Der Hüttenzauber ist eingeweiht und war Teil eines gar wundervollen Wochenendes.

Als wir vor etwa 14 Tagen für Samstag zur Hüttenzaubereinweihung geladen haben, kamen mir große Bedenken. Wird es etwa an diesem Tag auch so kalt sein und regnen? Es soll doch gegrillt werden.

Jetzt ist es also Samstag und der Tag ist gekommen. Wie es sich bereits in den vergangenen Tagen abzeichnete, ist das Wetter schön. Traumhaft schön. Blauer Himmel, Sonne von Früh bis Abend und so warm, daß man kurzärmelig sogar noch ins Schwitzen kommt.

Für heute stehen nur kleinere Arbeiten auf meiner Liste. Streß gibt es heute nicht. Hauptaugenmerk liegt beim Aufräumen, Reinigen und Herrichten unseres Partyraums, bekannt als Hüttenzauber.

Der Kühlschrank,  kürzlich auf einem Brett mit Rollen montiert, wird herbei gerollt und mit Bier, Wein und Limo gefüllt.

Der Kaminofen wird von alter Asche befreit und vorbereitet.

Tische werden mit Ergänzungsplatten zusammengesteckt und Geschirr wie Gläser bereit gestellt.

Es gibt Gegrilltes und die Gäste bringen Salate und Kuchen mit. Wir müssen nur das Fleisch auftauen (geht ja von allein). Wir machen aus meinen tiefgefrohrenen Sommer-Himbeeren mit Sahne und Baisers den Nachtisch, während noch zwei Rote Beete(gerade frisch aus dem Beet) dämpfen. Es gibt heute nicht das Übliche: Tomate mit Mozzarella, sondern Rote Beete mit Mozzarella. Dressing aus Zitronenschale und -saft, Salz, Pfeffer, Zucker, Olivenöl und Schnittlauch aus dem Garten. Lecker! Das mache ich wieder einmal.

Ein paar meiner Kartoffeln (neue Ernte) werde ich auch noch dämpfen. Die bleiben ungeschält, werden lediglich halbiert und mit Öl und Salz bestrichen. So kommen sie auf den heißen Grillrost und bekommen einen wundervollen Röstkartoffelgeschmack.

Im Garten überlege ich, ob ich die restlichen Kartoffeln ausgrabe. Sie haben die Krautfäule aber so weit überlebt, die Blätter sind grün und nichts weiter kaputt. Ich denke ich lasse sie doch noch etwas in der Erde.

Die Äpfel allerdings haben mich jetzt lange genug geärgert. Immer wieder liegen unter dem Baum im Beet Äpfel. Nun gut, das ist normal und ich mache daraus Gelee und Apfelmus. Irgendwann fällt mir beim Putzen und Vorbereiten auf, daß fast keine wurmigen Äpfel mehr dabei sind. Die sind doch reif und müssen geerntet werden, bevor sie restlich herunter fallen!

Das waren meine erste Gedanken. Ich suche überall den  Apfelpflücker. Wir sind uns einig, daß wir einmal einen hatten. Aber wo?

Gefunden ! Mit Pflücker und Korb geht es zum Apfelbaum. Aber das gibt es doch nicht. Die hängen noch bombenfest am Baum. Die kann ich noch nicht ernten.

Also verräume ich den Pflücker ins  Gerätehaus im Gemüsegarten. Ein paar Tage später probiere ich es wieder. Diesmal mit der Hand. Im Beet darunter liegen nur noch gesunde Äpfel, die eben reif vom Baum fallen. Aber jeder Apfel, den ich anfasse, hängt ganz fest am Baum. Ich habe das  Gefühl verscheißert zu werden.

Jetzt am Samstag war es dann so weit, zwei Eimer Fallobst, die verschafft werden sollen  und nicht gelagert werden können. Heute wird gepflückt, aus basta. Ich ernte viele schöne Äpfel. Einige saßen noch recht fest und bei dem Versuch sie zu zupfen, vielen benachbarte Äpfel von ganz allein vom Baum.

Jedenfalls habe ich jetzt erst einmal eine schöne Ernte für den Keller als Vorrat und aus den Gefallenen werde ich morgen mit dem Dampfentsafter  Saft machen.

Apfelernte (c) by Joachim Wenk
Apfelernte

Im Gemüsegarten ist es schon sehr herbstlich. Ich ernte  einen kleinen Wirsing und Mangold. Zwei Kohlpflanzen reiße ich frustriert heraus und entsorge sie auf dem Kompost. Nur ein paar zerfressene Hüllenblätter. Kopf im Ansatz vorhanden,  aber total locker und nur Ei-groß und zerfressen. Die Pflanzen stehen seit Juni oder früher in den Beeten. Aus denen wird nichts mehr. Nur ein oder zwei sind etwas geworden und ein paar Köpfe Rotkohl.

Ich bin gerade in einer herbstlichen Aufräumstimmung. Bevor ich mir weiter die
misslungenen  Krautsköpfe ansehe und mich ärgere, entferne ich sie lieber. Aus den
Augen aus dem Sinn!

Auch meine Kamelie habe ich geschredert und auf den Kompost geworfen. Seit so vielen Jahren ziehe ich sie herum, nie hat sie  geblüht. Wenn sie Blütenknospen hatte, dann sehr lange Zeit.  Kam die  Moment, daß sie aufblühen müssten, vielen sie ab. Sie hat kaum  Blätter und die sind gelb. Da nutzte auch keine Kamelienerde etwas. Und weil es im Winterquartier außerdem zu voll war letzten Winter, kommt sie weg.  Zwei weitere eher kaputte Genossen werden ihr folgen. Platz machen für Neues und Motivierendes. Manchmal hat es einfach keinen Sinn sich immer mit dem Kümmernden zu befassen und vergebens auf Erfolgserlebnisse zu warten.

Als nächstes rutsche ich, wie die letzen Wochen schon, auf allen Vieren durchs Unterholz. Also eher unterm Holz durch. Zumindest aber unter den Haselnußbüschen entlang. Und die so abzuarbeitende Fläche ist bei den riesigen Büschen sehr groß. Meine Haselnußernte wächst und wächst immer weiter. Mir gehen schon die Körbe aus, um sie in der Sonne zu trocknen.

Danach wird das Haselnußlaub zusammengekehrt. Wir brauchen schließlich heute Abend die Terrasse. Das Laub kommt gleich in den Gemüsegarten auf freie Beetflächen als Mulchmaterial für die Regenwürmer und andere kleine Helfer als Futter.

Terrasse im Herbst (c) by Joachim Wenk
Terrasse im Herbst

Holz steht bereit und die Grillschalen sind bestückt.

Terrasse im Herbst (c) by Joachim Wenk
 Die Terrasse ist fertig für das Grillen

Im Hüttenzauber ist auch alles hergerichtet.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
der Hüttenzauber ist fertig für die Party

Jetzt heißt es warten, bis die Gäste kommen.

Warten auf die Gäste (c) by Joachim Wenk
Warten auf die Gäste

Kaum war das Foto geschossen, kamen die ersten Besucher. Wir genossen den herrlichen Herbstabend bei Sekt oder Bier (getrennt nach Geschlechtern), einem Plausch vor den wärmenden Feuern und freuten uns auf das kurz bevorstehende leckere Essen.

Sie kamen alle unsere Stammtischfreunde mit ihren Damen. Und nach dem Essen, das wohl allen ausserordentlich gut gemundet hat, erhielten wir zur Belohnung, oder zur Einweihung unseres Hüttenzaubers, sogar noch ein Geschenk. Wir waren ganz überrascht und gerührt. Eine wirklich ganz liebe Geste unserer Freunde.

Ein Schatzkistchen mit einer Flasche Rum und lauter Gold. Gutscheine für unseren Lebensmittelladen im Dorf und die nahe Gärtnerei. Und eine schönen Spruch, den wir sie alle  haben unterschreiben lassen.

Schatzkiste mit Gutscheinen als Geschenk (c) by Joachim Wenk
Schatzkiste für den Hüttenzauber

zur Hüttenzaubereinweihung

Wir sitzen bis Mitternacht und verbringen gemeinsam einen ganz entspannten und lustig-heiteren Abend. Nachdem die letzten Gäste gegangen und wir mächtig müde waren, schlossen wir nur einfach die Tür vom Hüttenzauber und verkrümelten uns ins Bett.

Am nächsten Tag, Sonntag, ist noch genug Zeit zum Aufräumen.

Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
Der Tag danach

Und weil der Sonntag abermals das allerschönste Wetter mit sich brachte, ließ ich mir Zeit beim Aufräumen, verbrachte dann noch viel  Zeit im Garten. Es ist jetzt wirklich weniger stressig. Ich mache dieses und jenes und freue mich in erster Linie draußen zu sein und genießen zu können.

Ich klaubte wieder Nüsse. Diesmal aber Walnüsse. Im Gewächshaus habe ich die Rankschnüre der bereits entfernten Tomaten und Gurken abmonitiert. Ein paar Tomaten  sind noch im Gewächshaus und bringen die herrlichsten Früchte.

Die neue gepflanzten Stauden habe ich sogar gießen müssen, weil sie welk waren und es schon wieder recht trocken ist. Regen ist nicht in Aussicht, also bekommen sie eben einen Schluck Brunnenwasser zum kräftigeren Gedeihen. Etliche, gerade von den Storchschnäbeln, blühen bereits und erfreuen mich mit der einen oder anderen unerwarteten Blüte.

Herbststorchschnabel (c) by Joachim Wenk
unerwartete Blüte vom
Storchschnabel
Die kleine Bodendeckerrose erholt sich auch immer im Herbst noch einmal und schiebt mächtige Blütenrispen empor. Im Hintergrund ist eine solche zu erkennen. Aber auch sonst blüht sie, verteilt über das ganze kleine Sträuchlein recht unermüdlich.
Bodendeckerrose (c) by Joachim Wenk
Bodendeckerrose

Mein Staudenbeet betrachte ich von Früh bis Spät und freue mich so darüber. Am auffälligsten sind gerade die Astern. Und wenn man ihre Nähe kommt nimmt man einen schweren süßlich-würzigen Duft war. Der lockt ganz offensichtlich ganze Armeen von Schmetterlingen und Bienen an. Ein Gebrumme und Geflatter herrscht rund um die Blüten, wie ich es sonst nicht erlebe im Garten. Sie sind scheinbar eine sehr willkommene Nektar und Pollenquelle.

Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Herbst

Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern

Herbstastern (c) by Joachim Wenk
Herbstastern

Mit diesen schillernden Herbstimpressionen verabschiedet sich ein wirklich wunderbares Wochenende und ich mich auch. Ich wünsche eine schöne Woche. Bis zum nächsten Mal dann hier im Blog oder auch mal life im Garten?

Lauter positive Erfahrungen im Gartenjahr 2014

Das Gartenjahr 2014 nähert sich seinem Ende. Was jetzt noch getan wird ist oft bereits eine direkte Vorbereitung für das Gartenjahr 2015. Dabei denke ich an meine Staudenpflanzung oder das Blumenzwiebel-Testpaket genau so aber auch meine Staudenbeetneuplanung und -umplanung.

Daher macht es bereits jetzt einen Sinn, sich über das zu Ende gehende Jahr Gedanken zu machen. Gedanken mache ich mir ja schon auch während des Jahres. Heute aber freue ich mich, euch über positive Erfahrungen und Wissensgewinn in meinem Garten zu berichten.

Als Vorbereitung auf diesen Artikel hier überlege ich schon die letzten Tage, was ich da zu berichten habe. Als gut trainiertem Pessimisten fällt mir da sofort eines ein: NICHTS. Nichts war gut, alles war schlecht und gewachsen ist sowieso nichts.

Hätte ich nur nicht angefangen darüber nachzudenken. Jetzt sind mir doch wirklich auch eine ganze Menge Angelegenheiten eingefallen, die ich als positiv und lehrreich oder sogar als erfreulich bezeichnen würde.

  • Die richtige Pflanzenauswahl für die jeweiligen Standorte ist so wichtig!

Dies ist bereits eine Erkenntnis aus den Erfahrungen des Vorjahres. Daher habe ich bereits letztes Jahr aus Notwehr und Frustration eine „letzten Versuch“ gestartet Blüten in den Garten zu bekommen. Bis dahin haben mir die Schnecken alles zu Nichte gemacht. Sollten sie was übrig gelassen haben, ist es in den heißen und sehr trockenen Sommermonaten verdorrt.

Was liegt näher als nach Pflanzen zu suchen, denen weder die Schnecken noch die Sonne oder die Trockenheit etwas ausmachen? Es gibt Stauden, welche die Kriterien erfüllen. Ich habe im Herbst 2013 gepflanzt und den Frühling und Frühsommer 2014 genossen. Es blühte hier und da (also genau genommen nur da, wo genau diese Stauden standen) und die Stauden gedeihen prächtig.

Im Herbst 2014 habe ich nun eine größere Lieferung zusammengestellt und in freudiger Erwartung auf wieder gute Erfahrungen in die Beete verteilt. Vor dem Haus eher die gelb-lila-Farbpalette und hinter dem Haus eher die rosé-weiß-blaue.

Färberkamille, Storchschnabel, Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Schnecken, Sonne und Trockenheit
 stören hier nicht mehr

Färberkamille, Storchschnabel, Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Färberkamille,
 Storchschnabel,
Witwenblume 

Zum Stichwort Pflanzenauswahl fallen mir meine neuen Blumenzwiebeln von Nebelung  ein. Die habe ich mittlerweile alle vergraben. So sehr ich mich auch gefreut habe über das  kostenlose Testpaket, so schwierig war es dann doch, sie zu platzieren.

Leider konnte ich die Auswahl nicht selbst treffen und meine Vorstellungen einbringen. Daher wurde bei der Auswahl der Standort und das Farbschema der Beete überhaupt nicht berücksichtigt. Man bekommt einfach ein wilde Zusammenstellung. Jetzt bin ich gespannt, auf das Frühjahr. Ob die Orangen und gelben Tulpen im neuen Beet gut harmonieren. Das Farbschema vor dem Haus ist immerhin gelb und Lila. Es könnte passen.

Die bunte  Hyazinthenmischung habe ich nicht nach Farbschema pflanzen können. Sie wurde nach der Örtlichkeit gesetzt. Sie stehen dann so, dass man im Frühjahr zum Schnuppern noch gut  mit der Nase in die Nähe kommt. Also am Rand der Terrasse im erhöht liegenden Beetteil.

Der kleine Zierlauch (Allium caeruleum) passt dann aber wieder ins Farbschema des großen Staudenbeetes und auch zum Standort. Wenn ich Glück habe, wird er eine ganze Fläche für sich ergattern und mit blauen Kugeln schmücken. Der riesige Zierlauch ( Allium stipitatum) steht mit den lila Blüten vor dem Haus hinter dem Geranienkübel. Etwas geschützt damit die 1m-hohen Blüten nicht so leicht abbrechen. Dumm nur, daß ich gerade auf der Homepage von Nebelung zu der Sorte lese, daß sie nur 60-90cm hoch wird. Da bin ich ja gespannt, welche Angabe richtig ist. Wahrscheinlich die auf der Packung, denn die Angaben auf der Shopseite sind äußerst dürftig und geben mir nicht die für eine Kaufentscheidung nötigen Daten und Informationen. Schade!

Die Roten Tulpen (Tulipa redwood)  passen überhaupt nirgends in meine Beete. Jetzt habe ich sie zur Kletterrose an die Scheune gesetzt. Ich fürchte nur, daß es mit der Blütezeit nicht klappen wird. Ansonsten wären die roten  Tulpen mit der weißen Rose bestimmt ganz interessant.

  • Hacken ist wie Düngen und gießen in einem

Wie gut, daß ich in dem Büchlein „Biodünger selber machen“ und „das große Biogarten Buch “ von Andrea Heistinger über das Düngen und den Boden gelesen habe. Ich sog alles in mich auf. Seither habe ich eine ganz andere Sicht auf das Bodenleben,  von dessen Bedeutung ich allerdings auch schon vorher wusste. Meine Wurmfarm, die ich mir extra anschaffte produziert auch ganz schön vor sich hin.

Und der Kompost wir immer wieder mit ein paar Schubkarren Pferdemist aufgebessert. Das wenn keine Düngerwirkung hat!

Auch das Kapitel über das Hacken im Garten. Und dann finde ich auch noch diese Pendelhacke bei uns im Gerätebestand. Mittlerweile weiß ich auch, daß sie nicht vom Vorbesitzer war, sondern aus dem aufgelösten Schrebergarten meiner Mutter. Sie hat sie hier im Blog auf dem Foto damals gleich wieder erkannt.

So eine Pendelhacke ist ein wirklich geniales Werkzeug. Es lockert den Boden, jätet Unkraut und arbeitet es etwas ein. So können es die Organismen gleich verwerten und Dünger daraus machen. Und ich bin immer auf allen Vieren durch die Gemüsereihen und habe das Unkraut herausgerupft. Das richtige Hacken war mir zu anstrengend, zu langwierig und für die nahen Pflanzen zu gefährlich.

Mit der Pendelhacke ziehe ich nun fröhlichen Mutes durch die Reihen und schwups ist es weg das Unkraut. Herrlich, wenn man sich dann noch die positiven Wirkungen des regemäßigen Hackens bewusst macht wird das alles sehr perfekt. Im nächsten Jahr schaffe ich mir noch die breitere Version der Hacke an.

Pendelhacke (c) by Joachim Wenk
Pendelhacke
  • Niemals  mit Material mulchen, welches hauptsächlich hölzerne Bestandteile hat!

Einen ähnlichen Effekt wie beim Hacken erhält man durch Mulchen. Düngung, erhöhen der Bodenfeuchte und reduzieren des Beiwuchses. Wenn man dann im Garten einige Hecken zu schneiden hat und die Haselnußhecke deutlich stutzt fällt einen Menge Material an. Ich wollte den natürlichen Kreislauf im Sinne von Permakultur im Garten fördern und das Material nicht aus dem Garten fortschaffen, sondern es dem Kreislauf wieder geben.

Ich habe alles klein gehäckselt und dann auf die Staudenbeete als Mulchschicht aufgebracht.

Macht das bitte nicht nach, wenn große Teile des Mulchs aus hölzernem  Material bestehen. Aus der Lektüre der bereits erwähnten Bücher und verschiedener Texte im Internet, nach meinen Bodenanalyseergebnissen weiß ich jetzt folgendes:

Beim Verrotten dieses trockenen hölzernen Materials (wozu übrigens auch der so beliebte Rindenmulch gehört!)  wird eine große Menge Stickstoff benötigt. Dieser Mulch düngt also den Boden nicht, sondern entzieht massiv Stickstoff also einen Hauptnährstoff. Jetzt wo ich das weiß, wird mir vieles an Pflanzenverhalten, Pflanzenwuchs (oder eben nicht), gelben Blättern und eingegangenen Stauden klar! Der Boden war jahrelang nicht gedüngt und ich schmeiße da unwissend diesen Mulch darauf.

Einiges habe ich beim Unkraut herausreißen bereits wieder entfernt. Ansonsten habe ich Hornmehl darauf und auch immer wieder Grasschnitt als Mulch.

Siehe da keine gelben Blätter mehr, die Stauden doppelt und dreimal so hoch wie letztes Jahr und nichts ging mehr kaputt.

Gerade jetzt bei der Vorbereitung auf meinen Artikel kam mir auch ein Schwätzchen mit der Nachbarin sehr gelegen. Sie berichtete mir, daß sie Rindenmulch ins Blumenbeet gegeben hat, damit kein  Unkraut mehr aufkommt. Jetzt, so ihr Klagen, meint sie, daß es wohl ein Fehler war. Unkraut wächst keines, aber die Stauden und Rosen auch nicht mehr!

Mulch mit hölzernen  Anteilen (c) by Joachim Wenk
Mulch mit hölzernen Anteilen
 ist schlecht für die Pflanzen

Das ist die Rose Jacques Cartier letztes Jahr

Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
Jacques Cartier

Und hier seht ihr sie dieses Jahr. So hatte ich mir die Wuchshöhe vorgestellt. Und so war sie im Katalog genannt. Ich dagegen hatte eher eine Zwergrose als eine wüchsige (bis 150cm) und kräftige Damszener-Rose. 2014 aber startete sie durch und lässt mich große Hoffnung in die  Blütezeit 2015 setzen.

Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
Jacques Cartier
  • Pflanzzeiten für Gemüse einhalten

Grünkohl habe ich bislang immer Ende Mai / Anfang Juni gepflanzt. Dann stand er irgendwie in den Beeten, rettete sich über die heißen Sommermonate und wurde von der weißen Fliege besiedelt. Warum habe ich zu der Zeit gepflanzt? Weil er da in der Gärtnerei angeboten wurde. Später gab es keine Pflanzen mehr, weil die wenigen  bereit gehaltenen verkauft waren.

