Hand zu bewässern keine Kübelpflanze im Garten. Ich habe die Bewässerung schon damals im Hinterhof gehabt und nun im neuen Haus ergänzt und erweitert. Viele Tropfer sind aber noch aus den Anfangszeiten (nicht die abgebildeten).  Dieses System ist unwahrscheinlich langlebig, pflegeleicht und zuverlässig. Selten erlebt man so ein hochwertiges Produkt. Hier habe ich den zugehörigen batteriebetriebenen Bewässerungs“computer“ dazu geschaltet und kann so auch beruhigt in den Urlaub fahren. Meine Kübelpflanzen zumindest werden immer richtig bewässert. Auch die Flüssigdüngung selbst mit der dickflüssigen Melasse funktioniert automatisch und problemlos.

automatische Bewässerung für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
automatische Bewässerung für Kübelpflanzen

automatische Bewässerung für Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
automatische Bewässerung für Kübelpflanzen 

Und hier kommt es her das viele Wasser, welches man in den heißen und trockenen fränkischen Sommern so dringend und reichlich im Garten benötigt. Was bin ich froh um diesen sehr sehr sehr tiefen Brunnen mit Hauswasserwerk. Er speist alle Hähne im Garten und liefert zuverlässig frisches chlorfreies Brunnenwasser.

Hausbrunnen (c) by Joachim Wenk
Hausbrunnen

An Tagen wie diesem

Kennt ihr diese Tage? Man hat sich eigentlich garnichts besonderes vorgenommen und merkt doch bald: der Tag passt, der wird gut, das wird ein schöner Tag. Und am Ende des Tages fühlt sich alles gut und rund und stimmig an. Man bestimmte Dinge erledigt und andere eben nicht, aber es passt wie es ist.

Gestern war kein solcher Tag!

Ich hatte wahnsinnig viel vor. Alles mußte auch wirklich erledigt werden und ich habe fast alles auch geschafft. Aber ich war noch den ganzen Abend wie durch den Wind.  Die Gedanken, was zu tun ist und was umorganisiert werden muß drehten sich immer im Kreis in meinem Kopf. Vor lauter rennen und hudeln, stolperte ich dann abends schon über die eigenen  Füße und ganz tief in meinem Bauch und ganzen Körper fühlte ich dass es heute nicht rund und stimmig ist. Scheußlich solche Tage.

Wie kam es dazu? Naja der Wetterbericht sagt sehr warmes und schönes Wetter für diese Woche voraus. Das ist gut und freut mich. Allerdings sind die Tomaten noch nicht gepflanzt und Kohl- und Salatpflänzchen stehen noch in den Topfplatten und die Dahlien haben schon Blütenknospen. Und gestern hatte ich wegen unsere Geburtstagsfeier, die sehr schön war, keine Zeit für Gartenarbeit. Montag und Dienstag wirds auf der Arbeit spät. Also keine Gartenarbeit. Mittwoch habe ich wieder Zeit, aber bei 26°C und Sonne ist es auch nicht ideal die Tomaten und Gemüse auszupflanzen. Im Gewächshaus müssen die Topfplatten auch langsam leer werden, da es zu warm für das Gemüse wird. Nur ein paar Folgesaaten werde ich noch machen und gleich im Freien unterm Carportdach lassen. Heute Abend ist ebenfalls schon wieder ein Geburtstagstermin. Eigentlich so betrachtet war es ja  klar, daß der Tag nicht rund werden kann.

Jetzt warte ich einfach ab, irgendwann kommt ganz gewiß – da bin ich mir sicher – wieder einmal so ein überraschend schöner und runder Tag. Den werde ich dann ganz ruhig genießen und an den Bauchweh-Tag gestern denken.

Wenden wir uns den schöneren Dingen des Wochenendes zu.

Wir hatten uns zum Geburtstag einen neuen (zweiten) Schubkarren für den Garten und die Weiher gewünscht. Unsere Wünsche wurden erhört!

Geburtstagsgeschenk für Landgärtner (c) by Joachim Wenk
Geburtstagsgeschenk für Landgärtner

 Und weil das  Schild so schön passend ist, hat es auch sofort seinen Platz im Garten gefunden.

