Zusammenhänge im Garten und wie man immer dazu lernt, wenn man sich interessiert.

Eine Tomate in meinem Gewächshaus hat seit einigen Wochen immer heller werdende Blätter. Bei den anderen beginnt es auch. Die Adern sind dunkel und dazwischen wird das Blatt gelb. 
Gelbe Blätter an Tomaten (c) by Joachim Wenk
Gelbe Blätter an Tomaten
Magnesiummangel an Tomaten (c) by Joachim Wenk
Magnesiummangel an Tomaten? 

Magnesiummangel an Tomaten (c) by Joachim Wenk
Magnesiummangel an Tomaten?

Magnesiummangel an Tomaten (c) by Joachim Wenk
Magnesiummangel an Tomaten ?
Das ist nur bei den älteren Blättern zu beobachten. Der Neuaustrieb an der Spitze ist grün. Ich bekam den Tipp, dass es Magnesiummangel sein könnte. Nach ein paar Recherchen war ich dann selbst auch überzeugt, daß es genau das ist. 
Aber wie kommt es, daß Magnesium im Boden fehlt. Oder noch wichtiger, wie bekomme ich wieder welches hinein? 
So ganz ist diese Frage noch nicht beantwortet, da habe bei weiterem Recherchieren auch gelesen, daß bei zu saurem Boden einige Nährstoffe zwar durchaus ausreichend im Boden sein können und die Pflanzen dennoch einen Mangel leiden. Sie können durch den niedrigen PH-Wert die Nährstoffe nicht aufnehmen oder der Boden gibt sie nicht her. 
Ich habe mir dann so ein elektronisches Gerät besorgt. Man steckt es in den Boden und es mißt den ph-Wert. Die Methode mit dem Reagenzglas und Wasser und Indikator ist mir zu umständlich. Vor allem, wenn man ja auch einmal an unterschiedlichen Stellen im Garten messen möchte. Dass das nötig sein kann, seht ihr gleich. 
Nach dem ich mich mit dem Gerät während unterschiedlicher Messungen an unterschiedlichen Stellen im Garten vertraut gemacht habe, präsentiere ich  hier das  Ergebnis für die Tomaten im Gewächshaus.
Sticht man das Gerät zu Füßen der am stärksten betroffenen Tomate in den Boden, zeigt es häufig folgendes an. 

elektrisches ph-Messgerät (c) by Joachim Wenk
der Boden ist wohl wirklich sauer

Das beeutet „low“ und sagt aus, daß der ph-Wert unterhalb des vom Gerät messbaren Bereiches liegt. Der Boden ist demnach also ganz fürchterlich sauer.

 Ich habe noch einige Male bei der Tomate getestet und der höchste Wert, der dann auch am häufigsten angezeigt wurde ist dieser: 4,5. Der neutrale Mittelwert liegt ja bei 7 und alles was darunter ist, bezeichnet man als sauer.

Ein ph-Wert von 4.5, meines Wissens ist das deutlich zu niedrig. Und es würde zu der Erklärung passen, daß die vorhandenen Nährstoffe dadurch nicht aufgenommen werden können.

elektrisches ph-Messgerät (c) by Joachim Wenk
weniger sauer aber immer noch zu sauer

Niedriger ph-Wert bedeutet allgemein für „normale“ Pflanzen, daß sie Wachstumsstockungen bekommen, weil eben Nährstoffe nicht aufgenommen werden können. Naja und diese Wachstumsstockungen machen mir seit Jahren im Garten Probleme.

Etliche weitere Tests zeigen mir, daß der Boden nur im Gewächshaus so sauer zu sein scheint. Woher kommt dieser niedrige ph-Wert? Weiß das jemand? Die Erde kam letztes Jahr ganz neu ins neu aufgestellte Gewächshaus.

Im restlichen Gemüsegarten liegt er so irgendwo zwischen 5 und 6,5. Also tendenziell schon niedrig. Da ich noch nie Kalk verwendet habe, werde ich im Herbst einmal  Algenkalk ausbringen.  Der ist gut fürs Bodenleben und erhöht den ph-Wert.

Mit Kalk muß man vorsichtig umgehen und darf nicht zu viel nehmen, las ich. Da ich ja aber noch nie welchen verwendet habe und der Boden ohnehin eher sauer ist, werde ich das versuchen und bin gespannt wie Lumpi, ob ich nächstes Jahr einen Unterschied merke. Für die Tomate ist es wohl zu spät im Jahr da lohnt sich das nicht  mehr.

Den Algenkalk habe ich vor, im Herbst auf die abgeernteten Beete zu verteilen. Da kann ich dann gleichmäßig ausbringen und auch die empfohlene Menge pro Quadratmeter besser einhalten, als wenn ich jetzt reihenweise oder gar pflanzenweise agieren.

Direkt neben dem Gewächshaus stehen die Freilandtomaten und dort zeigt der Bodenmesser einen guten Wert an.

elektrisches ph-Messgerät (c) by Joachim Wenk
guter ph-Wert

Dennoch haben manche Früchte auch eine Krankheit, die ich seit Jahren habe. Solche Früchte sind nicht lagerfähig und faulen sofort. Weiß jemand Rat? Was ist es und wie mache ich das weg?

Ich habe sie dieses Jahr extra auf ein anderes Beet gepflanzt  und der Sommer war heiß und trocken. Meine Vermutung, die kalten feuchten Sommermonate waren immer schuld, kann nicht zutreffen.

Krankheit an Tomatenfrüchten (C) by Joachim Wenk
Krankheit an Tomatenfrüchten

Vom Garten in die Speisekammer, ein wundervoller Tag im schon herbstlichen Garten und in der Küche

Und wieder ist es so weit, die nun bereits zweite Ladung Tomaten kann geerntet werden. 
Nachdem es zwischenzeitlich abkühlte und auch zweimal regnete sind viele geplatzt. Heute ist wieder ein sehr sonniger und warmer Tag. Der Himmel ist blau und Wolken keine zu finden. 
Bevor ich aber in den Garten kann, sind noch zwei wichtige Dinge zu erledigen. Einmal braucht mein Hundesenior wieder seine Herztabletten. Der Weg führt mich somit zuerst zum Tierarzt. Auf dem Heimweg machen wir einen Abstecher zu den Weihern. Die Karpfen fressen im Moment sehr viel und so muß zweimal die Woche gefüttert werden. Jeder Weiher wird mit einem Eimer Getreide versorgt und dann geht es Heim in den Garten. 
Der Nachbar ist so begeistert von meinen Tomaten, die immer rot und glänzend zu ihm hinüber leuchten, daß er erst einmal von jeder Sorte ein paar bekommt. Das Basilikum kann ich ja auch gleich dazu liefern. Es wuchert regelrecht im Gewächshaus. Sein Aroma ist unbeschreiblich und intensiv. Vergleicht man es mit einem Töpfchen Basilikum aus dem Discounter , so könnte man auch das Bad in einem Kinderplanschbecken mit einer Wildwasserfloßfahrt vergleichen. 
Für meine Tomaten schneide ich gleich mal einen Schwung des Krautes ab. Dann suche ich noch den überall verteilten Oregano  und füge ihn dazu. 
sonnengereifte Tomaten und Basilikum (c) by Joachim Wenk
vorher: über 5kg sonnengereifte Tomaten
und ein  riesiger Büschel Basilikum

Nachdem er ja lange – nein sehr lange – nichts getragen hat, legt der Pattison nun kräftig zu. Überall schweben weiße Ufos im Kürbisdickicht. Was bin ich froh, diese Pflanze einmal wieder „ausgegraben“ zu haben. Der Versuch hat sich gelohnt. Nächstes Jahr baue ich nur noch eine Zucchini an und zwei Ufos. Das Fleisch hat eine ganz andere Konsistenz, als das der Zucchini. Der Geschmack ist aromatisch und man kann sie verwenden, wie Kürbis und wie Zucchini. Dazu kommt noch die aberwitzige Form.

Die wenigen Möhren, die im Frühjahr nach unzähligen   Saatversuchen aufgegangen sind, stehen prächtig in den Beeten. Ob da wohl unten etwas dran ist? Man sieht über der Erde nichts, nur das Grün des Krautes. Ich mach das jetzt einfach einmal. An einem kräftigen Büschel Möhrenkraut ziehe ich. Ja was kommt den da zum Vorschein. Eine Zwillingsmöhre. Die kann sich wirklich sehen lassen. Es wächst also unten auch etwas und das ist erntereif.

Erntereif ist auch mein Sommerlauch, den ich schon laufend in der Küche verwende und etlichen eingefroren habe.

Ufo und Zwillingsmöhre (c) by Joachim Wenk
vorher: Ufos, Zwillingsmöhre und nomaler Lauch
Im Laufe des weiteren  Tages bin ich dann omnipräsent. Also jedenfalls, was die Küche, den Vorratskeller und den Garten angeht. Um alle  Arbeiten zu schaffen wird einiges parallel abgearbeitet.
Schauen wir zuerst auf die Küchenarbeiten. 
Die Ufos werden mit dem Lauch und ein paar Kartoffeln zu Kürbissuppe gekocht, danach gemixt und in Weck-Gläsern eingekocht. So habe ich für das schnelle Mittagessen etwas im Keller. 
So begeistert ich von den Ufos bin, so verflucht habe ich den ersten, als ich versuchte die Schale zu entfernen. Durch die vielen Huppel und Wellen kommt man mit dem Sparschäler fast nicht voran. 
Ich habe mir eine  Methode überlegt, das zu vereinfachen. Das Ufo wird dabei in etwa 1 bis 1,5cm dicke Scheiben geschnitten. Und schon kann ich die jetzt relativ gleichmäßigen Ränder der Scheiben sehr einfach mit dem Sparschäler schälen. Natürlich werden auch hier, wie bei jedem Kürbis oder älteren Zucchinis die Kerne vor der Zubereitung entfernt. 
Tip zum Schälen von Ufo-Kürbissen (c) by Joachim Wenk
Tipp zum Schälen von Ufo-Kürbissen

So sieht das dann aus. Die Kürbissuppe habe ich nur gesalzen. Sie wird erst vor dem Verzehr abgeschmeckt. Sie hat aber auch so schon ein sehr angenehmes Aroma. Sie erinnert fast an eine milde Mischung aus einer Pilzsuppe und einer Spargelsuppe.

