Ratz-fatz Himbeertörtchen aus dem Einkochglas

Da lacht das Selbstversorgerherz und der Bauch freut sich genau wie die Seele auf diese super leckeren und schnellen Himbeertörtchen. 
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Früh erfahre ich, daß nachmittag eine Freundin kurz vorbei kommt, etwas abzuholen. Sie wird auf eine Tasse Kaffee und einen Plausch bleiben. Zum Backen ist jetzt aber keine Zeit. Wie gut, daß es Sommer ist. 
Aus der Vorratskammer hole ich ein Weck-Glas mit fertig gebackenem Obstkuchenboden. 
Ich öffne es, stürze es und schneiden den Kuchen in gleichmäßig dicke Scheiben. 
Jetzt rühre ich etwas Quark mit Frischkäse und Puderzucker glatt und streiche diese Creme auf die Obstkuchenböden. 
Im Garten pflücke ich von den reifen und süßen Himbeeren ein Schüsselchen ab. Sie werden einfach in die Creme gedrückt und mit etwas Puderzucker bestäubt. 
Die Freundin war so begeistert von den Himbeeren (hier die Sorte Glen Coe), daß sie sie sich hinten im Garten gleich zwei Schüsseln voll pflückte und mit heim genommen hat. Von den Törtchen ist übrigens nicht eines übrig geblieben. Gut so, denn lange aufbewahren könnte man die ohnehin nicht. Das ist ein schnell bereiteter und schnell verzehrter Sommer-Genuß. Landleben pur.

Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk

Ergänzung auf Grund reger Nachfrage:

Hier ist also das detaillierte Rezept für die Törtchen im Glas. Es stammt aus dem Standartwerk „Weck-Einkochbuch“ dem Buch zu den Weck-Gläsern. Darin steht genau, wie jedes Obst oder  Gemüse eingekocht wird und eben auch etliche Rezepte für Kuchen im Glas. Eine Rezept ist der Obsttörtchenboden.

Obsttörtchenboden im Weck-Glas

Zutaten:

3        Eier
150g  Zucker
50g    Mehl
50g    Stärkemehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
50g    zerlassene Butter

  • Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. 
  • Die ganzen Eier (nicht Dotter und Eiweiß getrennt) werden mit dem Zucker sehr schaumig gerührt. 
  • Mehl mit Stärkemehl und Backpulver vermischt, auf die Schaummasse sieben und vorsichtig unterheben. 
  • lauwarm abgekühlte Butter unter den Teig rühren. 
  • Gläser mit Butter fetten und mit  Semmelbröseln  oder gemahlenen Nüssen ausstsreuen (sehr wichtig!)
  • Teig in die Gläser füllen
  • Der Teig reicht für  3 Weck-Sturzgläser (wichtig, dass sie oben weiter als unten sind, sonst kann man den fertigen Kuchen nicht aus dem Glas stürzen!) mit 1/2l Inhalt oder 2 Sturzgläsern mit 3/4l Inhalt. Die Gläser werden immer nur maximal bis zur Hälfte mit Teig gefüllt. 
Weiter geht es auf unterschiedlichen Wegen. 
Entweder: 
  • Gläserrand säubern, mit Gummi und Decke verschließen und mit Klammern abdichten. 
  • Einkochen bei  bei 100°C für 120 Minuten. 
Oder: 
  • offene Gläser im vorgeheizten Backofen  bei 175°C für 60 Minuten backen. Vorteil dieser Methode, man kann mit der Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Nachteil meiner Meinung, er wurde fast etwas zu braun und trocken und hing dann doch am Glas etwas fest. 
  • Nach dem Backen Gläser aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, bis man sie problemlos mit der Hand anfassen kann. Ist der Kuchen über das Glas  hinaus gewachsen, dann mit einem Messer so abschneiden, dass der Deckel ohne Probleme aufgelegt werden kann
  • Glasrand säubern und Glas mit Gummi, Deckel und Klammern verschließen
  • Gläser für 30 Minuten bei 100°C einkochen. 
Vor dem Verwendung den Kuchen aus dem Glas stürzen in 1-2cm dicke Scheiben schneiden und wie oben beschrieben belegen. Ich hatte den  Kuchen im 3/4l Glas. Aus dem Glas kann man etwa  Törtchen schneiden. Für diese  7 Törtchen benötigt man in etwa 100g Frischkäse und 200g Quark, verrührt mit 2 Eßlöffeln Puderzucker.

Ihr habt gerade ein paar frische Früchte und Lust auf  Törtchen zum Kaffee, aber gerade nichts eingeweckt? Hier schnell noch das Rezept für eine Biskuitboden. Aus dem fertigen Boden dann mit einem Glas oder kleinem Schüsselchen Kreise ausstechen und wie oben  beschrieben belegen.

4 Eiweiße mit 1 Prise Salz anschlagen. 120g Zucker einrieseln lassen und zu steifem Schlagen. 4 Eigelb mit dem Schneebesen unterheben, 40g Puddingpulver Vanille (1 Packung) und 80g Mehl mischen, darüber sieben und kurz unter die Eimasse ziehen. (Mehl sieben gibt zusätzlich Luft und Lockerheit im fertigen Boden, ist also besser als einfach Mehl hinein schütten). In einer 26cm Springform bei 200°C (vorgeheizt) ca. 20 Minuten backen. Abkühlen lassen und dann aus der  Form nehmen. Ein bis zweimal waagerecht durchschneiden. 

Viel Spaß beim Nachbacken. Und wem das erfolgreich gelungen ist, freue ich mich über Fotos und Berichte von euren Törtchen-Kreationen.

Milchsaure Gurken oder auf neudeutsch „fermentierte“ Gurken

Die Gurkenernte ist in vollem Gang und so zeige ich euch heute, wie man die fast täglich anfallendeErnte der Einlegegurken ganz einfach konservieren kann. Ich ernte laufend kleinere Mengen, die ich dann gleich in ein paar Gläsern konserviere.
Meinen ersten Test machte ich übrigens mit den kleinen, im Handel käuflichen, Vespergurken. Die waren auch sehr lecker, werden aber schneller weicher, als die festeren Einlegegurken. 
Zumindest hier in Süddeutschland ist eher die Essiggurke – also Gurken in einem Essigsud eingelegt – bekannt. Viel  einfacher und mit weniger Aufwand lassen sich die Einlegegurken aber auch milchsauer konservieren. 
So geht man dabei vor. Es wird Wasser aufgekocht in dem pro Liter etwa 25 bis maximal 30 Gramm Salz enthalten sind. Am besten geeignet ist das naturbelassen Salz aus dem Bioladen. Auf alle Fälle sollte weder Jod oder Flour zugesetzt sein. Auch darf keine Rieselhilfe im  Salz sein. Das Wasser muß nun wieder auf maximal Handwärme abkühlen. 
Salz und Wasser werden aufgekocht (c) by Joachim Wenk
Salz und Wasser werden aufgekocht (c) by Joachim Wenk

In der  Zwischenzeit wasche ich die Gläser aus und bestücke sie mit den Gewürzen. Ich verwende eine fertige Mischung (Gurken Einmach-Gewürz) aus Senfsaat, Pimentkörner, Dillsaat, Koriandersaat, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt. Dazu kommt eine Knoblauchzehe (geschält) und wer das mag, fügt eine kleine getrocknete Chilli hinzu. Damit die Gurken nicht zu weich werden, gebe ich noch ein Blatt von der schwarzen Johannisbeere dazu. Man kann auch ein Eichenblatt oder einfach noch ein Lorbeerblatt verwenden.