Landgarten Wegweiser ins Paradies (c)by Joachim Wenk
Wegweiser ins Paradies

Am Samstag haben wir tatsächlich unseren unfertigen Hüttenzauber eingeweiht. Da es ja noch unbeständig ist und gegen Abend kalt wird, haben wir schnell noch die Fenster und Türen eingebaut und konnten bis weit in die  Nacht warm und trocken sitzen und reden und feiern.

Nachmittags kam die Sonne und wir trugen spontan Tisch und Stühle und Bänke ins Freie. Dort saßen wir in kleinen Gruppen auf der Wiese und an dem mit letzten weißen Blüten geschmückten Fliederdickicht. Wir genossen Wein, Bier, Wasser oder Kaffee, redeten über Gott und die Welt. Schön war’s. Abends dann zum Essen packten alle mit an und im Nu war wieder im Hüttenzauber aufgedeckt. Da der Kaminofen noch nicht angeschlossen ist, mußte ein alter Gasofen aushelfen. Warm war es sofort. Sehr warm. So ließ es sich aushalten.

Wenn dann alle heimgegangen sind, macht man einfach die Kerzen aus, die Türe zu und kann ins Bett gehen. Man kann alles stehen und liegen lassen, bis man am Nächsten Tag mehr Muße für die Aufräumarbeiten hat, als in der Nacht nach der Feier.

Am Nachmittag durfte ich natürlich auch wieder ein paar Führungen durch meinen paradiesischen Landgarten machen. Und bei einem solchen Rundgang behauptete eine Freundin doch glatt, daß etwas Braunes in die Erbsen gehuscht sei. Es ist hellichter Tag, der Hund im Garten und Nachbars Katzen. Da huscht doch tagsüber nichts vor den Augen des neugierigen Besuches durch den Garten. Oder?

Ich habe mich getäuscht. Es war tatsächlich ein kleiner Mitbewohner am Wuseln und Knabbern. Und er war nicht einmal besonders hektisch oder scheu.

Wer findet es?

Maus im Landgarten (c) by Joachim Wenk
etwas braunes huscht im Beet

Da ist es sie oder er oder es. Jeder sagt dabei sofort, da ist ja eine Maus. Ist es jetzt eine Maus oder eine Spitzmaus. Süß ist sie jedenfalls.

Maus im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Maus im Landgarten 

Sonntag schließlich bei milden Temperaturen, bedecktem Himmel und keinem Wind habe ich einen ganzen Schwung Weißkohl und Rotkohl sowie ein paar Kohlrabi und Salat gepflanzt. Jetzt ist der Platz zu Ende und noch einige Pflanzen in den Saatschalen. Wunderbare Pflanzen,  nur mit der Anzahl das sollte ich wohl noch etwas üben….

Die Tomaten habe ich auch an mein neues Stützgerüst für Tomaten gepflanzt. Gleich als die erste Tomate in der Erde war dachte ich mir, daß es wohl noch Nachbesserungsbedarf gibt.

Ich habe die schon schön gewachsenen Pflanzen tief gesetzt. In den Erdaushub habe immer noch etwas Hornmehl gemischt, bevor ich damit das Pflanzloch wieder gefüllt habe. Um Brennesseln zu sammeln und zu zerhacken hatte ich ja wegen des  Streß-Tages keine Zeit. Damit habe ich aber auch gute Erfahrungen gemacht. In dem Jahr mit Brennesseln im Pflanzloch, die ja auch eine Stickstoffdüngüng darstellen, hatte ich sehr schöne Tomaten.

Die meisten der frisch gepflanzten Tomaten ragen schon über die ersten Stützschnüre, durch die ich sie hindurchgefädelt und mit Clips befestigt habe, hinaus. Bei diesem Anblick freute ich mich über meine schönen Tomatenpflanzen. Was aber ist wenn wieder Wind aufkommt? Starker Wind, wie vergangen Woche? Dann knickt der mir doch die Pflanzen oberhalb der horizontalen Schnur ab. Das wäre sehr unschön. Gleich habe mein Gerüst verbessert. Am Platz einer jeden Tomate (16 Stück, mehr Platz ist nicht vorhanden) habe ich eine weitere Schnur senkrecht von der obersten zur untersten Schnurreihe gefädelt und geknotet. Jetzt konnte ich die Tomatenspitzen, die über die horizontalen Schnüre hinaus ragen, an der senkrechten Schnur fixieren und der Wind kann sie nicht mehr abbrechen.