Dieses Jahr habe ich alles selbst aus Samen gezogen und mich an meine selbst zusammengestellte Aussaattabelle aus den Informationen der Samentüten gehalten.

Zu der Zeit in der ich ihn sonst pflanzte habe ich ihn dieses Jahr noch nicht einmal gesät. Mir war schon ein wenig bange, ob ich dieses Jahr Grünkohl werde ernten können. Ende Juli habe ich ihn dann gepflanzt, fast August. Nach der Ernte der Frühkartoffeln auf deren Beet.

Er wuchs rasch an, die weiße Fliege hat er nicht und wächst ganz hervorragend. Das hat  auch den Vorteil, daß ich den Platz im Frühjahr für eine Vorkultur nutzen kann, wenn der Grünkohl so spät gepflanzt werden kann.

Es lohnt sich also, sich mit dem Gemüse zu befassen und wann es gesät und wann gepflanzt werden will oder muß. Nicht immer bietet der Markt zur richtigen Zeit das richtige Gemüse an.

Grünkohl Lerchenzungen (c) by Joachim Wenk
Grünkohl Lerchenzungen
  • Schnecken zerschneiden ist eine tot-sichere Methode der Schneckenbekämpfung

Ein wirklich nicht sehr schönes Thema. Aber auch das gehört dazu, wenn man sich mit einem Garten oder der Natur befasst. Man muß seinen Platz behaupten! Die Schnecken haben mich beinahe in den Ruin getrieben. Nervlich gesehen und dieses Jahr auch finanziell. Bis zum Wendepunkt meiner Maßnahmen habe ich etwa 15 der kg-Packungen von Neudorffs Schneckenkorn verteilt. Wer es verwendet, weiß, was es kostet. Die Wirkung war gleich Null!
Ich habe mitbekommen, daß eine  Schnecke der Größenordnung wie auf dem Foto 12 oder 15 solche Körner fressen muß, damit sie eine tödliche Dosis intus hat. Frisst sie weniger ist sie zwar schön satt, aber nicht tot. Und schön satte Schnecken denken gern an Sex und vermehren sich ungezügelt. Die Todesrate bei mir im Garten lag sicher unter 1%.
Ein befreundeter Gärtner hat mir geraten seinem Beispiel zu folgen und sie zu zerschneiden. Er macht das auch  und hat einen Garten in einem Grund mit Bach und Wald im Süden. Also eher feucht und kühl. Nachdem er das mit dem Zerschneiden einige Tage konsequent des Abends verfolgte, fand er bald nur noch wenige Schnecken und musste direkt nach ihnen Suchen. 
Das klang verlockend und ich folgte seinem Rat. Was soll ich sagen. Es funktionierte. Das Foto unten ist vom Herbst letzten Jahres. Dieses Jahr finde kaum mehr Schnecken in den Beeten. Und wenn, dann habe ich immer Tags und Abends meine Rosenschere in der Hosentasche und setze diese 100%ig immer tödliche Maßnahme ein. 
Und nächstes Jahr beginne ich sofort damit, spare also einiges an Geld für nicht wirkendes Schneckenkorn. 
Nacktschnecken Plage (c) by Joachim Wenk
Nacktschnecken-Plage

S

Nutzgarten – Ziergarten

Das ging jetzt dann doch recht schnell. Das sommerliche Aufflackern wird seltener und nur auf ein paar Stunden am Tag begrenzt. Und der Tag ist auch mittlerweile so kurz geworden. Wenn mich die Kälte und Dämmerung abends ins Haus treibt, bin ich ganz überrascht, wie viel Zeit vom Tag noch übrig ist. 

Samstag war bei uns noch einmal ein sehr schöner und warmer Tag mit blauem Himmel. Leider konnte ich erst nach dem Mittagessen in den Garten. Zu dieser Jahreszeit fallen eben auch die Küchenarbeiten als Ergebnis der Gartenarbeit an. Apfelmus, Apfelgelee und Tomatensauce standen auf meinem Wochenendprogramm. 
Im Garten dann machte ich mich schweren Herzens an meine restlichen Tomaten. Sie werden entsorgt. Über und über von der Braunfäule ergriffen aber mit bestimmt 20 kg großen grünen Tomaten daran. Und alles wird entsorgt. Das tut schon weh. Ab Sonntag soll ja richtig scheußliches Wetter kommen. Daher ist heute der richtige Tag für diesen Schnitt. Zudem werden wir an den Weihern draußen noch einmal Rasen mähen. Bei der Gelegenheit kann ich gleich den Heckenschnitt verbrennen und vielleicht auch schon etwas von dem vergammelten Tomatenkraut. 
ehemaliges Tomatenbeet (c) by Joachim Wenk
ehemaliges Tomatenbeet mit Lauch, Kohl
und Sellerie vom Mai
Das ist eine recht besinnliche Tätigkeit, das Verbrennen von dürrem Material. Allerdings war es nicht sehr dürr und so war ich um den Wind froh, der die Flammen immer wieder aufpeitschte. So stand ich dann doch eine geraume Zeit in der Sonne und fütterte die Flammen immer wieder mit Nachschub. Dabei kam ich zum Sinnieren. Wie lief das Gartenjahr 2014?  
Mein Gemüsegarten im Vergleich zum letzten Jahr:
Ich habe mehr geerntet als im vergangen Jahr. Mehr an Menge und mehr an unterschiedlichen Gemüsen und Obst. 
Und ich habe mir alle Pflanzen selbst angezogen. Nur Saatgut und Steckkartoffeln mußte ich kaufen. 
Die Plagen der letzten Jahre waren wieder vor Ort. Schnecken, weiße Fliege, Engerlinge, Lauchfliegen, Braunfäule, Mehltau. 
Die Wachstumsstockungen, die mir große Probleme machen, waren besser aber noch immer ausgeprägt vorhanden. Zumindest bei einigen Gemüsearten. So fängt der Zierkürbis, den ich im Mai gesät habe und der seither im Beet steht erst jetzt (vor ca 14 Tagen) an zu wachsen! Das  rot- und Weiß-Kraut steht noch immer in den Beeten. Beide Sorten sind frühe Sorten, aber die Köpfchen sind erst jetzt so, daß man überhaupt etwas ernten kann. 
Die Bilanz für den Nutzgarten fällt, nach einem sehr positiven Frühjahr bis Juni, jetzt im Herbst doch eher neutral aus. 
Mein Ziergarten im Vergleich zum letzten Jahr:
Die 2013 gepflanzten Stauden haben sehr schön und üppig geblüht. Schnecken und Trockenheit konnten ihnen nichts  anhaben. 
Die Zwiebelblumen im Frühjahr waren eine Pracht. Ebenso die Rosen. Allen voran die beiden  Rambler.
Rosen und Stauden wuchsen deutlich höher dieses Jahr. 
Ich habe wieder einen ganzen Schwung Stauden gepflanzt, um die Blütezeit in den Sommer und Herbst zu verlängern. Wir haben ein neues Beet für Stauden umdefiniert/angelegt und das  Sonnenbeet in endgültiger, nochmals größerer Form abgesteckt. Das sieht schon alles recht schön aus. Zwei Sträucher werden noch verpflanzt und Blumenzwiebeln gesteckt. 

Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Zweite Blüte der Färberkamille

Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Zweite Blüte der
Witwenblume

Katzenminze und Mädchenauge (c) by Joachim Wenk
Dauerblüher Katzenminze
mit Mädchenauge

golden celebration (c) by Joachim Wenk
Dauerblüher Golden Celebration
Alle Stauden und Rosen sind gesund, blühen zum Teil noch und sind nach Düngergaben im Sommer (ich habe bisher einfach zu wenig gedüngt) nochmals schön gewachsen. 
Die Bilanz für den Ziergarten fällt durchaus positiv aus. So gefallen hat er mir bisher noch nie.  Der Nutzgarten, der mir einfach sehr wichtig ist, war  der erste Gartenteil, um den ich mich kümmerte, den ich gestaltete und zum Leben erwachte. 
Jetzt ist  gefühlsmäßig der Ziergarten an der Reihe. Er bekommt meine Aufmerksamkeit. Wir überlegen, wie wir bestimmte Dinge im Ziergarten gestalten und was uns beiden gefällt. Das macht Spaß. Ich weiß noch vor 3 Jahren, als wir den Garten mit Haus übernahmen war es wahnsinnig toll einen so großen Garten zu haben. Aber  – und ich weiß gar nicht, wie ich das Gefühl genau in Worte fassen soll – es war nicht mein Garten. Es war ein Garten. Und das dauerte wirklich eine ganze Zeit bis dann ein Stückchen vom Garten mir das Gefühl gab, mein Garten zu sein. Logischer Weise war das der Gemüsegarten, weil ich dort die meiste Zeit verbrachte und die Meiste Arbeit hinein steckte. Vielleicht auch irgendwelche unbewussten Schwingungen oder Wellen oder was sonst, das mich mit dem Garten verbindet. Und das erstreckt sich nicht gleich über den ganzen Garten. Vielleicht muß man sich einen Garten wirklich Zentimeter für Zentimeter auf diese Weise erarbeiten. 
Jedenfalls bin ich fast so weit, daß ich überall im Garten dieses sich von selbst einstellende Gefühl habe, es ist mein Garten. Es gibt noch ein paar Stellen, da ist es noch nicht da. Aber es ist jetzt schon auch vor das Haus gerutscht, das Gefühl.  Bald bin ich also in allen Ecken des Gartens, verstehe ihn und die Pflanzen und den Boden. Und die verstehen mich sicher auch schon besser. 
Jetzt aber brauchen wir wohl langsam beide einmal wieder eine Auszeit. Gut dass der Herbst kommt. Ich kann sinnieren und auch viel analysieren. Was ist falsch gelaufen? Wo weiß ich den Grund für Misslungenes? Was mache ich nächstes Jahr und was mache ich anders?
Die Düngung muß ich verbessern. Ich habe zu wenig gedüngt und im Boden sind keine Nährstoffe mehr vorhanden. Bio-Volldünger ist teuer. Daher habe ich bereits seit einiger Zeit begonnen, den Pferdemist unter den Kompost zu mischen. Das müsste die Nährstoffe deutlich erhöhen. Im Frühjahr werde ich ihn dann ausbringen. Auch meine Staudenbeete müssen dann gedüngt werden, damit nicht wieder erst im Sommer das Wachstum beginnt. Da werde ich wohl ein wenig Dünger auch zukaufen müssen, weil ich so viel Kompost nicht habe.
Pflanze ich wieder Tomaten oder lasse ich es gleich? Aber Kartoffeln brauche ich auch und die hatten auch die Fäule. Ich muß es also wieder versuchen. Gemüse selbst anziehen wird auf alle Fälle weitergeführt. 
Nächstes Jahr müssen mehr Kräuter für die Küche angebaut werden. Sie fehlten mir dieses Jahr.  Und weniger Kohl, der immer schwierig ist. Möhren noch ein Versuch und dann im Winter einfach mal im Samenkatalog blättern und inspirieren lassen. Unterschiedlichere Salatsorten, Neuseeländer Spinat. Keine Rüben oder Mairüben mehr. Seit Jahren ausnahmslos der größte Reinfall und keinerlei Ernte. Ich will mehr das anbauen, was Erfolge bringt. Das was nur verhätschelt werden muß um dann doch nichts zu bringen soll reduziert oder ganz weg gelassen werden. 
Im Ziergarten hat mir das Erfolg und Zufriedenheit gebracht. Ich pflanze nur noch die Sorten und Arten, welche zu dem Standort passen. Was soll ich sagen, es blühte und gedieh prächtig. Pflanze ich Blumen oder Stauden, die nicht passen, kann ich verhätscheln und beschützen und umsorgen was ich will. Ich ernte nur Mißerfolg und Frustration. Bei mir ist es wichtig, daß sie Trockenheit und Sonne vertragen und noch wichtiger, daß sie von Schnecken nicht gefressen werden. Wie einfach es doch ist, wenn man erst einmal darauf gekommen ist. Was habe ich für Stauden und Blumen an die Schnecken verloren und an die Dürre in den Sommern. Wählt man, was ja in jedem Gartenbuch stehen würde, täte man es ernst nehmen, die zum Garten und Standort passenden  Gewächse aus, kommen Erfolg und Freude gratis dazu. 
Im Gemüsegarten ist es nicht so leicht, da ich ja bestimmte Gemüse haben möchte. Allerdings ist der Reinfall bei manchen Gemüsen, wie zum  Beispiel allen Rübensorten, derart eklatant, daß ich freiwillig gerne künftig ganz darauf verzichte. Für ein erfolgreiches und positives 2015 werde ich aber die Gemüseauswahl im Winter noch einmal überdenken müssen. Immer nach dem einen Anhaltspunkt: was nicht passt, fliegt raus. 

