wertige Geschenkideen aus dem Garten in kleinen Weck-Gläsern

Ich habe mich in meinen letzten Beiträgen mit der puren Gartenarbeit, dem Umgraben im Herbst, befasst. Heute gibt es wieder etwas aus der Küche vom Selbstversorger. Anhand der Vielzahl der Gläserfüllungen könnt ihr euch ja denken, daß ich mich schon eine Weile auf diesen Post vorbereite. 
selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
selbst gemachte Geschenke und Mitbringsel aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
Die bei der Kartoffelverkostung eingeführte Nummerierung der einzelnen Produkte findet sich auch hier wieder. Darf ich vorstellen: 
  1. Basilikum-Knoblauch-Salz
  2. selbstgemachte Gemüsebrühe (getrocknet)
  3. Rotwein-Rosmarin-Salz
  4. Linsen-Sonnenblumenkerne-Brotaufstrich
  5. Zitronenverbenen-Salz (Verveine-Salz)
  6. Holler-Sirup
Die Idee für so einen Blog-Beitrag kam mir nach und nach. Zuerst sah ich diese bezaubernden Miniatur-Weckgläser. Als Einkoch-Fan kenne ich natürlich die  normalen Gläser.  Dass es die aber für wirklich wenig Geld, als komplett funktionierende Miniaturausgabe gibt, wußte ich nicht. Damit man auf dem Foto die Größe der Gläser ein wenig einschätzen kann, habe ich einen  Teelöffel davor gelegt. 
Ich verschenke an besonders liebe und wertvolle Menschen gerne etwas selbst Gemachtes. Das kann kein Massenprodukt sein. Es ist meinerseits eine besondere Wertschätzung dem Beschenkten gegenüber, verbringe ich doch einiges meiner sehr ausgefüllten Zeit mit der Zubereitung. 
Vielleicht kann ich der einen oder anderen meiner Leserinnen ein paar Anregungen für die bevorstehende Zeit des  Schenkens damit geben. 
Hier nun eine kurze Beschreibung, was sich denn bei mir in den Gläsern genau befindet. 
Alle Gläser haben den Gummi und sind mit den Klammern luftdicht verschlossen. Das Glas ohne Klammer, ist richtig eingekocht und damit dicht und konserviert. 
1.  Basilikum-Knoblauch-Salz

Mein Basilikum im Gewächshaus wucherte wieder enorm. Sehr viel davon ist in die Tomatensauce für den Vorrat und ins  Ketchup gewandert. Es blieb noch genug übrig für Pesto (hält sich eingefroren super!) und eben das Salz. 
Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk
 kleinstes der Weckgläser, hier mit Basilikum-Knoblauch-Salz (c) by Joachim Wenk
Im Tupper-Turbo-Chef habe ich die Basilikumblätter mit dem  Knoblauch und dem Salz zu einer einheitlichen Masse verarbeitet. Das geht auch im Mörser, was aber unwahrscheinlich viel Arbeit macht. Möglich ist auch der Mixer.  Dabei muß man aber aufpassen, daß man das Salz nicht zu fein pulverisiert. Geschmacklich ändert das nichts, die Optik leidet jedoch darunter. 
Die Salz-Kräutermischung habe ich im Dörrapparat bei 30° getrocknet. Danach noch einmal in das oben gewählte Gerät und fein zerreiben. Fertig. Bei den Mengenverhältnissen ist man vollkommen frei. Es kommt vor allem auf die Verfügbarkeit von Basilikum und Knoblauch an. Zudem mache ich solche Salze immer sehr konzentriert. Das heißt sehr viel Kräuter und wenig Salz. Verdünnen mit Salz vor dem Gebrauch oder dem Schenken ist ja jeder Zeit möglich. 
2.  selbstgemachte Gemüsebrühe