So sieht das Ganze dann fertig aus.

Tomaten im Biogarten am Stützgestell (c) by Joachim Wenk
frisch gepflanzte Tomaten am neuen Stütz-Gestell
Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

Drei Tomaten konnte ich noch im Gewächshaus verteilen. Jetzt ist dann aber Schluß. Lediglich an der Stirnseite kommen noch die Schlangengurken hin. Dazu muß der Tisch dann raus, wenn die Blümchen in den Topfplatten darauf ausgepflanzt sind. Aber ich komme schon wieder in Gartenstress in meinen Gedanken. Das will ich ja nicht. Ich warte einfach den Mittwoch ab, da habe wieder etwas Zeit für meinen Garten. Die Aufgabenliste habe ich am „unrunden“ Sonntag ja bereits erstellt. Das hilft mir an solchen Tagen wenigstens etwas Ruhe in meine Gedanken zu bekommen. Alles was noch gemacht werden muß und nicht jetzt gleich erledigt werden kann aufschreiben und dann, sobald Zeit ist nach und nach erledigen und stolz abhaken. So kommt wieder Ruhe in mich.

Morgens schnell mal Spinat für das Mittagessen holen.

Heute morgen war ich mal schnell im Garten um noch Spinat für das Mittagessen zu holen. Es ist „saukalt“. So kalt, daß um 10 Uhr noch immer alle Fenster im Gewächshaus zu sind, obwohl die Sonne darauf scheint. Das ist, seit dem das Haus vor ein paar Wochen in  Betrieb ging, noch nicht da gewesen.

Aber wie gesagt, die Sonne scheint, alles ist frisch und saftig und sprießt.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Hüttenzauber von Süden

Unser Hüttenzauber hat auch große Fortschritte gemacht. Die Wände sind fertig und mittlerweile hat mein Mann schon alle Fenster und die beiden Türen eingebaut. So können wir am Samstag wenigstens windgeschützt und auf alle Fälle im Trockenen feiern.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Hüttenzauber Blick nach Süden

Richtig schön ist es geworden. Und jetzt haben wir Fenster, die man auch öffnen kann oder nur kippen. Wie gut, daß mein Bruder in sein Haus hat neue Fenster einbauen lassen. Und das genau zur richtigen Zeit. Die alten sind für den Hüttenzauber mehr als gut.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Hüttenzauber von Westen mit Terrasse

Unseren lebenden Sonnenschirm, den riesigen Haselnussstrauch hinter der Terrasse musste ich ein wenig stutzen. Sonst wäre uns der „Sonnenschirm“ oder Teile davon immer ins Gesicht gestoßen beim Aufstehen. So tief hängen hier die Äste immer herunter.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Hüttenzauber mit Blick nach Westen auf die Terrasse
Baumhaselnuß (Corylus colurna) (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß (Corylus colurna)

Weiter auf dem Weg hinter zum Gemüsegarten bewundere ich unseren neuen Begleiter durch die Jahreszeiten, Feste im Jahr, durch gute und schlechte Zeiten.  Durchs Leben eben. Der auch gestern gepflanzte neue Hausbaum. Eine  Baumhaselnuß ( Corylus colurna). 195cm  ist er schon hoch. Zehnmal so viel können es werden. Später hätte ich gerne eine Holzbank um seinen Stamm. Fürs erste habe ich ein rotes Topfröschen (Geburtstagsgeschenk) und einen Lavendel (Baumarkmitbringsel) zu seinen Füßen gepflanzt. Einen Schwung Ringelblumen hat der Baum gleich mitgebracht. Die sind in seinem Topf aufgegangen gewesen.