Staudenblüten, Gemüseernte und eine verkannte Heil- und Würzpflanze im Gemüsegarten

Na da habe ich ja schöne Wunder-Stauden vom Gaissmayer bekommen. Kaum habe ich sie gepflanzt, da blühen sie auch schon!

Darf ich vorstellen:

Herbstanemone „Serenade“

Herstanemone Serenade (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone „Serenade“

Storchschnabel „Rozanne“

Storchschnabel  Geranium Rozanne (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel „Rozanne“

 Zwerggoldrute

Zwerggoldrute (c) by Joachim Wenk
Zwerggoldrute

Blut-Storchschnabel „Apfelblüte“.  Er soll bei sonnigem Standort- und den  hat er dann hier – im Herbst die Blätter blutrot färben. Jetzt jedenfalls hat er mir erstmal eine ganz bezaubernde Blüte geschenkt.

Blut-Storchschnabel Geranium Apfelblüte (c) by Joachim Wenk
Blut-Storchschnabel
„Apfelblüte“

Die anderen Stauden blühen noch nicht. Diese hier hätte ich auch noch nicht im Blütenkleid erwartet. Aber manchmal wird man eben auch positiv überrascht. Die kleine Blütenvorschau gefällt mir sehr und mildert ein wenig meine unbändige Ungeduld auf das kommende Jahr, bis ich endlich die neuen Stauden blühen sehen werde.

Eine schöne Überleitung von meinem Herbst-Staudengarten zum Herbst-Nutzgarten sind doch diese Hagebutten meiner Wildrose. Wenn ich am Wochenende Zeit habe, werde ich Hiffenmark machen, zusammen mit dem Hagebutten meiner Gardasee-Rose. Aber ich sehe schon, daß das wieder nichts wird und die Früchte wieder nicht geerntet werden.

Hagebutten Septembersonne (c) by Joachim Wenk
Hagebutten in der
Septembersonne

Im  Gemüsegarten schließlich ist es herbstlich, wie sonst nirgends im Garten.

Einige Beete sind bereits abgeräumt und mit fleißig keimenden Gründünger bestückt (Phacelia und Platterbsen habe ich noch gesät).

Andere müssen am Wochenende noch geräumt werden. Dazu gehören leider noch weitere Tomaten, die der Fäule nicht weiter Stand halten konnten. Selbst die resistenten Sorten sind so weit geschädigt, daß auch angesichts des Wetters keine reifen Früchte mehr zu erwarten sind.

Mein Grünkohl steht und wächst wie es schöner nicht sein könnte. Und das obwohl, oder eben wahrscheinlich weil, ich ihn erst Ende Juli gepflanzt habe. Leider ist er sehr instabil, so dass ich jeden einzelnen Kohl stützen mußte. Bei meinen früheren Kohlpflanzen der Sorte „halbhoher Krauser“ war der Stamm so fest, daß ich ihn beim Ernten kaum mit der Gartenschere habe abschneiden können. Dieses Jahr probiere  ich die „Lerchenzungen“, die zarter sein sollen als der „halbhoher Krauser“. Somit ist wohl auch der Stamm deutlich zarter und kann die Blattmasse nicht selbst stemmen.

Grünkohl Lerchenzungen (c) by Joachim Wenk
Grünkohl „Lerchenzungen“

Mein Schneckenzaunbeet. Noch immer steht der Rotkohl darin, wird aber bald einmal geerntet. Statt Kopfsalat wächst jetzt Eissalat. Allerdings gelang mir die Kopfsalatanzucht im Frühjahr wie im Schlaf. Dann habe ich im Sommer den Eissalat gesät, so wie es auf dem Tütchen stand. Nur, der wollte nicht keimen. Dann wollte er nicht wachsen. Ein paar Exemplare sind im Beet kaputt gegangen. Drei oder vier aber haben überlebt und fangen jetzt an sehr schön zu wachsen.

Gemüsebeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im Herbst

Vom Mangold ernte ich laufend und die Roten Rüben dahinter sollten auch aus der Erde. Aber wo lagere ich sie wieder? Ein paar habe ich schon geerntet, gedämpft und geschält und so eingefroren. Ich esse sie allerdings auch gern als Rohkost.   Sie haben einen ganz exquisiten Geschmack. Die Beschreibung, daß sie gut für Rohkost geeignet sind, hatte damit absolut Recht. Jetzt habe ich ein Rezept für Rote-Beete Risotto im Internet gefunden. Das probiere ich gleich am Wochenende aus. So habe ich sie noch nie gegessen.

Die Stangenbohnen Blauhilde  hinten links im Beet sind so weit auch abgeerntet. Jetzt hängen nur noch die alten und großen Schoten daran, die ich für die Samenernte  brauche.

Eissalat Rosenkohl Sellerie (c) by Joachim Wenk
Eissalat, Rosenkohl und
Sellerie

Auf der anderen Seite die Dreieck-Beete. Man sieht den Bux wieder.  Es ist Herbst oder Winter oder Frühjahr. Im Sommer ist er jedenfalls immer ganz verschwunden vor lauter Gemüse. Vorne im Beet ist Spinat gesät und Gründünger.

Bux im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Bux im Gemüsegarten – jetzt sieht man ihn wieder

Meine Johanissbeersträucher  hatten dieses Jahr keine Krankheit an den Blättern. Ganz im Gegensatz zum letzten Jahr. Da sahen sie schlimm aus. Ob das wirklich am Wermut liegt, der zwischen ihnen steht? Ich habe immer wieder über seine positive Wirkung auf Johannisbeeren gelesen. Letztes Jahr hat er die Schnecken nicht überlebt. Dieses Jahr  blüht er sogar.

Johannisbeersträucher und Wermut (c) by Joachim Wenk
Johannisbeersträucher und Wermut

Ein paar Köpfchen Weißkraut wird es geben. Zwischen den Tomaten der Kohl ist nicht gewachsen, die Blätter verkrüppelten und schließlich haben die Schnecken ihn geholt. Und der soll doch zwischen die Tomaten, damit der Kohlweißling ihn nicht riecht und seine Eier darauf ablegen kann. Diese Mischkultur-Idee ist aber glaube ich nur in der Theorie erfolgreich. Ich habe  hier noch nie eine Wirkung auf den Kohlweißling gesehen. Der findet seinen Kohl auch direkt zwischen den Tomaten.

 

Weißkohl (c) by Joachim Wenk
Weißkohl

Im Gewächshaus die Tomaten sind noch in Ordnung und werden jetzt auch vermehrt rot. Gut, das ist schön, denn die im Freien werden mir keine Früchte mehr bringen.

Tomate Tica Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomate „Tica“
 im Gewächshaus

Hoffentlich werden hier noch ein paar der Glockenpaprika rot.

Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika

 Mit der Röte muß ich mir bei  meinen Gemüsepaprika keine Sorge machen. Sie tragen sehr reich und haben eine herrliche Farbe. Geschmacklich sind sie auch ganz vorzüglich.

