Meine kleine Farm.

In meiner Regenwurmfarm von Wurmwelten.de stellt sich nach einer guten Woche so langsam Leben ein. Das erste Futter, das ich ihnen gab ist zum Teil verarbeitet und es wuselt in der Box. Ich muß jeden Tag Früh und Abend zu den Würmern schauen, weil ich es richtig spannend finde, was sich da jetzt entwickeln wird und wie sie anfangen zu fressen und ob die Sache bald richtig ins Laufen kommt.

Wurmfarm (c)by Joachim Wenk
Wurmfarm

Ein paar Mal wurde ich gefragt, wozu so eine Wurmfarm gut ist und warum Wurmkompost. Langt nicht der Komposthaufen im Garten?

Bis vor ein paar Wochen habe ich mich mit diesem Thema selbst auch nicht wirklich beschäftigt. Jetzt habe ich mich nach und nach eingearbeitet und arbeite noch immer daran. Ich bin von allem was ich darüber lese wirklich begeistert und sehe in meinem Boden immer mehr das Problem der Schädlingsinvasionen und kränkelnden Pflanzen. Das sehr schöne Buch -„Biodünger selber machen“ von  A. Heistinger und- A. Grand, welches ich zum Geburtstag bekam ist eine Fundgrube an Wissen und interessanten umsetzbaren Dingen für den Garten (oder auch nur Balkon, je nach Gelegenheit).

Aus diesem Buch heraus will ich auch in ein paar Stichworten zusammengefasst euch einmal zeigen, wozu nun genau der Wurmhumus gut ist. Natürlich ist das auch alles im gut verrotteten Gartenkompost enthalten aber in einer bedeutend geringeren Konzentration. Im Wurmhumus hat man sozusagen eine sehr reines und konzentriertes Produkt vor sich (Düngewirkung 5-7fach im Vergleich zum normalen Kompost).

Wurmhumus erhöht den Humusgehalt des Bodens. Seine organische Masse ist zwar geringer als im Kompost, aber stärker abgebaut, vererdet. Dadurch wird sie sehr stabil und gibt dem  Boden Struktur. Gerade das fördert das Bodenleben und Wachstum der Pflanzen. Nährstoffe werden anders als bei mineralischen Düngern nicht ausgewaschen.

Wurmhumus erhöht den Wassergehalt des Bodens. Er kann sehr viel Wasser aufnehmen und speichern. Durch die oben erwähnte stabile Struktur verschlämmt er dabei nicht, sondern bleibt locker und luftdurchlässig. Die Pflanzenwurzeln haben damit die dringend benötigte Luft und Nährstoffe und Wasser (auch in Trockenperioden ist der Boden im Vergleich zu anderen länger feucht) direkt zur Verfügung.

Wurmhumus erhöht die Vielfalt und auch die Aktivität des Bodenlebens. Er enthält in großen Mengen die für den Boden so wichtigen Mikroorganismen. Diese leisten im Gartenboden enormes. Dazu gehört der Abbau organischer Masse zu „Dünger“, der den Pflanzen gleich zur Verfügung steht. Oft ist es im Gartenboden ja so, daß ausreichend Nährstoffe vorhanden sind, aber in einer für die Pflanzen nicht oder nur schwer zugänglichen Form. Die Pflanzen haben dann Mangelerscheinung und somit wird nachgedüngt. Dadurch reichern sich die schwer zur Verfügung stehenden Stoffe immer weiter im Boden an, was wiederum zu Problemen führt. Bei mir ist es das nachgewiesene Phosphat zum Beispiel. Die Organismen im Wurmhumus können dieses vorhanden Phosphat nun umwandeln in eine von den Pflanzen aufnehmbare Form. Auf diesen Effekt hoffe ich bei mir ganz besonders (langfristig).

Wurmhumus reduziert auch etwas. Der Krankheits- und  Schädlingsdruck wird reduziert.  Die enthaltenen Mikroorganismen können Pilze, Insekten und Nemathoden reduzieren oder gering halten. Die Pflanzen werden nicht mehr von diesen Schädlingen belästigt und können gesund wachsen. Besonders schädliche Nemathoden, die dem Wurzelgemüse an den Kragen gehen und gesunde kräftige Wurzeln verhindern, werden in Schach gehalten. Durch den hohen Kieselsäuregehalt des Wurmhumus werden die Pflanzen sehr kräftige Blätter ausbilden. Die sind dann kein gefundenes Fressen mehr für Blattläuse, Spinnmilben und andere saugende Insekten. Das wäre traumhaft in meinem Garten, da  zu diesen Schädlingen die lästige weiße Fliege gehört. Bis dahin wird es noch ein langer Weg sein. Da muß erst einiges vom Wurmhumus in den Boden bis der Kieselsäuregehalt erhöht ist. Meine Würmer haben noch viel Arbeit vor sich. Aber ich gebe nicht auf. Es gibt für ungeduldige Menschen wie mich auch eine gute Nachricht. Der  Wurmhumus wirkt wie eine Impfung. Was also die Vielzahl günstiger Bodenlebewesen angeht, kann ich eher mit Erfolg rechnen. Wenn ich dann meinen fertigen Humus auf den Beeten verteile, kommt es nicht unbedingt auf die Menge an. Die im Humus enthaltenen Lebewesen, gelangen in meinen Gartenboden und vermehren sich (bei günstigen Umweltbedingungen wie Mulchen, Gründünger, keine Pestizide oder Herbizide etc. ) dort reg. So hat man schnell die Zahl der Bodenlebewesen erhöht.

Wurmhumus beschleunigt Keimung und Wachstum. Samen werden mit Wurmhumus gebeizt und in die Aussaterde kommt Wurmhumus. Dadurch keimen die Pflanzen rascher und wachsen zügiger.  Gerade das Jugendstadium ist gefährlich und viele überleben es nicht. Wenn sie aus diesem labilen Stadium rasch heraus wachsen ist das nur ein Vorteil. Ich werde auf alle Fälle einmal meine Möhrensamen damit beizen. Vielleicht habe ich dann nächstes Jahr Möhren die keimen.

Wurmhumus sorgt für mehr Geschmack im Gemüse. Die Pflanzen haben eine höhere Trockenmasse und damit mehr Inhaltsstoffe. Das Gegenteil davon wären dann wässrige Tomaten, die wohl jeder kennt. Auch der Nitratgehalt  des Gemüses soll bei  Wurmhumusdüngung geringer sein (z.B. Spinat, Rote Beete etc.). Die Pflanzen sind einfach mit allem bestens versorgt, wachsen gesund und widerstandsfähig und lassen die Schädlinge abblitzen.

