Herbstsonne im Landgarten heißt Genuß pur

Vor ein paar Tagen habe ich meinen Garten nach oder während der wenigen kühlen Regentage fotografiert. Der Regen ist mittlerweile schon wieder vergessen, ich bin fleißig am Gießen und erfreue mich dabei an den schönen Herbstblüten oder Blütenszenen überall im Garten. Diese Freude möchte ich natürlich mit euch teilen. Daher hier nun wieder sonnige Herbstbilder aus meinem Landgarten.

Das große Staudenbeet mit Mäuerchen sieht tatsächlich zu jeder Jahreszeit anders aus. Ebenso herrschen jeweils andere Farben vor. Dominieren im Frühjahr die rosa, pink, weißen und blauen Töne, so haben  jetzt gelb und lilafarbene Blüten das Zepter in der Hand.

Herbst im Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Herbst im Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk

Gerade in diesem Beet gefallen mir immer wieder die sich zufällig ergebenden Pflanzenszenen.

Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Ausschnitt vom Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk

Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Auschnitt vom Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Ausschnitt Staudenbeet vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Die Herbstchrysanthemen waren beim letzten Bericht noch regennass und versuchten sich trocken zu schütteln. Das ist ihnen gelungen. Die Blüten erstrahlen jetzt voll geöffnet in der wärmenden Herbstsonne. 
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk

Auch im Fliederbeet wieder eine selbst entstandene Szene. Hier hat sich eine Ringelblume ausgesät und blüht jetzt erst im Herbst. Dazu die immer wieder nachblühende lila Flockenblume, die ja ihren eigentlichen Auftritt Ende Mai und im Juni hatte.

Ringelbume, Flockenlbume und Herbstchrysantheme (c) by Joachim Wenk
Ringelbume, Flockenlbume und Herbstchrysantheme (c) by Joachim Wenk
Mein Wein im Weinberg ist dieses Jahr, dem zweiten Standjahr kräftig gewachsen. An diesen Trieben, die ich im Frühjahr nach unten binde, sollten sich dann im Sommer 2017 neue Triebe entwickeln, die uns die ersten Tafeltrauben liefern  werden. So zumindest ist der Plan. 
herbstliche Abendsonne im Mini-Weinberg (c) by Joachim Wenk
herbstliche Abendsonne im Mini-Weinberg (c) by Joachim Wenk

Unten am Zaun stehen Astern. Die hier hat unter der Trockenheit sehr gelitten. Einige Triebe starben ab. Die überlebenden Zweige sind über und über mit Blüten in Herbstfarbe bestückt.

Aster in herbstlichem Pink (c) by Joachim Wenk
Aster in herbstlichem Pink (c) by Joachim Wenk

Auch mein größter Asternbusch wäre mir beinahe kaputt gegangen. Trotz Spritzschlauch, war er dann auch weiter immer wieder kurz vor dem Vertrocknen, wenn ich einmal nicht zum Gießen kam. Trotzdem ist er wieder 170 cm hoch gewachsen und in etwa ebenso breit. Ein wirklich reich gedeckter Tisch für Schmetterlinge und Bienen. Es umgibt ihn daher, gerade bei Sonnenschein, ein nicht zu überhörendes Brummen der Bienen und Hummeln.

riesiger Asternbusch in herbstlichem Lila (c) by Joachim Wenk
riesiger Asternbusch in herbstlichem Lila (c) by Joachim Wenk
Abermals die früh blühende Herbstchrysantheme, hier unter dem Laub der Sonnenblumen am Zaun. 
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk

Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk

Und wieder steht eine vielblütige Sonnenblume am Zaun. Dieses Jahr ist es eine Braunblütige.

braune mehrblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk
braune mehrblütige Sonnenblume (c) by Joachim Wenk

Die sehr großen Stockrosen sind seit längerem abgeblüht. Damit sie sich nicht unnötig aussähen und die Staude sich die Kraft des Samenbildens sparen kann, schneide ich die abgeblühten Blütentriebe immer ab. Dann sieht man im Beet nur noch an den Blütenstielresten, wo sie standen.  Mittlerweile haben sie wieder neue Blätter gebildet. Sie wappnen sich für die nächst Saison und sammeln Kraft.

Stockrosen treiben neu aus (c) by Joachim Wenk
Stockrosen treiben neu aus (c) by Joachim Wenk

Vor den Stockrosen wieder eine der hohen Astern. Sie blühen wirklich sagenhaft, sind aber so riesig, so daß sie immer umfallen, wenn sie nicht irgendwie gestützt werden. Und so richtig habe ich noch nicht das passende Material zum ordentlichen Stützen. So habe ich sie also eher zweckmäßig denn optisch ansprechend angebunden.

große Aster in herbstlichem Pink vor Bananenstaude (c) by Joachim Wenk
große Aster in herbstlichem Pink vor Bananenstaude (c) by Joachim Wenk

Apropos Stockrosen. Die Hybriden oder ausdauernden Stockrosen blühen bei mir immer später als die einfachen Stockrosen. Sie werden auch nicht so hoch. Hier die cremefarbene Sorte.

Alcea hybride Parkallee (c) by Joachim Wenk
Alcea hybride Parkallee (c) by Joachim Wenk
Die Bilder eben empfangen mich beim nach-Hause-kommen am Zaun und vor dem Haus. Auf dem Weg, die Treppen hoch zur Haustüre, folgen immer weitere schöne Gartenszenen. Hier blühen ganz ungezwungen Herbstanemonen und eine Dahlie. 
Herbstanemone und Dahlie (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone und Dahlie (c) by Joachim Wenk

Oben direkt vor der Haustüre quillt das Beet auch geradezu wieder über.  Ich liebe es, wenn die Stauden so über die Begrenzung hinweg gaukeln. Leider ist hier nicht alles so gewachsen, wie es gepflanzt wurde. Mal sehen, wie das im nächsten Jahr wird. Aber wenigstens blüht es doch immer wieder irgendwo im Beet vor den Fliederbüschen und der Weigelie.

Färberkamille und Dahlie (c) by Joachim Wenk
Färberkamille und Dahlie (c) by Joachim Wenk
Ja diese Astern. Die beiden Farben in fliederfarben und dem herbstlichen Pink standen bei der Gartenübernahme im Garten. Ich habe sie damals geteilt und verteilt. Jetzt wachsen sie auch oben im Staudenbeet beim Gemüsegarten. Hier konnte ich sogar ein paar Besucher beim Abendessen beobachten. 
Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk
Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk

Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk
Asternblüten locken viele Insekten an (c) by Joachim Wenk

Asternblüte (c) by Joachim Wenk
Asternblüte (c) by Joachim Wenk

Weiter unten am Boden tummeln sich meine geliebten und robusten Storchschnäbel…

Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk
Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk

Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk
Geranium-Blüte im Herbst (c) by Joachim Wenk

…und erneut blühendes Mutterkraut, das sich selbst aussät.

Mutterkraut blüht nochmal im Herbst (c) by Joachim Wenk
Mutterkraut blüht nochmal im Herbst (c) by Joachim Wenk

Das Staudenbeet insgesamt, ist dieses Jahr nicht sehr schön. Zumindest seit Juli hat es gelitten. Dann baute ich die Bewässerung ein, viele Stauden erholten sich, auch die Rosen wachsen wieder und haben Blüten. Dennoch ist es ein wenig desolat und zerzaust. Ich habe aber schon Stauden versetzt. Zum Beispiel standen die sehr hohen Stockrosen ganz vorne am Weg und dahinter konnte im Schatten überhaupt kein Grün aufkommen. Die sind jedenfalls schon verpflanzt und davor stehen jetzt neue Stauden. Mal sehen, wie es im kommenden Jahr wird.