Paprika Sommergold (c) by Joachim Wenk
Paprika „Sommergold“
Wie gesagt:  Im Frühjahr war die Salatanzucht ein Kinderspiel. Diesen hier habe ich für die Herbsternte gesät. Er heißt Till und war mein Liebling dieses Jahr. Aber er wuchs  einfach nicht jetzt im Herbst. Zum Schluß standen noch ein paar Pflänzchen in der Saatschale und ich wollte sie nicht auf den Kompost werfen. Vielleicht wachsen sie im Gewächshaus ja noch ? 
Salat  Till (c) by Joachim Wenk
Salat Till
Zum Abschluß noch ein  aktuelles Foto von einem meiner liebsten und treuesten Begleiter. Jedes Jahr ernte ich ausreichend für den Winter. Nur letztes Jahr war so ein katastrophales Jahr, daß ich nichts ernten konnte. Ich habe dieses Jahr im Frühjahr sogar zwei Pflanzen gekauft, weil ich mir nicht sicher war, ob die dünnen welken Würzelchen noch einmal austreiben. Aber es sieht ganz gut aus. Allerdings dauert es bis zur Ernte noch einige Wochen. Soll er noch die restliche Energie der Herbstsonne in seinen Wurzeln speichern und uns dann im Winter mächtig einheizen damit. 
Es ist schon eine ganz interessante Schärfe. Ganz anders als die der Chillies. Wenn er richtig gut ist, steigt er sofort bis in die Nase hinauf und räumt mächtig auf. Das ist immer wieder faszinierend. 
Über seine vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen hatte ich in der Comunity auch schon einmal berichtet. Eine wirklich verkannte Pflanze! 
Sein Verwandter  ist in aller Munde und total  hipp. Nur weil sie aus fernen Ländern kommt und nicht hier in Franken wächst. Aber schon sehr sehr lange bevor der Verwandte berühmt wurde gab es hier den heimischen Bruder und den sehr speziellen Vertrieb. Vornehmlich von (älteren) Frauen übernommen, die nach ihm benannt sind. 
Fast jeder Gartenbesucher bleibt bei der Pflanze stehen und fragt, was es ist. Es ist an der Zeit ihn bekannter zu machen!
Laut Wikipedia wird sein Abastz und Genuß seit 2010 im Rahmen des Weltgenusserbe Bayern sogar gefördert!
Wisst ihr was hier wächst?
(c) by Joachim Wenk
Wäre er aus Japan, wäre er berühmter

Herbstarbeiten im Gemüsegarten und im Ziergarten.

Letzten Mittwoch habe ich hier so geschwärmt von meinem freien und so herrlichen Tag in der Küche und vor allem im Garten.

Wie sich das Wetter dieses Jahr doch von einem Tag zum anderen ändert. Es folgten zwei Tage mit Dauerregen und Wolken –  gefühlt auf Knie-Höhe inklusive Kälte. Schaurig in jeder Hinsicht. Umso mehr habe ich mich immer mehr über den tollen Tag am Mittwoch gefreut und dass ich ihn genießen konnte.

Die zwei Regentage mit Kälte haben den Herbst erneut um ein großes Stück näher an uns heran gerutscht.

Und die Schnecken kommen auch wieder heraus aus ihren Löchern. Damit ich sie leichter finde, wollte ich meinen Hokkaido-Kürbis stutzen. Wenn jetzt noch Blüten daran sein sollten, entwickeln die sich ohnehin zu nichts mehr. Drei Kürbisse liegen im Beet. Schön dunkel orange in der Farbe. Da habe ich mich entschieden, sie zu ernten und den Kürbis komplett zu entsorgen.  Dann können die Schnecken mir die Ernte nicht mehr streitig machen.

Somit habe jetzt wieder etwas mehr in meiner Speisekammer und auf dem Beet ist der Boden frei. Ich sähe gleich Gründünger ein. Auf dem vor einer Woche abgeernteten Tomatenbeet keimt bereits die Phacelia. Die sähe ich hier im Kürbisbeet auch und dazu Platterbsen.

Beides kann man im September noch sähen. Und beides soll bei Frost abfrieren. Ich werde mal sehen, wie hoch das jetzt noch wächst und entweder es dann noch abmähen oder warten, bis  Schnee und Frost das übernehmen. Im letzten milden Winter hat es damit nicht geklappt. Da musste ich im Frühjahr mit der Motorhacke darüber gehen.

Dahlie im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Dahlie im Gemüsegarten
Gründünger zwischen Kohl (c) by Joachim Wenk
ehemaliges Kürbisbeet jetzt mit  Gründünger-
Einsaat. 

Kürbisernte Hokkaido (c) by Joachim Wenk
Kürbisernte Hokkaido
keimende Phacelia (c) by Joachim Wenk
keimende Phacelia
Nach drei Tagen beinahe ununterbrochenen Regens war ich sehr gespannt, was die noch im Beet stehenden  Tomaten und Kartoffeln so treiben. 
Eine Reihe Tomaten habe ich wegen der Braunfäule bereits entsorgen müssen.  Die Kartoffeln bis auf die noch stehenden sind geerntet. Jetzt befinden sich nur noch von beiden Gemüsearten die am stärksten gegen diese üble Seuche resistenten Sorten im Garten. Und trotzen der Braunfäule! Es mag wohl das eine oder andere Blatt beschädigt sein aber es schreitet nicht voran. Gerade bei den bereits entsorgten Tomaten, die überhaupt nicht resistent dagegen waren, hatte die Fäule binnen 2 oder 3 Tagen die kompletten Pflanzen ergriffen und zerstört. 
Braunfäule resistente Tomaten (c) by Joachim Wenk
Braunfäule resistente Tomaten
Braunfäule resistente Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
Braunfäule resistente Kartoffeln 
Aber nicht nur im Gemüsegarten fallen weiterhin Arbeiten im Herbst an. Auch im Ziergarten habe ich noch zu tun. Endlich ist es nun geschafft. Die letzten meiner 60 neuen Staudenpflanzen stehen an Ort und Stelle und können nun, da es wieder wärmer ist, im gut durchfeuchteten Boden einwurzeln und sich aufs nächste  Jahr vorbereiten. 
Der Huppel hinterm Zaun war bisher nicht weiter genutzt. Ich wartete ja ab, bis der  Zaun fertig ist. Dann haben wir die gelbe Rose dort hin gepflanzt, weil wir nicht wussten wo hin mit ihr. Meine Gardaseerose steht dort und eine Kletterhortensie sowie die Aronia. Am Boden wucherte Gras und Winden und  Giersch. Das habe ich alle zwei Wochen mit der Motorsense abmähen müssen. 
Schließlich haben wir uns gedacht, dass wir auch gleich noch  Sträucher und Stauden dort pflanzen könnten um den Eingangsbereich bunter zu gestalten. 
Dazu müsste aber das Unkraut als Bodendecker verschwinden. Wie soll das gehen? Es sind noch immer die drei Strünke der sehr großen Nadelbäume im Boden und deren Wurzeln. Mit der Motorhacke brauche ich es erst gar nicht zu versuchen dort umzugraben. Also von Hand mit dem Spaten? Diese Arbeit gefällt mir eher nicht und ich fand eine viel bessere Lösung. 
Wir verteilten einfach bei jedem Rasenmähen das Schnittgut auf der Fläche dort. Dabei haben wir mit  Material  nicht gespart und eine eher dicke Schicht Mulch aufgetragen. Jetzt sprießt nur noch hier und da ein Unkraut durch die Mulchdecke, das im feuchten Boden leicht herausgestochen werden kann. Unter dem Mulch ist nichts Grünes mehr vorhanden. Aber dafür umso mehr  Regenwürmer. Es wimmelt nur so davon. Beim Pflanzen meiner Stauden habe ich es gemerkt. Die arbeiten jetzt das organische  Material in den Boden ein, verarbeiten es dabei zu sehr hochwertigem Dünger und lockern durch ihre Gänge den Boden. Und ich hatte keine  Arbeit damit. Das  haben alles die fleißigen Heinzelmännchen im Dunkeln von ganz allein gemacht. 
neue Stauden im gemulchten Beet (c) by Joachim Wenk
neue Stauden im gemulchten Beet

Auf der anderen Seite der Einfahrt ins Grundstück ist mein erstes Sonnenbeet. Hier habe ich auch noch weitere trockenheitsverträgliche und sonnenhungrige Stauden, welche nicht von Schnecken gefressen werden, gepflanzt. Vorher wurde Topinambur und Baumspinat entsorgt, daß Platz wird.

Und dahinter seht ihr eine  Reihe von Platten.

Stauden im Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
neue Stauden im Sonnenbeet und Steinplatten

Stauden im Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
neue Stauden im Sonnenbeet und Steinplatten

Hier im vordersten Teil liegt auch  Rasenmulch. Beim nächsten Mähen wird wieder alles was noch Rasen ist mit Rasenschnitt gemulcht. So verschwindet der übrige Rasen im Beet von ganz allein.

Stauden im Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
neue Stauden im Sonnenbeet und Steinplatten

Sonnenbeet in der Herbstsonne (c) by Joachim Wenk
Sonnenbeet in  der Herbstsonne, im Hintergrund
sieht man die beiden Schmetterlingsflieder

Und von Oben wird dann wohl die Steinreihe auch verständlicher. Beinahe 2 Jahre liegen die Rabattensteine, die früher schon das Beet begrenzten, nun  herum. Immer wieder ändert sich die Breite des Beetes und wir ließen sicherheitshalber die Steine noch liegen. Jetzt haben wir uns entschlossen, die Weigelie ins Beet zu integrieren. Man kommt sonst zu schlecht mit dem Rasenmäher drum herum. Dann habe ich noch  zwei Schmetterlingsflieder in der benachbarten Wiese. Wir hatten einmal vor, dort einen Sitzplatz anzulegen. Sie wären dann teil des Sichtschutzes gewesen. Da wir aber nie hier vorne im Garten sitzen bleibt das mit dem Sitzplatz und die Sträucher stehen nun unnütz in der Wiese und gehören irgendwie dort nicht hin.

Wir werden sie ausgraben und in die Beule des Sonnenbeetes zur Weigelie pflanzen. Sie passen farblich genau zur Farbscala im Beet. Diese Umpflanzaktion mache ich aber dann erst, im späten Herbst. Jetzt wissen wir, wie die Konturen des Beetes aussehen sollen. Beim nächsten Rasenschnitt wird wieder gemulcht, damit der Rasen innerhalb der abgelegten Grenze auch noch verschwindet. Und nächstes Jahr haben wir dann endlich eine saubere Mähkante und Abgrenzung des Beetes.

Sonnenbeet (c) by Joachim Wenk
endgültige Form
des Sonnenbeetes

Von Oben ist es gut zu sehen. Rechts das Sonnenbeet mit der künftigen Kontur und links der neue Stauden-Sonnenhügel.

Und jetzt? Ja, das ist der große Unterschied zu Pflanzarbeiten im April. Jetzt muß ich etwa ein dreiviertel Jahr warten! Warten auf das was kommt, ohne selbst etwas machen zu können. Aber dann! Dann wird es schön bunt mit viele Blüten vor unserem Haus.

