Kräuter- oder Smoothiewürfel für den Wintervorrat selber machen

Gerade im Sommer kommt es vor, daß man von einigen Kräutern im Garten sehr viel hat. Im Winter oder auch schon im Herbst könnte man diese in der Küche gebrauchen und da wachsen keine mehr. 
Also nutze ich die Zeit jetzt und sorge vor. 
Kräuter wie Petersilie oder Schnittlauch verwandle ich in Kräuterwürfel. Der Schnittlauch ist schon seit Juni so portioniert in der Gefriertruhe. 

Diesmal habe ich für meine grünen Smoothies Vorrat angelegt. Im Winter ist es immer schwerer an Grünzeugs zu kommen. In den einschlägigen Büchern wird empfohlen TK-Spinat mit zu verwenden. Das habe ich auch schon gemacht. Der portionierbare, gefrorene Spinat ist in kleinen Würfeln gefroren und kann so einzeln entnommen werden.

Das kann ich auch. Ich habe gerade recht viel Melde und Baumspinat.
Ich pflücke die Blätter, wasche sie und schleudere sie trocken. 
Dann werden sie portionsweise im Tupper Extra-Chef klein gehackt. Das ist quasi das Gerät vom Pestomachen aber zwei Nummern größer.
Andernfalls muß man sie mit einem großen Messer sehr fein hacken oder mit einem Wiegemesser für Kräuter zerkleinern.
Extra-Chef von Tupperware zerkleinern von Kräutern (c) by Joachim Wenk
Küchen-Häcksler für mein Grünzeug – der Extra-Chef von Tupperware
Die Blätter hacke ich darin sehr klein, aber nicht matschig. 
klein gehackter Baumspinat und Meldeblätter (c) by Joachim Wenk
klein gehackter Baumspinat und Melde

Dann fülle ich sie in den Eiswürfelbehälter. Einfach einen Schwung in den Behälter kippen und dann mit den Fingern verteilen und fest in die einzelnen Mulden drücken.

Zum Schluß wird noch Wasser in die einzelnen Vertiefungen gefüllt. Gerade so viel, daß es fast bis zur Oberkante der Vertiefung reicht. Das Wasser sorgt dafür, daß beim Gefrieren schöne feste und zusammen haltende Würfel entstehen.

Mein Eiswürfelbehälter hat unten Silikonnoppen. Die sind wirklich praktisch. Sind die Kräuter oder Smoothie-Würfel durchgefroren, kann man die einzelnen Würfel von unten durch Drücken auf die Silikonnoppen ganz leicht aus dem Behälter befördern. Ganz ohne Klopfen, Schlagen und Hauen.

Wichtig bei einem Eiswürfelbehälter ist auch, daß er einen Deckel hat. Auch bei den Minustemperaturen verdunstet Wasser. Beim Einfrieren und auch, wenn es gefroren ist. Das trocknet zum Einen das Gefriergut – hier meine Würfel – aus. Zum anderen muß das verdunstete Wasser ja irgendwo hin. Und wo geht es hin? Es schlägt sich als Eis an der Wand des Gefrierfaches nieder. Das ist ganz schlecht für den Energieverbrauch und die Effizienz des Gerätes.

klein gehackte Kräuter im Gefrierbehälter (c) by Joachim Wenk
klein gehackter Baumspinat eingefüllt in Gefrierbehälter
Gefrierbehälter mit Silikonnoppen am Boden zum leichten Herausdrücken der fertig gefrorenen Würfel (c) by Joachim Wenk
Gefrierbehälter mit Silikonnoppen am Boden zum leichten Herausdrücken der fertig gefrorenen Würfel
Gefrierbehälter mit Silikonnoppen am Boden zum leichten Herausdrücken der fertig gefrorenen Würfel (c) by Joachim Wenk
Silikonnoppen aus der Nähe
Am kommenden Tag sind meine Würfel gefroren und ich löse sie aus dem Eiswürfelbehälter. Den brauche ich schließlich beim nächsten Mal wieder. Die gefrorenen Würfel fülle ich in einen anderen Gefrierbehälter, wo sie bleiben, bis ich sie bei Bedarf einzeln entnehmen kann. 
Das hier sind die Baumspinat-Smoothie-Würfel. Das könnte man auch mit normalem Spinat oder mit Brennnesseln machen. 
Die Schnittlauchwürfel sehen ähnlich aus und jetzt sind dann noch Petersilienwürfel an der Reihe. 
Smoothie-Würfel (c) by Joachim Wenk
fertige Baumspinat-Smoothie-Würfel (man sieht sogar die Form der Silikonnoppe bei einem Würfel)

Die Kartoffelernte beginnt, die nächsten Pflanzen warten schon auf den Platz im Beet

Kartoffeln ernten, ohne dreckig-braune Finger zu bekommen? Dieses Jahr geht so etwas.

Der Boden ist seit so vielen Wochen, fast Monaten ohne Regen derart ausgetrocknet und betonhart. Kaum, daß ich mit der Schaufel eindringen kann. Jedenfalls macht man sich diesjahr nicht dreckig bei dem Gewühle in der Erde. Das sah auch schon ganz anders aus.  Klar, dieses Jahr gibt es dafür kleine Kartoffeln. Die sehr frühen Kartoffeln (Duke of York) sind abgestorben und erntereif.

Die frühen Kartoffeln ( Galactica) sind eher vertrocknet als wegen der Reife abgestorben. Sie bräuchten auch von der Zeit seit dem Stecken her gesehen noch etwas.

Ich jedoch benötige den Platz im Beet und außerdem ist das Kraut schon so weit braun und welk, daß ich mir wirklich nicht sicher bin, ob da noch ein Zuwachs an den Knollen stattfinden kann. Also habe ich zumindest eine der beiden Reihen Galactica auch geerntet.

Klein sind dieses Jahr die Kartoffeln. Und noch kleiner sind sie, wenn schon die Sorte ansich nur kleine Knollen bringt. Das ist der Fal bei der Mayan Gold. Eine mittelfrühe Sorte, deren Laub noch weiter abgestorben ist, als das der Galactica. 2 Stauden mit ganz verschwundenem Laub habe ich einfach ausgegraben.

Die Kartoffeln sind allesamt eher klein bis sehr klein, aber sehr gesund und ohne Schorf. Zumindest die Duke of York habe ich auch schon ein paar mal gekocht und bin überaus begeistert. Herrlicher Kartoffelgeschmack mit eher mehliger als festkochender Tendenz. Die baue ich wieder an. Dieses Jahr war der Erstversuch. Die Galactica kenne ich seit einigen Jahren und nehme sie immer wieder. Sie hält auch wirklich gut im Lager, obwohl sie eine Frühkartoffel ist. Wie sie dieses Jahr schmeckt, werde ich die Tage testen.  Die Mayan Gold hatte ich letztes Jahr zum ersten Mal getestet. Sie war sehr gut, hielt aber nicht lange im Lager. Sie wird rasch schrumpelig. Dieses  Jahr sind es wirklich winzige Knollen. Der Ertrag ist also nicht sehr groß. Ich werde sie wohl nicht mehr anbauen und den immer zu geringen Platz lieber für ertragreichere Sorten mit größeren Knollen nutzen. Große Knollen halten auch länger im Lager.

Kartoffelernte, Galactica, Mayan Gold, Duke of York (c) by Joachim Wenk
Kartoffelernte : links mit roten Tupfen Galactica, rechts in Plastikwanne Duke of York und im Korb Mayan Gold
KartoffelernteGalactica (c) by Joachim Wenk
bröseltrockener Boden im Katoffelbeet

Kartoffelbeet Mayan Gold (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet Mayan Gold nach dem Gießen

Während der ganzen Graberei im Kartoffelbeet ist mir nicht ein einziger Regenwurm begegnet. Das ist schlecht. Im Frühjahr waren auf jedem Zentimeter – oder besser gesagt in jedem Zentimeter Erde Würmer. Sie haben sich sicher verkrochen und schlafen tiefer unten in der Erde. Später dann habe ich die Kartoffeln, die noch im Beet sind etwas gewässert. Vielleicht nützt es etwas. Gieße ich richtig, schwemme ich die Hügel fort. Hebe ich die Brause höher, damit sie nicht so auf die Erde sprüht und sie wegspült, so benetze ich zu viele Blätter. Ich habe Angst vor der Braunfäule. Vielleicht geht es ja gut und das zweite Gießen dieses Jahr beschwört nicht gleich den Pilz hervor.

Ich habe den trockenen Staub der abgeernteten Kartoffelreichen gewässert und gewässert und wieder gewässert. Hier werden bald die Grünkohlpflanzen hinkommen. Damit der Boden (wieder) belebt wird, kommt noch die  Ernte aus der Wurmfarmschale darüber. Ich verteile den Wurmhumus gleichmäßig und arbeite ihn mit der Gärtnerkralle oberflächlich ein. Wieder wird gegossen.

Schließlich decke ich alles mit der Pappe ab. Der Boden soll beschattet sein und feucht bleiben, damit die Mikroorganismen sich vermehren können. Auch kommen hoffentlich wieder Würmer in den Boden. Und da bin ich schon beim zweiten Grund für die Pappe. Das nützt mir und „schadet“anderen. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen oder Mitleid.

Wellpappe als Mulch auf frischem Beet (c) by Joachim Wenk
abgeerntetes Beet mit Wurmhumus und dann Pappe darüber

In den vergangenen Tagen hatte ich gründlich gewässert und dann über Nacht haben an den feuchten Stellen die Amseln ihr Unwesen getrieben. Ich habe mich schon oft beklagt, daß mir die Frühlingszwiebeln nicht keimen wollen. Jetzt keimten die gerade gesäten in zwei Beetabschnitten auf denen schon abgeerntet ist. Und die Amseln auf ihrer wilden Jagd nach Würmern haben sie einfach fast vollständig beseitigt. Das ärgert mich. Andererseits verstehe ich die armen Amseln, die gerade noch Junge haben mit versorgen müssen. In diesem steinharten und staubtrockenen Boden finden sie doch gar keine Nahrung. Und haben dabei Hunger ohne Ende sicherlich. Überall, wo es feucht vom Gießen ist scharren sie in ihrer verzweifelten Suche.

Die Frühlingszwiebelkeimlinge bekomme ich nicht wieder, dafür aber will ich jetzt fürs erste das frisch mit Kompost versorgte Beet schützen. Erstmal soll sich der Boden etwas erholen. Aber am Wochenende will ich pflanzen. Die Pflänzchen warten schon in der Topfplatte und müssen unbedingt ins Beet. Dann kommt die Pappe sowieso weg.