Gewürze kommen in das Glas (c) by Joachim Wenk
Gewürze kommen in das Glas (c) by Joachim Wenk

Die Gurken werden gewaschen und wenn sie schon zu groß sind, in dicke Streifen geschnitten. Damit die Länge zum Glas passt, muss ich bei manchen etwas abschneiden. Die kleinen Gurken, die ich komplett einlege, steche ich mit einem Zahnstocher mehrmals ein, damit die Bakterien leichter  in das Innere der Gürkchen gelangen können.

Hochkant schlichte ich sie nun in die Gläser. Ich verwende Weck-Gläser. Man kann auch große Twist-Off-Gläser benutzen, wenn man es erst einmal ausprobieren möchte. Verwendet man diese Gläser mit Schraubdeckel, so ist es ratsam, ein  Stück Cellophanpapier vor dem Zuschrauben auf zu legen. So kann die entstehende Säure den vielleicht schon leicht beschädigten Deckel (oft sieht man diese winzigen Blessuren in der Isolierschicht nicht) nicht weiter angreifen und korrodieren.

Die Gurken - ganz oder in Stücken - werden eingefüllt (c) by Joachim Wenk
Die Gurken – ganz oder in Stücken – werden eingefüllt (c) by Joachim Wenk

Ist das Salzwasser entsprechend abgekühlt, füllt man es in die Gläser. Dabei muß nach oben etwas Luft bleiben und dennoch sollten die Gurken möglichst vollständig mit Flüssigkeit bedeckt sein. Das verhindert unschöne Verfärbungen am Eingelegten.

Jetzt kommt der Gummiring mit Deckel oben drauf und wird mit der Klammer fest verschlossen.

Die Gläser werden dicht verschlossen (c) by Joachim Wenk
Die Gläser werden dicht verschlossen (c) by Joachim Wenk

Die Arbeit ist damit beendet. Jetzt sind die Milchsäurebakterien dran. Sie beginnen, gerade jetzt bei den warmen Tempereraturen umgehend mit der Arbeit. Bereits am folgenden Tag sind bei mir immer schon die Blubber-Bläschen zu erkennen. Sie zeigen, daß alles seinen geregelten Gang geht. Der im Glas noch befindliche Sauerstoff wird von anderen Mikroorganismen aufgebraucht und durch die Milchsäurebakterien entsteht Kohlendioxid. Damit ist im  Glas ein sauerstofffreier Zustand entstanden. Die Milchsäurebakterien lieben das und die schädlichen, für den Verderb verantwortlichen, Organismen können nicht mehr existieren.  Sie brauchen zum Leben Sauerstoff.

Entsteht ein Überdruck, kann der über den Gummiring (wie beim Einkochen) entweichen. Von außen kommt nichts in das Glas. Schraubverschlußgläser, lasse ich gern etwas aufgeschraubt stehen, die ersten Tage, damit ein Überdruck entweichen kann.

nach etwa einem Tag ist die Milchsäuregärung an den Blasen zu erkennen (c) by Joachim Wenk
nach etwa einem Tag ist die Milchsäuregärung an den Blasen zu erkennen (c) by Joachim Wenk

Die Gläser bleiben, möglichst lichtgeschützt ein paar  Tage im Warmen stehen. Ich lasse sie etwa 4 Tage in der Küche. Dann räume ich sie in den Keller. Sie sollten jetzt kühl stehen. Dunkelheit ist auch für die Lagerung wichtig. Der Metallbügel bleibt immer daran, damit die Gläser dicht verschlossen sind. Twist-off-Gläser werden jetzt vollständig zugeschraubt.

Nach ein paar Tagen wird die Flüssigkeit trüb, was aber kein Zeichen von Verderb ist. Nach ein paar Wochen kann man die ersten Gurken probieren. Ich habe vor lauter Neugier nach etwa 2 Wochen ein Glas geöffnet. Die Gurken waren sauer, sehr aromatisch und hatten eine schöne Konsistenz. Mit der Dauer der Lagerung wird die Konsistenz immer weicher und die Säure nimmt zu.

Angebrochene Gläser werden im Kühlschrank gelagert. Die saure Flüssigkeit wimmelt von gesunden Milchsäurebakterien. Ich verwende sie auch gern für Salatdressings oder allgemein Rohkostdressings. Wie beim unerhitzten Sauerkrautsaft hat man hier die für die Verdauung und Immunabwehr so bedeutenden Milchsäurebakterien kostenlos zur Verfügung.

Nahrungsergänzung von speziellen teuren und oft mit viel Zucker versehenen Joghurt-Produkten in kleinen Plastikflaschen (viel Müll!) oder grünen kleinen Plastikbecherchen kann man sich damit sparen!

Bei  der Lagerung bleibt die Metallklammer an Deckel dran, die Flüssigkeit wird trüb (c) by Joachim Wenk
Bei  der Lagerung bleibt die Metallklammer an Deckel dran, die Flüssigkeit wird trüb (c) by Joachim Wenk

Experimentierfreudige Selbstversorger legen noch andere Gemüse mit den Gurken ein. Ich habe sehr gute Ergebnisse mit Paprikastreifen gemacht.

man kann die Gurken zum Beispiel mit Paprikastreifen kombinieren (c) by Joachim Wenk
man kann die Gurken zum Beispiel mit Paprikastreifen kombinieren (c) by Joachim Wenk

Auf diese Weise werden ebenfalls zum Beispiel Möhren konserviert. Ich schneide sie in  Scheiben und gehe dann genau wie bei den Gurken vor. Hier verwende ich kein Einmachgewürz sondern nur etwas  Chilli und Nelken getrocknet. Koriandersaat ist das klassische Gewürz dabei. Hier mag ich aber den dabei entstehenden Geschmack persönlich gar nicht. Das kann man aber ganz nach eigener Gutdünken machen. Auch vollkommen ohne Gewürz bekommen diese milchsauren Möhren einen sehr guten Geschmack.

Als Rohkost vor dem Essen entnehme ich mit einem Löffel die benötigte Menge fertig fermentierter Möhren, füge etwas (Oliven-)Öl dazu und wenn gewünscht ein wenig Salz und Flüssigkeit aus dem Glas.  Fertig ist die  Rohkost.

Bei der milchsauren Konservierung benötig man – bis auf das Aufkochen des Wassers – keine Energie bei der Herstellung (wie etwa beim Einkochen oder Einfrieren). Auch die Lagerung verschwendet keine Energie (wie bei Tiefkühlkost). Man hat hier also eine sehr umweltfreundliche und ressourcenschonende Konservierungsmethode zur Hand.

Ein paar Blütenbilder

Heute einmal ganz einfach nur ein paar Blumenfotos. Bei denen kann man nah ran gehen und das Unschöne Vertrocknete, Zerfressene oder Befallene ausblenden. Leider ist es mir so oft nicht gelungen, das rechte Licht abzuwarten, dafür gefallen mir wieder andere Aufnahmen ganz gut. 
Also, für die interessierten Leser, ein paar der aktuellen Blüten in meinem Garten. 
Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
Kapuzinerkresse (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel (c) by Joachim Wenk

rote Rose (c) by Joachim Wenk
rote Rose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk

Stockrose (c) by Joachim Wenk
Stockrose (c) by Joachim Wenk

wilde Farbkombination im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
wilde Farbkombination im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Phlox und Wiesenraute (c) by Joachim Wenk
Phlox und Wiesenraute (c) by Joachim Wenk

 Meine aktuell liebste Farbkombination, Goldmohn, Cistus, Lavendel und Purpurwitwenblume.