Ich freue mich auf dieses spannende Thema gestoßen zu sein und wieder Hoffnung auf einen gesunden Garten im Gleichgewicht zu haben.

Wenig Gartenarbeit – viel Küchenarbeit. Als Selbstversorger muß man überall präsent sein.

Sonntag Abend und ein ruhiges Gartenwochenende aber arbeitsreiches Selbstversorgerwochenende neigt sich seinem Ende zu.

Gestern habe ich endlich meine Selleriepflanzen restlich im Garten verteilt gepflanzt. Jetzt muß ich abwarten, ob sie noch zu einer Ernte führen. Ich war etwas spät mit dem Sähen dran und so hat sich alles verzögert. Aber es waren schöne kräftige buschige kleine Pflanzen.

Damit das Ernten weiter gehen kann habe ich auch wieder Kohlrabi gesät, Endivien, Frühlingszwiebeln und Wurzelpetersilie. Gut dass ich meine eigene Aussaattabelle habe und dort immer wieder nachsehe, was gerade gesät werden kann oder sollte. Den Blumenkohl und Brokkoli wollte ich auch sähen, habe aber festgestellt, daß ich damit noch ein wenig Zeit habe. Der ist in etwa 14 Tagen dran.

Und es hat endlich geregnet. Erst wenig. Gerade so viel, daß ich ins  Haus musste, aber nicht einmal so viel, daß unter meinem noch kleinen Mangold der Boden nass geworden wäre.

Wir hatten ja aber genügend im Haus zu tun. Wenn man sich selbst  versorgen möchte mit leckerem und auch überaus gesundem Obst und Gemüse, dann hat man eben auch in der Küche immer wieder reichlich Arbeit.

Heute haben wir meine zwei Blumenkohl geerntet,weil wieder irgend etwas anfing daran zu knabbern. Blanchiert und eingefroren ist er künftig wieder eine willkommene Beilage oder Zutat. Und Salat gibt es im Moment täglich zum Essen.

Blumenkohl und Salat (c) by Joachim Wenk
Blumenkohl und Salat

Die Ackerbohnen fingen an umzubrechen vom  Wind und vom Regen. Daher haben wir einmal alle durchgeerntet, bevor die Arbeit umsonst war. Von dem halben Korb voller Schoten haben wir eine gute Portion gepult. Die sind so interessant. Die dicken Schoten sind innen sehr dick ausgepolstert und weich und flauschig. Die essbaren Kerne wurden ebenfalls kurz blanchiert und eingefroren.

Ackerbohnen (c) by Joachim Wenk
Ackerbohnen

Vom Stammtischfreund haben wir die Woche schon einmal einen Eimer Kirschen bekommen und heute wieder einen Eimer voll dicker süßer Herzkirschen geerntet. Eine Schüssel Himbeeren bekam ich auch geschenkt. Die Kirschen haben wir eingefroren für Kuchen oder Süßspeisen, eingekocht als Kompott. Zusammen mit den Himbeeren und weißer Schokolade haben wir dann noch ein paar Gläschen wahnsinnig aromatische Konfitüre gemacht.

Wintervorrat (c) by Joachim Wenk
Fertig für die Vorratskammer

Meine schwarzen Johannisbeeren waren auch erntereif. Das sind mir neben Himbeeren meine aller liebsten Beeren. Ich liebe den Geruch der Blätter und den Geschmack der Beeren. Beides macht mich richtig froh und glücklich. Es ist fast wie eine Droge für mich.

schwarze Johannisbeeren (c) by Joachim Wenk
schwarze Johannisbeeren

Gestern abend war dann das Wetter wieder schön, so dass wir den vereinbarten Grillabend mit Tante und Onkel auch einhalten konnten. Gegrillt wurde wieder über Holzglut in der Feuerschale und gegessen im Rohbau vom Hüttenzauber, wo  wir noch lange saßen und redeten und uns des Lebens freuten. Zum Nachtisch gab es dann noch Vanilleeis mit Erdbeeren. Die ernte ich gerade auch mehrmals die Woche.

Erdbeerernte (c) by Joachim Wenk
Erdbeerernte

Leider hat der heiß ersehnte und notwendige Regen auch sofort, noch bevor er den Boden erreichte die Schnecken mobilisiert. Auf meiner im Freien ausgepflanzten Dahlie waren sofort sechs oder sieben riesige braune Schnecken. Ich weiß wirklich nicht wo ich nächstes Jahr die Dahlien, die mir so gut gefallen in ihren Rosa und Flieder-Tönen, hinpflanze. Im Gemüsegarten im Schneckenzaunbeet oder in den Beeten die mit Schneckenkorn relativ schneckenfrei sind (mit  Schneckenring) wachsen sie schön, aber die beiden in den Blumenbeeten laufen ständig Gefahr unwiederbringlich vernichtet zu werden.

Schnecken im Erdbeerbeet (c) by Joachim Wenk
Blick ins Erdbeerbeet

In den Kompostbehälter mag ich schon garnicht mehr hineinschauen.

Schneckenplage (c) by Joachim Wenk
Schneckenplage

Schneckenplage (c) by Joachim Wenk
Schneckenplage

Schneckenplage (c) by Joachim Wenk
Schneckenplage 

Heute hat es den ganzen Vormittag geregnet. Aber wir hatten ja noch Selbstversorgerarbeiten im Haus zu erledigen. Und unseren ersten Hochzeitstag haben wir auch gefeiert. Wir haben uns nahe gelegenen Hofgut Schönbronn ein Schlemmer Menü gegönnt.

Genießermenü (c) by Joachim Wenk
Genießermenü

Nicht nur der Fußball ist rund! Und schon habe ich auch hier im Blog über meinen Garten die WM thematisiert.

So, das heiß ersehnte Fußballspiel ist siegreich beendet. Jetzt ist wieder Zeit sich anderen Dingen zu zu wenden. Und eines kann ich jetzt schon sagen, nicht nur ein Ball ist rund…

Aber der Reihe nach und wie alles begann.

Hier sieht man die Kinderstube.

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
19. März 2014

 Das Jugendzimmer ist vorbereitet.

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
9. April 2014

Einzug nach längerem Regen im April.

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
27. April 2014

Langsam wird das Wetter besser und die Farbe kehrt zurück

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
3. Mai 2014

Aber es könnte Nachtfrost kommen.