(c) by Joachim Wenk
Frühlingszwziebelreihe von scharrenden Amseln verwüstet
So wie die armen Amseln nichts zu Fressen im Boden finden, habe ich dieses Jahr nichts zum Mulchen zwischen den Reihen. Das wäre gerade jetzt wahnsinnig wichtig, weil es den Boden vor zu großer Austrocknung schützt. Im Frühjahr habe ich wegen der Schneckenplage nicht gemulcht und fühlte mich dabei schon unwohl. Dann kam die dürre und jetzt habe ich den Salat mit dem ungeschützten Boden. Einmal haben wir seither wieder gemäht und alles was ich bekam habe ich in die Reihen gelegt. Glaubt es oder nicht. Dort wo es etwas dicker liegt schaue ich immer vor dem Gießen einmal drunter: die Erde dort ist dunkler und somit feuchter, als die unbedeckte direkt daneben. Zudem kann unter der Mulchschicht das Bodenleben aktiver bleiben und findet im Mulch Futter. Und wenn es dem Bodenleben und da auch ganz besonders den Würmern gut geht, geht es auch den Pflanzen gut. Und den Amseln. 
Im Frühjahr packte ich den ganzen Rasenschnitte und Wiesenschnitt auf den Kompost. Gut vermischt mit holzigem Häckselmaterial und zerrissener Wellpappe. Das ist bei Rasenschnitt wichtig, damit er überhaupt verrotten kann und nicht einfach nur fault. 
Wegen der Dürre mußte ich nicht nur die Beete wässern, sondern auch die Kompostmieten. Oben auf lag immer noch das vertrocknete Gras.  Jetzt dachte ich mir, wenn es im Kompost nicht verrottet, dann lege ich es als Mulch und Futter für die Würmer und Mikroorganismen, auf den gerade eben beschriebenen Beetbereich. Aber nein, ich lasse es lieber als Schutzschicht auf dem Kompost. Darunter ist ja alles schon herrlich verrotet zu brauner Erde. Dann hat das Gießen des Komposts doch etwas genutzt!
(c) by Joachim Wenk
Kompost mit vertrocknete Gras als Schutzdecke oben drauf

Ansonsten wird überall das Gemüse erntereif. Morgen gibt es zum Mittag eine Tarte mit Lauch, Tomaten, Basilikum und Parmesan. Gut, den Parmesan musste ich kaufen, der Rest aber kommt ganz frisch aus dem Beet. Und ich freue mich wirklich über meinen tollen Lauch. Die Jahre davor hatte ich nie welchen ernten könnten, weil ihn immer die Lauchfliege dahinraffte. Dieses Jahr stehen die Stangen wie die Soldaten im Beet. Ich fange jetzt an mit der Ernte. Noch ist er zart. Es ist ein Sommerlauch, der sowieso glaube ich feiner ist, als der Winterlauch. Der ist noch immer im Bleistiftstadium. Ich habe ihm nochmal Brennnesseljauche gegeben. Es wird Zeit, daß er in die Puschen kommt. 
Lauch, Basilikum und Tomaten für die Quiche am Mittag (c) by Joachim Wenk
Lauch, Basilikum und Tomaten für die Tarte am Mittag
Für die Tomaten ist die Dürre wirklich gut. 

reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Tomaten 
Manche Physalis haben schon fruchtige Lampions. Allerdings bin ich am Überlegen nur noch Ananaskirschen ,die kleinen Verwandten der Andenbeere anzubauen. Die beernte ich schon einige Zeit, während manche Andenbeeren noch nicht einmal Früchte haben. Ich habe dieses Jahr drei Sorten im Anbauversuch. Wenn, dann werde ich im kommenden Jahr nur von der Sorte, die am ehesten trägt eine Pflanze anbauen. Ananaskirschen aber auf alle Fälle wieder. 
Lampions an den Physalis (c) by Joachim Wenk
Lampions an den Physalis

Die Buschbohnen habe ich dieses Jahr nicht gleich Mitte Mai gesteckt, sondern erst im Juni. Jetzt fangen sie an zu blühen. Hier die schönen blass-lila Blüten der Sanuguigno.

Buschbohnenblüte Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohnenblüte Sanguigno
Hier sind jetzt ein mal Bilder aus der direkten Umgebung meines Gartens. Heute morgen beim Gassigehen gemacht. 
Die Maisernte fällt dieses Jahr wohl eher gering aus. 
Mais Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Mais Ende Juli 2015

Mais Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Mais Ende Juli 2015
Mais Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Mais Ende Juli 2015 
Die Wiesen werden wohl so schnell auch nichts mehr abwerfen. Viel vertrocknete braune Stellen mit Büscheln von ganz hartnäckigem Gras. Das gibt kein gutes Silofutter oder Heu glaube ich. 
saftige Wiesen Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
saftige Wiesen Ende Juli 2015 

saftige Wiesen Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
saftige Wiesen Ende Juli 2015 

saftige Wiesen Ende Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
saftige Wiesen Ende Juli 2015 
Aber schauen wir zurück in meinen Garten. Und hier auf die Teile, die ich bewässern kann in stundenlagen Gießeinheiten mit dem Schlauch. Vielleicht mache ich auch einmal ein paar Fotos von den Bereichen, die ich nicht bewässere. Ein Trauerspiel ist das. Hoffentlich erholen sich die Pflanzen wieder. Es ist nämlich noch immer kein Regen in Aussicht. Gestern hatte es wieder nachmittags, beim Besuch meiner Eltern und einer lieben Bekannten geregnet. Wir saßen im Hüttenzauber bei Hefewaffeln mit Sahne und frischen gezuckerten Himbeeren. Draußen sahen wir dem Regen zu. Der dauerte nicht lange. Im Regenmesser waren ein paar Tropfen drin. Zwischen 0,5 und vielleicht 0,7l/QM hatte es geregnet. Das geht nichtmal rein in den Boden und ich stand bis spät abends wieder mit dem Schlauch im Garten. Nehmt mal einen Meßbecher mit etwa einem halben Liter Wasser und veruscht damit einen ganzen Quadratmeter steinhart vertrockneten Boden feucht zu bekommen. Das macht Zisch und weg ist das Wasser und niemand sieht, wo es ist. 
Sogar meine Sonneblumen sind schon ganz braun und verbrannt….
Nein! natürlich nicht. Witzigerweise habe ich zwar gelbe und braune gesät und gepflanzt. Aber wohin ich sehe erblühen gerade nur überall braune. Das ist auch das erste Jahr, daß ich sie habe und nicht die Schnecken sie fraßen. Das sind ganz wundervolle Brauntöne. Einmal etwas ganz anderes. Wenn ich mir die Fotos so betrachte, sollte ich nächstes Jahr einmal brobieren, in einem Beet eine kleine Fläche nur mit den Sonnenblumen zu bestücken und dann wild gemischt, gelbe und braune. Das werde ich mir einmal vormerken. 

braune Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune Sonnenblume 

braune Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune Sonnenblume 

Aus dem Garten auf den Grill – oder eben in den Kübel…

Viel zu schnell ging es wieder vorüber das Wochenende. Im Garten habe ich – außer gießen und nochmal gießen – nicht viel gemacht.
Samstag stand im Zeichen eines Geburtstagsbesuches. Wir verbrachten zwar den ganzen Tag im Garten, aber ohne Arbeit und nicht im eigenen. Bei herrlich mildem Sommerwetter genossen wir den Tag, die anderen Partygäste und das leckere Essen. Abends kamen wir spät  Heim und ich wollte noch etwas gießen. Du meine Güte, wie war das kalt. Der eisige Sturm blies mir durch die Knochen, daß ich trotz Jacke bald klamme Finger bekam und wieder ins Haus ging.  Nach wochenlangen Temperaturen über 30°C oft fast 36°C sind nun die 16° noch viel kälter. Und die Nacht war erst scheußlich und ungemütlich. Igitt, dachte ich, beim spätabendlichen Hund-rauslassen. Aber kein Tropfen Regen war wieder dabei. Der Dauersturm den ganzen Samstag hat noch viel mehr austrocknen lassen als die Hitze die Wochen zuvor. 
Am Sonntag erwarteten wir dann selbst Besuch. Daher beschränkte sich auch hier meine Gartenarbeit wieder nur aufs Gießen und dem probehalber Ernten einer kleinen Reihe Frühkartoffeln. 
Die Impressionen aus dem Gemüsegarten zeigen diesmal bunte Blüten die überall zwischen dem Gemüse ihr  Unwesen treiben. Zum Teil, haben sie sich den Standort selbst gesucht. Dazu gehören Ringelblumen oder wilde Malve und Glockenblume. Andere habe ich einfach hier und da und dort gepflanzt, damit es wie zufällig aussieht. 
Kommt einfach mit hinein in meinen Gemüsegarten:
Eingang zum Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Eingang zum Gemüsegarten

Die Tomaten blühen zwar auch ganz nett, ihr „Zierwert“ liegt für mich aber ganz eindeutig bei den herrlich leuchtenden roten Früchten. Die ersten werden jetzt geerntet. Wegen der Dürre muß ich sie auch immer wieder gießen, weil sie von oben bis unten schlapp an den Seilen hängen. Dann wässere ich durchdringend und in 2 Tagen ist wieder alles welk. Der Boden bräuchte so viel Wasser bis tief hinunter, das kann man durch gießen gar nicht ausgleichen. Aber immerhin haben sie noch überhaupt keine Spur von Braunfäule dieses Jahr.

Tomaten am Rangkestell (c) by Joachim Wenk
Tomaten am Rankgestell

 Sehr viel Wasser benötigen auch die Stangenbohnen. Die Blauhilde am Bohnen-Zelt blüht jetzt. Da es die kommenden Tage kühler werden soll könnten dann auch Bohnen wachsen. Ich habe gelesen, daß Stangenbohnen, wenn es denn sehr heiß ist, ihre Blüten wieder abwerfen, ohne dass Bohnen daran wachsen. Das ist der Grund, warum dann oft gerade spät im Herbst noch einmal richtig Ernte einzuholen ist und im Sommer nur wenig oder garnichts. Genau diese Beobachtung habe ich vergangenes Jahr gemacht. Erst spät ging sie los meine Bohnenernte.  Das muß auch an den Temperaturen gelegen haben.

Stangenbohne Blauhilde am Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne Blauhilde am Bohnenzelt
Die Ernte vom Wochenende. Super schöne und wahnsinnig gute Frühkartoffeln „Duke of York“. Die sind auf alle Fälle im kommenden Jahr wieder dabei. Gesund, schöne Knollen. Laut Katalog vorwiegend festkochend, empfinde ich sie beinahe als mehlig kochende Kartoffel. Und ich liebe mehlige Kartoffeln. 
Drei Tomaten von drei unterschiedlichen Pflanzen. Die Zettelchen dienen dazu, die Sorte zu wissen. Ich will doch testen, welche vielleicht besonders gut oder welche nicht so gut sind und meine Auswahl im kommenden Jahr danach richten. Die Verkostung muß aber wohl noch bis zu den nächsten reifen Früchten warten. Vor lauter Fotografieren und rein in den Erntekorb, raus aus dem Erntekorb, haben die Zettel ihren eigentlichen Ort nicht lange behalten. Der Wind hat sie ordentlich aufgemischt. Na gut, dann esse ich sie einfach so meine ersten Tomaten. Ob sie überhaupt unterschiedlich schmecken werden?
Auch zweierlei Gurkensorten habe ich angebaut. Da sehe ich den Unterschied auch ohne Merkzettel. 
Gemüseernte am Wochenende (c) by Joachim Wenk
Gemüseernte am Wochenende
Jetzt aber, wie angekündigt, zu den Blüten im Gemüsegarten. 
Dahlien im  Blumenkübel (c) by Joachim Wenk
Dahlien im  Blumenkübel

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve

Dahlie im Beet (c) by Joachim Wenk
Dahlie im Beet 

Zinnien (c) by Joachim Wenk
Zinnien

Zinnien und Ringelblumen im Schneckenzaunbeet (c) by Joachim Wenk
Zinnien und Ringelblumen im Schneckenzaunbeet

Speisechrysantheme (c) by Joachim Wenk
Speisechrysantheme

 Die Glockenblume hier säht sich selbst aus und erscheint mal hier und mal dort. Nennenswert ist wohl die Tatsache, daß die Schnecken sie nicht fressen, währende meine Staudenglockenblumen immer ratzebutz weg gefressen werden.