Baumhaselnuß (Corylus colurna) (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß (Corylus colurna)
Ich bin mittlerweile im Gemüsegarten. Da ich den Behälter für Küchenabfälle noch auf den Kompost leeren will komme ich am letzten Sommer gepflanzten Brombeerstrauch vorbei. Zwei Triebe konnte ich im Laufe des letzten Sommers an den Spanndrähten befestigen. Wie im Lehrbuch kommt aus jeder Blattachsel ein kurzer, dick mit Blüten besetzter Ast zum Vorschein. Wenn alles gut geht, unsere erste Brombeerernte. Und ein weiterer neuer Trieb kommt dieses Jahr auch wieder. Ein echt wahnsinnig starker Trieb. Das wird dann die Ernte 2015. 
Dahinter wächst der nun in drei Jahren zum dritten Male umgepflanzte Rhabarber. Hoffentlich kann ich ihn jetzt dort ein wenig länger stehen lassen.
Brombeerknospen (c) by Joachim Wenk
Brombeerknospen
Brombeeren am Rankgerüst (c) by Joachim Wenk
Brombeeren am Rankgerüst
neuer Trieb an Brombeere (c) by Joachim Wenk
neuer Trieb 2014

Akeleien im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Akeleien im Gemüsegarten

Und das hier muß ich euch auch noch zeigen. Den Streifen vor dem Hühnerhausfenster wollte ich immer als Blumenbeet für einjährige Sommerblumen, passend zum Gemüse- oder Bauerngarten. Ich habe entsprechende Mischungen gesät. Naja der Erfolg war eher mickrig. Aber auf eins ist Verlass. Auf Akeleien, die sähe ich nicht, die genieße ich nur. Überall!

Akeleien im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Akeleien im Gemüsegarten

Und die hier ist doch ganz wundervoll oder? Eine gefüllte  Akelei.

Hirschhornwegerich (c) by Joachim Wenk
Hirschhornwegerich

Der hier blüht auch nach Lust und Laune. Etwas unscheinbarer aber doch auch wieder hübsch. Er nennt sich Hirschhornwegerich, ist verwandt mit  Spitz- und Breitwegerich. Eine italienische Salatpflanze.

Und doch komme ich auch noch bei meinem Spinat an. Ich kann einfach nicht durch den Garten gehen und überall schöne Sachen erblicken.

Ich habe den Spinat der Sorte Butterflay im März gesät. Jetzt ernten wir davon. Spinatrisotto oder den Spinat wie Kopfsalat angemacht als Beilage zu Reisbratlingen. Der ist so unendlich zart. Sogar die großen Blätter jetzt kann man zerzupft als Salat essen. Mein Kopfsalat ist eben noch nicht ganz erntereif, daher greifen wir auf Butterflay zurück.

Wenn man im Discounter in der Tüte Blattspinat kauft, ist der sehr zäh und kräftig. Den möchte ich nicht als Salat genießen. Gut, dafür würde meiner niemals auch nur einen Tag in der Tüte, geschweige denn den Transport überstehen ohne zermatscht zu sein. Das muß er ja auch nicht. Und ich genieße den Luxus, in den Garten gehen zu können und abzuernten, was ich gerade brauche.

Gut ich will ehrlich sein, es ist eher umgekehrt. Ich brauche einfach das, was gerade da ist. Mein dicker Rezeptordner, sortiert nach den Gemüsesorten im Garten liefert immer Rezeptideen. Von schnell und einfach bis verspielt oder dem Sonntagsmenü. Gerade ist also Spinat im „Angebot“ also sehe ich bei Spinat nach und finde „Spinat-Gorgonzola-Sauce zu Pasta“. Die mache ich gerne, sie geht sehr schnell und schmeckt. Das wird unser schnelles Alltagsmittagessen heute. Ich wünsche schon jetzt, guten Appetit!

Spinat aus Brennesseln, Pesto aus Giersch und jetzt auch noch Tee aus Kompost? Der spinnt!

Bezahlter Beitrag:

Was es nicht so für Zufälle gibt im Leben! Und  die machen es richtig spannend und aufregend. Denn ich warte insgeheim schon ab und an einmal darauf, daß sich wieder etwas unerwartetes ereignet. Und ich kann getrost darauf warten, denn es passiert immer wieder etwas nettes.

Diesmal also geht es, wie ihr sicher bereits vermutet um Komposttee.

Im Winter habe ich mich über meinen Blog mit der Anna aus Wien über Komposttee unterhalten. Ich kannte das überhaupt nicht. Sie schlug es mir vor zur Bodenverbesserung. Ich hatte ja mehrmals über die Wachstumsstockungen bei meinem Gemüse und dann über die Bodenanalysen und deren Ergebnisse berichtet.

So wie sie es erklärt hatte muß das eine ganz einfache Geschichte sein und könnte ja einmal ausprobiert werden im Sommer. So dachte ich damals. Eimer, Kompost und Luftpumpe für unsere Karpfenwinterung haben wir bereits.