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
3.Mai 2014

Es kam ein Frost, dafür aber immer mehr wohlige Sonne, die zum Wachsen verleitet.

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
13.Mai 2014

Und weil Wachsen hungrig macht, wird gefüttert. Sehr mutig! Warum? Weil sich im frischen Grasmulch die Schnecken so wohlfühlen und ich deren explosives Auftreten dieses Jahr vermeiden möchte. Aber hier im Schneckenzaunbeet traute ich mich ein wenig und dünn zu mulchen. Zu futtern gibt es auch noch Hornmehl (vor der Pflanzung) und Brennesseljauche. 
Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
17. Mai 2014
Das Futter scheint zu schmecken und sorgt für kräftigen Zuwachs.
Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
2.Juni 2014
Zum Mulchen ist schon lang kein Platz mehr zwischen den Reihen. Die Freude wird noch getrübt von den vielen vielen weißen Fliegen auf der Blattunterseite der Kohls. Schnecken sind ein paar im Schneckenzaunbeet. Sie haben noch das Schneckenkorn überlebt, aber die kommen auch noch dran. Ein paar Pflanzen sind den Engerlingen zum Opfer gefallen und ein paar den Ameisen. Aber die, die überlebt haben sind jetzt wirklich kräftig. 
Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
15. Juni 2014

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
15. Juni 2014

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
15. Juni 2014
Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
17.Juni 2014
Und die erste Ernte ist fällig. Die erste dralle runde Kohlrabi dieses Jahr. Selbst gesät! Und so etwas von zart und geschmackvoll und saftig. Und die Blätter ein Traum für grünen Smoothie und zum Kochen. Ich habe noch nie bessere Kohlrabi gehabt. 
Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
26.Juni 2014

 Und der hier erst. Hier ist nichtmal die weiße Fliege dran. Auch keine Schnecken. Wenn man die  Blätter anfasst, kann man sich vorstellen warum. So fest – da beißt keines der Viecher rein. Mal sehen, ob der Kohlweißling es versucht. Ich bin wachsam.

Nicht mehr lange und er ist rund und groß, wie ein Fußball. Aber wesentlich schöner gezeichnet und mit Sicherheit schmeckt er auch viel viel besser…

Kohlgemüse (c) by Joachim Wenk
26.Juni 2014

Abendstimmung im Landgarten

Momentan genieße ich wo immer es geht diese wundervollen langen und hellen Tage. Sie sind so schön! Und das Wetter spielt größtenteils auch mit. Die Temperaturen sind angenehm. Manchmal gegen Abends fast schon sehr warm und dann geht die  Sonne langsam hinter dem Haus unter. Es ist je nach Gartenteil immer nur ein ziemlich kurzer Moment in dem die untergehende und schwächer werdende  Sonne vielleicht noch durch die Bäume oder Hecke strahlt. Just in dem Moment ist die Atmosphäre ganz besonders. Es heißt ja auch, daß immer an Orten oder zu Zeiten die einen Übergang kennzeichnen sich auch die Pforten in die andere Welt öffnen. Hier ist man auf alle Fälle in einer eigenen Welt. Sehr weich, sehr ruhig, sehr angenehm und irgendwie gedämpft.

Ich wünsche euch ein paar ruhige Augenblicke beim Betrachten der Bilder.

Dahlienblüte in der Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte in der Abendsonne

Knospe Schokoladenblume (c) by Joachim Wenk
erste Knospe
der  Schokoladenblume

Bodendeckerrose Sternenflor (c) by Joachim Wenk
Bodendeckerrose Sternenflor

Spiegel der Abendsonne Austin Rose golden Celebration (c) by Joachim Wenk
Spiegel der Abendsonne Austin Rose golden Celebration

Witwenblume und Ringelblume (c) by Joachim Wenk
Witwenblume und Ringelblume

Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Witwenblume

Witwenblume und Ringelblume (c) by Joachim Wenk
Witwenblume und Ringelblume 

Witwenblume und Ringelblume (c) by Joachim Wenk
Witwenblume und Ringelblume 

Mein Urlaub und die Woche im Garten geht zu Ende. Und ich habe viel geschafft.

Eine Woche Urlaub ist zu Ende und ich war jeden Tag in meinem geliebten Garten. Das Wetter war nicht unbedingt das, was man im Juni erwartet. Nachts ist es deutlich unter 10°C kalt. Das Gewächshaus mache ich Nachts zu. Früh, wenn ich den Hund zum Gassi machen raus lasse, sind um 8 Uhr noch immer die Fenster geschlossen, obwohl die Sonne darauf scheint. Das war im April ja schon anders, das standen sie um diese Zeit voll geöffnet. Tagsüber hatten wir etwa 22°C manchmal auch nur 17°C.

Aber es fehlt nicht nur die Wärme in der Nacht – Tags ginge es ja sogar – sondern ganz massiv einmal wieder der Regen. Ich habe also sehr viel Zeit diese  Woche mit Gießen verbracht. Bei einem so großen Garten ist es dennoch wie ein Tropfen auf einen heißen Stein. Die Erdebeeren zum Beispiel würden sehr gut tragen. Weil der Boden dort aber total trocken ist, sind die Früchte sehr trocken, winzig klein und sehr sauer. Dort habe ich also fast jeden Tag gegossen. Mit dem Erfolg, dass die Beeren jetzt tatsächlich etwas größer und saftiger sind. Ich hoffe dass das Wasser auch den Himbeeren gut tut, die gerade Früchte ansetzen und den  Schwarzen Johannisbeeren, die gerade reifen. Die waren nach der Blüte auch schon zu trocken und haben viele Beerchen darum abgeworfen.

Weil es Mitte der Woche kühl war und nachts ganz leicht nieselte habe ich die Tage genutzt, um wieder Hornmehl (gemäß Düngeplan des Bodenanalyseinstitutes) auszubringen. Auch Komposttee habe ich wieder gemacht und gegossen. Ich will doch meinen Boden beleben, was er sehr nötig hat.

Aus diesem Grund habe ich mir auch die Regenwurmfarm angeschafft. Seit ein paart Tagen stehen sie nun in ihrem neuen Quartier im Palmenhaus. Diese Tage sollten sie jetzt gemäß Handbuch dann langsam anfangen zu Fressen. Ich bin gespannt.

