Sonnenhut – Bewässerungschläuche und die Frage, wie man einen Igel füttert

Am Freitag fuhren wir spät abends, nach der Arbeit, noch in den Baumarkt. Ein Strahler für’s Geschäft musste noch besorgt werden.

Klar daß ich auf alle Fälle noch kurz in die Gartenabteilung musste. Draußen war es beinahe dunkel aber trotzdem sah man eine Staude in der Außenanlage noch immer ganz deutlich. Es waren die gelben Sonnenhüte. Also im allgemeinen kaufe ich ja meine Stauden bei den Fachgärtnereien. Wenn ich aber so hier und da beim Einkaufen einmal an einer vorbei komme, die ich eh schon längst hätte besitzen wollen, dann nehme ich sie eben dort vor Ort gleich mit. 
Ich schmökere ja in den verschiedensten Magazinen die irgendwie im Titel das Wort „Land“ enthalten. Und da gibt es viele, ja sehr viele, von der Sorte. Die jeweils beschriebenen Gärten haben es mir angetan. Wie sind sie gestaltet? Wie sehen die Stauden aus? Sieht man Unkraut in den Beeten? Sind die Gärten aufgeräumter als meiner? Was wächst dort und wie kommt es am Foto rüber? Das sind so in etwa die Fragestellungen, die mich beschäftigen. 
Jedenfalls haben irgendwie alle Gärten immer (so kommt es mir jedenfalls vor) den Sonnenhut irgendwo in den Beeten stehen. So einen muß ich auch noch haben, war schon seit Monaten mein Beschluss. 
Jetzt habe ich einen. Am Samstag sofort in mein Staudenbeet im Vorgarten gepflanzt – und für sehr gut befunden.

Sonnenhut (c) by Joachim Wenk
Sonnenhut

Das war dann auch schon beinahe alles gärtnerische, das ich am Wochenende erledigt habe. Samstag Nachmittag ein Geburtstag und Sonntag Essen gehen mit der Familie. Da blieb gerade nur noch die Zeit zum Gießen. 

Es ist doch verrückt, ich stehe nun schon seit 4 Monaten im Garten und gieße, was der Brunnen her gibt um wenigstens in den Beeten einigermaßen die Bepflanzung am Leben zu erhalten. 
Der Rasen im Vorgarten hat sich noch immer nicht erholt. Die Rasenfläche im oberen Garten hingegen ist bereits wieder grün. Die  Fliederbüsche haben noch immer eingerollte Blätter, die der Forsythie hängen schlapp herunter. Die Stauden, auch sehr alte gut eingewachsene große Stauden hängen wie verwelkte Blumen in der Vase ohne Wasser. 
Rasen Ende September (c) by Joachim Wenk
der Rasen im September
Im Gemüsegarten unter den Pflanzen ist steinharte Trockenwüste und wenn man einen Lauch aus dem Boden holt rieselt die Erde wie Sand und Staub von den Wurzeln. Ernte ich hier und da eine Möhre, so ist diese biegsam und nicht knackig. 
(c) by Joachim Wenk
welker Winterrettich
Der Winterrettich oder Rosenkohl, die Agastache und der Brokkoli lassen die Blätter hängen. Es hilft nichts. Ein wenigen Tagen ist Oktober und ich muß noch immer meine Zeit im Garten mit Gießen verbringen. Ich habe das wirklich so satt mittlerweile. Aber die Gemüsepflanzen stehen zu schön im Beet, als dass ich sie jetzt noch vertrocknen lassen könnte. Nein, die werden jetzt eben noch gegossen und dann geerntet und gegessen. 
Palmkohl (c) by Joachim Wenk
ohne mehrmaliges Gießen pro Woche – auch Ende September – wäre das nicht möglich
In den Staudenbeeten liegen seit ein paar Jahren Schwitzschläuche. So muß ich nicht überall mit der Brause selbst da stehen und wässern. Dazu fehlt mir einfach die Zeit. Die Erfahrung zeigt aber, daß die Schläuche nicht lange halten. Ich kann nicht sagen, wie viele Löcher es dieses Jahr gab. Mit den Gartenschlauchverbindungsstücken habe ich sie gestopft. Also das Loch herausgeschnitten und den Schlauch wieder verbunden. Mancher Schlauch besteht mehr aus Schlauchverbindungsstücken als aus Schwitzschlauch. Die müssen also nächstes Jahr erneuert werden. Weil sie aber nicht lange halten und auch zu wenig Wasser heraus kommt, versuche ich gerade Beregnungsschläuche. Also Schläuche mit in regemäßigem Abstand eingestanzten Löchern, aus denen dann Wasser spritzt. 
Auch hier konnte ich bereits Erfahrung sammeln. In ein voll bewachsenes Staudenbeet im Sommer bekommt man so einen Bewässerungsschlauch einfach nicht mehr ordentlich verlegt. Das muß im Frühjahr geschehen, so lange die Stauden noch nicht da sind. Mein Schlauch liegt nicht überall am Boden ist verdreht und spritzt oft mehr in die Nachbarschaft, als ins Beet. Ich werde nächstes  Jahr einmal schauen, ob es die von mehreren Firmen und vielleicht in unterschiedlicher Ausführung gibt. Mein jetziger Testschlauch ist vom Extrem-Billig-Ramschmarkt. Ich wollte mir das einfach einmal anschauen und sehen wie es funktioniert. Es ist ein flaches Band und die Löcher alle von Oben nach Unten hinein gespickt. Es würde aber fast mehr Sinn machen, es wäre ein runder Schlauch und die Löcher rings herum hineingebohrt. So würde dann das Wasser nicht nur in dünnem Strahl senkrecht nach oben spritzen sondern eine breitere Fläche um den Schlauch bewässern. Mal sehen, was es da so alles gibt. Wenn also jemand von euch damit Erfahrung hat und auch eine Marke besonders gut findet oder empfehlen kann, bitte meldet euch mal bei mir. 
Ich bin wirklich gespannt, wie der Winter in diesem verrückten Jahr voller Extreme wird. 
Diese Woche sollen die Nacht-Temperaturen ja bis auf 1°C absinken. Mal sehen was danach die Tomaten machen. Jedenfalls sind bereits drei große Kisten voll grüner und halbroter Tomaten im Haus. Mit je einer Banane oder einem Apfel bestückt können sie nun nachreifen. Ich komme doch sicher noch zu meinem Ketchup, den ich einmal probieren möchte. 
Kürzlich habe ich gegen Mittneracht, als ich den Hund noch einmal zum Pinkeln hinaus ließ, zum ersten Mal für 2015 den Igel im Garten gesehen. Ein sehr kleines Kerlchen. Zu klein. Wie sollte er auch wohlgenährt sein, da er doch seit Monaten kein Essen findet. Ich habe einmal von einer Igel-Frau gehört, daß man Katzen-Naßfutter als Ergänzung hinstellen soll. 
Das habe ich auch gemacht. Leider habe ich ihn persönlich aber nicht mehr gesehen, auch wenn ich mehrmals im Abend dort hinschaute, wo er beim letzten Mal saß. Das Futter ist jeden Früh dann doch restlos weggefuttert. Jetzt habe ich aber stark bis sehr stark die Katzen in Verdacht. Schließlich leben wir am Land und im Garten  und darum herum wimmelt es natürlicher Weise von Katzen. Das sind keine Wildkatzen sondern gut genährte Hauskatzen. Die bräuchten mein Futter also nun wirklich nicht. Hat jemand eine Idee, was ich machen kann, dass der Igel zwar ans Futter ran kommt, die Katzen aber nicht?

Garten-Therapie „für lau“ – da kann man sich dann an anderer Stelle mal etwas gönnen.

Nur knapp über 10°C und immer wieder Nieselregen. Dabei viele Wolken und Wind. So ist das Wetter von heute. Wie anders war es noch vor so kurzer Zeit mit Sonne pur und den unbeschreiblichen Temperaturen des Sommers 2015.

Garten im Herbst (c) by Joachim Wenk
kein gutes Licht für stimmungvolle Gartenfotos

An solchen Tagen stelle ich mir immer vor, wie es wohl Menschen ginge, die unser Wetter erleben und selbst aus Gefilden kommen, in denen es immer warm und sonnig ist. Wir mit unseren Extremen zu den Jahreszeiten. Von 40° im Sommer bis -15° im Winter. Es ist schon beachtlich, an was wir so von Geburt an gewöhnt sind.

