Regen in Franken

Lange genug, habe ich gejammert. Überall hat es geregnet nur bei uns in Mittelfranken nicht. Und, glaubt es oder nicht, speziell in  unserem Ort hat es noch viel weniger geregnet. Oft hat es in der 20km entfernten Stadt geschüttet und bei uns kam kein einziger Tropfen.

Jetzt regnet es seit 3 Tagen immer wieder und auch ausreichend. Schön ist ja auch, daß es nicht gleich wieder so arg abgekühlt hätte. Es ist immer noch relativ warm. Der  Regen und die Wärme sollten noch einmal für einen mächtigen Wachstumsschub sorgen. Gut, dass ich am Sonntag noch mit Brennesseljauche gedüngt habe. Die wurde jetzt schön in den Boden gespült.

Nicht gut dabei ist die elende  Schneckenpest. Ihr ganzes Ausmaß wird jetzt bewusst. Über 20 Kilopackungen Schneckenkorn sind schon verbraucht. Nützt es was? Das Gefühl sagt nein und doch streue ich weiter.

Kennt ihr die Geschichte mit dem  Mann und den Elefanten? Ein Mann steht nachts in der Straße und klatscht unentwegt in die Hände. Ein Polizist fragt ihn, was er denn da mache. Er verscheucht die Elefanten sagt der Mann. Der Polizist runzelt die Stirn fragend. Aber hier sind doch gar keine Elefanten! Da sagt der Mann nur: ja eben, weil ich klatsche.

Ich weiß ja nicht, was passiert, wenn ich aufhöre zu streuen. Werden es dann noch mehr? Schnecken, nicht Elefanten!

Ich befolge seit dem Wochenende den Rat eines befreundeten Gärtners. Zerschneiden, sagte er mir, das hilft. Es ist nicht schön und nicht angenehm. Für die Schnecken besser als ersäufen oder mit  Salz bestreuen, was ich auch immer wieder höre. Solche Mengen mussten in den wenigen Tagen schon  dran glauben. Und macht man eine tot, sind binnen kürzester Zeit drei da und fressen den Kadaver. Es sind einfach eklige Viecher finde ich. Ich denke mir, eine große Schnecke muß 10 oder waren es 20 solcher Körnchen vom Schneckenkorn fressen, damit sie eine tödliche Dosis intus hat. Wenn sie weniger frisst, habe ich sie doch nur zusätzlich gefüttert mit dem leckeren Schneckenkorn. Oder? Wenn ich einer zerschneide ist sie hin, sofort und tod-sicher. Vielleicht ist das wirklich effektiver. Wesentlich (!) billiger jedenfalls wäre es.

Ansonsten habe ich mich heute vom Regen nicht aufhalten lassen meine freie Zeit im Garten zu verbringen. Es ist Sommer und da muß ich einfach raus. Ich habe noch diverse Gemüspflänzchen eingepflanzt. Bisher habe ich dieses Jahr alle Pflanzen selbst gezogen und sehr gute Erfolge damit gehabt. Jetzt aber, und das liegt sicher an der Hitze und dem Hochsommer will es nicht mehr recht gelingen.  Einigen Salat habe ich gleich entsorgt, da er in der Topfplatte schon zu schießen begann.

Heute habe ich Brokkoli und Blumenkohl gesät. Laut Saatzeitenangabe am Tütchen ist das jetzt die richtige Zeit. Im Frühjahr beizeiten oder eben jetzt. Mal sehen ob es gelingt.

Und dann stand ich im Gewächshaus und es begann mal wieder zu regnen. Ist das laut im Gewächshaus, wenn es darauf schüttet wie aus Eimern. Ich war gefangen. Im Haus war es ja trocken und wenn ich raus gegangen wäre, hätte mir das Duschen am Abend sparen können.

Also was macht man im Gewächshaus, wenn man auf das Ende des Regens wartet?

Genau, man holt das Smartphone aus der Tasche und fotografiert. Bitte schön,  hier seht ihr das Ergebnis. Mittlerweile bin ich doch wieder draußen und im Trockenen….

Der alte Apfelbaum im jetzigen Gemüsegarten trägt dieses Jahr das erste Mal richtig viele Äpfel, die bis jetzt auch noch gesund sind, wie sein Laub auch.

Apfelbaum im Regen (c) by Joachim Wenk
Apfelbaum im Regen

Der Gemüsegarten bei Regen im Sommer:

Gemüsegarten im Sommerregen (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Sommerregen

Gemüsegarten im Sommerregen (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Sommerregen

Gemüsegarten im Sommerregen (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Sommerregen
Und im Gewächshaus gibt es nichts zu sehen? Sicher denkt ihr das und darum kommen jetzt die Bilder ohne Regen, vom Inneren des Gewächshauses.
gelbe Paprika (c) by Joachim Wenk
gelbe Paprika

rote Paprika (c) by Joachim Wenk
rote Paprika
gelbe Paprika (c) by Joachim Wenk
Paprika im Blätterwald

Schlangengurke (c) by Joachim Wenk
Schlangengurke

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

Dahlie gerettet und eigene Nerven geschont

Jeder Regentropfen, jede kühle Nacht mit Tau bereiteten mir auch Sorgen um meine schöne Dahlie im Sonnen-Beet. Dort sind die Schnecken besonders aggressiv und kein Schneckenkorn half.  Auch nicht der Schneckenring, in den ich meine Dahlie pflanzte.

Immer wenn ich abends von der Arbeit heimkam schaute ich nach ihr. Sie blüht so fleißig und wird immer weniger und weniger, weil alles ab gefressen wird. Sechs mehr als fingerdicke und fingerlange Nacktschnecken saß jetzt wieder auf ihr.

von Schnecken zerfressene Dahlie (c) by Joachim Wenk
von Schnecken zerfressene
Dahlie

Diesen Nervenkrieg halte ich nicht mehr aus, es muß sich etwas ändern. Ich schnappe mir eine Schaufel, suche einen Topf und fülle ihn mir Erde. Ja wohl, ich habe sie ausgegraben und halte sie jetzt im Topf mit viel Schneckenkorn drin auf der Terrasse. Sie hat doch so schöne kleine Blütchen mit 4, vielleicht 5cm Durchmesser.

Dahlie Twilight time (c) by Joachim Wenk
Dahlie Twilight time

Jetzt habe ich drei Sorten Dahlien und alle mit der selben Farbe. Die Twilight Time ist schon von 2013 aus dem Baumarkt und die anderen beiden sind vom Bio-Versender. Immer habe ich geschaut, welche Blüte mir am besten gefällt und das Ergebnis sind diese drei Sorten mit gleicher Farbe.

Jetzt blüht auch die Sir Alfred Ramsey. Gleiche Farbe aber andere Blütengröße. Der Durchmesser beträgt etwa 20-22cm! Sie wächst auch deutlich höher und geht mir schon bis zur Brust. Im Gemüsegarten in einem Schneckenring, hat sie bisher noch keinen  Schneckenschaden.

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey

Und zum Farbvergleich noch die auch schon länger blühende Gallant Knight.

Dahlie Gallant Knight (c) by Joachim Wenk
Dahlie Gallant Knight

Wenn ich mir die Fotos hier so ansehe freue ich mich einfach auch wieder an den wundervollen Farben, die ich so liebe.

Und noch etwas macht mir große Freude. Meine Agapanthus. Im späten Herbst hatte ich mit der Tante über diese Pflanze geredet und wir diskutierten die Überwinterung. Google wurde bemüht und spuckt die Information aus, daß sie im Winter mehrere Wochen Temperaturen unter 10°C benötigt, um Blüten zu bilden.

Aha, dachte ich sofort. Ein Blühwunder war meine ja noch nie und das in all den langen Jahren, die sie mich schon begleitet. Ich schleppte sie sofort aus dem auf 10°C temperierten Palmenhaus in die ungeheizte  Werkstatt daneben. Dort blieb sie etliche Wochen, bis sie wieder ins Palmenhaus kam. Und jetzt. Seht selbst. So viele Blüten hatte sie noch nie. Es hat also funktioniert und ich weiß diesen Winter gleich, was ich zu tun habe.

Agapanthus-Blüte (c) by Joachim Wenk
Agapanthus-Blüte

Hacken ist wie Düngen und Gießen in einem

Ich lese gerade in meinem Geburtstagsgeschenk „das große Biogarten Buch“ von Andrea Heistinger. Ein herrliches Buch, das ich jedem Biogärtner empfehlen kann. Umfassend und sehr praxisnah, ein Standardwerk!

Im Kapitel über das Düngen habe ich zwei sehr interessante Dinge gefunden.