Eingangsbereich vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Eingangsbereich vor dem Haus

Die Ernte konservieren für den Winter und dann ein herbstlicher Grillabend

Schon morgens beim Aufwachen freue ich mich auf den Tag. Wie oft schon hat man einen freien Tag. Und ich meine nicht nur frei von der Arbeit im Berufsleben, sondern auch frei von irgendwelchen Terminen und seien es nur Erledigungen die gemacht werden müssen und Zeit kosten.

Ich habe auch viel vor heute. Also frei von Arbeit ist der Tag nicht, allerdings sind es alles Arbeiten die mir großen Spaß machen und fast schon wie Meditation und Wellness für mich sind. Wenn ich sie denn in Ruhe und mit der nötigen freien Zeit zelebrieren kann.

Nach einem sehr entspannten Frühstück kam die Gassirunde dran. Hier zeigte sich bereits das Wetter  von seiner allerfreundlichsten September-Seite.

Zurück daheim erntete ich noch Tomaten. Erst im Gewächshaus und dann im Freien. Wichtig, damit ich nicht die Keime der Braunfäule ins Häusle schleppe.

Eine Reihe mit nicht fäuletoleranten Tomaten sieht schlimm aus und wird heute noch entfernt. Ein paar einzelne Früchte habe ich noch abgemacht. Ansonsten aber haben auch die grünen schon die Anzeichen und werden dann mit entsorgt.

Die fäuletoleranten Tomaten reifen so langsam Stück für Stück auch und es kommt doch wieder eine  Schüssel voll zusammen. In der Küche wartet ja noch der Schwung Tomaten von der Sonntagsernte.

Die heruntergefallenen Äpfel entferne ich auch aus dem Gemüse und sammle die noch verwertbaren extra. Auch da steht im Haus schon ein Eimer mit den am Sonntag gesammelten Fall-Äpfeln. Sie verströmen einen starken Apfelgeruch im ganzen Raum.

Dann mache ich mich an die Arbeit. Im Keller liegt noch eine Riesenzucchini. Bevor ich die vom Mehltau dahingerafften Pflanzen entsorgte erntete ich noch zwei sehr große armdick Zucchini. Ob die noch verwertbar sind? Sicherheitshalber habe ich sie nicht weggeworfen, sondern erst einmal zwischengelagert. Heute schaue ich mir wenigstens eine einmal genauer an. Vielleicht kann ich eine Zucchinisuppe daraus machen.

Und ich bin sehr überrascht. Sie hat innen nicht mehr zu entfernendes Kerngehäuse als eine normal große Zucchini. Das verwertbare Fruchtfleisch ist knackig und aromatisch. Gut, daß ich sie nicht auf den Kompost warf damals! Also mache ich einen großen Topf Zucchinisuppe für morgen und zum Eingefrieren als schnelles Mittagessen.

Zucchini für Zucchinisuppe (c) by Joachim Wenk
Zucchini für Zucchinisuppe

Im nächsten großen Topf werden die Äpfel gedämpft. Fast reife mit sehr grünen gemischt. Das gibt dann einen besseren Geschmack. Aus dem Dämpfwasser unten im Topf mache ich noch ein paar Gläschen Apfelgelee. Da habe ich noch fast nichts im  Keller und wir essen es sehr gern. Die gedämpften Äpfel werden zu Apfelmus und wandern  noch heiß in Schaubläser. So muß man den Apfelmus nicht extra einkochen.

Während also zwei Töpfe schon auf dem Herd vor sich hin zischeln fülle ich den Dritten mit den reifen Tomaten. Einfach halbieren und ab in den Topf. Jetzt kochen. Sie zerfallen rasch und werden so eine ganze Weile gekocht. Am  Besten im offenen Topf. Dann kann Flüssigkeit verdampfen und die Tomatenpulpe wird nicht so flüssig. Ich lege immer so ein Spritzschutzsieb für die Pfanne darauf. Somit blubbert mir nicht beim Kochen die rote Brühe auf Herd und Fußboden.

Tomatensauce für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk
Tomaten einkochen
mit Spritzschutz

Da ich heute wieder größere Mengen verarbeite hole ich mir den sehr praktischen Fruchtpresse-Aufsatz zur Küchenmaschine hervor. Oben fülle ich die gekochte Tomatenpampe hinein und unten kommt feine  Tomatenpulpe ohne Kerne und Haut oder mitgekochte Kräuter rund Gewürze heraus. Der Trester wird vorne ausgestoßen und ist sehr trocken. Da geht nichts verloren.

Fruchtpresse oder Beerenpresse für Tomatensauce (c) by Joachim Wenk
Fruchtpresse im Einsatz
Trester von Tomatensauce (c) by Joachim Wenk
Trester von der Tomatensauce

Die fertige Suppe wird wieder in den Topf gegossen, vielleicht noch einmal etwas eingekocht und dann auch wieder kochend heiß in Schraubverschlußgläser gefüllt. So hält sich die Tomatenmasse bis zur nächsten Ernte. Wenn sie nicht vorher verbraucht wurde für Braten, Nudel-Lasagne-Saucen, Suppe, Pizza und  und und.

fertige Tomatenpulpe

So hier seht ihr die abgeschlossene Arbeit des Vormittags. Die Speisekammer und Gefriertruhe füllt sich immer mehr und mehr.

Konservierte Ernte aus dem Garten für den Winter (c) by Joachim Wenk
Konservierte Ernte aus dem Garten für den Winter

So schön der Herbst ist, weil im Garten die Arbeiten langsam langsamer und entstreßter werden, so arg nimmt die Arbeit in der Küche zu. Aber dazu mache ich mir ja die ganze Mühe mit dem Gemüse und Obst. Zum gleich genießen und konservieren für die vielen mageren Monate im Jahr ohne eigenes Frisches aus dem Garten.

Etwas von der Zucchinisuppe gibt es gleich zum Mittagsmahl. Jetzt aber raus in den Garten. Wahnsinn, was für ein schöner Tag. Das muß ich erst einmal in Ruhe genießen und betrachten.

Septembersonne im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Septembersonne im Landgarten
Schrotteule über den Astern (c) by Joachim Wenk
Schrotteule über den Astern

erbstastern und Blutweiderich (c) by Joachim Wenk
Herbstastern und Blutweiderich – was für Farben

Astern, Flockenblume, Dahlie und Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Astern, Flockenblume, Dahlie und Herbstanemone

Herbstliches Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Herbstliches Staudenbeet

Meinen Block mit der Aufgabenliste habe ich dabei. Womit fange ich an?

Unbedingt gemacht werden müssen die Tomaten. Die mit der Fäule kommen raus. Da ist keine Ernte mehr zu erwarten. Sie verbreiten nur den Pilz unnötig weiter. Die Braune Tonne ist rasch voll. Jetzt kommt noch der riesige big-bag dran. Alle Blätter und Früchte werden zusammengerecht und fortgeschafft. Kaum zerren und ziehen kann ich den Monstersack, so schwer ist er. Traurig, darin ist viel Arbeit  und Hoffnung, die vergebens war. Das Kraut fahren wir heute Abend noch zu den Weihern, wo wir es verbrennen werden.

Auf der nun freien Fläche habe ich gleich nochmal Gründünger gesät. Auf der freien Kartoffelfläche vom Sonntag wird Spinat zum Überwintern gesät. Toll, was so ein Kartoffelbeet für lockere Erde nach der Ernte hinterlässt.

Geerntet wird heute auch wieder. Es ist höchste Zeit die restlichen Hopfenblüten für den Tee ab zu zupfen und zu trocknen.

Meine rote und gelbe Melde ist nun auch erntereif. Nein! Nicht die Blätter, das war Ende Juni glaube ich Schluss.  Ich habe je ein Exemplar blühen lassen um Samen fürs nächste Frühjahr zu ernten. Das ist heute so weit. Dann kommen die großen Pflanzen mit wirklich aberhunderten von Samen auch mit in die braune Tonne. Wenn ich die auf den Kompost tue, habe ich nächstes Jahr allüberall Melden. Das ist auch nicht das, was ich beabsichtige.

Nach einer Tasse Kaffee kommt noch die Kartoffelernte vom Sonntag in den Keller zu den bereits eingelagerten Frühkartoffeln. Da hatte ich extra von der Mutter die große Kartoffelkiste vergangenes Jahr geholt. Und dann beim Einlagern der Ernte festgestellt, wie wenig ich mir dabei gedacht habe. Dieses Jahr verwende ich hölzerne hohe Obstkisten. Sie sind perfekt. Unten ein Pappendeckel eingepasst, dass nicht so viel Erde durchrieselt. Dann kommt in jede Kiste genau eine Sorte. So kann ich mir zielgerichtet die einzelnen Sorten für das jeweils zu kochen oder zu backende Werk herbei holen. Ich weiß, wo mehlige und festkochende Sorten sind und ich kann besser herausfinden, wie die einzelnen Sorten sich lagern lassen und wie sie schmecken. Letztes Jahr hatte ich dann alles in die große Kiste und nichts mehr auseinander halten können.

Ein letztes Mal noch dünge ich die Kübelpflanzen. Dann ist der Dünger leer.

Es ist nun schon später Nachmittag und es wird frischer. Die Tage sind jetzt schon deutlich kürzer und die Sonne sehr viel tiefer als noch vor kurzem.

Baumhaselnuß (c) by Joachim Wenk
Hausbaum mit Blumen
im Abendlicht

Ich werde schon einmal das Feuer zum Grillen an schüren. Während das vor sich hin brennt und für schöne Glut sorgt kann ich noch hier und da kramen und machen und werkeln. Es ist ja immer etwas zu tun.

Grillschale mit Feuer (c) by Joachim Wenk
Vorbereitung zum Grillen,
alle sind in freudiger Erwartung

Von meinen großen Kartoffeln koche ich ein paar mit der Schale. Halbiert und mit der Schnittfläche  nach unten auf den heißen Grillrost gelegt gibt das die besten Grillkartoffeln.

Eigene Tomaten und Paprika werden klein geschnitten und mit etwas Öl in der eisernen Pfanne direkt in die Glut gestellt. Köstlich so ein Gemüse als Beilage.

Von der Zucchini heute morgen habe ich etwas aufgehoben. In Stücke geschnitten und in Öl gewendet kommen sie auf den Grillrost zu dem selbst gemachten Hack-Burgern.

Grillen über der Feuerschale (c) by Joachim Wenk
Grillen über Feuerschale
Eisenpfanne zum Grillen (c) by Joachim Wenk
Eiserne Pfanne zu Grillen

Im Hüttenzauber decken wir den Tisch und lassen diesen wunderbaren Tag bei einem Festmal mit etwas gut gekühlten „Hopfenblüten-Tee“ ausklingen.

Rasch ist die Dunkelheit über uns gekommen und außerhalb des Hüttenzaubers ist es sehr frisch. Jetzt geht’s rein in die gute Stube und aufs Sofa. Gut, erst natürlich noch die Küche aufräumen. Aber dann ist Feierabend. Viel Arbeit, die ich aber genossen habe. Ich lasse das schöne Gefühl eines wertvollen Tages noch weiter in mir klingen.

Pomp und Gloria oder Fäulnis und Verderb

beides nur getrennt durch einen dünnen  Zaun!

Wie oft in der Welt kommt so etwas doch wirklich vor?

Aber nein, heute will ich nicht philosophieren. Heute möchte ich euch berichten, wie aus einer frustrierten Enttäuschung ganz rasch ein Erfolgserlebnis und neuer Schwung für den Garten der Zukunft (also 2015) wird.

Ein bisschen ausholen muß ich allerdings, um des besseren Verständnisses meines Frustes und der neuen Lust willen.

Fangen wir an mit Pomp und Gloria.

Herbstastern Dahlien und Herbstanemonen in Blüte (c) by Joachim Wenk
Herbststauden in voller Blüte

Mein Staudenbeet zeigt jetzt im Herbst  noch einmal Fernwirkung. Aus großer Ferne schon sieht man die hohen Büsche der Herbstastern leuchten. Der Blutweiderich blüht seit vielen Wochen und die Herbstanemonen haben bereits die Blüten geöffnet. Das üppige Leben in all seiner Pracht.

Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite des Zaunes sieht es so aus:

Braunfäule an Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
Braunfäule an Kartofffeln,
nur die ganz links haben sie nicht?

Braunfäule an Tomaten  (c) by Joachim Wenk
Braunfäule an Tomaten

Dieser Sommer war super trocken und schön warm. Nur der August war unter aller Vorstellung. Bitterkalt und öfter mal etwas Regen. Und mit einem mal hatten Kartoffeln und Tomaten die Braunfäule. Im vergangenen unheimlich verregneten Jahr, habe ich die gleichen Kartoffelsorten Ende Oktober mit 100% gesundem Laub geerntet. Ich achte extra auf Kartoffelsorten mit hoher Widerstandsfähigkeit gegenüber der Fäule. Ich weiß nicht, was dieses Jahr schief lief.

Auch die Tomaten sehen entsetzlich aus. Die erste Reihe ist komplett von der Fäule zerfressen. Blätter, Stängel und Früchte. Und das obwohl ich die dagegen recht resistenten Sorten anbaue.

Ich war wirklich frustriert als ich es entdeckte und begann mal wieder die Lust zu verlieren. Oft mißlingt mir ja etwas im Garten und ich weiß dann aber den Grund dafür. Der liegt meistens bei mir selbst, weil ich besseren Wissens, etwas doch oder eben doch nicht gemacht habe. Hier jedoch weiß ich keinen Grund, bin hilflos und daher echt frustriert.

Gestern nun bei herrlichem Herbstwetter machte ich mich an die Ernte der Kartoffeln. Die Fäule soll nicht auch noch runter in die Knollen kriechen.

Was ich da fand entschädigte mich wieder für die Kümmernisse durch die Fäule.

Kartoffeln Setanta und Cara (c) by Joachim Wenk
Setanta links und Cara rechts

Ich habe gigantisch große und gesunde Kartoffeln in hoher Anzahl aus dem Boden gegraben.

Fünf Reihen, also 2 Sorten.  Mehr Zeit war nicht mehr. Und es waren die schon ganz zerfallenen Kartoffeln. Die,  die gar kein Laub mehr hatten. Die letzten Reihen direkt daneben mit direktem Kontakt zu den Fäule-Kartoffeln (Die weit über 2m langen Triebe der Kartoffeln haben sich im Laufe des Sommers miteinander verflochten) sind noch grün und lassen nur schwach Braunfäule erkennen.

Das machte mich nachdenklich und ich holte mir die Sortenbeschreibungen zur Hand. Die heute geerntete Kartoffelsorte Setanta  ist laut Bechreibung „sehr widerstandsfähig gegen Kraut- und Knollenfäule und Schorf“, die Sorte Cara kommt sehr gut mit Trockenheit zurecht, was sie dieses Jahr auch mußte.   Sie hat ebenfalls „sehr gute Krautfäulewiderstandsfähigkeit“. Und doch haben beide die Fäule dieses Jahr bekommen.

Die noch grüne und am gesündesten wirkende Sorte ist die Sarpo Mira. Und siehe da! Was lese ich bei der Beschreibung im Katalog vom Biogartenversand.de ? “ Unser Krautfäule-Testsieger. Sarpo Mira ist die Sorte, die in unserem Versuchsanbau mit Abstand die beste Widerstandsfähigkeit gezeigt hat. Auch einige andere Sorten weisen eine gewisse Krautfäuletoleranz auf, mit Sarpo mira kann jedoch keine mithalten“. Wenn das nicht einmal eine Katalogbeschreibung ist die zutrifft? Aber so etwas von genau.

Kartoffeln im Herbst (c) by Joachim Wenk
hier sieht man vorne die befallenen
 und ganz hinten
die noch dunkelgrüne Sarpo mira

Jetzt wurde ich neugierig und untersuchte die Tomaten genauer, die mich so frustriert haben. Beim Pflanzen habe ich an den Fuß immer ein Schildchen gesteckt mit dem jeweiligen Sortennamen.

Auch hier wieder wird der Katalog zu Rate gezogen.

Die erste Reihe sieht in etwa so aus.

Braunfäule an Tomaten (c) by Joachim Wenk
Braunfäule an Tomaten

Das ist die Sorte Hellfrucht. Die Fäule hat die Pflanze und auch die unreifen und halbreifen Früchte erwischt. Schade das waren sehr schöne runde köstliche Tomaten in großer Zahl.  Von Krautfäuletoleranz steht bei ihr im Katalog allerdings nichts! Das Ergebnis sieht man.

Schaue ich in die zweite Reihe, sieht es ebenso aus. Oder? Hat mich da der erste Eindruck getäuscht?

Das ist doch nur die erste Pflanze an der Front, die krank ist. Die anderen haben eigentlich gar nichts.  Ich gehe auf die Knie und rutsche unter meinen Tomaten herum auf der Suche nach den Namenssteckern. Und ich werde fündig. Die erste, also kranke Tomate,  ist ebenfalls eine Hellfrucht.  Die anderen heißen Quadro . Eine Züchtung, die weitgehend Tolerant gegenüber der  Kraut- und Braunfäule ist.

Krautfäule resistente und befallene Sorten (c) by Joachim Wenk
links die erste Pflanze (Hellfrucht)ist  krank,
die anderen (Quadro) sind gesund

Krautfäule resistente und befallene Sorten (c) by Joachim Wenk
lauter gesunde Quadro-Tomatenpflanzen

Es klappt also doch mit den richtigen Sorten. Wie sieht es in der dritten Reihe aus? Sie bekommt hier unterm Walnußbaum und hinter den Stauden am wenigsten Sonne ab. Und sie sind gesund. Wieder suche ich und ich war wohl im Frühjahr wirklich konsequent, diese Reihe sind Dorenia-Tomaten. Im Katalog heißt es, daß sie sehr gesunde Pflanzen sind  mit besonderer Robustheit gegenüber der Braunfäule.

Also kann ich beruhigter ins nächste Jahr gehen. Ich freue mich wirklich, doch wieder Hoffnung haben zu können.  Ich werde einfach wirklich im Freiland keine Sorte mehr anbauen, bei der nicht ausdrücklich diese Toleranz oder Widerstandsfähigkeit gegenüber der Braunfäule genannt ist.

Und ich sah mich schon von Jahr zu Jahr krankere Tomaten anbauen, weil die Sporen ja überwintern und sich im Garten ansammeln. Dann hat man gar keine Chance mehr auf gesunde Tomaten, so sah ich meine Zukunft.

Ein Wermutstropfen bleibt noch. Die letzten beiden Sorten haben zwar keine Fäule aber ziemlich blöde Flecken auf den Früchten, die die Früchte blitzartig verderben lassen. Wenn ich nun noch weiß, wie ich damit umgehen soll, wäre ich glücklich. Gestern wollte ich noch genauer prüfen, welche der beiden Sorten diese Flecken hat. D da habe ich keine Fleckentomaten gefunden. Ich bleibe dem aber auf der Spur.

Im Gewächshaus sind die Tomaten  noch gesund. Dort wächst die die Tica . Sie hat wunderbare kleine runde Früchte in großen Trauben mit sehr guten Geschmack. Sie ist eine frühe Tomaten und wurde mit Abstand als erste rot bei mir im Garten.

Tica und Black Cherry im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
links Tica
rechts black cherry
Tomate Tica (c) by Joachim Wenk
Tomate Tica

Ebenfalls wächst hier die Black Cherry. Sie ist bei mir weit mehr als die beschriebenen 2m hoch. Sie trägt reich, die Früchte sind aromatisch. Die Pflanze soll auch allgemein widerstandsfähig sein.

Black Cherry Tomaten (c) by Joachim Wenk
Black Cherry

Vor lauter Angst wegen der Fäule durfte gestern niemand der im Gemüsegarten  „herumgekrochen“ ist ins Gewächshaus, bevor nicht die Hände gewaschen und desinfiziert wurden.  Mal sehen, ob ich das Gewächshaus gesund halten kann.

Jedenfalls bin ich wirklich glücklich, daß die Sorten die der Fäule die Stirn bieten sollten und sollen, das auch wirklich tun. Die Kartoffeln überraschen mich zwar, daß hier nur die allerresistenteste Sorte gesund bleiben konnte, obwohl der ganze Sommer so trocken war. Da ich aber in den letzten Jahren damit sehr gute Erfahrung gemacht habe werde ich diese Sorten wieder anbauen. Die Erträge jedenfalls sind derart überzeugend, daß ich gar nicht anders  kann.

Jetzt beobachte ich noch weiter die Tomaten und ernte kommende Woche die letzten Kartoffeln (oder lasse sie noch etwas). Jedenfalls habe ich alles genau notiert und kann das im Winter bei der Samenbestellung hervorholen. Dann weiß ich, was ich kaufe und wo ich es hin pflanze.

Ins Freie jedenfalls kommen keine anfälligen Tomaten mehr. Auch werde ich das erste mal das Tomatenbeet an eine andere Stelle machen. Bisher las ich, daß Tomaten es sogar mögen an der gleichen Stelle zu stehen. Jetzt habe ich vermehrt mitbekommen, daß man davon nicht mehr ausgeht und auch hier Fruchtfolge nötig ist. Vielleicht bekomme ich dann die Flecken von den Früchten auch noch weg und habe ganz gesunde Tomaten?

Das wäre ja wie im Traum.

Herbstanemonen und Walnußgeist – der Herbst ist eingekehrt im Garten

Ich bekomme Angst, wenn ich mir bewusst mache, wie schnell die Zeit im Jahreslauf vergeht.

Also zumindest die Geschwindigkeit von in diesem Jahr März bis heute ist geradezu irrwitzig. Jetzt bremst sie wieder ab und bleibt dann zur dunkelsten und kältesten Zeit des Jahres stehen. Oder sie schreitet dann zäh und unendlich langsam voran. So empfinde ich es immer mehr.

In den Monaten von  März/April bis etwa Juli gibt es im Garten auch so wahnsinnig viel zu tun. Ich bin da kaum nachgekommen mit Sähen, Pflanzen, Düngen, Pflegen, Anbinden, Ernten, Gießen und Trocknen.

Mit einem Mal merkte ich, dass das Tempo raus ist. Zu tun gibt es immer noch viel aber man kann tatsächlich auch einmal einen freien Tag nichts im Garten machen. Und es geht auch. Der Zeitdruck ist raus. Jetzt geht alles seinen Gang.

Und ich entdecke, wie auch ich mich umstelle. Das erste Bewußtwerden, dass es wieder einmal  „rum“ ist, machte mich zutiefst traurig und betroffen. Dann aber kommt diese Akzeptanz und sogar ein wenig das Gefühl, daß es gut ist, wie es ist.

Gerade dass es wieder ruhiger wird. Man kann sich langsam auf die ruhige Zeit einstellen. Langsam! Klar, ein wenig dauert es noch und vieles ist noch zu machen. Dennoch irgendwie entzerrter das  Ganze.

Herbstanemonen Herbstastern Dahlien im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Herbstanemonen Herbstastern Dahlien
im Staudenbeet

Ende des vor Saft und Kraft strotzenden Monats Juni habe ich bei sommerlich warmen Wetter saftig grüne Walnüsse geerntet. Zusammen mit hochprozentigem und ein paar Gewürzen standen sie am Fensterbrett in der Küche.

Jetzt ist es kühl, oft trist, das Grün ist anders als im Juni und die Farbe meiner Walnüsse hat sich auch verändert. Ein spätherbstliches tiefdunkles Grün. Wie der Nadelwald im Novembernebel kurz nach Sonnenuntergang. Eigentlich meint man es ist schwarz, aber gegen das Licht betrachtet sieht man das Grün. Jetzt ist der Nußgeist fertig und wird mit Zuckerlösung vermischt in Flaschen gefüllt. Im Winter nach den oft üppigen Mahlzeiten wird hiervon gern ein Schlückchen genommen. Das ist kein leichter, zarter „Hugo“-Geschmack wie man ihn im Sommer mag. Der Geist ist eine Aromenexplosion. Dunkel und mächtig und bedrohlich, wie der Winter.

Walnußgeist (c) by Joachim Wenk
Walnußgeist

Eine meiner noch zu erledigenden Aufgaben ist, die Staudenlieferung im Garten zu verteilen. Die Stauden im Beet mit dem Flieder sind gesetzt. Gestern kamen die Stauden für das Staudenbeet dran.

Einer der wirklich sehr großen Storchschnäbel kam an eine andere Stelle im Garten. Er blüht überaus üppig, aber nur im Frühjahr. Daher steht er jetzt, nachdem ich ihn noch geteilt habe, hinter dem Geranientrog. Dort kommt er im Frühjahr zu Blüte voll zur Geltung und verschwindet dann mit dem lediglich grünen Laub hinter der Geranienpracht. Eine wie ich stolz sagen kann gute Idee von mir, oder?

An seine Stelle im Staudenbeet kam ein anderer, länger blühender Storchschnabel. Dieverse andere, die Blütezeit in den Sommer und Herbst verlängernden Stauden wurden gesetzt. Und dann habe ich das  Foto gemacht, welches ich in einem Jahr wieder her nehmen kann und mit dem dann aktuellen Stand vergleichen werde. Da bin ich schon sehr gespannt ob meine Blütenwünsche in Erfüllung gehen.

Auch wenn meine Blütenwünsche sich dieses Jahr nicht wie erträumt erfüllten ( ich habe nur Frühsommerblüher gepflanzt…), ist ein Vergleich mit dem Foto vom letzten Jahr interessant. Ich stelle fest, daß sie sich prächtig entwickelt haben meine Stauden.

Hier also erst einmal der Stand der Dinge im September 2014, nach der Pflanzaktion.

Staudenbeet 2014 (c) by Joachim Wenk
umgepflanztes Staudenbeet September 2014

Seid also gespannt auf den  Vergleich dann im September 2015. Und wenn ihr nicht so lange warten wollt auf Vergleichsfotos, dann schaut doch mal diese beiden hier an. Anfang Juli, also vor vielleicht nur 6 oder 8 Wochen – gefühlt 4 Wochen – zeigte ich euch meinen Gemüsegarten, wie alles wuchert. Ein Durchkommen war bald nicht mehr möglich. Und heute? Seht selbst. So vergeht die Zeit!

Gemüsegarten im Juli (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juli

Gemüsegarten im September  (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im September

Genau, ihr habt recht; wenn das nicht der Herbst ist!

Unmerklich aber doch schnell und ohne dass ihn jemand hätte aufhalten können, hat er sich angeschlichen. Mit den frischen Farben und der Wärme schwindet bei mir auch der innere Antrieb. Ich lasse nun einfach alles wie es ist, weil man zu der Zeit auch eigentlich sowieso nichts mehr ändern kann.

Nach dem endlich die Tomatenernte begann ist sie so gut wie vorbei. Alles krank und faul. Zucchini nach zwei oder drei Zucchinis an den Stielen abgefault dann Mehltau. Ich hatte gar keine Lust mehr zu ernten. Jetzt habe ich zwei schubkarrengroße Zucchinis und lege sie in die Speis, bevor ich sie wahrscheinlich wegwerfe. Die Kartoffeln sind entweder reif oder haben die Fäule, wobei eigentlich erst die eine Sorte reif sein sollte. Und den Stielen nach ist es eher die Fäule obwohl ich da sehr tolerante Sorten gepflanzt habe.

Zucchini kaputt (c) by Joachim Wenk
Zucchini kaputt

Zucchini (c) by Joachim Wenk
Riesen-Zucchini Was mache ich blos mit denen?

Tomaten kaputt (c) by Joachim Wenk
Tomaten kaputt

Kartoffeln kaputt (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln kaputt

Im Gewächshaus sind die Tomaten noch gesund. Aber durch den so bitter kalten August werden die allermeisten nicht mehr reif werden. Dieses Jahr gab es nun zum zweiten Male nur Arbeit von Februar bis September und dann schmeiße ich die Pflanzen üppig behängt mit Tomaten in die brauen Tonne. Wenn ich die Seuche doch nur aus dem Gewächshaus fern halten könnte.

Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blick ins Gewächshaus
Gewächshaustomaten (c) by Joachim Wenk
Gewächshaustomaten

Die Paprika machen dagegen große Freude. Wundervoller Geschmack, dunkel orange Farbe und dickes Fruchtfleisch.

Nur meine Glockenpaprika, die ich überwinterte, fing im Frühjahr zu spät zu wachsen an und hat erst jetzt die ersten Früchte. Hoffentlich werden sie noch rot.

Glockenpaprika (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika

Die Schlangengurke Arola trägt reich und ist gesund. Wegen der hohen Krankheistsresistenz habe ich mich wohl für die Sorte entschieden. Allerdings bestehen die Gurken nur aus Schale und Kernen. Kein Genuß im Mund, obwohl der Geschmack vorzüglich ist.  Wenn man es liebt auf Kernen herum zu lutschen, dann kann ich sie empfehlen. Gut dass ich noch kleine Vespergürkchen, mit  Namen Persika,  daneben stehen habe. Die schmecken und haben deutlich weniger Kerne, dafür aber den Mehltau.

Gut, dass es Herbst und dann Winter wird. Zeit zum Erholen und Regenerieren und neue Lust am Garten zu sammeln. Zeit für Einkehr, Rückzug und Besinnung. Zeit nachzudenken und neue Pläne zu schmieden. So wie die Natur auch unter der scheinbar schlafenden und abgestorbenen Oberfläche sich vorbereitet für das Erwachen im Frühjahr.

Ich denke mir das schon ein paar Jahre. Es wäre doch schlimm, wenn es diese Winter nicht gäbe. Einmal die Ruhe für einen Selbst, dann das ganze Absterben, Abbauen, Umbauen ja  Saubermachen und Ordnung machen. Bis zum Frühjahr ist das Alte und Kaputte oder Abgestorbene und Kranke beseitigt (leider aber halt nicht alle Krankheiten, die uns dann 2015 gleich wieder zu Schaffen machen werden) und es ist Platz für das Neue.

Ich gebe mich diesem Rhythmus des Schaffens und Vergehens, des Aufblühens und Verblühens, des Beschleunigens und Bremsens, des aufgeregt Seins und der Ruhe immer mehr hin. Ganz bewusst will ich ein Teil davon sein um es intensiv zu spüren. Ich spüre schon sehr viel. Und  hoffe, es wird noch mehr.  Ich will das volle Leben spüren!

Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd: 6 Stunden-Spaziergang in heftigem Dauerregen

Vergangene Woche hatte ich es angekündigt. Wir fahren mit dem Obst -und Gartenbauverein zur Landesgartenschau nach Schwäbisch Gmünd. Ich war gespannt auf den Tag. Was sie so bieten in Schwäbisch Gmünd. Ob ich neue Gestaltungsideen für meinen Garten mit heim nehme? Pflanzen in natura sehe, die ich nur vom Katalog her kenne? Kann ich mir als Andenken etwas schönes kaufen – Kunsthandwerk, Praktisches für den Garten oder eine Pflanze? Und einfach so ein netter Tag mit netten Leuten. „Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd: 6 Stunden-Spaziergang in heftigem Dauerregen“ weiterlesen