Garten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Auch die Farben der Blumen leuchten heute nicht

Und dann bin ich doch  wieder froh, dass wir eben diese enorme  Abwechslung haben. Diese großen Unterschiede in der Vegetation und dem Wetter. Auf was würde ich mich sonst im Frühjahr freuen? Gut, die Umstellung von Sommer auf Herbst, die wir gerade haben, fällt mir immer am schwersten.

Der Herbst-Blues kommt jedes Jahr wieder. Aber wenn ich mich dann darauf eingestellt habe,  genieße ich es auch. Nicht unbedingt nur die so oft zitierten schönen Farben des Herbstes, die Wärme der Herbstsonne oder die würzig-erdigen Gerüche allüberall. Das ist toll und ich nehme es bewusst war. Aber es wäre zu flach, zu eindimensional, nur diese Allgemeinplätze auf zu zählen.

Garten im Herbst (c) by Joachim Wenk
bunte Blüten im Herbst

Da sind die zeitigeren Abende, drinnen in der warmen Stube und die Lichter die man mehr und mehr anmacht. Draußen haust das Wetter und ich sitze gemütlich am Sofa oder schreibe an meinem Blog. Da ist das entspanntere Gärtnern, weil nichts mehr so dringend ist, wie noch vor kurzem. Das Essen wird wieder wärmer und herzhafter. Die Vorfreude auf die Weihnachtszeit keimt tief drinnen in mir. Erste Gedanken zu Weihnachtsgeschenken für die Familie sind gereift. Die Ernte ist zu großen Teilen erfolgreich eingeholt und die Speisekammer voll. Und das ist sie wahrlich.

Einiges steht aber noch und wartet auf die Speisekammer. Meine Herbstarbeiten.

Endiviensalat (c) by Joachim Wenk
Endiviensalat

Endiviensalat (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl

Palmkohl, Federkohl (c) by Joachim Wenk
Federkohl oder Palmkohl oder ist das beides das Selbe?

Kohlrabi (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi

Tomaten im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Tomaten im Gewächshaus

Paprika im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Paprika im Gewächshaus

Die Pflanzen im Garten reifen und ziehen sich zurück. Sie haben Kraft für den Winter und  das Frühjahr gebunkert. Sie müssen nicht mehr prächtig sein und blühen und wachsen. Nein, jetzt sind sie einfach. Das bloße Bestehen und Da-sein ist jetzt der Fall.

Ich tue es ihnen gleich. Ich spüre wirklich Ruhe in mir wachsen und Freude am Erlebten und all dem Geschafften. Es ist so schön, wie sich genau das Gefühl jedes Jahr aufs Neue immer wieder einstellt. Ein treuer Begleiter, der jedesmal pünktlich wieder kommt. Und ja, ich gebe es zu. Manchmal im Sommer bei hektischem Treiben und Schaffen im  Garten unter der Hitze der Sonne, denke ich an diese Zeit und das Gefühl. Und freue mich darauf.

Ich liebe es, so mit der Natur, dem Rhythmus der Jahreszeiten, eben mit dem Leben verbunden zu sein. Den Rhythmus aufnehmen und wahrnehmen zu dürfen.

Ist es das, was in  Selbstfindungsseminaren und Naturerlebnisworkshops für sündhaft teures Geld von den Menschen gesucht wird, die durch  den Job und ihr Leben entfremdet sind, gerade vom Leben?

Ich hätte das Geld weiß Gott nicht für derlei Unternehmungen. Aber ich bekomme das kostenlos mitgeliefert bei der Arbeit im Garten und meinem Leben mit dem Garten. Dabei bin ich überzeugt, der Satz „was nix kostet taugt nichts“ ist hier absolut nicht angebracht. Ich glaube sicher, daß ich sogar mehr davon habe, als besagte Suchende mit viel Geld und wenig Leben.

So, was habe ich dann also heute im Garten oder wegen dem Garten alles gemacht?

Wie gesagt, der häufige Nieselregen (4l seit gestern, aber der Boden ist noch immer trocken und unter den Stauden oder Gemüsepflanzen sogar bröseltrocken) hielt mich die meiste Zeit im Haus. Also hatte ich Gelegenheit, mich  meiner anderen Leidenschaft, dem Konservieren, zu widmen.

Der Hopfen ist mittlerweile trocken und für Tee in Tupper verpackt. Die Tinktur zieht vor sich hin und das schöne grüne Hopfensalz ist fertig getrocknet.

Hopfensalz (c) by Joachim Wenk
Hopfensalz

Weil noch so viel Basilikum im Gewächshaus steht, muß es auch haltbar gemacht werden. Mehrere Versuche, es zu trocknen, zeigten mir, daß es wahnsinnig lange benötigt, um trocken zu werden. Selbst im Dörrapparat!Aber es behält sein Aroma. Also habe ich einen ganzen Schwung getrocknet und heute nochmal geerntet und Pesto gemacht. Das grüne Basilikum explodiert geradezu vor Aroma, während das Dunkelrote nur gut auszusehen scheint. Das baue ich nicht mehr an.

Ein paar Äpfel habe ich eingekocht und von anderen Saft gemacht. Die Schalen von den einzukochenden Äpfeln habe ich klein geschnitten und auch gleich getrocknet.

Weil der Sommer so unsäglich trocken war, habe ich dieses Jahr viel zu wenig Kräuter für meinen täglichen Tee ernten können. Es ist nichts gewachsen, wo nicht gegossen wurde. Daher kommt mir der Hopfen recht und jetzt die Apfelschalen. Die ergänzen meinen Teevorrat sehr gut.

reife Äpfel am Baum (c) by Joachim Wenk
die Äpfel werden reif

Einen Korb voll Tomaten habe ich abgemacht und ins Haus zum Nach-Reifen geholt. Es ist so kalt, dass es ungewiss ist, ob die draußen noch reif werden. Ich will doch noch ein oder zwei Flaschen Ketchup machen.

Tomaten zum Nachreifen im Haus (c) by Joachim Wenk
Tomaten zum Nachreifen im Haus

Auch der restliche Sommerlauch ist geerntet und eingefroren. Das erste Jahr, daß ich eigenen Lauch hatte. Keine Lauchfliege, die ihn zerstört. Herrlich.

Na und wenn man schon so in der Küche am Werkeln ist, könnte man doch gleich noch einen Kuchen backen. Bei mir ist es ein Hefezopf, in dessen Teig gekochte Kartoffeln enthalten sind. Das lässt ihn saftiger bleiben. Ich liebe Hefegebäck.

Kartoffel Hefezopf (c) by Joachim Wenk
für’s Auge und den leiblichen Genuß

Am späten Nachmittag zog es mich dann doch noch hinaus zu meinem „Therapeuten“. Die Sonne kam auch ein wenig hervor.

Gemüsegarten im Herbst (c) by Joachim Wenk
meine „Therapie“ oder Selbstfindung oder einfach Kraftquelle

Viel habe ich nicht gemacht. Es liegt nichts Besonderes an. In den Staudenbeeten kam das Unkraut weg. Nicht so ordentlich wie im Sommer aber einfach hier und da ein wenig herumzupfen, Verblühtes abschneiden und einfach nach dem Rechten sehen. Die hübschen Blüten genießen.

Blüten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Blüten im Herbst
Blüten im Herbst (c) by Joachim Wenk
Blüten im Herbst

Gesund stehen sie da.  Die Hitze und Dürre haben sie verarbeitet. Die Stockrosen schmücken sich nicht mehr mit meterhohen Blütenkerzen, sondern treiben unten an der Basis jeweils ein nettes Büschel frische, kleine Blätter. Sie werden also nächstes Jahr doch wieder kommen. Ich war mir da ja nicht sicher, ob sie im zweiten Jahr, also heuer, nach der Blüte absterben und nur die Sämlinge weiter leben. Dann hätte ich im kommenden Jahr keine Blüten gehabt. Aber ich freue mich, die Pflanzen leben weiter. Flockenblumensämlinge und Färberkamillensämlinge wachsen auch munter im Beet.

Staudensämlinge (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge 

Staudensämlinge (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge 

Die kleinen Muskatellersalbeisämlinge von Sabines Garten, sind angegangen und auch schon kräftig gewachsen. Endlich habe ich diese pflegeleichte Pflanze auch im Staudenbeet.

Muskateller Salbei (c) by Joachim Wenk
junger Muskateller-Salbei

Mein ehemaliges Fliederbeet, das beim Wege- und Terrassenprojekt so grundlegend verändert wurde ist auch bepflanzt und sieht nach so vielen Monaten endlich aus wie ein Beet. Ich habe gleich von den Sämlingen welche hier her verpflanzt. Auch der Rosenableger von Sabine oder die Buchs-Stecklinge vom Friedhof stehen hier. Von der Anna ein paar Schwertlillien und die umgepflanzten Staudenclematis und eine geteilte buntblättrige Staude, von der ich nicht weiß, wie sie heißt.

(c) by Joachim Wenk
kostenlose Stauden für’s neue Beet

(c) by Joachim Wenk
kostenlose Stauden für’s neue Beet

Sehr schön. Ohne den Geldbeutel in die Hand nehmen zu müssen wird es im Frühjahr  und Sommer hier schön blühen.

Hmmmm :……. Soll ich ehrlich sein? Weil ich so viele kostenlose Blumen hier verwenden konnte, dachte ich mir, ich leiste mir das. Habe ich doch in einem Katalog die Rembrand-Tulpe „Insulinde“ gesehen. Die ist ja der Brüller. Ich liebe solche Tulpen und die Farbkombination ist wunderschön. Die mußte her und so habe ich die 10,50€ investiert. Wohlgemerkt für 3 (in Buchstaben : drei) Zwiebeln. Na hoffentlich werden die was. Dann zeige ich euch im Mai die Blüten. Seid schon mal gespannt…..

bremsen, bremsen, bremsen – ab jetzt geht’s gemächlicher zu im Landgarten

Also wer jetzt noch überlegt, ob es der Spätsommer ist oder gar schon der Herbst, der hat noch nicht nach draußen gesehen.

Bei diesem Anblick weiß ich es. Es ist einfach Herbst.

Herbst im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
ja, es ist Herbst

Wie immer zu genau dieser Zeit, brauche ich etwas Ruhe und Einkehr. Ein Rückbesinnen und Abbremsen. Seit dem Frühjahr läuft der Gärtner in mir auf Hochtouren. Jetzt wird es ruhiger, gottseidank. Aber wie es nicht gelingt, ein Kreuzfahrtschiff in voller Fahrt von jetzt auf gleich zum Stehen zu bringen, so brauche auch ich immer eine ganze Weile, mich innerlich auch abzubremsen.

Die deutlich kürzeren Tage zwingen mich bei Zeiten den Garten zu verlassen und ins Haus zu gehen. Das hilft beim Bremsen. Im Garten selbst gäbe es viel zu tun, aber da habe ich wohl schon gebremst. Ich greife nicht mehr sofort alles an.

Etwas Unkraut im Gemüsebeet? Ach lass es stehen. Die Gemüsepflanzen sind so groß und kräftig, da ist das Kräutlein keine Konkurrenz mehr. Und bald ist alles abgeerntet, da kann ich dann mit der Hacke großflächig alles jäten. Also nur die Ruhe.

Der Blick in meine Aussaattabelle spornt mich auch nicht mehr so an, wie vor ein paar Monaten. Es ergibt  sich jetzt von allein, daß man bremst und ein paar Gänge herunter schaltet.

Vor ein paar Tagen zeigte ich euch dieses Bild hier und versprach, noch ein paar Worte dazu zu schreiben.

 (c) by Joachim Wenk
Keramik als Dankeschön

Zwei  solche Keramiken sind es, die ich von einer lieben Gartenfreundin bekam. Sie hat mit den selbst gefertigten Stücken Danke sagen wollen, und mir eine riesige Freude damit gemacht.

Danke für die Himbeerableger, die ich ihr per Post zusandte. Und dann hatten wir damit solchen Ärger. Am Wochenende habe ich die Beeren abgestochen und gleich am Montag zur Post gebracht, damit sie noch die gleiche Woche ankommen. Es hatte noch immer weit über 30°C draußen und ich wünschte den Pflanzen eine gute Reise.

Wie anders sollte es kommen! Freitag schreibe ich die Freundin an, da ich noch nichts von ihr hörte.

Hätte ich doch nur  weiter nichts von ihr gehört. Die Pflanzen sind 5 Tage unterwegs und noch nicht angekommen. Sie müssen also das  Wochenende auch noch ausharren im Karton.

Montag schreiben wir uns, Dienstag und Mittwoch, auch Donnerstag wieder. Immer die gleiche Antwort. Sie sind nicht da. Ich bin stinksauer auf die deutsche Post. Freitag kommen sie endlich an.

Die Post benötigte für das Paket innerhalb Deutschlands also 11 Tage! Der Routenplaner nennt eine Strecke von 172 km, die in etwa eineindreiviertel Stunden mit dem Auto zu fahren gewesen wären. Hätte ich doch lieber die Pflanzen persönlich gebracht, als mich auf die Post zu verlassen.

Die Freundin hat die Himbeeren gleich etwas geschnitten und meint, da die Augen noch frisch sind, daß sie wohl treiben werden. Sind wir mal gespannt.

Sie bedankte sich dann bei mir mit den Keramiken für den Garten. Die Erinnerung, mich immer wieder zu freuen, steckte ich gleich zum Eingang beim Gemüsegarten. Dort bin ich einfach am häufigsten und dort erlebe ich auch immer wieder Frust. Wie schön, wenn ich jetzt immer beim Gang in den Gemüsegarten schon von Vornhinein daran erinnert werde, mich zu freuen.

Eingang zum Gemüsegarten  (c) by Joachim Wenk
Eingang zum Gemüsegarten

 Und wenn man den Blickwinkel noch ein wenig erweitert sieht man das herbstliche Staudenbeet vor dem Gemüsegarten komplett

herbstliches Staudenbeet vor Gemüsegarten  (c) by Joachim Wenk
herbstliches Staudenbeet vor dem Gemüsegarten

Das gefällt mir. Gehen wir doch einfach noch ein Stückchen zurück. Jetzt sehen wir das Staudenbeet ganz hinten und haben einen schönen Blick in den Herbstgarten. Das war am Wochenende morgens bei Zeiten. Da lag noch überall Tau und die Sonne wusste noch nicht, ob sie heute scheinen wird oder nicht.

herbstlicher Garten  (c) by Joachim Wenk
der Garten im Herbst

 Mein Alpenveilchen  erfreut mich mit einer Blüte nach der anderen. So ganz im Stillen blüht es munter vor sich hin. Man muß sich schon ganz bewusst daran erfreuen, sonst übersieht man die winzigen, gerade einmal 3cm Triebe mit den leuchtend weißen Blüten in dem großen Garten.

Alpenveilchen (c) by Joachim Wenk
Alpenveilchen

Ebenfalls weiß und unermüdlich blüht der Stechapfel. Allerdings hat er mittlerweile ein nicht mehr zu übersehende Statur bekommen. Und viele von den faszinierenden werhaften Früchten hängen an ihm. Ich erinnere mich bei seinem Anblick jedes Mal an das zeitige Frühjahr. Ich kramte ein  paar dieser stacheligen Früchte aus einer Kiste mit Dekomaterial. Ein paar Samen waren noch darin und ich wollte versuchen, sie zu sähen und ihn wieder im Garten zu haben.

Kaum dass er überhaupt gekeimt ist, von Wachsen wollen wir garnicht reden, fraßen ihn im Beet dann gleich die Schnecken. Ist für die eigentlich garnichts giftig genug?

Irgendwann im Sommer sah ich dann ihn hier an genau der Stelle aufgehen. Eine kräftige Pflanze und ich ließ ihn stehen. Ohne Mühen mit Sähen und Gießen, mit Pikieren und verpflanzen habe ich jetzt ein prächtiges Exemplar von der Natur einfach geschenkt bekommen.

Stechapfel (c) by Joachim Wenk
Stechapfel

Wiederum von einer Gartenfreundin hier bei Google, bekam ich die Samen für das Patagonische Eisenkraut für mein gelb-lila-Beet. Also ich habe ja lange nicht daran geglaubt, daß ich hier erfolgreich sein könnte. Bis die keimten vergingen ewige Zeiten. Wachsen war auch für sie ein Fremdwort. Dann schoben sie ein paar Blättchen und ich brauchte den Platz. Also pflanzte ich sie einfach aus.

Es dauerte gar nicht lange und sie fingen an zu wachsen. Kräftig wurden sie und groß. Jetzt blühen sie seit Monaten. Eine herrliche Staude. Sie ist wohl nur in milden Wintern ausdauernd. Aber, das lese ich immer wieder, sie säht sich angeblich selbst aus. So wie der Stechapfel. Darauf hoffe ich.

Weder Trockenheit noch Gluthitze und auch die Schnecken konnten ihnen nichts anhaben. Eine wunderbare pflegeleichte Dauerblüherin. Zur Sicherheit nehme ich mir ein paar Samen ab, falls sie sich nicht selbst aussäht. Die muß ich wieder haben.

patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
patagonisches Eisenkraut

Auch das hier ist das gelb-lila Beet. Und hier passt sogar die Kombination an Blüten. Sommerflieder in den letzten Blühschüben und eine gelbe Wolke von der Zwerg-Goldrute. Etwas Weiß passt immer und wird von der Spornblume beigetragen. Sie blüht irgendwie auch schon seit dem Frühjahr. Immer wieder tauchen ihre Blüten auf.

Zwerg-Goldrute, Spornblume und Sommerflieder (c) by Joachim  Wenk
Gelb-lila-Staudenbeet

Jetzt habe ich aber genug erzählt von bunten Blumen im Herbst. 
Schließlich gibt es ja auch noch die zweite Keramik,von der ich anfänglich gesprochen habe. Und eben den Gemüsegarten. 
Der Oregano-Sticker steht im neuen Kräuterbeet. Und gleich habe ich eine von den im Frühjahr ebenfalls selbst gesäten Oreganopflanzen dort hin versetzt. Die Pflanzen waren anfangs auch eher klein und die Anzucht nicht so leicht wie  etwa beim Basilikum. Sie haben sich im Freien dann aber sehr gut entwickelt. Der griechische Oregano ist quasi eine Aromabombe! Probiert man die frischen Blättchen bekommt man direkt ein Bizzeln auf der Zunge vor lauter ätherischen Ölen in der Pflanze. Und die bleiben auch getrocknet super erhalten. 
Absolut empfehlenswert und jetzt unverkennbar gekennzeichnet und hübsch dekoriert. 
griechischer Oregano (c) by Joachim Wenk
griechischer Oregano
Blick in den Gemüsegarten im September
Gemüsegarten im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im September

Die Beete leeren sich. Bei den Frühkartoffeln fing ich an und führe das dieses Jahr einmal konsequent fort. Auf abgeernteten Beeten sähe ich Gründünger. Also nur auf den Beeten, die dieses Jahr nicht mehr für Nutzpflanzen gebraucht werden. Ich habe jetzt noch Spinat und Feldsalat gesät, da kommt natürlich dann kein Gründünger aufs Beet.

Hier  sieht man links vom Meerrettich Buchweizen. Rechts von ihm habe ich ihn Roggen und Zottelwicke gesät. Ich probiere das mal mit den beiden winterharten Pflanzen. Auf dem Beet werden nächstes Jahr die Kartoffeln stehen und somit läge es brach bis mindestens Mitte April. Das soll der Gründünger verhindern und gleichzeitig den Boden tief durchwurzeln und dadurch lockern.

Den allseits empfohlenen Senf sähe ich nicht mehr aus. Er gehört zur gleiche Familie wie Radieschen, Rettich, Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Palmkohl, Rosenkohl, Mairüben und und und. Ihr seht schon, irgendwie ist fast alles im Gemüsegarten aus der gleichen Familie und man soll ja schon die Nutzpflanzen nicht wieder auf die gleiche Stelle setzen, um Mangelerscheinungen und Krankheiten vorzubeugen. Daher suche ich als Gründünger gezielt Pflanzen aus anderen  Familien.

Der Wirsing ist auch bald erntereif. Er steht nun schon seit so vielen Monaten im Beet, hat sich aber wirklich bilderbuchmäßig entwickelt. Die Sorte heißt Smaragd und kann bis Dezember geerntet werden.

Wirsing Smaragd (c) by Joachim Wenk
Wirsing Smaragd

Zum direkten Vergleich habe ich auch noch einmal die Sorte Winterfürst gesäht. Der kann, im Gegensatz zum Smaragd auch über den Winter draußen bleiben. Allerdings wächst er derart langsam, daß es in meinem Garten, wo ohnehin alles eher langsam wächst, doch Fehl am Platze ist. Jetzt langsam fängt er mit dem Wachstum an. Gut, daß er wirklich draußen bleiben kann.  Aber ich denke ich werde mich künftig nur für den Smaragd entscheiden.

Es gibt da allerdings noch einen ganz anderen Wirsing, der sollte schon im Sommer geerntet sein, schnell wachsend, lockerer Kopf und mild im Geschmack. Vorbote heißt er dann auch passend.

Den werde ich kommende Saison auch probieren. Scheinbar gedeiht Wirsing besser als Weißkraut bei mir. Und da er im Geschmack wirklich toll ist, könnte er das frühe Weißkraut ersetzen. Das Ausprobieren hat eben nie ein Ende.

Wirsing Winterfürst (c) by Joachim Wenk
Wirsing Winterfürst
Endlich einmal rechtzeitig gesät und dann gepflanzt habe ich dieses Jahr den Rosenkohl. Die Pflanzen sind riesig, reichen mir bis zum Bauch. Das sind etwa 120cm Höhe.Und in allen Blattachseln wachsen leckere Röschen heran. 
Rosenkohl Groninger (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl Groninger

Nero di Toscana und Kohlrabi wachsen gut.

  Federkohl Nero diToscana (c) by Joachim Wenk
Federkohl Nero di Toscana

Kohlrabi Noriko (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi Noriko

Ein paar Liter Tomatensauce habe ich auch wieder eingekocht und im Dörraparat sind ebenfalls nochmal einige gelandet. Von denen, die jetzt noch reif werden, will ich einmal versuchen eine leckeren eigenen Ketchup zu machen.

Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten

Monatelange Dürre ließ mich stark zweifeln an einer Kartoffelernte. Jetzt regnet es zwar nach wie vor nicht, der Boden ist bröseltrocken ab einer Tiefe von wenigen Millimetern und unter allen Bäumen und Stauden. Aber die kühlere Luft und der Tau der Nacht ließen die Kartoffeln noch wachsen und wieder grün werden. Vielleicht wächst ja unten dann auch noch etwas dran.

Lagerkartoffeln (c) by Joachim Wenk
Beet mit Lagerkartoffeln

Wirklich nervig sind dieses Jahr die Amseln. Weil seit fast 4 Monaten alles in der Landschaft steinhart und trocken ist, kommen sie in meine gewässerten Beet und wühlen nach Würmern. Leider sehen alle Wege dann so aus. Und das jeden  Tag. Hoffentlich wird das bald auch draußen feuchter, daß sie wo anders etwas zu fressen finden.

(c) by Joachim Wenk
Amsel-Vandalismus

Herbstliche Farbpalette auch im Gemüsegarten

Herbstfarben im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
Herbstfarben im Gemüsegarten

Endlich kam ich auch dazu meinen Hopfen zu ernten. Sehr spät, ich weiß, aber es klappte einfach nicht eher. 
Ein Gläschen sehr geschmacksintensives Hopfensalz habe ich gemacht (100g grobes Salz mit 20g frischen Hopfendolden im Mixer gleichmäßig zerkleinern, trocknen lassen. Ganz eigener Geschmack), 
Hopfentinktur für die Nerven und eine erholsamen Nacht nach anstrengenden Arbeitstagen angesetzt (Hopfendolden mit klarem Schaps übergießen, 2 Wochen ziehen lassen, abseihen. 30 Tropfen vor dem Schlafengehen). 
Der Rest wird getrocknet für meinen Kräutertee. 
Hopfenernte (c) by Joachim Wenk
Hopfenernte 2015

Mein Ziel: laufend frisches Biogemüse aus dem eigenen Garten

Bisher war das Jahr wirklich schwierig für den Garten und besonders für den Gemüsegarten. Aber ich merke, daß meine wachsende Erfahrung, gute Planung und stete Pflege zu immer besseren Ergebnissen führt. 
Trotz all der Unbilden beim Klima in diesem Jahr und trotz des noch immer nicht guten Bodens kann ich sagen, daß ich so viel wie dieses Jahr noch nie geerntet habe. Der  Gefrierschrank ist voll, die Gefriertruhe füllt sich. Das Marmeladenregal quillt über, in Weckgläsern und Schraubgläsern Konserviertes bevölkert immer weiter die Speisekammer. Die Kartoffelbehälter sind gefüllt mit Frühkartoffeln. Die Lagerkartoffeln wachsen noch fleißig.
Ein herrliches Gefühl. Natürlich hilft hier auch ganz besonders das ebenfalls angeeignete Wissen über das Konservieren und die Lagerhaltung. So verkommt immer weniger von der mühsam erarbeiteten Ernte. Alles wird verwertet. Und laufend gibt es leckeres Gemüse zum Essen. Als Hauptspeise oder Beilage. Meist als Hauptspeise, denn bei mir ist eher das Fleisch die Beilage oder wird „so sparsam wie ein Gewürz verwendet“, wie immer wieder witzelnd bemerkt wird…. 
Und, das große Ernten ist noch nicht zu Ende. Auch das ist ein Novum. Ich habe trotz der  Gluthitze rechtzeitig noch ein paar Herbstsorten verschiedener Gemüse sähen können, die jetzt prächtig im Beet stehen. Die Herbstsaaten direkt ins Beet mit zum Beispiel den leckeren lagerungsfähigen Winterrettichen oder Asiasalat allerdings fielen fast komplett der Hitze und Trockenheit zum Opfer. Nur ein paar einsame Winterrettiche tummeln sich im Beet. Jetzt habe ich gerade Spinat (Winterriesen Verdil)  gesät und es kommt noch Feldsalat (Verte de Camprai) dazu. Wichtig dabei ist, auf eine Sorte zu achten, die für den Überwinterungsanbau geeignet ist!
Der Endivien freut sich über da kühle und feuchte Wetter. 
Endiviensalat (c) by Joachim Wenk
Endiviensalat

Die Kohlrabi sind schon gut gewachsen. Durch den Mulch und den feuchten Boden (Tau und viel Gießen) bleiben sie auch von den gerade sehr lästigen Erdflöhen verschont.

Kohlrabi Noriko (c) by Joachim Wenk
Kohlrabi Noriko

Der  Palmkohl Nero di Toscana war auch spät dran.  Ich konnte nicht pflanzen wegen Trockenheit. Jetzt hat er sich gut erholt und wächst. Er ersetzt mir den Grünkohl, dem es einfach zu heiß und zu trocken bei uns ist. Auf den angeblich an Broccoli erinnernden Geschmack des Neros bin ich schon sehr gespannt. Und er braucht keinen Frost, dass er genossen werden kann.

 Palmkohl Nero di Toscana (c) by Joachim Wenk
Nero di Toscana

Kräftiger Broccoli dort, wo vormals die Frühkartoffeln standen.

Brokkoli  (c) by Joachim Wenk
Brokkoli

Aus reinem Übermut, habe ich mir noch zwei Beerensträucher bestellt. Eine rote  Stachelbeere mit dem unaussprechlichen Sortennamen Hinnonmäki. Ein paar Stachelbeeren, auch zum Mischen für Marmelade, braucht man doch im Garten, finde ich. Bisher hatte ich noch keine. Die Roten sind meist süßer als die Grünen. Mal sehen, was daraus wird.

Auch eine Heidelbeere „Reka“ steht jetzt im Gemüsegarten. Die könnte den sauren Boden aus dem Gewächshaus gut gebrauchen. Anders als die Tomate, von der ich kürzlich berichtete. Aber wie bekommt man den Boden so sauer wie im Gewächshaus? Leider weiß ich es ja nicht. Doch es gibt da noch die Holzkiste mit dem alten Torf in dem ich jahrelang Rote Beete,  Sellerie und Meerettich oder Pastinaken eingelagert hatte. Ich will jetzt auf feuchten Sand umsteigen und so ist der Torf übrig. Den habe ich mit ins Pflanzloch bei der Heidelbeere getan. Ob das ausreicht?

Stachelbeere und Heidelbeere (c) by Joachim Wenk
die Neuen – Stachelbeere und Heidelbeere

Baumspinat und wuchernde Erbsen haben  das Feld geräumt. Es wurde Zeit. Der Meerrettich braucht mehr Licht, damit er noch etwas wachsen kann. Ganz links im Bild steht eine Reihe Haferwurzeln.

Haferwurzel und Meerrettich (c) by Joachim Wenk
Haferwurzel und Meerrettich

Kapuzinerkresse im Blaukraut. Ein hübscher und willkommener Farbklecks.

Kapuzinerkresse im Kohlbeet (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse im Kohlbeet

Der Broccoli steht schon länger im Beet und kann bald auf den Teller kommen.

Brokkoli (c) by Joachim Wenk
Brokkoli

Die Tomaten hängen noch über und über voll mit Früchten. Die sind wohl die einzigen, die mir Sorge machen. Wegen der Kälte und der Luftfeuchtigkeit. Noch sind sie gesund und können reifen. Da bin ich wirklich gespannt, wie lange sie noch gesund sind und wie sie noch ausreifen. Ein paar Ladungen stehen schon eingemacht als Sauce im Keller.

Tomaten  (c) by Joachim Wenk
Tomaten

Tomaten  (c) by Joachim Wenk
Tomaten  

Tomaten  (c) by Joachim Wenk
Tomaten

Tomaten  (c) by Joachim Wenk
Tomaten 

Ich freue mich schon auf alles, was ich noch ernten  und einlagern oder konservieren kann. Wir sind dann gerüstet für den Winter. Wie der wohl ausfällt diesmal?

Die durchgeknallte Dahlie und der Herbst im Garten

20°C Temperatursturz und kalte bis sehr kalte Nächte.   Da ist es doch kein Wunder wenn man anfängt zu spinnen. Oder?

Naja zumindest eine Dahlie weiß ganz offensichtlich nicht mehr ganz, was sie tut und wer sie ist.

Dahlien (c) by Joachim Wenk
Was ist mit dieser Blüte passiert?

Was sagt ihr dazu? Komisch oder?

Ach so, euch fällt nichts erwähnenswertes auf? Mein Fehler. Ihr könnt ja nicht wissen, daß ich meine Dahlien den dritten Sommer habe und ausschließlich rosa-farbene Dahlien besitze. Drei verschiedene Sorten, die sehr lange und reich blühen. Fällt euch jetzt etwas auf?

Woher kommt die – sehr hübsche – crèmegelbe Büte mit den aparten roten Streifen? Kann eine Knolle so mutieren, daß sie auf einmal andere Blüten ausbildet?

Ich weiß ja nicht, ob ich diese Frage einmal beantwortet bekomme. Eines aber weiß ich, wenn der Gartenstuhl morgens ohne Regen so aussieht, dann ist Herbst.

Herbst (c) by Joachim Wenk
es wird Herbst

Im Gemüsegarten hoffe ich, daß die Tomaten das feuchte und kalte Wetter nachts noch etwas überleben. Im Ziergarten aber kommt die Kühle und der Tau gerade recht. Es ist immer noch so unwahrscheinlich trocken, daß ich wieder überall ausgiebig gießen musste. Am Zaun der riesige Asternbusch mit über eineinhalb Meter Höhe und Durchmesser hing schlaff durch die Trockenheit. Und das ist ein uralter Busch mit großem Wurzelballen. Natürlich sind kleinere und jünger Stauden umso mehr betroffen und man sah ihnen den Wassermangel deutlich an.

Neben der durchgeknallten Dahlie hat wohl auch die weiße Jacques Cartier Schwierigkeiten mit der Blütenfarbe. Aber witzig sieht das aus mit den rot-rosa Punkten  überall in der Blüte.

weiße Jacques Cartier (c) by Joachim Wenk
weiße Jacques Cartier
Im großen Staudenbeet vor dem Haus geht es vielleicht nicht so opulent zur Sache, wie ich es gern hätte. Da muß ich wohl noch ein paar andere Stauden dazu setzen. Aber es ist so dicht bewachsen, daß ich so gut wie kein Unkraut rupfen muß. Und etliche von den Stauden blühen nun schon seit Monaten.  Es hört nicht auf zu blühen und so will ich es. 
So unermüdlich ist das Eisenkraut, die Katzenminze, Mutterkraut oder der Storchschnabel. Die Sonnenlbume macht sich prächtig hier und das blau-silberne Kleid der Wolfsmilch, die im Frühjahr sehr schön gelb blühte, passt sehr gut ins Gesamtbild. 
Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Herbst
Staudenbeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Herbst 

Im Herbst brachte meine Schwägerin ein Pflänzchen mit. Weil ich schon länger einmal ein winterhartes Alpenveilchen wollte, kaufte sie in der Gärtnerei eines. Dann kam die Frage, wohin damit und so fand es schließlich seinen Platz zu Füßen der Rose de Resht. 
Es blieb auch bei starken Kahlfrösten im Winter schön grün. Im Frühjahr dann verlor ich es ein wenig aus den Augen. Die Rose de Resht begann zu wuchern, der Frauenmantel daneben auch. Zudem fand genau dort ja euch ein großer Bauabschnitt unseres Wege- und Terrassenprojekts statt. Irgendwann, als ich mich einmal wieder an das Veilchen erinnerte fand ich es nicht mehr. Monatelang über 35 °C und Dürre, ich dachte, dass es entweder eingezogen hat oder kaputt ist. 
Und schon vor einigen Tagen sah ich, daß es blüht. Und jetzt folgt Blütchen auf Blütchen. Süße weiße Alpenveilchenblüten. Blätter sind noch immer keine da. Aber die kommen sicher auch wieder. 

weißes winterhartes Alpenveilchen (c) by Joachim Wenk
weißes, winterhartes Alpenveilchen

Kaum zu übersehen hingegen ist die Cassia. Mittlwerweile meine Lieblingskübelpflanze. Sie blüht vom Sommer bis zum Frost unermüdlich und unbeschreiblich überschwänglich in diesem leuchtenden Dottergelb.

Cassia im Kübel (c) by Joachim Wenk
Gewürzrinde (Cassia)

Jetzt blüht auch die winterharte Form, der Gewürzrinde. Hätte ich sie nicht im Frühjahr ausgegraben, um sie vor den Schnecken zu retten, so wäre sie verloren gewesen. Jetzt wächst sie im Topf und hat das erste mal Blüten. Gleiche Form wie die Kübelpflanze, aber blasser. Ich werde sie im Herbst wieder auspflanzen. Ich habe ja nicht genug Platz für die wirklich frostempfindlichen Kübelpflanzen, da kann ich es mir nicht leisten, winterharte Pflanzen auch noch im Kübel zu halten. Und meist sind sie im Kübel nicht unbedingt so winterhart, als wären sie ausgepflanzt. Der Kübel friert eben mehr durch als der Erdboden. Nächstes Jahr im Frühjahr werde ich sie besser vor den Schnecken schützen. Vielleicht schmückt sie dann, wie eigentlich geplant, das Beet am Gartenzaun.

Winterharte Cassia (c) by Joachim Wenk
winterharte Cassia

Vorhin erwähnte ich bereits das Alpenveilchen und die Bauuarbeiten um es herum. Das betraf hier das Fliederbeet. Jetzt ist das Beet komplett eingerahmt von Granitsteelen und dem neuen Weg. Das Fliederdickicht versuchte ich im Sommer bereits auszulichten. Da muß ich aber nochmal mit der Schere ran. Immerhin haben wir ja jetzt endlich Zeit gefunden Erde zu besorgen. Das Beet ist aufgefüllt und der letzte Rest entlang des Weges ebenfalls. Dort ist bereits Gras gesät. Im Beet selbst habe ich endlich – und ich warte schon so lange darauf  – pflanzen können. Und nicht eine Staude habe ich dafür kaufen müssen.

Was habe ich dann gepflanzt?

Im Frühjahr bekam ich von Anna aus Wien Iris-Wurzelstücke. Einige sind schon längst gepflanzt und die anderen warteten bisher in einem Untersetzer mit Erde auf das, was kommt. Sie trieben schon prächtig aus.

Zwei kleinere Formen der StaudenClematis zogen aus dem zu trockenen und heißen Vorgarten hier ins Beet. Einmal kann ich sie hier besser bewundern, durch das erhöhte Bodenniveau des Beetes und zum andere ist es hier leichter feucht zu halten.

Berg-Flockenblumen habe ich etliche gepflanzt, weil sehr viele sehr gut entwickelte Sämlinge dort stehen, wo sie im Frühjahr geblüht hat.

Vorne an der ganz sonnigen Stelle könnten die gelben Färberkamillen gut passen. Hier habe ich ja auch unzählige Sämlinge, die wild aufgegangen sind zu Füßen der Mutterpflanze. Sie sind aber noch zu winzig zum Verpflanzen. Da warte ich noch ein wenig mit dem Umpflanzen

Meine Baum-Paeonie, gekauft im Mai oder Juni, konnte nun ebenfalls endlich ihren Standort im Beet hier beziehen.

Der Wurzelausläufer einer Rose, mitgebracht von Sabine bei ihrem Besuch in meinem Garten, kam ebenfalls ins Beet.

Drei Buchs-Baum-Stecklinge hatten gut Wurzeln entwickelt und stehen jetzt verteilt hier im Beet. Ich möchte aus ihnen Spirale, Würfel  oder Kegel formen. Etwas, das dem Beet direkt bei der Haustür auch im Winter etwas optische auffälliges gibt.

Ein Frauenmantelsämling steht noch hier, die herrlichen rosa Lilien, die ich zum Geburtstag bekam und ein paar Pflanzen von Vergissmeinnicht. Die kamen aus der Obi-Frühlingsgruß-Aktion, bei der ich einige Samen zum Testen bekam.

Somit ist das Beet alles andere als leer. Sicher kommt noch einiges dazu, aber ich bin froh, nicht gleich wieder den Geldbeutel habe zücken  zu müssen, um an Pflanzen zu kommen. Jetzt schweben mir noch ein paar Lenzrosen vor, die wollte ich von Anfang an im Beet haben. Da muß ich mich einmal noch umsehen.

Staudenclematis (c) by Joachim Wenk
Staudenclematis

frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder 
Rosenableger (c) by Joachim Wenk
Sabines Rosenableger

Rechts oben im Bild die Rose de Resht und rechts unter ihr, sogar als weißer Punkt zu erkenne, die Blüten vom winterharten Alpenveilchen.

frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder 

frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder

frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Staudenbeet beim Flieder
Von den Herbstanemonen, gepflanzt letzten Herbst existiert nur diese hier noch. Und eine Pflanze vom Jahr davor. Leider mögen sie offenbar meinen Garten nicht. Man soll sie auch im Frühjahr und nicht im Herbst pflanzen. Allerdings haben die bereits existierenden auch den Winter wohl nicht überlebt. Jedenfalls habe ich dieses Jahr nur zwei weiße und die rosa blühenden sind verschwunden. 
weiße Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
weiße Herbstanemone

vom Beet auf den Teller – leckeres Essen für mich und meine Heinzelmännchen

 Was für ein schöner Tag im Garten. Die Temperaturen sind endlich wieder erträglich. Es hatte ein ganz klein wenig geregnet.

Ich habe eine schöne Ernte eingebracht und gleich ein leckeres Mittagssen daraus bereitet. Für meine fleißigen Helfer im Boden gibt es  auch zu Essen. Rasenmulch kam in die Beete  und Gründünger gibts demnächst auf der Speisekarte.

Nachmittags saßen wir mit den Eltern bei selbst gebackenen Süßteilchen und Kaffee zusammen und alle genossen es.

Hausbaum (c) by Joachim Wenk
herbstlicher Blumenschmuck am Hausbaum

Ich bin gleich früh am Morgen in den Garten und mußte überlegen, ob es die kurze Hose tut, oder ob eine lange her muß. So frisch war es. Bald kam aber die Sonne hervor und die Frage stellte sich nicht mehr.

Etliche Kilogramm Tomaten waren erntereif und die Paprika. Die knubbeligen Roten haben mich ganz besonders begeistert. Sie standen das erste Mal auf meinem Anbauplan. Also ich sie im Katalog sah und ihre Beschreibung las, war mir sofort klar, daß ich sie haben muß. Eine dickfleischige Feinschmeckersorte mit hervorragendem Geschmack sollte es sein. So robust, daß sie auch fürs Freiland geeignet sind. Dann werden sie im Gewächshaus wohl erst recht gedeihen, dachte ich mir. Liebesapfel heißt die  Sorte. Heute können sie zeigen, ob die Lobeshymne im Katalog gerechtfertigt ist.

reiche Ernte im  Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
die heutige Ernte

Feinschmecker Paprika Liebesapfel (c) by Joachim Wenk
Feinschmecker-Paprika „Liebesapfel“

Natürlich werden sie als gefüllte Paprika zubereitet. Denn dafür habe ich sie ja ausgesucht. Die runde abgeflachte Form macht sie in der Auflaufform auch in gegartem Zustand sehr standfähig. Was hat mich das immer geärgert, wenn die Paprika, schön gefüllt, in der Form nicht stehen wollten oder beim Garen umkippten. Diese Zeiten sind jetzt vorbei.

gefüllte Paprika (c) by Joachim Wenk
gefüllte Paprika

Sie kippen nicht einmal am Teller um, wenn man sich ein Stück abschneidet. Und der Geschmack. Ein Traum. Paprika pur uns so süß, auffallend süß und mild. Wirklich sehr dickwandig für so kleine Früchte. Das Kerngehäuse ließ sich sehr leicht entfernen. Absofort mein absoluter Paprikaliebling.

Die anderen werde ich für Gerichte verwenden, bei denen sie kleingeschnitten werden und zum Einfrieren. Gefüllt werden bei mir nur noch Liebsäpfel.

Natürlich gab es ein frisch gemachte Tomatensauce dazu. Von den anderen habe ich wieder Sauce konserviert.

gefüllte Paprika (c) by Joachim Wenk
gefüllte Paprika 

Konserviert werden auch die Buschbohnen. Sanguigno ist hier meine Lieblingssorte. Eineinhalb Kilogramm von einer Reihe. Sie sind schon recht groß, was aber nicht schadet. Sie werden nicht holzig oder fadig. Ich friere sie ein, als schnelle Beilage.

Buschbohne Sanguigno (c) by Joachim Wenk
Buschbohne „Sanguigno“

Aber nicht nur in der Küche haben wir gewerkelt. Ein ganzer Anhänger voll Mutterboden wurde gekauft. Damit kann endlich das restliche Stück neben dem neuen Weg bei der Terrasse ordentlich mit neuer Erde angefüllt werden. Auch im neuen Beet hinter den Granitsteelen beim Haus ist nun Erde aufgefüllt und die ersten  Stauden konnten einziehen. Lange genug warten sie darauf. Am Wochenende werde ich im ganze Beet dort noch etwas Ordnung schaffen. Dann kommt auch der neue Rosenableger, der bereits schön treibt hinein und eine Baumpfingstrose, die seit etwa Mai in ihrem viel zu kleinen Topf auf diesen Moment wartet.

Mein Gründünger ist aus dem Keimstadium raus und fängt jetzt schön an zu wachsen. Im Foto zu sehen ist eine Mischung aus Buchweizen, Saatwicke und Phacelia. An anderer Stelle, habe ich auf deine leere Reihe nur Buchweizen gesät.

Gründünger (c) by Joachim Wenk
Gründünger

Warum mache ich das? Jetzt im Spätsommer und Herbst werden immer mehr Flächen in den Beeten abgeerntet und stehen dann leer. So unbewachsen bleiben sie oft lange lieben, bis dann im Frühjahr, vielleicht erst ab Mitte Mai, wieder Kulturen darauf gepflanzt werden. In all den Monaten ist der Boden Wind und Wetter, UV-Bestrahlung und Frost ungeschützt ausgesetzt. Humus wird in der Zeit abgebaut, der Gehalt verringert sich. Dabei ist Humus eine wichtige Voraussetzung für gesunde und wuchsfreudige Gemüsepflanzen und damit für eine reiche Ernte. Unkraut kann ebenfalls ungehindert wachsen.

Sät man nun aber eine Gründüngung auf den Boden, geschieht das Gegenteil. Der Boden ist geschützt, bleibt feucht und der Humusgehalt erhöht sich. Die auf dem Boden wachsenden Pflanzen fördern das Bodenleben durch ihre Wurzelausscheidungen und später ganz besonders durch das Verrotten der Grünmasse. Die Wurzeln der Gründüngerpflanzen reichen je nach Sorte zwischen 80cm und mehrere Meter tief in den Boden. Dort unten können sie Nährstoffe aufnehmen und wachsen. Später verrotten die abgemähten Gründüngungspflanzen an Ort und Stelle. Die aus tiefen Bodenschichten mobilisierten Nährstoffe gelangen jetzt in die oberen Bodenschichten, wo sie den Gemüsepflanzen zur Verfügung stehen.

Das Enorme Wurzelwerk mancher Gründüngungspflanzen (Luzerne, Lupine, Rot- oder Steinklee)  lockert beim steten Tiefen- und Breitenwachstum auch den Boden tiefgründig auf. Wenn die oberirdische Pflanze abgehackt wird und als Mulch verrottet, sterben auch diese Wurzeln ab und werden vom Bodenleben abgebaut. Zurück bleiben Unmengen kleiner und kleinster Kanälchen über die Luft und Wasser  in den Boden eindringen kann. Kulturpflanzen durchwurzeln einen so gelockerten Boden natürlich viel rascher. Sie haben damit schnell Zugang zu den für ihr Wachstum wichtigen Nährstoffen. Das Bodenleben profitiert vom lockern Boden mit den Kanälchen ebenfalls.

Manche Gründüngungspflanzen wie alle Leguminosen (Klee, Wicken, Erbsen, Bohnen, Lupinen) sind in der Lage, mit Hilfe von Bodenbakterien den Luftstickstoff im  Boden zu binden. Der steht dann den Folgekulturen zur Verfügung. Stickstoff, welcher sehr löslich ist und leicht ausgeschwemmt wird, muß aber immer zur Verfügung stehen für kräftige Blätter und Wachstum. Der Gründünger bindet ihn, hält ihn fest und vermehrt ihn sogar. Die Bodenlebewesen machen ihn verfügbar für die Pflanzen.

 Andere Pflanzen werden wegen wieder ganz spezieller Wurzelausscheidungen zur Bodengesundung eingesetzt.

Immer aber hilft Gründünger den Boden zu verbessern, in dem er die Heinzelmännchen im Boden, also die Mikroorganismen und besonders auch die Regenwürmer ernährt. So bekäme ich keine leckeren gefüllten Paprika zu essen, wenn ich den Bodenheinzelmännchen nicht ebenfalls ihr  Essen zugestehen würde. Düngen im BioGarten heißt eben nicht, den Pflanzen leicht lösliche „fertige“ Nährstoffe zur Verfügung zu stellen (Kunstdünger), sondern das Bodenleben mit Nahrung zu versorgen. Die wandeln das organische Material und Mineralien dann so um, daß die Pflanzen es aufnehmen können. Nie in Massen, immer Portion für Portion, ganz nach Bedarf. Man düngt nicht die Pflanzen, sondern den Boden.

Den Gründünger wird schließlich abgehackt. Die Pflanzen bleiben an Ort und Stelle als Mulch auf dem Boden liegen, wo sie langsam von den Heinzelmännchen aufgegessen und zu Humus verwandelt werden.

Ist die bewachsene Fläche etwas größer, so nehme ich den Rasentrimmer oder die Motorsense zur Hand, Im Handumdrehen ist dann alles abgemäht und ich muß mich nicht anstrengen.

Ich habe die Wicken gewählt, weil sie den Boden mit Stickstoff anreichern. Buchweizen und Phacelia sind ganz allgemein sehr gute Gründüngerpflanzen. Sie gehören keiner Pflanzenfamilie an, die auch als Kulturpflanze im Beet steht. Der auch gern verwendete Senf gehört zur gleichen Familie wie Kohl und Radieschen und kann so auch deren Krankheiten bekommen und fortführen. Fruchtfolge einhalten! Phacelia und Buchweizen entwickeln eine saftige Grünmasse. Die Phacelia würde auch eine Bieneneweide sein. Jetzt, bei später Aussaat, kommt sie aber nicht mehr zum Blühen.

Es gibt Gründünger, die winterhart sind. Sie wären gut auf Flächen, die im Herbst abgeerntet werden und bis Mai oder Juni brach liegen. Dazu gehören Inkarnatklee, Luzerne, Roggen oder Ölrettich. Sie werden dann ein paar Wochen bevor die Tomaten, Gurken, Kürbisse oder Kartoffeln in die Erde kommen abgemäht.

Andere wiederum frieren im Winter ab und man braucht weiter nichts abhacken. Der Gelbsenf wird hier immer wieder genannt. Wobei ich in  milden Wintern und früher Herbstsaat schon erlebte, daß er im Frühjahr abgehackt werden musste, weil er nicht erfroren ist und sogar wieder austrieb.

Jetzt im September können übrigens noch gesät werden: Ackerbohnen, Platterbsen, Roggen, Spinat, Winterwicke, Phacelia, Gelbsenf, Ölrettich, Luzerne oder Inkarnatklee.

Ich selbst habe gute Erfahrungen gemacht mit Spinat, Phacelia, Gelbsenf, Ölrettich, Buchweizen und Saatwicke. Luzerne hatte ich im Frühjahr gesät. Da keimte sie über zwei Monate nicht. Es war ihr glaube ich zu trocken. Nicht einmal die Ackerbohnen keimten. Als sie dann schließlich wuchsen mußte ich sie schon mit 10cm abhacken, weil ja die Kartoffeln aufs Beet wollten.

Da fällt mir noch etwas zum Abhacken ein. Beim Gründünger gilt, dass man ihn lieber zu früh abhackt, als zu spät. Wenn die Pflanzen sehr groß und bereits verholzt sind, brauchen sie sehr lange zum Verrotten. Muß oder will man – wie ich mit der Ackerbohne-  in jungem Stadium abhacken, so ist vielleicht der Nutzen für den Boden nicht optimal ausgenutzt, aber immer noch besser, als hätte man gar nichts angebaut.

Vielleicht hat der eine oder andere noch Lust bekommen, seine Heinzelmännchen zu belohnen und fürs nächste Jahr in  Stimmung  zu halten. Gründüngungssamen gibt es in den Baumärkten zu kaufen oder man lässt ihn sich schicken. Ich selbst kaufe ihn dort, wo ich auch mein Gemüsesaatgut beziehe, bei Bingenheimer Saatgut.

Zarte Blüten, kräftiges Gemüse und der Herbst zieht ein

Vergangenes Wochenende haben wir auch schöne Stunden in Ruhe und dem Genuß verschrieben, im Garten verbracht. Die allermeiste Zeit aber tat ich nicht das, was alles verschiedenes zu tun wäre, sondern ich tat was? 
Ja! Gießen. Ich kann bald keinen Gartenschlauch mehr sehen. Für ein paar Tage war Ruhe und nun haben wir seit Tagen wieder blauen Himmel, jeden Tag über 25°C, die Sonne sticht vom Himmel. Um 9 Uhr im Garten schwitzt man wie ein Schwerarbeiter. Ausnahmsweise bin ich tatsächlich froh, daß die Tage schon wieder spürbar kürzer werden und somit die intensive Sonnenstrahlung auch nur noch kürzere Zeit auf uns hernieder brennt. 
Aber gut, reden wir von etwas Erbaulicherem 
Hier seht ihr ein paar Fotos meines Stechapfels. Die Pflanze ist wild aufgegangen. Von mir gesäte Stechäpfel, aus den alten Samen, die ich einst erntete, haben die Schnecken gefressen oder stark geschädigt. 
Ich habe keine  Engelstrompete als Kübelpflanze mehr, dafür nun diesen schönen kleinen und pflegeleichten Ersatz. Und frostfrei überwintern muß ich hier auch nichts. 
Stechapfel Datura (c) by Joachim Wenk
Stechapfel

Stechapfel Datura (c) by Joachim Wenk
Stechapfel Datura

Stechapfel Datura (c) by Joachim Wenk
Stechapfel Datura

Stechapfel Datura (c) by Joachim Wenk
Stechapfel Datura 

Stechapfel Datura (c) by Joachim Wenk
Stechapfelfrucht

Im Staudenbeet blühen noch die beiden Jacques Cartier Rosen – eine rosa und die andere weiß. Der Duft weht immer bis in den dahinterliegenden Gemüsegarten.

rosa Jacques Cartier Rose  (c) by Joachim Wenk
rosa Jacques Cartier Rose 

weiße Jacques Cartier Rose  (c) by Joachim Wenk
weiße Jacques Cartier Rose

Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
unterm Walnußbaum blüht, neben den Rosen die Herbstanemone
Im Gemüsegarten selbst geht fleißig das Ernten weiter. Die Tomaten bekommen die ersten Krankheiten. Hoffentlich kann ich noch einige ernten. Denn sie hängen noch immer voller Früchte von unten bis in luftige Höhen von etwa 190 cm. 
Tomaten werden getrocknet (c) by Joachim Wenk
Tomaten werden getrocknet

Tomaten werden getrocknet (c) by Joachim Wenk
und so sehen sie getrocknet aus – leckerer Vorrat für den Winter

Aus dünnen Zucchinistreifen und Frühstücksspeck haben wir leckere Spieße für den Grill bereitet. Samstag saßen wir lange draußen auf der Terrasse. Haben in Ruhe den Grill geschürt, dann gegrillt und alles genossen. Ein herrlicher Abend. Der  Vollmond stand dann schon hoch am Himmel als wir schließlich ins Haus gingen.

Grillspieße aus Zucchini und Frühstücksspeck (c) by Joachim Wenk
Grillspieße aus Zucchini und Frühstücksspeck mit Olivenöl und Salz beträufelt
Und morgen wird es wieder panierte Ufos geben, dazu Kartoffelbrei. Die erste Paprika ist auch geerntet. Sie wird roh verspeist. 
Ufos und Paprika (c) by Joachim Wenk
Bei mir fällt die Hopfenernte, anders als bei den Bauern, dieses Jahr auch wieder normal aus. Ich habe ihn auch gießen können. Leider haben irgendwelche Viecher die Blätter stark zerfressen, dass der ganze Hopfen nicht wirklich schön anzusehen ist. Heute beim Gassigehen, ist mir das erste Mal aufgefallen, daß auch der Hopfen im Wald genauso zerfressen ist. 
Hopfenblüten (c) by Joachim Wenk
Hopfenblüten
Hopfenblätter zerfressen (c) by Joachim Wenk
stark zefressene Hopfenblätter 

 Ob der wohl noch zur Ernte kommt? Das ist der Nero di Toscana ein Stängelkohl. Den habe ich als Grünkohlersatz gebaut, weil er Hitze und Trockenheit besser übersteht. Dann konnte ich ihn lange nicht pflanzen, weil es eben so trocken war. Jetzt aber wächst er schon sichtlich.

Die kürzlich gesäte Gründüngung auf den abgeernteten Kartoffelreihen hinter ihm wächst jetzt schön.

Nero di Toscana (c) by Joachim Wenk
Nero di Toscana

Auch hier wird weiter geerntet. Der Lauch ist schön wie nie, die Buschbohnen sind am Mittwoch wieder dran.

Gemüsebeet im Herbst (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im Herbst

 Herrlicher Wirsing.

Wirsing (c) by Joachim Wenk
Wirsing

Leckerer Rosenkohl

Rosenkohl  (c) by Joachim Wenk
Rosenkohl

Knackiger Endiviensalat.

Endivien  (c) by Joachim Wenk
kürzlich gepflanzter Endivien

Die Ernte vom Holunder fällt diesmal aus. Nichteinmal für die armen Vögel wird es langen. Alles ist verdörrt.

Wir selbst haben an der Nordseite vom Haus der Schwägerin ein paar Beeren für uns abmachen können. Mit den Falläpfeln von ihrem Garten habe wir alles dampfentsaftet. Daraus wird dann Gelee gekocht.

 (c) by Joachim Wenk
Holunder ist verdörrt

Der Weißdorn direkt neben dem Holunder vom obigen Bild hat wohl tieferreichende Wurzeln. Er ist nicht verdorrt und trägt gut.

Weißdornfrüchte (c) by Joachim Wenk
Weißdornfrüchte
Und ja, es wird wohl wirklich Herbst. Durch die Dürre haben etliche Sträucher und Bäume ja bereits Anfang August ihr Laub verloren. Jetzt entdeckt man im Garten immer mehr die typischen Herbstmotive. 
Wie wohl der Winter werden wird, nach sehr, sehr kaltem und trockenem  Frühling, sehr sehr heißem und trockenen Sommer und frühen Herbst. 
Sonnenblume und Hagebutten (c) by Joachim Wenk
Sonnenblume und Hagebutten