Da geht es zum Einen um das Hacken im Gemüsegarten. Eine Tätigkeit, um die ich mich nie viel gekümmert habe. Eigentlich habe ich es fast garnicht gemacht. Das hat sich mit sofortiger Wirkung geändert.

„Gärtnerinnen und Gärtner können die natürlichen Nährstoffquellen im Boden auch durch regelmäßiges, oberflächliches Hacken, Scheren oder Lockern mit einer Grabegabel aktivieren: In humusreichen Böden werden dabei vor allem in den Monaten Juni bis Oktober große Mengen an pflanzenverfügbarem Stickstoff freigesetzt. Zusätzlich wird durch das Hacken auch Wasser besser im Boden gehalten. Hacken ist also Gießen und Düngen in einem Arbeitsgang.“

Das hat mich hellhörig werden lassen. Ist es bei mir nicht immer zu trocken und den Pflanzen fehlt Stickstoff? Witziger Weise habe ich auch unlängst wo anders über die Vorteile regelmäßigen Hackens gelesen.

Es gibt ja diverse Möglichkeiten zu hacken. Ich habe einen Sauzahn, der  zwar lockert, aber das Unkraut nicht entfernt. Dann habe ich noch eine Hacke, mit einem breiten Blatt, die man durch den Boden zieht. Dabei schneidet sie knapp unter der Oberfläche das Unkraut ab. Und schließlich habe ich noch eine Art Haue, mit der man sprichwörtlich hacken muß. Die lockert und Entfernt auch das Unkraut.

Dann habe ich noch von einer Pendelhacke gelesen. Deren Blatt ist schwingend befestigt. Man kann mit ihr ziehen und schieben. Beide Male schneidet sie das Unkraut ab und lockert den Boden oberflächlich. Durch die Möglichkeit des Ziehens und Schiebens wird die Hack-Zeit verkürzt und die Arbeit erleichtert. Die fand ich interessant und überlegte mir schon, so eine  zu kaufen.

Scheinbar soll es so sein, daß ich regelmäßig hacken sollte. Wie sonst erklärt es sich, daß ich innheralb kurzer Zeit ein paar Mal über das  Hacken gelesen habe und – jetzt passt auf – ich hinter dem  Schuppen, wo vom  Vorbesitzer noch immer so Einiges herum gammelt, ich eine Pendelhacke gefunden habe?

Pendelhacke (c) by Joachim Wenk
Pendelhacke

Heute war es so weit, ich habe sie getestet. Angespornt von meiner abendlichen Lektüre im Biogartenbuch gestern.

Ich bin begeistert. Die Pendelhacke ist zwar – von mir liebevoll als Spielzeugvariante bezeichnet -recht schmal (die von mir ausgesuchte im Katalog ist doppelt so breit) und der Stil ist für mich zu kurz. Aber sie funktioniert so wunderbar, dass ich heute meinen ganzen Gemüsegarten gehackt habe. Nur zwischen den Tomaten konnte ich nicht hacken, weil dort Rasenmulch liegt. Ansonsten habe ich dieses Jahr ja nicht oder nur in homöopathischen Dosen gemulcht, um den Schnecken das Leben schwer zu machen.

frisch gehackter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frisch gehackter Gemüsegarten

frisch gehackter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frisch gehackter Gemüsegarten

frisch gehackter Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
frisch gehackter Gemüsegarten 

Die Hacke ist  mein neues Lieblingswerkzeug und ich weiß, gehackt wird jetzt regelmäßig. Das Unkraut wir so schön abgeschnitten dabei und die  Arbeit geht  wirklich leicht von der Hand. Und wenn es dem Boden auch nützt, dann habe ich ja mehrere Fliegen sozusagen mit einer Hacke geschlagen.

Und noch etwas habe ich heute gemacht. Das bedeckte Wetter dazu war gut und zweimal hat es sogar ein wenig geregnet.

Ich habe gedüngt. Brennesseljauche hatte ich ja noch vorrätig.

Wieder in dem genannte Buch las ich auch vom Mulchen. Ich war immer ein fleißiger Mulcher und das tat den Pflanzen auch gut. Nur dieses Jahr habe ich mich dazu durchgerungen, nicht zu mulchen, um irgendwie der Schneckenplage Herr zu werden. Rasenmulch, von dem wir regelmäßig große Mengen haben ist sehr gut geeignet. Beim Verrotten in den Gemüsereihen werden die Nährstoffe frei, die sofort wieder von den Gemüseplanzen aufgenommen werden können. Der Unkrautwuchs wird unterdrückt und der Boden feucht gehalten. Das sind wesentliche Vorteile des Mulchens im Gemüsegarten.

Mulchen, das eine Art Flächenkompostierung an  Ort und Stelle ist, kann man mit verschiedenen Materialien. Rindenmulch ist heute sehr in. Vor zwei Jahren, als wir den Garten anfingen zu bewirtschaften, haben wir viel Strauchwerk wie zum Beispiel riesige Haselnußbüsche ausgelichtet oder abgeschnitten. Was nur ging, habe ich gehäckselt und – das war wohl ein Fehler – in das Beet beim Flieder und auch später in mein neues Staudenbeet als Bodenbedeckung und Unkrautunterdrückung gestreut. Als Rindenmulch-Ersatz.  Zu allem Schaden habe ich genug davon gehabt und konnte eine schöne Schicht davon auftragen.

Wenn man über das Kompostieren liest stößt man auch immer auf Zahlen über das Kohlenstoff-Stickstoffverhältnis im Kommpostmaterial.  Das muß passen, sonst verrottet es nicht und der Kompost wird nicht in fruchtbare Erde umgewandelt. Gleiches gilt nun wohl auch für die Flächenkompostierung, das Mulchen. Eigentlich ist das nur logisch, aber ich habe es nicht bedacht.

Wenn ich den  Ausführungen im Buch  und meinem eigenen Wissen folge, schadet so eine Mulchschicht eher als dass sie nützt. Zum Verrotten braucht das gehäckselte Astzeugs Stickstoff, den sich die  Mikroorganismen aus dem Boden holen.

Die Folge kann sich jeder ausmalen. Die Pflanzen brauchen den Stickstoff zum Wachsen. Unter so einer Mulchschicht wird er aber immer knapper.  Die  Pflanzen leiden Mangel und wachsen nicht. Sie werden krank und schwächeln. Im Text stand sogar, daß auf überdüngten Böden so für einen Ausgleich gesorgt werden kann, damit Pflanzen wieder normal wachsen können. Scheinbar entzieht dieser Mulch wirklich viel Stickstoff. Wenn ich mir die so „versorgten“ Beete in meinem Garten ansehe, verstehe ich langsam, warum meine Stauden nicht richtig wachsen und auch der Flieder letztes Jahr gelbe Blätter schon vor dem Herbst bekam.

Ich habe heute also gleich einmal Brennesseljauche gegossen. Diese ist ja ein Stickstoffdünger. Zu den Rosen habe ich auch ein wenig getan.  Eigentlich sollte man sie glaube ich jetzt nicht mehr größer düngen, damit sie für den Herbst und Winter ausreifen können. Sie sollen ja nicht abfrieren, was aber geschieht, wenn sie mit zu frischen Trieben in den Winter gehen.

Auch in meinem Sonnenbeet haben die Lilien zwar schöne große Knospen aber so gelblich helles Laub, genau wie der Eukalyptus. Dort habe ich im Frühjahr ein wenig Kompost hin und sonst nichts mehr. Das war scheinbar auch zu wenig. In dem Teil des Beetes mit der Banane und dem Baumspinat habe ich ein paar mal gedüngt, weil ich weiß, daß beide gut Dünger brauchen. Der Baumspinat ist herrlich grün und über 2m hoch. Die Banane wächst prächtig. Also habe ich den Rest auch noch mit Brennesseljauche versorgt, damit die Pflanzen wieder grün werden und nach der ersten Blüten und dem Rückschnitt vielleicht noch einmal blühen.

Baumspinat (c) by Joachim Wenk
Baumspinat

weiße Lilie (c) by Joachim Wenk
weiße Lilie

Nach dieser  Jauchenverteilung nützen auch die bereits blühenden und duftenden Lilien nichts. Im Garten riecht es…. Ich mag gar nicht sagen wie. Aber vielleicht hilft es. Ich bin gespannt.