Die ist nun wirklich sehr aufwändig und man benötigt wirklich viel Gemüse. Wie sie genau gemacht wird, habe ich vor kurzem bereits beschrieben. HIER könnt ihr das nachlesen. 
3. Rotwein-Rosmarin-Salz
Hier habe ich ein ganz klein wenig geschummelt. Das Salz im Bild enthält leider nichts aus meinem Selbstversorger-Garten. Es könnte aber beinahe! Und damit meine ich nicht den Rotwein.  Trotz Weinberg im Garten werde ich mir keinen Wein selbst machen. Die Rede ist vom Rosmarin. Mit dem habe ich  noch nie Glück gehabt und ganz besonders wenig letztes und dieses Jahr. Ich habe zwar jetzt wieder zwei Pflanzen und auch ein wenig  für die Küche getrocknet. Das hätte aber nicht einmal ausgereicht, für das Rotweinsalz. Also habe ich gekauften Rosmarin  verwendet. 
Dieses Salz ist nun wirklich bereits optisch ein Genuß. Ich selbst habe es in der Mühle und mahle es bei Tisch auf die Speisen. 
Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk
Rotwein-Rosmarin-Salz (c) by Joachim Wenk
Man vermengt dazu 250 g Salz (grob oder fein hängt von den persönlichen Vorlieben ab) mit 50 ml Rotwein. Das trocknet man dann im Dörrapparat oder Backofen. Zwischendurch mit einem Löffel immer wieder einmal rühren, damit es nicht so verklumpt. 
Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk
Rotwein und Salz beim Trocknen (c) by Joachim Wenk
 Wenn es vollkommen durchgetrocknet ist, verreibt man es  mit den Händen ( bei dem groben Salz ging das einfach). So erhält es wieder seine körnige Struktur. Jetzt wird es mit 20 g getrocknetem Rosmarin vermischt. Den kann man vorher im Mörser etwas zerstoßen. Dadurch werden die ätherischen Öle frei und können vom Salz aufgenommen werden. Fertig. 
3.  Linsen-Sonnenblumenkern-Brotaufstrich
Brotaufstriche mache ich schon lange immer wieder selbst. Es gibt da ja unzählige Rezepte. Nun las ich irgendwo einmal, daß Aufstriche aus trockenen Zutaten wie Linsen oder Nüssen zum Beispiel heiß eingefüllt in Gläser haltbar gemacht werden können. Auch Einkochen ist  möglich. Das würde bei den „feuchten“ Zutaten für einen Aufstrich (Frichkäse, Quark etc. ) ohnehin niemand machen. 
Dabei dachte ich sofort an die kleinen Weck-Gläser. Im Küchenschrank befanden sich noch grüne Linsen. Die habe ich einfach einmal gekocht, bis sie zerfallen sind. Dann ab in den Mixer. Ebenfalls gefunden habe ich noch Sonnenblumenkerne. Die nehme ich im Sommer für das Basilikumpesto, weil sie billiger sind, als Pinienkerne. Also habe ich die Sonneblumenkerne ebenfalls im Mixer zerkleinert, dann mit der Linsenmasse zusammen in den Mixer gegeben. Das wird immer fester und man muß eine Menge Wasser dazu geben. Fertig ist der Brotaufstrich. 
Ach so, nein, stop. Etwas fehlt noch. Das ist ja nur die Basis. Jetzt kommt der Geschmack. Da kann man hinzufügen, was einem am besten schmeckt. Sehr gut muß ich sagen schmeckt der Aufstrich mit folgenden  Geschmacksgebern: Majoran, Piment, Nelke, Bärlauchessig (Essig muß rein!), Salz, Ingwerpulver und etwas Kokosfett. Das rundet ungemein ab und gibt einen herrlich vollmundigen Gechmack. Das alles jetzt noch einmal aufkochen und heiß in Schraubgläser füllen. Oder eben – für sich oder als Geschenk und Mitbringsel – in das kleine Weckglas und dann einkochen. Dabei darf die Konsistenz aber nicht sehr fest sein, weil es durch das Einkochen noch einmal fester wird! Ich habe das im Kochtopf gemacht. Dummerweise habe ich, weil es das erste Mal war, wieder nicht daran gedacht, dass so etwas (wie auch Wurstmasse im Weckglas) durch das Einkochen an Volumen gewinnt und die  Gläser daher nicht voll gemacht werden dürfen! Eines ging auf, die anderen vier allerdings sind zugeblieben. Jetzt ist der Aufstrich fertig. 
Übrigens, wie bei den großen, gibt es auch für die kleinen Gläschen einen dicht schließenden und fest sitzenden Kunststoffdeckel (der Weiße im Foto). Das ist sehr praktisch gerade beim Brotaufstrich. Man isst nicht auf einmal das ganze Glas leer. Der Glasdeckel, wenn er lose aufliegt, fällt zu leicht herunter. Die Klammern macht ohnehin dann niemand mehr daran. Daher anstatt dem Glasdeckel, bei bereits offenen Gläsern, den Kunststoffdeckel verwenden. 
5.  Zitronenverbenen Salz (Verveine-Salz)
  Meinen Verbenenstrauch habe ich jetzt schon sehr viele Jahre. Gerade die Tage habe ich ihn wieder aus dem Beet ausgegraben, deutlich gestutzt und in einen großen Blumentopf gesetzt. Noch steht er draußen, wenn dann aber Frost kommt (ein wenig hält er aus), räume ich ihn zu den Kübelpflanzen. Dort wartet er ohne Blätter, bis es im Frühjahr wieder hinaus geht ans Licht. Licht und Sonne braucht er. Daraus zaubert er in seinen Blättern dieses wunderbare Zitronenaroma. Im Tee herrlich. Jetzt habe ich es auch als Salz  konserviert. 
Man benötigt  125 g Salz  und 20 g friche Zitronenverbenenblätter. Die Blätter werden, wie beim Basilikumsalz beschrieben, mit  dem Salz zerkleinert.  Wer den besondere Kick möchte, gibt noch Zitronenschalenabrieb dazu. Man kann das dann trocknen. Das muß aber sehr behutsam sein. Sonst riecht dabei das ganze Haus wunderbar nach Zitrone und man wundert sich später, warum das Salz das dann nicht tut. Die Öle verfliegen sehr leicht. Besser man lässt das Salz so feucht und packt es in dicht schließende  Gefäße. Es gibt ja auch die Konservierungsmethode für Kräuter, bei der diese mit viel  Salz (aber nicht so viel wie für das Würzsalz) zu „Pesto“ verarbeitet werden. So abgefüllt in kleine Gläser  hält es sich kühl gelagert  monatelang! Das wäre auch eine mögliche Füllung für die Gläser oben! Daher keine Bange, das feuchte Salz hier hält sich und den Geschmack auch. Allerdings ist es nichts für eine  Salzmühle bei Tisch. Das muß mit einem Löffelchen dosiert werden. Und bitte nicht kochen! Der Geschmack verflüchtigt sich sonst. 
6.  Holunder-Sirup
Auch die Flaschen gibt es in der kleinen Version. Ich habe einfach etwas vom Holundersirup eingefüllt. Vielleicht verschenke ich die ihn so mit einer Flasche Sekt. Das schmeckt köstlich. Man kann natürlich auch anderen Sirup einfüllen Oder einen Likör von den Quitten oder Haselnüssen. Oder Tomatensauce, die man dann noch einmal einkocht, daß sie sich hält. Sicher fallen euch selbst auch noch ein paar andere Dinge ein. 
Andere Dinge sind immer möglich. Mein  Text hier sollte nur ein Ideengeber sein. Ihr habt sicher auch noch dieses oder jenes vom Sommer im Vorratsschrank. Salze kann man auch aus getrockneten Kräutern mischen und verschenken. Zucker ist auch leicht zu aromatisieren. Ich denke an Rosenblüten, Lavendel oder auch Zitronenverbene. 
Ich wette, daß euch gleich etwas von euch spezielles dazu eingefallen ist, als ihr das Foto und die Bechreibung  gesehen habt. Also dann, macht euch auf und bereitet euch vor für die Weihnachts-Geschenke-Zeit. Und diese Geschenke sind, anders als das Smartphone oder eine X-Box und derlei Sachen, höchst individuell, wertschätzend und damit ein Geschenk. Man gibt etwas, das einem selbst etwas bedeutet, etwas wertvolles (es steckt eure Lebenszeit darin!) etwas aus seinem eigenen Besitz an einen andere Menschen. Und das, weil man es will und nicht weil man es muß. 
Viel Spaß beim Geschenke vorbereiten wünsche ich denn.  