Glockenblume (c) by Joachim Wenk
eine Glockenblume

leider unscharf, die Agastache (Limo-Pflanze)

Kapuzinerkresse und rote Melde (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse vor roter Melde

Majoran (c) by Joachim Wenk
Majoran
Den ruhigen Sonntag haben wir genutzt, um den Grill einzuweihen. Genau genommen eigentlich nur den Grillgalgen. Die Grillschale ist etliche Jahre alt genau wie der Rost. Nachdem wir schon lange in Katalogen oder auf Messen uns umgesehen haben, was so als Grillstelle möglich ist haben wir einfach selbst Hand angelegt / anlegen lassen. 
Aus übrigen Steinquadern von den Wegeinfassungen hat Volker einen Sockel gemauert. Fest mit eingemauert ist ein Leerrohr als Aufnahme für den Grillgalgen. Unser Schwager hat sich dann angehört, was wir gerne hätten und diesen herrlichen Galgen gebogen und geschweißt. Der wird einfach in das Leerrohr gesteckt und kann im Winter herausgenommen und innen aufbewahrt werden. Durch das Rohr kann man die Kette des Grillrostes ziehen und deren Ende an der am senkrechten Rohr angeschweißten Nase befestigen. Damit ist der Rost höhenverstellbar. Und wenn man das Grillgut gar ist, dreht man den Galgen einfach zur Seite und schon hängt er nicht mehr über der Glut. Super praktisch!
Kein hochtechnischer Grill mit viel Schnickschnack. Wir wollen da auch keine ganze Spansau binnen 9 Stunden sanft schmoren. Nein wir lieben Lagerfeuer und das Grillen direkt über der Glut des Holzfeuers. Daher schüren wir immer mit unserem Brennholz kräftig ein und haben dann eine schöne Hitze fürs Grillen. Heute am Grill sind Steaks, die ersten eigenen Kartoffeln vom Bild oben und eigene Kohlrabistreifen. Dazu gibt es einen Gurkensalat mit Gurken vom Bild oben (angemacht nur mit Sauerrahm und gewürzt mit dem leckeren Basilikumpesto von vergangener Woche). Die Kartoffeln dämpfe ich immer in der Küche, mit Schale und bei größeren Exemplaren nur  halbiert. So gegart legen wir sie auf den heißen Grillrost. Dort verlieren sie Flüssigkeit, werden trockener und erhalten diese herrliche Grillkartoffelkruste. Die Schnittflächen kann man vorher  mit Olivenöl bestreichen und mit Salz bestreuen. Die Kohlrabistreifen habe ich auch mit den Kartoffeln gedämpft und dann am Grill nur noch Geschmack annehmen lassen. 
selbst konstruierter Grillgalgen für Grillschale (c) by Joachim Wenk
neue Ernte auf neuem Grill

selbst konstruierter Grillgalgen für Grillschale (c) by Joachim Wenk
wie gut, daß das Grillgut ordentlich bewacht wird….
Und zum Schluß noch diese nette Rechenaufgabe. 
Was ergibt 1 entspannter Hund
Plus 1 Mörtelkübel voller Wasser?
Die richtige Lösung lautet: 1 erfrischter Hund im Kübel. 
Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche euch allen eine schöne und ruhige Sommerwoche.

saftige Himbeeren, frischgrünes Gemüse und überall bunte Blüten – dafür stehe ich stundenlang und tagelang gießend im Garten

Alles raschel-dürr und vertrocknet. 
Genau die richtige Zeit zum Ernten. Die ersten Schoten platzen schon am Strauch und das muß vermieden werden. Ich will die Erbsen schließlich im Topf und nicht im Beet haben. 
Wie praktisch die lila Schoten sind. Auf einen Blick sieht man, wo sie hängen und kann ernten. Was vergesse ich bei den grünen Erbsen, die grün geerntet werden, die Schoten an den Pflanzen. Egal wie genau ich schaue, immer wieder entgehen mir welche. Anders ist es hier bei der Blauwschokker Palerbse. 
erntereife Blauwschokker-Erbsen (c) by Joachim Wenk
erntereife Blauwschokker-Erbsen

Die Ausbeute ist nicht überwältigend. Ich freue mich trotzdem. Ende März gesteck,t wollten sie über so viele Wochen nicht keimen. Dann kamen sie doch. Aber unter dem Walnußbaum wächst einfach nichts. Auch Erbsen nicht so, wie sie sonst könnten. Und ich habe sie zu dicht gesät, zu viele in der Reihe. Insofern ist es doch schön, überhaupt etwas zu ernten.

Jetzt muß ich jedenfalls, wenn sie noch ein wenig nachgetrocknet sind, die Erbsen noch aus den Schoten befreien. Viele werden beim Trocknen schon von ganz allein aus den sich spiralig öffnenden Schoten kullern. Ein paar kommen in den Vorrat zum Sähen im nächsten März und die anderen in die Speisekammer. Im Winter ist ein Erbseneintopf ein leckeres Mittagsmahl.

Palerbsen Ernte (c) by Joachim Wenk
Palerbsen-Ernte 2015

Als nächstes kümmerte ich mich um meine Lieblingsbeeren. Eines allerdings kann ich gleich verraten. So macht Gärtnern keinen Spaß mehr.

Die Sonnte knallt vom blauen Himmel, das Thermoter im Schatten ist deutlich über die 30°C-Marke geklettert. Das in der Sonne zeigt 45 °C an. Weiter reicht die Skala nicht. Und da stehe ich vor, in und unter der Himbeerhecke. Von Oben die Sonne, von unten überall  Ameisen, Fliegen, stechende Insekten aller Größe (von kaum wahrnehmbar bis Bremsen-Größe) und dann stehen auch noch Brennesseln in den Beeren. Nein, ein Spass ist das nicht.

Die Ernte ist allerdings dann schon ein Spaß.  Einige werde ich am Abend einfrieren und aus den anderen mache ich Konfitüre. Schöne weiche, glatte, himbeerige, dunkelrote, duftende Himbeerkonfitüre ohne Kernchen. Ein Traum zum Hineinlegen.

Die dunkel-violett-rote Beere ist die Sorte Glen Coe. Eine kleine runde Beere ist das Ergebnis der Kreuzung einer roten mit einer schwarzen Himbeere. Sehr aromatisch und optisch ein Hingucker durch die dunkle Farbe. Und wieder keine  Würmchen in den Beeren. Juchuuu.

Die hellroten Beeren sind sehr große Beeren mit ebenso großem  Aroma. Ich habe vor sehr vielen Jahren einmal ein paar Ableger geschenkt bekommen. Über etliche Jahre pflegte ich sie in meinem Feldgarten. Sie tragen jedes Jahr überreich, haben nie Würmer oder Krankheiten. Sie schmecken, wie Himbeeren schmecken sollten. Diese Beere, das war klar, muß auch in meinem neuen Hausgarten wachsen. Also nahm ich wieder ein paar Ableger und siedelte sie im Garten an. Mit Erfolg. Wie die Sorte allerdings heißt, weiß ich leider nicht und wußte es auch noch  nie.

Himbeerernte (c) by Joachim Wenk
Glen Coe vorne rechts (eine Pflanze) und die unbekannte Sorte in rot (die ganze Hecke)

Hier seht ihr die Hecke.Sie ist über 6m lang. Jetzt habe ich die Triebe im Winter schon deutlich gekürzt. Sie wachsen dennoch unbändig und sind wieder über 2m hoch.

Himbeerhecke (c) by Joachim Wenk
die Himbeerhecke

Nach der Tortour mit der Ernte in der prallen Sonne verzogen wir uns erst einmal ins Haus – mein Hund Max, der dauernd in seiner Badewanne mit kaltem Wasser steht, und ich.

Jetzt wird erst einmal Mittag gemacht. Das frische Pesto muß probiert werden und ein Glas Kräutersuppe ist schnell warm gemacht.

Dann geht es wieder raus. Bis zum Kaffee muß die Wasserpumpe im Brunnen wieder Höchstleistungen vollbringen. Gießen ist angesagt. Man sieht es dem Gemüse an, dass man gießend geholfen hat in den letzten glühend heißen Wochen mit noch immer ohne Regen. (Halt, in der Nacht nebelte es wieder einen knappen Liter pro Quadratmeter auf die Landschaft. Und das war’s, mehr gönnt man uns nicht).

Die Kohlreihen lichten sich. Die Buschbohnereihen schließen sich. Diesjahr sähte ich das erste mal nicht in Reihe sondern in einzelnen Nestern. Die Bohnen wachsen gut und werden bald blühen. Die später gesäten Bohnen im Gemüsebeet sind beinahe größer, als die einige Zeit vor ihnen gesteckten Bohnen unterm Walnußbaum. Ich habe die Sorte Sanguigno, über die ich kürzlich schon berichtete.

Buschbohne Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno

Buschbohne Sanguigno Winterwirsing (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno unterm Walnußbaum, daneben Winterwirsing
Und das hier mittig im Bild ist der Sommerwirsing. Er ist schnellerwachsend als sein später Kollege der Winterwirsing. Ein herrlicher Blick ins Gemüsebeet, oder?
Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet

Drüben im Gemüsegarten ist viel Grün und zum Teil auch reges Wachstum bei der Hitze. Man kann sagen, den Tomaten tut es gut. Kürbis und Zucchini kämpfen bei der größten  Hitze mit welken  Blättern. Sie wachsen aber und tragen ein paar Früchte. Dem Blaukraut gefällt die Hitze nicht. Die Kartoffeln liegen total welk am Boden. Frühkartoffeln sind jetzt auch schon erntereif, da ist kaum mehr Kraut zu erkennen. Melde und Baumspinat lassen sich von Trockenheit und Hitze nicht beeindrucken. Bei den Stangenbohnen muß man aufpassen wie ein Lux. Die brauchen jetzt viel Wasser. Kommt zu wenig, welken die Blätter und sind gleich unwiderruflich geschädigt. Das passiert mir nicht nochmal. Jetzt gieße ich mehr auf die Bohnen. Die Gurken wachsen jetzt richtig. Sie gieße ich nur mit der Kanne. Das Wasser schöpfe ich aus dem Max seiner Badewanne. Das muß ich ohnehin mindestens einmal täglich wechseln, damit er zur Abkühlung wieder frisches Wasser hat und kein heißes. Ich habe gelesen, daß Gurken auf kaltes Wasser gern mal mit Bitterwerden als Abwehrreaktion reagieren. Das soll mir nicht passieren mit dem warmen Gießwasser.

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsesgarten

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten 

 Lauch und Sellerie stehen schön kräftig in den Reihen. Hier im Bild der Sommerlauch, der bereits geerntet werden kann.

Sommerlauch (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch

 Der Rosenkohl ist kräftig, hat aber irgendwie mißgebildeten Blätter. Keine Raupen, keine weiße Fliege mehr und keine Läuse. Ich wette, das geht auch auf das Konto der mistigen Erdflöhe.

Rosenkohl (c)  by Joachim Wenk
Rosenkohl
Und weil sie ja mittlerweile regelmäßig Wasser bekommen, blühen sie nun auch langsam, die Stangenbohnen. Die Blauhilde hat mittlerweile mehr als 3m Höhe erreicht. 
Stangenbohnenblüte der Blauhilde (c) by Joachim Wenk
Stangenbohnenblüte der Blauhilde

Aber nicht nur im Gemüsegarten blüht es, sondern auch noch in den Staudenbeeten. 
Bevor ich mich aber den weiteren Blüten im Garten und diversen, sommerlichen Arbeiten hingab (Tees trocknen, Bewässerungsanschlüsse ummodeln, Verblühtes abschneiden, Stockrosen anbinden und so einiges  mehr) , kam die Kaffeepause im Hüttenzauber. Ich mußte wieder nach drinnen gehen, einfach um der Glut der Sonne zu entkommen. 
Morgens backte ich ein Blech „Franzbrötchen“, die jetzt äußerst willkommen zum Kaffee passen. Mein Laptop nahm ich ebenfalls mit, so dass ich nebenher über die Pestoherstellung vom Vormittag berichten konnte. 

Nach der Pause geht es erfrischt und erholt weiter.

Hier sieht man meine zweite Wiesenraute in Blüte. Sie hat nicht das pink mit grün-gelb sondern ein sehr zartes Farspektrum in blassestem Rosa mit durchsichtigem Grün.

hellrosa Wiesenraute

 Kräftig und knallig dagegen sind die Blüten der Cassia.

Cassia in Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia in Blüte

Gleich daneben ein Klee in schrägem Pink.

Klee in pink (c) by Joachim Wenk
Klee in Pink

 Kräftig lila und stark duftend bei der Hitze ist der Schmetterlingsflieder im Staudenbeet.

Schmetterlingsflieder (c) by Joachim Wenk
Schmetterlingsflieder 

Die Samen bekam ich hier von einer lieben Blog-Bekanntschaft. Ich dachte schon, daß da nichts keimt und dann erschienen super-winzige Pflänzchen. Als ich sie auspflanzte waren sie nur noch winzig und mittlerweile sind es kräftige Pflanzen in voller Blüte. Das echte Eisenkraut ist prächtig gelungen.

Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
Eisenkraut

Zum ersten mal habe ich sie in Blüte. Braun ist das neue Gelb. Seit Jahren sähe ich verzweigte braun-orange und gelbe Sonnenblumen und nie wurde es etwas mit den Pflanzen. Die Schnecken waren schneller. Dieses Jahr zog ich in Töpfen vor. Keine gute Idee, weil sehr gakelige schwächliche Pflanzen dabei heraus kamen. Aber sie haben dann im Freien doch schneller wachsen können, als die Schnecken fressen. Vor allem weil mittlerweile die Trockenheit und Hitze kam. Durch fleißig Gießen erholten sie sich rasch und sind jetzt schöne kräftige Pflanzen. Welche nun gelb und welche braun ist, weiß ich nicht mehr. Ich lass mich überraschen.

braune Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune Sonnenblume

 Geranien und Disteln im wärmsten Gartenabschnitt.