Landidylle

Unser Leben auf dem Land in einem Dorf ist für uns einfach ein Traum. Wir genießen es, die Freiheit, die Ruhe, die herrliche fränkische Landschaft. 
Umgeben von Natur und Landwirtschaft. Hier spürt man die Jahreszeiten, das Wetter, Wind und Regen. Die brennende Sonne auf der Haut und den labenden Schatten im Rasen unter einem Baum. 
Wenn ich vor die Türe gehe nehme ich war mit allen Sinnen. Jetzt gerade rieche ich den süßen und schweren Duft der Engelstrompete auf der Terrasse, ich spüre die Sommerwärme oder wie vor ein paar Tagen den Regen, der mich schneller arbeiten lässt und dann so arg wird, daß ich doch ins Haus muß. Danach fühle ich die frische Luft und höre, wie die Vögel wieder lauter werden im Gesträuch. Und dann die optischen Wahrnhemunge. Das viele unterschiedliche und ungemein beruhigende Grün ringsum. 
Allein schon wegen all dieser so positiven Wahrnehmungen möchte ich nicht tauschen. Mit Niemandem und schon gleich nicht mit jemandem in einer Stadt. Ich bin jedenfalls geboren für ein Leben auf dem Land.
Ich sehe hier viele Vorteile für mich. Von denen werde ich so nach und nach auch noch berichten. Für heute erst einmal den Vorteil, wenn man einen Hund hat. Ich verlasse das Grundstück durch die Gartenpforte und bin schon in der Natur. Zum Gassigehen muß ich nicht erst den Hund ins Auto verfrachten und hinaus fahren. 
Ich gehe durchs Gartentürchen und dann die „Fuhr“ hoch bis zur „Straße“
Blick hinters Grundstück (c) by Joachim Wenk
auf der anderen Seite der
Gartentür mit Fuhr
An der Straße muß ich mich entscheiden, ob ich links lang laufe. Das geschieht im Winter, wenn es schon dunkel ist oder alles matschig ist. 
Gassirunde (c) by Joachim Wenk
gehe ich links lang?

 oder gehe ich rechts lang um dann sofort zwischen den Feldern zu sein. Bei den vier Pappeln im Hintergrund geht es einen Feldweg rein).

Gassirunde (c) by Joachim Wenk
gehe ich rechts lang?

 Wenn die Wiese frisch gemäht ist und ich das Gras nicht platt trete, kann ich auch gleich geradeaus laufen. So komme ich auch zum Feldweg.

oder gehe ich gerade aus?

Eigene Erfahrungen versus weitergegebenes Wissen

Vor einiger Zeit las ich in einem Artikel zu dem Thema „Selbstversorger“ etwas, mit dem ich mich seither gedanklich befasse.

Früher haben die Kinder von den Eltern das Wissen und die Techniken übermittelt und Fertigkeiten von ihnen gelehrt bekommen. Heute müssen wir uns das alles selbst aneignen.

Was bedeutet das für mich? Früher hätte ich also von den Eltern lernen können, wie man am besten die Kartoffeln anbaut. Wann werden sie gesteckt? Man kann sie vortreiben, daß sie rascher anwachsen. Legt man sie in die Hügel oder ebenerdig und häufelt dann an? Welche Sorten sind gut?  Gut für die regionale Küche und gut im örtlichen Klima? Ab wann kann ich sie ernten? Muß das Laub immer abgestorben sein? Ich hätte auch von den Eltern gelernt, was ich dann mit den Kartoffeln mache. Was gibt es alles für Gerichte daraus? Herzhafte und süße, rasche und aufwändige. Welche Kartoffel eignet sich für welches Gericht am besten?  Wie kann ich übrige Kartoffeln weiter verwenden, damit ich sie nicht wegwerfen muß?

Du meine Güte das sind eine Menge Dinge, die mir so ganz spontan allein zur Kartoffel einfallen. Dazu kommen noch die Tomaten, der Kohl (Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Grünkohl, Kohlrabi, Rosenkohl), Wurzelgemüse wie Möhren oder Rote Beete, die ganzen Beeren und das Obst. Es hört einfach nicht auf. So viel Wissen, das man sich aneignen muß – als Selbstversorger.

Da wäre es freilich hilfreich, dieses Wissen quasi en passant von den Eltern durch Mithelfen und selbst Übernehmen zu erlangen. Die Zeiten allerdings haben sich geändert und in dem idealen Umfang wie es wohl – viel – früher einmal war und zum Überleben auch sein musste, können wir das heute nicht mehr leisten. Wir, also die Kinder haben auch noch viel zu lernen, was es früher erst garnicht gab. Und unser Beruf ermöglicht  uns ein Überleben auch ohne dieses umfassende Wissen. Schließlich gibt es Spezialisten die den Beruf „Kartoffel-anbauen“ (Landwirte) haben und andere, die den Beruf „Kartoffeln verarbeiten“ (Pommeshersteller) ausüben.

Ich habe ja auch einen Beruf, bin ein Spezialist. Als Altenpfleger kam ich allerdings auch im Beruf schon immer mit vielen unterschiedlichen Themen in Berührung. Es gibt weit spezialisiertere Berufe und wohl immer mehr davon.

Ist das Spezialistentum ein Grund für die zunehmende Sehnsucht vieler Menschen wieder ein wenig Freizeit-Selbstversorger zu sein? Wieder etwas vom Leben und der Vielfalt mit zu bekommen?

Vielleicht, oder ziemlich sicher sogar. Und für all diejenigen heißt es, wie für mich auch lernen und immerzu lernen und Erfahrungen machen. Das  heißt Scheitern und Erfolge feiern.

Ich bin in der glücklichen Lage doch einiges von meinen Eltern (auch zum Kartoffelanbau oder der Kartoffel in der Küche) erfahren zu haben. Ich war schon immer neugierig auf alles was mit dem richtigen Leben zu tun hat und etwas praktisches ist.

Genau daher wäre und war ich aber kein guter „Schüler“ für diese wissensvermittelnden Eltern . Immer alles hinterfragen, eigene Gedanken darüber machen. Etwas vereinfachen oder anders machen. Probieren. Das kann so manchen Lehrer auf die Palme bringen. Mich aber hat es mit Sicherheit weiter gebracht.

Der Satz „das machen wir so, weil es schon immer so gemacht wurde“ war für mich nie geltend. Und wurde er ausgesprochen, so spornte er mich erst recht an.  Alternativen zu finden um zu zeigen ,dass es anders auch und manchmal sogar besser geht.

Wer heute Freizeit-Selbstversorger wird, muß auch immer wieder nach Wissen suchen, wozu das Internet und wahnsinnig tolle Fachliteratur sich hervorragend eignen. Und er muß ausprobieren, was für ihn passend ist. Wer sich darauf einlässt bereichert sein Leben in kaum geahnter Weise.

Wir haben heute wirklich die besten Möglichkeiten, sogar ohne das Haus zu verlassen, uns in alle möglichen Themen einzuarbeiten. Diese Möglichkeiten gab es früher nicht. So ist zwar die Vorstellung, das nötige Wissen von den Eltern einfach mitgeteilt  zu bekommen verlockend aber doch eher romantisch verklärt. Zugegeben, einfach ist es, etwas zu bekommen, als es sich selbst u suchen.

Das so mitgeteilte Wissen ist nach heutigem Maßstab und meinem Empfinden  eher gering vom Umfang. Viele Möglichkeiten und Alternativen blieben uns verschlossen. Nein ich lebe doch lieber heute, schaue selbst, was mich interessiert und was meiner Art entspricht. Ich höre gern den Erfahrungen anderer zu, sehe was ich davon nutzen kann. Sie sind ja nicht immer schlecht oder falsch. Doch ganz im Gegenteil.

Dennoch führen immer viele Wege nach Rom. Und die will ich ebenfalls kennen lernen. Ich nutze die Möglichkeiten auch exotischere Varianten der Zubereitung oder der Pflanzenauswahl zur Verfügung zu haben. Das bereichert meinen Alltag und es macht mir Freude etwas Neues, was mir gefällt, gefunden zu haben und in mein Leben zu integrieren.  „Das war schon immer so“ und „was der Bauer nicht kennt frisst er nicht“ sind antiquiert und passen nicht mehr in unsere Zeit.

Und es macht stolz selbst Produziertes zu haben. Genauso stolz macht es, wenn das Wissen dazu auch selbst angeeignet ist.

Kartoffelernte Belle de Fontenay (c) by  Joachim Wenk
Kartoffel Belle de Fontenay

Schöne Details – man muß eben genau hinschauen.

Gestern habe ich über meinen momentanen Frust im Garten berichtet. Ich habe davon erzählt, was mir Sorgen macht und wo es Probleme gibt.

Danach habe ich noch lange darüber nachgedacht, ob ich so etwas hier auch schreiben soll. Ich möchte doch die Freude am Gärtnern vermitteln. Gartenlust nicht Gartenfrust! Ich möchte zeigen, wie schön die Natur ist und was sie uns alles schenkt.

Man spricht doch in diesem Zusammenhang gerne von „schenken“ oder?

Und da bin ich schon beim Thema. Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht immer alles hinterfragen würde.  Ja, es war richtig auch von Frust und Enttäuschung zu reden. Das ist Teil des Gärtnerdaseins. Es gibt nicht nur Gartenlust, immer kommt auch Gartenfrust untrennbar dazu.

Und außerdem ist es so, dass uns die Natur nicht einfach so beschenkt uns . Also zumindest nicht im Garten. Der Garten ist ja angelegte Natur, gelenkte Natur. Hier erfährt jeder Gärtner  die Kraft der Natur am eigenen Leib und der eigenen Seele. Sie lässt sich  nicht immer so leicht lenken, wie uns das recht wäre.

Dennoch, und auf diese Idee kam ich ja gestern auch in meinem Text, dennoch ist es enorm wichtig, mit ihr zu gestalten und nicht gegen sie. Gestern war mein Resümee,  Pflanzen zu suchen, die mir gefallen und denen der gegebene Standort gefällt. Dann müsste es klappen.

Welche Arbeit und Mühe in so einem Garten steckt weiß nur, derjenige der ernsthafte einmal ein paar Jahre sich daran versucht hat. Ich schmunzle oft in mich hinein, wenn Menschen sich einen großen Garten anschaffen und er dann auch gleich schön aussieht. Ich komme in ein oder zwei Jahren einmal wieder denke ich mir dann, dann sehen wir ob der  gartelnde Mensch es ernst meinte oder nicht.

So hatten wir im Feldgarten damals neue Nachbarn. Die Ruhe war vorbei. Sie waren mit Kindern gesegnet, benutzten unser Land als Toilette, mähten unsere Wiese kurz ab damit überall Fußball gespielt werden kann. Selbst hatten sie über 3000qm Fläche, aber sie wussten nicht wo ihres endet und unsere anfängt. Und so ging ein Sommer unschön vorüber. Es war der einzige Sommer mit den Nachbarn. Sie wurden nie wieder gesehen. Die umgestürzten Partyzelte liegen heute (bestimmt 6 Jahre danach) noch immer im Garten. So erledigt sich so etwas von alleine.

Und bevor ich euch heute zur Aufmunterung ein paar schöne Blumenbilder zeige möchte ich noch eine Geschichte erzählen, die mir immer und immer wieder in den Sinn kommt, wenn ich im Garten bin. Ich habe sie bereits erzählt. Weil sie so gut passt wiederhole ich sie hier:

Ein Wanderer kommt an einem Klostergarten vorbei und sieht den Mönch schwitzend die Buxhecke schneiden. Er spricht ihn an und ist voll des Lobes, was die Mönche sich da doch mit Gottes Hilfe für ein Paradies geschaffen haben. Der verschwitzte Mönch grummelte nur: ja ja, von wegen mit Gottes Hilfe, da hätten sie einmal hier vorbei kommen müssen, als er den Garten noch allein bewirtschaftet hat!

So, jetzt aber zurück zu meinem Paradies. Wenn man nah ran geht mit der Kamera und die richtigen Motive gefunden hat, findet man natürlich in meinem Garten auch schöne Dinge. Es fehlt halt noch die Fernwirkung. Wenn man einfach nur in den Garten hinein blickt oder fotografiert sieht man kaum Blüten, eher nur Grün.
Aber ich arbeite ja daran.

Die Dahlien gefallen mir so überaus, wegen der Farben. Ich habe die Sorten „Gallant Knight“ und „Sir Alfred Ramsey“. Leider weiß ich nicht mehr, welche Pflanze welche Sorte ist. Ich glaube diese hier ist die  Gallant Knight. die Alfred Ramsey scheint größer zu sein, und das steht im Gemüsegarten in einem Schneckenring noch eine, deren Knospen jetzt erst aufgehen. Diese hier blüht seit einigen Wochen bereits.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte 

Und noch einmal der Gallant Knight. Die Pflanze hier steht im Schneckenzaunbeet. Sie ist nicht zerfressen, war aber ein wenig von Melden unterdrückt. Die sind jetzt geerntet und nun ist Luft im Beet und schon blüht sie.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte

Diese Dahlie hatte ich letztes Jahr schon. Eine Baumarktschönheit, deren Namen ich auch nicht mehr habe. Sie ist ein Gerippe aus Stielen und Blüten. Die Blätter sind fast alle den Schnecken zum Opfer gefallen.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte

Hier konnten sie überleben. Levkojen und Tagetes im Kübel unter der Olive. Aber selbst dort oben musste ich Schneckenkorn streuen!

Tagetes, Levkojen und Olivenbaum (c) by Joachim Wenk
Tagetes, Levkojen und ein
Olivenbaum

Ein Hochzeitsgeschenk von 2013. Sie blüht wieder die Cassia. Ein sehr seltenes und wunderbares volles Gelb

Cassia-Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia-Blüte

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve

 Malve (c) by Joachim Wenk
Malve

Der ist eine Ausnahme. Letztes Jahr etwa kniehoch. Dieses Jahr zwei Meter hoch und viele kräftige Triebe. Die Marshmallow-Pflanze, der echte Eibisch. So und wie erklärt man sich das? Er mag Wasser im Boden. Ich jammere über die große Trockenheit und genau die Pflanze die Wasser braucht wächst und gedeiht so prächtig. Muß man so etwas verstehen?

Eibisch (c) by Joachim Wenk
Eibisch

Eibisch (c) by Joachim Wenk
Eibisch

Hier sieht man beides. Prächtige Blüten und die durch die Trockenheit gebeutelte Aronia. Sie hat keinen Saft mehr in den Stämmen und beugt sich mit der Last der Beeren zu Boden. Den Geranien allerdings gefällt das Wetter in diesem Jahr.

Geranien und Aronia (c) By Joachim Wenk
Geranien und Aronia

Mein Garten, ein Garten im Fernsehen und ein Garten im echten Leben. Der Vergleich versaut mir einen schönen Samstag Abend.

Es ist Samstag Abend und ich war den ganzen Tag in meinem Garten. Die Sonne brannte und ich erledigte meine Arbeiten. Es gibt so viel zu tun und gleichwohl habe ich in den letzen drei Jahren auch schon viel geschafft. Mittlerweile ist es auch vom tiefsten Bauchgefühl her mein Garten und nicht der Garten der Vorbesitzer, den ich jetzt weiter pflege.

Vor meinem  inneren Auge sehe ich ein über und über blühendes und wucherndes Paradies. Weil vorher fast überhaupt nichts im Garten war, was hätte blühen können, habe ich schon viele Stauden, Rosen und Büsche gepflanzt. Einiges ist darauf hin sofort wieder kaputt gegangen, anderes blüht zu seiner Zeit. Die schönsten Motive und Stilleben fotografiere ich ja seit über einem Jahr. Und ich veröffentliche sie hier für euch zum Mitfreuen.

Aber so richtig rund läuft es leider noch nicht mit dem Wuchern und Blühen.

Und dann kommt der Samstag Abend.

Geschafft von der Gartenarbeit, bereits geduscht und angezogen, sehe ich im Vorbeigehen noch einen Bericht im Fernsehen über einen alten Garten. Das Haus wunderbar und von den jungen Besitzern fachmännisch mit Unterstützung des Denkmalamtes renoviert. Der Garten der absolute Traum. Doppelt so groß wie meiner. Wunderbare buxumrahmte Beete und Wege. Fast ein wenig barock angelegt, uralte Bäume. Überall saftiges Grün und bunte Blüten. Wow, das ist ein Garten und erst seit 2 oder 3 Jahren glaube ich wieder belebt. Es muß fürchterliches Chaos darin geherrscht haben, kein Weg mehr zu sehen, alles zugewuchert. Echt? denke ich? Ich habe meinen Garten ebenso lange und er war nicht zugewuchert. Aber bei mir sieht es nicht so aus.  ( PS hier habe ich den link dazu gefunden http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/zwischen-spessart-und-karwendel/forsthausrestaurierung-hassenbach-100.html )

„Komm wie gehen jetzt“ schallt es aus dem Flur. Wir müssen los. Nach einem arbeitsreichen Tag waren wir auf einen 50sten Geburtstag eingeladen. Ich freute mich schon auf einen schönen Abend, mein Fatoush war fertig und köstlich. Mal sehen, was die anderen so an Leckereien mitbringen. Wir brechen auf.

Der Geburtstag fand in einem nahe gelegenen Ort statt.  Dort steht eine umgebaute Scheune für derartige Festlichkeiten. Es ist auch abends noch immer sehr warm und man steht draußen. Ich betrachte die Gärten. Einer fällt mir sofort ins Auge. Mannshohe Rosen brechen beinahe zusammen von der übermäßigen Blütenpracht. Auch sonst scheint dort alles erstklassig zu gedeihen. Der Rasen vor dem Grundstück ist saftig grün und kurz geschoren. Die Bäume dunkel grün und saftig, genau wie das Laub der Büsche.

Gut dass die alle gerade nicht meinen vertrockneten Wüstengarten sehen. Ich schäme wirklich, es noch nicht weiter gebracht zu haben. Ich bin frustriert, dass all die Arbeit zu keinem weiteren Ergebnis geführt hat. Und du, so denke ich, schreibst fürs weltweite Netz über deinen tollen Garten? Wie sieht er schon aus? Was hast du vorzuzeigen? Ich bekomme einen inneren Knacks. Bin traurig und frustriert.

Ich mache mir noch den ganzen Abend so meine Gedanken. Warum ist es bei mir nicht so satt grün mit überall bunten Blüten? Zu wenig Arbeit und Zeit investiert? Also mehr ist faktisch nicht mehr möglich, da ich jede(!) freie Minute im Garten bin. Schlechter Boden? Besonders gut ist er nicht. Ich habe dieses Jahr aber wenigstens geplant und berechnet ihn mit Dünger, zum Teil auch mit Kompost versorgt. Ich dachte kleine Verbesserungen zu bemerken. Wenn man dann aber so einen vor Kraft strotzenden Garten sieht, vergisst man schnell wieder die winzigen Fortschritte im eigenen Beet. Irgendwie ist der Abend für mich gelaufen. Mir ist irgendwie schlecht und schwummrig, ich habe keine Lust mich zu unterhalten. Essen und Trinken schmecken auch nicht.

Also eines steht auf alle Fälle fest. Der schöne Garten hier hat mehr Wasser zur Verfügung. Entweder von Unten (es ist im Grund mit 2 Bächen in der Nähe). Da aber der Ort ist vielleicht 5 Minuten mit dem Auto von uns entfernt ist, kann es dort kaum mehr regnen als bei uns.  So satt grün vom Rasen bis zu den Bäumen kann es nur mit ausreichend Wasser funktionieren.

Ich glaube immer mehr, dass die Trockenheit in meinem Garten ein Problem ist. Erstens regnet es von Jahr zu Jahr weniger und die Sommer werden immer heißer und heißer. Unser Grund ist über dem Dorf in Süd-West-Hanglage. Und er Boden ist eher lehmig als humos und feuchtespeichernd. Im Frühjahr steht das Wasser in der Wiese hinter dem Haus und beim Darüberlaufen patscht es unter den Schuhen. Dann ist es irgendwann weg und kommt nicht wieder. Ich vermutete schon immer eine undurchlässige Lehmschicht unter der Erde. Nicht allzutief, so dass sich Tau -und Regenwasser leicht sammelt, nicht nach unten weg kann. Dafür kann auch keine Grundwasser nach oben durch diese Schicht durch, wenn im Frühjahr und Sommer das Wasser von Oben fehlt. Daher die Trockenheit im Sommer. Selbst große Walnußbäume lassen ihre Blätter hängen. Wie soll dann mein Salat und Kohl an Wasser im Boden kommen mit den kleinen Würzelchen?

Nach der großen Aktion mit unserem Brunnen und der Aussage des erfahrenen örtlichen Elektrikers kann es sogar sein, daß nicht nur eine Lehmschicht, sondern gar Fels unter der Erde ist.

Der Brunnen gibt, wie ich ja jetzt festgestellt habe, ausreichend Wasser. Um den ganzen Garten mit Gemüsegarten, Obst- und Beeren, Hecken, Rasen, Staudenbeete, Solitärsträucher und so weiter  zu gießen, müsste ich jeden Tag damit mehrere Stunden beschäftigt sein. Weil ich aber ja vollzeit berufstätig bin, ist mir das nicht möglich. Und zwei oder dreimal die Woche zu Wässern langt nicht aus. Das merke ich.

Was für ein Dilemma. Ich will viel Grün und  Blüten. Ich habe den Platz dafür und das Wasser. Aber es fehlt die Zeit zum gießen und ohne gießen gedeihen die von mir gesetzten und erwünschten Pflanzen nicht. Kann man aus dem Garten am Ende garkein blühendes Paradies machen? 
Vielleicht macht es ja auch gar keinen Sinn, sich zu ärgern, daß die Zeit zum Gießen nicht vorhanden ist. Wäre es sinnvoll Pflanzen zu setzen und hochzupeppeln, die eigentlich nicht überlebensfähig sind an diesem Standort? Locken die nicht durch die latente Schwächung Schädlinge und Pilze an? Sie werden krank und müssen noch mehr umsorgt werden? Das ist nicht meine Art zu Gärtnern glaube ich. Vielleicht einige wenige Exemplare, die ich aus sentimentalen Gründen unbedingt im Garten haben will, kann ich so umsorgen. Aber nicht alles und überall. 
Die Natur selbst ist doch so vielfältig. Sie wird mir schon Pflanzen geschaffen habe, die meinen Anforderungen und denen des Standortes gerecht werden. Und die glücklich dabei sind. 

Wenn ich also gesunde Pflanzen haben will, die schön Blühen, werde ich nicht nur für das Sonnenbeet, sondern auch für alle andere Beete nach Stauden und Büschen Ausschau halten müssen, die Hitze und Trockenheit vertragen. Und die schneckenresistent sind.

Ich nehme mir vor, im Herbst noch einmal zu investieren und Stauden zu kaufen. Vielleicht finde ich auch Rosen die damit zurecht kommen.

Ich brauche Stauden für das Beet entlang des Zaunes. Jetzt ist er ja fertig und ich kann über die Gestaltung nachdenken.

Die Strauchrose Marguerite Hilling, die über 150cm hoch werden soll, steht seit drei Jahren dort. Auf dem Foto seht ihr den Stand der Dinge momentan. Vielleicht 30cm hat sie geschafft und mehr totes als saftig grünes Laub hängt an ihr.

Marguerite Hilling (c) by Joachim Wenk
drei Jahre alte Marguerite Hilling

Auch er hier steht über ein Jahr an Ort und Stelle. Aus einem früheren Garten habe ich diese Staude wesentlich wüchsiger in Erinnerung

(c) by Joachim Wenk

Ob es wohl Stauden gibt, die groß und robust sind. Das ist nötig, um den am Zaun gelegentlich auf-  und abrennenden Labrador auszuhalten. Zudem müssen sie Trockenheit und Hitze ertragen. Ich lass mich einfach überraschen, wenn ich dann die Kataloge durchforste.

Das ist jedenfalls das Zaunbeet. Fast ohne Blüten und das muß sich ändern. die gelbe Schafgarbe jedenfalls kommt jedes Jahr wieder. Ich werde sie dort ausgraben, teilen und wieder an den Zaun setzen. Ihr gefällt ganz offensichtlich der Standort.

Zaunbeet (c) by Joachim Wenk
Zaunbeet, rechts Marguerite Hilling. 

Zaunbeet

Dann ist da noch ein Beet, welches seit dem Einzug eher vernachlässigt wird. Der Grund ist ähnlich wie beim Zaunbeet. Das konnte ich vor Zaunfertigstellung nicht anlegen. Schließlich sollte ja nicht alles, was dann doch einmal wächst, wieder zertrampelt werden. Das Beet von dem ich nun rede ist das Fliederbeet. Direkt beim Haus. Ein sehr große Weigelie steht darin, gefolgt von Fliedergebüsch und dann eigentlich Fläche für Blühendes.

Der Flieder war einmal ein stattlicher  „Baum“. Schließlich aber gefiel er der Vorbesitzerin nicht mehr, weil er wohl unten zu kahl war. Sie beauftragte einen Bekannten, ihn abzuschneiden. Man hatte die Hoffnung, daß er sich dadurch verjüngt und wieder dicht treibt.

Treiben tut er. Wer so eine Aktion schon einmal dummerweise hinter sich gebracht hat, weiß, wovon ich spreche. Der Wurzelstock schoss – und man kann es nicht anders bezeichnen – ab dem folgenden Frühjahr über seine ganze Ausbreitungsgrundfläche Flliedertriebe in die Höhe. Ein Urwald und Dickicht, welchem man nicht Herr wird. Selbst das fast wöchentliche Kürzen mit der Motorsense half nichts. Jetzt lasse ich das Gebüsch wachsen und kümmere mich nur um die Grenze zu der eigentlichen Staudenfläche.

Dort steht die Rose de Resht. Leider voller Rost. Ein große Wildrosenstrauch, ein Storchschnabel und ein Khakibaum. Das Beet ist vollsonnig und wer hätte es gedacht, sehr trocken. Es wird begrenzt von der mediterranen Terrasse und der Fuhr, sowie des Rasens.

Auf der Terrasse stehen meine Kübelpflanzen. Und es sind Kübel! Die bekommen wir immer schwer auf die Terrasse, weil sie ohne Treppen und Stufen nicht erreichbar ist. Um das zu ändern und weil es uns praktisch und optisch ansprechend erscheint, soll sich das  ändern. Der Terrassenbelag hat sich ohnehin gesetzt und ist krumm und schief. Da wird der Unterbau erneuert und dann ein  Weg von der Ecke der Terrasse als Einfassung des „Fliederbeetes“ geschwungen bis vor zum Hauptweg laufen. Dieser Weg wird ebenerdig auf die Terrasse führen. Dazu muß aber ein Stück des Beetes weichen. Weil noch nicht feststeht, wie viel genau,  habe ich mich auch hier mit der Bepflanzung zurück gehalten. Dennoch werde ich auch hier im Herbst noch einmal ein paar Stauden setzen.

Meine geliebte Pompon de Bourgogne Rose wird dort heraus genommen. Sie vertrockent dort und wird überwuchert. Sie bekommte einen anderen Platz. Wiesenrauten, die sonst fast 2m hoch wachsen, sind hier blassgelb und kniehoch. Also auch kein sehr guter Standort.

Fliederbeet (c) by Joachim Wenk
links bei der Palme soll der Weg von der
Terrasse starten
Fliederbeet (c) by Joachim Wenk
hinter dem Brunnen und dem Rosenbusch
könnte es blühen, rechts der Flieder, ganz rechts
die Weigelie

In meinem Staudenbeet blüht gerade auch zu wenig. Das  Beet kennt ihr ja bereits. Dort wird auch noch ergänzt und im Sonnenbeet mit Cistus, Zitrone oder Witwenblume soll es auch noch weiter gehen. Letzteres blüht dieses Jahr im Vergleich zu allen anderen am reichsten und am ausdauerndsten. Dort habe ich vergangenes Jahr mit dem Umgestalten begonnen und sehe heuer erste klein Erfolge. Vielleicht wird es ja irgendwann noch etwas mit dem blühenden Paradies vom Frühjahr bis zum Herbst.

Premiere: Arbeitsplatz im Garten

Ich wusele schon das ganze Wochenende im Garten herum. Auch wenn ich gerade nichts Neues pflanzen kann gibt es viel zu tun.

Wir haben Sommer. Es hat über 30°C. Wie werde ich mich in ein paar Monaten bereits wieder nach genau diesen Tagen sehnen. Also freue ich mich am Wetter und schwitze vor mich hin.

Die gröbsten Arbeiten des Wochenendes sind vollbracht und ich will euch davon berichten. Gleichwohl bringe ich es nicht übers Herz an so einem herrlichen Sommertag ins Haus zu gehen. Was also liegt näher, als den Laptop (Danke an die neuen Möglichkeiten der Technik) mit in den Garten zu nehmen und einfach hier draußen das Wochenende Revue passieren zu lassen.

Arbeitsplatz im Freien (c) by Joachim Wenk
mein neuer „Arbeitsplatz“

Wegen der heißen Temperaturen musste ich gestern wieder ausgiebigst und allumfassend wässern. Wie gut, daß ich den neuen Kreisregner habe. Der ist -nach meinem  Gewächshaus – dieses Jahr die genialste Anschaffung gewesen. Und unser Wasserwerk funktioniert wieder, der Brunnen hat den ganzen Tag fleißig Wasser geliefert.

Kreisregner im  Einsatz (c) by Joachim Wenk
genialer Kreisregner im Einsatz
Nußbaum (c) by Joachim Wenk
sogar der Nußbaum lässt
Blätter hängen

Durch die große Trockenheit hängen alle Gemüsepflanzen schlapp herunter. Das, so glaube ich, begünstigt wohl auch Schädlinge, weil die Pflanzen geschwächt sind. Die Schnecken zerfressen auch große und kräftige Pflanzen wie den Rhabarber. Der Kohl ist irgendwie, ich weiß auch nicht, durchlöchert wäre zu viel. Angelöchert? Über und über diese kleinen Schadstellen. Sind es Erdflöhe? Viele Kohlpflanzen köpfen sich nicht, sondern bilden irgendwelche Blätter.

Kohlschädlinge (c) by Joachim  Wenk
angelöcherter Kohl

nicht köpfender Kohl (c) by Joachim  Wenk
nicht köpfender Kohl

Blattgerippe am Rhabarber durch Schnecken (c ) by Joachim Wenk
Blattgerippe am Rhabarber
durch Schnecken

Schneckenterror am Kohlrabi (c) by Joachim Wenk
Schneckenterror am Kohlrabi

 Meine Kapuzinererbsen „Blauwschokker“ habe ich heute auch weggeräumt. Sie sind wie gewohnt sehr hoch gewachsen. Aber sie waren nicht sonderlich kräftig und haben nicht viel geblüht. Zum Ernten hat es nicht gelangt. Jetzt sind die Schoten an den vertrockneten Trieben auch rascheltrocken. Ich habe diese geerntet und werde die Erbsen aufheben als Saatgut fürs nächste Jahr, da diese Sorte nicht leicht zu erwerben ist. Der Standort war wohl Schuld am schlechten Wachstum. Ich habe sie unter dem Walnußbaum platziert gehabt. Aber ich darf direkt unter dem  Baum nichts mehr anbauen. Es wächst wirklich nichts dort. Somit geht mir zwar wieder Gemüsefläche verloren. Das kann ich aber angesichts der Ergebnisse dort angebauten Gemüses verschmerzen. Was aber mache ich mit der Fläche? Verunkrauten lassen ist nicht gut. Nur mulchen? Ich muß mir da einmal etwa überlegen. Auf die Fläche habe ich Kompost aufgetragen und Rasenschnitt gemulcht.

Blauwschokker Erbsen (c) by Joachim Wenk
Blauwschokker-Ernte

Rasenmulch am Beet (C) by Joachim Wenk
abgeerntet, Kompost und Mulch
oben drauf

Im trockenen Sonnenbeet ist wieder einmal Wüste. Die bewusst als trockenheitstollerierend gepflanzten Stauden und  Büsche sind wirklich robust und ertragen die Trockenheit. Meine Bodendeckerrose und die andere Rose allerdings mögen diese Hitze hier nicht.

Ach ja und die Palmlilie. Ich habe sie bestimmt auch schon etwa 10 Jahre. Die ersten Jahre im Kübel im Hinterhof. Sie hat schon oft geblüht. Aber ich kann mich garnicht mehr daran erinnern, daß sie durch die Blüte so kaputt ging. Ein neuer Blattwuschel ist ausgetrieben, aber die alte Pflanze scheint kaputt zu sein. Ist das normal?

verblühte und kaputte  Palmlilie (b) by Joachim Wenk
verblühte und kaputte
Palmlilie
Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
das heißeste Beet im Garten
das Sonnenbeet

Aber heiß war es an diesem Wochenende eigentlich überall. Und wenn ich sowieso schon schwitze kann ich dabei. So jedenfalls war die Idee, die mich dazu verleitete endlich einmal wieder das Unkraut aus den Pflasterfugen auf der mediterranen Terrasse zu entfernen. Das Ergebnis gefällt mir auch wenn die Idee nicht gut war. Noch schlimmer als die Hitze waren die lästigen und bissigen Ameisen. Kleine fiese schwarze Kerlchen überall in den Fugen.

mediterrane Terrasse (c)  by Joachim  Wenk
vorher

mediterrane Terrasse (c)  by Joachim  Wenk
nachher

Auch sonst habe ich im ganzen Garten viele Säcke mit Wildwuchs, Unkraut und übermäßig wuchernden Pflanzen wie zum Beispiel die Pfefferminze entsorgt. Ein Kompostbehälter ist voll und der Garten kann sich wieder sehen lassen. So gefällt er mir. Ich genieße es, freue mich über meine vollbrachte Arbeit, auch während ich hier davon berichte.

Es wird bereits windig. Vielleicht kommt heute noch ein Gewitter oder Regen. Die Vorhersagen lassen es nicht unmöglich erscheinen. Mein Garten und damit ich würden uns sehr darüber freuen.

Wieder einen schönen Tag erlebt und im Herzen gespeichert. Mein „Sparkonto“ schöner Tage wächst!

So es wird also wieder Sommer und richtig warm. Zuerst war mir nicht sehr wohl bei der Vorstellung. Dann vertrocknet mir das Gemüse, weil der Boden so ausgetrocknet ist. Die Arbeit im Garten ist bei über 30°C auch eher lästig und so manches andere.

Ich bin eben doch ein Pessimist, dessen Glas irgendwie immer und immer schon halb leer ist. Aber ich arbeite ja nun schon seit einigen  Jährchen an mir und versuche mehr zu genießen, was ist und schöne Dinge zu sehen. In den letzten Tagen kam in jeweils ganz unterschiedlichen Grüppchen das Thema der bereits kürzer werdenden Tage auf und dass bald  Weihnachten ist. Wir scherzten so vor uns hin, aber Fakt ist: die Zeit rast geradezu dahin. Und im Winter träume ich wieder vom Sommer.

Abendlicht im Gemüsegarten (C) by Joachim Wenk
Abendlicht im Gemüsegarten

Hallo? Jetzt ist Sommer! Und es ist warm und die Sonne brennt auf die Haut. Ich will diese Tage genießen, das habe ich mir vorgenommen. Ich werde sie versuchen bewusst wahrzunehmen und nicht an mir vorüber ziehen lassen. Vorbei an mir und meinem Leben, als wären es irgendwelche belanglose und normale Tag. Ich will das heiße Wochenende bewusst genießen. Im Garten, bei der Geburtstagsfeier zu einem fünfzigsten Geburtstag und vielleicht das Gewitter am Sonntag.

Gestern war ich auch den ganzen Tag im Garten und genoss es. Abends konnte ich mich kaum noch bewegen, weil mir einmal wieder alle Knochen weh taten. Aber das war gut, ein sehr gutes Gefühl. Alles was ich vor hatte habe ich geschafft.

Ganz wichtiger Tagesordnungspunkt gestern war unser Brunnen, der seit ein paar Wochen kein Wasser mehr bringt. Wir dachten er ist tatsächlich leer und das in 9m Tiefe. Verwunderlich wäre es nicht nachdem es ja so gut wie nichts regnet. Dann haben wir überlegt und geschaut. An der Technik probiert und sind dann zu der Feststellung gekommen, daß es nicht am leeren Brunnen liegt. Es muß etwas anderes falsch laufen. Der Elektriker muß her. Jetzt war er da, mehrmals den  Tag über, auch mit einem Kollegen. Ich will die ganze Geschichte abkürzen.  Es funktioniert wieder. Keiner weiß warum, denn es wurde nichts ausgetauscht und es ist nach all den Tests wohl auch nichts kaputt. Toi Toi Toi dass es auch weiter funktioniert, da ich bereits meine Kübelpflanzenbewässerung wieder angeschlossen habe.

Interessant für mich war das Gespräch mit dem Elektriker, der mir sagte, daß der Brunnen wohl bis auf das Niveau des Dorfweihers herunter reicht. Der liegt ja vor unseren Fenstern tief unter uns. Unter dem Dorfweiher sei keine Erde sondern massiver Fels. Und im Herbst, wenn der Weiher zum Fischen abgelassen wird, haben die Häuser weiter vorne in der Straße kein Wasser mehr im Brunnen. Mir ist da noch nichts aufgefallen, da ich zu der Zeit, da der Weiher leer gelassen wird nicht mehr Garten gießen muß. Mich jedenfalls beruhigte die Bestätigung meiner Vermutung. Wenn der Brunnen bis Dorfweiherniveau hinunter geht, dann sollte er wirklich nicht so schnell austrocknen. Wenn bei den anderen der Brunnen leer ist, wenn der Weiher leer ist gibt es ja direkte Verbindungen vom Grundwasser zum Weiher, und der trocknet so schnell nicht aus.

Im Garten habe ich auch so einiges gewerkelt. Kompost musste ich umsetzten. Das heißt ich habe zwei Mieten in eine zusammengefasst. Beide Kompostbehälter hatte ich bis oben voll gemacht mit Material. Jetzt im Sommer verrottet es in atemberaubender Geschwindigkeit und verliert drastisch an Volumen. Locker passte beides in einen Gitter-Behälter. Zwei Fliegen habe ich dabei mit einer Klappe geschlagen.  Es ist wieder Platz für das gerade auch reichlich anfallende  Grünmaterial und die beiden Komposte wurden einmal umgesetzt und vermischt. E

Einer davon bestand hauptsächlich aus Rasenschnitt. Sonst nahm ich diesen so gerne zum Mulchen zwischen den Gemüsereihen oder im Staudenbeet. Das mache ich nicht mehr. Ich weiß schon jetzt mir nicht mehr zu helfen mit der Schneckenplage. Unter dem frischen Grasschnitt fühlen sie sich sau-wohl und vermehren sich zügellos. Das will ich nicht unterstützen. Einzig einmal habe ich den Rasenschnitt zu Heu trocknen lassen und den dann zwischen den Tomaten verteilt.

Jetzt fülle ich ihn, wie heute auch, gleich in den Kompostbehälter. Vom Biogarten-Versand habe ich noch immer  Stroh, welches die Jungpflanzen beim Versand schützte. Mit dem und mit Wellpappeschnippseln vermische ich es und es fault nicht. Das habe ich jetzt beim Umsetzen gesehen. Es verrottet.

Meine Erdbeeren habe ich heute beim Rasenmähen auch das erste Mal ab gemäht. In meinem neuen Biogartenbuch wird das auch empfohlen. Ich habe auch etwas fertigen Kompost darüber gestreut.  Jetzt bin ich gespannt, wie es ihnen bekommt. Ehrlich gesagt ist es für mich auch ein Versuch, ob man das so machen kann. Wenn es nicht gut ausgeht, macht es nichts. Ich habe an anderer Stelle schon neue Erdbeeren und überlegte bereits, dieses Beet jetzt im 3. Jahr ganz von Erdbeeren zu befreien und anderes hin zu pflanzen.  Man soll da ja alle paar Jahr wechseln.

Am Nachmittag kamen dann meine Eltern zum Kaffee. Wir saßen  auf der Terrasse unter der Haselnuss. Ein leichter Luftzug geht dort immer. Ich kann es nicht oft genug sage, daß es für mich keinen schöneren Sitzplatz gibt.  Auch der Vater betonte, daß so ein Baum oder Strauch nicht durch einen noch so großen Sonnenschirm ersetzbar ist. Dort staut sich die Wärme darunter hier dagegen ist es einfach irgendwie angenehm da etwas kühler als außerhalb. Wir hatten Kaffee und leckeren selbst gebackenen Kuchen. Wir unterhielten uns und ich zeigte meinen Garten. Mutter wollte gern von meinen vielen Himbeeren und pflückte sich eine Schale davon. Eine Kohlrabi zum Mittag war auch noch für sie da. Ja, ich ernte wirklich dieses Jahr schon mehr als noch letztes Jahr.

Abends nach getanen Arbeiten sitze ich für mich allein in aller  Ruhe noch etwas in der Hollywoodschaukel auf besagter Terrasse und genieße alles was ich habe und was ist. Das muß man einfach immer wieder tun. Und man muß es bewusst wollen und machen. So speichert man die Eindrücke und Erlebnisse, eben diese Tage im Gedächtnis und in seiner Persönlichkeit.  Man ist glücklich und kann davon immer wieder zehren. Denn es kommen auch andere Tage. Und wenn es nur kältere oder verregnete Tage sind. Wenn ich mich an diese bewussten schönen Tage erinnere und weiß, daß ich sie erleben durfte, können mir schlechtere Tage weniger anhaben. Ich ärgere mich dann nicht mehr über sie.

Im Zeichen der Ernte

Freitag Abend, endlich Feierabend und Wochenende.

Ich mache einen abendlichen Gartenrundgang. Geregnet hatte es ein wenig, der Boden ist aber schon wieder abgetrocknet. Es ist warm. Eigentlich sollte doch alles perfekt sein für den Garten. Aber ein wenig erinnere ich mich an den Sommer 2013 in dem mir die Schnecken für Monate den Spass am Gärtnern nahmen und meine gesetzten Pflanzen über Wochen nicht  begonnen zu wachsen.

Nein ganz so schlimm ist es diesem Sommer nicht. Ich hatte mich informiert, überlegt, recherchiert, analysieren lassen. Und, ich habe gehandelt. Der fehlende Stickstoff ist mittels Hornmehl in den Boden gekommen. Ein großer Bereich ist mit Schneckenzaun umrandet. Dieses Jahr habe ich zweimal mit Komposttee gegossen um das Bodenleben anzuregen und Brennnesseljauche habe ich ausgebracht.

Das Gemüse ist auch schön gewachsen und ich habe schon einiges geerntet. Anderes ist den Engerlingen und den Schnecken zum Opfer gefallen. Die weiße Fliege habe ich eindämmen können mit Niemöl.

Aber irgendwie ist im Moment der Wurm drin. Oder eben die Schnecke daran. Überall sind sie. Ein paar Köpfe Salat haben sie schon ab gefressen und einige Kohlrabi.  Im Schneckenzaunbeet am wenigsten. Aber auch da habe sie noch nicht ausgerottet. Wenigstens kommen keine oder fast keine nach. Das beruhigt mich sehr.

Aber wer hat meine etwa eineinhalb Meter lange Kürbisranke am Wurzelhals ab gefressen? Jedenfalls kann ich den vergessen, der ist kaputt und bringt keinen Kürbis. Hoffentlich passiert das nicht mit der zweiten Pflanze auch! Irgendwie frustriert mich das wirklich. Es steckt immer so viel Mühe und Sorge in allem und wird dann einfach so weggefressen.

Ich will mir aber nicht wieder die Lust am Gärtnern verderben lassen und schaue einfach, was ich jetzt ernten kann. Das werde ich dann morgen, am Samstag machen. Mein Entschluss stand fest und weil es doch einiges ist, was ich gefunden habe, steigt meine Stimmung wieder. Letztes Jahr mußte ich auf die Frage, wer das Gemüse denn alles isst, was ich anbaue, antworten: Die Schnecken. Ich habe letztes Jahr nicht eine Kohlrabi oder Salat geerntet, keine Tomate (wegen Kälte), eigentlich bis auf Kartoffeln und hier und da ein paar einzelne Pflänzchen nichts. Diesjahr ist es anders.

reife Erbsen (c) by Joachim Wenk
Erbsen, reif zum Ernten

Als erstes habe ich dann also die Erbsen geerntet. Sie müssen dringend abgenommen werden, bevor sie zu trocken werden. Danach habe ich gleich das Kraut abgeschnitten und auf den Kompost gegeben. Die Rankgitter sind wieder bis nächstes Jahr verstaut. Weil ich jetzt besser ins Beet komme habe ich noch Unkraut gerupft. Das wächst natürlich immer. Trotzdem habe ich das Gefühl, daß es jetzt schon besser wird und ich es gut im Griff habe. Das dauert immer eine Weile, wenn man Wiese oder eben einen Hühnerlauf in Gemüsegarten umwandelt. Zuerst immer sehr viel Unkraut da und es wird dann weniger. Diese Erfahrung habe ich schon einmal gemacht und sie bewahrheitet sich hier auch wieder. Jetzt sieht der Abschnitt schon wieder schön aus. Und ich sehe, das Kraut und sogar ein paar Mörchen die wachsen. Ich gehe bei der Gelegenheit noch durch die anderen Beete und lichte aus. So schön die Malven und Ringelblumen ja sind, wenn sie hier und da aufgehen. Aber es ist alles gerade derart üppig, daß ich etliche einfach heraus reißen muß. Ich will ja nicht nur schöne Ringelblumen sehen, sonder im Herbst auch dicke Pastinaken ernten oder Möhren und Kohl. Jetzt bin ich in der Stimmung, der Anfang ist gemacht. Jetzt wird ordentlich  aufgeräumt in den Beeten. Somit kommt wieder Luft in die Beete und Licht an die Pflanzen.

Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Erbsen geerntet und wieder Ordnung im Beet

 Die Akeleien vor dem Hühnerhaus haben auch einen Rückschnitt bekommen. Jetzt sieht man meinen Wein recht schön. Der steht auch schon drei Jahre hier und erst dieses Jahr fängt er an zu wachsen.

Wein am Hühnerhaus (c) by Joachim Wenk
Wein am Hühnerhaus

Als nächstes sind die fast zwei Meter hohen gelben Melden dran. Bis jetzt habe ich schon viel von ihnen geerntet. Der Spinat ist ja längst weg und kommt erst im Herbst wieder in die Küche. Mangold ist noch nicht so weit, da waren die Melden willkommener und sehr gut schmeckender Ersatz. Auflauf mit Kartoffeln oder Nudeln, im Risotto zu Pilzen, als Füllung für Canneloni mit Frischkäse oder in der Gemüselasagne. Statt Spinat kam immer Melde ins Essen. Jetzt fangen sie an zu blühen und da wird ja üblicherweise nicht mehr geerntet. Ich schneide sie alle ab, rupfe die noch schönen Blätter vom Stamm und gefriere sie ein. So können sie uns noch ein paar mal leckere Speisen aufwerten. Auch das Beet sieht jetzt wieder vernünftig aus und es ist Platz für die Pflanzen die in den Saatschalen bereits heranwachsen.

Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
hier standen die Melden

Grünkohljungpflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsenachwuchs
hier Grünkohl

Gemüsenachwuchs Kohlrabi, Salat (c) by Joachim Wenk
Gemüsenachwuchs
Kohlrabi, Salat

Die Frühkartoffeln sind auch gewuchert wie Unkraut. Die ersten sollten jetzt erntereif sein. Ich werde einfach kommende Woche einmal etwas buddeln und mich nach dem Stand der Dinge erkundigen. Ich glaube bei Frühkartoffeln muß man nicht unbedingt warten, bis das Laub eingezogen ist. Außerdem brauche ich den Platz für den Grünkohl und um Schneckenkorn streuen zu können. Im Kartoffelurwald halten die sich ganz gut und ungestört. Von dort wandern sie im Schneckenbeet dann zum Salat. Das muß sich ändern.

Frühkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffeln

Und weil ich gerade im Rupf-Rausch war habe ich das Staudenbeet auch einmal wieder vom Unkraut befreit. Hautpsächlich Gundermann, der lässt sich aber ganz gut herausziehen. Zum Kompostumschlichten bin ich dann doch leider wieder nicht gekommen. Das steht aber ganz oben auf meiner Aufgabenliste. Jetzt war es mittlerweile abend und ich sollte eigentlich schon geduscht sein. Der Zucchinisalat muß auch  noch fertig gemacht werden. Dann gehen wir zu einer Geburtstagsparty und haben noch einen schönen und unterhaltsamen Abend.

Staudenbeet im Juli  (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Juli

Heute am Sonntag regnet es immer wieder ein wenig, daß ich nicht viel im Garten machen kann. Wenigstens die Himbeeren habe ich aber wieder einmal geerntet. Ich dachte die tragen dieses Jahr garnicht viel, was ich so an Fruchtansätzen sah. Aber nun ernte ich seit drei Wochen Himbeeren in großen Mengen. Da sie meine Lieblingsbeeren sind – neben schwarzer Johnannisbeere – stört mich der Erntesegen aber garnicht. Die Zeit ist wieder knapp an so einem Wochenende und so werden sie wieder eingefroren. So kann ich dann in Ruhe einmal noch Marmelade kochen oder leckeren Kuchen backen. Heute zum Kaffee gibt es jedenfalls schnelle Himbeermuffins. Einmal kann ich glaube ich noch ernten und dann ist fast August. Zeit sie zu schneiden und Düngen. Im Himbeerdickicht wird es auch Zeit für einen Rückschnitt.

Himbeere Glen Coe

Himbeere (c) by Joachim Wenk
unbekannte Himbeere

Himbeeren (c) by Joachim Wenk
Himbeeren

Es ist immer wieder interessant, wie man so in die Gartenarbeit hineinwachsen muß. In all die Tätigkeiten die zu bestimmten Zeiten gemacht werden muß. Ich bin mit dem Garten hier im dritten Jahr und es wiederholt sich einiges. Nicht alles, da ich manches ja anfänglich nicht zur rechten Zeit machte  oder nicht wusste, daß es gemacht werden muß. Jetzt sehe ich immer öfter in den Gartenbüchern nach, wie jetzt mit den Himbeeren. Und ich freue mich darauf sie Auszuschneiden, neu anzubinden und die neuen Ruten etwas zu stutzen und in der Anzahl zu reduzieren. Ich bereite den nächsten Sommer vor Diesjahr dünge ich auch zur richtigen Zeit und nächstes Jahr wird wieder ein wenig besser. Nicht nur bei den Himbeeren. Ich lerne einfach immer wieder dazu und im nächsten Jahr weiß ich es und es wird wieder besser und es klappt auch reibungsloser. Ein schönes Gefühl.