Ich habe immer mal wieder an diese Unterhaltung gedacht, vor allem als wir die Karpfen an Karfreitag im Becken hatten und die Sprudelsteine aktiv waren.

Und jetzt kommt der schöne Zufall ins Spiel.

Herr Rimpau von Wurmwelten.de  hatte mich angeschrieben. Sie suchen noch Blogger wie mich, die bereit wären eines ihrer Produkte zu testen und darüber zu berichten. Das Produkt wird natürlich von Wurmwelten gesponsert.

Ratet mal um welches Produkt es sich handelt? Um ein Set zum Herstellen von Komposttee!

Komposttee-Set
Komposttee-Set
Da habe ich mich natürlich gleich doppelt gefreut. Einmal dass man mir mit meinem Blog es zutraut so etwas zu testen ( naja das ist ja nicht so schwierig) und dafür Werbung zu machen (das wird schwieriger, da ich ja auf die Klicks auf meine Seite keinen Einfluß habe). Und ich war stolz, dass man das Vertrauen in mich setzte und ich freute mich, daß es ausgerechnet Komposttee sein wird. Scheinbar soll es so sein und der Tee wird meinem Boden, dessen Humusgehalt keine Rekorde bricht, gut tun. Ich freue mich auf den Test. 
Das Set ist mittlerweile da. Mein allererster gesponserter Produkttest kann beginnen. Die Anleitung habe ich studiert (sehr einfach!). Und im Internet habe ich recherchiert. 
Für alle unter euch, die auch von Komposttee noch nichts gehört haben, fasse ich die Idee dahinter kurz zusammen. In den folgenden Links könnt ihr euch noch ein wenig einlesen.
Fertiger, guter Kompost wimmelt vor aktiven und für den Boden so unendlich wichtigen Mikroorganismen. Mit dem Ausbringen von Kompost gelangen sie ins Beet. 
Wenn man nun etwas von dem fertigen Kompost (der in dem Set gleich mitgeliefert wird, damit man auch ganz sicher ganz viele ganz richte Organismen zur Basis hast) mit Melasse als Leckerli in Wasser gibt und dadurch durch die Luftpumpe ständig  Luft mit Sauerstoff bläst, fangen die Mikroorganismen sofort an sich mächtig zu vermehren. Nach 24-28  Stunden ist der „Tee“ fertig und kann verdünnt auf die Beete gegossen werden (dadurch gelangen die Organismen in den Boden) oder auf die Blätter gesprüht werden. Beides hilft den Pflanzen gesund und kräftig zu werden. Das Bodenleben wird gefördert. 
Im Set ist also Kompost, eine Pumpe, Sprudelsteine, Schlauch, Melasse als Nahrung und Bentonit für die Mirkroorganismen. 
Weitere Infos: 
Mein Mann ist jedenfalls mittlerweile auch beruhigt! Ich spinne nicht. Der Tee aus Kompost ist ja nicht für mich oder gar ihn zum Mittag, sondern für den Boden und die Pflanzen. Und wenn der ihnen so gut schmeckt wie mir Spinat aus Brennesseln oder Pesto aus Giersch, kann er nur ein Gewinn sein!

Tauschaktion: 2 Baumspinat Magenta Spreen gegen eine Baumhaselnuß

Waren das nun vor ein paar Tagen die Eisheiligen oder nicht?

Eigentlich sind sie genau jetzt dran und es ist wirklich richtig kalt. Es kommt wohl Nachts Gottseidank kein Frost mehr, aber auch tags ist es so ungemütlich, daß ich fast keine Lust hatte, in den Garten zu gehen.

Als ich dann aber erst einmal draußen war und die viele Arbeit, die zu erledigen ist, wahrgenommen habe, vergaß ich das scheußliche Wetter. Und am Nachmittag konnte man sogar ohne Jacke im Garten arbeiten, bei gelegentlichem Sonnenschein.

Und wieder habe ich neue Blüten gefunden. Mein Cistus hat die erste Blüte des  Jahres und die Färberkamille blüht zum ersten mal in ihrem Leben.