Mein Kohl steht wie im Bilderbuch. Also Früh und spät abends. Tags hängen die Blätter schon recht welk an den Pflanzen. Und unten drunter überall weiße Fliege. Ich habe Neemöl gespritzt. In den vergangen Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, daß der Kohlweißling wohl wegen des starken Geruches vom Neemöl weniger Eier auf meinem Kohl ablegt.

Schließlich wurde ja auch unser neuer Zaun fertig. Bis da wieder alles verräumt und sauber gemacht war dauerte es auch eine ganze Weile. Dann habe ich die Erde, die ich beim Abbau des alten Zaunes habe weggeschafft wieder her geholt und den Graben aufgefüllt. Und ich habe mitgezählt. 100 Schritte sind es vom neuen Zaun, den Berg hoch hinter die Scheune am anderen Grundstücksende. Dort hatte ich die Erde zwischengelagert.

Meine Kompostbehälter sind fast voll. Diese Woche habe ich wieder ungezählte Säcke mit Unkraut aus den Beeten entfernt und auf den Kompost. Der „wilde“ Haufen, auf den wir einfach alles im ersten Herbst vor dem Einzug kippten ist immer noch nicht verrottet. Äste kreuz und quer darin. Ich bräuchte den Platz für meinen aktuellen Kompost aber das würde viel Arbeit bedeuten diesen alten Haufen irgendwie wegzuschaffen. Man kann ja nicht einmal mit der Schaufel hineinstechen, wegen der Äste und Zweige.  Aber im Winter werde ich mir das einmal vorknüpfen. Vielleicht aber auch schon früher…

Ansonsten blüht hier und da etwas recht hübsch. Und einige Gemüse gedeihen auch prächtig. Zum Beispiel die Kartoffeln und Tomaten. Die Ackerbohnen sind so nach und nach erntereif.  Salat gibt es gerade häufig.

Geranien in Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Geranien in Abendsonne

Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Baumspinat Magenta Spreen von
Christine

Palmlilie mit Blütenknospen (c) by Joachim Wenk
Palmlilie mit Blütenknospen

Zwergseerose im Regenfass (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose im Regenfass

Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Snowflake’s
erste Blüten

Rittersporn (c) by Joachim Wenk
mein „super prächtiger“ Rittersporn
weißer Eisenhut (c) by Joachim Wenk
wirklich prächtiger Eisenhut

Dahlienblüten (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüten

Dahlienblüten (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüten

Meinen Geranien vor dem Haus gefällt die Trockenheit und Wärme, genau wie der Palmlilie gegenüber, die etliche Blütenstiele in die Höhe streckt. Im Sonnenbeet blühen weiter die Wärmeliebenden. Meine Schokoladenblume (das Geburtstagsgeschenk aus dem Büro) hat schon eine Knospe. Ach ja Geburtstag. Auch am gestrigen Samstag, welchen wir für eine Zweiergeburtstagsparty mit einer Kollegin nutzten, bekamen wir wieder schöne Pflanzen geschenkt. Die kommen auch nach Vorne Richtung neuer Zaun. Aber genau wie für meinen Ranunkelstrauch ist es dort gerade so heiß und vor allem so trocken, daß es nichts bringen würde jetzt dort einen Pflanzversuch zu unternehmen. Also werden sie an die Kübelpflanzenbewässerung angeschlossen und müssen warten, bis es wieder feuchter wird.

rose Zwergstrauchrose und Lavendel  (c) by Joachim Wenk
rose Zwergstrauchrose und Lavendel was für ein schönes
Geschenk

Gestern haben wir unseren Garten einmal wieder für eine Feier genutzt. Es war so schön bei Kaffee und Kuchen im Freien zu sitzen. Alle Arbeiten  waren erledigt und man konnte einfach nur in Ruhe mit Freunden zusammen sein. Gegrillt haben wir wieder  über der Feuerschale über echtem Holzfeuer und dessen Glut. Im kleine Grill daneben hatten wir Kohle. Die Gäste waren begeistert über unsere Art des Grillens. Scheinbar ist man schon viel zu sehr an hochtechnisierte Profigrills gewöhnt. Wir waren 12 Personen und das Fleisch war im Nu gegrillt, schmeckte so köstlich und das Feuer wärmte uns noch den ganzen Abend während des  Fußballspieles. Natürlich mußten wir regelmäßig nachlegen. Ein schöner Abschluß für eine schöne Woche.

Grillen über Holzfeuer (c) by Joachim Wenk
Grillen überm Holzfeuer

genießen im Garten(c) by Joachim Wenk
Genießen im Garten
gemeinsam Fußball WM schauen (c) by Joachim Wenk
gemeinsam  Fußball WM schauen

Meine neuen Untermieter im Palmenhaus.

Am Mittwoch Nachmittag kamen sie an, die neuen Untermieter im Palmenhaus. Den ganzen Tag habe mir so geplant und eingerichtet, dass ich ihre Ankunft ja nicht verpasse. Am Donnerstag war ja der Feiertag und so mussten sie am Mittwoch auch wirklich in Empfang genommen werden.

Im Internet habe ich ihre Route verfolgt und dann am späten Nachmittag gelesen, daß sie schon da sind. Ups, die sind zur anderen Adresse im Ort gegangen, zu meiner Schwägerin.

Also habe die Zaun-Aufräumarbeiten unterbrochen und bin zu ihr gefahren, meine Mieter abzuholen. Im Schatten unter der großen Haselnuß auf der Hollywoodschaukel habe ich es mir bequem gemacht und sie willkommen geheißen.

Das Begleitschreiben war etwas durcheinander, aber dennoch ist es mir gleich gelungen das Gästeappartement zusammen zu bauen und einzurichten. Jetzt habe ich sie aus dem Sack gelassen und ins neue Zuhause gesetzt. Die waren – wahrscheinlich vor lauter Angst und Schrecken was auf sie zukommt – zu einem Knäuel zusammengehockt.

In dem Schreiben steht, daß sie jetzt ein paar Tage nichts oder fast nichts essen werden, bis sie sich umgewöhnt haben. Und wenn sie verstärkt umherirren und mich wieder verlassen möchten, soll ich einfach Licht anlassen. Dann gehen zurück ins neue Zuhause und bleiben dort. Scheinbar haben sie aber gemerkt, daß sie hier sehr willkommen sind und haben sich nur in aller Ruhe einmal in ihren neuen Örtlichkeiten umgesehen.