Tomatensugo und Kürbis-Lauch-Suppe (c) by Joachim Wenk
nachher: Tomatensugo und Kürbis-Lauch-Suppe
Die Tomaten habe ich gewaschen, halbiert und ein einen Topf mit etwas Salz gegeben. Mit dem Kartoffelstampfer habe ich sie etwas zerquetscht, daß Flüssigkeit zum Kochen zur Verfügung steht. So werden sie erst einmal gekocht, bis sie alle zerfallen sind. Für den Geschmack habe ich noch etwas Balsamico  und Zucker dazu gegeben.
Nach dem sie zerfallen sind, kommt das grob zerkleinerte Basilikum samt der Stiele dazu. Das lasse ich noch etwas köcheln und passiere es anschließend. Fertig ist die Tomatensauce. Sie kommt zurück in den Topf. Sie wird noch etwas gekocht und dadurch reduziert. 
Ich hatte 5kg Tomaten. Etwa ein Kilogramm habe ich zum Trocknen in den Apparat gelegt. Die 4 übrigen Kilo ergaben etwas mehr als 4 Liter Sauce. Am Ende ist sie auf 3,5Liter eingekocht. Sie kommt so heiß in Schraubgläser,  Deckel darauf schrauben, kurz auf den Kopf stellen und dann abkühlen lassen. Fertig ist der Wintervorrat. 
Eine halbe Kelle voll blieb übrig. Die habe ich sofort verspeist. Was für ein unbeschreiblich intensives und rundes Tomatenaroma mit Basilikum. Einfach köstlich. 
Die Möhre habe ich übrigens gleich roh verspeist. Das absolut gesunde und knackige Möhrengrün kam, wie könnte es bei mir anders sein, natürlich nicht auf den Kompost. Ich habe es fein gehackt und zu den Tomaten in den Dörrapparat gelegt. Es ist rasch trocken und wartet in der Box mit den anderen bereits getrockneten Gemüseresten darauf, zum Gemüsebrühpulver Veredelt zu werden. 
Im Garten selbst habe ich festgestellt, daß jetzt schon ein paar Flächen leer stehen. Vieles ist abgeerntet. Meine Himbeeren sind geschnitten und die alten Erdbeeren davor ausgegraben. Hier werden im nächsten Jahr Kräuter angebaut. Den Rasenschnitt von letzter Woche habe ich als Mulch über den nackten Boden gelegt. Und unter die Johannisbeeren kamen noch ein paar überfällige Kohlrabipflanzen. Wegen der immensen Hitze und Trockenheit konnte man ja wochenlang nichts pflanzen. Der Boden war staubtrocken und steinhart. Vielleicht werden die ja noch etwas. Herbstkohlrabi sind es jedenfalls. 
Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
nach der Ernte im Gemüsegarten

Auf die abgeerntete Flächen der frühen Kartoffeln habe ich Gründünger gesät. Buchweizen und Saatwicken.

Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
nach der Ernte im Gemüsegarten
Beides ist  mittlerweile sehr schön gekeimt. 
keimender Gründünger (c) by Joachim Wenk
keimender Gründünger
Im Ziergarten wird auch weiter fleißig geerntet. Geerntet im Ziergarten? Ja, auch dort kann man ernten. Herrliche Anblicke, wunderbare oder überraschende Blütenszenen. Eine Ernte für das Auge und die Seele eben. 
Sonnenblume in der Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume in der Abendsonne

 Geranium sanguineum, ein heimischer Storchschnabel mit tiefreichender Wurzel. Erblüht in voller Sonne noch mehr. 

So steht es im Katalog und recht haben sie. Er stand die glutheißen Monate in voller Sonne auf trockenem und harten, lehmigen Boden.

Das Haus strahlt Wärme aufs Beet und die Sonne wird von der Oberfläche des Dorfweihers direkt in unseren Garten reflektiert. Die Wärme des Südwesthanges steigt auf und fängt sich in unserem Vorgarten. Eine Sauna oder ein Glutofen. Dem Storchschnabel gefällt es. Er kommt ganz schön rum im Beet, streckt seine Triebe weit aus. So erscheinen plötzlich Pflanze in voller Blüte, die ja gar nicht Blühen. Eigentlich. Doch der Storchschnabel schmückt sie mit seinen Blüten auf unwahrscheinlich fragilen Trieben.

 Blut-Storchschnabel (c) by Joachim  Wenk
herumstreunender Blut-Storchschnabel im Staudenbeet

Dem Sommerflieder gefällt die Wärme offensichtlich auch sehr gut. Er blüht nun schon seit Monaten. Der hier vorne hat ein wirklich umwerfendes Lila, während der hintere ein normales bläuliches Lila trägt.

Sommerflieder (c) by Joachim Wenk
Schmetterlingsflieder

Unterm Sommerflieder vergnügt sich wieder ein Blutstorchschnabel mit den Blüten des Mutterkrautes. Von dem habe ich etliche Pflänzchen im Frühjahr aus dem Samen vom letzten Jahr gesät und dann verteilt. Leider hat es immer die scheußlichen schwarzen Läuse gehabt und wollte auch nicht recht wachsen. Ich habe mich dann nicht mehr darum gekümmert und nun finde ich es hier und da, ohne Läuse und voller Blütchen.

Eigentlich sollte es sich ja von selbst aussähen, so daß man sich die Mühe mit dem Vorziehen nicht machen muß.  Das klappte bislang aber noch nicht. Vielleicht sät es sich jetzt selbst aus. Zum Storchschnabel passt es jedenfalls ganz besonders gut, finde ich.

Blutstorchschnabel und Mutterkraut (c) by Joachim Wenk
Blutstorchschnabel und Mutterkraut

Weil es mich eben so freut, kommt nun wieder ein Foto meiner Färberkamille, die in voller Blüte abgestorben war. Jetzt wächst sie wieder prächtig.

Färberkamille (c) by Joachim  Wenk
weil es gar zu schön ist, wieder meine hübsche Färberkamille
Mir sind ja etliche unterschiedliche Färberkamillen plötzlich und wortwörtlich in der „Blüte ihres Lebens“ verdorrt und abgestorben. 
Einer großen Anthemis tinctoria erging es ebenso. Nur die gelben Blüten oben an den Zweigspitzen blieben frisch. Hier und da ein grünes Blättchen war zu entdecken im ansonsten strohgelben restlichen Busch. 
Also abgestorben konnte sie noch nicht sein. Schön aussehen tat das Gestrüpp auch nicht. Was machen? 
Warten. Das ist immer gut. Die Blüten verblühten irgendwann und wurden trocken. Das sah ich mir noch eine Weile an und schnitt dann alles ab. Ich hatte einen Hintergedanken bei dem Ganzen. Und der hat sich tatsächlich realisiert. 
Vielleicht sät sie sich ja aus, war meine Idee. 
Heute beim Unkrautrupfen im Beet erblickte ich das hier: 
Färberkamille Sämlinge  (c) by Joachim  Wenk
Färberkamillensämlinge

Ich glaube nicht zu übertreiben, wenn ich von hunderten winziger Färberkamillen spreche. Was für eine Freude.  Da werden doch ein paar überleben und groß werden. Die können sich dort in dem Beet ruhig ausbreiten. Das käme mir sogar ganz gelegen.

Färberkamille Sämlingsmama (c) by Joachim Wenk
Färberkamille Sämlingsmama
Naja und wer sagt’s denn. Auch die Mutterpflanze war wirklich nicht abgestorben. Sie ist wieder da. 
Nach all den schönen Eindrücken aus meinem Garten setze ich mich noch etwas in  meinen Weinberg (das Rankgestell kommt schon auch noch irgendwann dazu!) und genieße den Ausblick auf den Dorfweiher, an einem wunderbaren Sommerabend. 
Weinberg der "Bucher Weiherblick" (c) Joachim Wenk
mein Weinberg der „Bucher Weiherblick“ in der Abendsonne

Gartenbesuch bei Sabine

Ein paar Wochen ist es her, daß Sabine und Reinhard bei uns im Garten zu Besuch waren. Jetzt stand der Gegenbesuch an.

Sabine und ich in ihrem Garten (c) by Joachim Wenk
Sabine und ich beim obligatorischen Gartenbesuchs-Portrait fürs Trophäen-Album

Der Termin viel bewußt auf  einen Sonntag..  Wir sind ja beide Gärtner und so kann man dann am Samstag noch „durchschaffen“  im Garten. Wirklich habe ich samstags noch so viel erledigt, was schon lang hätte erledigt werden müssen. So konnten wir dann den Sonntag wirklich einmal ruhig angehen lassen. Nach einem leckeren Mittagessen, machten wir uns mit unserem Hundi auf den Weg durch Franken, zur Sabine.

Ich war noch nie in dem Dorf, in dem sie wohnt. Aber ist das nicht witzig, durch die regelmäßigen Blogbeiträge von ihr, die ich alle lese, habe ich sofort das Haus gesehen und gesagt, „da ist es“. So als ob ich schon hundert mal dort gewesen wäre.

Wirklich interessant, wie gut man sich und den Garten so kennen lernt, durch die vielen Beiträge.

Und wie schon vor über einem Jahr versprochen, durften wir sofort im lichten Schatten der Laube aus Wein Platz nehmen. Ja so lange schon hatten wir diesen Besuch vor und nun hat es endlich geklappt.

Köstlicher, gedeckter Apfelkuchen aus frischem Fallobst mit einem Klecks Sahne. Hmmm herrlich.

Wie schon bei Sabines Besuch in unserem Garten kamen wir natürlich gleich wieder ins Quasseln und Erzählen, ins Diskutieren und Erklären.

Dann brauchen wir auf zum Gartenrundgang, weswegen wir ja eigentlich hier sind.

Und da gibt es wirklich viel zu sehen.

Das diagonale Staudenbeet mit der schönen Insel in der Mitte, gekrönt von einem Zwerg-Oblisken. Überall die netten Sitzgelegenheiten und Bänke.

Rondell im Staundegarten mit Mini-Obelisk (c) by Joachim Wenk
Rondell im Staundegarten mit Mini-Obelisk

archaische Sitzgelegenheit mit Königskerze (c) by Joachim Wenk
archaische Sitzgelegenheit mit Königskerze

Im Gemüsegarten schließlich ist es wie wohl überall in Franken 2015, die Stimmung hier eher bedeckt und nicht überschwänglich. Man ist froh über alles, was trotzdem wächst. Aber die Paprika sind eine Wucht und die Möhrchen zeigen überall schon ihre rote Schulter.  Bei mir zeigen sie nicht einmal die kalte Schulter.Da ist überhaupt nicht zu erkennen, ob unter der Erde an meinen Möhren was wächst. Naja Sommer 2015 eben.

prächtige Paprika in den Hochbeeten (c) by Joachim Wenk
prächtige Paprika in den Hochbeeten

Die Hühner gefallen dann auch unserem Max, dem Hund. Sehr interessant findet er sie, was aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht. Der Arme, wieder einmal wird er enttäuscht und seine Liebe trifft nicht unbedingt auf Gegenliebe.

In einem Beet sehe ich Samenstände. „Das ist doch Muskatellersalbei, oder?“ ist sofort meine Frage. Schon länger interessiert mich diese Pflanze, die, so glaube ich, sehr gut in das Klima und den Boden meines Gartens passt. Klar war es Muskateller und schwups, schon bekomme ich eine samentragende Blütenrispe verpackt. Juchu, da muß ich mich gleich ans Aussähen machen. Einen Sämling, flink ausgebuddelt, erhalte ich auch noch obendrauf.

Aber nicht nur der Garten wird besprochen. Das kleine Häuschen neben dem Haus findet unser beider Interesse. So einen gemauerten Brotbackofen brauchen wir auch noch bei uns. Sabine hat erste Erfahrungen damit gesammelt und es hat funktioniert. Ich beneide sie.

gemauerter Backofen (c) by Joachim Wenk
gemauerter Backofen für frisches Brot oder leckere Pizza – und er funktioniert sogar noch

Wie schauen uns noch den wiederbelebten Brunnen an, den kühlen und feuchten Lagerkeller (wie schön, wenn man so ein altes Haus hat) und den Überwinterungsraum für Kübelpflanzen. Jetzt sind wir einmal rum ums Haus und sitzen schon wieder auf der nächsten Sitzgelegenheit, abermals unter Weinlaub.

Man merkt die Weinbaugegend. Überall wächst er auch hier im Garten und am Haus. Rote Trauben hängen auch schon dicke an den Zweigen. Klar, daß wir auch noch mit einer Flasche selbst vergorenen Traubensaftes vom letzten Jahr beschenkt werden. Das ist heute wie Weihnachten.

Geranien und Wein (c) by Joachim Wenk
wie hübsch die Geranien un der Wein

rote Eingangstür rote Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Eingangstür in sehr schönem Rot mit passender Rosenumrahmung

 (c) by Joachim Wenk
sogar das Thermometer ist rot gestrichen

Die  Zeit verrinnt wie im Flug und wir müssen uns langsam wieder verabschieden. Schade, dass der Besuch schon  vorüber ist. Aber vielleicht besuchen wir uns ja wieder einmal, in einer andere Jahreszeit vielleicht. Sicher ergibt sich da wieder einmal etwas.

Blick in den Garten (c) by Joachim Wenk
noch ein letzter Blick in den Garten, vor dem Abschied

Linsenernte und Kartoffelernte

Was es nicht so alles gibt und was es nicht so alles zu erledigen gibt. So eine Sisyphus-Arbeit bringt nicht wirklich ein Erfolgserlebnis. 
Aber fangen wir einmal von Vorne an. 
Ihr seht, es ist mal wieder ein Karpfenweiher-Thema. So sollte ein Karpfenweiher aussehen. Total trübes Wasser und keine Pflanzen.  
intakter Karpfenweiher im August (c) by Joachim Wenk
intakter Karpfenweiher im August

 Wieder ein schönes Beispiel für einen normalen Karpfenweiher. Nur die Hecke müsste mal wieder geschnitten werden. Das mache ich am Wochenende.

intakter Karpfenweiher im August (c) by Joachim Wenk
intakter Karpfenweiher im August

Ui und dann das. Sieht romantisch aus, ist es aber nicht. Der Weiher hat massiv zu wenig Wasser, wegen der monatelangen Dürre. Dazu kam die unnormale Hitze über so viele Wochen und die Wasserlinsen-Pest auf der Oberfläche. Es war auf Messers Schneide, dass er umkippt. Leider haben wir schon ein paar große alte Fische entfernen müssen. Leider darunter auch einer unserer letzten Graskarpfen, die ja die Linsen fressen würden, wenn genug Graskarpfen im Weiher wären. Auch ein toter Wels musste entfernt werden.

Als erste Rettungsmaßnahme habe wir vom benachbarten Weiher (der erste oben im Bild) Wasser herüber gelassen. All zuviel kann man da aber im Moment auch nicht ablassen, weil der ja auch zu wenig Wasser hat.

Wenigstens sind keine weiteren toten Fische zu sehen.

kranker Karpfenweiher im August (c) by Joachim Wenk
kranker Karpfenweiher im August

Jetzt müssten wir nur noch die Unmengen an Wasserlinsen reduzieren. Durch die kann auch keine Luft mehr an das Wasser heran.

Wir teilen uns die Arbeit auf. Einer steigt ins Boot und fischt die Linsen und der andere bleibt am Mönch stehen und fischt dort.

Das ist wirklich ein Schauspiel zum Verzweifeln. Käscher für Käscher gefüllt mit Wasserlinsen fischen wir aus dem Wasser. Und bis der Käscher geleert ist, sind die übrigen Linsen aufgerutscht und das Loch im Teppich ist sofort wieder geschlossen.

Also fischen wir und fischen und fischen und wenn wir nicht gestorben sind fischen wir noch immer.

Sisyphus-Arbeit im August (c) by Joachim Wenk
Sisyphus-Arbeit im August

Sisyphus-Arbeit im August (c) by Joachim Wenk
Sisyphus-Arbeit im August 

Bei dieser stumpfsinnigen und ergebnislosen Arbeit hat man ja viel  Zeit zum Nachdenken und Sinnieren. Dabei habe ich mir überlegt, daß das grüne Zeugs sicher auch gut verrottet und wir es doch nicht hier müssen sinnlos an der Böschung zum Graben verteilen. Also wird alles in passenden Behältern gesammelt und mit heim genommen für den Kompost.

Wie es der Zufall will, habe ich gerade vormittags noch aus zwei halbvollen Behältern einen gemacht. Ich habe den fast fertigen und leicht feuchten, stark nach Walderde duftenden Kompost schubkarrenweise umgeschichtet und kann nun wieder einen neuen Behälter füllen. Das wurde Zeit, weil sonst schon alles voll ist.

Linsenernte für den Kompost (c) by Joachim Wenk
Linsenernte für den Kompost

Damit ich nach dem stupiden Linsenernten noch ein  Erfolgserlebnis bekomme, habe ich mich daran gemacht die restlichen mittelfrühen Kartoffeln aus der Erde zu holen. Das Kraut ist fast ganz abgestorben. Größer wird mein Ertrag nun nicht mehr.

Es kam dann doch noch eine schöner Ernte zusammen.

mittelfrühe Kartoffeln (c) by Joachim Wenk
Kartoffelernte 2015 die Zweite

Kartoffelsorte Galactica (c) by Joachim Wenk
Kartoffelsorte Galactica

Kartoffelsorte Mayan Gold (c) by Joachim Wenk
Kartoffelsorte Mayan Gold – die Schnellkochkartoffel

Kartoffelsorte Bionica (c) by Joachim Wenk
Kartoffelsorte Bionica

Nach all den lila Blauhilden kommen jetzt die hübschen rot geflammten Sanguigno Buschbohnen.

Buschbohne Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohnen Sanguigno

Ich habe sie dieses Jahr nicht in einer Reihe fortlaufend gesät, sondern in einzelnen Tuffs mit je 8 Bohnen. Ich versuchte das, in der Hoffnung sie stützen sich so gegenseitig ein wenig besser. Die Sorte ist überaus wuchsfreudig! Aber sie schlackern doch wieder irgendwie im Beet und bilden mittlerweile eine geschlossene Reihe. Auch den Weg haben sie schon zu gewuchert. Was soll`s ich bin immer froh, wenn etwas wächst und lieber wächst es zu sehr als zu wenig.

Buschbohne Sanguigno im Beet (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno im Beet

Das Wunder der Natur oder, die Wüste lebt

Dieses Jahr ist weiß Gott kein einfaches Jahr.  Für den Garten nicht und schon gleich nicht für den zugehörigen Gärnter.

Oft hatte ich bereits Grund zum Jammern über die Unbilden der Natur.

Und jetzt, nach so viel Ungemach und den diversen Misserfolgen und umsonst hinter sich gebrachten Mühen, erlebe ich es wie ein Wunder. Ein Geschenk der Natur, das mich so glücklich macht, mir wieder Freude an meinem Garten gibt und wieder Hoffnung vermittelt, daß es doch alles gut ist oder wird.

Ich will euch ein paar Fotos zeigen, die meine Erleichterung und empfundene Freude vielleicht erklären können.

Fangen wir mit den Färberkamillen an. Sie lieben es warm und trocken und werden nicht von Schnecken zerfressen. So steht es im Katalog und so erlebte ich es vergangenes Jahr. Darauf hin habe ich mir mehr von diesen hübschen Stauden gekauft.

2015 dann sah das Ganze so aus. Wunderschön. Jeden Tag freute ich mich daran.

Färberkamille Ende Mai  2015 (c) by Joachim Wenk
Färberkamille Ende Mai 2015

Der Juni wurde wahnsinnig heiß und es regnete nicht. Das war’s dann für meine Färberkamille(n). Denn so wie die hier gezeigte, ging es allen Pflanzen. Ich trauerte sehr um die schönen Stauden, habe ich sie doch zu allermeist erst im Herbst gepflanzt und das war die erste Blüte. Aber sie sind doch trockenen Standorte gewöhnt dachte ich…
Färberkamille Anfang Juli 2015 (c) by Joachim Wenk
Färberkamille Anfang Juli 2015 

Ich habe das dürre Kraut dann irgendwann abgeschnitten, als nichts Grünes mehr daran zu erkennen war.

Und jetzt, nach dem Regen vergangene Woche und am Wochenende, sehe ich das frische Grün, dort, wo die Färberkamille stand. Sie treibt wieder aus!

Färberkamille Mitte August 2015 

Und das gleiche Phänomen entdecke ich auch an etlichen anderen Färberkamillen, die ich längst abgeschnitten und auch aufgegeben hatte.

Leider mußte ich auch erleben, daß sie vor Schnecken nicht gefeit sind. Die Exemplare, welche von den Schnecken sehr stark geschädigt wurden, blühten dann auch an dünnen fast blattlosen Stängeln und sterben schließlich ab. Dort kann ich noch kein frisches Grün entdecken.

Die Berg-Flockenblume hat mich ja schon vor dem Regen freudig überrascht. Die intensiv gefärbten lila Blüten im Frühjahr waren einfach umwerfend.

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume

Dann kam der Juni, die Hitze und Dürre und das war’s mit meiner Bergflockenblume….

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume 
Auch sie war längst abgeschnitten und emotional begraben, bis eines Tages…
Sie trieb neu aus, im Foto oben rechts und mit ihrem frischen Blattgrün sprossen rings um sie lauter kleine neue Bergflockenblumen aus der Erde. Ich trauerte um die verlorene Staude und die Natur zeig mir, was sie wirklich kann. Nicht nur daß die Staude nicht verloren war, nein sie hat sich sogar vermehrt und überall keimen neue Flockenblumen. Die werde ich sorgsam im Herbst versetzen und habe so ganz umsonst viele neue Stauden geschenkt bekommen. 
Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume 

Auch eine weitere Flockenblume hatte ich abgeschrieben. Sie überlebte den Angriff der Killer-Schnecken nicht.

Die Schnecken waren im Mai und Anfang Juni wirklich die Pest im Garten. Sie haben enormen Schaden angerichtet.

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume

Dann kam noch der Juni und der Juli  mit der Hitze und….. Naja ihr wisst es ja.

Aber mit einem Mal regte sich was an der Stelle der abgefressenen Flockenblume.  Die feindlichen Schnecken lagen zu der Zeit sicher schon gut durchgegart und eingetrocknet irgendwo in der Erde, da wagte die tapfere Staude einen zweiten Versuch. Ein wunderschöner frischgrüner Blattwüschel steht nun im Beet.

Bergflockenblume (c) by Joachim Wenk
Bergflockenblume 

Und noch ein Beispiel will ich euch geben, von der Unberechenbarkeit und dem Überlebenswillen der Natur und der Pflanzen.

Von Sabine bekam ich zwei Stauden Brandkraut. Schneckenresistent sagte sie ist es und gelb blüht es. Das passt gut in das gelblila Staudenbeet und tatsächlich wuchs es rasch und blühte ganz apart. Beim Staudenkauf fand ich im Katalog eine rosa Form vom Brandkraut und bestellte es. Es trieb aus und wurde sofort von den Schnecken zerstört. Da war nichts zu machen. Alles was austrieb, wurde abgefressen und auch Stück für Stück die bereits vorhandenen Blätter.

Genau wie die Färberkamillen letztes Jahr nicht gefressen wurden und das gelbe Brandkraut ohne einen einzigen Schneckenbiß sich des Lebens freut, ist dann ein anderes Mal wieder alles ganz anders. Dieses Jahr fressen Schnecken Färberkamillen und scheinbar, wenn das Brandkraut rosa ist, mögen sie auch das.

rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut von Schnecken zerfressen

 Dann Dürre, Hitze….

Regen, und nun das. Ja! Es treibt doch tatsächslich ganz kräftig das rosa Brandkraut auch wieder neu aus. Welch eine Freude!

rosa Brandkraut (c) by Joachim Wenk
rosa Brandkraut
Wirklich ernsthaft sprachlos stand ich vor dem grünen Dickicht um die Forsythie. Die Blätter hingen und vielen und unten am Boden das Immergrün sah schlimm aus. Stellenweise waren die Blätter richtig grün-braun. Ich hätte allenfalls geglaubt, daß das im Frühjahr von unten wieder neu austreibt. Dass es aber möglich wäre, diese kaputten, vertrocknete Blätter noch einmal zum Leben erwecken zu können, hätte ich niemals gedacht. Zwischen den Fotos liegen gerade einmal 2 Wochen im August diesen Jahres. 

Immergrün (c) by Joachim Wenk
Immergrün

Immergrün (c) by Joachim Wenk
Immergrün 
Forsythie (c) by Joachim Wenk
Forsythie

Forsythie (c) by Joachim Wenk
Forsythie

Unfassbar hart im Nehmen, ist das Dachwurz. In der Hitze hat es wunderschön geblüht. Dann starben die Pflanzen mit den Blüten ab und doch lebt es noch. Viele kleine grüne neue Pflänzchen liegen nun auf dem Stein. Ohne Wasser bei der unvorstellbaren Hitze hat es überlebt.

Dachwurz (c) by Joachim Wenk
Dachwurz

Die mittlerweile 50l Regen pro Quadratmeter, die in den vergangen Tagen vom Himmel vielen zusammen mit den kühlen Temperaturen von nur knapp über 20 °C unter bedecktem Himmel, waren ein Quell der Erneuerung und Regeneration für den Garten.

Das Eisenkraut blüht seit vielen Wochen unermüdlich. Die fette Henne schickt sich an, den Hummeln ihr Herbstmahl zu liefern.

Eisenkraut und fette Henne (c) by Joachim Wenk
Eisenkraut und fette Henne

Die beiden Schmetterlingsflieder wucherten an ihrem neuen Standort auch stark und blühen ebenfalls seit Wochen.

Schmetterlingsflieder (c) by Joachim Wenk
Schmetterlingsflieder

Die vielblütigen Sonnenblumen haben eine deutlich längere Blütezeit, als Sorten mit nur einer einzigen Blüte. Ich habe sie in Braun und in Gelb und werde die auf jeden Fall wieder anbauen.

vielblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
vielblütige Sonnenlbume

vielblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
vielblütige Sonnenblume 
vielblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
vielblütige Sonnenblume 

Die Dahlien im Trog freuen sich auch darüber, daß das Wasser nicht mehr so schnell knapp wird und sie schlapp im Kübel hängen müssen.

Dahlie (c) by Joachim Wenk
Dahlie 

Dahlie (c) by Joachim Wenk
Dahlie

Die Cosmea ragt hoch hinauf, bis in die Baumkrone.

Cosmea am Hausbaum ( c ) by Joachim Wenk
Cosmea am Hausbaum

Bei all der Blütenpracht denke ich doch auch schon wieder an die Blüh-Saison 2016. Die Rose an meinem Rosenbogen hat begonnen zu wachsen. Und weil ich einmal gelesen habe, daß man die Triebe der Kletterosen nicht senkrecht nach oben leiten sollte um ein Verkahlen im unteren Bereich vorzubeugen, versuche ich es nun anders. Ich binde die noch weichen Triebe fast waagerecht und dann nach einer Kehrtwendung wieder waagerecht und so fort.

Ich hatte diese Kletterrose schon einmal an einem Pfosten und dann oben an einem gespannten Seil entlang. Bis zur Höhe von fast 2m waren nur kahle, Äste und oben als es horizontal am Seil lang ging kamen Seitentriebe und alle Blüten in sehr großer Zahl. Da bin ich mal gespannt, ob es etwas bringt, die Triebe gleich so spiralig noch oben zu führen. Einen Trieb ließ ich gleich senkrecht hoch wachsen, damit dann nächstes Jahr oben auch schon etwas los ist. Wenn das klappt, dann habe ich von unten bis oben Rosenblüten. Das wäre ein Traum.

Kletterrosen horizontal anbinden  (c) by Joachim Wenk
Kletterrosen horizontal anbinden 

Kletterrosen horizontal anbinden  (c) by Joachim Wenk
Kletterrosen horizontal anbinden 

Zucchinikuchen im Glas

Zucchini gibt es im Moment ausreichend. Also probiert doch einfach einmal den Zucchinikuchen im Glas. Zucchini muß nicht immer herzhaft verarbeitet werden. Der Kuchen hält sich ein paar Monate und in der Zeit findet sich doch bestimmt eine Gelegenheit ihn zu genießen: wenn überraschender Besuch kommt, im Büro mit den Kollegen oder ganz allein im Garten.

Zucchinikuchen im Glas
Zutaten: 
400g      Zucchini
400g      Mehl
3            Eier
300g      Zucker
1Pckg.   Backpulver
200ml    Sonnenblumenöl
3  Teel.  Zimt
1Msp.    Nelken
3Teel.    Kakao, gehäufte Teelöffel
Für die Gläser: 
  • Zimmerwarme Butter
  • Semmelbrösel
6 Weck-Gläser à 500ml (Das müssen aber zwingend die nach oben hin weiter werdenden Sturz-Gläser sein, sonst lässt sich der Kuchen vor dem Verzehr nicht aus dem Glas stürzen!)
6 Gummiringe für Weckgläser
12 Klammern für Weckgläser
Zubereitung: 
  • Zucchini waschen und schälen. Größere Exemplare, aus denen man dann wohl meistens den Kuchen macht, entkernen. Dann das Zucchinifleisch grob raspeln. Backofen vorheizen: 175°C Ober- und Unterhitze.

  • Weck-Gläser buttern (nicht die Deckel). Dazu etwas zimmerwarme Butter auf ein Küchenpapier geben und damit das ganze Glas samt Boden gleichmäßig mit der Butter beschmieren. Dann 1 gehäuften Eßlöffel Semmelbrösel ins Glas geben. Glas drehen und bewegen, daß die gesamte Glasfläche mit Bröseln ausgekleidet ist. Übrige Brösel ins nächste gebutterte Glas schütten, wenn nötig weitere dazu geben und weiter so verfahren, bis alle Gläser behandelt sind.  

  • Eier, Öl und Zucker in der Küchenmaschine mit dem Schneebesen schaumig rühren. 

  • Mehl und Kakao mit dem Backpulver und den Gewürzen vermischen. Bei den Gewürzen kann man gut experimentieren, mehr Zimt, weniger Nelke, lieber Orangenabrieb dazu oder oder oder. Ganz nach eigenem Geschmack. 

  • Mehlmischung jetzt zu den anderen Zutaten in die Küchenmaschine geben und vermischen. Am Schluß die geraspelten Zucchini zufügen und gleichmäßig verrühren. 

  • Jetzt wird der Teig auf die Gläser verteilt. Dabei darauf achten, daß der Rand oben sauber bleibt. Wenn nötig gleich abwischen, sonst kann am Ende der Gummiring nicht dicht abschließen. Teig immer nur bis zur Hälfte der Höhe des Glases einfüllen!

  • Gläser ohne Deckel in den Backofen stellen und bei 175°C etwa 50- 60 Minuten backen. Der Kuchen ist fertig, wenn bei der Stäbchenprobe kein Teig mehr am Stäbchen haften bleibt. 

  • Nun wird ein Glas nach dem anderen mit Ofenhandschuhen aus dem Ofen genommen. Den Glasrand nochmals kontrollieren, daß nichts daran haftet. Gegebenenfalls mit feuchten Lappen entfernen. Gummiring auf einen Deckel fügen und das Glas damit sofort verschließen. Mit den Klammern fixieren. Steht einmal ein Kuchen über das Glas hinaus, kann er mit einem Messer auf die passende Höhe abgeschnitten werden. 

  • So mit allen Gläsern nacheinander verfahren und die Gläser dann erkalten lassen. Danach können die Klammern entfernt werden und der Kuchen ist fertig für die Speisekammer – oder zum Verzehren. 
Kühl und dunkel gelagert hält der Kuchen mindestens 2 Monate. Trockener Kuchen würde noch länger halten, hier aber sind relativ viele feuchte Zucchini enthalten, das verkürzt die Lagerzeit. 
Zucchini (c) by Joachim Wenk
das Ausgangsmaterial für den Kuchen

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
wichtig! die Sturz-Form, damit der Kuchen auch wieder raus
kommt aus dem Glas

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
Die Gläser sorgfältig buttern und mit Semmelbröseln ausstreuen

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
Nach dem Backen sofort verschließen und kalt werden lassen

Zucchinikuchen im Glas backen  (c) by Joachim Wenk
Normal sollte die Mengenangabe so gut passen, daß keiner der Kuchen aus der Reihe tanzt und höher als das Glas wird

Achim allein zu Haus…

Achim allein zu Haus. Es ist Wochenende und ich bin Strohwitwer. Also mal überlegen, was ich so anfangen könnte. 
Gartengießen schießt mir in den Kopf. Die einzige Gartentätigkeit oder überhaupt Tätigkeit, wenn ich daheim bin, in den letzten Monaten. 
Ach ne, denke ich. Am Montag hat es zwanzig Liter geregnet und jetzt am Wochenende soll es auch ganz toll regnen. Ich denke, das muß ohne Gießen gehen. Nur im Gewächshaus oder die Dahlien im Kübel werden versorgt. Am Samstag jedenfall, das wird mir bald klar, wird kein Regen kommen. Dafür ist es kalt geworden. Ich schwitze bei nur 26°C im Garten. Naja, immerhin 12°C weniger als ich gewöhnt bin. 
Trotzdem sieht mich der Garten erst am Nachmittag. Ich habe mir ein paar Experimente für heute vorgenommen und die finden in der Küche statt. 
Nach ein paar Stunden in der Küche zieht es mich dann doch hinaus in den Garten. Nur mal kurz schauen und ein wenig Ernten. Aber nur kurz Ernten geht eben im August nicht. Das dauert länger. Überall lachen einen die reifen Früchte der monatelangen Arbeit an. 
Der erste größere Schwung Tomaten muß abgenommen werden. Ich will ja noch Tomatensauce konservieren. Letztes Jahr hatte ich von den einzelnen geernteten Früchten nicht eine einzige gesunde dabei. Dieses Jahr alle wunderbar. Ein paar sind geplatzt, das liegt wohl am Temperaturrückgang verbunden mit dem Regen vom Montag und gestern Nacht (die üblichen ca. 700ml kamen vom Himmel). 
Tomatenernte (c) by Joachim Wenk
Tomatenernte

Wirklich überreich trägt die gelbe Wildtomaten. Hier kann man laufend ernten. Die Früchte sind etwa kirschgroß und süß. Leider platzen sie fast immer beim Abmachen vom Strauch, so dass man sie gleich essen oder kochen  muß, während man die normalen großen Tomaten auch einmal ein paar Tage in der Küche liegen lassen kann.

Ich habe den einen Strauch gepflanzt, weil die wirklich fast überhaupt nicht von der Braunfäule betroffen werden. So dachte ich, wenn es kommt wie vergangenes Jahr, daß ich alle anderen Tomaten genau vor der Ernte komplett entsorgen muß, so hätte ich mit dem Wildtomatenstrauch doch noch ein paar Tomaten zum Vespern. Also wenn jemand zum Beispiel am Balkon nur eine Tomatenpflanze halten kann, würde ich so eine Wildtomate empfehlen. Man muß sie nicht entgeizen, sie bekommt die Fäule nicht und liefert wirklich ununterbrochen ansehnliche Mengen der kleinen gelben Früchte.

kleine gelbe Wildtomaten (c) by Joachim Wenk
kleine gelbe Wildtomaten

Im Gewächshaus hängen ja auch noch Tomaten. Die kommen  in die schwarze Kiste. Und das Basilikum kommt endlich zum eigentlichen Einsatz. Es wird mit in die zu konservierende Tomaten-Pulpa gekocht. Beim Herumstreifen im Gewächshaus fallen natürlich auch wieder eine Menge Ananaskirschen reif von der Pflanze. Die können auch noch ein paar Tage in der Küche liegen, bevor sie gegessen werden. Sie reifen noch nach.

Wieder im Freien, sehe ich die lila Bohnen am Bohnenzelt. Also hole ich mir die Leiter und ernte die Blauhilde. Dahinter steht eine Reihe Gurken, da sind natürlich auch wieder neue Früchte daran, die schon längst hätten geerntet werden müssen.

Ach und dann, im Beet nebenan die Zucchini und Ufokürbisse. Glück gehabt, im Moment keine Zuccchini, aber Ufokürbisse in allen Größen. Einer kommt gleich mit, den gibt es irgendwie morgen zum Mittag mit frischen Kartoffeln.

reiche Gemüseernte (c) by Joachim Wenk
schnell mal in den Garten zum Ernten gegangen

UfoKürbis (c) by Joachim Wenk
Ufo-Kürbis (warum der nur so heißt?)

Und immer wenn man  meint, man hat alles geerntet, sieht man wieder und wieder neue Ernteobjekte. Die Brombeeren beginnen zu reifen. Der Strauch ist wieder  über und über mit dicken Himbeeren behängt. Die reifen aber sehr zeitversetzt, so dass man oft ernten kann.

Brombeeren (c) by Joachim Wenk
Brombeerernte

Neben dem ganzen Gemüse gibt es auch wirklich noch einiges das blüht in meinem Garten. Das Gelb-Orange vom kalifornischen Goldmohn ist an Strahlkraft wirklich kaum zu überbieten. Ich habe ihn erst spät gesät. Ich kannte ihn nur von Bildern, hatte ihn aber selbst noch nie. Dann las ich, daß er Sonne und Trockenheit mag. Genau richtig für mein  Gelb-Lila-Staudenbeet. Und jetzt blüht er doch noch. Hoffentlich säht er sich auch schön selbst aus, wie es immer heißt.

kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn

Sicher wollt ihr nun auch wissen, was ich so alles in der Küche angestellt habe.

Zuerst mußte etwas mit der Zucchini geschehen. Die habe ich schon während der Woche geerntet. Wie das eben immer wieder vorkommt habe ich zwei Zucchinis übersehen und muß jetzt etwas mit den Monster-Zucchini anfangen. Eine davon habe ich wohl wirklich zu lange übersehen. Ihr Fruchtfleisch war schon ganz hart und trocken und leicht gelblich. Die war überreif und nicht mehr zum Verzehr geeignet. Die andere aber konnte noch gut verarbeitet werden.

Zucchini (c) by Joachim Wenk
riesige Zucchini

 Schon länger wollte ich Kuchen im Glas probieren. Was liegt also näher, Zucchini-Kuchen im Glas zu backen. In meinem Konservier-Buch habe ich auch gleich das passende  Rezept gefunden. 400g Zucchini sind hierfür schon einmal verarbeitet. Sechs Halbliter-Gläser ergab das Teigrezept. Es hat alles gut geklappt und nun habe ich einen kleinen Kuchenvorrat.

Zucchinikuchen im Glas (c) by Joachim  Wenk
Zucchinikuchen im Glas
Aus einem weiteren Kilo Zucchini habe ich Essiggurken-Ersatz gemacht. Dafür habe ich die Zucchini, wie sonst Essiggurken im Sud gekocht und dann in Gläser gefüllt. Die Zucchini ist somit verarbeitet. 
Zucchini wie Essiggurken eingemacht (c) by Joachim Wenk
Zucchini wie Essiggurken eingemacht

Was mache ich mit den Gurken? Eigentlich sind es kleine  Vespergurken. Weil wir aber so viele gar nicht gleich verbrauchen können, sind ein paar sehr groß geworden und die Schale verfärbt sich bereits gelblich. Sie haben ein sehr intensives Gurkenaroma. Geschält und entkernt habe ich sie zu Gurkensuppe gekocht, die in  Gläser eingefüllt und nochmal 30 Minuten eingekocht. Ein weiterer  Vorrat für die Speisekammer, wenn es einmal schnell gehen muß zum Mittagessen.

Glas öffnen, etwas Sahne dazu geben, heiß machen und ein angeröstetes Brot mit  Butter dazu, ist ein schnelles und leichtes Essen. Man könnte sich natürlich auch ein paar Garnelen in Knoblauch und Chili dazu anbraten….

Bleiben noch die Tomaten und Brombeeren.

Ein paar schöne Brombeeren friere ich ein. Erst einmal, wie bei den anderen Beeren auch, in einem flachen Behälter nebeneinander gelegt einzeln einfrieren und dann in gefrorenem Zustand umfüllen in den eigentlichen Gefrierbehälter. So kann ich sie einzeln entnehmen und jeweils eine in den Muffinteig drücken vor dem Backen oder die leckeren Hefeteilchen mit Puddingfüllung backen. Auf die kommen vor dem Backen auch ein paar  Beeren. Wie gut, daß schon Himbeeren, Erdbeeren und rote beziehungsweise schwarze Johannisbeeren dazu im Gefrierschrank bereit liegen.

Aus den restlichen Brombeeren habe ich mit den Ananaskirschen zwei Gläser Konfitüre gekocht. Weil für die kleine Menge es sich nicht gelohnt hätte, die Beerenpresse einzusauen habe ich gemeint, ich könnte die Früchte, wie oft für Erdbeeren oder Himbeeren beschrieben, vorher in den Mixer geben. Leider aber sind die  Kerne oder Nüsschen der Brombeeren derart hart, daß sie sich nicht zermixt haben und nun in der Marmelade sind. Die schmeckt zwar wirklich köstlich, aber die harten Kerne vermiesen dann doch etwas den Genuß.

Die Tomaten habe ich schließlich halbiert, mit Salz vermischt und etwas Essig im Topf gestampft. Dann wurden sie gekocht, bis sie alle zerkocht sind. Das dauert einige Zeit. Weil beim Kochen Flüssigkeit verdampfen soll, um die Sauce einzudicken, muß man den Deckel weg lassen. Tomatensauce hat aber die dumme Angewohnheit, beim Kochen ganz fürchterlich zu spritzen. Um den Topf sähe es dann ziemlich verspritzt aus. Mir ist da einmal eine gute Lösung eingefallen, die sich seither bestens bewährt hat. Es gibt diese runden feinmaschigen Gitter, die man auf die Pfanne beim Braten legt, um Fettspritzer zu vermeiden. Was bei Fett hilft, geht natürlich auch bei Tomatensaucenspritzern. Und der Dampf kann durch das Gitter entweichen.

Als die Tomaten dann zerkocht waren, kam das klein gehackte Basilikum und der Oregano dazu. Das wird noch einmal kurz mitgekocht und dann passiert. Übrig bleibt eine absolut köstliche Tomaten-Pulpa. Die könnte man nun noch weiter kochen.  Dabei dickt sie mehr und mehr ein. Ich koche sie aber nur nochmals auf  und fülle sie dann in Gläser. Gleich den Deckel verschließen und das Glas auf den Kopf stellen. Danach richtig herum stehend erkalten lassen. Dreieinhalb Liter feinste Tomatensauce habe ich nun fürs erste in unterschiedlich großen Schraubgläsern. Die halten locker bis zur nächsten  Ernte und im Winter habe ich für alles, bei dem Tomaten oder  Dosentomaten auf dem Rezept steht, meine eigene Tomatengrundlage. Wichtig ist es, wirklich alle möglichen Gläsergrößen zu befüllen. Für eine Hackfleischsauce braucht man eben mehr Tomatensauce als bei einem Braten oder den oben erwähnten gebratenen Garnelen.

Mittlerweile ist es Abend und habe Hunger. Ich werde die Bohnen dann wohl morgen eingefrieren. Dann soll es sowieso regnen und ich habe Zeit für weitere Küchenschlachten.

Ich sag nur: 20 Liter!

Du meine Güte, was war das für eine freudige Überraschung, als wir von der Arbeit heim kommen und am Regenmesser sofort sahen: es hat geregnet!
Und ja, diesmal spreche ich ausdrücklich und mit einem Strahlen im Gesicht von Regen, richtigem Regen. 20 Liter pro Quadratmeter kann man auch nach so langer Dürre als Regen bezeichnen. Und das hat so unendlich gut getan, uns und dem Garten. Wie weich der Boden unter dem vertrockneten Rasen plötzlich ist. Und wie frisch alles erscheint. Das war ein wirklich ganz wundervolles überraschendes Feierabendgeschenk. 
Regenmesser (c) by Joachim Wenk
20l pro Quadratmeter – ein herrliches Geschenk

Frisch und knackig sind nun auch die Bohnen, die sehr unter der Hitze und Trockenheit litten. Viele verbrannte Blätter sind zu finden. Aber jetzt im Moment ist wieder alles gut. Die erste Ernte steht eingekocht in 3 Gläsern in der Vorratskammer.

Die hier sind dann am Wochenende dran. Es hängen schon wieder eine ganze Menge am Bohnen-Tipi. Ich finde das dann im Sommer so schön, wenn der Bewuchs im Garten ein bisschen aus den Fugen gerät. Hier zum Beispiel hat sich eine Bohnenranke wohl nicht an den Schnüren des Bohnenzeltes festhalten können und ist im Zaun gelandet. Jetzt hängen eben hier die hübschen lila Bohnen. Solche Garten-Bilder machen mir besonderen Spaß, weil ungeplant und spontan entstanden.

Blauhilde im Zaun (c) by Joachim Wenk
die Blauhilde macht sich selbstständig und rankt im Zaun weiter

Das ist das nun wirklich schon dicht berankte Bohnenzelt. Unter der grünen Schnur links kann ich aufrecht durchgehen und ich bin 1,86 groß. Nur damit ihr euch vorstellen könnt, wie hoch hinauf es die Blauhilde geschafft hat. Da muß ich dann natürlich wieder mit der Leiter zum Ernten antreten. Und jedes Mal aufs Neue genieße ich dabei den ungeheuren Vorteil dunkel-lila gefärbte Bohnen zu haben. Die stechen aus dem grünen Laub, das sie umgibt, optisch deutlich hervor. So übersieht man sie nicht beim Ernten, wie es sonst wirklich oft der Fall ist.

Bohnen-Tipi mit Blauhilde (c) by Joachim Wenk
Bohnen-Tipi mit Blauhilde

Auch hier wird am Samstag geerntet und konserviert.  Das wird köstliche Tomatensauce für den Wintervorrat. Diesmal gebe ich am Schluß noch Basilikum und griechischen Oregano dazu. Beides habe ich mir durch Samen gezogen. Etliche schön gewachsenen und sehr geschmacksintensive Pflanzen stehen im Gemüsegarten verteilt oder im Gewächshaus bereit.

Tomaten kurz vor der Ernte (C) by Joachim Wenk
Tomaten kurz vor der Ernte

Was bin ich auch froh über unser selbst entworfenes und eigens angefertigtes Tomatenrankgerüst. Es ist etwa 190cm hoch über dem Erdboden. Und seht, wie hoch die Tomaten schon darüber hinaus gewachsen sind. Die Sorten sind ungemein wüchsig und fanden die handelsüblichen Spiralstäbe, die angeblich für Tomaten geeignet sind, immer nur spaßig.

Ich habe die über das Gerüst hinausragenden Triebe allerdings jetzt gekappt. Es ist Mitte August und egal wie das Wetter auch weiter gehen mag, die Blüten da oben werden nie mehr zu reifen Früchten werden. Jetzt soll die Tomate ihre Kraft in die reifenden Früchte und nicht mehr ins Höchenwachstum stecken.

Tomaten ragen über das Rankgestell hinaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten ragen über das Rankgestell hinaus

Endlich fängt er an zu wachsen. Seit Mitte Mai steht er im Beet und hatte nicht einmal eine Länge von einem Meter erreicht, die Blätter gerade so groß wie meine Hand.  Jetzt fing er an zu wachsen, klettert den Maschendrahtzaun empor und hatte endlich einmal zwei weibliche Blüten. Vielleicht klappt es doch noch mit Kürbis. Es ist ja nur ein Hokkaido, der muß als keine zwei Zentner Größenzuwachs mehr generieren.

Hokkaido im Gartenzaun (c) by Joachim Wenk
Hokkaido im Gartenzaun

Die hübsche Cosmea hier ist wieder selbst aufgegangen. Im letzten Jahr schon blühten sie unterm Hausbaum. Dann nahm ich Samen und wollte welche vorziehen und auspflanzen. Leider keimten sie nicht oder wuchsen nicht. Wenn sie selbst keimen und wachsen dürfen, gefällt ihnen das wohl besser.

Cosmea (c) by Joachim Wenk
Cosmea

Anfang Juni grub ich Wurzelausläufer von Rosen auf unserem Parkplatz aus. Hier  habe ich darüber berichtet. Leider ist aus keinem einzigen Ausläufer etwas geworden und ich habe sie auf den Kompost geworfen.

Dann war die liebe Sabine bei mir zu Besuch und brachte genau so einen Ableger als Geschenk mit. Abermals setzte ich ihn in einen großen Topf mit Blumenerde. In den Garten brauchte ich den ja nicht zu pflanzen, weil der Boden selbst für einen Spaten nicht zu durchdringen war so ausgetrocknet wie er ist.

Ich machte mir angesichts der nur wenige Tage vorher entsorgten eigenen Ausläufer keine große Hoffnung.

Und jetzt, seht selbst. Ich traute meinen Augen nicht. Der Ausläufer treibt aus! Jetzt müsste ich nur noch wissen, was das für eine Rose ist. Also, Sabine, wenn du das liest, schreib mir doch mal, was da so in meinem Topf wächst.

frischer Austrieb am Rosenausläufer (c) by Joachim Wenk
frischer Austrieb am Rosenausläufer

In dieser Ecke im Staudenbeet blüht es gerade prächtig. Leider bringt die Kamera meines Handys einmal wieder die wirklichen Farben nicht genau herüber und scharf hat sie die hübsche Blütengruppe leider auch nicht hinbekommen. Dennoch zeige ich es euch, weil es wirklich so schön ist. Nachtkerze, Mutterkraut und gelbe Zinien.

gelb und weiß im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
gelb und weiß im Staudenbeet

Erfreuliches trotz Hitze und ein erstaunliches Rezept – wie gemacht für diese Jahreszeit

Und wieder ist ein Sommerwochenende mit 36° bis 38°C und blauem Himmel ohne Regen vergangen. Im Garten ist jetzt wirklich die einzige Arbeit das Gießen, alles andere ist nicht möglich.

Unser Brunnen hatte das  Wochenende nun auch die ersten Aussetzer und ich muß weitere Gartenteile ihrem Schicksal überlassen.

Ein schöner Bericht über meinen Garten, wie  er im Frühjahr noch saftig grün war, steht  übrigens im online-Gartenhaus-Magazin. Hier könnt ihr das einmal anschauen: Gartenhausmgazin.
Trotz der ganz scheußlichen Dürre habe ich aber dennoch beim Gießen etwas ganz Schönes festgestellt.

Was mir hier so gefällt, seht ihr auf den beiden folgenden Fotos.

Auf den ersten Blick ist es nichts außerordentlich atemberaubendes, ich weiß. Aber!

Die Bergflockenblume und die Pupur-Witwenblume welche mir beide außerordentlich gut gefallen, haben es geschafft, sich zu vermehren. Und das in diesem Sommer! Es ist beinahe unglaublich.

Die Bergflockenblume hat im Mai wunderschön geblüht und ist dann rasch der Dürre und den Schneckenangriffen zum Opfer gefallen. Alles noch nicht abgefressene Laub wurde braun und sie starb ab.

Mittlerweile hat sie wieder neues Laub. ihr seht die eigentliche Mutterpflanze im Bild oben rechts. Und zusammen mit der Mutter schieben überall in ihrem näheren Umfeld weitere kleine Pflänzchen ihre Blätter ans Licht. Alles Sämlinge. Wenn sie bis zum Herbst überleben, kann ich sie an Stellen verpflanzen, wo sie mich dann im kommenden Frühjahr wieder erfreuen. Da habe ich mir schon das Geld für den Staudengärtner gespart.

Bergflockenblume mit Sämlingen (c) by Joachim Wenk
Berg-Flockenblume mit ihren Kindern

 Auf dem zweiten Bild seht ihr ein ähnliches Schauspiel. Hier hat sich die Witwenblume selbst ausgesät. Etliche Wochen hat  sie in  Pink geblüht. Ein riesiger Busch. Ich habe die verblühten Blüten daran gelassen. Erst als dann fast alle verblüht waren und ich sah, daß die Pflanze von unten neu austreibt, habe ich sie abgeschnitten. Scheinbar habe ich lange genug gewartet und es fielen Samen aus. Jetzt habe ich wieder ganz viele dieser robusten, trockenheitstoleranten Staude. Letztes Jahr hat sie sich auch ausgesät und so konnte ich bereits in diesem Frühsommer an mehreren Stellen im Garten ihre Blüten entdecken.

Sämlinge der Witwenblume (c) by Joachim Wenk
Sämlinge der Witwenblume

Weniger schön ist dieses Foto. So sieht all mein Kraut aus. Egal ob Weiß-, Blau-, oder Frühkraut und sogar der Rosenkohl. Weiß jemand, wer solche Löcher frisst und wie ich ihn oder sie davon abhalten kann?

unbekannter Schädling am Kohl (c) by Joachim Wenk
unbekannter Schädling am Kohl

unbekannter Schädling am Kohl (c) by Joachim Wenk
unbekannter Schädling am Kohl

Bevor auch das Frühkraut so zerfressen wird, habe ich die letzten Köpfe geerntet. Dazu die erste Ernte von der Stangenbohne Blauhilde.

Kohlernte, Stangenbohnen Blauhilde Ernte (c) by Joachim Wenk
letzte Ernte Frühkohl und erste Ernte Stangenbohnen

Leider hatten wir bei der Hitze nicht genügend Hunger, um 600g Bohnen und über 3 kg Weißkraut zu verspeisen.

Also machte ich eine Portion „Bayrisch Kraut“ zum Mittag und das restliche wurde, wie auch die Bohnen, eingekocht.

Ich habe mir gerade einen ganzen Schwung Gläser dazu besorgt und werde jetzt probieren. Meine Lieblingsbeschäftigung in der Küche.

Die Bohnen sind nur mit Wasser eingekocht, da ich die klassisch eingekochten sauren Bohnen nicht mag. In den Gaststätten, meist in denn mit eher wenig Anspruch, bekommt man sie als klassischen Beilagensalat. Und daher haftet an ihnen ein einfach einen klassischer „Beigeschmack“, der  mir nicht gefällt.

Ich habe gelesen, daß man sie für Eintöpfe und Suppen auch nur mit Wasser und etwas Bohnenkraut einkochen kann, das habe ich gemacht. Auch das Weißkraut ist nur mit Wasser eingekocht. Wenn sich das als gut erweist, kommt es mir eigentlich ganz gelegen. Man müsste dann nur das Glas aufmachen, wärmen, etwas würzen und fertig ist das Kraut als Beilage – oder die Bohnen.

Das brauche ich in der Küche derartige selbstgemachte vorgekochte Sachen, weil es eben oft schnell gehen muß beim Kochen.

Jetzt aber zum bereits ausdrücklich gewünschten Rezept.

Warum es gerade jetzt in die Jahreszeit so gut passt, seht ihr auf diesen Fotos:

Tomaten der Sorte Ticca im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten der Sorte Ticca im Gewächshaus

Tomaten der Sorte Dorenia im Freiland (c) by Joachim Wenk
Tomaten der Sorte Dorenia im Freiland

Und was macht man nun üblicher Weise mit diesen Früchten? Tomate-Mozzarella, meint ihr? Genau!

Daher jetzt hier das Rezept eines einfachen  Mozzarellas, wie geschaffen für den Sommer und die Tomaten.

Ich fand das Rezept in dem wirklich schönen  Buch „Die pure Lust am Landleben“ von Marlies Heinritzi im  Mosaik-Verlag.

Der Käse ist in 30 Minuten servierfertig. Das steht im Rezept und ich kann es nur bestätigen. Bekommt ihr also plötzlich Besuch, könnt ihr schnell noch Mozzarella machen, ein paar Tomaten und Basilikum ernten und schon werdet ihr Begeisterung kostenlos dazu ernten.

Ihr braucht:

1l vollfette H-Milch (in anderen Rezepten las ich, daß man auch frische Kuhmilch nehmen kann. Weil wir genau die ja immer in der Milchtankstelle holen, werde  ich es auch noch mit der unbehandelten Kuh-Milch probieren.)

1 Teelöffel Salz

4 Eßlöffel Apfelessig

1 Mulltuch, 1 Sieb, 1 Schüssel

Das Sieb mit dem Mulltuch ausschlagen und über der Schüssel platzieren.

Die Milch erhitzen, bis sie schäumt, Salz und Apfelessig einrühren und aufkochen lassen.

Sobald die Milch geronnen ist, die gesamte  Masse in das Mulltuch im Sieb einfüllen und 15 Minuten abtropfen lassen.

Danach das den Käse im Tuch gut auswinden und dabei eine schöne Mozzarella Kugel formen.

Fertigen Mozzarella heraus nehmen.

Den Käse mit den Händen noch gar ausdrücken und immer darauf achten eine schöne Kugel dabei zu formen. Käse in nicht zu dünne Scheiben schneiden.

Braucht man nicht alle auf, kann man ihn in eine dicht schließende, der Größe entsprechende Schüssel geben und im Kühlschrank einen Tag aufbewahren. Oder man wickelt in ihn Klarsichtfolie ein, damit er im Kühlschrank nicht austrocknet.

Das ist alles. Ist das nicht ein super Landleben – Rezept? Mich hat es begeistert und auch der Geschmack des Mozzarellas.

Wenn ihr es einmal nachgemacht habt, würde ich mich über eine kurze Erfahrungsmitteilung wirklich freuen.

Wasser! Der Garten mit Wasser und ohne Wasser

Jetzt hätte ich fast gedacht, dass sie dieses Jahr die Glücklichste im Garten ist. Einen Meter Wassertiefe hat sie und immer Sonne. Wie sehnen sich all ihre Kollegen im Garten nach nur ein paar Tropfen des köstlichen, wertvollen Wassers. 
Warum sie nun braune Blätter bekommt, weiß ich momentan auch nicht. Ist das Wasser zu warm? Ist zu wenig Sauerstoff darin und es droht „umzukippen“? Also ich habe da einfach mal den ganzen Tag einen Teichsprudler vom Komposttee-Set blubbern lassen. Hat sie zu wenig Dünger oder zu viel? Oder knallt die Sonne auch ihr einfach zu unbarmherzig vom Himmel? Na mal sehen, wie sie sich weiter entwickelt. 
Allerdings sind doch sieben Blüten auf einmal, kein Zeichen dafür, daß es ihr schlecht geht, finde ich. Sieben Blüten! So viele hat sie glaube ich noch nie gehabt. Und sie blüht ja jetzt auch schon wieder so viele Wochen. Diesjahr waren vier Blüten das Maximum. Bis jetzt eben! 
Seerosenblüten im Kanalringbecken (c) by Joachim Wenk
Sieben auf einen Streich!

Den Winzern in Franken geht es dieses Jahr wirklich schlecht. Oder besser gesagt ihren Reben. Sie müssen die Trauben abschneiden und wegwerfen, damit die Weinstöcke überhaupt eine Chance haben, zu überleben. Das liest sich so dahin, die Trauben abschneiden und wegwerfen. Ist doch gut, wenn sie eine Lösung haben. Oder? Ach du meine Güte, man muß schon mit Bedacht lesen. Das bedeutet für so einen Winzer, er hat dieses Jahr keine Ernte und damit kein Einkommen. Und dann noch die Sorgen, daß die Rebstöcke nicht überleben und er neu bepflanzen muß. Da ist schnell die Existenzgrundlage verschwunden!
Ich habe meine sechs Reben auch mit einer Tropfbewässerung versorgt. Die Schläuche waren noch übrig vom Gewächshaus. Der Boden hier am Hang ist wie überall derart hart und trocken, so daß das Wasser nicht einsickern kann. Dazu kommt die Hanglage. Das Gießen ist dadurch schwierig und zeitaufwendig. Also probiere ich den Boden tröpfchenweise etwas aufzuweichen, damit ich dann mit dem Schlauch gießen kann. 
Die Reben habe ich ja erst im April gepflanzt und da war es schon trocken. Jetzt sehen sie nicht gerade quicklebendig aus, das Laub eher gelblich und tagsüber zusammen gekringelt. 
Tropfbewässerung als Gießunterstützung für die Weinreben (c) by Joachim Wenk
Tropfbewässerung als Gießunterstützung für die Weinreben

 Weiter oben am Hang steht diese Haselnuß. Wie Ende September werden die Blätter gelb und fallen ab. Und das seit Ende Juli.  Auch sie geht also geschwächt in den Winter.

Laubfall mitten im Sommer (c) by Joachim Wenk
Laubfall Ende Juli/Anfang August

Wie sollte die Haselnuß auf diesem Boden auch Wasser bekommen? Hier wächst normalerweise im Sommer Rasen und Moos, weil es an der Nordseite des Hauses schattig und feucht ist.

 (c) by Joachim Wenk
ausgetrocknet bis zum Geht-nicht-mehr

Über 12 Stunden liefen gestern alle Wasserhähne mit den Regnern, Schwitzschläuchen, Tropfbewässerungen und mir mit der Brause in der Hand. Dann mußte ich ins Haus, weil es bereits nach 21  Uhr war. Und so viel war wieder nicht gegossen und es wird nicht mehr gegossen, weil es nicht leistbar ist vom Arbeitsaufwand. Gestern hatten wir übrigens, wie die ganze Woche auch,  deutlich über 30°C und nicht eine Wolke am Himmel. Bis zum Wochenende werden es wieder 38 -39 Grad sein und Regen ist nicht in Aussicht in den Vorhersagen. Und das seit Anfang Juni! Ich habe gehört, daß der Norden von den Temperaturen gerne etwas ab hätte und ich kann euch versichern, wir wären froh um etwas von eurem Regen!
Immer gegossen wird der Gemüsegarten. Man sieht glaube ich ganz deutlich den Unterschied. 
Blick ins Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Blick ins Gewächshaus

Da wären also im Gewächshaus zur Rechten die Tomaten, Basilikum, Glockenpaprika, Wildchili und Ananaskirschen.

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

 Und zur Linken grüßen die Paprikas, das Basilikum und der Rucola. Oh das Basilikum. Herrlicher dieser Duft im  Gewächshaus und das frische Basilikum zu den Tomaten, im Pesto oder…. Ja gestern habe ich über die Mittagszeit, weil ich ins Haus mußte vor Hitze, schnell mal probiert selbst Mozzarella zu machen. Das hat tatsächlich funktioniert. Also zum Abend für Tomate, Basilikum, Mozzarella mit Balsamiko und Olivenöl war er fantastisch. Das ist Sommerfeeling!

Ausserdem habe ich noch restliche Frühlingszwiebeln im Gewächshaus geerntet. Die waren über der Zeit und ich wollte sie schon lange ernten, brauchte sie aber gerade nicht. Heute viel mir ein, sie auch zu trocknen. Klein gehackt kamen sie in den Dörrapparat. Das ganze Haus riecht jetzt nach Zwiebel, aber sie sind schön getrocknet und eingetuppert. Mit Salz und Sellerielaub getrocknet im Mixer vermischt, müsste das ein ganz aromatisches Kräutersalz geben. Außerdem bin ich schon  die ganze Zeit am Sammeln. Etwas übriges Lauchgrün, geschossener Blumenkohl, zu viel abgeerntetes Basilikum. Alles wird klein gehäckselt und getrocknet. So sammle ich schon einmal für meine selbst gemachte Gemüsebrühe, die dann im Herbst komplettiert wird. Ich kaufe seit Jahren keine Gemüsebrühe instant mehr. Das ist alles aus dem eigenen Garten und ohne zugesetzte Aromen oder Kunst-Salz oder oder oder. Und ich verwerte damit möglichst viel aus dem Garten, das mit viele Mühe angebaut wurde.

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus

 Was meint ihr? Man sieht aber doch keine Paprika? So, und was ist dann das hier?

Paprika Liebesapfel (c) by Joachim Wenk
Paprika „Liebesapfel“

Oder das?

Paprika Sommergold (c) by Joachim Wenk
Paprika Sommergold (die werden noch schön orange)

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

 Und dann die Tomaten im  Freien am neuen Rankgestell. So tolle Tomaten hatte ich, jedenfalls hier in diesem Garten noch nie. Wahrscheinlich überhaupt gar noch nie. Und die waren im Frühjahr, wegen des dunklen kalten Frühlings so spießig, so mickrig. Ich topfte sie in der 1. Maiwoche sogar noch mal um in größere Töpfe, damit sie nochmal Kraft sammeln vor dem Freiland. Und dann kam eben die Dürre und Hitze. Das heißt es gibt noch keine Braunfäule. Sie begannen auch sofort zu blühen im Freiland. Auch das war die letzten Jahre nicht so. Letztes Jahr fingen sie erst so spät an zu blühen, daß die Früchte kaum noch ausreifen konnten. Ich war ohnehin alle weg, weil die Braunfäule sie tötete. Nur im Gewächshaus konnte ich letztes Jahr ernten.

Aber dieses Jahr genieße ich einfach den Anblick und die Tomaten. Wie gemalt würde ich sagen.

Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
Freilandtomaten 

Freilandtomaten (c) by Joachim Wenk
Freilandtomaten