Cistus (c) by Joachim Wenk
Cistus

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Färberkamille

Was ich allerdings im Garten feststellen musste, gefiel mir noch weniger als das Wetter. Also letztes Jahr haben mir die Myriaden an Schnecken die Freude am Gärtnern genommen. Und da gehört wirklich viel dazu. Die Verzweiflung sitzt noch immer so tief, daß ich fast nichts direkt sähe sondern alles vorziehe, daß es mehr Chancen hat. Mein Schneckenzaun ist ja auch fertig und darin habe ich meine selbst gezogenen Gemüsepflanzen gesetzt. Auch jetzt nach viel viel Regen habe ich noch keinen nennenswerten Schneckenschaden.

Freuen kann ich mich aber wieder nicht, obwohl das Jahr so gut begann und ich wieder Hoffnung schöpfte. Und dieses Jahr wollte ich alles sehr gründlich und ordentlich und richtig machen.

Letzte Nacht waren es drei schöne große Pflanzen (Salat, Kohlrabi und Weißkraut) die Nächte und Tage davor auch schon viele Pflanzen. Sie liegen welk und unangetastet am Boden. Fasst man sie an, hat man sie in der Hand, denn sie haben keinerlei Wurzeln mehr. Alle ab gefressen. Und wenn man dann mit der Schaufel dort gräbt, ist immer einer zu finden und zu vernichten. So ein dicker sehr großer Engerling.

Ich habe zwar einige Pflanzen vorgezogen, aber eben auch nicht unbegrenzt. Und wenn sie derart zahlreich abgenagt werden, kann ich keine ernten.

Ach Mann. Kann nicht einfach einmal etwas ordentlich klappen? Und jetzt ist noch garnicht die Kohlweißlingzeit und weiße Fliege Zeit. Ob ich die diesjahr in Schach halten kann? Ob mein Lauch die Lauchfliege auch irgendwann mal übersteht? Jedes Jahr nur mikkrige zerfressen Lauchstangen, von denen ich mir ein wenig Unzerfressenes wegschneide, nur um überhaupt etwas zu haben.

Ich habe jetzt heute auf alle Fälle doch einmal die Nemathoden gegen Engerlinge bestellt. Aber bis der Gutschein dafür kommt und ich die dann angefordert und erhalten haben werde, vergeht noch so viel Zeit. Und dann weiß ich noch nicht, ob ich es damit schaffe die Engerlinge zu dezimieren. Im Kompost sind immer ganze Nester. Eine Hand voller fetter  Engerlinge und wenn man weiter gräbt die nächste Hand voll und wenn man in der Erde gräbt auch Engerlinge, Engerlinge, Engerlinge. Ich hoffe die Nemathoden dezimieren sie.

Da ich noch große Gemüsepflanzen habe, die aus dem Gewächshaus raus wollen und in der Erde wachsen, habe ich heute weiter gepflanzt. Zwei Engerlinge habe ich dabei gleich erwischt.

Kohlrabi, Kohl und Salat (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi, Kohl und Salat

Und weil mein Schneckenzaunbeet voll ist, habe ich im anderen Gemüsegarten auch noch gepflanzt. Ungeschützt vor Schnecken.  Mutig! Aber ich muß es versuchen. Früher habe ich auch ohne Schneckenzaun angebaut und nicht alles an die schleimigen Viecher verloren.

Dann habe ich noch, ich weiß nicht zum wievielten  Male Möhren gesät und Frühlingszwiebeln. Seit Monaten sähe ich und es geht nichts auf. Mangold habe ich nachgesät, wo Lücken in der Reihe waren. Den habe ich dieses Jahr bewusst dünn gesät, daß ich nicht wieder so viel und so fürchterlich engstehenden Mangold habe.

Und ich habe das Gestell für meine Tomaten endlich fertig installiert. Die beiden metallenen Pfosten haben unten Betonklötze daran und haben einmal ein Dach für Brennholz gestützt. Die habe ich eingegraben und da es nur zwei statt drei waren, habe ich aus Haselnußruten noch eine Stütze eingegraben, verstrebt und dann die Schnüre gespannt. Dazu habe ich die Tage extra im Maschendrahtzaun noch Spanndrähte gezogen, daß die Abstände besser passen. Die Schnüre sind doppelt, also um den Stab oder die Stangen herum gezogen. Jetzt können die emporwachsenden Tomaten zwischen den parallel laufenden Schnüren durchgefädelt werden. Ich werde zwar den Stamm an der Schnur selbst anbinden, aber durch die doppelte Schnurführung kann man ganz einfach einmal dann Seitentriebe durchfädeln und schon sind sie etwas gestützt. Der Vorteil so eines Gestells ist auch, dass man die Tomaten zwei oder dreitriebig  ziehen kann und mehr Platz hat. Wenn man versucht die drei Triebe an einem normalen Stab fest zu machen wird es immer sehr eng.