Goldmohn, Cistus, Lavendel und Purpurwitwenblume (c) by Joachim Wenk
Goldmohn, Cistus, Lavendel und Purpurwitwenblume (c) by Joachim Wenk

Um ihn herum viel Trockenes, aber er wuchert ungezügelt und ploppt überall seine hübschen intensiv gefärbten Blüten auf. Ein sehr schöner und robuster, trockenheitsresistenter Storchschnabel (Blutstorchschnabel Geranium sanguineum)  mit tiefreichenden Wurzeln. So kommt er überall an Wasser. Bei mir wuchert er im sehr heißen und sehr sehr trockenen Staudenbeet am Südwesthang vor dem Haus.

Storchschnabel (c) by Joachim Wenk
Blut-Storchschnabel Geranium Sanguineum (c) by Joachim Wenk

Blüten der Zimtrinde, Cassia (c) by Joachim Wenk
Blüten der Zimtrinde, Cassia (c) by Joachim Wenk

Ansonsten macht der Garten gerade wahnsinnig viel Arbeit, weil ich mit dem Gießen nicht nachkomme und immer mehr und mehr Abstriche an Ernteerfolgen und Erwartungen machen muß. Was nicht vertrocknet holt der Mehltau (Gurken) oder die Myriaden an Erdflöhen, den viele Meter hohen und mächtigen Hopfen haben sie schon durchsiebt. Die Haselnußsträucher der etwa 10m langen und großen Hecke ebenfalls.

vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk

vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Hopfen (c) by Joachim Wenk

Von einigem  Kohl musste ich mich schon verabschieden, den Immerwährenden Kohl musste ich ganz abschneiden und hoffe auf Neuaustrieb. Rosenkohl und Weißkohl, Butterkohl und Kohlrabe sind stark geschädigt. Was die  Trockenheit nicht kaputt macht machen diese Käfer kaputt. Angeblich mögen sie gemulchten Boden nicht. Der Boden ist aber seit zeitigem Frühjahr mit Rasenschnitt fast flächendeckend gemulcht das hält sie nicht ab. Wermuttee ebenso wenig. Mal sehen ob das Neemöl sie irgendwann wieder eindämmen kann, dann sind die Pflanzen aber schon stark verkrüppelt und manche werden nicht mehr wachsen.

vom Erdfloh zerfressen Blätter am Rosenkohl (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Rosenkohl (c) by Joachim Wenk

vom Erdfloh zerfressen Blätter am Butterkohl (c) by Joachim Wenk
vom Erdfloh zerfressen Blätter am Butterkohl (c) by Joachim Wenk

1000 und 250 und 800 und 1600 und 600

und 3800 und 1200 und 500. 
Lauter Zahlen. Langweilig und nichtssagend. Und nein, sie gehören auch nicht zur Zahlenkombination meines Safes. Es sind die  Grammangaben meiner aktuellen Ernte-Aktion. 
Ja was macht also der Hobby-Selbstversorger, wenn er im Sommer ein paar Tage Urlaub hat? Genau! Er geht in den Garten und fängt an zu ernten und verschwindet zwischendurch immer wieder in der Küche und der Vorratskammer. 
Was also genau waren meine Erträge? 
Begonnen habe ich mit dem Baumspinat. Der geht überall auf und ich muß ihn schon gar nicht mehr sähen, sondern einfach hier und da ein paar Pflanzen stehen lassen. Jetzt sind die Blätter optimal. Später blüht er und dann sind sie nicht mehr schön. 1000g herrlich zarter und leicht nussig schmeckender, milder Baumspinatblätter Magenta  Spreen, sind blanchiert und portionsweise eingefroren. 
Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk
Ernte Baumspinat Magenta Spreen (c) by Joachim Wenk

Weiter ging es mit den Erbsen.  Die waren längst fällig, nur kam ich einfach nicht dazu. Leider liefen sie schon im Frühjahr ganz schlecht auf. Ich mußte gar nachsähen. Mühsam haben sie sich entwickelt. Immerhin konnte ich 250g Blauwschokker und 800g Ambassador im Tiefkühler unterbringen. Nervig ist nur das langwierige Puhlen der  Erbsen. Die Ambassador hatten immer wieder madige Erbsen in den lose gefüllten Schoten dabei, während die Blauwschokker-Schoten ganz dicht gepackt mit Erbsenkügelchen gefüllt waren  und nicht eine Made enthielten.

Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk
Ernte der Erbsen (c) by Joachim Wenk

Ebenfalls höchste  Zeit war es für den ersten Schwung Himbeeren. Leider vergaß ich im Eifer die Ernteeimerchen  gefüllt mit riesigen, super süßen und absolut wurmfreien Früchten zu fotografieren. Daher gibt es hier nur die Fotos von den noch an den Pflanzen hängenden Beeren.

Einmal waren es 600g der herrlich lila farbenen Himbeere. Die aus Schottland stammende Glen Coe liebe ich sehr. Davon habe ich eine Pflanze.

Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk
Himbeere Glen Coe (c) by Joachim Wenk

Der Rest der Himbeerreihe brachte beim  ersten Durchgang 1600g Himbeeren. Eine rote Sorte, sehr großer  und aromatischer Früchte. Leider ist mir der Name nicht bekannt.

Himbeeren (by) Joachim Wenk
Himbeeren (by) Joachim Wenk

Die Himbeeren habe ich eingefroren. In flache Gefrierbehälter einlagig und locker eingefüllt und in die Truhe gestellt. Wenn sie durchgefroren sind, schütte ich sie in andere  Gefrierbehälter. Man kann sie dann auch in kleineren Portionen entnehmen, weil sie sich leicht trennen lassen und nicht als ein Batzen im Behälter zusammen kleben.

Dann habe ich noch mit dem Rest Himbeeren und  ein paar Stachelbeeren Marmelade gemacht. Wunderbar tiefrot und beerig. Ganz ohne Schalen und Kerne, weil ich sie immer durch die Beerenpresse durchdrehe.

Und natürlich kamen auch ein paar Früchte in meinen Rumtopf. Bis auf ein paar Aprikosen schwimmen darin nur eigene Früchte.

Rumtopf (c) by Joachim Wenk
Rumtopf (c) by Joachim Wenk

 

Weniger für die Küche als für die Gesundheit oder Pflege ist die folgende Ernte gedacht.  Ein  Schwung Ringelblumenblüten wird verarbeitet zu Ringelblumensalbe.

Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk
Ringelblumenblüten (c) by Joachim Wenk
Mit Schweineschmalz werden sie erhitzt und dann ziehen lassen. 
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Wieder erhitzen, daß das Fett flüssig wird und durch ein feines Sieb gießen.

Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk
Ringelblumensalbe herstellen (c) by Joachim Wenk

Eigentlich ist damit alles getan. Es waren aber noch nicht viele Blüten, also werde ich das Fett mit dem nächsten Schwung Blüten noch einmal der Prozedur unterziehen. Dann fülle ich es ab in diese winzigen Marmeladengläschen, in denen man in Hotels beim  Frühstück Honig oder Marmelade erhält. Die lagern dann im Kühlschrank unten im Gemüsefach bis zur Verwendung. Die winzigen Gläschen haben den Vorteil, daß man beim Verwenden auch einmal mit dem Finger hinein kann. Kleine Hautverletzungen,  Schürfungen,  rauhe oder eingerissene Haut wird damit absolut erfolgreich behandelt.  Ist das Gläschen länger im Badezimmer und nicht im Kühlschrank, wird also verwendet, so wird das  Fett ranzig und wird entsorgt. Das nächste Gläschen wird dann geöffnet.