Danke für eure Erfahrungen zum Umgraben. Die drei Wesentlichen habe ich noch mal zusammengefasst.

Umgraben und den Garten fertig haben. Dazu machte ich mir vor ein paar Tagen meine Gedanken und wurde von einem guten Artikel eines Fachmagazins tatkräftig unterstützt. Ich bat um eure Meinung und  Erfahrungen und bekam so viele, interessante Mitteilungen hier und bei Facebook. Wie habe ich mich da gefreut und weiß jetzt auch, wie es bei mir im Gemüsegarten zu diesem Thema weiter gehen wird. 
Eure Erfahrungen haben mich dabei unterstützt. Jetzt bin ich voller Tatendrang, warte auf trockenes Wetter und vor allem  – das ist die Kehrseite der Medaille – warte ich jetzt dann noch ungeduldiger aufs Frühjahr.  Ich will doch sehen, wie sich der Boden dann so entwickelt. 
Wer meinen Beitrag nicht verfolgt hat fragt sich nun wahrscheinlich: Was genau war noch mal der Grund der  Gedanken? Und was bekam ich also an Rückmeldungen?
Nachgedacht habe ich über den passenden Zeitpunkt zum Umgraben im Gemüsegarten.  Bisher ackerte ich, wenn nötig, immer im Frühjahr um. Das geschah,  bevor das Sähen und Pflanzen begann. Weil ich da aber oft erst spät in die Beete konnte mit der Motorhacke, zögerte sich auch die Aussaat hinaus. Lieber wären mir „fertige“ Beete schon über den Winter. Jetzt aber, kann ich auch nicht ackern, weil ja noch so viel Gemüse in den Beeten steht. Der Fachartikel kannte das Problem und empfiehlt ohnehin das sehr späte Umgraben, wenn die Bodenorganismen sich zur Winterruhe gesetzt und die Regenwürmer in tiefe Erdschichten abgewandert  sind. Ich wollte nun wissen, wann ihr umgrabt und wie ihr das Fertigmachen der Beete organisiert. 
Es gab im Prinzip drei Erfahrungen: 
  1. Generell bestätigt sich, daß auf leichtem Sandboden das Umgraben sowieso kein Thema ist. Die Arbeit kann man sich dort sparen.
  2. Auf schwerem, lehmigen Boden muß umgegraben werden. Hier stellt sich nicht die Frage, ob das Umgraben nach einigen Bio-Philosophien nun schlecht ist oder nicht. Wenn der Boden so fest ist, bleibt nur der Griff zum Spaten, will man auch etwas ernten.
  3. Und dann gibt es noch sehr viele unter euch, die das Umgraben, egal wie der Boden ursprünglich war,  Dank jahrelanger guter Bodenpflege ad acta legen konnten. Der Rücken freut sich und auch die Regenwürmer sowie die Bodenorganismen und Pilze. Deren positiver Einfluß auf die Gemüsepflanzen soll ja gerade im Biogarten ohne Umgraben genutzt werden. 

Wie nun die gute Bodenpflege aussieht, habt ihr mir dankenswerter Weise auch mitgeteilt. 

Eines ist immer der Fall: Organische Masse wird im Herbst auf dem Boden verteilt und zerfällt über den Herbst und Winter sowie im Frühjahr zu Kompost oder  Humus. Die Arbeit der Würmer und Organismen lockert und belüftet den Boden.  Was nicht zerfallen ist, wird weg gerecht und darunter kommt lockerer Boden zum Vorschein. Hier kann dann sofort oder nach leichter Bearbeitung mit Sauzahn, Grabegabel und Rechen gesät und gepflanzt werden.