Gerüst für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Gerüst für Tomaten

Und mein Bohnenzelt für die Blauhilde habe ich auch bespannt. Ein alter Metallreifen liegt schon immer in der Scheune. Von was der ursprünglich stammt weiß ich nicht. Aber er kreisrund und sehr gut dafür geeignet. Eine Haselnußstange in die Mitte gestellt. In etwa 2m Höhe ein paar kleine Spax reingedreht und dann Schnüre darüber angebunden und nach unten geleitet, wo sie wiederum am Metallring angebunden werden. Die Spax oben im Stab verhindern, daß die Schnüre unter der Last der Bohnen herunter rutschen. Es muß nur wieder wärmer werden dann kommen Tomaten, Andenbeere und Bohnen dran.

Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Im Hintergrund das Bohnenzelt

Unser Hüttenzauber ist auch endlich fertig gemauert. Wir haben auch schon beim Schwager die eingelagerten Fenster geholt. Sie passen! Gut haben wir gemauert. Morgen werden wir sie montieren. Dann können wir am Samstag mit den Freunden doch im Hüttenzauber Geburtstag feiern. Improvisiert, aber eben windgeschützt. Bei den Temperaturen ist das sicher sinnvoll.

Und weil wir wegen den Fenstern sowieso mit VW-Bus und Hänger unterwegs waren, haben wir einem Freund seine lange versprochenen Baumspinatpflänzchen gebracht. Er war durch meine Beschreibung neugierig geworden und wollte die auch ausprobieren.

Wir haben einen guten Tausch gemacht. Für die beiden kleinen Baumspinat haben wir einen mannshohen Haselnußbaum(!) bekommen. Das war auch schon länger so besprochen. Er hatte den Sämling übrig und wir überlegen schon länger welchen Baum wir als Hausbaum ins Grundstück setzen könnten. Früher stand eine riesige Birne dort, bis ein Sturm  ihr den Gar ausmachte. Ab morgen wird ein Baumhasel dort stehen.

Baumhaselnuß als Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß – unser
neuer Hausbaum

Heute keine Gartenarbeit – nur Gartenlobhudelei.

Es ist Samstag Abend und ich  kann nichts aus meinem Garten berichten. Was ist denn da los?

Ganz einfach ein 40ster Geburtstag. Und weil ein Teil der Familie ohnehin wegen der morgigen Konfirmation angereist ist, wird ganz entspannt im Gasthaus gegessen und dann beim Konfirmanden Kaffee getrunken.

Der Garten war heute nur dazu da einfach schön zu sein und sich als Paradies zu zeigen. Nachmittags war es dann auch noch sonnig und wir konnten zwischen üppigem Mittagsmahl und üppiger Kaffeetafel den Garten zeigen und uns bewundern lassen. Ist ja auch mal schön.

Früh sind wir beizeiten aufgestanden, weil noch ein wenig vorzubereiten war. Zu dieser Jahreszeit fällt mir das Aufstehen nicht schwer. Es ist schon bald hell. Das leben tobt ums Haus herum. Am Dorfweiher die Enten, im Garten die Amseln, unterm Dach in der Isolation die Spatzen, am Dach die Schwalben, im Garten die Katzen und beim Nachbarn der Hahn. Erste Schlepper hört man Fahren.

Wenn ich aufstehe und aus dem Fenster sehe, erblicke rings ums Haus den von der Frische der Nacht erholten Garten. Besonders schön, wenn der Rasen wie jetzt frisch gemäht ist und alles wie geleckt aussieht. Da hält mich  nichts mehr im Bett. Wir frühstücken in aller Ruhe.

Dann geht einer in den Lebensmittelladen ein paar Häuser weiter, die bestellten Erdbeeren holen und der andere führt den Hund aus. Ich habe gestern schon die Böden für die ersten Erdbeerkuchen dieses Jahr gebacken. Wir stehen in der Küche und bei der Arbeit sehen wir immer den Garten. Es ist einfach ein Paradies. Und das bekommen wir heute, schmeichelhafter Weise noch ein paar Mal zu hören. Schön, daß wir es selbst auch so sehen und wirklich bewusst wahrnehmen. Wir genießen unser Leben am Land.

In Magazinen oder hier im Internet liest man immer wieder davon. Vom Landleben. Bücher gibt es darüber. Und früher habe ich das immer gelesen und mir gewünscht auch am Land in der Natur zu leben. Heute morgen erst habe ich im Internet wieder vom Landleben gelesen. Ich habe ein wenig geschmunzelt. Mir wurde einmal wieder klar, daß ich mitten darin bin. Im Landleben.

Mittags kommen die Eltern und wir gehen in die Gaststätte in der selben Straße. Man kennt sich, wird begrüßt. Wir sind nicht die einzige Gesellschaft. Es ist Samstag Mittag und die Gaststätte mit samt dem Saal ist ausgebucht. Zwei kleine Gesellschaften und eine große Hochzeitsgesellschaft. Erinnerungen werden wach. Vor 11 Monaten waren wir dort die Hochzeitsgesellschaft. Ein einzelner Gast quetscht sich bei uns an den Nebentisch an der Wand, so voll ist  es. Diese Gaststätte braucht sicher keine TV-Sendung zur Rettung ihrer Gaststättenexistenz.

Nach dem Essen laufen wir wieder zu bereits erwähnte Gartenlobhudelei.  Die Neffen spielen Fußball und oder Ballwurf mit Hund. Andere sitzen auf einer der Bänke im Garten. Wir holen kürzlich gefundene alte Fotos vom Garten früher heraus. Ein riesiger Birnbaum stand dort, wo in kürze unser neuer Hausbaum gepflanzt wird. Unseren Hüttenzauber gab es damals noch nicht. Noch nicht einmal seinen Vorgänger. Die Zeit rast und schon ist es an der Zeit zur Kaffeetafel aufzubrechen.

aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber
aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
aktueller Baustand im Projekt Hüttenzauber

Das große Essen ist nun vorüber und wir gehen wieder Heim. Abends noch Beichtgottesdienst vor der Konfirmation morgen. Wir laufen zur Kirche. Vorbei an blühenden und gepflegten Gärten. Es riecht nach geschnittenem Buxbaum. Alles ist frisch und grün und saftig. Ich entdecke in fast jedem Garten meine neue Staude. Eine Flockenblume. Kürzlich im Baumarkt erstanden, blüht sie schon in meinem Staudenbeet.

Flockenblume (c) by Joachim Wenk
Flockenblume

Und Akeleien, wohin man sieht. In meinem Garten und in allen andere  Gärten auch.

ein paar meiner Akeleien und die Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
ein paar meiner Akeleien und die Marguerite Hilling

Wir kommen an unserem Gartenzaun vorbei und mein Blick fällt nun auch von außen auf meine Problemrose. Eine Marguerite Hilling. Eine robuste wüchsige Strauchrose. Sie steht im dritten Jahr dort am Zaun. Sie sollte durch ihn hindurchwachsen und draußen die Passanten mit Blüten begrüßen. Ein wenig den freien Blick in  das Grundstück bremsen und dafür sorgen dass eben nicht nur Unkraut am Zaun steht. Die Realität sieht anders aus. Sie wächst nicht. Vielleicht 40cm hoch. Ein einziger Trieb. Wenn ein zweiter kommt, stirbt er bald wieder ab und dieser eine ist auch nicht das blühenden Leben. Gibt es wohl einen Trick sie zum Wachsen zu bringen? Ich habe es mit Homöopathie versucht, mit Mulch und gießen im Sommer, gedüngt ist sie auch. Aber nichts hilft. Schade. Ich werde auf alle Fälle an den neuen Zaun, der im Juni montiert wird nochmals ein setzen. Vielleicht wächst die dann besser.

Für heute war’s das dann aus dem Landgarten. Der Mai wird richtig anstrengend vor lauter Festen. Aber ich werde auch im Garten weiter vorankommen wollen und daher einiges tun. Es steht auch noch ein Projekt an mit Kompost, oder besser, was man daraus hilfreiches für den Garten machen kann. Seid gespannt und schaut wieder vorbei.