Staudenbeet im  Herbst (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im  Herbst (c) by Joachim Wenk
Den Efeu am Haus schneiden wir zweimal im Jahr, weil er unbändig wächst. Jetzt im Herbst war es wieder so weit.  Weil er auch im Rohr zur Satelitenschüssel hochwucherte und überhaupt in und um die Dachrinne alles zu machte, sogar unter die Dachisolierung kroch, wurden wir nun etwas radikaler. Jetzt ist erst mal Luft am Hauseck. Das wird sich im kommenden Frühjahr allerdings rasch wieder ändern. 
gestutzter Efeu am Haus (c) by Joachim Wenk
gestutzter Efeu am Haus (c) by Joachim Wenk
Das ganze Efeugestrüpp zusammen mit vielem Staudenmaterial, das jetzt wieder anfällt, füllte rasch den Kompostsammelbehäter. Es mußte gehäckselt werden. 
grobes und verholztes Kompostmaterial vor dem Häckseln (c) by Joachim Wenk
 grobes und verholztes Kompostmaterial vor dem Häckseln (c) by Joachim Wenk

Aus all dem störrischen und zum Teil verholzten Material wurde fein zerfaserte Biomasse, die jetzt im Nu verrottet. Gäbe ich das Gestrüpp und die Staudenreste ungehäckselt auf den Kompost, so lägen sie nach 2 Jahre immer noch im Kompost. Das zeigte die Erfahrung der ersten Jahre.

grobes und verholztes Kompostmaterial nach  dem Häckseln (c) by Joachim Wenk
grobes und verholztes Kompostmaterial nach  dem Häckseln (c) by Joachim Wenk

Jetzt ist jedenfalls der im Sommer gebaute erste Paletten-Kompostbehälter endgültig voll. Voll war er ja schon des öfteren und immer bis zum nächsten Häckseln ist alles so weit zusammen gesackt, daß ich erneut Material einfüllen konnte. Jetzt ist aber Schluss. Würmer, Mikroorganismen und sonstige Lebewesen sollen den Haufen Biomasse jetzt fleißig umwandeln. Ab jetzt fülle ich den leeren Behälter daneben.

Paletten Kompostbehälter (c) by Joachim Wenk
eine Box ist voll und kann jetzt in Kompost umgewandelt werden (c) by Joachim Wenk

Kann man die Amaryllis durch Samen vermehren?

Kann man wohl die schön blühenden Amaryllis vom Wohnzimmerfenster durch Samen vermehren?

„Yes, we can!“, ja man kann!

Ich bin da ja selbst ganz erstaunt. Im Sommer ergab sich aus reinem Zufall und wieder einmal, gerade wegen einem etwas laxeren Gärtner-Stil (es muß nicht immer alles sofort oder noch eher geleckt und sauber und weggeräumt aussehen), ein Experiment.

Meine Amaryllis haben  wieder ganz wunderbar geblüht. Im Mai habe ich von meinen Amaryllis und ihrer besonderen Geschichte berichtet:

blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk

blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk
blühende Amaryllis im Mai (c) by Joachim Wenk

Aus Platzmangel stehen sie nicht im Wohnzimmer, sondern im Palmenhaus im Garten. Nach der Blüte schnitt ich nicht sofort alles Verblühte ab. Es dauerte nicht lange, da bildeten sich ganz dicke Knubbel an der ehemaligen Blüte. Es entwickeln sich anscheinend Samen. Jetzt war meine Neugier geweckt. Abgeschnitten wird jetzt erst recht nichts mehr.

Nach einer ganzen Weile öffneten sich  die mittlerweile vergilbten Knubbel und  hinterließen eine echte Sauerei am Tisch. Unmengen kohlrabenschwarzer flacher Pergamentteilchen in der Größe von Konfetti flatterten überall herum. Sind das die Samen? Platt wie Papier, ohne erkennbare Verdickung, die auf einen Keimling hinweisen könnte.

Samen der Amaryllis (c) by Joachim Wenk
Samen der Amaryllis (c) by Joachim Wenk

Vielleicht waren sie doch nicht bestäubt und oder diese Pflanzen sind gar nicht über Samen vermehrbar?  Das ist ja auch bei den Stauden immer wieder der Fall. Sicherheitshalber legte ich die Samen aber doch  in eine  Schale mit Anzuchterde.

Sie standen einfach so im Palmenhaus. Ich kippte hin und wieder etwas Wasser hinein. Dann kamen Keimlinge! Ganz viele winzige Amaryllis.

Amaryllis-Sämlinge (c) by Joachim Wenk
Amaryllis-Sämlinge Anfang August (c) by Joachim Wenk

eine komplette Amaryllispflanze mit winziger Knolle (c) by Joachim Wenk
eine komplette Amaryllispflanze mit winziger Knolle (
c) by Joachim Wenk

Mittlerweile müssen sie langsam wirklich pikiert werden. Ich kaufte winzige Blumentöpfe mit etwa 2 cm und 5 cm Durchmesser. Gestern nun kam ich endlich dazu, sie zu pikieren.

Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk
Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk

Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk
Amaryllissämlinge im September (c) by Joachim Wenk

Was für kräftig Pflänzchen. Jedes hat eine winzige erkennbare Zwiebel bereits angelegt und die Wurzeln sind total kräftig. Leider habe ich nicht genug Töpfchen gehabt, so dass noch welche in der Saatschale verharren mussten. Ich kaufe aber noch Töpfchen. Diese schönen Pflänzchen sind mir einfach zu schade zum Entsorgen.

Jetzt bin ich wirklich gespannt, wie sie weiter wachsen und wann und ob sie einmal blühen werden. So super, wie das aber bisher alles läuft, bin ich mir sicher, daß man also tatsächlich seine Amaryllis durch selbst gezogenen Samen vermehren kann. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wenn die ersten Blüten erscheinen.

Herbststimmung

Es ist ein Samstag morgen, mitten im September. Nach ein paar  Tagen in der Ferne auf einem Kongress, erwache ich wieder im eigenen Bett und draußen ist es trübe. 
Es gibt die nächsten Tage keinen Sonnenschein, das sehe ich sofort. Leichter Nieselregen fällt, als gehe einer mit einem riesigen Topfpflanzensprüher übers Land. Wind weht und das Thermometer zeigt knapp über 10°C. Mehr als 13 °C werden aus auch so schnell nicht wieder. 
Es ist traumhaft. Ich merke, wie erleichtert und heiter gestimmt ich bin. Wie dringend war doch der Regen und die Abkühlung notwendig. Nichts hält mich davon ab, mit langer Hose, Pullover und Vliesjacke im Garten zu werkeln. 
Noch immer müssen einige Stauden der letzten Lieferung in den Boden.  Aber trockenheitsliebende Gewächse, die zwangsweise in großen Blumentopfuntersetzern, gefüllt mit Wasser stehen? Das war nötig, damit sie die Tage an denen ich die letzte Zeit immer wieder unterwegs war bei deutlich über 30°C und blauem Himmel überstehen. Wasser im Untersetzer allerdings ist für sie ja auch Gift. Welches Gift wähle ich also, zu viel Wasser oder verdursten lassen? Diese Frage ist nun vorüber. Sie kommen, zusammen mit den gestern auf der Heimfahrt in einem riesigen Gartencenter gekauften Stauden, in den Boden. 
Der Boden ist ein Traum. Locker, braun und voller Regenwürmer. Vor gerade mal einem Tag war er noch hart und trocken und leblos. Die Pflanzen im Garten erholen sich. Die Fliederbüsche entrollen ihre Blätter wieder und sehen grün, statt ockerfarben aus. 
Und ja, es hat jeder Moment im Garten etwas Schönes. Wenn man Garten und Natur liebt, liebt man auch solches Wetter, gerade nach dem vorangegangenen Wetter. 
Wie sehr ich das alles genieße und mit meinen Pflanzen aufatme könnt ihr in den Fotos sehen. Alles naß, trist, kalt und ohne Sonne, aber dennoch schön finde ich. 
Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Herbststimmung (c) by Joachim Wenk

Herbststimmung (c) by Joachim Wenk
Farbe trotz Regen (c) by Joachim Wenk

Das patagonische Eisenkraut hat sich wirklich üppig selbst ausgesät und die Mutterstaude ist selbst auch erfolgreich über ihren ersten Winter gekommen.

patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk
patagonisches Eisenkraut (c) by Joachim Wenk

Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk
Herbst im Beet (c) by Joachim Wenk

Regentropfen auf Rosenblättern (c) by Joachim Wenk
wie lange hatten wir solche Bilder schon nicht mehr im Garten…. (c) by Joachim Wenk

Das Zimbelkraut gab es auch als Staude im Gartencenter. Ich mag es sehr.  Es samt sich leicht selbst aus und ist dann überall. Keine Mauerfuge, wo es nicht noch Lebensraum finden würde. Und die Blüten sind zwar wirklich winzig, aber wenn man sich zu ihm hinab kniet und Aug‘ in Aug‘ mit seinen Blüten ist, kann man sie wirklich ob ihrer Farbgebung, Farbverlauf und Form bewundern.

Es kommt mir sehr wenig an Nahrung und Wasser aus. Bekommt es mehr davon, wächst es auch mehr. Hier zum Beispiel im Topf der Washingtonia.

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk

Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk
Zimbelkraut erobert Washingtonia Palme (c) by Joachim Wenk

Manche Blüten sehen aus, als würde ihnen die nasse Dusche nicht wirklich gefallen. Aber das ist nur eine Momentaufnahme. Sobald man sich wegdreht und sie unbeobachtet sind, schütteln sie sich kurz, wie mein Hund nach dem Bad im Weiher, und stehen im nächsten Moment aufrecht strahlend im Beet. Seht ihr nicht, wie sie einen anschielen und darauf warten, dass man wegguckt?

regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk
regennasse Herbstblüten (c) by Joachim Wenk

Mit den Herbstchrysanthemen, im Frühjahr gepflanzt, habe ich meine Blühsaison noch einmal deutlich verlängert. Oben die  hübschen altrosa-farbenen sind frühe Blüher und liefern bereits jetzt Farbe in die Beete. Dann habe ich noch ein paar wirklich späte genossen gepflanzt. Blütezeit Oktober-November. Also mal ehrlich, es gibt nicht viele Stauden, die diesen Aufdruck am Etikett haben. Über und über sind sie mit Knospen besetzt und warten wirklich bis sonst alles um sie herum verblüht und vergangen ist. Dann werden sie auftrumpfen und noch einmal für Farbe im Grau und Nebel sorgen.

gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk
gewappnet fürs  Blühen im ganz späten Herbst, die Herbstchrysanthemen (c) by Joachim Wenk

Ihre Saison hingegen geht bald zu Ende. Die Kübelpflanzen werden nicht mehr all zu lange draußen bleiben können. Die Cassia allerdings kümmert sich da nicht drum. Sie blüht und blüht und leuchtet und leuchtet. Eine wirklich sehr pflegeleichte und ausdauernde Blüherin in erstaunlichem Gelb.

Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk
Cassia in voller Blüte (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet habe ich erste Stauden verpflanzt (die großen Stockrosen, die vorne statt hinten im Beet standen) und neue gepflanzt. Der Boden auch hier ist schön locker, jetzt feucht und belebt. Es fehlte eben das Wasser. Nach dem Beginn meines intensiven Gießens sproß auch hier vieles und jetzt mit dem Regen wird noch mal richtig geblüht.

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk

Das ist schon komisch, wie man manches erst am Foto so richtig sieht und nicht schon direkt im Garten. Während ich diese Zeilen schreibe merke ich, daß mein Farbschema für das Beet ja tatsächlich auch jetzt im Herbst noch voll eingehalten wird.

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk

rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk
rose-weiß-farbenes Staudenbeet im Regen (c) by Joachim Wenk

Die Kletterrose bringt mir doch tatsächlich, wegen dem Gießen, nicht nur neue Triebe sondern auch ein paar weitere Blüten.

Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Rosenknospe an der Kletterrose (c) by Joachim Wenk
Die Strauchrose Parfum de l’hay , im Frühjahr gepflanzt, zweimal geblüht, schiebt auch nach wegen dem Wasser durchs gießen neue Triebe. Ich kann mein erstaunen gar nicht oft genug ausdrücken. Es fehlt „einfach nur“ an Wasser. Weder an Dünger noch an sonstigen Bodenveränderungen. Überall, wo ich konsequent anfing zu bewässern, egal wie viel Aufwand es manchmal  machte, fingen die Stauden und Rosen und sogar Säulen-oder Spalierobstbäume an zu treiben und munter zu wachsen. 
Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk
Strauchrose treibt nach Trockenheit wieder aus (c) by Joachim Wenk

Bevor ich in den Gemüsegarten gehe, noch ein Bild vom wieder stark gewachsenen Hausbaum mit Buchsrondell.

Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk
Baumhaselnuß mit Buchs-Rondell (c) by Joachim Wenk

Von den beiden Spalierbäumen, die ich im April erst eintriebig gepflanzt habe.

Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk
Apfelspalier im ersten Jahr (c) by Joachim Wenk

Und vom Weinberg, dessen Triebe im nächsten Jahr die ersten Trauben bringen werden.

Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk
Weinberg im Herbst (c) by Joachim Wenk

Im Gemüsegarten blüht diese vielblütige Sonnenblume.

mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
mehrblütige Sonneblume im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Und im Gemüsegarten sieht es im Moment wirklich sehr ungepflegt und chaotisch aus. Selbst auf dem angrenzenden Weg herrscht Chaos. 

überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
Das hier ist ein Weg aus Waschbetonplatten. Gut der wuchernde Gemüsedschungel ist ja noch ganz hübsch aber der Rest. Jeder Weg ist zugemüllt, als hätte ich den Mulch nicht in die Beete sonder ebenfalls flächendeckend auf alle festen und getrampelten Pfade oder Wege verstreut. 
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
überall verbreiten die Amseln Unordnung (c) by Joachim Wenk
Ich habe das zusammenkehren längst gelassen, das es wenige  Stunden danach wieder so aussieht. Aber was nützt der ganze Ärger, wenn man weiß woher es kommt. Immerhin sind sie ja auch während meiner Gartenarbeit überall ständig zu Gange. Und ich kann ihnen nicht böse sein. Es sind die Amseln. Sie sehen abgemagert aus, zerzaustes ungepflegtes Geflügel mit kahlen Stellen. Nach monatelanger Trockenheit und unerträglicher Hitze sind sie einfach am Ende. Ausser bei  mir in den Gemüsebeeten finden sie ja weit und  breit kein Fleckchen feuchte Erde, in dem man nach leckeren Würmern scharren könnte. Und erst eine Pfütze zum Trinken? Nichts ist zu finden. Ausser eben bei mir im Garten. Dafür, daß sie mir alles so zerzausen habe ich ihnen auch noch eine Schale mit immer frischem Wasser hingestellt. Wie sollen sie sich da auch was anderes zum Graben suchen? 
Wahrscheinlich ist die Feuchtigkeit in den Beeten auch wirklich der Grund, warum ich so unsagbar viele Frösche aller Größen und Farbgebungen überall im Garten habe. Ich kann in keinem Beet, sogar nicht im Erdbeerfaß oder am Kompost, etwas machen, bewegen, ernten, aufklauben oder sonst etwas, ohne einen Frosch auf zu scheuchen. Letzthin hoppelte einer, als ich mit der Gießbrause im Garten stand, an mir vorbei immer ordentlich auf dem Weg durch die Gemüsebeete. 
Ich erschrecke dummerweise leicht und so auch jedesmal, wenn es wo raschelt und springt, während ich mich gerade bücke oder etwas im Beet schaffe. Heute am verregneten und daher sehr ruhigen Tag im Garten, erschrak ich schon wieder. Ich gieße gerade das Erdbeerfass (es steht unterm Walnußbaum und ist ganz trocken von den letzten Tagen, da muß auch heut bei Regen wieder die Brause her) und wieder raschelt es hinter mir. Boa, was für ein riesiger Frosch. Mindestens 25 cm lang und über und über mit Stacheln bewaffnet. Nein! Natürlich ist es diesesmal eben kein Frosch sonder der Igel, den ich schon immer unterm Brennholzstapel habe grunzen hören, machte seine Runde.  Auch er hat natürlich hohen Bedarf an Wasser und Nahrung für seinen Winterspeck. Nahrung bei der vergangenen Dürre war natürlich sehr knapp. Wasser hatte er ja durch meine aufgestellten mit Wasser gefüllten Blumentopfuntersetzter. 
Und wo ich doch gerade so über die Nahrung der armen Mitbewohner spreche, schwenke ich gleich mal zu meiner Nahrung über. 
Reifendes Obst und Gemüse im Herbst sieht ebenfalls bei Regen schön aus. So kommt die Jahreszeit, eben der Herbst, deutlich zur Geltung. 
reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk
reifende Birnen am Säulen-Obstbaum (c) by Joachim Wenk
Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk
Weißkraut für Sauerkraut im Winter (c) by Joachim Wenk
Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk
Rotkohl wird eingekocht für leckere Bratenbeilage (c) by Joachim Wenk
Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk
Brokkoli für köstliche vegetarische Gerichte (c) by Joachim Wenk
Im Erdbeerfaß wird noch immer fleißig geblüht.  Die immertragende Sorte Ostara liefert gerade wieder einen neuen Schwung großer und sehr süßer, aromatischer Erdbeeren. Frische Erdbeeren Mitte September ist nicht üblich und daher genießen wir die Früchte meist gleich frisch vom Beet. 
dauertragende Erdbeeren (Ostare) tragen noch im September (c) by Joachim Wenk
dauertragende Erdbeeren (Ostare)
 tragen noch im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im im September (c) by Joachim Wenk
Chinakohl (c) by Joachim Wenk
mein erster Chinakohl (c) by Joachim Wenk

Diese eine Reihe Tomaten war von Anfang an immer welk. Irgendwas ist hier aber wirklich im Boden, denn die gleich Sorte in der Reihe daneben ist grün und wächst stark. Gegossen sind alle gleich. Jedenfalls hat die Hitze sie gänzlich kaputt gemacht. Ansonsten aber tragen die Tomaten weiter sehr sehr reichlich und mit irre süßen Früchten in diesem Jahr.

Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk
Tomaten im September  (c) by Joachim Wenk
Die reifende Blauhilde in blassem Lila mit dem gelblich verdorrten Laub ist doch auch ein typisches Bild des Herbstes. 
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk
Herbstfarben (c) by Joachim Wenk

Sattgrün dagegen stehen Winterlauch, Möhren und Sellerie im Beet.

Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk
Möhren, Lauch und Sellerie für den Wintervorrat (c) by Joachim Wenk

Im abgeernteten Kartoffel-Hochbeet wächst die letzte Generation Kopfsalat und Rucola heran. Weil über dem Hochbeet diese Stangen dazu geliefert wurden, nutze ich das gleich, um ein Gemüsenetz-Zelt zu spannen. Vielleicht das einzige Beet, in dem die Amseln nun wirklich draußen bleiben müssen und mir meine zarten Salatpflanzen nicht zerrupfen dürfen.

Außen herum ist Gründünger (Phacelia und Buchweizen) aufgelaufen.

Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk
Salat und Rucola (c) by Joachim Wenk

Blüten im Herbst

Der Herbst, der ein Hochsommer war, geht wohl doch auch einmal zu Ende. Trotz der unglaublichen Hitze und Dürre bei uns blüht es, gemäß meinem innigsten Wunsch, nach wie vor überall in meinem Garten. Ohne intensives Bewässern wäre das nicht möglich. Und die Umgebung der einzelnen Blüten sieht auch alles andere als schön aus. Überall Verdorrtes und Braunes. Daher kommen heute meine Blüten einmal ganz groß raus, als Nahaufnahmen.

Die hübsche weiße Herbstanemone efreut mich nun schon den zweiten Herbst. Leider weiß ich nicht mehr, welche Sorte es ist. Das Dottergelb in der Mitte finde ich aber ausnehmend schön zu dem absolut reinen Weiß außen herum.

Herbstanemone (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone (c) by Joachim Wenk

 Die rosa Herbstanemone „Serenade“  daneben habe ich erst vor kurzem blühend gekauft. Ich konnte nicht an ihr vorbei gehen. In dem Beet war ohnehin noch Bedarf an Stauden…

Herbstanemone "Serenade" (c) by Joachim Wenk
Herbstanemone „Serenade“ (c) by Joachim Wenk

Im Fliederbeet blühte plötzlich dieser Goldmohn in ebenfalls wunderschönem crème-weiß. Wo der her kommt weiß ich nicht. Auch habe ich die Pflanze vorher nicht bemerkt. Der irre gold-orangen Feuermohn in einem anderen Beet blüht ja schon seit Monaten. Warum der hier erst jetzt erschien und blüht kann ich wirklich nicht sagen. Ich freu mich einfach über diese völlig unerwartete und gelungene Überraschung der Natur.

Goldmohn in crème-weiß mit gelber Mitte (c) by Joachim Wenk
Goldmohn in crème-weiß mit gelber Mitte (c) by Joachim Wenk

Goldmohn in irrem Feuerrorange (c) by Joachim Wenk
Goldmohn in irrem Feuerrorange (c) by Joachim Wenk

Die gelbe Färberkamille hat neu ausgetrieben und blüht ein zweites Mal. Davor die im Frühjahr gepflanzte Herbstchrysantheme „Clara  Curtis“ blüht bereits seit längerem.

Herbstchrysantheme "Clara Curtis" vor gelber Färberkamille (c) by Joachim Wenk
Herbstchrysantheme „Clara Curtis“ vor gelber Färberkamille (c) by Joachim Wenk

Im Rondell unterm Hausbaum leuchtet der Storchschnabel Geranium Hybride „Sweet Heidy“.

Geranium "Sweet Heidy" (c) by Joachim Wenk
Geranium „Sweet Heidy“ (c) by Joachim Wenk

Im großen Staudenbeet erholte sich seit dem Bewässerungsschlauch einiges wieder. Die Rosen bekamen neue Triebe und blühen jetzt wieder.

Damaszener Rose "Jacques Cartier" (c) by Joachim Wenk
Damaszener Rose „Jacques Cartier“ (c) by Joachim Wenk

Diese Dahlie verblüffte mich bereits letztes Jahr. Ich hatte nur drei Sorten und alle in rose-pink. Nach ein paar Jahren, also im letzten Sommer blühte ein urplötzlich so, wie auf dem Bild zu erkennen. Dieses blüht sie wieder so und hat scheinbar ihre Farbe geändert?

Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte (c) by Joachim Wenk

Und ganz kann ich das Gemüse dann doch nicht aus dem Bericht heraus lassen. Ist es doch der Hauptakteur meines Selbstversorgergartens. Und ich bin ein Verfechter der Schönheit auch eines Gemüsegartens und einzelner Gemüse. Hier also ein paar herbstliche Ernteprodukte. Ufokürbisse Patisson und der Zierkürbis Sweet Dumpling. Er ist mir das erste Jahr gelungen und ich weiß jetzt nicht, ob die Größe so normal ist. Oder hat der Wassermangel unten im Weihergarten sie nicht größer werden lassen? Die Übersetzung von dumpling lautet Kloß, Knödel oder eben Pummelchen. Ich finde süsses Pummelchen passt hervorragend zu diesem Kürbis. Er ist wohl wirklich eher ein kleiner Kürbis. Jedenfalls ist das ein eßbarer Zierkürbis, dessen orangefarbenes Fruschtfleisch sehr gut schmecken und an Kastanien erinnern soll. Wir werden sehen, ob da verwertbares Fruchtfleisch drin ist. Er ist jedenfalls lange lagerfähig und so hat es keine Eile  mit der Verkostung.

Ufokürbis Patisson und essbarer Zierkürbis Sweet Dumpling (c) by Joachim Wenk
Ufokürbis Patisson und essbarer Zierkürbis Sweet Dumpling (c) by Joachim Wenk

Ein paar Gedanken zum Tomaten entgeizen

Ich habe nun schon ein paar Mal in den sozialen Netzwerken darüber gelesen, wie so mancher das Tomatenentgeizen verteufelt, während andere darauf schwören. 
Interessant war einmal eine Diskussion, in der ein Hobbygärtner klagte, daß er sehr pflichtbewusst entgeizte und nun keinen Ertrag hat. Er erwähnte auch, daß er sie rechtzeitig „oben gekappt“ hat. 
Das brachte mich dazu, meine eigenen Erfahrungen zu erinnern. 
Zuerst hatte ich die Tomaten an den bekannten Spiralstäben im Beet. Damit ich mehr ernten kann, dachte ich, zog ich sie 2-3 Triebig nach oben. Das wird zuweilen ja auch empfohlen. Nicht bedacht, wird bei diesen Empfehlungen, daß man an einem Spiral-Stab nicht 3 Triebe hoch ziehen kann. Das ergibt ein unübersichtliches Gestrüpp. Man kann nicht mehr ordentlich entgeizen und die Tomatenpflanze wuchert zu einem grünen Monster heran. Der Fruchtbehang leidet darunter und wehe es ist ein auch nur leicht feuchter Sommer. Dann hält sich die Feuchtigkeit in dem vielen Laub und die Braunfäule freut sich. Nicht nur, daß ich die zweiten und dritten Triebe erst gar nicht am Stab fest machen konnte, so wuchsen zu allem Überdruß die Pflanzen auch weit über die Stäbe hinaus. Am Ende konnte ich eigentlich überhaupt nichts ordentlich fest machen und stützen. 
Wie anders wiederum ist es bei den sogenannten Wildtomaten. Rote und gelbe Murmel kenne ich da. Die wird nicht entgeizt, wird zu einem gigantischen Tomaten-Monster-Busch mit ebenso gigantischer Tomatenernte. Ihr macht die Feuchtigkeit im Gestrüpp nichts, weil sie nicht anfällig ist für die Braunfäule. Allerdings benötigt man dazu viel Platz im Beet oder dem Balkon und die Ernte wird in dem Dickicht auch erschwert. Also ab und an ein paar Aste wegnehmen ist hier kein Problem. 
Zurück aber zu den normalen Tomaten und dem Entgeizen und Kappen. 
Ich habe hier, um meine Gedanken anschaulich machen zu können, einmal ein Foto beigefügt. Ihr seht die Tomate Quadro im Freiland. Ich ziehe sie jetzt an Schnüren empor, die oben an der Stange befestigt sind. Die Stange ist in 2m Höhe über dem Beet und wo die Tomate ist, seht ihr ebenfalls. Die Tomatensorte ist stark wüchsig mit langen Internodien (das sind die Abstände zwischen den Blattpaaren am Stamm).
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab  für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab
für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Davor habe ich den klassischen Tomaten-Spiralstab in den Boden gesteckt. Man sieht, wie winzig diese Stäbe sind. Hat man nun also eine stark wachsende Tomatensorte an so einem Stab und entgeizt oder kappt auch noch, wenn sie oben ist, die Spitze, so ist klar, was passiert. Da können ja keine Früchte wachsen. 
Hätte ich das gemacht, wäre nach einer Traube Schluß. Die meisten Früchte hängen höher, als so ein Stäbchen lang ist. 
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab  für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab 
für Tomaten (c) by Joachim Wenk
An so einem Gestell kann ich die Tomaten auch mehrtriebig ziehen, weil nicht nur senkrecht Schnüre gespannt sind, sondern auch waagerecht. Da kann man die zusätzlichen Triebe gut anbinden. Ich habe das im ersten Jahr gemacht. Aber ich habe gemerkt, daß die Früchte schöner sind und reichlicher und besseren Geschmack haben, wenn eine Pflanze nicht 3 Triebe versorgen muß. So pflanze ich jetzt einige wenige Pflanzen mehr, dafür entgeize ich und ziehe eintriebig. 
Immer wieder hatte ich Blätter an den Tomaten, die sich, obwohl dunkelgrün, total eingerollt haben. Recherchen zeigten mir, daß hier zu viel Stickstoff vorhanden ist (meine Brennessljauche) und die Tomaten den gar nicht verbrauchen können. Sie rollen daher die Blätter ein. Hier komme ich wieder zum Entgeizen. Als ich das bemerkte, wurde ich nachlässiger im Entgeizen, habe auch die Triebe ober über der Stange nicht gekappt. Zwar werden die alleroberstern Früchte nicht mehr reif, doch wollte ich den Pflanzen helfen über die vermehrt gebildete Blattmasse mit dem Stickstoffüberangebot zurecht zu kommen. Es hat funktioniert! 
Also muß man wohl beim Entgeizen auch flexibel sein. Welche Sorte habe ich? Wie viel Platz ist vorhanden und  wie stütze ich meine Pflanzen? Es gibt da einiges zu bedenken. 
Bedenken sollte man auch, daß eine Pflanze mit zwar vielen Früchten aber wenig Blättern, keine geschmackvollen und süßen Früchte produzieren kann. Sie benötigt dazu die Blätter als Fabriken, um das Sonnenlicht umzuwandeln und die Nährstoffe aus dem Boden zu verarbeiten. Es gibt Menschen, die zupfen, wenn die Tomaten voll hängen, alle Blätter ab. Erstens sieht das doch entsetzlich aus und zweitens ist das, wie gerade beschrieben, kontraproduktiv. Diese Früchte reifen dann so, wie im Herbst die letzten Früchte, die man fast noch grün abnimmt und im Keller bis zur vollen Nachreife aufbewahrt. Sei werden rot, das mag sein. Aber der Geschmack ist ein deutlich anderer, als der am Stock vollständig ausgereiften Früchte. Eben wässrig und fad. Eher noch zum Kochen zu verwenden, also für die herzhafte Vesper nach anstrengenden Gartentagen. 
Bei den ausgwachsenen Pflanzen kann man allerdings die unteren Blätter, die ohnehin bald gelb werden, entfernen. Das verhindert, daß der mit Braunfäulesporen verseuchte Boden aus dem Beet auf diese Blätter gespritzt wird. Das passiert beim Gießen oder dem Regen. So gelangen die Sporen auf große Pflanzenflächen und können jetzt angreifen. Sind die untersten Blätter entfernt, daß auch keine mit dem Boden in Berührung kommen, kann das nicht passieren. Es besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, daß die Tomaten länger gesund bleiben. Eine Mulchschicht unter den Tomaten dient ebenfalls auch dem Zweck, daß Boden nicht hochspritzen kann. 

Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab  für Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten Quadro am Rankgerüst im Vergleich zum Spiralstab 
für Tomaten (c) by Joachim Wenk

Hopfenessig und Hopfenöl, ein Versuch

Vor Kurzem habe ich hier über das Hopfensalz, welches ich aus meinen Hopfendolden bereite, geschrieben. Ebenfalls erwähnte ich meine Suche nach noch weiteren Verwendungsmöglichkeiten für die Dolden. Und schon blättere ich im Laden durch das ansprechende Magazin „LandIdee Geschenke aus der Küche“ und entdecke die Rezepte für Hopfenöl und Hopfenessig.

Das klingt doch sehr gut und ich probiere es sofort. Die Dolden sind immerhin schon fast zu „reif“ also eher am Abfallen.  Rasch gehe ich in den Garten. Die wenigen Dolden, die ich für die beiden Rezepte benötige finde ich noch in frischem saftigen Grün. Viele sind aber schon am Vertrocknen an der Pflanze.

Ich schreibe euch hier sofort das Rezept, weil doch einige auch am Hopfensalz Interesse fanden, und es probieren wollten. Ansonsten ist das nicht meine Art, ein Rezept hier unerprobt weiter zu geben. Ich teste das immer ausführlich selbst oder habe es seit vielen Jahren in der Küche. Weil aber die Hopfenzeit eigentlich zu Ende  und damit Eile geboten ist, schreibe ich sofort von dem Rezept und ihr könnt, quasi gleichzeitig mit mir, erste Erfahrungen damit machen.

Auf ein frohes Gelingen. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse in meinen Flaschen.

Zutaten für Hopfenessig und Hopfenöl (c) by Joachim Wenk
Zutaten für Hopfenessig und Hopfenöl (c) by Joachim Wenk

Für 1l Hopfenessig benötigt man: 

1l (Bio-) Apfelessig
1 Teelffel Pfefferkörner (scharz, grün, rot, weiß, oder gemischt)
10 kleine und leicht angetrocknete Hopfendolden
1-2 Teel. Honig
1/2 Teel. Pimentkörner (ich liebe das Gewürz, das kommt bei mir überall hinein und so auch entgegen dem Rezept im Magazin in den Essig und in das Öl)

Zubereitung Hopfenessig: 

Den Hopfen und die Gewürze bis auf den Honig in eine weithalsige Flasche geben und mit Essig auffüllen.

Verschlossen bei Raumtemperatur etwa 14 Tage ziehen lassen.

Essig abseihen und den Honig darin auflösen. In saubere Flaschen füllen und kühl und dunkel aufbewahren.  Hält etwa 1 Jahr.

Für 1l Hopfenöl benötigt man: 

1l Distel-, Raps- oder Sonnenblumenöl
10 kleine und leicht angetrocknete Hopfendolden
1/2 Teel. Salz (ohne Rieselhilfe oder sonstige Zusätze)
1 Teelffel Pfefferkörner (scharz, grün, rot, weiß, oder gemischt)
1/2 Teel. Pimentkörner (ich liebe das Gewürz, das kommt bei mir überall hinein und so auch entgegen dem Rezept im Magazin in den Essig und in das Öl)

Zubereitung Hopfenöl:

Hopfendolden mit Salz und Gewürzen in eine weithalsige Flasche geben und mit dem Öl auffüllen.

Etwa 1 Woche  bei Raumtemperatur stehen lassen.

Öl durch ein Sieb gießen und dann in saubere Flaschen füllen. Kühl und vor Licht geschützt aufbewahren. Hält sich etwa ein halbes Jahr.

Hopfenessig und Hopfenöl (c) by Joachim Wenk
jetzt müssen sie 1 Woche (Öl) bzw. 2 Wochen (Essig) ziehen
 (c) by Joachim Wenk

Essig und Öl mit Hopfen passen durch den leicht bitteren Geschmack gut zu Feldsalat oder anderen eher milden Salatarten.

Willkommen im Herbst?

(c) by Joachim Wenk
(c) by Joachim Wenk

Willkommen ja, Herbst nein. Es ist trotz all des Laubes im Garten immer noch Spätsommer. Jedenfalls, wenn man das Ganze phänomenologisch betrachtet. Holunder und Haselnüsse sind zwar schon reif, aber die Blattfärbung der Bäume hat im Großen und Ganzen noch nicht eingesetzt. Bei mir verlieren die Bäume wegen der Dürre ihre Blätter, ohne sie vorher zu verfärben. Sicher ist aber demnächst dann doch Frühherbst.

Bis dahin genießen ich einfach die Sonne. Tagsüber jeden Tag bei 30°C und blauem Himmel wird es schon noch einmal recht heiß. Durch die deutlich niedriger stehende Sonne allerdings, habe ich viel mehr Schattenbereiche im Garten. Außerdem wird es ja abends auch schon wieder so bald dunkel und recht frisch.

herbstliche Stimmung vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
herbstliche Stimmung vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
Eines beobachte ich auch gerade. Wegen der gleißenden Sonne und dann doch wieder dem vermehrten Schatten durch Büsche und Bäume ist es gerade schwierig, die Blüten und das Gemüse zu fotografieren. Wenn die Sonne scheint, kommen die Farben im Foto nicht richtig heraus. Wenn Schatten ist und doch irgendwo ein Sonnenfleck im Bild erscheint, gibt es blöde Kontraste  und wenn Dämmerung ist, sehen die Bilder zu grau aus. Was soll’s. Ich zeige sie euch trotzdem. Wie mir mal böse vorgeworfen wurde, knipse ich ja auch nur und fotografiere nicht. Ist doch auch eigentlich egal was ich mache, Hauptsache ich kann euch von so vielen Dingen, die mich in meinem Garten bewegen, zeigen und darüber berichten. 
Nach einer unschönen Blühpause im Juli und Anfang August findet man nun wieder einige Blüten im Beet. Goldene Zeiten brechen an mit der Zwerggoldrute und  dem Sonnenhut „Goldsturm“. Damit die Pause nächstes Jahr nicht wieder auftritt, habe ich bereits ein paar entsprechende Stauden in bestehende Lücken gesetzt. 
herbstliches Gold im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
herbstliches Gold im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk

herbstliches Gold im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
das Staudenbeet im Ganzen (c) by Joachim Wenk
Im Rondell zu Füßen unseres Hausbaumes wachsen jetzt endlich die Buchsstecklinge vom letzten Sommer. Und der Storchschnabel (Geranium versicolor und Geranium Hybride „Sweet Heidy“) freut mich riesig. So viele süße kleine Blüten über so lange Zeit nun schon. 
Buchsrondell mit Storchschnabel und Rose unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Buchsrondell mit Storchschnabel und Rose unterm Hausbaum (c) by Joachim Wenk
Im großen Staudenbeet habe ich ja erst im August notdürftig den Bewässerungsschlauch installiert. Zu spät für prächtige Stauden. Die Astern sind deutlich niedriger oder ganz kaputt, der Eibisch bei weitem nicht so buschig wie sonst und die Rosen haben nach der Blüte Anfang Juni keinen Zuwachs mehr gehabt. Die Kletterrose am Rosenbogen blüht normalerweise im Sommer und Herbst auch und wächst unbändig. So kenne ich sie aus meinem Hinterhofgarten. Hier hat sie geblüht und erst kurz nach dem Bewässerungsbeginn fing sie wieder an zu treiben. Hoffentlich kann das dann noch ausreifen und ohne Schaden überwintern. Auch die anderen Rosen fingen erst nach dem Bewässerungsschlauch schlagartig an zu wachsen und blühen jetzt wieder. Ihr seht ja, wie der  Rasen vor dem Beet aussieht. Den habe ich nicht bewässert. 
großes Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
großes Staudenbeet vor dem Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Abends, nach getaner Arbeit, sitze ich gerne einmal auf meiner Bank am mediterranen Platz und beobachte die Pferde der Nachbarin. Die produzieren im Übrigen die wertvolle Kompost-Zutat „Pferdemist“. Meine Spalieräpfel davor sind sehr gut gewachsen. Als ich sie pflanzte waren es bleistiftdicke Äste mit etwa 40 cm Länge.Nun haben sie sich schon verzweigt. Leider kann ich sie und ihre Fortschritte kaum fotografieren, weil kein Hintergrund da ist und durch den Zaun und den eben vorhandenen Hintergrund sieht man am Foto die kleinen Bäume noch zu wenig. 
Nachbars Pferde beim Abendessen (c) by Joachim Wenk
Nachbars Pferde beim Abendessen (c) by Joachim Wenk
Bevor es aber so weit ist, mit dem Sitzen auf der Bank, steht immer noch sehr viel Arbeit an. 
Die Buschbohne Sanguigno begeistert mich immer und immer wieder. Ich kann diese Sorte gar nicht oft genug empfehlen. Im Garten unten am Dorfweiher habe ich 2 Reihen gesät. Sie sind sehr stark wüchsig und brauchen sogar im normalen Beet ein wenig Stütze in Form von Reisigzweigen oder einem Rahmen aus Schnur, gespannt an Stecken, die im Viereck ums Beet in den Boden gesteckt werden. Zumindest ist das notwendig,wenn man Wert darauf legt, daß es nicht all zu wild im Beet aussieht. 
Bei mir unten am Weihergarten also keimten sie rasch und wuchsen kräftig. Leider hat mich in diesem Jahr, wegen des späten Kultivierbeginnes Mitte Mai, das Unkraut übermannt. Die Gründüngerlupinen sind drunter verschwunden. Die Essiggurken konnten darüber hinweg ranken und die Sanguigno nützte das Unkraut doch einfach als Stütze und wucherte mit ihm mit. 60 cm Höhe sind da im Nu errreicht (es ist aber doch eine Buschbohne!). Die Blüte in hübschen Rosa-lila-weiß-Tönen viel reichlich aus, genau wie die Ernte. Etwa 3 kg Bohnen habe ich eingefroren und eingeweckt. Gegessen haben wir auch davon. Dann reiften oben im Gemüsegarten noch die Stangenbohnen und ich hörte auf die vielen weiteren Sanguignos zu ernten. Bei dieser Sorte kein Problem. Man kann sie zwar recht lange ernten, da auch große Bohnen nicht fadig sind. Ich jedoch lasse die dann gleich ausreifen und ernte sie, wenn sie trocken werden. Jetzt trocknen sie nach und wenn sie rascheltrocken sind, springen sie auf und ich habe ganz viele hübsche kleine (!) Bohnenkerne. Klar brauche ich sie für das nächste Frühjahr als Saatgut. Sie kommen aber auch in den Kochtopf als ganz normale Trockenbohnen. Weil sie nicht so plumpe und große, einfarbig weiße Kerne haben sieht das auch optisch ansprechend und feiner aus, als bei anderen Trockenbohnen. 
Buschbohne Sanguigno liefert Trockenbohnen für Aussaat und Kochtopf (c) by Joachim Wenk
Buschbohne Sanguigno liefert Trockenbohnen für Aussaat und Kochtopf (c) by Joachim Wenk

Die Tomatenernte läuft. Hier ist die monatelange Regenpause hilfreich, weil keinerlei Braunfäule zu sehen ist. Überhaupt haben die Tomaten dieses Jahr einen noch nie erlebten intensiven Geschmack. Letztes Jahr war ich sogar fast enttäuscht, weil sie eher wie Hollandtomaten schmeckten. Ich glaube da hatte ich zu viel gedüngt, weil sie schlecht wuchsen. Heuer weiß ich ja, daß das stockende Wachstum wirklich nur Wassermangel und nicht Düngermangel bei mir im Garten ist. Sie werden mit Tropfschlauch bewässert. Vielleicht macht das, das unvergleichliche Aroma aus. Die Sorten sind, bis auf eine, die gleichen wie im letzten Jahr und der Standort auch. Gedüngt wurde nur mit Kompost, Mulch, einmal Brennesseljauche und beim Pflanzen eine Portion Tomatendünger von Neudorf.