Im vergangen Jahr, wegen der  Dürre, hatte ich nichts zum Ernten und so mußte ich  dieses Jahr noch auf letzte Gläschen von 2014 zurückgreifen. Sie sind nicht ranzig und haben noch immer ihre prompte  Wirkung auf die Haut.

Weiter geht es im  Garten. Es ist das erste (!)  Jahr, in dem ich zur rechten Zeit richtig Möhren ernten kann.  Nicht nur hier und da ein paar, sondern gleich zwei Reihen. Ich weiß jetzt warum sie nie gekeimt sind bei mir. Dieses Jahr habe ich wieder ganz zeitig im Frühjahr gesät und dann aber von Anfang an regelmäßig gegossen. Es ist auch im Frühjahr zu trocken, als dass so etwas keimen könnte. ohne Gießkanneneinsatz. Diesjahr sind sie traumhaft aufgelaufen und jetzt erntereif. Ich habe noch ein paar Lagermöhren ebenfalls in den Beeten stehen. Die habe ich endlich vereinzelt.  Der Bund Mini-Möhren links neben dem Korb ist das Ergebnis. So süße kleine Möhrchen schon. Und die soll man einfach so entsorgen? Nichts ! Da habe ich schon eine Verwendung für sie. Dazu später mehr. 
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk

Das sind sie also meine Möhren, mein ganzer Gärtnerstolz.

Möhrenernte (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte (c) by Joachim Wenk

Es waren insgesamt 3800g. Hier seht ihr den Unterschied im Wuchs der beiden Sorten. Links Nantaise/Milan und rechts Oxella.

Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk
Möhrenernte  links Nantaise/Milan rechts Oxella (c) by Joachim Wenk

Ich habe sie gewaschen, geschält und in Scheiben gehobelt. Die meisten sind portionsweise eingefroren.

Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Möhren fertig für den Gefrierschrank (c) by Joachim Wenk
Die winzigen Möhrchen habe ich mit samt dem Kraut und ein paar Winterheckzwiebeln und etwas Salz im Mixer zu Brei verarbeitet. Der kam auf die Ablagen des Dörrapparates und wurde über Nacht getrocknet. Heute ist er trocken, wurde abermals im Mixer zu  Pulver gemahlen und wartet jetzt im Vorratsbehälter auf das  was da noch kommt. Ich denke da an Sellerie und Lauch und Petersielie und anderes. Immer das gleiche Vorgehen. Im Herbst hat sich dann, auch mit übrigem oder nicht gut ausgebildeten Blumenkohlresten oder  Kohlrabi, einiges aromatisches Angesammelt. Ich mische alles gut durch und fertig ist meine Gemüsebrühpulver mit dem ich alles  Essen würze. Salz gebe ich sehr wenig dazu. So kann ich die Speisen später nachwürzen ohne zu versalzen. In den entsprechenden Rezepten wird natürlich immer alles auf einmal gemixt und verarbeitet. Bei mir fallen aber die Sachen, wie jetzt die Möhrchen so nach und nach an. Dem Endprodukt ist es egal ob alles auf einmal im Mixer zu Brei verarbeitet und dann getrocknet wird,  oder so nacheinander. 
Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebrühpulver selber machen (c) by Joachim Wenk
Die erste nennenswerte Ernte aus meinem  Weihergarten sind Einlegegurken. Vorgebirgstrauben heißen sie und machen sich prächtig. Leider haben sie, wie die Gurken oben im Garten auch, kranke Blätter. Die Hitze und ewige Trockenheit sind Schuld. Wer weiß, wie viel ich davon noch ernten kann. 
Jetzt sind es erst einmal 1200g. 
Einlegegurken (c) by Joachim Wenk
Einlegegurken (c) by Joachim Wenk

Nachdem mir Essiggurken nie gelungen sind und alles nur blöd schmeckte, habe ich dieses Jahr Glück. Eher zufällig kam ich auf das milchsaure Vergären. Sauerkraut im Glas kenne und schätze ich. Klar da geht noch mehr. Und so sind in ein paar Gläsern die Möhren und alle Gurken verarbeitet. Es sind zwar Weck-Gläser, aber es ist nichts eingekocht. Nur eingefüllt mit Salzlake und Gewürzen versehen und dann fest verschlossen. Zu  hoher Überdruck kann entweichen, von außen kommt nichts hinein. Heute, einen Tag danach blubbern die Möhren schon stark vor sich hin.

Ich habe vor einigen Wochen einen Versuch gestartet mit gekauften Gurken und bin vom  Geschmack und natürlich von der  Einfachheit dieser Konservierungsmethode begeistert. Man braucht weder zum Zubereiten noch zum Lagern Energie durch Küchenherd oder Tiefkühler.

Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk
Möhren und Gurken fertig für die Milchsäuregärung (c) by Joachim Wenk
Nebenher habe ich noch mein Sauerteig-Vollkornbrot gebacken und heute ein Blech Streuselkuchen. Letzterer ist auch im Tiefkühler. Wenn Besuch kommt ist dann rasch ein köstlicher Kuchen auf dem Tisch. 
So langsam langt es mir für diesen Küchen-Marathon mittlerweile auch. Nur noch ein Pfund Mangold Verde da taglio eintuppern und ab in den Gefierschrank. Dann ist erst mal Pause mit Konservieren und Ernten. 
Mangold (c) by Joachim Wenk
Mangold (c) by Joachim Wenk
Gestern beim Ernten waren wieder beinahe 40°C und blauer Himmel. Seit vielen Wochen kein  Regen. Im Garten sieht es nicht aus, als könnte ein Gärtnerherz hier jubilieren. Frust und Depression über viel vergebene Mühen und Hoffnungen kam auf. Das war auch ein Grund, schnell zu ernten, was sich eignete, bevor es kaputt geht. 
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk

Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Wieder Dürre im Garten (c) by Joachim Wenk
Mittlerweile hat es tatsächlich geregnet. 5l/qm (und das bezeichne ich schon fast als  Starkregen) ergossen sich und der Himmel war bedeckt. Warm ist es allerdings mit 25° geblieben.  Jetzt ist der  Boden oberflächlich angefeuchtet und ich mußte heute nicht gießen. In dieser Zeit mußte ich dann allerdings die Küche putzen. Nach der Küchenschlacht ein notwendiges Übel. 
Jetzt hoffe ich auf Samstag, da ist wenigstens wieder Regen möglich, laut Vorhersage. Es steht doch noch so viel in den Beeten und etliches braucht noch sehr lange bis zur Ernte. Ohne Wasser aber wird das nichts. 

Es wuchert und blüht und mitten drin ein winziger Springbrunnen…

Vorgestern kam ich abends spät nach Hause. Abgekühlt hat es und bewölkt war es. Bei diesen Bedingungen bekommt man meist schönere Gartenfotos, als Mittags in der vollen Sonne. Und wirklich, auf den Fotos sieht man nicht einmal, wie dringend der Regen schon wieder nötig wäre. 
Und heute, zwei Tage danach mit überall Unwettern in Bayern, Flüssen die wieder über die Ufer treten und überschwemmten Wiesen, kann ich sagen, es hat bei uns wieder nichts geregnet. Gute 1  l/qm kamen herunter. Damit wurde der Boden unter den Stauden nicht einmal befeuchtet. 
Staudenbeet im Sommergewand (c) by Joachim Wenk
Mäuerchenbeet im Sommergewand (c) by Joachim Wenk
Szene aus dem Landgarten (c) by Joachim Wenk
Szene aus dem Landgarten (c) by Joachim Wenk
Den Goldmohn habe dieses  Jahr neu, weil ich gelesen hatte, daß er mit Trockenheit und Sonne gut zurecht kommt. An etlichen Stellen habe ich ihn ausgesät und nur hier an dieser einen Stelle ist er aufgegangen. Hoffentlich sät er sich wirklich selbst aus. Denn der passt wunderbar ins Beet. Die Trockenheit stört ihn wohl wirklich nicht und die Farbe ist einfach eine Wucht. Die ersten Samen-Schoten hängen jedenfalls schon an der Pflanze. Ich werde mir sicherheitshalber dann auch ein paar Samen abnehmen, um ihn selbst auch ziehen zu können. 
kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
Den Stockrosen macht die Trockenheit auch nicht so viel aus. Obwohl sie, wenn die Sonne scheint, auch die Blätter hängen lassen. Sie haben aber eine Pfahlwurzel senkrecht nach unten. Tief nach unten. So kommen sie daher auch auf trockenen Standorten zurecht. 
Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk

Und ja, das ist das gleiche Bild. Wer aber Apotheken-Rundschau  erprobt ist, kann ja einfach einmal anfangen und den Unterschied suchen…

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen Größenvergleich mit Mülltonnen (c) by Joachim Wenk
Stimmt! Es sind die Mülleimer.  Die sind zwar keine Zierde für das Foto und dennoch habe ich sie absichtlich mit abgelichtet. Das nur, damit man einmal die Proportionen sieht. Ich denke da etwa an den Tag der offenen Gartenpforte vor kurzem. Da sah ich in den Gärten Stockrosen, die mir gerade einmal bis zum Knie reichten. Und es waren diese original  Bauerngartenstockrosen. Die neuen Züchtungen, die nicht für Rost anfällig sind, waren es nicht. Die habe ich auch und sie bleiben, bei mir auch, deutlich niedriger. Und sie haben ein anderes Laub. Meine Stockrosen sind deutlich über 2 m hoch und erfüllen mich mit Stolz, wo doch so viel immer eher mickrig ist oder vertrocknet oder eingeht in meinem Garten. 
Was auch wirklich sehr gut mit der Dürre zurecht kommt sind diese gelben  Färberkamillen. Ich habe auch noch andere, die aber in Mitleidenschaft gezogen wurden, von der Hitze und Trockenheit. 
Die Gelben sind Sämlinge und ich will schon immer einmal recherchieren, welche gelben Färberkamillen ich eigentlich ursprünglich  als Staude gekauft habe. Ich bin mir ziemlich sicher eigentlich immer die Zwergform (dwarf) gewählt zu haben. Aber die sind eher nicht von Zwergenwuchs gezeichnet. Und sie blühen schon so lange. In der Vase halten sie sich fast 2 Wochen!
Das Blaue ist übrigens ein Storchschnabel. Bei manchen Storchschnäbeln im Katalog kann man lesen, daß sie recht weit herum kommen im Staudenbeet. Sie bilden lange Stile mit Blüten. Wer das Foto anschaut, weiß dann auch, was damit gemeint ist. Es ist wirklich nur eine einzige Pflanze, die hier überall zu blühen scheint. 
Storchschnabel und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel und Färberkamille (c) by Joachim Wenk

Hoffentlich säht sich das alles auch wieder so aus. Gelbe Färberkamillen und weißer Bertram. Eine herrliche und unkomplizierte Kombination im trockenen Beet.

Bertram und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Bertram und Färberkamille (c) by Joachim Wenk

Auch der Muskatellersalbei säht sich doch hoffentlich wieder selber aus. Ebenfalls sehr zu empfehlen auf trockenem Boden. Sehr gut selbst aussäend ist diese Glockenblumenart. Alle anderen Glockenblumen – und ich liebe sie doch so – haben niemals den Angriff der genmutierten Killerschnecken in meinem Garten überlebt. Diese Art, deren Namen ich mir nie merken kann, so oft ich ihn nachschlage, wird nicht einmal angebissen von ihnen. Und sie kommt, ähnlich wie Akeleien immer und überall von selbst. Ich habe noch nie eine einzige Pflanze von ihnen gekauft oder gepflanzt oder gesät. Wo sie her kamen weiß ich nicht, sie waren dann einfach da und jetzt bleiben sie.

Muskatellersalbei, Glockenblume und Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Muskatellersalbei, Glockenblume und Färberkamille (c) by Joachim Wenk

Meine Lieblingskübelpflanze, die Gewürzrinde beginnt gerade ihr Blütenschauspiel in unübertroffenem Gelb.

Gewürzrinde (c) by Joachim Wenk
erste Blüten an der Gewürzrinde (c) by Joachim Wenk

Mein Phlox, der leider nicht mit der Trockenheit zurecht kommt, blüht jetzt doch ein wenig. Auf elend dünnen  und langen Stielen (das Mutterkraut hat ihn recht unterdrückt) mit immer welken Blättern, wippen ein paar Blüten. Dahinter wuchert wieder der Eibisch. Ich dachte immer er wäre ein Gewächs für sumpfigen, jedenfalls feuchten Boden. Aber das ist wohl nicht so, denn er wird von Jahr zu Jahr größer und umfangreicher, auf dem Boden, der dem Phlox zu trocken ist.

Rechtes neben dem Phlox sieht man bereits die Blütenwolken der Wiesenraute. Eine traumhaft romantische Pflanze mit so unzähligen witzigen Blütchen und ewig langer Blütezeit. Jetzt erst habe ich gelesen, daß sie gut für trockene Böden ist. Das stimmt wohl, denn sie begleitet mich schon etliche Jahre erfolgreich hier.

Mutterkraut, Phlox und Wiesenrautenkospen (c) by Joachim Wenk
Mutterkraut, Phlox und Wiesenrautenkospen (c) by Joachim Wenk

Apropos Färberkamille und Vase, wie oben erwähnt. Wir hatten einmal wieder lieben Kurzbesuch zum Kaffee. Klar, daß ich da einem Landgarten-Besitzer gemäß dekoriert habe.

Kaffeetafel für Besucher im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Kaffeetafel für Besucher im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Meiner Seerose geht es auch gut in ihrem Becken. Sie klagt niemals über Hitze und Trockenheit. Die Hitze gefällt ihr und mit ein paar Hundert Litern Wasser um sich herum, ist sie wohl auch die Letzte, die jammern darf. 
Blüte der Zwergseerose (c) by Joachim Wenk
Blüte der Zwergseerose (c) by Joachim Wenk
Und so muß sie eben jetzt auch meine neueste Spielerei erdulden. Seerosen mögen ja nicht so sehr das bewegte und verspritzte Wasser glaube ich. Aber dieser winzige solarbetriebene, schwimmende Springbrunnen hat mir so gut gefallen, daß ich ihn einfach haben wollte. Knallt jetzt einmal wieder, wie eben immer, die Sonne vom Himmel, so setzt sich die Fontäne in Gang. Und mit etwa 16 cm Durchmesser findet sie gerade noch eine freie Fläche im dicht bewucherten Seerosenbecken. 
Zwergseerose im Seerosenbecken mit neuer Solarfontäne (c) by Joachim Wenk
Zwergseerose im Seerosenbecken mit neuer
Solarfontäne (c) by Joachim Wenk