Geranien und Disteln (c) by Joachim Wenk
Geranien und Disteln

Hummeln, Hummeln und nochmal Hummeln. Wenn ich in den Garten gehe meine ich, ich wandle in einem Hummelnest. Aber ich freue mich, daß so viele da sind, wo sie doch auch gefährdet sind.

Hummel auf Distelblüte (c) by Joachim Wenk
Hummel auf Distelblüte

Ein paar meiner Stockrosen kennt ihr ja bereits. Ich freue mich so über die vielen Blüten in unterschiedlichen Farben überall im Garten. Im Herbst ließ ich mir vom Gärtner auch noch zwei Park – Hybriden mit gefüllteren Blüten schicken. Sie waschen zierlicher, als die selbst gesäten normalen Stockrosen. Sie ähneln im Blattwerk eher dem Eibisch und sind angeblich zuverlässig mehrjährig.  Jetzt blühen auch sie beide. Ein in gelblichem Ton. Sie steht logischer Weise im gelb-lila Beet. Die andere in Rosé. Sie steht im Staudenbeet.

Stockrosenhybride Parkallee(c) by Joachim Wenk
Stockrosenhybride Parkallee in gelblichem Weiß
Stockrosenhybride Parkallee(c) by Joachim Wenk
Stockrosenhybride Parkallee

Die rosafarbene Hybride ist auch aus der Park-Reihe. Kann es die Park-Rondell sein? Ich muß da nochmal nachsehen.

Stockrosenhybride Parkrondell (c) by Joachim Wenk
Stockrosenhybride Parkrondell

Neben Parkrondell steht eine selbst gesäte Stockrose und nimmt die  Schaufel-Eule als Halt.

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose

 Aus der Distanz sieht man hinter der Stockrose mit Eule noch einen Verwandten. Der Eibisch in voller Blüte.

Stockrose und Eibisch (c) by Joachim Wenk
Stockrose und Eibisch

 Und wieder nahe ran. Auch die Blüten des Eibisch sind ein Foto wert mit ihrem reinen Weiß und in der Mitte den lila Staubfäden.

Eibischblüte (c) by Joachim Wenk
Eibischblüte

Schließlich unterm Walnußbaum erfreut mich diese kleine Szene mit Stockrosen.

Stockrosen unterm Walnußbaum (c)  by Joachim Wenk
Stockrosen unterm Walnußbaum

Hier noch einmal alle im Überblick. Links hinter der rosa Rose die Stockrose Parkrondell. Noch nicht arg erblüht, daher kaum zu erkennen. Dann nach rechts kommt die Stockrose mit Eule, daneben der Eibisch und schließlich die Stockrosenszene unterm Walnußbaum.

Basilikum – Pesto selber machen

Weil die Tomaten, für die ich das Basilikum angebaut habe, jetzt gerade erst anfangen, reif zu werden, habe ich heute aus einer ersten Ernte Basilikum Pesto gemacht. Das Basilikum wächst wunderbar im Gewächshaus und beginnt bereits zu blühen. Höchste Zeit, die  Spitzen weg zu nehmen, damit es sich mehr verzweigt und noch nicht blüht.

Zutaten für ein Basilikum-Pesto sind:

  • Parmesan
  • Salz
  • Knoblauch
  • Pinienkerne
  • Basilikum
  • Olivenöl

Man kann das Pesto auch in einem Mixer zubereiten. Der darf allerdings nicht zu groß sein, weil sonst mehr von der Masse am Behälter klebt, als dass sie sich zu einem Pesto vermischt.

Ich bevorzuge den Turbo-Chef von Tupperware. Der hat die passende Größe und man hat es selbst in der Hand, wie oft man an der Schnur zieht und somit die Konsistenz des Pestos beeinflusst. Ich mag es lieber mit noch etwas Struktur und nicht so sehr als feinen Brei.

1.  Etwas zerkleinerter Parmesan wird fein zerhäckselt. Benutzt man einen Mixer kann man den Käse auch mit einer Reibe vorher reiben.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten

2.  Jetzt kommt Knoblauch im Ganzen und etwas Salz dazu und es wird weiter zerkleinert.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 
3.  Weiter geht es mit den Pinienkernen. Man kann diese auch sehr gut durch Sonnenblumenkerne ersetzen. Sie sind billiger als die Pinienkerne, die im Original enthalten sein müssen.
Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

4.  Natürlich fehlt jetzt noch das Basilikum. Die abgebildete Menge habe ich komplett verarbeitet. Bei so einem Pesto geht man am besten nach dem eigenen Geschmack und natürlich der vorhandenen Menge der einzelnen Zutaten vor. Man kann auch weniger Basilikum nehmen.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

5.  Wenn dann alles zu einer einheitlichen Masse verarbeitet ist kommt noch das Olivenöl dazu. Im Mixer kann es sein, daß man schon vorher etwas Öl einfließen lassen muß, damit das Gerät ordentlich arbeiten kann und sich die Masse nicht am Behälterrand entlang drückt und so  nicht mehr zu den Messern kommt. Ich gebe so viel Öl dazu, daß es ein dünnflüssiger Brei wird.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

6.  Fertig ist das herrlich riechende und schmeckende Basilikum-Pesto.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten

7.  Jetzt wird es in ein oder mehrere luftdicht verschließbare Gefäße gefüllt. Das können gut ausgewaschen Gläschen mit Schraubdeckel oder Kunststoffschüsselchen sein.

Das Pesto wird glatt gestrichen und mit einer Schicht Olivenöl oben auf konserviert. So hält es sich im Kühlschrank etliche Tage. Wenn man etwas davon entnimmt, muß man immer darauf achten, daß danach wieder eine möglichst geschlossene Öl-Schicht oben darauf schwimmt. Das verhindert auch, daß das Pesto schimmelt.

Basilikum-Pesto zubereiten (c) by Joachim Wenk
Basilikum-Pesto zubereiten 

Die Einsatzmöglichkeiten so eines Pestos sind mannigfaltig.

Mit Nudel-Kochwasser verdünnt ergibt es die schnellste und leckerste Pastasauce, die man sich denken kann.

Mit Quark vermischt ist es ein sehr schneller Brotaufstrich. Wer es herzhafter möchte, kann es auch mit zerdrückten Feta zu einer  streichfähigen Masse verarbeiten.  Hier muß eventuell mit etwas Joghurt, Sahne, Creme Fraiche, Kefir oder Milch verdünnt werden.

Ganz junge Zucchini in dünne Scheiben hobeln und mit dem Pesto als Dressing vermischt ergeben einen sehr leckeren Sommersalat.

Mit weiterem Olivenöl verdünnt und über Tomate-Mozzarella getropft, verfeinert es den Sommer-Klassiker.

Als Würze in andere Salatdressings geben.

Oder wie ich heute Mittag. Altbackenes und sehr dünn geschnittenes Brot mit etwas Olivenöl einreiben. In  der Pfanne anrösten und dann darauf etwas Pesto streichen. Das war die Beilage für ein Glas Kräutersuppe, die ich fertig im Keller habe. Praktisch, die selbst gemachten Vorräte. Wie man die Suppe zubereitet, erzähle ich euch das nächste Mal.

„bei uns regnet es nie“ und das unbekannte Leben in den Bäumen

Ist das nicht wirklich komisch? Seit Wochen jammere ich, daß alles vertrocknet und es bei uns nicht regnet. Dann kündigte sich der seit über einem Jahr geplante Besuch einer lieben Gartenblog-Freundin an.

Im Schweiße meines Angesichts räume ich am Vormittag noch etwas im Garten auf, die Schwitzschlauchbewässerungen geben alles und ich renne mit dem Schlauch durch den Garten. „Freu dich auf eine Wüstenrallye“ scherzte ich noch einen Tag zuvor mit Sabine.

Endlich ist es 15 Uhr und Sabine und ihr Mann steigen aus dem Auto, laden noch rasch die schönen Mitbringsel (Taglilie, Neuseeländerspinat, Wildclematissämling, Rosenausläufer) aus und schon fängt es an zu regnen. Ich glaube das doch wohl nicht. Oder?

Aber! Iich behaupte weiter, daß bei mir alles vertrocknet und es nicht regnet. Das Wasser, das von Oben kam war zwar gut, uns die Schirme aufspannen zu lasse,n beim ersten Gartenrundgang. Es reichte dabei aber nicht einmal durch das Laub der Haselnuß, unter der wir dann unseren Kaffee mit frischem Rhabarberkuchen genossen, zu durchdringen. Der Regenmesser zeigte am Ende des Tages wieder etwa einen halben Liter Regen, mehr nicht.

Trotzdem zeige ich hier dieses denkwürdige Foto, von uns mit Schirm(!) im Sommer 2015 im Garten. Und, weil ich es ein sehr schönes Foto von uns beiden Gartenverrückten finde.

Achim und Sabine im Garten (c) by Joachim Wenk
Achim und Sabine im Garten

Wie schön das war, unter der Haselnuß. Wir plauderten und quatschten und die Zeit verflog im Nu. Dann noch ein Rundgang durch den Rest des Gartens und eine Besichtigung bei den Karpfenweihern.

Als wir so unter der Haselnuß saßen, bemerkten wir oberhalb des Tisches, gottseidank aber leicht versetzt ein Nest. Direkt darunter Vogelkot am Terrassenboden.   Im Nest saß eine fast flügge junge Amsel und die Mama liefert fleißig Nachschub für den hungrigen Schnabel. Ich habe sie nicht fotografiert, da wir nicht unnötig für Unruhe sorgen wollten, durch das Beobachten und Fotografieren.  Nicht, daß sie noch einen unbedachten Schritt macht und aus dem Nest hoppst. Das tut sie sicher ohnehin in Kürze, aber im Moment, wo wir alle unten sitzen und der Hund neben uns lieg,t muß es ja auch nicht sein.

Ein schönes Nest, ziemlich weit draußen an den Astenden. Dort hätte ich nicht gedacht, daß eine Amsel nistet. Ich kenne Amselnester eher versteckt in Efeu oder bei uns im Carport auf dem Balken.

Die Amseln zewühlen  mir zwar immer arg den Garten auf der Suche nach Regenwürmern, gerade, wenn Junge da sind. Und doch freue ich mich, daß sie bei uns nistet und sich hier im Garten wohlfühlt.

Wohl fühlt sich ganz offenbar auch dieser eigenartige Genosse. Also ich stehe, wer hätte es gedacht, mit dem Schlauch vor dem Beet und bin am Giessen. Dabei betrachte ich mir ja immer meine Pflanzen und was sehe ich da auf Augenhöhe? Einen Frosch. Ich werd‘ verrückt. Da sitzt ein riesiger, etwa 15mm großer grüner Frosch auf meinem Baum und sonnt sich. Hab ich selbst zu viel von der Sonne abbekommen, oder sitzt da wirklich ein Frosch?  Also das habe ich noch nie und nirgends bei mir gehabt, einen eigenen Laubfrosch. Ich nehme einfach einmal an, daß es ein Laubfrosch ist, da er ja im Laub sitzt. Wo wohnt der wohl? Wo vermehrt er sich oder findet überhaupt den passenden Partner? Ein Teich ist hier nicht. Wahrscheinlich braucht er den auch nicht.

Jedenfalls freut mich das jetzt wirklich, einen neuen Bewohner gefunden zu haben. Oder ist er überhaupt neu? Ich jedenfalls, sah ihn jetzt zum ersten Mal.

Ihr seht, als Gärtner darf man seinen Blick nicht immer nur gen Boden richten. Man sollte sich ruhig auch einmal  aufrichten und nach oben – zum Beispiel in die Büsche und Bäume – blicken. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Laubfrosch im Baum (c) by Joachim Wenk
Ein Frosch im Baum (ja die  Blätter befinden sich etwa 180cm über dem Boden und gehören einem Khaki-Baum)

Der Regen am Samstag hat also wirklich nicht viel geholfen. Die folgenden Fotos zeigen, wie dürr es ist. Im Frühjahr, wenn auf dem Rasenstück mit der Vogeltränke wieder im saftigsten Grün die Tulpen und Narzissen blühen, werde ich mich dann an diese Fotos erinnern und erstaunt den Kopf schütteln.

Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
hier war mal Rasen und im Frühjahr die Tulpen- und Narzissenwiese
Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
die Auffahrt ist dürr

Landgarten (c) by Joachim Wenk
viele trockene Stellen, aber hier sieht es noch eher nach Rasen aus

Sogar die Blätter verfärben sich und fallen. Inklusive vieler kleiner und größerer Äste. Die Bäume sind einfach so stark ausgetrocknet.

Herbstlaub im Juli (c) by Joachim Wenk
bunte Blätter auf dem Rasen – Mitte Juli!

Der Wein hängt auch total erschöpft „in den Seilen“, die ja noch immer nicht da sind. Ich weiß garnicht, wie die Winzer das in den Weinbergen bei Neupflanzungen machen. Können die die Hänge auch gießen? Ich jedenfalls muß gießen. Das ist mit die heißeste Stelle im Garten. Eigentlich schön für den Wein. Weil wir ihn ja aber erste im Frühjahr (April?) gepflanzt haben, sind natürlich die Wurzlen noch nicht entwickelt und ich muß ihn unterstützen. Kommendes Jahr sieht es dann sicher schon anders aus, denn Wein wurzelt bis zu 8m in die Tiefe habe ich gelesen. Dann ist er unten auf dem Niveau vom Dorfweiher und hätte Wasser so viel er braucht. Unser Brunnen geht auch 8m in die Tiefe, daher haben wir ja immer ausreichend Wasser zum Gießen.

dürstende Weinpflanzen im ersten Standjahr (c) by Joachim Wenk
dürstende Weinpflanzen im ersten Standjahr

Bei diesem unwirtlichen Wetter gelingt es manchen Pflanzen trotzdem noch so unwahrscheinlich, fast schon unreal zarte Blüten zu formen und sich damit zu schmücken.

zarte weiße Mohnblüten (c) by Joachim Wenk
zarte Mohnblüten

Am Sonntag hat es mehrmals kurz geregnet. Es war endlich einmal wieder angenehm im Garten, weil die Temperatur gesunken ist. Alles in allem kamen kanppe 2l/qm Regen herunter am Sonntag. Immerhin, das ist schon etwas mehr als die 500ml gestern oder vergangene Woche. Ich gebe die Hoffnung nicht auf. Und genau wie befürchtet, hat selbst das bisschen Regen binnen Sekunden unschönen Schaden angerichtet. Die hohe Stockrose in der Auffahrt liegt fast am Boden und vom üppig blühenden Schmertterlingsflieder hat die Windböhe zwei ziemlich große Triebe abgebrochen.

Im Gemüsegarten geht inzwischen die Ernte weiter. Die Himbeeren fangen an, reif zu werden. Heute Nachmittag zum Kaffee gab es frische Hefe-Waffeln mit einem Klecks Sahne darauf. In die Sahne haben wir die noch sonnenwarmen frischen Himbeeren gedrückt. Was braucht man mehr, um glücklich zu sein. Oder?

Zum Abend gab es gestern schon die allerersten beiden roten Tomaten. Es ist so abgedroschen, dieses „die schmecken  viel besser als die gekauften“. Aber es ist so! Leute, so eine selbst gezogene, sonnenverwöhnte, in richtiger Erde bei Wind und Wetter wachsende Bio-Tomate  frisch vom Strauch ist so unbeschreiblich ganz anders als die gekauften Tomaten.

Erstaunlich, auch für den Onkel der zu Besuch war, ist die Tatsache, daß die Tomaten im Freiland eher reif sind, als die schon früher gepflanzten Tomaten im Gewächshaus. Hier färben sich die ersten allerdings ebenfalls bereits rot.

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten  im Gewächshaus

Paprika und Basilikum stehen schön im Gewächshaus. Ich werde morgen gleich einmal eine Portion Pesto machen. Das Basilikum beginnt zu blühen. Dann knipse ich lieber die Triebspitzen ab, mache Pesto daraus und fördere so das verzweigte Wachstum. Ich brauche doch noch Basilikum, wenn jetzt die Tomaten reifen.

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
die Gewächshaushälfte mit Paprika

Wow, genau so sahen sie im Katalog aus. Die Paprika Liebesapfel. Nur eben größer und feuerrot. Aber genau wegen dieser Form wollte ich sie probieren. Die müsste ideal zum Füllen sein. Wegen des geraden Bodens steht sie dann besser in der Auflaufform und kippelt nicht so und dann das schöne bauchig-runde Äußere, dass viel Füllung hinein passt. Bis jetzt ist alles genau, wie ich es mir vorstellte.

Paprika Liebesapfel (c) by Joachim Wenk
Paprika Liebesapfel

Paprika Liebesapfel (c) by Joachim Wenk
Paprika Liebesapfel

Weil sie im vergangen  Jahr so reich trugen und der Paprikaanbau ein Erfolg war, nahm ich Samen von ihnen und baue sie dieses Jahr wieder an. Ich glaube sie hieß  Sommergold.

Paprika Sommergold (c) by Joachim Wenk
Paprika Sommergold

Mittlerweile sieht man selbst auf den Fotos, den reichen Fruchtbehang meiner Tomaten. Die obere Stange vom Rankgerüst ist mittlerweile auch erreicht. Ich denke ich knipse dann  die Triebe kurz darüber ab. Sie würden zwar noch wachsen, aber die Blüten da oben brauchen noch eine lange Zeit, bis reife Früchte daran hängen. Und wir haben bereits Ende Juli. Im August werden die Tage schon spürbar kürzer und im September erst recht, die Sonnenmenge wird deutlich reduziert, die Tomaten werden nicht mehr reif. Lieber soll die Pflanze jetzt die ganze Kraft in die Früchte stecken, die bereits da sind oder gerade noch in Blüte sind. So wie es aussieht wird mir die Ernte auch ausreichen. Es darf nur keine Braunfäule kommen.

Tomaten Fruchtbehang (c) by Joachim Wenk
ein Fruchtbehang, wie im Bilderbuch

Tomaten Rankgestell (c) by Joachim Wenk
die Tomaten sind oben angekommen – eine geniale Konstruktion
mein extra hohes Tomaten – Rankgestell

Jetzt sind es schon drei so herrliche Kohlköpfe, die ich geerntet habe. Einer wurde sofort gegessen, diese beiden konserviert. Aus einem habe ich Bayrisch Kraut gekocht und in drei Portionen eingefroren. Das liebe ich, wenn ich zum Kochen immer schon fertige Teile des Essens aus der Gefriertruhe nehmen kann. Und weil ich nicht nur Bayrisch Kraut essen will, habe ich den anderen Kopf gehobelt, blanchiert, trocken geschleudert und auch in unterschiedlich großen Portionen eingefroren.

Jetzt stehen noch ein paar Köpfe im Beet. So schönes Kraut hatte ich noch nie. Für diese Prachtköpfe habe ich dann doch zu viele Pflanzen gezogen. Früher waren es immer nur mickrige Köpfe und da brauchte ich mehr Pflanzen. Na gut, gibt es halt öfter Kohl zum Mittag. Ist auch gesund.

Weißkraut „Nagels Frühweiß“

Viele unterschiedliche Blüten und der Schreck zum Feierabend

„Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“

Also wem dieser Sommer nicht Sommer genug ist, dem ist glaube ich nicht mehr zu helfen, der muß auswandern. Seit Wochen diese Hitze, jetzt wieder zunehmend und dann immer ohne Regen. Woche für Woche für Woche.

Also fies ist ja, daß ich lüge, wenn ich sage, daß es bei uns noch immer nicht geregnet hat. Am Sonntag Nacht hatte es geregnet. Ein knapper Liter/pro Quadratmeter kam herunter. Diejenigen unter euch mit Gartenerfahrung werden mich verstehen, wenn ich das aber nicht bereit bin, als Regen zu bezeichnen, angesichts der Jahrhundertdürre gerade hier in Franken. Ein Liter Wasser, und das verteilt auf eine Fläche von ein mal ein Meter. Da wird noch nicht einmal die Oberfläche richtig feucht!

Und dann kam ich gestern spät von der Arbeit heim und bekam gleich einen mächtigen Schrecken zum Feierabend. Beim Weg zur Haustüre ist mir zwar aufgefallen, daß die Feige etwas die  Blätter hängen lässt. Aber ich nahm es nicht sonderlich war. Dann ging ich in den Garten und wollte mir eine Kanne voll frischen, kühlen Brunnenwassers herauslassen. Aber was war das? Ein kurzes Zischen, heiße Luft und mehr nicht!

Das konnte doch nicht war sein. Ist schon wieder die Pumpe nicht in Ordnung. Rasch laufe ich in den Keller und stelle fest, daß im Kessel kein Druck mehr ist und die Pumpe sich ausgeschaltet hat. Oh nein! Beinahe genau vor einem Jahr hatte ich ebenfalls Händel mit der nicht mehr funktionierenden Wasserversorgung für die Tropfbewässerung meiner Kübelpflanzen.

Mit klammen Fingern schalte ich die Pumpe wieder ein. Wird sie laufen?

Ja! Sie läuft. Also wieder raus in den Garten und Wasser aufdrehen. Es läuft und, was genauso wichtig ist, es hört nicht wieder auf.  Die Versorgung ist wieder da. Sollten wir die alte Technik doch einmal austauschen? Der Brunnen kann nicht leer gepumpt sein. Dass wir mit so einem Brunnen gesegnet sind, haben wir im letzten Jahr erfahren. Warum aber war die Pumpe aus?

Erst einmal wird gegossen. Etwas im Garten und dann die dürstenden Kübelpflanzen.

Später, wieder im Haus, komme ich drauf, was der Grund für das Pumpen-Aus war. Die Mikrowelle blinkt und auch am Herd die Anzeige steht auf 0:00 Uhr und blinkt. Aha, es war einmal wieder Stromausfall. Und in diesem Zusammenhang muß die Sicherung der Pumpe herausgesprungen sein.

Beruhigt mich das jetzt oder ängstigt es mich eher? Beruhigend wirkt die Tatsache, daß dann ja alles noch intakt ist. Beängstigend ist, dass bei uns immer wieder einmal der Strom weg ist. Bisher war mit der Pumpe dabei nie etwas. Aber was, wenn ich ein paar Tage weg bin und dies passiert wieder? Bei der Hitze? Das ist keine schöne Vorstellung. Ich denke, da müssen wir bei Gelegenheit einmal unseren Elektriker des Vertrauens um Rat fragen.

Da ja aber doch noch alles – für’s Erste – gut ausgegangen ist, blieb mir noch Zeit und Muße ein paar Blütenbilder zu schießen. Abends gegen 21 Uhr ist im Moment das Licht am besten und die Blüten kommen wunderbar raus auf den Bildern. Manche Bilder musste ich dann heute Mittag machen und da knallt die Sonne vom Himmel. Das gibt immer ganz andere Fotos. Manchmal werden die dann dennoch schön, ein anderes Mal sieht man kaum das um was es mir im Foto geht, vor lauter grellem Licht.

 Hier zum Beispiel schien die Sonne, aber das Motiv war im Schatten des Feigenbaumes. Herrlich diese Farben. Nach 2 Jahren Pause habe ich endlich wieder diese wundervolle Wiesenraute. Sie wird über 2m hoch und hat viele kleine Blütchen mit gerade eimal nur 1cm Durchmesser. Die Farbkombination begeistert mich jedes mal aufs Neue.

Wiesenraute (c) by Joachim Wenk
Wiesenraute

Eine ähnliche Farbe, aber unbeschreiblich größere Blüten, hat die Dahlie. Ich könnte die Blüte, ohne sie drücken zu müssen, nicht mit beiden Händen umschließen. So groß ist sie.

Dahlie Sir Alfred Ramsey (c) by Joachim Wenk
Dahlie Sir Alfred Ramsey
Nun, zur Farbe dieser Blüten sage ich nichts. Ich denke ihr habt es gemerkt. Mir gefallen dies Pink-Rosa-Lila-Töne. Hier seht ihr meine beiden Cystus-Pflanzen. Also diese kleinen Sträucher sind ja wirklich ideal für sehr trockene und heiße Standorte. Zumindest stehen sie an einem solchen bei mir und blühen den ganzen Sommer unermüdlich. Der kleine ist ein „ganz  normaler“   Cistus incanus ssp. tauricus (das habe ich gerade nachgeschlagen)

Der größere ich ein richtig kräftiger Strauch, den ich im Topf im Baumarkt damals erstand. Er ist deutlich größer und kräftiger. Die Blüten halten immer nur einen Tag. Weil aber so viele nachkommen, sieht er jeden Tag voll erblüht aus. Und der Duft des harzigen Laubes, wenn die Sonne darauf scheint, ist etwas ganz Besonderes. 