Weil sie erst mal kaum Hunger haben werden soll man auch nur ganz wenig zu Essen anbieten. Ein wenig Grünzeug habe ich ihnen daher gegeben. Wenn ich merke dass es gegessen wird, kann das Füttern losgehen. Sie haben Kost und Logis frei. Miete zahlen sie in  Naturalien. Und die sollen unbezahlbar und unschlagbar sein. Warten wir es einfach einmal ab.

Lombrikco Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
Meine Wurmfarm mit der ersten „Arbeitsebene“

Übrigens, die Wurmfarm steht nicht in der Sonne am Fenster! Ich habe sie nur zum Fotografieren hochgestellt. Ihr eigentlicher Platz ist unter diesem Tisch. Dort ist es dunkel, da ja die Wand davor ist.

Lombrikco Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
hier wohnen und arbeiten sie

Lombrikco Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
die weiteren Zimmer 

der neue Zaun ist fertig

Und wieder ist ein Projekt im Garten abgeschlossen. Und wir sind äußerst zufrieden mit und glücklich über das Ergebnis.

Jetzt wird dann so nach und nach auch der vordere Gartenteil weiter gestaltet und aufgehübscht.

Als wir 2011 einzogen haben wir die drei sehr großen Nadelbäume neben dem Eingangstor entfernt. Sie machten zu viel Schatten, standen zu dicht aufeinander und hatten daher wegen Wassermangel auch kaum noch grüne Nadeln und was einmal passiert, wenn eine Sturmböhe hinein bläst konnte auch niemand sagen.

(c) by Joachim Wenk
Beim Einzug 2011 mit alten Nadelbäumen und altem Zaun

Auf dem Foto sieht man auch den alten Zaun. Es war ein klassischer Holzlattenzaun. Die Latten waren marode. Wir sind auch schon Heim gekommen und ein ganzes Feld lag auf der Straße. Das Holz war so morsch, daß es einfach herausgefallen ist. Zudem hatten wir damals noch die zwei Hunde, welche durch den Zaun nicht aufgehalten werden konnte. Da wir wussten, der neue Zaun kommt irgendwann später, haben wir mit Latten aus dem Baumarkt eine provisorische Erhöhung gezimmert.

(c) by Joachim Wenk
gut zu erkennen: die Lattenzaunerhöhung

Ende Mai war es so weit und wir begannen den Rückbau. Der Zaun war seit März bestellt und der Termin der Montag nun endlich festgelegt. Die Erhöhung wurde abmontiert, dann der Zaun. Die Betonpfosten musste abgemeißelt werden.Diedabei entstandenen „Löcher“ haben wir mit übrigen Waschbetonplatten abgedeckt. Dummerweise war da gerade die heißeste Zeit in diesem Jahr und der Südwesthang vor dem Haus potenzierte die Hitze noch einmal. Was haben wir geschwitzt. 
(c) by Joachim Wenk
der Abbruch beginnt
Aber die Mühe hat sich gelohnt. Jetzt ist er montiert und gefällt uns super gut. Endlich geht das Gartentürchen auf, auch ohne dass man gleichzeitig klinkt, anhebt und mit dem Fuß dagegen drückt. Die Klinke ist nicht mehr unterhalb der Kniehöhe und alles ist aus einem Guß. Hoch genug, daß der Hund nicht raus kann. 
Der Zaun ist verzinkt und muß auch somit nicht mehr gestrichen oder sonst gepflegt werden. Arbeit finde wir schließlich noch genügend im Garten. 
verzinkter Gartenzaun mit Kügelchen  (c) by Joachim Wenk
der neue Zaun
verzinkter Gartenzaun mit Kügelchen  (c) by Joachim Wenk
der neue Zaun

Ein Selbstversorger im Gemüsegarten

Vor ein paar Tagen hat mir jemand einen Kommentar zu  einem Gemüsegartenfoto von mir gegeben. Das steht aber alles schon schön bei dir, oder so ähnlich lauteten die Worte. Ich habe mich sehr gefreut über das Kompliment. Allerdings bin ich ja ein ehrlich Mensch und berichte in meinem Blog hier über Erfolge und Misserfolge gleichermaßen. So wie sie sich eben ergeben. 