Dieses organische Material zur Bodenabdeckung (Mulch) ist dann aber auch höchst unterschiedlich.

  • Einmal besteht es aus einer 10 cm dicken Schicht holzigen Häckselmaterials. 

Das wurde angeliefert und enthielt einen hohen Anteil Grün (Laub). Die Erfahrung in dem Garten mit diesem Material ist sehr gut. Der Boden ist feucht und locker. Mir persönlich ist das suspekt, habe ich doch mit selbst einer dünnen Schicht holzigen Häckselmaterials im Ziergarten äußerst schlechte Erfahrungen gemacht. Weil ich nicht mit Stickstoff zugedüngt hatte, vergilbten und kümmerten alle Beetpflanzen auf Grund des massiven Stickstoffmangels unter dem Holzhäcksel. Bleibt also die Langzeiterfahrung abzuwarten.

  • Ein anderes Mal dient fermentierter Grassschnitt als Mulch

Der Rasenschnitt, wird in einer Tonne fest eingestampt. So wie beim Sauerkrautherstellen. Dann wird die Tonne luftdicht verschlossen und das Gras fermentiert. Fahrsilos der Bauern funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Dieses fermentierte Gras dient dann mit halbfertigem Kompost  und anderen organischen Resten als Bodenabdeckung über den Winter. Durch die Fermentation durch Milchsäurebakterien ist das Gras quasi vorverdaut und verrottet nach den Angaben der Gärtnerin im Handumdrehen. 

  • Oft bleiben einfach die Gemüse- und Pflanzenreste mehr oder weniger zerkleinert an Ort und Stelle im Beet liegen. 

Das mache auch ich im Herbst so. Die relativ weichen Blätter zerfallen schnell. Krautstrünke kommen gehäckselt auf den Kompost. Oder man lässt alles, auch Staudenschnitt, unzerkleinert auf den Beeten. Das bietet immerhin auch einen leichten Schutz. Weiches Material verrottet. Der grobe Rest wird im Frühjahr weggerecht und über den Kompost weiter abgebaut. 

  • Steinmehl, Kompost und der Sand aus den Kisten vom Überwintern der Möhren und Rüben.

Diese Mischung brachte in einem Garten mit sehr schwerem Lehm (und dem anfänglichen Umgraben) über die Jahre den Erfolg. 

  • Laub vom eigenen Garten oder von außen.

Auch das kommt bei mir in die Beete. Laub ist eine gute herbstliche Bodenabdeckung. Leider aber hat es auch etliche Nachteile. Bei mir zum Beispiel bleibt das wenigste Laub in den Beeten, weil wir immerzu starken Wind haben. Der bläst es wieder raus aus den Gemüsebeeten. Hierzu bekam ich den interessanten Tipp, den ich teilweise auch umsetzen werden. „Rillen graben, Laub rein, Rillen zuschütten.“ Das Laub bleibt an Ort und Stelle und verrottet zu wertvollem Dünger. 

Dann kommt es auf das Laub an. Ich habe viel Laub von drei großen Bäumen im Gemüsegarten. Leider sind es zwei Walnußbäume und eine Eiche. Allesamt haben schwer verrottendes Laub mit wuchs- und keimhemmenden Substanzen. Ob und wie weit es dem Boden tatsächlich schadet weiß ich nicht, weil auch hier die Meinungen auseinander gehen. Meine eigene Erfahrung tendiert ein wenig dazu, daß die Wirkung nicht so negativ ist, wie zu befürchten wäre. Da beobachte ich aber noch weiter. 

Und schließlich übertragen Blätter von kranken Bäumen die Krankheiten. Hier sehe ich aber das geringste Problem. Außer ich habe einen total gesunden Garten und hole mir Laub aus Nachbargärten, mit kranken Bäumen. Die Krankheiten werden dann auch nicht auf das Gemüse übertragen. Kohlhernie, Braunfäule, Knollenfäule sind allerdings Krankheiten, die häufig auftreten. Hier darf das organische Material auf keinen Fall als Mulch verbreitet werden. Man schleppt die Erreger sonst überall hin. 

  • Immer flexibel und niemals starr einer Theorie hinterher eifern.

Das ist eine ebenfalls wichtige Erkenntnis aus meinen Gedanken und euren Erfahrungen. Umgraben ja oder nein? Als Mulch nur Grünabfall oder ausschließlich Häcksel? Es gibt noch viele weitere Ideologien im Gartenbau. Jede hat ihre Berechtigung. Wenn man sie gezielt in Testreihen anwendet, wird immer ein gesteigerter Ertrag und gesündere Pflanzen attestiert werden. Gerade als Hobbygärtner kann man sich da aber auch schnell in Ideologien und Verboten oder Geboten verzetteln, den Überblick verlieren und mit ihm die Lust. Mit der Lust schwindet der Tatendrang. Dabei gilt auch hier, Taten sind wichtiger als (gelesene) Worte. Wenn ich gelähmt von den vielen differierenden Meinungen gar nichts mache, werde ich ganz sicher auch gar keinen Erfolg haben. 