Aus den hier abgebildeten Tomaten mit dem Basilikum daneben habe ich 2l Ketchup und 3,5l Tomatensauce gekocht. Das selbe konnte ich bereits zweimal zu vor machen. Die Vorratskammer füllt sich. Und die Ernte geht jetzt erst so richtig los! Das Tomatensugo war derart intensiv und sogar süß, daß ich wirklich überlegte, was ich mit reingekocht habe. Aber außer Tomaten und Basilikum mit einem Löffel Kochsalz ist da nichts drin, kein Zucker auf alle Fälle.

 Einmal wieder Tomaten und Basilikum geeernt(c) by Joachim Wenk
 Einmal wieder Tomaten und Basilikum geeernt(c) by Joachim Wenk
Die Ernte und vor allem Konservierarbeit wird wohl in der nächsten Zeit nicht so schnell ausgehen…
toscanischer Grünkohl und Mangold (c) by Joachim Wenk
toscanischer Grünkohl und Mangold (c) by Joachim Wenk

rote Melde und Baumspinat sind lange abgeerntet, jetzt müssen sie sich wieder aussähen (c) by  Joachim Wenk
rote Melde und Baumspinat sind lange abgeerntet, jetzt müssen sie sich wieder aussähen (c) by  Joachim Wenk

der Rosenkohl für die letzte Ernte im Jahr (c) by Joachim Wenk
der Rosenkohl für die letzte Ernte im Jahr (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet im September (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im September (c) by Joachim Wenk

Neue Front für die Werkstattscheune, die Reihenhaussiedlung erhält ein neues Gesicht

Ich bin ja wirklich froh über so manche moderne Technik. Die digitale Kamera oder überhaupt digitale Fotos sind da ganz weit oben in meiner Froh-Liste. Früher mit einem 12er oder 24er Film, entwickelt nach einigen Monaten und immer viel verwackeltem Ausschuss bei den Fotos, wären solche Erinnerungen nicht möglich gewesen.

Mit dem Digitalzeitalter wird das einfacher. Ich habe gerade ein  wenig addiert und bin bei über 30.000 Fotos, die ich seit 2011 gesammelt habe. Da ist zwar auch viel Ausschuss dabei, aber  immer wieder finde ich nette Aufnahmen, die gerade zu meinem aktuellen Thema passen.

Apropos Thema, hiernach habe ich gesucht. Ein Foto von unserem Partyraum, dem „Hüttenzauber“ mit benachbarter Werkstatt. So haben wir es damals übernommen, einige Zeit genutzt und dann nach Haus und ersten Gartenarbeiten langsam begonnen notwendige  Reparaturen und Verschönerungen vor zu nehmen.

vorne Hüttenzauber, dahinter Werkstattscheune im Ur-Zustand von 2011 (c) by Joachim Wenk
vorne Hüttenzauber, dahinter Werkstattscheune im Ur-Zustand von 2011 (c) by Joachim Wenk

Der Hüttenzauber, als erster Raum unserer „Reihenhausssiedlung“ im Garten,  war schon vor 2 Jahren dran. Außer dem Dach blieb nichts erhalten. Wegen anderer Projekte blieb dann der finale  Außenanstrich erst einmal liegen.

Hier ein Foto aus düsteren und vergangenen Zeiten. Im Vergleich zum heutigen Zustand kommt mir die damalige  Farbgebung wirklich so düster vor, wie hier im Foto vom 27. April diesen Jahres, der Woche mit Wintereinbruch und fast Dauerfrost.

vorne Hüttenzauber, dahinter Werkstattscheune im Zustand von April 2016 (c) by Joachim Wenk
vorne Hüttenzauber, dahinter Werkstattscheune im Zustand von April 2016 (c) by Joachim Wenk

Das neue Gesicht vom Hüttenzauber habe ich vor kurzem ja bereits gezeigt. Hier und Da könnt ihr das noch einmal nachlesen. Jetzt ist die Werkstatt dran. Das älteste Gebäude am Gelände, gebaut aus noch viel älteren Materialen. Das war früher die richtig große Scheune des landwirtschaftlichen Hofes auf dem Grundstück. Auch darüber hatte ich vor kurzem berichtet. 
Innen hat Volker im Herbst begonnen,  nach und nach alles zu isolieren, zu verkleiden und umzuräumen. Und das Ausmisten darf nicht vergessen werden, haben wir in diesem Raum seit der Übernahme noch nichts verändert oder ausgemistet. Das ist jetzt der letzte Bereich der überarbeitet werden muß. 
Werkstattumbau (c) by Joachim Wenk
Die alte Front kommt weg, seht ihr links das alte kleine Loch für’s Türchen? (c) by Joachim Wenk

Die Werkstatt hatte eine kleine Eingangstür. Ihr oberer Balken war leider exakt auf meiner Stirnhöhe. Dazu kommt noch, daß auch noch eine Stufe in der Türe ist. Ich habe schon lange aufgehört zu zählen, wie oft ich gegen diesen Balken gerannt bin. Sicher war er an dieser Stelle schon ganz abgerundet von den Zusammenstößen mit meinem Dickschädel. Die Türe kommt nicht mehr rein. Dahinter wird Regalwand und Werkbank platziert.

Auf der rechten Seite ist noch das Loch für das große Tor zu sehen. Leider war der Traktor vom Vorbesitzer irreparabel defekt. Sonst hätten wir noch einen Schlepper. Der stand hier in der Werkstatt. Weil wir außer einem Aufsitzmäher, der nicht hier untergebracht ist, nichts haben, benötigen wir das Tor nicht und es wird deutlich kleiner werden.

Werkstattumbau (c) by Joachim Wenk
gut zu erkenne, das ehemalige Scheunentor (c) by Joachim Wenk 
Nach einem kurzen Besuch im  Baumarkt (ich war diesmal nicht in der Gartenabteilung, ehrlich!) konnte es losgehen. Schöne dicke Bretter mit 19 mm Stärke bilden nun die Außenwand. Vorher waren nur ganz dünne Deckenverkleidungsbrettchen dran. 
Man sieht schon. Das Türchen ist weg, dafür klafft ein neues Loch in der Wand. Gleiche Ausmaße, wie das Türchen, aber quer?
Werkstattumbau (c) by Joachim Wenk
kommt die neue Tür quer hinein? (c) by Joachim Wenk 

Ja quer, das ist das neue Fenster über der künftigen Werkbank. Und? habt ihr es erkannt? Das „Fenster“ ist auf den Fotos weiter oben bereits schon einmal abgebildet.

Ich will es euch verraten. Im  Ur-Zustandsfoto, ganz oben in diesem Beitrag, erkennt man als Eingangstüre für den Hüttenzauber eine Terrassen-Schiebetür. Die bestand eben aus einem Schiebeelement und einem feststehenden Glaselement. Und voilà, da ist es wieder. Das neue Werkstattfenster war früher  einmal tatsächlich eine Tür. Eben das feststehende Glaselement.

Werkstattumbau (c) by Joachim Wenk
Fenstern und Tür sind an Ort und Stelle. Und wo wurde jetzt hier gestückel? (c) by Joachim Wenk 

Schön zu erkennen ist nun auch schon das angepasste neue „Scheunentor“. Eigentlich eine Tür für Gartenhäuschen, nun aber Eingang zur Werkstatt. Und wie man eben als enthusiastischer Hobbybastler so ist, haben wir das Türchen gekauft und uns auf den Einbau gefreut. Wer kann denn auch ahnen, dass Gartentürchen keinem Standartmaß unterliegen? Wir jedenfalls nicht! Und so hatte die neue Eingangstür noch nicht einmal die Höhe des alten Schlupflochtürchen, in dessen oberen Balken das Negativbild meiner Stirn eingemeißelt ist. Ich denke, ich kann von Enttäuschung und Frust reden, wenn ich unsere Gefühle dabei beschreiben soll.

Aber der Volker ist halt doch nicht nur ein unbedarfter Hobbybastler. Sofort kaufte er Holz und machte sich an die Arbeit. Da wurde gefräst, gehobel, gesägt und gedübelt und plötzlich hatten Tür und Rahmen eine angemessene Höhe, daß auch ich aufrecht hindurch schreiten kann.

Und man sieht nicht einmal, daß sie unten angestückelt wurden. Oder? Die Tante jedenfalls sieht nichts, obwohl sie gerade intensiv danach sucht.

Und so vergehen die Tage und jeden Abend sind Fortschritte zu sehen. Die Front ist fertig. Sicher weht diesen Winter nicht wieder der Wind den Schnee unter den maroden Brettern hindurch in die Werkstatt….

Werkstattumbau (c) by Joachim Wenk
Werkstattfront neu verkleidet (c) by Joachim Wenk 
Das wird eine sehr gefällige Häuserzeile hier in unserem Garten. Fehlt dann nur noch die Front daneben vom ehemaligen Hasen- und Schafstall. Aber wartet ab….
Werkstattfront neu verkleidet (c) by Joachim Wenk
Werkstattfront neu verkleidet (c) by Joachim Wenk 

Ein neuer Morgen beginnt, der Tag geht vorüber und bringt uns alle mächtig zum Schwitzen. Wie gut, daß wir den neuen Sonnenschirm haben. Täglich wieder 30°C und blauer Himmel. Da macht ohne Schirm das Streichen dieser Süd-Front keinen Spaß. Am Abend ist das Schiwtzen alles schon wieder vergessen und der 2. Anstrich, also der 1. mit Farbe ist dran. Ein schöner honigfarbener Braunton. Passt schön zum Grün des Hüttenzaubers.

neue Front für die Werkstatt (c) by Joachim Wenk

neue Front für die Werkstatt (c) by Joachim Wenk
neue Front für die Werkstatt (c) by Joachim Wenk 

Wieder Morgens, wieder 30°C am Tag und gegen Abend ist es vollbracht. Der 3. Anstrich ist dran, die Fenster werden von den Folien befreit und das Ergebnis sehr zufrieden bewundert. Bleibt nur noch die Rückseite, zu der man nur über das Nachbargrundstück gelangt. Sie ist aber mit Blech verkleidet und noch nicht ganz so marode. Zudem steht noch die Erneuerung des Daches an und in diesem Arbeitsschritt dann kommt die Rückseite dran.

neue Fassade neuer Anstrich für Werkstatt und Hüttenzauber (c) by Joachim Wenk
und fertig, gleiche Persepektive und Ansicht, wie im ersten Bild, aber doch total anders (C) by Joachim Wenk

Und in der Morgensonne ,gerade eben vor dem Frühstück,  sieht die Farbe schon wieder ganz anders aus. Aber immer schön, vom frühen Morgen bis in die tiefe Abenddämmerung. Wir jedenfalls sind mehr als zufrieden mit dem Geschaffenen.

neu verkleidet und frisch gestrichen, die Werkstatt (c) by Joachim Wenk
neu verkleidet und frisch gestrichen, die Werkstatt (c) by Joachim Wenk 

Die ersten Kartoffeln sind geerntet

Das Laub war abgestorben und so fing ich das Graben an. Komisch, daß die frühen und die eigentlich späten Kartoffeln zur gleichen Zeit jetzt reif wurden. Nur ein paar ganz späte sind jetzt noch im Beet mit relativ grünem Laub.

Eine meiner Stammsorten ist die Bionica. Eine mittelfrühe biologische Neuzüchtung. Laut Katalog „außerordentlich widerstandsfähig gegen Krautfäule“. Besonders für leichte Böden. Ich habe schweren Boden und liebe die Sorte dennoch. Immer trägt sie reich und mit großen und sehr großen Knollen. Aus einem Kilogramm Saatkartoffeln bekam ich 7,5 kg herrliche Speisekartoffeln. 2,5 kg davon im Kübel und der Rest im  Beet angebaut. Ich konnte keinen Unterschied in der Knollengröße feststellen.

Kartoffel Bionica (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Bionica (c) by Joachim Wenk

Ebenfalls schon einige Jahr freue ich mich an der Sorte Galactica. Eine irische Frühkartoffelsorte mit hoher Widerstandstandsfähigkeit gegen Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Guter Geschmack und gute Lagerungsfähligkeit.

Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Galactica (c) by Joachim Wenk
Rosa Tannenzapfen. „Eine der ältesten bekannten Sorten überhaupt.“ So steht es im Katalog. Sie wurde schon um 1850  in verschiedenen Ländern Europas kultiviert. Eine Delikatesse vor allem für den Kartoffelsalat mit ihrem kräftigen und würzigen Kartoffelgeschmack. Sie hat eine ausgesprochen lange Keimruhe und  kann bis ins späte Frühjahr gelagert werden. 
Diese Sorte ist meine Lieblings-Kartoffelüberraschung in diesem Sommer. Zu Weihnachten bekam ich von der Firma ein Präsentpaket geschenkt. Darin eine alte Kartoffelsorte (eben rosa Tannenzapfen) ein Glas Leberwurst und ein Fläschchen Kartoffelschnaps. Das sind genau die richtigen Geschenke für mich. Jedenfalls wurden selbstverständlich nicht alle Kartöffelchen gegessen. Ein paar habe ich bis Mai aufgehoben und dann ins Beet gesteckt. Die Reihe war vielleicht 1,5 m lang. Es sollte nur ein Versuch sein, eine Spielerei mit den übrigen Kartöffelchen. 
Die Ernte begeistert mich. Erstens sind die Knollen viel edler als die derben im Geschenkkorb. Sie haben weniger Unebenheiten und  Knubbel, so dass sie leichter und mit weniger Masse-Verlust geschält werden können. Außerdem ist der Ertrag mit 2,5 kg wirklich überraschend hoch. Vor allem wenn ich bedenke dass etwa 6 m Kartoffelreihe mit 1 kg Saatgut der angeblich sehr guten Sorte Professor Wohltmann nur 800 g an Kartoffeln brachten, die nicht einmal die Größe der Tannenzapfen erreichten. Das war ein ärgerliches Experiment, weil viel wertvoller Platz im Beet somit verschwendet wurde, die Saison über. 
Kartoffel Rosa Tannenzapfen (c) by Joachim Wenk
Kartoffel Rosa Tannenzapfen (c) by Joachim Wenk

Gut, daß meine Stammsorten mich nicht enttäuschen und immer wieder schöne Ernten bringen. Wäre es nicht wieder so fürchterlich trocken, hätte ich noch mehr ernten können. Es waren noch etliche winzige Kartöffelchen in der Erde, die durch die Trockenheit nicht mehr wuchsen.

Dort, wo Kartoffeln bereits abgeerntet sind, habe ich gleich wieder Gründünger gesät. Phacelia und Buchweizen. Beides geht auch bei wenig Wasser auf und bringt auch jetzt noch gute Grünmasse.

Auch in den beiden Faßhälften sähte ich Gründünger, um die Erde zu regenerieren. Hier keimt schon die Lupine. Die Erde kommt danach wieder ins Beet und im Frühjahr frische Erde in die Fässer. Die Fässer sind wieder eine Art Notlösung. Weil unter dem Walnußbaum im Gemüsegarten absolut nichts anzubauen ist, ich aber die Fläche als Anbaufläche benötige, habe ich ein Mini-Hochbeet und die zwei Fässer mit Erde gefüllt und dort die Kartoffeln angebaut. Da sind die Walnußwurzeln noch nicht drin und kommen auch nicht rein, weil die Behälter immer wieder wo anders stehen oder ausgeleert werden.

Gründünger keimt im abgeernteten Kartoffelfass (c) by Joachim Wenk
Gründünger keimt im abgeernteten Kartoffelfass (c) by Joachim Wenk

Zum Abschluss noch einmal das Kartoffelbeet vom Frühjahr bis zum keimenden Gründünger der bereits abgeernteten Fläche.

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk

Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
Kartoffelbeet im Jahreslauf (c) by Joachim Wenk
keimeder  Gründünger im Kartoffelbeet  (c) by Joachim Wenk
keimeder  Gründünger im Kartoffelbeet  (c) by Joachim Wenk