Und schon sind wir mitten im Sommer

So, das sind wir also. Auf einmal ist Sommer. Woran ich das merke? Ganz einfach. Wenn am Wochenende an beiden Tagen über jeweils 8 Stunden die Regner, Spritzschläuche, Bewässerungen und die Handbrause ohne eine Pause durchlaufen, um die obersten 3 mm Erde leicht anzufeuchten, dann weiß ich, es ist Sommer. 
Vielleicht erkennt man den Sommer ja aber auch an der Blüte der Stockrosen und Palmlilien? 
Stockrosen und Palmlilien blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Stockrosen und Palmlilien blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Stockrosen blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Stockrosen blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Stockrosen blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Stockrosen blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Palmlilien blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Palmlilien blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

Auf alle Fälle sieht man den Sommer daran, und da sind wir wieder nahe bei meinem ersten Erkennungsmerkmal, daß es viel oder vornehmlich trocken-strohiges Gestrüpp im Staudenbeet gibt. Das Mutterrkraut ist am Verblühen, Bertram ist verblüht genau wie die Rosen. Die Färberkamillen blühen in den letzten Zügen und der  Mohn hat reife Samenkapseln. Nach meinem Geschmack gerade etwas viel Gestrüpp und dürr. Aber das muß ich eben bei Gelegenheit einmal abschneiden. Ich darf das  nicht zu früh machen,  möchte ich doch, daß es sich wieder aussamt.

Viele gekaufte Stauden sind leider nicht zum Wachsen zu bekommen (Phlox, Rittersporn, Blumenrohr, manche Färberkamillen und vieles mehr) und so muß ich wirklich auf das sich selbst aussähende Grünzeugs im Staudenbeet wert legen. Ein Sommerflieder hat den letzten Glut-Sommer nicht  überstanden und der andere treibt zwa, ist aber auch spät dran.

Palmlilien und Stockrosen blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Palmlilien und Stockrosen blühen jetzt im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

In den Kübeln sieht es frischer aus. Allerdings werden die Mandarine und Grapefruit immer zitronengelber. Leider spreche ich dabei von den Blättern und nicht von den Früchten. Kein Dünger den ich je verwende hilft und keine neue Erde oder neuer Topf. Schade.

Eine Pracht ist wie jeden Sommer die Cassia, die erste dottergelbe Blüten öffnet. Auch dieser pinkfarbene Klee ist wieder sehr üppig in der Blüte.

pinkfarbener Klee im Oliven-Kübel (c) by Joachim Wenk
pinkfarbener Klee im Oliven-Kübel (c) by Joachim Wenk
Mein Rondell unter dem Hausbaum braucht viel Gießwasser, aber dann wächst es auch dort. Der Buchs außen herum treibt erstaunlich gut. Leider sind ja ein paar Stecklinge nicht angegangen oder vom Hund tot gepinkelt worden. Welche aber angewurzelt sind treiben nun. Die beiden niedrigen Storchschnäbel im inneren des Zirkels blühen fleißig und sehr zart. 
Üppig und kräftig dagegen steht die rote Rose am Baumstamm. Sie war ein Geburtstagsgeschenk-Röschen vor ein paar Jahren. Damals wußte ich nicht wo hin und die überhaupt im Garten wächst. So setzte ich sie kurzer Hand an den neuen Hausbaum. Mittlerweile gehört sie dort eigentlich nicht hin, weil meine Idee jetzt eine andere ist.  Außen herum im Kreis die Granitpflaster, dann eine niedrige Buchs-Hecke und darin dann der kleine Storchschnabel. 
Aber was soll ich sagen, wenn eine Pflanze sich in meinem Garten, dort wo sie steht so wohl fühlt wie diese rote Rose, werde ich daran nichts ändern. Darum bleibt sie nun einfach dort stehen und wird wieder bis zum Frost durchblühen. 
blühende  Gesellschaft zu Füßen des Hausbaumes (c) by Joachim Wenk
blühende  Gesellschaft zu Füßen des Hausbaumes (c) by Joachim Wenk

blühende  Gesellschaft zu Füßen des Hausbaumes (c) by Joachim Wenk
blühende  Gesellschaft zu Füßen des Hausbaumes (c) by Joachim Wenk

blühende  Gesellschaft zu Füßen des Hausbaumes (c) by Joachim Wenk
blühende  Gesellschaft zu Füßen des Hausbaumes (c) by Joachim Wenk
Endlich habe ich es auch geschafft einmal ein paar aktuelle Fotos von meinem Gartenstück am Weiher unten zu machen. 
Erst spät im Jahr (Anfang Mai) bekam ich es. Zu spät, um richtig ordentlich los zu legen. Schließlich war es dick von Wiese bewachsen. Die habe ich untergeackert. Dann kam Wiesenschnitt von dem Straßenhang darauf und Einlegegurken, Pattison und ein anderer Kürbis. Gesät habe ich dann Gründünger Lupinen und zwei Reihen Buschbohnen. Dann war der nächste Wiesenschnitt unserer Blumenwiese im Garten fällig. Wieder habe ich den langen Schnitt einfach zwischen die Reihen gelegt. Das Unkraut wuchert dennoch durch. Die Lupinen hätte ich  mir wüchsiger  vorgestellt und dass sie das Unkraut überwuchern. Genau das tun die Buschbohnen. Die Gurken ranken ohnehin wie sie wollen und liegen dann auf dem Unkraut. Sie blühen fleißig und bringen schon regelmäßig Gurken zum Ernten. Die Kürbisse wachsen ordentlich. Alles ohne Hacken oder Unkrautjäten. Es sieht nicht ordentlich aus, war aber dieses Jahr mir nicht mehr anders möglich. Ich bin mehr als erstaunt, wie ganz anders die Sachen hier unten wachsen, im Vergleich zu ein paar Metern weiter oben, in meinem Garten. Bleibt abzuwarten, wie im kommenden Jahr die Kartoffeln hier wachsen und der noch zu pflanzenden Grünspargel. 
ein paar Reihen Lupinen wachsen durch das Unrkaut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
ein paar Reihen Lupinen wachsen durch das Unrkaut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Die Buschbohnen  wachsen kräftig durch das Unkraut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Die Buschbohnen  wachsen kräftig durch das Unkraut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Die Einlegegurken  wachsen kräftig trotz  Unkraut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Die Einlegegurken  wachsen kräftig trotz
 Unkraut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk

Die Einlegegurken und Pattisons  wachsen kräftig trotz  Unkraut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk
Die Einlegegurken und Pattisons  wachsen kräftig trotz
 Unkraut im Weihergarten (c) by Joachim Wenk

50 m Leiter rauf und Leiter runter. Das geht in die Knochen.

Die roten Johannisbeeren sind reif. Das Wetter ist sehr schön, weil die Sonne scheint und wir nur etwa 20°C haben. Es weht ein kräftiger Wind. Zum Beerenpflücken gefällt mir das Wetter. Ich stehe nicht schweißgebadet im Beerenbeet, umkreist von lästigen Fluginsekten. So füllen sich meine beiden Eimerchen langsam aber stetig. Die Träubchen sind leider nie vollständig, weil im Frühjahr wieder viele Beeren abgefallen sind. Dennoch freue ich mich über die Ernte. Den Strauch habe ich schließlich einmal selbst von einem Ast gezogen. 
Der Ast kam von einem Hochstämmchen, das mein Vater von den Kollegen zum Renteneintritt bekam. Das Stämmchen trug immer und reichlich. Es war schließlich schon uralt und hatte kaum noch Laub. Was ich hätte da wegschneiden sollen beim jährlichen Schnitt, ohne den ganzen Baum zu ruinieren, weiß ich auch nicht. Also machte ich sicherheitshalber einen  Ableger. Das muß so etwa 6 Jahre her sein. Mein Vater ist jetzt 83 Jahre alt, so kann man sich leicht ausrechnen, wie alt der Johannisbeerhochstamm zur Zeit des Ableger-nehmens war. 
Mittlerweile sind die Beeren auch schon verarbeitet.  Ein Eimerchen habe  ich abgerebelt und eingefroren. Ein paar kamen in meinen Rum-Topf und von den restlichen habe ich mit Himbeeren Marmelade gekocht. 
Johannisbeerernte 2016 (c) by Joachim Wenk
Johannisbeerernte 2016 (c) by Joachim Wenk

Bevor ich zu den Gartnarbeiten, die wir hinter uns gebracht haben, komme, wende ich mich mit einer Frage an die vielleicht Fachkundigen. Ich habe im April oder Mai einen ganzen Schwung Herbst-Chrysanthemen gepflanzt. Blütezeit von Oktober bis November. Ich fand die  Idee schön, zu dieser Zeit noch immer Blumen im Garten zu haben. Blüten, die auch gerade zu dieser Jahreszeit passen. Nun blühen einige von denen schon jetzt. Warum machen sie das? Damit habe ich dann im späten Herbst ja doch wieder keine  Blüten mehr im Garten, oder?

Herbstchrysanthemen blühen im  Juli (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen blühen im  Juli (c) by Joachim Wenk

So und nun zu unserer Nachmittagsbeschäftigung.

Fünf Stunden haben wir benötigt. Ständig die Leiter rauf und wieder runter, mit dem beladenen Schubkarren das ganze Grundstück hoch zum Kompost und wieder runter. Heute habe ich „Schulter“ und „Arme“.

Was haben wir gemacht? Die Hecken im Garten haben wir endlich geschnitten, nachdem wir am Wochenende ja nicht dazu kamen.

Die Haselnußhecke im Gemüsegarten ist etwa 10 m lang. Leider habe ich direkt davor meine Kompostmieten. Somit kommt man nur sehr schwer an sie heran. Ich habe sie auf etwa 190 cm Höhe geschnitten. Diese Hecke ist die einzige, die wir von beiden Seiten schneiden. Auf der anderen Seite ist Wiese und wild wucherndes Gestrüpp am Nachbargrundstück.

Das Gestrüpp mußte erst einmal abgeschitten werden, dass wir an die Hecke heran kamen. Im Gestrüpp wuchern auch wilde Himbeeren. Über und über waren sie mit reifen Früchten behangen. Zum Pflücken haten wir jetzt aber gerade nicht die Zeit. Weil das Gestrüpp ohnehin fort mußte, haben wir die behangenen Triebe kurzerhand abgeschnitten. Ein ganzer Schubkarren voll kam zusammen. Danach konnten wir uns wieder der  Hecke widmen.

Haselnußhecke vor dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke vor dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk

Haselnußhecke nach dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke nach dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke vor dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke vor dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk

Haselnußhecke nach dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk
Haselnußhecke nach dem Schnitt  (c) by Joachim Wenk
Und ganz am Schluß, die Sonne stand schon sehr tief, wurden dann die Himbeeren noch gepflückt und die Äste zum restlichen Heckenschnitt geworfen. 800 g köstliche Waldhimbeeren sind das Ergebnis. Sie bereiten uns im Herbst oder Winter zusammen mit den Johannisbeeren schöne Sommererinnerungen in Form von Johannisbeer-Himbeermarmelade und im Rumtopf. 
Wildhimbeeren aus der Haselnußhecke  (c) by Joachim Wenk
Wildhimbeeren aus der Haselnußhecke  (c) by Joachim Wenk
Die Hecke zum Nachbarn hatten wir am Samstag begonnen zu schneiden. Dann regnete es aber immer wieder und wir gaben auf. Naja, Regen würde ich es eher nicht bezeichnen. Es kamen den Tag über knappe 5 l zusammen. Das ist für unsere Verhältnisse viel, aber mal wieder viel zu wenig, weil es vorher ja schon lange wieder nicht regnete. Jetzt komme ich wieder mit Gießen nicht nach. Eine Aster ist schon abgestorben. Andere zum Teil verdorrt und erholen sich nach dem Gießen nicht mehr. Die Ramblerrose im Walnußbaum bekommt überall gelbe  Blätter und macht schlapp. Die habe ich notdürftig gegossen. Und jetzt soll es wieder recht heiß werden am Wochenende. Jedes Jahr das Gleiche, ab Juli hoffnungslose Dürre, die viel kaputt macht. 
Jedenfalls ist jetzt die Hecke von etwa 20 m Länge geschnitten. Der  Nachbar muß dann noch von seiner Seite dran.  
geschnittene Hecke (c) by Joachim Wenk
geschnittene Hecke (c) by Joachim Wenk
Auf der anderen Seite des Grundstückes waren abermals 20 m Hecke zu schneiden. Sie ist etwa 2,30 m hoch und sicher 1,5 m dick. Da hat die Heckenschere schon was zu tun. Auch hier schneidet der Nachbar dann von seiner Seite her noch den Rest. 
geschnittene Hecke (c) by Joachim Wenk
geschnittene Hecke (c) by Joachim Wenk

geschnittene Hecke (c) by Joachim Wenk
geschnittene Hecke (c) by Joachim Wenk

Scheinbar saß ich am Wochenende doch recht häufig auf irgendeinem Bänkla…..

Und wieder ist es schon spät, als die Arbeit uns ins Wochenende entlässt. Jetzt noch die Heimfahrt und dann endlich wieder im Garten sein. 
 Wären wir ein paar  Monate weiter, würde ich das nicht machen können. So komme ich heim und setze mich erst einmal unter meine Palme auf die Bank. Ich sauge alles auf, die Atmosphäre, die Gerüche und Geräusche. So schön ist es. Die Sonne ist auch jetzt im Sommer schon sehr tief, so spät ist es. Gerade noch die oberen Spitzen vom Walnußbaum der Nachbarn sind beschienen. Oder das Haus der Nachbarn. Bei uns scheint sie auch noch zum Wohnzimmerfenster herein. Hier im Garten ist Schatten.  Nach einem 30°C warmen Tag tut das gut. 
Eine ganze Zeit sitze ich hier, bevor ich ins Haus gehe. 
Blick von der Bank unter Palmen durch den Feierabend-Garten (c) by Joachim Wenk
Blick von der Bank unter Palmen durch den Feierabend-Garten (c) by Joachim Wenk

Schnell wechselt in diesem Sommer das Wetter. Waren es am Freitag noch 30°C, wird der Samstag deutlich kühler und  – wichtig! – es regnet. Es regnet sogar bei uns. 5l/qm sind jetzt wahrlich nicht üppig, aber doch fünf mal so viel, wie üblicherweise an einem Regentag  vom Himmel fällt.

Ich freue mich also über den Regen und überarbeite meine Liste mit anstehenden Gartenarbeiten.

Gleich morgens mache ich die ersten Fotos. Würde die Sonne scheinen, wären sie wohl schöner geworden.  Jetzt ist es bedeckt und kühl. Das ist aber auch wider ein Vorteil. Das Leuchten der gelben Nachtkerzen-Blüten kommt so noch viel mehr zur Geltung. Tagsüber braucht man sich hier nicht mit dem Fotoapparat herum zu schleichen, denn da sind alle Blüten verblüht und die neuen nicht offen. Erst abends öffnen sie sich und sind am frühen Morgen noch offen.

Nachtkerzen und Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Nachtkerzen und Stockrosen (c) by Joachim Wenk

Woher die Nachtkerzen kommen, weiß ich nicht. Sie waren im letzten Jahr einfach da. Ich ließ sie sich aussähen und habe dieses Jahr noch mehr von ihnen. Die Stockrosen daneben blühen auch bald. Ihre Blütenkerzen reichen schon über zweieinhalb Meter in die Höhe.

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Dass es im Moment nicht wirklich heiß ist und die Sonne vom Himmel brennt, kommt der Ramblerrose sehr gelegen. So kann sie in Ruhe ihre unzähligen Blütchen entfalten und sich mit ihnen Schmücken. Mir bleibt dabei mehr Zeit, das im Jahr einmalige Schauspiel zu genießen. Letztes Jahr blühten sie erst gar nicht richtig auf sondern gingen direkt von der Knospe ins Blütenblatt abwerfende Stadium des Verblühens über. Hitze und Trockenheit sind nicht gut für Rosenblüten. 
Die Ramblerrose Rose Marie Vieaud erklimmt hier den Walnußbaum im Gemüsegarten.
Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk

Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Fleißig am Klettern sind auch die Blauhilde-Bohnen im Gemüsegarten. Kam mir und dem einen oder anderen aufmerksamen Leser, das Bohnen-Tipi beim Aufstellen vielleicht etwas hoch vor, so kann ich nur sagen, daß sie bereits oben angekommen sind. Zu hoch ist die Stange mit mehr als 3 m  also nicht. 
Stangenbohne am Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne am Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Neben Brennesseljauche gießen und Wurmtee ausbringen kann ich bei dem wechselhaften Wetter nichts größeres angehen. Daher bleibt Zeit, einmal auf dem Bänkchen im Gemüsegarten zu sitzen und sich umzublicken und zu erinnern. 
Die neuen Wege sind wirklich toll geworden. Erst jetzt, wo alles schön eingewachsen ist. 
Blick von dem Garten-Bänkla durch den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Blick von dem Garten-Bänkla durch den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Sah es doch Anfang Mai noch so aus, wenn ich auf besagtem Bänkchen saß!

Blick von dem Garten-Bänkla durch den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gleicher Blick Anfang Mai (c) by Joachim Wenk

Weil es nicht oft und wenn dann nicht lange regnet, habe ich vielleicht auch im aktuellen Jahr wieder Glück. Glück, daß meine Tomaten keine Braunfäule bekommen, obwohl sie ohne schützendes  Dach auskommen müssen. Bis jetzt gedeihen sie prächtig. Aus den recht gakeligen und zu hoch geschossenen Pflanzen wurden sehr kräftige und bereits fruchtenden Tomatenpflanzen. 
Unter ihnen habe ich dick mit Rasenschnitt gemulcht, damit beim Regen keine (mit Pilzsporen verseuchte) Gartenerde auf ihr Laub hochspritzen kann. Die untersten Blätter habe ich entfernt, daß sie nicht auf dem Boden aufliegen. Und bereist mehrmals habe ich Wurmtee auf die Blätter gespritzt, weil das angeblich auch vorbeugend helfen soll. 
prächtig gedeihende Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk
prächtig gedeihende Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk

Erste Früchte an den  Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk
Erste Früchte an den  Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk

Gewohnt wüchsig zeigen sich auch meine Kartoffeln. Sie blühen bereits und wollen immer wieder quer über den Weg hinüber. Meine Grenz-Schnur kann sie nur mit Mühe im Zaum halten.

Kartoffeln überwuchern den Gartenweg (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln überwuchern den Gartenweg (c) by Joachim Wenk
Auch hier erinnere mich zurück. Anfang Mai habe ich sie gerade frisch gesteckt, gerade als dieser Wegabschnitt beim diesjährigen Kartoffelbeet fertig gestellt war. 
Gartenweg (c) by Joachim Wenk
gleiches Kartoffelbeet Anfang Mai (c) by Joachim Wenk
Unkraut konnte ich jetzt am Wochenende in den Regenpausen rupfen. Der viele Rasenmulch hält es aber ganz gut in Schach. Dennoch kamen ein paar Eimer voll zusammen. Klar dass das Unkraut genau so freudig vor sich hinwachsen möchte, wie meine Gemüsepflanzen. 
üppiger Mischkultur-Gemüsegarten (c)  by Joachim Wenk
üppiger Mischkultur-Gemüsegarten (c)  by Joachim Wenk

Wie gesagt, Anfang Mai, war hier noch Steppe. Jetzt habe ich Urwald.

kahler Gemüsegarten  Anfang  Mai (c)  by Joachim Wenk
kahler Gemüsegarten  Anfang  Mai (c)  by Joachim Wenk
Und da ist es ja das Bänkla im Gemesügarten, ein Pltäzchen für kurze Pausen zum Genießen, Nachdenken oder Erinnern. 
Ruhebank im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Ruhebank im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Und das hier wäre eigentlich am Wochenende dran gewesen. Die Hecken müssen geschnitten werden. Ganz mutig versuchten wir es auch. Ihr seht ja selbst, daß wir nicht wirklich voran gekommen sind. Jetzt ist eine Hecke zur Hälfte geschnitten. Immerhin ein Anfang.

ein paar Meter Hecke konnten wir zwischen dem Regen schneiden (c) by Joachim Wenk
ein paar Meter Hecke konnten wir zwischen dem Regen schneiden (c) by Joachim Wenk

Lauter so Gruscht-Kram haben wir gemacht. In einer anderen Regenpause zerrten wir das befüllte Erdbeerfass unterm Walnußbaum hervor. Dann auf die Wegrabatte und darüber hinaus. Endlich stand es am Weg. Wie gut, daß die Wege im Gemüsegarten so neu und breit sind. Mit dem Sackkarren konnte wir es dann heraus ziehen und bei der Ramblerrose platzieren. Es bekam doch deutlich zu wenig Sonne unter dem anderen Walnußbaum.

Erdbeeren aus dem Beet mit Sonneneinstrahlung sind süß und sehr aromatisch. Die Erdbeeren vom Erdbeerfass waren dunkelrot und saftig, aber sauer und ohne Aroma. Da müssen wir mal sehen, ob es hier besser steht und wie ihr Geschmack dann ist. Mehr Sonne bekommt das Faß hier auf alle Fälle.

Erdbeefaß (c) by Joachim Wenk
das Erdbeerfaß stand zu schattig, jetzt hat es einen neuen Platz (c) by Joachim Wenk

Neuer Gartenstil – der Notlösungs-Stil

Die Hälfte des Jahres ist vorüber. Seit Kurzem merke ich auch im Garten bereits diesen Höhepunkt. Das feuchte, saftige Wachstum ist beendet. Alles wird trockener und gereifter vom Charakter her.

Das Jahr bis jetzt war zwar feuchter als das Vergangene, worüber ich sehr glücklich bin. Gerade die letzten Wochen aber waren schon wieder derart trocken, daß die ersten Pflanzen und Stauden kaputt gegangen sind.

Ich bin noch immer dabei, heraus zu finden, was in meinem Garten wächst und wie ich ihn  – oder besser gesagt die Staudenbeete – gestalten und bepflanzen möchte. „Neuer Gartenstil – der Notlösungs-Stil“ weiterlesen