Es ist gut, über diese oder jene Theorie gelesen zu haben. Besser ist es aber, seinen Garten, seinen Boden und seine Pflanzen zu beobachten, zu spüren, zu erleben. Dann erst kann man, oft bereits beim ersten Studieren der einzelnen Anbaustrategien, sofort sagen, was für einen selbst, seinem Arbeitsstil (und der zur Verfügung stehenden Mittel /Arbeitszeit ) und seinen Garten sinnvoll sein könnte. Und dann muß man es einfach probieren. Wenn es diese eine einzige Methode gäbe, die alle und jeden glücklich machte, so würden nach genau der ja bereits alle anbauen. So wie es hundert verschiedene Diäten zum Abnehmen gibt und jeder mit einer anderen Erfolge erzielt oder Niederlagen, so gibt es auch hundert verschiedene Anbautheorien für den Garten.

So, wie ich meinen Garten erlebe und spüre und nach den Erfahrungen der letzten Jahre, werde ich in meinem Garten wie folgt vorgehen:

Umgegraben oder eben umgeackert wird spät im Jahr in den Beeten unter dem Walnußbaum. Seine Wurzeln kommen sonst zu sehr an die Oberfläche und bilden ein dichtes Netz, undurchdringbar für die Gemüsepflanzen.

Im restlichen Gemüsegarten grabe ich nicht um. Große Flächen sind schon mit Gemüseabfällen bedeckt oder mit Gründung bewachsen. Ich habe bereits wieder einiges zum Häckseln gesammelt. Das wird gehäckselt und kommt nicht auf den Kompost. Ich werde es auf die noch unbedeckten Flächen im Gemüsegarten (und später auch in die Staudenbeete) veteilen.   Mein neuer Häcksler zerfasert es so fein, daß im Frühjahr davon nichts mehr übrig sein wird. Herbstlaub werde ich „rillenweise“ einarbeiten. Im Frühjahr gebe ich Kompost auf die Beete. Da ich schon seit Frühjahr konsequent mit Rasenschnitt mulche, ist der Boden locker. Nur die Trampelpfade alle 120 cm sind festgetreten.

Jetzt warte ich auf einen freien Tag und gleichzeitig trockenes Wetter, dann wird gehäckselt. Staudenschnitt fällt auch bald an, der kommt  zurück in die Staudenbeete. Damit ist der Boden bedeckt und ich spare mir Arbeit. Warum das Zeugs erst auf den Kompost schleppen, diesen dann 2 Mal  umschichten um dann wieder eimerweise schweren Kompost durch den Garten hiefen und auf Beete verteilen. Sollen die Organismen die Arbeit gleich vor Ort erledigen. Die Nährstoffe stehen dann dort zur Verfügung und  der Boden wird von ihnen „umgegraben“. Also zumindest die  Effekte des Umgrabens hat die Mikroogranismen- und Wurmtätigkeit vor Ort. Es wird gelockert und durchlüftet.

Vielen vielen Dank also nochmal für eure eifrigen Erfahrungsberichte. Sicher kommt irgendwann im Frühjahr der Tag, an dem ich dann wieder berichten kann zu diesem Thema. Wenn ich die Beete für die ersten Aussaaten bereite. 
Im Moment sieht mein Gemüsegarten so aus: 
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet Ende Oktober mit Gründünger, Mulch und Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

Umgraben? Das geht doch jetzt gar nicht! Ein Artikel brachte mir wertvolle Informationen dazu.