Kohl und Salat (c) by Joachim Wenk
Erfolgsfoto
weiße Fliege am Kohl (c) by Joachim Wenk
Misserfolgsfoto
Daher habe ich als Antwort geschrieben, daß ich auch (fast) nur die schönen Pflanzen und Gemüse veröffentliche. Es gibt schließlich genügend Misserfolge ebenso. 
Ja die gibt es und noch mehr, wenn man einen Garten neu übernimmt, Gemüsebeete neu anlegt oder einfach der Boden nicht gut ist. Sehr viel Arbeit und Mühe ist jedes Jahr umsonst. Krankheiten und Schädlinge laben sich an meinem Gemüse. Mir bleibt viel zu oft nur der Ausweg über den Zukauf von Gemüse. Eigentlich noch immer zum größten Teil. Vom Selbstversorger bin ich noch weit weg. Auf vom Teilweise-Selbstversorger. 
Mit all den Gedanken im Kopf habe ich begonnen meine Geburtstagsgeschenke zu lesen. 
„Das große Biogartenbuch“ von Andrea Heistinger und „Biodünger selber machen“ ebenfalls von Andrea Heistinger und Alfred Grand. Zwei ganz excellente und empfehlenswerte Bücher übrigens. 
Einleitend zum Biogartenbuch wir so einiges geschrieben über den Garten und die „Selbstversorgung“. Genau mein Thema im Moment und die Gedanken und Einstellungen decken sich absolut mit meinen. 
Ist es denn überhaupt heutzutage nötig Selbstversorger zu sein? Also finanziell, wie es vor einigen Jahrzehnten noch hilfreich war, eigenes Gemüse zu bauen, sicher nicht. Wir leben auch nicht in abgelegenen Erdteilen und können uns täglich mit – sogar Bio-Gemüse – versorgen oder bekommen es gar geliefert.
Gesundheitsoase und Lebensfreude Gemüsegarten im Morgenlicht (c) by Joachim Wenk
Gesundheitsoase und Lebensfreude
Gemüsegarten im Morgenlicht
Was wir aber nicht kaufen können oder was nicht mitgeliefert wird bezeichne ich als das Erfolgserlebnis selbst etwas angebaut und geerntet zu haben. Es ist irgendwie ein ganz archaisches und daher sehr tiefgreifendes Gefühl und eine Freude für sich und seine Lieben selbst gesorgt zu haben. Wir bekommen mit gekauften Gemüse und Obst nicht die Arbeit in und vor allem mit der Natur dazu geliefert. Selbstfindungsseminare oder -literatur werden überflüssig. Der Blick auf Lebensmittel und auch auf Zusammenhänge in der Natur ändert sich. Der Umgang mit Lebensmitteln und der  Ernährung ändert sich. Lebensmittel zu Punkten addieren und dann entscheiden ob ich es esse oder nicht verkommt zur Karikatur, wenn man auch nur Teile seiner Lebensmittel selbst anbaut und verzehrt. Das schafft keine Biokiste oder Gemüseabteilung im Einzelhandel. 
Ich sprach aber auch von Misserfolgen. Schnell hat vielleicht der eine oder andere den Entschluss gefasst, Selbstversorger zu werden. Es ist gerade ganz modern und klinge nach dem oft ersehnten Landleben. So leicht ist es aber nicht. Man braucht einen Garten mit gutem Boden und die innere Haltung dazu. Sonst hält man das nicht lange durch. Vielleicht nicht einmal so lange, bis sich sehenswerte  Erfolge im Garten und der Küche einstellen. 
Ich selbst hatte nicht einmal vor, Selbstversorger zu werden. Das Gärtnern ist und war seit jeher meine Leidenschaft. Und eine gesunde Ernährung ebenso. Ich esse gerne Gemüse, was das Ganze Unterfangen nur unterstützt. Daher habe ich bereits durch meine ersten Erfahrungen im neuen Garten schon ein paar Dinge organisiert. Und wenn ich so in dem Buch lese, stelle ich fest, daß ich auf dem besten Wege bin ein (teilweise) Selbstversorger zu werden. 
Im ersten Jahr habe mir Pflanzen gekauft und in die  Beete gesetzt. Die Ernte kam und ich freute mich. Plötzlich war es vielleicht Ende Juli oder Anfang August und eine ganze Menge Beetfläche lag brach, weil ich nichts zum Sähen hatte und auch keine weiteren Pflanzen mehr gekauft habe. Das fand ich Verschwendung, wenn das sowieso schon so kurze Gartenjahr so unnütz verplempert wird. 
Im zweiten Jahr habe ich das erste mal Herbstaussaaten gemacht. Winterrettiche, Asiasalate, Schnitttsellerie, Hirschhornwegerich hatte ich als Samen gekauft und in Schalen vorgetrieben. Die Gartensaison hätte somit verlängert werden können. Das war die Theorie. Aber anstatt, der 4  Wochen bis zur Ernte standen meine Asiasalate mehr als das Doppelte an Zeit im Beet ohne zu  wachsen. Ernten konnte ich nichts. Lediglich einmal ein oder zwei Blätter ab zupfen um zu schmecken, wie das mir neue Gemüse überhaupt schmeckt. Dann kam der Spätherbst mit wenig Licht und nichts wuchs mehr. Da mir das unendlich langsame Wachstum bei meinem Gemüse bereits mehrmal auffiel ließ ich im Frühjahr den Boden analysieren und weiß nun, dass es tatsächlich am Boden liegt.
Dieses Jahr ist das dritte Jahr. Die Dinge, die ich beeinflussen kann habe ich beeinflusst.
selbst ausgesäter Salat (c) by Joachim Wenk
3. Generation selbst vorgezogener
Salat dieses Jahr
Ackerbohnen (c) by Joachim Wenk
erste Ackerbohnenernte
Ich habe im Winter sehr viele Samen gekauft und darauf geachtet, daß für jede Jahreszeit etwas dabei ist. Dass ich nichts vergesse zu sähen habe ich mir eine Tabelle angelegt in der für jedes Gemüse ersichtlich ist, wann es wo gesät und wann geerntet wird. Die Samen sind übersichtlich im Ordner verstaut. Mehr dazu findet ihr hier
Und manchmal ernte ich ja sogar etwas im Garten. Was mache ich jetzt damit. So unendlich viele und gute Rezepte habe ich gesehen und gesammelt in wunderschönen Magazinen oder Büchern. Und immer wenn ich ein Rezept sehe, habe ich das Gemüse dazu nicht oder umgekehrt. Also wurde wieder ein Ordner angeschafft und die Rezepte alphabetisch nach Gemüse geordnet. Das funktioniert sehr gut. Mehr hierzu könnt ihr hier lesen. 
Der Boden wird diesmal mit Stickstoff (der ihm massiv fehlt) gedüngt. Hornmehl und Brennesseljauche werden immer wieder verteilt. Und ich sehe die ersten Erfolge mehr als deutlich. Dort wo Hornmehl hin kam und dort wo es zu wenig war. 
Ich habe also gelernt und aus Misserfolgen Erfolge machen können. Die Natur allerdings tut ihres dazu. So ist es im Garten. Da kommen wir auf den Blick für Zusammenhänge und das zweite Büchlein über den Biodünger. Dort wird sehr viel über den Boden geschrieben. Weil der es ist, der umsorgt werden muß. Dann wachsen die Pflanzen „von allein“. Meiner ist nicht gut. Humus enthält er fast gar keinen. Durch den Dünger wachsen die Pflanzen jetzt zwar, aber die Schädlinge sind da. In einem guten Boden werden die Pflanzen widerstandsfähiger. Das biologische Gleichgewicht stellt sich ein. Die Pflanzen überstehen Trockenperioden besser und kommunizieren mit dem Boden und mit den Artgenossen. Immer mehr wissenschaftliche Studien kommen da Stück für Stück dahinter. Ich werde also jetzt im nächsten Schritt mich intensiver und mehr um den Boden  kümmern. Das ist ein langer Prozess, aber ohne ihn gestartet zu haben werde ich ihn nicht beenden und Erfolg haben können. Wieder sehe ich manches ein bisschen anders, auch liebevoller (weil ich die Gründe für manchen Misserfolg kenne und nicht mehr denken muß dass ich einfach alles falsch mache). Und hoffnungsvoller. Es wird besser! Mit meinem Kompost muß mich mir was überlegen, Komposttee  habe ich ja schon begonnen anzuwenden und  Wurmkompost wird jetzt auch probiert. Mulchen und Gründünger kommen, im Herbst, auch dazu. Jetzt steht alles zu voll und durch den Mulch würde ich nur die Schneckenplage verschlimmern. 
Ich bin auf dem Weg zum kleinen Selbstversorger. Ein schönes Gefühl. Und ich bin freudig gespannt, wie es von Jahr zu Jahr besser und erfolgreicher wird. Von Jahr zu Jahr, so ist es. Selbstversorger wird man nicht von jetzt auf gleich. Das dauert und auch hier ist schon der Weg das Ziel. 

Wenn der Bertram mit der Jungfer im Grünen…

… blüht.

Bertram und Jungfer im Grünen (c) by Joachim Wenk
der Bertram mit der Jungfer

Dann – ja was dann? Dann ist es im Garten herrlich. Es ist fast Sommer und warm und in freudiger Erwartung der künftigen Ernten schreite ich durch mein Paradies. Immer auf der Suche nach Wachstum, neuen Blüten oder ersten Früchten und Gemüse für die Ernte.

Erdbeeren (c) by Joachim Wenk
erste Erdbeeren

Die große Hitze macht der Empress Josephine zu schaffen. Sie lässt sich aber nicht gehen und schenkt mir diese für die kleine Rose sehr großen wundervollen Blüten. Zusammen mit der Katzenminze ist das ein reizendes Paar.

Das Beet ist mein trocken-heißes Sonnenbeet. Es ist wirklich sehr trocken (gut dass Rosen tief wurzeln) und heiß und der Boden ist hart. Als ich die Rose im ersten Herbst pflanzte waren mir die Standortbedingungen der einzelnen Beete im Garten einfach noch nicht so bewusst. Sonst hätte ich sicher keine Rose dort hin gepflanzt. Nachdem ich in den Sommern mit dem Gießen nicht mehr nachkam, wegen der Hanglage alles auf der Oberfläche nach unten geflossen ist und zu alledem die Schnecken den überlebenden Rest Blumen vernichtet hat fasste ich einen Entschluss.

Es kommen nur noch trockenheitsverträgliche, hitzetollerante und schneckenresistente Stauden und Pflanzen dort hin. Gute Erfahrung habe ich seit diesem Jahr mit Witwenblume und Färberkamille. Die Katzenminze zeigt auch keine Schwäche und der Cystus blüht sich tot. Winterharte Zitrone und winterharter Eukalyptus sind jetzt auch eingewachsen und schieben gut durch dieses Jahr. Heute habe in einem Chat von der Phlomis, dem Brandkraut erfahren. Das wird als nächstes hier einquartiert. Es verträgt Hitze, Trockenheit und ist so zäh, daß Schnecken es nicht anrühren. Und es blüht gelb. Da passt doch perfekt. Hier sollen langfristig die Farben  Gelb und Lila/Flieder stehen.

Empress Josephine mit Katzenminze (c) by Joachim Wenk
Empress Josephine mit Katzenminze
Hinter der Josequine gelbe Färberkamille und pinke Witwenblume, links Storchschnabel und wiederum da dahinter müsst ihr entschuldigen. Das ist meine Frühlingsblumenwiese. Die Narzissen und Osterglocken sind ja nun eingezogen und man hätte mähen können. Aber da kam der Urlaub, jetzt der Zaunbau, dann war das Wetter nicht danach und mittlerweile ist es eine hüfthohe Wiese. Aber sie kommt bald weg, das sieht dann doch etwas ordentlicher aus. Gar so verwildert mag ich es dann dort auch nicht. 
Storchschnabel, Färberkamille, Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel, Färberkamille, Witwenblume
pinke Witwenblume (c) by Joachim Wenk
pinke Witwenblume
Cystus (c) by Joachim Wenk
Cystus

 Von der Küche aus betrachtet sieht das dann so aus:

Blick aus Küchenfenster (c) by Joachim Wenk
blick aus Küchenfenster, links das heiße Sonnenbeet

Und was man noch aus dem Küchenfenster sehen kann ist der Zaun, der gerade nicht da ist.

Der Sockel ist gesäubert und die Säulen abgemeißelt. Auf einer Seite muß noch eine Schicht aufgemauert werden. Dazu können wir die alten Teile der Säulen nehmen. Und dort wo das Fundament so niedrig ist ging die Erde vom Hang dahinter schon bis zu Oberkante der Platten. Auf alle Fälle wollten wir hier vor dem  neuen Zaun etwas Erde entfernen. Auf die Graberei bei 30  °C im Schatten habe ich mich ja schon gefreut. Umso entsetzter war ich, als der Spaten, egal wo ich ihn in die Erde treiben wollte, auf Stein stieß. Es stellte sich heraus, daß wohl früher einmal entlang des Zaunes ein Streifen mit großen Kieselsteinen verlief. Und die konnten nur mit der Handschaufel einzeln ausgegraben werden. Nach einigen Schubkarren voller Kieselsteine und Erde, die ich auch noch über das ganze Grundstück den Berg hoch schieben musste waren meine Kräfte schon recht in Mitleidenschafft gezogen. Aber die Vorfreude auf den neuen Zaun lässt die Schmerzen schnell vergessen.

Zaunrückbau (c) by Joachim Wenk
keine Kartoffeln sondern Kieselsteine

Zaunrückbau (c) by Joachim Wenk
hier drunter sind sie versteckt

Zaunrückbau (c) by Joachim Wenk
fertig, so muß es jetzt noch gemauert werden

Zaunrückbau (c) by Joachim Wenk
hier sind wir schon mit allen Vorbereitungen fertig

Zaunrückbau (c) by Joachim Wenk
so hat es noch vor kurzem ausgesehen

31°C im Schatten und blauer Himmel – die richtige Zeit an leckeren Grünkohl mit fetter Wurst zu denken

So gehen sie nun zu Ende. Drei wundervolle freie Tage.

Gut, der Samstag hat uns und vor allem Volker an die Grenzen gebracht. Bei diesen Temperaturen an der heißesten Stelle im Garten betonierte Zaunpfosten wegmeißeln, das muß man gewöhnt sein, um es zu überstehen. Dafür hatten wir ja dann abends den ersten traumhaft schönen ruhigen Grillabend.

Sonntag und Montag gehörten der Erholung und der Leidenschaft am Garteln. Wir haben auch wieder gegrillt. Das hat so etwas Archaisches, Ursprüngliches. In der eisernen Glutschale wird einfach gespaltenes Holz aufgeschlichtet und angezündet. Wenn die nötige Glut da ist, schwenken wir den Rost darüber. Schon können die leckersten Speisen zubereitet werden: Ziegelsteinbrot mit frischen Kräutern, zarte marinierte Esspresso-Steaks, Hackbuletten, Grillkartoffeln mit herrlich aromatisch angerösteter Außenseite. So liebe ich das Grillen.

Auch wenn wir schon einmal einen professionellen Grillkurs besucht haben. Ich mache es am liebsten ganz ursprünglich auf Holzglut. Bei dem Grillkurs haben wir in Anbetracht der anwesenden Luxus-Grill-Besitzer geschwiegen, welchen Grill wir so benutzen. Und geschmunzelt haben wir. Für das so gewünschte Raucharoma gibt es zum Beispiel spezielle Holzschnittel in Tütchen abgepackt. Die weicht man vorher in Wasser ein, damit sie nicht sofort verglühen. Und für den Grillhektiker unter Hochleistungsdruck gibt es diese ohnehin schon überteuerten Hackschnitzel, wie man sie nennen könnte, auch schon fertig eingeweicht und vakuumverpackt. Naja wer sich für ein paar Tausend Euro so einen Luxusgrill leisten kann, der sollte halt am Räuchermaterial nicht sparen.

Aber ich will nicht nur lästern, sondern auch von meinen Genüssen in unserem paradiesischen Landgarten berichten. Es gibt wohl auch keinen Ort an dem der nachmittägliche Eiskaffee besser schmeckt. Und bei dem bombastischen Wetter ist man dann abends auch noch gerne draußen und genießt es. Gestern waren wir eingeladen bei Freunden zu einem kleinen Umtrunk. Dank der kleinen Ortschaft ist alles sehr gut zu Fuß zu erreichen und wir brauchten kein Auto, um irgendwo hin zu fahren. Herrlich.

Nachdem ich also gestern und auch vorgestern vorwiegend mit dem Herausreißen von Unkraut beschäftigt war wollte ich mich heute anderen Gartenarbeiten widmen. Es ist doch sicher auch wieder an der Zeit, etwas zu sähen.

Aber zuerst noch einmal zu dem Unkraut. Es ist erstaunlich, was da alles schon wieder gewachsen ist in den Staudenbeeten, am Rand des Gemüsegartens oder am Kompostplatz. Ich mußte nicht kleine Pflänzchen aus dem Boden zupfen. Nein, kniehohe Pflanzen habe ich mit beiden Händen ausreißen können. Aber jetzt wird es langsam wieder luftiger. Ist ja auch wichtig, daß der Pilz sich nicht ausbreiten kann, wenn es jetzt so warm ist.

Heute habe ich im Gewächshaus den zu Heu getrockneten Rasenschnitt als Mulch ausgebracht. Es riecht jetzt herrlich nach Heu aus dem Gewächshaus. Und beim Gießen im Gewächshaus habe ich geschwitzt, als ob es um mein Leben ginge. Wow was für Temperaturen. Gut dass ab Nachmittag keine Sonne mehr darauf scheint. Eichenbaum und Carport sei dank.

Mulch im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Gewächshaus mit Heu-Mulch
Das sind die Schattenspender fürs Gewächshaus am Nachmittag. Das Carport und rechts dahinter die große Eiche. Die ist im Frühjahr blattlos und da kommt dann etwas länger die Sonne ins Gewächshaus. Im Carport seht ihr die noch auf milderes Klima wartenden Salat- und Kohlrabi-Pflanzen.
Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
Carport als Schattenspender für Gewächshaus und junge
Gemüsepflanzen

Im Gewächshaus wäre es jetzt zu heiß für die Gemüsepflanzen und hier im Carport stehen sie geschützt vor Wind, starkem Regen oder Hagel und direkter Sonne. Nur Mittags scheint die Sonne direkt hinein. Und tatsächlich habe ich dann heute in meiner Aussaattabelle nachgesehen, was gerade gesät werden muß.

Puh, den Rosenkohl hatte ich handschriftlich unten am Seitenrand dazugefügt und glatt vergessen zu sähen. Jetzt aber schnell. Korn für Korn ab in die Saatplatte. Für meinen Grünkohl ist es jetzt genau die rechte Zeit. Ich habe sonst immer den halbhohen Krauser gehabt. 6-8 Pflanzen lieferten Kohl genug für den Winter. Dieses Jahr probiere ich einmal die Lerchenzungen aus. Da ich jetzt nicht weiß, wie groß diese wirklich werden und wie viel Blattmasse sie haben werden, weiß ich auch nicht, wie viele Pflanzen ich ziehen muß. Lieber ein paar mehr, wie immer halt. Und ja, es ist sicher nicht üblich, bei diesen Temperaturen an Grünkohl mit geräucherter Bratwurst zu denken. Gut, dass es meine Aussaattabelle gibt, sonst hätte ich wohl wirklich nicht rechtzeitig gesät. Und wenn die Frühkartoffeln weg sind, soll er ja ihren Platz einnehmen. Salat und Kohlrabi habe ich auch wieder gesät und Brokkolie für die Herbsternte zum ersten Mal.

Gemüsepflanzen Kinderzimmer (c) by Joachim Wenk
Kinderzimmer im Carport

Ein wenig schade ist die große Hitze jetzt aber auch. Die Rosenblüten mögen sie nicht diese Wärme und halten sich nicht lange. Also muß ich sie erst recht jetzt bewundernd genießen. Meine Moosrose Captain John Ingram ist voller Blüten in einem sehr intensiven dunklen Weinrot.

Captain John Ingram (c) by Joachim Wenk
Captain John Ingram
Paul's Himalayan  Musk (c) by Joachim Wenk
Paul’s Himalayan  Musk

Paul's Himalayan  Musk (c) by Joachim Wenk
Paul’s Himalayan  Musk

Den Kartoffeln gefällt die Hitze auch nicht. Aber ich will jetzt nicht anfangen zu gießen. Das ginge nur über Beregnung und das bedeutet Gefahr für Braunfäule. Man muß ja keine schlafenden Hunde wecken. Ich bin froh wenn das Laub gesund ist. Vielleicht kommt ja noch ein Gewitter in den kommenden Tagen.

durstige Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
durstige Kartoffeln

Anderen macht die Hitze wiederum nichts. Meine Kübelpflanzen genießen sie.

Kübelpflanzen Sommerfrische (c) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen in der Sommerfrische

Oder diese wundervollen weißen Blütenschirme entlang der Treppe hoch zum Haus. Und sie müssen nicht gegossen oder vor Schnecken geschützt werden. Sie sind einfach da und blühen. (für alle die jetzt rätseln. Ja! es ist Giersch)

blühender Giersch (c) by Joachim Wenk
pflegeleichte Blüten