Blüten und Blätter sind ja für einen angeblich sogar wohlschmeckenden Tee zu gebrauchen. Ich habe es noch nicht probiert. Vielleicht ernte ich diesjahr welche. 

Cistus incanus ssp. tauricus , Cystus (c) by Joachim Wenk
der kleine Cistus incanus

Cystus (c) by Joachim Wenk
der große Baumarkt Cystus

Irgendwie fällt es mir in diesem  Moment, da ich meinen neuen Beitrag hier schreibe, gerade selbst erst wie Schuppen von Augen. Ich muß diese Blütenfarbe wirklich sehr lieben….

Hier jetzt wieder eine winzige Pflanze. Also wenigstens die Höhe deutet auf eine kleine Pflanze hin und auch die Blüten. Aber die Fläche, die sie einnimmt ist erstaunlich. 50cm lange Triebe erkunden die Umgebung. Soll sie sich ruhig ausbreiten. Ich habe nichts dagegen. Storchschnäbel sind mir immer willkommen. Sie vertragen auch Trockenheit (also dieser zumindest, während andere im Garten schwächeln) und werden von Schnecken verschont. Auf dem Schildchen ist es zu erkenne, falls einer auch so einen besorgen möchte, es ist ein Geranium sanguineum mit dem eigenartigen Namen „Dilys“.

Storchschnabel , Geranium sanguineum Dilys  (c) by Joachim Wenk
Geranium sanguineum Dilys

So und jetzt haben wir den Salat. Wie erkläre ich jetzt diese Blütenfarben? 
Ganz einfach. Im Frühjahr säte ich von Neudorff eine Wildblumenmischung für Wildbienen aus. Ich bekam sie als einer von glaube ich 500 Gärtnern in der Aktion im Frühjahr zum Testen.  Boden vorbereiten, Unkraut rupfen und dann zwei Wochen feucht halten. Letzteres war das Schwierigste, da es bereits im Frühjahr im Garten bröseltrocken war. Fertig. 
Fertig? Ja das war’s. Die bunten Blüten, die ich den Wildbienen schenken wollte konnten nicht erscheinen, da alles, bis auf ein paar Phacelia, die  Schnecken weggefressen haben. Alles! Die Arbeit war umsonst. 
Später im  Jahr, erhielt ich in der  Frühlingsgruß-Aktion von Obi diverse  Samen. Dabei wieder eine Wildblumenwiesen-Mischung. 
Die auszusähen konnte ich mir ja sparen. Ich hatte die Idee, sie in Flache Schalen zu sähen und wenn sie aus dem gröbsten raus sind, auszupflanzen. Dann kam so viel Arbeit, der Boden wurde immer trockener und nicht mehr zu bearbeiten. Die Fläche, wo die erste Mischung hätte wachsen sollen ist dürr und mit Unkraut besiedelt. Jetzt kann ich nicht auspflanzen. 
Die Wildpflanzen blieben winzig, da ja die Nährstoffe in dem bisschen Erde bald aufgebraucht waren. Dennoch setzten sie Blüten an. Ich hatte Mitleid und gab ihnen ein wenig hochverdünnte Brennesseljauche. Sie blühen doch schon so schön. Weil ja auch Mehrjährige darunter sind, werde ich sie in den Schalen weiter pflegen und dann doch noch so als komplette Wildblumenwiesen-„Kachel“ in die Erde bringen. 
Wildblumenwiese (c) by  Joachim Wenk
Wildblumenwiese

Wild ist ein sehr gutes Stichwort. Letzten Herbst ergatterte ich ein paar Samen dieser Pflanze am Waldrand. Leider habe ich schon wieder vergessen, wie sie heißt. Ich hatte euch danach gefragt und kompetente Antwort erhalten.  Das Einzige, das ich mir merkte, war der Hinweis, daß sie weiße Fliege vertreiben soll. Nun die plagt mein Gemüse wirklich arg und so versuchte ich es. Es wirkt….nicht! Aber die Blüten sind wirklich hübsch und bringen Farbe ins Gemüsebeet.

Wildblumenwiese (c) by  Joachim Wenk
wie heißt sie nur noch? habe es vergessen

Zum Schluß des Blütenreigens noch ein paar Stockrosen – Impressionen aus meinem Landgarten.

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose 

Taraaa. Und hier ist sie, die hübsche kleine Garnitur an Gartenmobiliar. Jetzt können wir auf unserem mediterranen Platz, in Träumen schwelgend, ein Tässchen Kaffee schlürfen. Die Möbel haben mich auf den ersten Blick begeistert.  Die Farbe und das Material. Komplett aus Metall, kann sie den ganzen Sommer draußen bleiben. Die Sitz- und Rückenlatten sind so fragil, weil eben nicht hölzern sondern aus Metall. Das verleiht eine sommerliche Leichtigkeit.

mediterraner Platz mit sommerlichen Gartenmöbeln (c) by Joachim Wenk
mediterraner Platz mit sommerlichen neuen Gartenmöbeln

So und nun ist auch endlich der  Gemüsegarten wieder von allen Seiten eingezäunt. Das Stück Zaun, das dem Wegeprojekt weichen musste ist endlich wieder dran. Wieder ein Stück Arbeit abgeschlossen. Für diejenigen unter euch, die den Grund noch nicht wissen, einen Gemüsegarten im Garten einzuzäunen. Schaut mal im Bild oben mit den neuen Gartenmöbeln. Rechts neben den Möbeln erkennt ihr etwas schwarzes. Und das Schwarze ist männlich. Und Männer haben den angeborenen Drang, alles, von dem sie meinen, es gehört ihnen, markieren zu müssen. Keine so gute Vorstellung bei Kohlköpfen oder Erdbeeren!

(c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten wieder eingezäunt

So und das Bild konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. Schocktherapie, für alle die die neuen Wege sehen und sich vorstellen können, das im eigenen Garten auch einmal zu machen. Dieses Bild gehört auch dazu. Das muß man dabei immer bedenken!

ein Gartenweg wird geboren.... (c) by Joachim Wenk
ein Gartenweg wird geboren….

Und das Schock-Bild ist vom April. Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass gerade erst Mitte Juli ist. Du meine Güte haben wir da wieder gerackert.

Das macht hungrig. Gut, daß jetzt der Garten langsam etwas zu Essen bietet.

Die Zucchini habe ich einmal wieder übersehen. Jetzt muß sie aber  weg vom Strauch sonst muß ich sie dann mit dem Schubkarren ins Haus fahren.

Mein früher Weißkohl ist auch erntereif. Sehr schöne Köpfe sind es. Einer kommt morgen auf den Tisch. Selbstgemachte  Spätzle (andere gibt es bei uns nicht) mit Kohlgemüse.

Gemüseernte (c)  by Joachim Wenk
Gemüesernte

Leider nicht satt werde ich von den schwarzen Himbeeren. Ein prächtige Strauch und über und über mit Beeren behängt. Mit einmal alles verdorrt, auch neue Triebe beginnen zu sterben. Das muß eine Krankheit sein. Diese paar hier konnte ich kosten, bevor der Ast auch hinüber ist. Leider kann man den Geschmack nicht gut beurteilen., da sie auch sehr trocken sind. Aber definitiv, man schmeckt Himbeere.

schwarze Himbeere (c ) by Joachim Wenk
schwarze Himbeere

Erinnert ihr euch noch, als ich das Bohnenzelt aufstellte. Sie sind schon bei gut 2,5 m Höhe angekommen. Schöne Pflanzen und erste Blütenknospen habe ich auch entdeckt. Bald gibt es dann wieder Blauhilde auf dem Teller.

Stangenbohne Blauhilde (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne Blauhilde

 Hier kann es auch nicht mehr lange dauern.

reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Tomaten 

reifende Tomaten (c) by Joachim Wenk
reifende Tomaten 

So, das war es für heute. Jetzt freue ich mich auf den Gartenbesuch, der sich für Samstag angekündigt hat. Ich hoffe ich bekomme den Garten am Samstag Vormittag noch etwas aufgeräumt und die Wege gekehrt, damit mein Besuch nicht meint, wir wären unordentlich. Aber zuerst wird ein leckerer Kuchen gebacken. Wenn dann die Wege nicht aufgeräumt sind, ist es eben so. Lieber unter der Haselnuß sitzen, plaudern und Kuchen essen. Eine schöne Vorstellung. Ich freue mich jedenfalls auf das Wochenende. 

die Wege sind fertig!

So die beinahe letzte Aktion im Wege- und Terrassenprojekt ist abgeschlossen. Sand einkehren und Steine fest rütteln waren die Samstagsaufgaben. Jetzt sind sie fertig die Wegbeläge.

Die Kübelpflanzen mussten wir alle wegrücken, damit ordentlich gearbeitet werden konnte. Jetzt sind sie endgültig verteilt. Die riesigen auf dem Plateau am Haus, die anderen auf dem neuen  Platz beim Seerosenbecken. Beide Bewässerungen sind angeschlossen und laufen.

Bank vor dem Hauseingang (c) by Joachim Wenk
Das Mäuerchen mit der Sitzfläche ist zwar weg, dafür können wir jetzt die Bank gut hier abstellen

Letztes Jahr sah es noch so aus.  Anderer Belag am Boden mit viel Unkraut dazwischen. Viel zu viele Pflanzen, alles dicht an dicht. Ich konnte die einzelne Pflanze garnicht bewundern, weil alles wüst ineinander wuchs. 
Kübelpflanzen vor dem Haus (c ) by Joachim Wenk
Kübelpflanzen vor dem Haus (das Gelbe ist die Gewürzrinde, Cassia)
die großen Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
jetzt kommen die Großen hier gut zur Geltung

Und auch wieder der  Blick zurück, wie es die vergangenen Jahre aussah. Das hat auch etwas, das gebe ich zu. Allerdings war es eher ein „Unterbringen“ und am „Leben erhalten“ als ein betrachten und sich daran freuen.

Terrasse mit Kübelpflanzen (c) by Joachim Wenk
Terrasse vor einem Jahr

Und das ist das Neue und ganz besonders praktische. Jetzt konnten wir die riesigen Palmen und Banane und Feige auf den Bollerwagen stellen und bis zum Standort fahren. Vorher wer diese Fläche nur durch 2 normale oder eine sehr hohe Stufe zu erreichen. Jedenfall konnte man mit dem Bollerwagen so wenig hinauf fahren, wie mit dem Sackkarren.

der neue Zugangsweg zur Terrasse (c) by Joachim Wenk
der neue Zugangsweg zur Terrasse

 Wenn man den „neuen Zugangsweg“ vollends um die Granitstelen-Mauer herum folgt, gelangt man auf diesen ebenfalls ganz neu angelegten Weg. Von hier kommt man vor zu dem bereits früher vorhandenen Weg entlang der Nebengebäude.

neuer Weg (c) by Joachim Wenk
neuer Weg

 Folgt man jetzt weiter dem Weg entlang unserer  „Reihenhaussiedlung“ wie ich die Nebengebäude gerne nenne, erreicht man den wunderschönen halbrunden Platz vor dem Palmenhaus. Hier stehen die restlichen Kübelpflanzen. Und jetzt gefallen sie mir ganz besonders, sie stehen schön geschützt gegen den Nordwind vor der wärmenden Mauer. Ich bin ganz begeistert von Flair dieses kleinen Platzes mit Seerosenbecken. An die Stelle der braunen Bank kommt hier die Tage eine kleine Garnitur aus zwei Stühlen mit passendem Tischchen hin. Wenn nicht gerade brütende Hitze im Hochsommer ist, fehlte uns so ein permanenter Sitzplatz für den Nachmittagskaffee schon länger. Hier ist es sonnig, warm, geschützt und man sitzt inmitten der mediterranen Pflanzen.

halbrunder mediterraner Sitzplatz mit Seerosenbecken (c) by Joachim Wenk
halbrunder mediterraner Sitzplatz mit Seerosenbecken

Das nette kleine Pflänzchen fängt jetzt endlich an richtig zu wachsen. Eine winterharte Zimtrinde. Als Kübelpflanze habe so ein Bäumchen seit einigen Jahren. Die intensiv gefärbten dottergelben Blüten sind der Hingucker bei den Kübelpflanzen.

Dann sah ich im Katalog, daß es eine winterharte Version gibt.  Cassia hebecarpa heißt sie. Laut Katalog ist diese bis 2m hohe Staude ein Gewächs aus den USA, während die anderen Gewürzrinden tropische Pflanzen und Bäume sind.
 Sofort kaufte ich und pflanzte sie ins Zaunbeet. Dann kam der Winter und der Frühling. Aber von meiner Cassia war nichts zu sehen. Nur das Schildchen an der Stelle, wo ich sie gepflanzt habe. Dann merkte ich dass zarte Triebe zu kommen scheinen und freute mich. Als ich wieder dort war und die Fortschritte sehen wollte, war wieder alles weg. Das ging einige Wochen so. Aber die Schnecken waren übermächtig und raspelten jeden Millimeter Zuwachs sofort ab.

Also mußte eine Rettungsaktion gestartet werden. Schnell die Staude ausgraben und in den Topf setzen. Es dauerte einige Zeit, bis wieder etwas wuchs. Dann sehr langsam, sie traute sich wahrscheinlich nicht durchzutreiben. Jetzt hat sie wohl wieder Zuversicht ins Leben bekommen und fängt an zu wachsen. Ich freue mich wieder und bin gespannt auf ihre Blüten.

winterharte Cassia (c) by Joachim Wenk
winterharte Cassia

 Ihre Verwandte im Kübel hat schon reichlich Blüten angesetzt und wird bald leuchtend Gelb ins Auge fallen.

Kübelpflanze Cassia (c) by Joachim Wenk
Cassia als Kübelpflanze

Es hat ja nun immer noch nicht geregnet bei uns. Es ist weiterhin warm und sehr windig. Also stand ich das ganze Wochenende im Garten und goß. Nur am Samstag Vormittag habe ich helfen müssen mit dem Sand in die Wegefugen kehren. Dann mussten die Kübelpflanzen aufgestellte und an die Bewässerung angeschlossen werden. Sonst allerdings kam ich zu nichts anderem als gießen.

Im Gemüsegarten steht das Gemüse daher größtenteils prächtig im Beet. Die Kartoffeln und auch die Lagerkartoffeln mit Ernte im Oktober sind total welk und zum Teil abgestorben. Hier musste ich nun das erste Mal die Kartoffeln gießen.  Ich hoffe, ich konnte sie dadurch retten.

Die Himbeeren hängen mehr als reichlich voller Früchte. Auch hier musste ich einmal gründlich wässern. Die Blätter hingen schon schlaff an den Sträuchern und ohne Wasser gibt es keine großen saftigen Beeren.

Meine Würmer in der Wurmfarm produzieren bei den schönen warmen Temperaturen auch im Akkord Wurmhumus. Den sammle ich und werde ihn ausbringen, wenn es wieder feuchter ist. Jetzt würde mir das wertvolle Bodenleben darin ja gleich vertrocknen oder von der Sonne totgestrahlt werden. Allerdings verdünne ich das regelmäßig unten ablaufende Sickerwasser mit viel Brunnenwasser und gieße es zwischen die Reihen auf feuchten Boden. Im Sickerwasser sind ja auch die guten und nützlichen Mikroorganismen, mit denen ich so meinen Gartenboden impfe. Immer in der Hoffnung, sie leben in ihm weiter, vermehren sich und verhelfen mir zu einem gesünderen Gartenboden.

Wurmfarm (c) by Joachim Wenk
Wurmfarm

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten

Sommerwirsing (c) by Joachim Wenk
Sommerwirsing

 Geerntet habe ich nur eine Zucchini, einen Salat, zwei Blumenkohl,die geschossen sind und gleich verkocht wurden und ein paar Kräuter. Der Rest dauert wohl noch ein wenig. Sommerlauch ist bald erntereif und das frühe Weißkraut auch.

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten 

Praktisch, daß im Gemüsegarten langsam hier und da bereits wieder Platz wird. Die nächsten Pflänzchen warten bereits. Salat, Federkohl „Nero die Toscana“ und Broccoli.

Federkohl, Broccoli und Salat (c) by Joachim Wenk
Federkohl, Broccoli und Salat

Kommende Woche wird auch wieder in die Beete gesät. Winterrettich probiere ich wieder. Vor zwei Jahren hatte ich da ganz wunderbare Exemplare geerntet. Radieschen werden wieder gesät und noch einmal Frühlingszwiebeln.

Pikiert wird dann auch und zwar diese hübschen kleinen hier. Den habe ich letztes Jahr zum ersten mal angebaut. Sehr guter Geschmack, sehr schöne Ernte. Dieses Jahr baue ich mehr an und werde hoffentlich mutig genug sein, ihn länger stehen zu lassen. Vielleicht ein Vlies drauf, aber dann haben wir noch in den kalten Monaten frischen……. Ja was ist es? Es ist Endiviensalat.

Endiviensalat (c) by Joachim Wenk
Frisches Grün für den Winter

Im Ziergarten blüht einiges sehr schön. Hier im Mäuerchenbeet allerdings ist die Staudenauswahl nicht gut gelaufen. Es blüht gerade nicht so, wie ich es möchte. Die Färberkamillen sind in voller Blüte verdörrt. Die habe ich jetzt abgeschnitten. Der Bergtee kam nicht wieder und die Storchschnäbel blühen sehr schön, sind aber nur, da sehr niedrig, aus direkter Nähe zu bewundern.

Irgendwas muß ich hier noch pflanzen, aber was? Es ist sehr heiß und sehr sehr trocken hier. Die Stockrosen und der  Sommerflieder sind perfekt und blühen auch wundervoll, nur der Rest vom Beet sind langweilig aus.

Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet

 Die neue Clematis am Gartenzaun blüht bereits im ersten Standjahr.

Clematis am Gartenzaun (c) by Joachim Wenk
Clematis am Gartenzaun

 Mein Distelversuch startet jetzt auch mit der Blüte. Eine ist bereits geöffnet und es stehen noch hunderte von Blüten bereit. Wahnsinn, was eine einzelne Pflanze für Knospen ausgebildet hat. Und insgesamt sind es drei Pflanzen!

Wer ist natürlich der erste Gast? Eine Hummel. Ich glaube im Garten oder direkt daneben muß mindestens ein Hummelnest sein. Es ist unvorstellbar, wie viele Hummeln überall sind. Erst am Natternkopf, eine Hummel neben der anderen. Ein Gewusel und Gebrumme. Dann an dem sukkulenten Unkraut im Bild weiter unten. Wie im Schlußverkauf am Wühltisch so ein Gedränge auf den Blüten. Dann kommen jetzt die Disteln zur rechten Zeit, wenn die beiden gerade genannten Pflanzen abgeblüht sind.

Hummel auf Distelblüte (c) by Joachim Wenk
Hummel auf Distelblüte

Hummeln auf Blüten (c) by Joachim Wenk
Hummeln auf „sukkulentem Untraut“

Der Staudenclematis gefällt ihr Standort und sie blüht nun schon seit Wochen. Die anderen beiden Staudenclematis, werde ich im Herbst umpflanzen, da sie nicht gut stehen.

Staudenclematis (c) by Joachim Wenk
Staudenclematis 

Wieder eine neue Stockrose, deren Blüten sich öffnen. Wieder eine eher rosafarbene Blüte. Witzigerweise passt diese Farbe perfekt zur Eule über ihr – finde ich.

Stockrose Eule (c) by Joachim Wenk
Stockrose mit Eule

 Direkt daneben wächst und blüht ihr Verwandter, der Eibisch.

Eibisch (c) by Joachim Wenk
Eibisch

 Und damit die bunten Blumen Unterstützung bekommen, sitzt der farbenfrohe Gockel neuerdings unter dem Hausbaum.

Hausbaum mit Gockel (c) by Joachim Wenk
Hausbaum mit Gockel und viel Rot. 

 Wie gut, daß ich immer alles fotografiere. Zwar freue ich mich natürlich bereits das ganze Jahr an unsrem Hausbäumchen, das einmal ein Baum werden soll. Wenn jetzt aber ein Foto von vergangenem Jahr betrachte, sehe ich erst wie stark er tatsächlich schon gewachsen ist. Er ist auf dem besten Weg ein Baum zu werden. Immerhin haben wir ihn ja im vergangen Jahr überhaupt erst gepflanzt.

Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Hausbaum vor einem Jahr

 Den Storch habe ich beim Aufräumen auch wieder gefunden. Wegen dem Terrassen- und Wegeprojekt musste der bis jetzt noch im Palmenhaus ausharren. Jetzt kann er wieder die ankommenden Besucher erheitern. Der lustige Vogel dahinter ist ausgewandert aus seinem Stammbeet. Dort wuchert es so arg, daß er nicht mehr zu sehen war. Hier ist es genau anders herum, nichts wächst und kann bewundert werden. Wenn dann endlich alles ordentlich mit Erde angefüllt ist, werden hier auch noch ein paar Stauden Einzug halten.

(c) by Joachim Wenk
seltene Vögel im Garten

Dürre, Trockenheit, Wüste und kein Regen

Bevor die große und unbeschreibliche Hitzewelle kam, war der Boden bei mir im Garten staubtrocken. Ein Regenvormittag, der uns am Wegebau hinderte, brachte keine 5l pro Quadratmeter. Dann kamen  tagelang Temperaturen von 33°C bis schließlich 38°C und wolkenlosen Himmel. Am Dienstag Nacht dann die Abkühlung aber kein Regen (dem Inhalt im Regenmesser nach hat es etwa 500ml/qm „geregnet“). Der Mittwoch war kalt und unwahrscheinlich windig. Die Pflanzen hingen noch mehr, als bei der Hitze, weil der Wind stark austrocknet. Der ganze Garten liegt voll mit Haselnußblättern. Der Wind hat sie von den Sträuchern geblasen. Es sieht beinahe aus wie im Herbst. 
Jede  Minute, die ich gießend im Garten stehe komme ich mir verhöhnt vor, als stände im Gebüsch der Naturgeist und würde sich eins grinsen, ob meiner dummen Zuversicht, als ob das bisschen Wasser etwas nützen würde. Am Samstag stand ich 10  Stunden im Garten und habe gegossen, dazu liefen die Regner für den Rasen. Sonntag früh, beim Blick in den Garten, stellte ich fest, daß alles hängt und welkt und dörrt. Überall staubtrocken, als hätte ich nicht gegossen. 
Heute, Donnerstag Vormittag, hat es erneut geregnet. Der  Regenmesser zeigte wieder nur am Boden etwas Wasser, das nicht einmal der Menge von einem halben Liter pro Quadratmeter entspricht. Also nichts. Es ist so traurig, wenn  Jahr für Jahr weniger Regen fällt, im Winter kein Schnee und kein Regen. Im Frühjahr, staubtrockene Erde, so dass mir nicht einmal der Gründünger gekeimt ist (auch kein Unkraut). Dann die vielen vielen Wochen mit Hitze und Wind im Sommer. Eigentlich sollte ich mir einen Gärtner anstellen, der täglich 8 Stunden mit dem Schlauch im Garten steht. 
Die vertrockneten Stauden habe ich dann gestern abgeschnitten, dass ich sie wenigstens nicht täglich sehen muß. 
Färberkamille - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Färberkamille – vertrocknet (nicht eine einzige hat die Dürre überlegt)

Rasen - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Rasen – vertrocknet

Himbeere - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Himbeere vertrocknet

Flockenblume - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Flockenblume  – vertrocknet

Astern - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Astern – vertrocknet

Kartoffeln und Erbsen - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln und Erbsen – vertrocknet

Kartoffeln- vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln – vertrocknet

Walnußbaum - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Walnußbaum – vertrocknet

Rasen - vertrocknet (c) by Joachim Wenk
Rasen – vertrocknet

Manchmal, das muß ich ja auch zugeben, ist trockenes oder vergilbtes Laub allerdings auch normal. Ich kenne schon noch den Unterschied zwischen vertrocknet und reifend!

Das hier sind Palerbsen. Sie bleiben am Strauch,  bis sie trocken sind und werden dann  geerntet. Oben bei den „vertrocknet-Bildern“ habe ich die Markerbsen abgebildet. Sie sind so welk und auch gottseidank erntereif, daß ich sie gleich gepflückt habe. Nachdem sie über einen Monat zum Keimen brauchten und dann ihrer Zeit sehr lange hinterher waren , was nie aufgeholt werden konnte, haben die beiden Reihen dann doch eine Ernte von 400g gepulten Erbsen gebracht. Hier die Palerbsen werden dann im Winter für leckeren Erbseneintopf sorgen.

reifende Palerbsen (c) by Joachim Wenk
reifende Palerbsen
Oh je, die Kartoffeln sind kaputt. Nein! Die habe ich ja gegossen. Das sind die Frühkartoffeln „Duke of York“, die ich Anfang April im Gewächshsaus in den Kübel pflanzte. Jetzt ist ein Kübel erntereif. Den anderen habe ich 14 Tage später gepflanzt und die sind noch grün. Etwa 90 Tage bis zur Ernte benötigt diese Sorte. 
Frühkartoffel Duke of York (c) by Joachim Wenk
Duke of York

Vier Kartoffeln habe ich in den Kübel gesteckt. Man sieht, es wurden mehr. Jetzt bin ich nur auf den Geschmack gespannt. Der soll bei der Sorte ja wirklich legendär sein.

Frühkartoffel Duke of York (c) by Joachim Wenk
Frühkartoffel Duke of York 
Mit Freude betrachte ich im Moment meine Stockrosen. Wie ich gelesen habe, besitzen sie eine starke und tiefgehende Wurzel. Darum sind sie wohl scheinbar von der Dürre nicht betroffen. 
Jedenfalls blühen sie nun endlich. Und jede in einer anderen Farbe. 

Stockrosen, wilde Malve und Yucca im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Stockrosen, wilde Malve und Yucca im Staudenbeet

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose in pink-rot

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose in zartem Rosa

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose in dunklem Pink

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose in dunkelrot
Darüber hinaus blühen noch die wilden Malven, die sich überall selbst ausgesät haben. 
Wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve

 Das Olivenkraut blüht in praller Sonne

blühendes Olivenkraut (c) by Joachim Wenk
blühendes Olivenkraut

Und der kleine Cystus blüht auch wunderhübsch. Ein Stück oberhalb des Bildrandes steht ein anderer Cystus, deutlich größer und auch überreich mit Blüten bedeckt.

Cystus (c) by Joachim Wenk
Cystus

Im Gemüsegarten gieße ich noch am regelmäßigsten. Sonst fällt die Ernte aus. Hier sieht es noch ganz gut aus. Blumenkohl ist fast abgeerntet. Sommerwirsing und Lauch und Rosenkohl stehen prächtig. Der frühe Weißkohl ist wohl bald reif zur Ernte.

Gemüsegarten im Juli (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juli

Gemüsegarten im Juli (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juli 

frühes Weißkraut (c) by Joachim Wenk
frühes Weißkraut

Den Tomaten  gefällt wohl die Hitze und die Trockenheit macht ihnen nicht so viel aus. Als es ganz heiß war, hingen sie tagsüber herunter. Ich habe zwei oder dreimal durchdringend gegossen, denn eigentlich sollen sie ja selbst die Wurzeln tief in die Erde wachsen lassen und sich das Wasser von unten holen. Da es aber wirklich extrem trocken ist, sind sie wohl noch nicht auf Wasser gestoßen. Ich versuche dennoch nur das Nötigste bei ihnen zu gießen, damit sie es wenigstens versuchen.

Tomaten im Juli (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Juli

 Vor ein paar Monaten noch war es hier leer und ich genau wie ein paar von euch waren gespannt, wie das neue Tomaten-Stützgestell einmal bewachsen aussehen wird. Jetzt ist es bewachsen. Ich bin froh, daß ich das hohe und stabile Gerüst habe. Die Tomaten können nach Herzenslust wachsen und ich kann sie ganz leicht an den Schnüren befestigen. Bei dem reichen Fruchtbehang diesjahr ist das doppelt sinnvoll.

Licht und Schatten – Höhen und Tiefen – der Garten hat immer beides zu bieten

Ich sitze am PC und sortiere die Fotos für meinen neuen Beitrag hier. Ein schon gewohntes Unterfangen. Und wie eben immer gibt es zweierlei Fotos. Welche wähle ich diesmal? Bin ich überhaupt noch glaubwürdig?  Einmal redet er so dann wieder anders? Wie geht es mir mit der jeweiligen Auswahl?

Gemeint sind all die Fotos von  Krankheiten, Schädlingen und Mißlungenem und ebenso die wunderschönen Bilder und Szenen aus allen Ecken und Enden meines Gartens. Was stimmt denn nun? Ich muß mir selbst einmal darüber ins Klare kommen. Ehrlich!

Ich lese hier ja auch einige andere Blogs und sehe die Fotos. Wunderbare Gärten haben alle. Manche fotografieren eher professionell andere, wie ich, fotografieren einfach drauf los. Aber immer sind Gärten und Blüten in Saft und Kraft  zu sehen. Ich ärgere mich, weil bei mir so viel kaputt geht, kümmert, nicht angeht und von Schädlingen und Krankheiten zerstört oder geschädigt wird. Was mache ich falsch?

Um meinen Frust los zu werden habe ich vor langer Zeit damit begonnen, auch Bilder und Texte gerade zu dem nicht schönen Teil des Gartens zu veröffentlichen. Und immer wieder aber entstehen so schöne Aufnahmen in meinem Garten. Sie lassen mich bald selbst glauben, daß  ich einen wunderschönen Garten haben muß…

Also fotografiere ich eben so, daß nur das Schöne darauf zu sehen ist und schweige über all das Andere. Was aber, wenn jemand das liest, der vielleicht noch keine  oder wenig Gartenerfahrung hat und es gerade versucht. Den Einstieg zum Hobbygärtner wagt. Auf dem Balkon im Garten der Mutter oder im Schrebergarten? Er wird Misserfolge haben, das ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Dann schaut er oder sie sich im Internet um und sieht wie problemlos alles bei anderen und damit auch bei mir im Garten zu klappen scheint. Die Bilder sprechen ja für sich. Frustriert und oder hilflos gibt er oder sie auf.

Das könnte passieren, denn genau so fühle ich mich auch mit den Prachtgärten anderer. Sicher aber hat jeder so seine Probleme im Garten, er zeigt sie nur nicht. Und ich habe mich entschlossen einfach regelmäßig über beide Seiten zu berichten. Das hilft mir, zu sehen, wie schön es doch in meinem Garten zugeht. Schädlingsfrust zu beschreiben hilft mir  und vielleicht hilft das auch anderen, über so manche „Durststrecke“ oder „Fruststrecke“ in ihren Gärten. Einfach wissen, daß es anderen auch nicht anders geht. Und wenn ich für eines meiner Hauptprobleme einmal eine Lösung gefunden habe werde ich auch darüber berichten. Auch wieder um anderen vielleicht ebenfalls zu helfen.

All die schönen Fotos sind immer nur Momentaufnahmen (oft wären sie genau einen Tag, ja ein paar Minuten später nicht mehr möglich gewesen) und sie sind winzige Ausschnitte. Wer gärtnert, wird und muß das Ganze sehen. Das gilt für das Räumliche und für das Zeitliche. Und wer diese Arbeit, das Hobby, seine Leidenschaft dann noch immer liebt, der ist wahrhaft ein Gartenbesessener.

Das heißt, ihr dürft euch auch in Zukunft auf  schöne, verträumte oder nur dokumentarische Fotos hier freuen. Gleichzeitig werde ich aber auch über das berichten, was mir Kummer bereitet, mich frustriert. Und ich werde über Dinge schreiben, wo guter Rat teuer wäre. Ein ehrliches Bild über einen großen Garten am Land. Groß und intensiv bewirtschaftet. Und da denke ich gerade an die Aussage meines Mannes auf mein Gejammer:  „das ist halt so, wo viel ist, kann auch viel kaputt gehen“.

Nach so viel Text muß ich jetzt wohl die Fotos des Tages ein wenig zusammenfassen und die Erklärungen klein halten.

Dennoch hier sind sie die Höhen und Tiefen des gestrigen Tages:

Juli Blüten im Landgarten (c) by Joachim Wenk
die momentanen Schönheiten im Garten

Begonnen haben die Tomaten, dann kamen erste Paprika (langsam erholen sich manche Pflanzen von einem Schädling oder Krankheit die ich nicht kenne. Alle Blätter irgendwie verkrüppelt und kaputt. Neue Triebe erstmal intakte gesunde Blätter). Die Ananaskirsche oder Erdkirsche hängt voller kleiner Lampions. Sie ist die kleine Schwester der Andenbeere und trägt aber sehr deutlich früher als die Andenbeeren, die selbst bei Aussaat im Februar oft erst spät im Herbst essbare Früchte haben. Meine (in der Collage oben rechts) wächst jetzt erst einmal während die Ananaskirschen (Bild oben links und unterste Reihe zweites von links) bereits prächtig fruchten. Das Basilikum hat ein ganz starkes und nach Sommer duftendes Aroma.

erste Früchte im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
im Gewächshaus
Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten

Die Kümmernisse und Krankheiten. Oben links und rechts im Bild meine schwarze Himbeere. Ich war so gespannt auf schwarze Beeren, die nach Himbeere schmecken. Sie hängt voll mit Früchten und nun stirbt sie ab.  So etwas ärgert mich und frustriert mich. Was ist das jetzt wieder? Ich habe noch ganz viele andere Himbeeren und wenn das nicht wieder so eine schnell umsich greifende Seuche ist, dann werden wir genügend Himbeeren ernten. Aber warum wird diese hier plötzlich krank, daß ich nach über einem Jahr warten wieder nicht sehe, wie schwarze Himbeeren sind?

Links oben zweites Bild. Ich berichtete schon. Der Knoblauch stirbt ab, irgendein Rost. Er hat mir schon den Berglauch mit getötet und mein Sommerlauch, der so schön ist wie noch nie ein Lauch bei mir, ohne Lauchfliege und prächtig im Wuchs, weil ich endlich früh genug im Jahr ausgesät habe, den hat er auch angesteckt. Wird die Arbeit am Sommerlauch für dieses Jahr auch umsonst gewesen sein? Das hätte das erste Jahr sein können, in dem ich überhaupt Lauch ernten kann. Hätte!

Naja die Walnuß hat entweder auch eine unbekannt Seuche oder es ist die unbeschreibliche Trockeneheit der letzten Jahr und jetzt noch die sengende Hitze. Alles hängt an dem Baum und viele tote Äste.

Die Ernte besteht mal wieder aus einer Notlösung. Bevor ich garnichts ernte dann lieber das kaputte Zeugs. Muß ich eben in der Küche sehen, was zu verwerten ist. Die weißen Kohlrabi haben riesige Krater, vernarbter Fraß ehemaliger Schnecken.  Die Blauen sind geplatzt als es letzte Woche einmal etwas (!) regnete. Und der Blumenkohl sieht immer so aus. Bevor er gänzlich schießt, wird er geerntet.

In der Küche habe ich die Kohlrabi dann eingefroren, getrocknet und gegessen. eine übrige Zucchini habe ich auch gleich mit getrocknet.  Der Blumenkohl ist auch eingefroren (mit noch so einem Kopf). Die Radieschen sind riesig aber nicht holzig. Sie gehören eigentlich gar nicht in diese Collage.

(c) by  Joachim Wenk
unschöne Momente im Garten

35 °C im Schatten unterm Sonnenschirm und die Steinsäge brummt. Mehr war bei der Hitze nicht zu schaffen. Aber immerhin, die Terrasse ist jetzt fertig mit Steinen verlegt. Also verlegt war ja am Samstag schon, jetzt wurden nur noch an den Rändern die Steine passend eingeschnitten. Gerade um die Rundung an den Stelen entlang ein rechtes Gefuzel. Ein Betonstein ist eben kein Brettel für die Laubsäge.

Samstag geht’s weiter. Ein Stückchen Weg noch einschneiden, dann kann die Woche darauf alles fest gerüttelt und mit Sand eingekehrt werden. Und dann heißt es FERTIG.

neue Terrasse mit Granitstelen und Betonsteinen (c) by Joachim Wenk
auf der Terrasse sind alle Steine am Rand sauber eingeschnitten