Als Biogärtner den Gemüsegarten umgraben? Aufgewachsen bin ich mit „Um himmels Willen, niemals“. Viel Lektüre während unzähliger Lebensjahre, ja das Garten-Leben selbst und auch unterschiedliche Bio-Philosophien lehrten mich, daß man es nicht pauschalieren kann. Jedenfalls gibt es ein Für und ein Wider. Mein Problem ist hier weniger das Ob, sondern das Wann. Ich bekomme das einfach nicht organisiert im Jahreslauf. Da kommt mir ein sehr aussagekräftiger Artikel in einer wunderbaren Gartenzeitschrift gerade recht. 
Mich würde wirklich interessieren, wie ihr das so macht. Im Frühjahr möchte ich die ersten  Aussaaten machen. Radieschen, Salat, Kohlrabi oder Feldsalat kommen mir da in den Sinn. Aber der Boden ist noch so, wie im Herbst. Unbearbeitet und zum Teil verdichtet. Jedenfalls nicht geeignet, die kleinen Samen dort unter zu bringen. Gleichwohl ist es für die Hacke oft noch zu naß. Immer wieder nehme ich mir vor, im Herbst diese Arbeiten zu erledigen. Im Frühjahr müsste ich dann nur noch mit dem Sauzahn durch und mit dem Rechen darüber. So die Idee. Es ist jetzt Herbst, aber ich kann nicht umgraben oder umackern mit der Motorhacke,weil ja noch zu viel in den Beeten steht. Mein Garten ist noch lange nicht „fertig“ für den Winter. Und das liegt nicht, daran, daß ich mit den Arbeiten in Verzug bin, sondern wohl eher in der Natur der Dinge. 
Winterfertig ist mein Gemüsegarten noch lange nicht (c) by Joachim Wenk
Winterfertig ist mein Gemüsegarten noch lange nicht (c) by Joachim Wenk
Diese Gedanken schwirren mir gerade durch den Kopf, da flattert mir „Der praktische Gartenratgeber Die Fachzeitschrift  für Gartenfreunde“ ins Haus. Eine fachlich wirklich fundierte Monatsschrift mit einem kurzen aber sehr hilfreichen Artikel über das herbstliche Umgraben. 
Die Überschrift zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. „Bist du mit dei´m Garten scho´ fertig?“
Genau mein Thema! Und die Antwort wird gleich im ersten Satz geliefert. Man soll sich nicht unter Druck setzen lassen. Entweder man lässt es ganz (was ich aus genannten Gründen nicht immer kann), oder man macht es erst sehr spät im Jahr. Begründet wird diese Aussage natürlich auch. 
Grund 1: wenn man jetzt schon umgräbt, verzichtet man auf die relativ warmen Wachstumswochen im Oktober. Der Garten könnte, wäre er noch bestellt, durchaus weiter frisches Gemüse liefern. Die Rede ist von Zicchorien, Feldsalat, Spinat oder Winterkohl. Das ist genau die eigentliche Ursache meiner Gedanken. Ich kann ja jetzt wirklich noch nicht umgraben. In meinen Selbstversorger-Gartenbeeten stehen noch Rosenkohl, Wirsing, Winterlauch, Grünkohl, Chinakohl, herrlicher Endivien und ein paar Brokkoli und Kohlrabi. Erst heute Mittag machte ich wieder einen kleinen Kohlkopf ab und gestern eine Kohlrabi. Mein Bataviasalat wächst noch. Wegen der Trockenheit im Herbst ist er aber sehr spät dran und ich weiß nicht, ob ich noch ernte. Mit Vlies bedeckt, kann er aber durchaus noch erntereif werden. Als Gärtner mit dem Ziel der Selbstversorgung ist eine möglichst lange Nutzung der Beetflechen ohnehin selbstverständlich. Was ein Groß-Reine-Machen, zum jetzigen Zeitpunkt also ausschließt.
Endivien (c) by Joachim Wenk
Der Endivien kommt später ins Gewächshaus mit Vlies als Frostschutz, dort hält er sich wochenlang (c) by Joachim Wenk
der Bataviasalat wächst noch (c) by Joachim Wenk
der Bataviasalat wächst noch (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Salat im ehemaligen Kartoffel-Hochbeet (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Salat im ehemaligen Kartoffel-Hochbeet (c) by Joachim Wenk
Meerettich und Pastinaken stehen noch im Beet (c) by Joachim Wenk
Meerettich und Pastinaken stehen noch im Beet (c) by Joachim Wenk

Grund 2: der Boden ist noch relativ warm und die Bodenorganismen aktiv. Gräbt man jetzt um, oder bearbeitet mit der Motorhacke, so kommt Sauerstoff in den Boden. Die Organismen werden aktiv und bauen organische Masse ab. Ist der Boden aber offen und unbepflanzt, schreiben sie im Magazin,  bleiben die dabei freigesetzten Nährstoffe (insbesondere der Stickstoff) liegen und werden im Laufe des Winters ausgespült. Wenn also zeitiges Umgraben gewünscht und möglich ist, dann noch zeitiger, als jetzt! Und dann aber sofort darauf Gründünger sähen. Die Pflanzen binden bei  ihrem Wachstum die frei gewordenen Nährstoffe. Viele Gründünger frieren im Winter ab und beim Verrotten im Frühjahr sind dann die Nährstoffe verfügbar für unsere frühen Kulturen. Der Gründünger hat auch den Vorteil, daß aufkeimendes Unkraut unterdrückt wird. Ich sähe im Herbst gern Buchweizen und Phacelia. Von denen ist im Frühjahr nichts mehr übrig und es keimt wirklich kein Unkraut jetzt im Herbst. 
Gründünger Buchweizen und Rasenschnitt als Bodenabdeckung (c) by Joachim Wenk
Gründünger Buchweizen und Rasenschnitt als Bodenabdeckung (c) by Joachim Wenk
Der abschließende Rat der Redakteurin ist also folgender: Den Boden möglichst lange bedeckt und bepflanzt lassen. Mit Gemüse und / oder Gründünger. Wer im Frühjahr fertig umgegrabene Flächen braucht, so schreibt sie, der sollte erst kurz vor dem Wintereinbruch umgraben. Diese fertigen Flächen will und brauche ich eben im Frühjahr. Sie erwärmen sich leichter und sind fast saatfertig. Außerdem trocknen sie rascher ab. Das aber ist in den letzten Jahren nicht mein Problem. Hier ist es bereits im März so trocken, daß ich Möhren durch Gießen feucht halten muß, wenn sie überhaupt  keimen sollen. Das habe ich dieses Frühjahr sehr deutlich gesehen. Der richtige Zeitpunkt ist nach dem  Artikel also oft erst im Dezember. Dann kann sogar bei leicht angefrorenem Boden gegraben werden. Das hat wohl den einleuchtenden Grund, daß Spaten, Motorhacke und Schuhe gerade bei lehmigen Boden nicht so stark mit Erdklumpen verklebt werden. Bei Temperaturen nahe 0 Grad sind die Bodenorganismen nicht mehr aktiv und setzen keine Nährstoffe frei, die ausgespült würden. 
Grund 3 schließlich ist wohl gerade für den Biogärtner wichtig. Mir jedenfalls ist er sehr wichtig. Zu diesem Zeitpunkt und bei den Bodentemperaturen sind die Regenwürmer nicht mehr in der obersten Erdschicht. Sie haben sich nach unten zurück gezogen. Das heißt, dass beim Graben und Hacken keine Würmer mehr getötet oder verletzt werden. Seit ich mich, auch mit meiner Wurmfarm, mehr mit den Würmern befasse ist es mir eine Herzensangelegenheit, sie zu schonen und ihnen ein schönes Leben zu ermöglichen. Ihre Hilfe im Garten ist von unbezahlbarem Wert! In den letzten Tagen habe ich noch hier und da in der Erde gegraben. Stauden mußten gepflanzt und ein paar Büsche verpflanzt werden. Wo ich in den Boden hinein grub wimmelte es von Regenwürmern. Und die würden eine Bodenbearbeitung mit der Motorhacke oder auch nur dem Spaten in großer Zahl nicht überleben. 
Mir hat dieser kurze Artikel sehr geholfen. Ich weiß nun, daß es nicht an meiner Unorganisiertheit liegt, jetzt nicht umgraben zu können. Und ich weiß, daß meine grundsätzlichen Überlegungen richtig waren. Einen Teil der Beete muß ich auch gar nicht umgraben. Wichtig ist es im Schneckenzaunbeet, wo ich so zeitig wie möglich mit Salat, Radies, Blumenkohl, Kohlrabi und solchen Gemüsen anfangen will. Und ganz wichtig ist es in meinem nun völlig verunkrauteten Weihergarten. Dort muß ich erst mit der Motorsense den Bewuchs abmähen, dann kann ich – später im Jahr – noch mal mit der Motorhacke drüber.  Ich weiß jedenfalls jetzt, was zu tun ist und hoffe, dem einen oder anderen auch ein wenig mit diesem Bericht habe helfen können. 

Der Mönch im Wasser und eine Benjeshecke unter Wasser – ein Tag am Karpfenweiher

Am vergangenen Wochenende hat doch wirklich gar nichts gestimmt. Statt Regen und Wolken hatten wir Sonnenschein, statt Arbeitseifer lähmten Schnupfen und Rückenprobleme unsere Schaffenskraft und dann  finden wir noch diesen seltsamen Reisighaufen im Weiher, quasi eine Benjes-Hecke unter Wasser? 
der kleine Weiher wird heute gefischt (c) by Joachim Wenk
der kleine Weiher wird heute gefischt (c) by Joachim Wenk

Jedenfalls haben wir durchgeführt, was wir uns vorgenommen hatten. In reduzierter Form zwar, aber dennoch mit Erfolg. Samstag stand „Karpfen fischen“ auf dem Programm. Darüber berichte ich heute.

Nachdem der Frühnebel also verschwunden war und danach der starke Wind, der ihn vertrieb, blieb nur noch ruhiges und mildes Oktoberwetter übrig. Wir hatten vor, heute den großen Weiher mit den Speisekarpfen zu fischen. Das  Becken hinterm Haus, in das die Fische dann kämen, ist gereinigt und mit frischem Wasser gefüllt. Leider aber ist meine Erkältung noch immer nicht überwunden und Volker hat es im Rücken. Beides sind nun wirklich nicht die optimalen Voraussetzungen, um im kalten Wasser herum zu planschen.

Die Zeit drängt aber leider. Das Jahr geht zu Ende und  die Karpfen für den Verbrauch  müssen aus dem Wasser.  Gleichzeitig werden die relativ schönen Tage immer weniger und seltener. Und wir haben nicht jedes Wochenende die Zeit für solch ein Aktion. Nach einigem Hin und Her entschließen wir uns zum Kompromiß mit Wetter-Poker. Es wird nicht der große Weiher mit den vielen Karpfen leer gelassen, sondern nur, was ebenfalls ansteht, der kleine Weiher gefischt. Das schaffen wir in unserem momentanen Gesundheitszustand. Für den großen Weiher kommt hoffentlich in zwei Wochen wieder ein schöner, milder und vor allem trockener Samstag.

Der kleine Weiher bereitet uns seit geraumer Zeit sorgen. Vergangenes Jahr, „kippte er um“. Im irre heißen Sommer mit Dürre und Wasserlinsen-Plage, starben alle darin lebenden Karpfen. Wir ließen ihn zwar noch leer,  aber es kam jede Rettung zu spät.

Dieses Jahr hielt sich die Wasserlinsen in Grenzen, aber er verlor übermäßig Wasser. Fehlt in allen Weihern wegen der Trockenheit Wasser, konnte man hier in den letzten Wochen quasi zusehen, wie der Wasserspiegel sank.

Angst kam auf, dass wieder die Karpfen sterben würden, die wir ihn ihm haben. Von daher mußte er auch dringend gefischt und die Karpfen umgesetzt werden.  Immerhin wissen wir auch den Grund für unsere Probleme in dem Weiher. Das hat auch mit der Benjes-Hecker unter Wasser etwas zu tun. Aber von der wissen wir zu dem Zeitpunkt ja noch gar nichts.

Nach dem Mittagessen fahren wir also raus zu den Weihern und „ziehen“ den kleinen Weiher. Gezogen wird eigentlich nur das große und dicke Rohr im Mönch, damit das Wasser ablaufen kann.

Blick vom Mönch über den Weiher (c) by Joachim Wenk
Blick vom Mönch über den Weiher (c) by Joachim Wenk

Eigentlich wird so ein Mönch, wie der  Betonklotz in jedem Karpfenteich genannt wird, anders geschlossen und dann gezogen. Im Bild unten und oben seht ihr vielleicht die senkrechten Rillen links und rechts im Mönch. Im Bild unten sieht man auch Bretter in den Rillen. Zwei dieser Rillenpaare ziehen sich die Vorderseite empor. Von Oben kann man genau zugeschnittene Holzbrettchen darin bis auf den Teichboden herunter lassen. Dann wird eines über das andere eingeführt, bis quasi zwei Bretterwände vom Teichboden bis oben zur Mönchoberkante entstehen.

Zwischen den Bretterwänden ist ein Spalt von vielleicht 15 cm. Der wird mit Sägespänen aufgefüllt. Die quellen durch das Wasser auf und so wird der Mönch dann dicht. Im Mönch ist am Boden, hinter den beiden Holzwänden, ein Loch, vergleichbar mit dem Stöpsel in der Badewanne. Zieht man nun immer die obersten Bretter, die das Wasser im Teich halten,  weg, kann das Wasser  Stufe für Stufe abgelassen werden.

Blick in den  Mönch  beim Ablassen des Wassers (c) by Joachim Wenk
Blick in den  Mönch  beim Ablassen des Wassers (c) by Joachim Wenk
Den Mönch so zu befüllen und auch zu ziehen, ist ein ganz schönes Stück Arbeit. Wir machen das daher seit ein paar Jahren viel einfacher. In das Loch im Boden wird ein Rohr gesteckt, das etwa so hoch ist, wie der Mönch. Schon ist der Weiher „gesteckt“, also dicht und kann voll laufen. Käme mehr Wasser von Unten und von Oben in den Weiher, so wird es von oben in das auch als Überlauf dienende Rohr laufen. Die Rohroberkante ist der höchstmögliche Wasserstand. Wir stecken dann nur eine Reihe der Bretter vorne in den Mönch, damit beim „Ziehen“ , also dem Ablassen, ein wenig mit passenden Gittern der Abfluß kontrolliert und das „Wegfließen“ von Karpfen verhindert werden kann. Oben im Bild seht ihr den Mönch beim Abfließen des Wassers. Das dicke Rohr ist weg und vorne haben wir unten  Gitter in die Rillen gesteckt und darauf Bretter. So fließt das Wasser davon, Karpfen können aber nicht entweichen. 
Das Ziehen findet normaler Weise am Morgen statt, beim ganz großen Weiher sogar schon am Tag vorher. Dort wird dann das Rohr wieder während der Nacht eingesetzt, damit der Weiher  dicht ist. So ein Weiher benötigt eben seine Zeit, bis er leer gelaufen ist. 
Der kleine fast leere hier ist in weniger als zwei Stunden ausgelaufen gewesen. Zeit um am anderen Weiher etwas am Ufer mit der Schaufel zu modellieren und natürlich, um Herbstimpressionen mit der Kamera einzufangen. 
die tief stehende Sonne scheint aufs Ufer des Karpfenweihers (c) by Joachim Wenk
die tief stehende Sonne scheint aufs Ufer des Karpfenweihers (c) by Joachim Wenk

Die Hagebutten werden langsam reif (c) by Joachim Wenk
Die Hagebutten werden langsam reif (c) by Joachim Wenk

den großen Weiher wollten wir eigentlich fischen (c) by Joachim Wenk
den großen Weiher wollten wir eigentlich fischen (c) by Joachim Wenk

 Sieht das nun unordentlich aus? Diese etwas von Umkraut und Gras überwucherte Treppe? Nein! ich finde es hat etwas romantisch verwunschenes das Bild mit der Treppe. Wir sind ja hier auch nicht im Garten, sondern in der freien Landschaft, da darf so eine Treppe ruhig auch einmal etwas romantisch eingewachsen sein. Ich schneide sie ja immer wieder mit der Motorsense frei. Sonst wäre schnell aus dem romantischen Zustand ein Verwilderter geworden und die Treppe könnte nicht mehr beschritten werden.

eingewachsene Treppe zur Brücke über den Bach. (c) by Joachim Wenk
die romantisch (oder unordentlich) eingewachsene Treppe zur Brücke über den Bach. (c) by Joachim Wenk
Immer wieder muß man zum Weiher gehen,  um nachzusehen, wie weit er ist  Schließlich heißt es dann: Es ist so weit. 
Das Wasser ist fast vollständig verschwunden, man sieht die Fische  in den übrig gebliebenen Lachen liegen. Hier haben wir es heute einfach. Es sind nur unsere allergrößten Fische darin. Ein paar Graskarpfen und die Schlagmuttern. Also sehr große und alte Karpfen, die wir für die Zucht junger Karpfen benötigen. 
Seht ihr auf dem Bild hier die beiden Graskarpfen? 
das Wasser ist fast ausgelaufen, jetzt kann gefischt werden (c) by Joachim Wenk
das Wasser ist fast ausgelaufen, jetzt kann gefischt werden (c) by Joachim Wenk

Ein oder zwei Personen stehen zu diesem Zeitpunkt mit Wathosen im Weiher und holen mit großen Käschern die Fische aus dem Wasser und Schlamm. Danach werden sie in wassergefüllten Wannen sortiert. