Der Osterhase war da

Ich hatte heute schon so eine Vorahnung, als ich mit dem Auto von der  Arbeit Heim fuhr. Ich habe extra etwas früher Schluss gemacht, damit ich mich im Garten noch umschauen kann. Und das war gut so.

Im Vorgarten sieht es aus, als wäre der Osterhase ein paar Tage zu früh da gewesen. Überall liegen die bunten Eier in der Wiese und den Beeten. Auf der Einfahrt holpern sie herum und einem renne ich rasch noch nach. Vom Orkan getrieben hoppert es draußen auf der Straße entlang. Dafür sieht mein bunter Oster-Busch jetzt erst einmal irgendwie gerupft aus.

(c) by Joachim Wenk
Ostereierernte im Vorgarten

(c) by Joachim Wenk
eigentlich gehören sie alle hier hin….

Das war der Vorgarten. Wie wird es im hinteren Garten aussehen? Hat der heutige Orkan mit Windstärken bis Stärke 12 in Bayern auch in meinem Garten für Chaos gesorgt? Als erstes fällt mir meine Gewächshaus ein. Mein ganzer Stolz. Vor einem Jahr aufgestellt.

Puh! Es steht wie eine Eins. Perfekt. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Ein Dachfenster ist offen. Das sollte bei den niedrigen Temperaturen von nur 5°C nicht sein. Scheinbar hat sich der Öffner verhakt, oder es war offen und der Sturm hat ihn beschädigt. Ich kann es gott Gott sei Dank von Hand schließen. Das werde ich mir morgen einmal genauer ansehen müssen. Für heute Nacht habe ich es mit einer Schnur zugebunden. Sicher ist sicher. Ansonsten aber hat die doch große Wind-Angriffsfläche bisher sehr gut den Unbilden der  Natur getrotzt. Toi toi toi, daß es weiter standhält.

(c) by Joachim Wenk
Trotz Orkan, das Gewächshaus hält (toi toi toi)

Auch sonst ist alles heil. Ich bin so froh. Startet dieses Gartenjahr doch wirklich recht zäh. Da hätten mich Sturmschäden  nur noch weiter in meiner Frühlingseuphorie gebremst.

Geregnet hat es nun ja auch endlich. Gestern und vor allem heute kamen 15l herunter. Wenn das nun wärmer wird, explodiert dann die Natur wieder förmlich. Ich freue mich schon darauf.

Es geht  hier und da auch schon los. Das hübsche „Unkraut“, die Akeleien, sprießen bereits an allen möglichen und unmöglichen Stellen aus dem Boden.

Akelei im März (c) by Joachim Wenk
die Akeleien wachsen bereits

Meine Saatkartoffeln schlafen noch. Nur ein paar Augen öffnen sich bereits. Das erste Grün in ihnen ist geweckt.

Saatkartoffeln vortreiben (c) by Joachim Wenk
die Saatkartoffeln beginnen aufzuwachen

Der Schnittlauch treibt und lässt mich freuen auf frischen Frühlingsquark. Ich habe einfach immer den abgeernteten, gekauften Schnittlauch im Topf in den Gemüsegarten gesetzt. Jetzt habe ich eine schöne Reihe Gartenschnittlauch, der mich die ganze Saison mit frischem Schnittlauch versorgt. Im Sommer friere ich ihn portionsweise im Eiswürfelbehälter ein. Vorrat für den Winter. Der ist aber leider schon aufgebraucht.

Schnittlauch (c) by Joachim Wenk
bald gibt es frischen Schnittlauch

Vor einem Jahr habe ich den kaukasischen Rankspinat gepflanzt. Er hatte im Sommer einen einzigen  Trieb. Jetzt, nach dem ersten Winter, kommen die frischen Blätter zum Vorschein.  Dieses Jahr gibt es mehr als einen Trieb. Da kann ich bestimmt Blätter ernten.

kaukasischer Rankspinat (c) by Joachim Wenk
kaukasischer  Rankspinat

Auch der Ziergarten wappnet sich für die sicher bald kommenden warmen Tage.

Hyazinthen aus der Zwiebelmischung, im Herbst gesteckt, machen mich neugierig. Und freudig warte ich auf laue Frühlingstage ohne Wind, damit ich ihren Duft schnuppern kann.

Hyzinthen (c) by Joachim Wenk
Hyazinthen 

Auch in der Blumenwiese sieht es nun schon nach Blüten aus.

Narzissenwiese (c) by Joachim Wenk
Narzissenwiese

Modefarbe des Frühlings 2015: irgendetwas in gedecktem braun-grün

Letztes Märzwochenende. Die Uhren werden auf Sommerzeit umgestellt. Das Wetter allerdings scheint endgültig wieder auf Spätherbst getrimmt zu sein.

Samstag haben wir noch ein wenig Sonne bei allerdings äußerst ungemütlichem und kalten Wind. Sonntag dann, nach dem lang ersehnten Regen, ist es noch ungemütlicher und an Gartenarbeit ist nicht zu denken.

Ich bin innerlich irgendwie stinkig und  bockig. Es nervt mich, daß ich so lange nicht richtig loslegen kann mit Sähen und Pflanzen. Und ich finde es einfach immer deutlich zu kalt. Selbst wenn wir in der Sonne tags bald 20°C hatten. War die Sonne weg, weil man um ein Haus herum ging oder hinterm Baum stand, war es sofort kalt.  Fröstelnd kalt mit nervigem Wind. Die Nächte natürlich waren erst recht sehr kalt und meist mit einigen Frostgraden behaftet. Es ist kein laues Frühlinglüftlein.

Wahrscheinlich ist das Ende März auch noch durchaus in der Norm und nichts außergewöhnliches. Mich jedoch macht es innerlich einfach unzufrieden.

Angesichts dieser Wetterverhältnisse sind meine wöchentlichen Berichte hier auch alles andere als farbenfroh, munter und aufmerksamkeitserregend.

Ich sehe an den Berichten aber,  daß es euch, den anderen Hobbygärtnern, ebenso geht.

Also was tat sich am Wochenende im Garten?

Heute fange ich einmal mit einem kleinen Video an. Das Plätschern eines Bächleins im Frühling.

Und weil so manches eben nicht so ist, wie es scheint, so ist eben das kleine muntere Bächlein ein Grund zur Sorge. Das Bächlein entspringt dem Damm eines unserer Karpfenweiher. Und, das ist das Schlimme daran, es gehört dort nicht hin! Jetzt dürfen wir im Sommer, wenn wir die Wege im Garten machen und ein Bagger zur Hand ist, hier draußen auch noch anfangen aufzugraben. Das Bächlein muß aufhören zu fließen!

Hier rechts im Bild seht ihr den Damm, aus dem das dumme Bächlein entspringt. Jetzt ist er schön voll der Weiher. Ich habe aber am Samstag probehalber den Zulauf gestoppt. Sonntag war dann der Wasserspiegel deutlich gesunken, so viel läuft aus dem Bächlein in den großen Bach.

Karpfenweiher im März (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher im März

Hier sieht man sogar am Foto schön, daß frisches Wasser in den Weiher hinein läuft. Um das gewährleisten zu können, verläuft über ca 30 m unterirdisch ein Rohr vom Bach zum Weiher.

Karpfenweiher im März (c) by Joachim Wenk
Zulauf im Karpfenweiher

Seht ihr hier das offene Rohr, halb unter Wasser? Da läuft das Bach-Wasser hinein und oben auf dem Bild ist das andere Ende des langen Rohres.  Da fließt es in den Weiher. Das hier halb versunkene Rohr wird einfach mit der Öffnung nach oben gedreht und schon ist der Zulauf für den Weiher wieder gestoppt.

Hierher kommt das Wasser für den Karpfenweiher (c) by Joachim Wenk
Hierher kommt das Wasser für den Karpfenweiher

Auf dem Panoramafoto sieht man direkt, wie kalt und ungemütlich es gerade ist. Links hinten im Bild ist der Teich mit dem Leck. Und da wo die Erlen stehen verläuft der „richtige“ Bach. Auf Höhe des Steges am Mönch im vorderen Weiher, ist, unten im Bach, die  Zapfstelle für den leckenden Teich.

Teichlandschaft im März (c) by Joachim Wenk
Teichlandschaft im März

Im  Garten selbst habe ich mir für Samstag eine Arbeit ausgesucht, die körperlich anstrengend ist. So wurde es mir schon nicht kalt.

In unserem allerersten Jahr im neuen Haus und dem Garten haben wir sehr viel an Gestrüpp weggeschnitten. Efeu, Wildrosen und Stauden gaben einen ordentlichen Haufen. Der Garten war noch nicht eingerichtet, Priorität hatte die Renovierung des Hauses, damit wir rasch einziehen können.

Alles Abgeschnittene wurde im Garten einfach auf einen Haufen geworfen. Ich hatte vor, mir einen Motorhäcksler größeren Formates zu leihen und dann alles dort durch zu lassen.

Das ist jetzt über drei Jahre her. Den Häcksler habe ich mir nie geliehen. Geärgert dagegen habe ich mich immer wieder über den lästigen Haufen. Immer wieder kam Neues darauf. Das allerdings habe ich dann immer zeitnah mit meinen kleinen Häckslern zerkleinert. Der Grundhaufen allerdings blieb.

Am Samstag war es dann so weit. Der Zeitpunkt war gekommen, wo er endgültig verschwinden sollte. So habe ich dann Eimer für Eimer reifen Kompostes, locker und trocken und schön verrottet durch den Garten geschleppt und Sträucher, Obstbäume, Staudenbeete und Hecken damit versorgt.

Noch immer waren viele grobe Äste und Wurzelstöcke unverrottet in dem Haufen. Daher habe ich geschaufelt und geschleppt und der Volker hat das grobe Material gehäckselt. Was weder mir noch ihm passte, wurde kurzerhand am Lagerfeuerchen verbrannt.

verrotteter Gestrüpphaufen (c) by Joachim Wenk
Viel ist nicht mehr übrig vom einstigen Gestrüpphaufen

Nachdem ich mir die Füße wundgelaufen habe, kam irgendwann der schöne Augenblick.  Nach all den Jahren ist er endlich weg der Haufen. Jetzt kann ich da noch einen Kompostmiete aufstellen. Auch benötige ich immer wieder den Platz um weiteres Material zwischen zu lagern, bevor es gehäckselt oder verbrannt wird.

Kompostplatz im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Kompostplatz im Gemüsegarten

 Und so sieht das Ganze mit einem Blick entlang des Zaunes und der Haselnußhecke aus. Genug Platz, um all das Gartenmaterial zu verkomposten. An dem braunen Rohrgestell wächst übrigens mein Brombeerstrauch.

Kompostplatz im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Kompostplatz im Gemüsegarten 

Wieder sind es einige Fotos, die ich euch heute zeigen kann. Allerdings sind alle irgendwie Ton in Ton. Naja so richtig einen Ton kann man da nicht enmal ausmachen. Irgendein gedecktes Grün-Braun eben. Da brauche ich mich nicht zu wundern, dass ich schlecht drauf bin und einfach endlich Frühjahr haben will. Ihr versteht mich sicherlich.

Nach dem Regen am Wochenende fängt so einiges tatsächlich sofort an zu wachsen. Seht hier den Knoblauch und die Schwarze Johannisbeere, den Bärlauch, Waldmeister,  den Holunder oder den ewigen Kohl.

überwinterter Knoblauch und schwarze Johannisbeere (c) by Joachim Wenk
überwinterter Knoblauch und schwarze Johannisbeere

Bärlauch, Bärlauchsämlinge, Schnittlauch (c) by Joachim Wenk
oben Bärlauch, unten Schnittlauch und in der Bildmitte
 kleine Bärlauchsämlinge

Waldmeister (c) by Joachim Wenk
Waldmeister
Holunder (c) by Joachim Wenk
Holunder 
ewiger Kohl (c) by Joachim Wenk
ewiger Kohl

Wieder grün-braun, wohin das Auge blickt. Darum zum Schluß noch des Leberblümchen, damit wenigstens ein Farbtupfer hier und heute erscheint!

Leberblümchen (c) by Joachim Wenk
Leberblümchen

Jetzt wird’s wild im Garten

„Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,
Ihre Sendung…….. wurde an DHL übergeben und wird voraussichtlich am Donnerstag, den 26.03. zwischen 11:30 und 15:00 Uhr zugestellt.“

Diese Meldung bekomme ich ja bei meiner Garten-Bestellwut häufig. Nur gestern kam sie völlig überraschend. Erwarte ich doch im Moment kein Paket. Oder doch? Steht da noch etwas aus? Ich überlege. Also wenn überhaupt, dann kommt noch ein kleines Päckchen mit Pflanzen von  Rühlemanns. _Die waren bisher noch nicht versandbereit.

Ich warte heute also auf die Post, damit ich die Pflänzchen in Empfang nehmen kann. Aber das Paket kam nicht von Rühlemann sondern von Neudorff. Da habe ich doch garnichts bestellt!

Rasch öffne ich es und sofort weiß ich, was es ist. Vor kurzem konnte man in einem sozialen Netzwerk teilnehmen, um eine von 500 Samenmischungen „Wildgärtner Freude Bienenweide“ zu gewinnen. Juchuu ich habe eine gewonnen!

(c) by Joachim Wenk
Begleitschreiben

Wildgärtner Freude Samenmischung Bienengarten
Wildgärtner Freude Samenmischung Bienengarten

Die Mischung reicht für 10m2 Bienengarten. Jetzt muß ich dann einmal im Garten messen gehen. Zwei Plätze habe ich im Visier.  Beide im und am Gemüsegarten. Dort werden bestäubende Wildbienen auch immer gebraucht. Zwischen der Haselnußhecke und dem Brombeerstrauch ist beim Rhabarber noch ein freies Feld. Hier würden sich die Bienen und die Blumen sicher wohl fühlen. Allerdings ist dort der Nacktschneckenbesatz exorbitant gigantisch. Sie kommen da von der NachbarWiese herüber. Wenn ich doch nur wüsste, ob die Wildblumenmischung dort eine Chance hat oder ob viele dabei sind, die von den Schnecken verschont werden. 
Die andere Fläche ist in der Ecke unter dem Walnußbaum. Gemüse wächst dort nicht. Die Ramblerrose allerdings gut. Ich hatte vor, diese Fläche einfach mit den vielen gesammelten Ringelblumensamen zu bestreuen. Jetzt werde ich dort aber einen Teil der Bienenmischung hinsähen. Da können die Einjährigen und auch die Zweijährigen in aller Ruhe wachsen. 
Ich freue mich über diese Überraschung und noch mehr auf eine sommerlich bunte, wilde Vielfalt. Wenn denn die Samen aufgehen. 
Neudorff hat jetzt scheinbar ein ganzes Sortiment an Samenmischungen zu verschiedenen Themen in den Regalen. Das finde ich eine gute Idee. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, ob sich in meinem Gemüsegarten die wilde Vielfalt samt dem wilden Gesumme und Gebrumme einstellt. 

Ein geriatrisches Profil und ausgiebiges Gießen bereits im März – was es nicht alles gibt!

Im Sommer 2013 ging es los, dann wurde es ganz schlimm. Das zog sich bis März 2014. Jetzt geht das schon wieder los. 

Jedenfalls war ein Tierarztbesuch heute dringend notwendig. Damals haben sie den ganzen Kerl befallen die  Haarbalgmilben. Kopf, Bauch, Hals, Intimbereich, Hinterbeine und Schwanz waren nackt. Ich habe mich geschämt, mit dem Hund raus zu gehen. Und schlecht ging es ihm wegen der Entzündungen. Er wäre beinahe gestorben. Jetzt ist der Hals stellenweise wieder ohne Haare und elend geht es ihm auch schon ein paar Tage.
Was gegen die Milben zu machen ist, wissen wir ja mittlerweile. Wegen der Schlappheit hat die Tierärztin ihn heute geröntgt. Das kann das Herz sein, meint sie. Und ein geriatrisches Profil wurde angeordnet. Als Altenpfleger muß man da schon schmunzeln, daß  es bei den Hunden auch die geriatrische Fachdiagnostik gibt. Am Samstag müssen wir wieder hin. Dann erfahren wir, was er hat und was wir machen werden. Und die bestellten Medikamente sind dann auch da. Eines jedenfalls ist sicher. Wir müssen eine gut gefüllte EC-Karte mitbringen. Das sehe ich jetzt schon. 
Nach einem sehr leckeren Dosen-Futter mit frisch gekochten Nudeln für den Max und ein paar ebenfalls sehr leckeren, spontan besorgten Weißwürsten für mich, ging es dann nach den Aufregungen des Vormittages zur Frühlingssonne in den Garten. 
In meinem kleinen grünen to-do-Notizbüchlein standen ein paar Aufgaben für heute, so dass ich mich gleich an die Arbeit machen konnte. Max wälzte sich genüsslich im Gras, um dann einen ausgedehnten Mittagsschlaf zu machen. Mit bald 11 Jahren braucht man eben seine Ruhe. 
Bevor aber die bereits eingeplanten Dinge erledigt werden konnten, mußt ich doch tatsächlich schon wieder den ganzen Gemüsegarten gießen. Es ist so derart staubtrocken. Wie sollen da Spinat, Erbsen, Radieschen, Möhren,  Ackerbohnen oder Gründünger keimen? Die restlichen Pferdeäpfel vom Herbst und Laub liegen knistertrocken oben auf. Da verrottet nichts. Also stehe ich im März schon mit dem Schlauch im Garten. 
Im Gewächshaus die Pflanzen haben es gut, die bekommen das temperierte Wasser aus dem Regenfass im Gewächshaus. Gleich fülle ich es wieder auf, damit die Sonne es wieder erwärmen kann. Es dient auch als Wärmespeicher für die Nächte. Tags ist es heute wieder so warm, daß die Fenster alle bis zum Anschlag geöffnet sind. Ein Hoch auf diese automatischen Fensteröffner. Das ist eine der genialsten Erfindungen zum Gewächshaus. 
Der direkt in die Gewächshauserde gesäte Salat hat sein erstes richtiges Blatt. Die winzigen Pflänzchen haben Fingernagelgröße. Jedenfalls sind sie nicht kleiner als die in der Topfplatte im ungeheizten aber gut isolierten Partyraum gesäten Salatpflanzen. Dort kühlt es zwar in der Nacht nicht so ab, wie im Gewächshaus, was aber dem Salat keinen  Wachstumsvorschub bringt. Da werde ich den ersten Salat nächstes Jahr gleich direkt in die Erde sähen. 
Im Gewächshaus geht das Direktsähen wirklich prima. Die Erde ist locker, fast frei von Unkraut und feucht. Schnecken sind keine drin. Im Freien gelingt mir Direktsaat nur bei robusten und schnell keimenden Gemüsearten. Möhren, Pastinaken oder gar Petersilie sind ein Horror. Da kommt nichts nennenswertes dabei heraus. Und doch probiere ich es dieses Jahr auch wieder. Ich kann schließlich die Möhren nicht in Saatplatten vorziehen. 
In so eine Saatplatte kamen heute Blumenkohl, Kerbel, Kohlrabi, Rotkohl, Berglauch und Mohn . Das kann man beinahe auch schon im Freien sähen. Daher stelle ich diese Platte gleich ins Gewächshaus. Auch wenn es die kommenden Tage wieder kälter wird, dort haben sie genügend Licht und vergeilen daher nicht. Winterlauch habe ich, in eine Saatschale gesät und pikiere in dann nach dem Keimen. Der Sommerlauch ist schon pikiert und sieht recht schön aus. 
Gewächshaustisch mit Saatplatte (c) by Joachim Wenk
der erste von vier Tischen steht im Gewächshaus
Im Freien habe ich Erdnußrukola gesät und rote Melde. 
Neuseeländer Spinat werde ich dieses Jahr zum ersten Mal auch probieren. Ich habe schon viel von ihm gehört. Dauernd nachwachsendes Grünzeug, das ist genau das Richtig für mich. Allerdings las ich dann auf der Samentüte, daß man ihn einen Tag in Wasser legen soll vor dem Sähen. Also gut, dann sähe ich eben am Wochenende. Es ist ja noch Zeit. 
Zum Tagesabschluß kümmerte ich mich dann wieder um die Randsteine meines Mäuerchenbeetes. Die sollen als ordentlicher Abschluß und Mähkante dienen. Mühsam ist es, sie ordentlich einzugraben. Da werde ich wohl noch etwas daran zu Arbeiten haben. 
Beeteinfassung mit Betonsteinen (c) by Joachim Wenk
das erste Stück Beeteinfassung ist verlegt

Beeteinfassung mit Betonsteinen (c) by Joachim Wenk
nur noch um den Oster-Strauch herum und bis zur Einfahrt vor…
Trotz nun schon etlicher schöner warmer Tage halten sich die Pflanzen noch ein wenig zurück. Die Nächte sind eben noch fast täglich mit Minusgraden recht kalt. Und die Feuchtigkeit fehlt. Regen würde das Wachstum ankurbeln, vorausgesetzt die Temperaturen sinken dabei nicht wieder stark ab. 
Aufgefallen sind mir heute allerdings die Tulpen. Sie waren bisher nicht sichtbar. Aber plötzlich waren sie da. Das wird wieder eine Pracht. 
Narzissen in der Blumenwiese (c) by Joachim Wenk
die Narzissen blühen beinahe in der Blumenwiese. Die Tulpen wachsen gerade erste

(c) by Joachim Wenk
die neuen, im Herbst gesteckten Tulpen sind auf einmal auch schon da
Wenn dann alles so richtig losgeht und es blüht und riecht und wächst, möchte ich wieder überhaupt nicht raus aus dem Garten. Jedem möchte ich es zeigen, meine Freude und Begeisterung teilen. Familie und Freunde teilhaben lassen. Aber es wird sein wie jedes Jahr. Viel zu selten ist Gelegenheit die anderen Menschen im Garten zu haben. Das ist der Grund, warum ich damals im Mai 2013 den Blog hier startete. So kann ich meine Freude und Begeisterung teilen, die anderen sehen wenigstens auf den Fotos die Pracht und  ich freue mich mit ihnen – und euch. 

Milch von der Tankstelle, schönes junges Gemüse, ein fieser Schnupfen, der scheußliche Wetterumschwung und die Geburtstagsfeiern waren meine Wochenendbeschäftigungen.

Geschafft. Das Wochenende ist vorbei. Also ehrlich, das war wirklich scheußlich, das Wochenende.
Und damit meine ich nicht die schöne Familienfeier bei uns und die  Geburtstagsfeier eines Freundes am gestrigen Abend. Scheußlich war das bitterkalte Wetter und der bitterböse Schnupfen, der mich ab Samstag Nachmittag flach gelegt hat.

Trotz Krankheit und Mistwetter ab Samstag Nachmittag habe ich ein paar kleinere Arbeiten erledigen können. Und eine Neueinführung im Lebensmitteleinkauf ist auch vollzogen.

Mich ärgert ja wirklich die neue Werbekampagne des Discounters mit dem großen „L“. Nur um von den schändlichen Auswirkungen der eigenen Preispolitik auf die Zulieferer, Produzenten und die armen Tiere abzulenken werden dort jetzt andere Anbieter diffamiert und lächerlich gemacht. Es soll ein positives Bild des Discounters entstehen, das es so aber in der Realität nicht gibt. Ich jedenfalls werde meine Einkäufe dort ein wenig reduzieren. So haben wir zum Beispiel jetzt eine neue Möglichkeit gefunden, unsere Milch einzukaufen: wir holen sie einfach an der Tankstelle. So umgehen wir die Discounter, zahlen vielleicht etwas mehr für die Milch, die aber frisch ist und unverändert. Keine H-Milch. Und praktisch ist es allemal, weil wir ja immer auf dem Weg zur und von der Arbeit an der Tankstelle vorbei kommen. Da jetzt auch kein Verpackungsmüll mehr anfällt, schonen wir dadurch auch wieder die Umwelt.

Was schaut ihr denn so stirnrunzelnd? Ich finde das eine sehr gute Sache!

Ach jetzt! Jetzt verstehe ich. Ihr dachtet, wir kaufen die Milch an der Tankstelle. Nein, nicht an der Tankstelle sondern in der Tankstelle. Bei uns gibt es neuerdings direkt an den Höfen der Milchproduzenten solche Milchtankstellen. Unsere ist einfach ein Gartenhäuschen mit einer Kuh davor. Wenn man, wie gestern nachts hinfährt schaltet sich das Licht an. Innen ist ein Automat in den man Münzen einwirft und dann in die mitgebrachten Flaschen die gewünschte Milchmenge abfüllen kann. 1l Roh-Milch kostet 1€. Flaschen haben wir in allen Größen und Farben daheim, so dass jetzt immer welche im Auto sind, zum Milch tanken.

Kuh vor der Milchtankstelle (c) by Joachim Wenk
Kuh vor der Milchtankstelle
Die Milchzapfsäule in der Milchtankstelle (c) by Joachim Wenk
Die Milchzapfsäule in der Milchtankstelle

Milch zapfen in der Milchtankstelle (c) by Joachim Wenk
Milch zapfen in der Milchtankstelle

Samstag Vormittag, als die Sonne noch schien, habe ich im Garten das Wasser nach der Winterruhepause wieder angestellt. Die Erde ist staubtrocken. So können meine Ackerbohnen, Erbsen, Spinat, Radieschen oder der Gründünger nicht keimen. Da ist keinerlei  Feuchtigkeit im Boden. Also habe eben gegossen. Jetzt ist der Boden feucht und ab da gingen die Temperaturen in den Keller. Manchmal fühlt man sich doch wirklich veräppelt.  Jetzt wird wieder nichts keimen. Zwar steht nun Feuchtigkeit zur Verfügung, fehlt es doch jetzt aber an Wärme.

Da lobe ich mir einfach das Gewächshaus. Hier ist beides im richtigen Maße vorhanden und alles wächst und keimt. Weil sowieso der Gartenschlauch gerade in Aktion war, habe ich im Gewächshaus gleich wieder den Wärmespeicher gefüllt. So nenne ich die Tonne mit Wasser, die mittig im Haus steht. Tagsüber heizt sich das Wasser auf. Zum Gießen steht damit immer temperiertes Wasser bereit. Und Nachts wird die im Wasser gespeicherte Wärme wieder an die Umgebung abgegeben. Das gleicht die Temperaturspitzen etwas aus.

Regenfass als Wärmespeicher im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
tags warmes Gießwasser und nachts Wärmepuffer im Gewächshaus – das Regenfass

Heute gehe ich mit der Kamera auch einmal ganz nah heran. Sehen sie nicht prächtig aus die jungen Wilden im Häusle.

Rucola für würziges Pesto.

RucolaPflänzchen im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
RucolaPflänzchen im Gewächshaus

Und ein Fest für meine Augen. Ein paar  Frühlingszwiebeln sind doch gekeimt. Einmal habe ich schon nachgesät, weil nichts aufging.

Frühlingszwiebeln frisch gekeimt (c) by Joachim Wenk
endlich keimen die Frühlingszwiebeln

Der Salat  “ Maikönig“ direkt hier vor Ort gesät ist jetzt auch schon gut zu erkennen. Er steht noch zu dicht, daher werde ich versuchen, ihn zu vereinzeln. Vielleicht können ein paar zu dicht stehende Pflänzchen ja in einer Reihe daneben wieder weiterverwendet werden. In den Saatschalen pikiere ich ihn ja auch in der Größe. Wäre doch schade um die tollen Pflanzen, wenn ich sie nur ausreißen täte.

Maikönig im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Maikönig im Gewächshaus

Und schließlich der Winterportulak. Der kommt in den Smoothie oder wird, solange noch zart, als Salat verspeist.

Winterportulak im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
das wird einmal Winterportulak

Schließlich noch der Rettich. Auch hier muß wohl noch etwas vereinzelt werden, damit er sich schön entwickeln kann.

Rettichsämlinge im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Rettichsämlinge

Auch das junge Gemüse in den Saatschalen im Partyraum oder Wohnzimmer musste pikiert werden.

Kohlrabi und  Lauch, Tomaten, Paprika, Chilies, Andenbeere waren  an der Reihe.

pikierte Kohlrabi (c) by Joachim Wenk
pikierte Kohlrabi

junge Salatpflanzen (c) by Joachim Wenk
Maikönig – auch nicht größer als draußen im kalten Gewächshaus!

Glockenpaprika und Wildchilies (c) by Joachim Wenk
Glockenpaprika und Wildchili, Andenbeerenpflänzchen und frisch gesät

Tomatenpflanzen (c) by Joachim Wenk
Meine Tomatenpflanzen für 2015

Die beiden schon vor einiger Zeit pikierten Artischocken wachsen ganz schön.

Artischocken (c) by Joachim Wenk
Artischocken 

Palmen und Oleander stehen bereits im Freien und haben Platz gemacht im Palmenhaus. Bevor die Dahlien vorgetrieben werden, stehen zunächst erst einmal die  Saatkartoffeln in ihren Eierschachteln. Zwei Tage verbrachten sie zum Brechen der Keimruhe im  warmen Wohnzimmer. Jetzt können sie bei 10°-12° in aller Ruhe anfangen zu treiben.

Kartoffeln zum Vortreiben ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln zum Vortreiben ausgelegt

Nach dem Essen, hüpfte ich wie immer, frohen Mutes zurück in den Garten. Zum Kuckuck, was war das denn? Mit einem Mal ist das so kalt, daß Pull, Winterjacke und Mütze notwendig waren.

Die Einfassungsteine für das Mäuerchen-Beet im Vorgarten wollte ich legen. Vier Steine habe ich geschafft. Es nieselte mittlerweile ganz leicht. Und ich spürte, dass mit mir etwas nicht stimmt. So schnell, wie die Kälte in den Garten schlich, überfiel mich dieser ekelhafte Schnupfen. Also nichts wie rein ins Haus, ab unter die Dusche und dann aufs Sofa.

Dort brachte mich dann auch niemand mehr weg. Somit haben wir nicht nur am Freitag die Jahreshauptversammlung vom Gartenbauverein ausfallen lassen müssen (die Arbeit in der Firma nahm kein Ende) genau wie den Geburtstag meines Cousins, sondern auch am Samstag die Starkbierparty im Nachbarort in der Festscheune. Dafür hatten wir dann die Familienfeier am Sonntag bei uns und besuchten am Abend das Geburtstagsfest eines Freundes. Ein schöner Ausklang für ein durchwachsenen Wochenendes.

Grüne Hölle im Gewächshaus und Saunatemperaturen im Weinberg – ein herrlicher Frühlingstag im Garten

Diese Woche haben  wir Frühling pur. Das Wetter habe ich genutzt zum Ernten, Pflanzen, Sähen und Aufräumen.

Im Gewächshaus wächst es unbändig. Wir haben nun fast jeden Tag Spinat oder Feldsalat als Salat zum Mittag.

Spinat im Gewächshaus (C) by Joachim Wenk
Spinat im Gewächshaus – beinahe täglich ist es mehr

Feldsalat im Gewächshaus (C) by Joachim Wenk
gleiches gilt für den Feldsalat im Gewächshaus

Und auch das vor Kurzem Gesäte im  Gewächshaus macht Fortschritte. Jetzt ist auch der hier direkt gesäte Salat schön zu erkennen. Radieschen, Rettich und Rucola wachsen schön. Nur die Frühlingszwiebeln wollen auch hier nicht keimen. Kennt sich von euch da jemand aus. Weder im Sommer, Herbst noch Frühjahr, nicht im Boden noch in der Topfplatte – ich bekomme bis auf 2 oder 3 Exemplaren nach vielen vielen  Versuchen einfach keine Frühlingszwiebeln zum Keimen.

Rettich, Radieschen, Rucola und Salat im März im Gewächshaus gesät (c) by Joachim Wenk
Rettich, Radieschen, Rucola und Salat im März im Gewächshaus gesät

 Bevor ich aber irgendetwas anderes im Garten machte, wird endlich der Wein gepflanzt. Es ist schließlich höchste Zeit, daß er in die Erde kommt. Er muß noch einwurzeln, so lange die Erde feucht ist. Und das ist sie bereits heute nicht mehr sonderlich. Sechs Tafeltrauben habe ich nun gepflanzt. Schon jetzt ist es dort am Westhang vor dem Haus unbeschreiblich warm. Mir war, als würde ich in einer Sauna hocken und Wein pflanzen. Und das im März. Im Sommer werden dann die Stützpfosten gesetzt und die Drähte gespannt.

frisch gepflanzte Tafeltrauben für den Weinberg (c) by Joachim Wenk
endlich gepflanzt die Tafeltrauben für den Weinberg

frisch gepflanzte Tafeltrauben für den Weinberg (c) by Joachim Wenk
hier sieht man, daß es tatsächlich ein Hang ist – eben ein richtiger Weinb-Berg

Nach dieser wirklich schweißtreibenden Arbeit konnte ich mich in aller Ruhe den noch anstehenden Arbeiten widmen. Das Wetter ist sehr schön. Nachts kein Frost oder nur ein oder zwei Grad unter Null. Es ist nun möglich, die großen Palmen und den Oleander aus dem Winterquartier zu holen. Dort zu verbleiben, wäre nicht so gut für sie. Zu wenig Licht kommt, für die doch schon hohen Temperaturen darin, hinein. Im Carport stehen sie geschützt. Die kräftige Sonne kann die noch empfindlichen Blätter nicht verbrennen und die Kälte der Nacht ist eher auf freien Flächen im Garten spürbar.

Die Hanfpalme blüht auch wieder sehr prächtig.

blühende Hanfpalme (c) by Joachim Wenk
die Hanfpalme blüht

eschützt im Carport stehen die ersten Kübelpflanzen im Freien (c) by Joachim Wenk
geschützt im Carport stehen die ersten Kübelpflanzen im Freien

Weil Wetter und Boden es zulassen, habe ich die Ackerbohnen gesät und die Palerbsen gesteckt. Palerbsen kommen  noch vor den Markerbsen in den Boden. Ich habe die Sorte Blauwschokker mit wunderhübschen lila Blüten und lila Schoten. Die Erbsen selbst sind grün.

Auch Salat, Radieschen, Spinat und Rettich habe ich bereits ins Freiland gesät. Laut Sortenbeschreibung ist das möglich. Ich selbst habe aus Furcht vor Frost und Kälte noch nie so früh im Freiland ausgesät. Neugierig warte ich auf die weitere Entwicklung. Am Wochenende, wenn das Wetter wieder kühler wird, werde ich die  Saatreihen mit Vlies abdecken. Schaden kann das ja nicht.

Ein ganz schönes Arbeitspensum für heute. Schließlich ist an den Weihern auch noch einiges zu erledigen. Die Erlenhecke um den großen Weiher muß noch von der Wasserseite aus geschnitten werden. Das geht nur noch jetzt. Dann wird der Weiher wieder gesteckt und läuft voll Wasser. Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt.  Der Volker bei den Weihern und ich im Garten. Daher habe ich von den  Fortschritten der Arbeiten dort draußen heute keine Fotos. Ich nutze aber die Gelegenheit, einmal auf ein  online-Magazin aufmerksam zu machen. Die haben erst kürzlich über Gartenteiche und deren Anlage berichtet. Ich habe zwar keinen Gartenteich, dennoch fanden sie unsere richtigen Weiher für die in Franken obligatorischen Karpfen so interessant, daß sie auch über uns berichtet haben. Schaut doch einfach einmal im Magazin  vorbei: Gartenhaus-Magazin.

Die im Winter bestellten Saatkartoffeln kamen heute auch, schon sehnsüchtig von mir erwartet, per Post. Ich wollte sie auch gleich in die Eierschachteln sortieren, damit sie zu treiben beginnen. Dann las ich aber im Lieferschein, daß man sie erst einmal zwei Tage bei 20°C lagern soll. Damit beendet man die Keimruhe. Erst dann werden sie bei 10°-12°C ausgelegt und vorgetrieben. Also wieder ab in den Karton damit und ins Wohnzimmer gestellt. Dann werden sie eben am Wochenende in die Eierschachteln sortiert.

Saatkartoffeln (c) by Joachim Wenk
die Saatkartoffeln sind eingetroffen

Es ist nun bereits frischer draußen, die Sonne steht flach am Horizont. Lust zum Reingehen haben wir beide noch nicht. Wir holen noch den Häcksler heraus und machen uns über den Berg an abgeschittenen Hecken- und Staudenabällen. Da kommt ganz schön was zusammen. Das Häckselgut liegt nun auf einem Haufen am Kompostplatz. Im Laufe des Sommers werde ich immer wieder etwas unter den Kompost mischen. Vor allem wenn gerade wieder viel Grünzeugs angefallen ist oder Rasenschnitt auf den Kompost wandert.  Dafür ist es dann gut, etwas von dem holzigen Material unterzumischen.

gehäckselter Heckenschnitt (c) by Joachim Wenk
gehäckselter Heckenschnitt

Jetzt ist es 19 Uhr und bereits dunkel. Ein langer und sehr schöner Gartentag geht zu Ende. Drinnen im Haus nach einer schönen Dusche merke ich dass mein Gesicht brennt. Ja die Sonne hat schon richtig Kraft. Vor allem, wenn man den  ganzen Tag draußen ist.

Bei dem Wetter bleibt der Selbstversorger lieber in der Küche, aber nicht den ganzen Tag…

Juhu, der erste Schnee in diesem Monat. Oder? Ach ne, gejubelt wird dafür ja nur im Dezember. Trotzdem wehen heute den ganzen Vormittag kleine Schneeflöckchen durch die Luft. Klar, sie bleiben nicht liegen. Wie aber das Wetter allgemein dabei ist, seht ihr ja dann auf den Fotos. 3°C und alles grau in grau.

Eigentlich wäre heute, am Samstag, wieder einmal ein langer Gartentag angebracht. Bei der ganzen Trostlosigkeit draußen, bleibe ich aber lieber erst einmal in der Wohnung und lasse den Tag ruhig angehen. Ich backe mein Brot in aller Ruhe. Wahrscheinlich deswegen ist es auch ganz herrlich gelungen. Und ich probiere einen neuen Kuchen. Es ist nichts aufregendes. Ein Rührkuchen mit Kirschen aus der Gefriertruhe. Ich freue mich jedes Mal, von unseren wunderbaren Vorräten im Keller, die wir letzten Sommer und Herbst angesammelt haben, etwas zu verwenden.

Für mich als Hobby-Selbstversorger mit Leib und Seele ist es noch immer ein Vergnügen mein Repertoir an Koch- und auch Backrezepten aufzubauen. Klar probiere ich – zum Leidwesen meines Mannes – immer wieder neue Rezepte aus.  Doch mit der Zeit kristallisieren sich auch mehr und mehr bestimmte Basisrezepte heraus. Das sind einfache Alltagsrezepte. Gerne schmökere ich dazu in den Büchern zur Reste-Verwertung in der Küche oder „Standard-Kochbüchern“ wie dem „Bayrischen Kochbuch“. Hier findet und erlernt man durch das Nachkochen all die ganz normalen Möglichkeiten, aus Grundnahrungsmitteln köstliche und gesunde Speisen zu bereiten. So, wie es eben früher noch Gang und Gäbe war. Durch die vielen Convenience-Produkte, Konserven und Fertiggerichte wird das fast  vollkommen verlernt. Noch dazu kommt die traurige  Tatsache, daß wir in Deutschland kaum Wert auf unser Essen legen und auf das, woraus es besteht.

Spaßeshalber studiere ich immer wieder die Zutatenlisten auf solchen Nahrungsmitteln. Ich amüsiere mich über die mittlerweile kaum mehr überblickbare Vielfalt der Tütchen mit dem Aufdruck „…..fix für …..“. Ich sehe Mütter, die sich ganze Sortimente davon in den Einkaufswagen legen. Und ich wundere mich, wo sie das Geld dafür her nehmen. Im Ernst. Habt ihr schon einmal auf die Zutatenangaben geblickt? Zuallererst bei diesen Tütchen ist Stärke drin. Zum einen, daß überhaupt eine nennbare Masse enthalten ist, und zum  anderen, daß eben die Speisen etwas abgebunden werden. Etliche künstliche Zutaten sind enthalten. Schließlich auch noch Gewürze und wie ich feststellen mußte nicht einmal mehr Salz. Nein, sogar hier gibt es künstlichen Ersatz. Irgendein Natrium oder ein Chlorid war drin. Kein Natriumchlorid, was eben Kochsalz ist. Igitt, wenn nun auch schon ganz normales Salz nicht mehr da rein kommt. Jedenfalls ist keine  geheimnisvolle Zutat drinnen, die einen zum Kauf verleiten könnte und ohne die man eben dieses Gericht daheim nicht hinbekäme. Im Gegenteil, die enthaltenen wesentlichen Zutaten (Stärke, Gewürze und Salz) sollte man doch eigentlich in jedem Haushalt finden. Zu günstigeren Preisen eingekauft!

Aber, da bin ich wieder bei meinem für einen Selbstversorger interessanten Thema, das einfache normale Kochen. Das wurde verlernt oder nie gelernt. Pfannkuchenteig in der Kunststoffflasche, Milchreis in der Tüte, Kaiserschmarren in der Tüte, Pizzabrötchen (ein klassisches Resteessen) vorgefertigt und tiefgefroren. Das sind doch alles so einfache Sachen! Sie kosten halt auf diese Art und Weise mehr, produzieren mehr Müll und enthalten mehr nicht ganz so gesunde Zutaten. Die Hersteller verdienen dabei auch mehr, das wollen wir nicht vergessen. Aber warum gönnen wir diesen Herstellern, die uns ungesundes und künstliches Essen liefern, das Mehr an Einnahmen? Den Landwirten und Gärtnern, die uns mit guten und wertvollen Lebensmitteln wie Milch, Fleisch, Gemüse und Obst versorgen sollten, gönnen wir es nicht. Da ist immer alles zu teuer.

Klar bin auch ich kein Heiliger beim Lebensmittelkauf. Durch mein Hobby zu kochen und möglichst viel  dafür selbst anzubauen und zu verwerten, hoffe ich natürlich meine Bilanz zu verbessern. Auch muß ich sagen, daß wir bei dem was zugekauft wird doch immer mehr die vielen Berichte und Artikel zu dem Thema berücksichtigen.

Nun bin ich aber ein wenig von dem abgekommen, was ich zu dem Kuchen, der übrigens sehr lecker wurde, schreiben möchte.

Ein wenig grinsen muß ich gerade doch. Warum schreibe ich über den Kuchen? Weil ich endlich einmal eine Backmischung ausprobiert habe. Nein! Ich weiß sehr wohl, worüber ich mich gerade etwas schnippisch ausgelassen habe. Über Fertigmischungen. Wer mich aber kennt,  weiß bestimmt, daß ich natürlich keine Mischung fertig gekauft habe. Ich habe sie mir selbst gemischt. Mehl, Zucker, Vanille, Stärke und Backpulver. Alles gut vermischt und in einem großen Behälter aufbewahrt.

Will man gerade backen, nimmt man von dieser Mischung einen Teil, gibt Butter, Eier und Milch frisch dazu. Kurz verrühren und schon kann der Teig in die Form. Immer wieder lese ich von solchen Vorratsmischungen. Heute, da das Wetter mich eher im Haus hält, habe ich es probiert. Auf den Kuchen in der Springform kommen die erwähnten angetauten Herz-Kirschen vom letzten Sommer. Ein Traum von einem sehr schnellen Kuchen. Und ich weiß, was drin ist. Ich brauche keine Zauberzutaten in einer gekauften Mischung, die dann natürlich auch umgerechnet deutlich teurer wäre. Ganz abgesehen von ganz fertig gekauftem Kuchen für eine Kaffeetafel.

Und: genauso wie mein Selbstversorgerhobby genieße ich unser Leben am Land. Hier ist es gottseidank noch üblich, zu den ganzen Festen vom Geburtstag bis zum Dorf- oder Vereinsfest Kuchen richtig selbst zu backen. Und was da alles aufgetischt wird. So brauche auch ich immer wieder einmal rasch einen Kuchen. Für spontanen Kaffeebesuch daheim, ist das mein künftiges  Rezept. Und so variabel. Ich freue mich schon darauf im Sommer frische Himbeeren zu verwenden, Johannisbeeren oder Äpfel. Ich bin gewappnet für  kurzfristigen  Besuch. Und weil ich gerade im Sommer lieber im Garten bin, als am Herd zu stehen, ist das eine ideale Angelegenheit.

Der Kuchen ist also fertig. Mittlerweile duftet auch das ganze Haus nach frisch gebackenem Brot und das Schneegestöber ist zu Ende.

Ich ziehe mich also warm an, schnappe mir den verständnislos blinzelnden Hund und gehe in den Garten.

Die Vogelhäuschen müssen noch ausgeräumt werden. Bald fangen die Meisen wieder an mit dem Nestbau.

Meisennistkasten im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Meisenwohnung – im Sommer umrankt von herrlichen Rosentrieben
mit lila Blütenbüscheln

Ganz überrascht bin ich, daß der Flieder schon dicke grüne Knospen hat. Der wird bald grün, wenn  es in den kommenden Tagen wieder frühlingshafter wird.

Die Korkenzieherhasel ist in voller Blüte. Gerade bei so trostlosem Wetter kommt ihr gelb der Blütenschwänzchen auch nicht richtig zur Geltung. Bald ist doch Ostern. So sorge ich eben selbst für Farbe im Garten. Wenn ich die Ostereier jetzt nicht aufhänge, kann ich es auch gleich lassen. Farbe wirkt, muß ich feststellen. So sieht es gleich freundlicher aus.

blühende Korkenzieherhaselnuß (c) by Joachim Wenk
viel blüht noch nicht im Garten – die Korkenzieherhasel dagegen schon
bunte Ostereier am Strauch im Garten (c) by Joachim Wenk
trostlos das Wetter, aufmunternd die Ostereier

Die neuen Weinstöcke müssen jetzt auch wirklich in die Erde. Vielleicht kann ich das unter der Woche erledigen. Dafür ist es  mir heute zu ungemütlich und auch schon zu spät. Immerhin habe ich endlich einmal die beiden Reihen abgesteckt und markiert, wo die Pflanzen hinkommen sollen.

(c) by Joachim Wenk
warum wir unseren Weinberg „Bucher Weiherblick“ nennen ist nun wohl klar

(c) by Joachim Wenk
da kommt schon einer zum Kontrollieren, was da so gemacht wird

So können wir Ort, Ausrichtung und Ausmaße in den nächsten Tage einmal auf uns wirken lassen. Wenn der Weinberg erst einmal fertig ist, kann man ihn schließlich nicht einfach wieder umpflanzen.

Die Pfosten mit den Drahtseilen werden wir dann im Laufe des Sommers setzen. Jetzt ist es wichtig, daß die Reben in die Erde kommen.

Kompost in die Beete, Samen in die Erde und was dabei raus kommen wird, seht ihr hier in wenigen Wochen.

So langsam bin ich wieder im Geschäft. Das Sähen erfolgt laufend und die Beete sind immer besser vorbereitet. Die vergangenen Sonnentage haben auch viele Pflanzen und meine Saaten geweckt. Leben kommt in den Garten.

Nach dem abendlichen Nieselregen verlief die Nacht frostfrei. Morgens schon zeitig strahlt die Sonne vom blauen Himmel. Nichts hielt mich mehr im Bett. Ich mußte raus, um so viel wie möglich von einem wahrscheinlich schönen Tag genießen zu können. Ein langes Frühstück mit Schmökern im Gartenbuch ist der perfekte Start in den Tag. Durch das Ostfenster im Wohnzimmer scheint hell die Sonne. Blicke ich aus dem Fenster neben meinem Tisch gen Westen, sehe ich die übliche Vogelbande am, im, auf und unterm Vogelhaus. Auch sie frühstücken. Die Wiese außen herum erwacht ebenfalls. Gelbe Krokusse und Schneeglöckchen blühen. Die Narzissen sind eine Hand breit aus der Erde und man sieht die Knospen. Die Tulpen schlafen wohl noch, Nur eine einzige ist bereits wach und räkelt sich mit erhobenen Blättern der Sonne entgegen. Weiter unten am Dorfweiher unterhalten sich die Enten lauthals.Sie fliegen auf, landen mit langer Bremsspur wieder am Weiher. Ja, es wird sicher ein schöner Frühlingstag hier auf dem Dorf, mitten in und mit der Natur.

Meine Paprika und Chilli sind nun endlich da. Mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Die selbst geernteten Samen von Glockenpaprika, Wildchili und Paprika „Sommergold“ sind zahlreich gekeimt und können am Wochenende pikiert werden. Anfang Februar begann ich mit den ersten Aussaaten!

Paprika, Glockenpaprika, Wildchili (c) by Joachim Wenk
Paprika, Glockenpaprika, Wildchili – endlich!

Die neue Paprikasorte „Liebesapfel“ aus gekauften Samen keimt nicht. Ein einziger Sämling ist aufgegangen. In den letzten Nachsaaten sehe ich noch nichts. Die Tüte ist jetzt leer und wenn der eine einsame Sämling nicht gelingt, werde ich nie erfahren, wie die Sorte ist. Dabei bin ich sehr gespannt auf sie. Rund, wie Fleischtomaten und somit gut zum Füllen geeignet. Sie kippt gefüllt im Topf nicht um, wie die länglichen oder spitzen Formen. Die Andenbeere ist noch garnicht gekeimt. Ich glaube da kommt auch nichts mehr.

Draußen im Garten stelle ich rasch fest, daß die Sonne von drinnen wärmer aussieht, als sie es draußen ist. Trotzdem mache ich mich an die Arbeit. Mir wird dann eben von innen warm.

Meine heutigen Arbeiten sind abermals weniger spektakulär und fotogen, als kräftezehrend.

Der seit Herbst fertige Kompost wird verteilt. Beetgröße und Literangaben pro Quadratmeter ergeben die nötige Menge. 30l feuchten Kompost im Eimer durch den ganzen Garten bis zum Beet am Zaun schleppen macht schlagartig warm. Auch wenn es nur 6°C draußen hat. Das Zaunbeet hat ganz schlechte Erde und ist viel zu sandig. Da hat jemand mit Sicherheit einmal Sand eingearbeitet. Bei der Trockenheit im Sommer ist daher mein Gießwasser schneller versickert, als ich nachgießen kann. Meine Rose dort wächst in 3 Jahren gerade mal auf 40cm. Dabei soll sie eine wild wuchernde Strauchrose sein.

fertiger Kompost (c) by Joachim Wenk
Kompost und Eimer zum Abmessen

Den weiteren Kompost bekommen die Baumscheiben des Säulenobstes, der Hausbaum in der Wiese, die Kletterrose an der Scheune und natürlich die  Gemüsebeete. Es ist windig und bei vollem Sonnenschein noch immer keine 10° warm. Trotzdem bin ich verschwitzt. Immer wieder dein Eimer füllen, herumschleppen und dann mit der Gärtnerkelle, wie Zimt-Zucker über den Milchreis, den Kompost über die Beete verteilen. Es ist wirklich nicht viel nötig und man muß ihn ganz schön verstreuen. Und jedes mal ist am Ende der errechneten Menge noch ein Stück Beet übrig. Also habe ich wieder zu viel ins Beet gestreut. Der Kompost reicht aber für alles, was ich damit düngen will. Gut. Jetzt gehe ich erstmal wieder ins Haus und mache mir eine warme Tasse Kaffee.

Am Laptop, immer mit der Welt und immer mit euch verbunden, erfahre ich, daß mein Seerosenableger heil in seiner neuen Heimat angekommen ist. Schön, daß alles gut gegangen ist.

Nach dem Mittag gehen wir, also mein Hund der Max und ich, wieder raus. Die Sonne ist nach wie vor da, nur die Kälte ist verschwunden. Jetzt ist es richtig schön warm.

Ich sähe in meinen Saatschalen noch frühen Rotkohl, Pepino, Haferwurzel und Stechapfel. Die anderen Saaten keimen (jetzt kommt der Sellerie) oder wachsen schon schön. Der Salat ist aufgegangen  und die Melde keimt gerade. Im Gewächshaus draußen keimt der Rukola und der Rettich.

Rucola und Rettich im kalten Gewächshaus (C) by Joachim Wenk
Rukola und Rettich im kalten Gewächshaus – so früh habe ich noch
nie etwas im Gewächshaus gesät. Und es klappt !

Dann mache ich mich wieder auf in die Gemüsebeete. Ich werde dieses Jahr nicht mit der Motorhacke drüber gehen. Ich will dem Bodenleben und vor allem den Regenwürmern Ruhe gönnen. Sie müssen dann nicht wieder von Neuem beginnen, alles zu ordnen. Ich entferne einen Eimer mit Buntnesseln und Grasbüscheln. Das wandert gleich in den neu aufgestellten  Kompostbehälter. Sonst ist kein Unkraut da. Hier und da ein paar Löwenzähne oder Vogelmiere. Sie werden mit der neuen, breiten Pendelhacke gekappt und können vor Ort verrotten. Dieses Jahr werde ich von Anfang an das so gute Hacken ausführen. Möglich wird mir das mit der im letzten Sommer, leider zu spät entdeckten Genialität von Pendelhacken. Die sehr kleine, die noch im Schuppen stand, wäre jetzt da noch alles ohne Gemüsereihen ist, zu klein. Ich habe viel Fläche und mir darum, weil sie eben so gut funktionieren, noch eine breite Pendelhacke zugelegt. Jetzt muß ich nicht mehr gebückt durch die Reihen und Unkraut zupfen. Beim Hacken wird das Unkraut abgeschnitten, der Boden  gelockert und damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Kompostbehälter (c) by Joachim Wenk
der fertige Kompost ist verteilt, jetzt kann das Gatter für die gleich wieder anfallenden Grünabfälle aufgestellt werden

Also Kompost ist auf den Beeten, das  Unkraut ausreichend entfernt, Hornmehl ist ausgebracht (wegen drastischem Phosphat und Kalium Überschuß wurde reine Stickstoffdüngung empfohlen und hat sich als gut erwiesen). Jetzt kann ich die Ackerbohnen als Gründünger vor dem Kartoffeln sähen. Sie sollen etliche Zentimeter tief in die Erde. Wie soll man das machen? Ich ziehe einfach mit dem Häufelpflug tiefe Rillen. In die lege ich die Bohnen und schiebe die Rillen wieder zu. Dann ist der Gründung eben nicht flächig gesät, sondern reihenweise. Ich hoffe, sie keimen rasch und wachsen. Bohnen sammeln an ihren Wurzeln mit Hilfe von Bakterien Stickstoff aus der Luft und sind für Starkzehrer eine gute Vorfrucht. Der Boden ist dann, bis zum Stecken der Kartoffeln Ende April, auch bedeckt, was immer das Ziel sein sollte.

Die anderen Beete lockere ich noch mit dem Sauzahn. Puh, kalt ist mir schon lange nicht mehr. Obwohl nun mittlerweile die Sonne schon wieder ganz flach steht und der kühle Wind wieder kommt.

Ich drehe noch eine Runde und freue mich über neue Krokusblüten, überall treibende Zwiebelgewächse. Die beiden Ramblerrosen treiben. Der Rhabarber spitzt als rot leuchtender Knuppern durchs Laub, die Haselnüsse blühen über und über (aber im Gegensatz zu letztem Jahr ist nicht eine einzige Biene im Strauch….). Es ist so schön überall in jedem Winkel nachzusehen und das neue Leben begrüßen zu können. Jetzt im zeitigen Frühjahr freue ich mich auch noch über Brennnesseln. Die erst die ich sehe. Noch ein wenig Zeit und ich kann wieder frische leckere Brennnesseln ernten.

junge Brennnesseln (c) by Joachim Wenk
die Brennesseln kommen

Und es war ein schöner Tag, ein Frühlingstag in meinem Garten.

Erstes sonniges Frühlingswochenende, viele Stunden Gartenarbeit und das Ergebnis sind Fotos von Blech und Beton?

Das Wochenende ist vorbei, die Sonne hat Einzug gehalten und die Temperaturen stiegen weit in den zweistelligen Bereich. Das sind doch alles gute Voraussetzungen, euch viel Neues aus dem Garten berichten zu können.

Ich war am Wochenende dann auch fleißig. Leider ist das hier berichtbare nicht viel, während die erledigten Arbeiten doch sehr viel waren. Am Samstag Abend jedenfalls konnte ich mich nicht mehr bewegen, nichts mehr greifen oder kaum noch laufen. So weh haben mir alle Glieder im Laib getan.

Höchste Zeit, daß ich wieder körperliche Arbeiten verrichte. Der lange Entzug lässt so einen Körper doch drastisch verweichlichen.

Auf dem Plan steht der Schneckenzaun. Einer ist fertig zu stellen ein anderer im Beet zu verrutschen. Vorher kann dort ja nichts gesät oder gepflanzt werden. Egal also wie gern ich etwas gesät hätte, musste doch diese Arbeit zu erst erledigt werden. Das füllte meinen Samstag Nachmittag.

Im Gewächshaus das Gesäte ist noch nicht zu sehen. Lediglich die Rauke ist bereits gekeimt. Spinat und Feldsalat vom Herbst wächst allerdings prächtig und können geerntet werden. Den zarten jungen Spinat werden wir als Salat roh essen. Der ist viel zu schade, um ihn zu kochen. Das war schon letztes Jahr ein richtiger Genuss im  Frühjahr, der junge Spinat-Salat.

Feldsalat und Spinat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
vorne Feldsalat, hinten Spinat – erntereif im Gewächshaus

Rasch noch ein paar Gießkannen Wasser im Gewächshaus verteilen und dann ran an die richtige Arbeit.

Zuerst kommt der Schneckenzaun hinter dem Gemüsegarten dran. Dort habe ich im Winter schon angefangen, bis mich der  Wurzelstock eines Holunders am Weiterkommen hinderte. Hier hinter dem Gemüsegarten ist noch ein etwa eineinhalb Meter breiter Wildnis-Streifen, bis der Nachbarszaun beginnt. In der Wildnis stehen zwei alte Hasalnußbüsche, mein Waldmeister wuchert wild um sich und das Unkraut genießt die Ruhe. Ebenso die Schnecken. Hier stört sie niemand, da können sie tags schlafen und abends machen sie sich auf den Weg, über die Rabatte unterm Zaun durch direkt ins Erdbeerbeet. Von da aus gelangen sie in die restlichen Gemüsebeete.  Und wenn doch die eine oder andere Schnecke dort am Schneckenkorn eingeht oder von mir zerschnitten wir, wanderten immer unbegrenzt von der Wildnis her Neue zu. Das war im Sommer wieder deutlich zu beobachten. Darum steht jetzt  außerhalb des Zaunes  der Schneckenzaun. Der soll verhindern, daß die Viecher so ungestört den Gemsüsegarten einnehmen können. Damit ist nun endgültig  Schluss. Toi toi toi.

 Schneckenzaun am Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
endlich fertig eingegraben – Schneckenzaun am Gemüsegarten

In dem Wurzeldickicht der Wildnis den Zaun in die Erde zu bekommen. Mit dem alten Beil den Holunderwurzelstock in dicken  Spänen Schicht für Schicht zu entfernen und dann noch vorne am Zaun die zerbröselten Betonumrandungen auszugraben ging schon in die Knochen. Dabei war es erst der Anfang!

Jetzt ist das eigentliche Schneckenzaunbeet dran.

Schneckenzaun-Beet vor dem Umbau (c) by Joachim Wenk
Schneckenzaun-Beet vor dem Umbau

Ihr werdet denken : das sieht doch gut aus, was gibt es da zu werkeln? Klar sieht es in Ordnung aus. Ich habe es ja auch erst im vergangen Frühjahr so eingegraben. Aber! Dann haben wir das neue Gewächshaus hingestellt. Jetzt steht es so nahe am Beet, daß man nicht mehr zwischen Haus und Beet stehen kann und dabei aufs Beet blicken. Dumme Sache beim Ernten, Hacken, Sähen, Jäten oder Gießen. Zwischen Beet und Haus wucherte Unkraut und Gras, das nicht einmal mit der Elektro-Sense zu trimmen war, weil auch die zu breit für den Zwischen raum ist.

Hinzu kommt die vordere Begrenzung. Vorne könnt ihr sehen, daß ein Streifen Beet nicht eingezäunt ist. Das habe ich damals so gemacht, weil  (hier im Bild gerade nicht zusehen) in der linken Ecke kein rechter Winkel ist. Damit konnten die Eckprofile nicht verwendet werden. So blieb, um wieder rechte Winkel zu haben, das Stück ohne Schneckenzaun. Genialerweise habe ich dort Erdbeeren gepflanzt. Ein Frucht die ja von den Nacktschnecken so überhaupt nicht gemocht wird….

Es war klar, der ganze Zaun muß einfach nach vorne verrutscht werden. Egal wie. Also habe ich herrliche wachsenden Knoblauch aus der Herbstpflanzung und schlummernde Erdbeeren ausgegraben, Weiter innen im Beet können sie sich jetzt wieder  einleben. Mit einer Blechschere wurden die  Eckprofile bearbeitet und konnten so dem Winkel angepasst werden.

Also jetzt die Bleche raus aus der Erde, entlang des Plattenweges wieder einen Spalt ziehen und die ineinander gesteckten  Elemente dort wieder in der Erde versenken.

Geschafft. Hände und Knie sowie Oberschenkel spüre ich schon deutlich. Jetzt gab es erst einmal eine Tasse Kaffee hier auf dem Bänkle im Gemüsegarten.

Oh weh, die Zeit rast vorüber und es geht weiter mit der Arbeit. Am Gewächshaus entlang sollen Bodenplatten verlegt werden. Die verhindern das Aufkommen des Unkrautes und ermöglichen einen ordentlichen Zugang zum Beet auch von dieser Seite.

Raus mit den Schneckenzaunelementen und neu wieder eingraben, etwas versetzt. Klingt einfach, geht aber nicht. Wenn der Schneckenzaun wieder montiert ist, kommt man wegen des Überstandes oben,  nicht mehr mit den Platten an Ort und Stelle. Schließlich sollen die ja links vom Schneckenzaun und rechts vom Fundament begrenzt werden, daß nicht wieder freie Erde fürs Unkraut bereit liegt.

Da gibt es nur eine einzige Lösung. Egal wie spät es schon ist, ich muß zuerst die schweren Beton-Wegplatten verlegen und kann dann erst den Schneckenzaun fertig machen.

Platte für Platte schleppe ich heran, kratze mit dem Schäufelchen die Erde eben, probiere, verlege, verrutsche, lupfe und verändere den Untergrund.  Bis es passt. Der neue Weg wächst und ein ganz besonders schönes Erlebnis gibt es ganz am Schluß. Wir müssen nicht die letzte Platte mühsam und laut mit der Flex auf das korrekte Maß ablängen. Nein, es passt eine komplette letzte Platte wie abgemessen zischen die querenden Wegplatten und die vorletzte Platte meines Weges.

Gemüsebeet mit Schneckenzaun (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet mit Schneckenzaun – Endfassung (in der Morgensonne des nächsten Tages fotografiert)

Die schräge Ecke vorne links ist mir wirklich gut gelungen. Jetzt ist wenigstens das ganze Beet eingezäunt. Ein Wermutstropfen zeigt sich in der rechten Ecke.  Die alten und die neuen Elemente des Schneckenzaunes sehen nur optisch  passend aus. Leider lassen sie sich nicht kombinieren. Es ist nicht möglich, sie ineinander zu schieben, so wie sie sonst zusammengesetzt werden. Ich mußte sie einfach übereinander legen. Der Funktion macht es sicher nicht viel Abbruch, nur optisch sieht es eben ein wenig „gestöpselt“ aus.

Wegplatten im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
neu verlegte Wegplatten zwischen Gewächshaus und Beet

Gut, dass ich vormittags bereits die alten Grünkohlstrünke und Stützen entfernt hatte.  Jetzt hätte ich keine Lust mehr gehabt, das Beet noch vorzubereiten. Im Gemüsegarten allgemein habe ich Hornmehl ausgestreut. Hier im Schneckenzaunbeet habe ich auch gleich meine neue breite Pendelhacke getestet und restlichen Gründüngerspinat abgehackt. Die geht wirklich super die Hacke, ein tolles Teil. Wenn es jetzt wärmer wird und bleibt und auch immer wieder einmal etwas regnet (die Erde ist schon wieder so trocken, daß die Pferdeäpfel getrocknet sind, anstatt zu verrotten), kann ich bald sähen und pflanzen. Zumindest das Beet hier ist vorbereitet. Und ich bin fix und fertig.

Ich habe es ja gesagt, so gern ich auch viel Schönes heute berichtet hätte, bleibt es doch bei ein paar Fotos von Blech und Beton. Auch solche Arbeiten sind nötig und erleichtern oder ermöglichen erst alle Folgenden. Demnächst also mehr von meinem Garten, hier an dieser Stelle. Dann sicher auch wieder mit Pflanzen und vielleicht ja schon mit ersten Blüten.

Wenn Zwerge einfach immer weiter wachsen

Da habe ich doch heute morgen einen mächtigen Schreck bekommen, als ich, noch mit verschlafenen Augen, aus dem Fenster gesehen habe. Alles war weiß!

Das kann ja wohl nicht sein. Weiß ist doch gerade die letzte Farbe, welche zur Zeit im Garten willkommen ist. Außer Schneeglöckchen natürlich.

blick in den Garten (C) by Joachim Wenk
der Schreck am Morgen – alles weiß

Zwei Stunden später war dann aber die Welt wieder in Ordnung. Gut, das Grün kommt noch recht kränklich und in weiten Teilen eher als braun oder ocker daher. Aber die Sonne schien bei blauem Himmel und hat den ganzen Schnee sofort weggeleckt.

blick in den Garten (C) by Joachim Wenk
alles wieder gut- alles grün

Die Sonne wärmt bereits deutlich spürbar. Nur der Wind ist noch sehr kalt. In den nächsten Tagen sollen die Temperaturen weiter steigen. Dadurch erwärmt sich auch der Boden. Die Auswirkungen der neuen Erdwärme werden wir bald in Form von weiteren Frühlingsblühern mit eigenen Augen wahrnehmen können. Immens wichtig für all die Pracht ist aber auch das, was unter der Erde geschieht. Auch das Bodenleben wird nach und nach wieder erwachen. In einem biologisch gepflegten Garten haben die Mikroorganismen und die Regenwurm-Heinzelmännchen dann alle Hände voll zu tun. Das restliche Herbstlaub wird verarbeitet und was sonst noch an abgestorbenem Pflanzenmaterial herum liegt. Daraus entsteht dann Nahrung für eben unsere so heiß ersehnten Frühlingsblüher und ein gesunder Boden.

Mir fehlt noch immer die benötigte Menge Kompost, um Staudenbeete, Obstbäume, Sträucher und natürlich die Gemüsebeete damit zu versorgen. Also nehme ich biologischen, organischen Dünger in Pelletform und streue ihn auf die noch kahlen Flächen im Ziergarten. Der Gemüsegarten wird demnächst mit Kompost versorgt.

Aus dem Baumarkt habe ich einen pelletierten Rinderdung und zum Testen bestellte ich Beckhorn Phytoperls. Beides sind organische Dünger, die nun vom Bodenleben verarbeitet werden müssen, bevor die Nährstoffe dann den Pflanzen zur Verfügung stehen. Jetzt ist der Boden noch feucht. Damit können die Pellets und das Granulat gut aufweichen und verrotten.

Gut, daß ich mir einmal die Mühe gemacht habe, die Quadratmeterzahl der einzelnen Beete zu ermitteln. So war es heute einfach, die richtige Düngermenge auszubringen. Auf den Tüten stand immer, welche Menge etwa Stauden benötigen. Die habe ich abgewogen und dann gleichmäßig über das Beet verteilt. So etwas kann man nicht „frei Schnauze“ machen. Sicher käme dann viel zu viel Dünger auf den Boden. Bei organischem Dünger verbrennen zwar nicht gleich die Wurzeln , wenn zuviel gedüngt wird. Für den Geldbeutel allerdings ist es allemal schlecht, mehr Dünger auszustreuen als benötigt wird.

Im Laufe der kommenden Saison werde ich vermehrt Pferdemist auf den Kompost geben. So verrottet er mit den restlichen Grünabfällen. Ich hoffe dann mehr Kompost zur Hand zu haben und mir früher oder später das Zukaufen  von teurem Dünger ersparen zu können.

Mittags fahren wir in den Baumarkt. Das Bad wird renoviert und wir brauchen Materialien. Klar, daß ich da mit muß. Nichts kommt mir gerade gelegener als ein Besuch in der Gartenabteilung.

Von den Frühlingsblühern nehme ich noch Abstand. Die können jetzt im Freien noch erfrieren, wenn es Frost gibt.  Sie sind meist nicht abgehärtet. Anderes steht heute auf der Einkaufsliste.

Aussaaterde und Flüssigdünger. Beides wird in den nächsten Wochen in größeren Mengen benötigt. Die Aussaaterde ist klar, aber wofür den Flüssigdünger? Auch für die jungen Gemüsepflanzen.

Folgender Gedanke steht dahinter. Gesät wird in Aussaaterde. Die enthält ganz bewusst so gut wie keine Nährstoffe. Zu viel Dünger im Boden könnte die zarten Pflänzchen und Wurzeln eher schädigen, als er ihnen zuträglich ist. Pikeiern kann man dann in gedüngte Erde. Aber was ist mit den Pflanzen, die direkt in die Topfplatte gesät werden? Und was ist mit den noch lange nicht ausgepflanzten Gemüsen wie Frühkohl, Sellerie oder Lauch. Beide brauchen sehr lange an Wachstumsphase, bis sie ins Beet kommen. Wenn sie nun in der Aussaaterde stehen, kann kein Wachstum stattfinden, weil kein Dünger da ist. Im vergangenen Sommer habe ich Brennesseljauche stark verdünnt genommen. Die ist aber ja noch lange nicht zur Verfügung. Daher wanderte eine Flasche bio-Flüssigdünger, der laut Aufschrift auch für Biopflanzenerzeuger zugelassen ist, in den Einkaufswagen.

frisch gekeimter Frühkohl (c) by Joachim Wenk
Samstag gesät, Mittwoch schon da – der Frühkohl

Schließlich, nach einiger Suche und Nachfragen beim hilfsbereiten Personal, fand ich auch die Pflanzkörbe für Teichpflanzen und Teicherde. Meine Aufgabe für den Nachmittag.

Pflanzkörbe für Teichpflanzen und Spezialerde (c) by Joachim Wenk
Pflanzkörbe für Teichpflanzen und Spezialerde

Es ist wieder einmal an der Zeit, die wild wuchernden Zwergseerosen um zu topfen. Vor wirklich vielen Jahren, damals noch im Hinterhofgarten, keimte der Wunsch nach einem Teich im Kübel mit einer Seerose. Die Freude war groß, dass es tatsächlich für den Balkon- und Kübelgärtner spezielle Zwergseerosen gibt. Sie kommen  bereits mit einer Wassertiefe von 15cm aus. So eine mußte her.

Sie wuchs ganz munter und auch wenn der erste Teich-Behälter schon etwas tiefer als 15cm war, so wucherte sie doch bald über die Wasseroberfläche hinaus. Im nächsten Jahr kam sie dann in ein größeres Gefäß. Und Sommer für Sommer schenkt sie uns die leuchtend gelben Blüten.

Daran hat sich in den bestimmt schon 15 Jahren nichts geändert. Auch nichts an ihrer Wuchsfreude. Das einzige, das sich geändert hat, ist die Größe ihres Teich-Behälters. Mittlerweile steht sie in einem Regenfaß und hat einiges über 100cm Wassertiefe.

Alle paar Jahre schneide ich die Wurzeln stark zurück. Sie sind dann immer schon mehr außerhalb des Pflanzgefäßes, als in ihm. Dann kommt sie in neue Erde und in ein neues Gefäß. Bei dieser Arbeit können auch immer einige Ableger abgetrennt werden. Einen habe ich mir einmal gemacht, um wieder in einem kleinen Gefäß eine Seerose zu haben. Diesmal wird wieder einer abgemacht. Den bekommt die Frau meines Cousins. Das habe ich ihr im Herbst versprochen. So erklärt sich auch die witzige Topf-Parade meines heutigen Einkaufs.

Zwergseerose vor dem Umtopfen (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose vor dem Umtopfen

Zwergseerose nach dem Umtopfen (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose nach dem Umtopfen

Zwergsseerosen in den Teich-Behältern  (c) by Joachim Wenk
Zwergseerosen in ihren Teich-Behältern

Über Winter kommen die Seerosen immer in einen frostfreien Raum. Seerosen sind zwar winterhart, aber nicht in einem Kübel. Der würde in den ganz kalten Monaten durchfrieren. So etwas überleben sie nicht. Jetzt besteht keine Gefahr mehr, daß die Kübel sich in Eisklötze verwandeln und damit sind die Seerosen die ersten Kübelpflanzen der Saison, die ausgeräumt wurden.

So sieht das dann im Sommer aus. Ist doch die Mühe wert, oder?

blühende Zwergseerose im Regenfaß (c) by Joachim Wenk
blühende Zwergseerose im Regenfaß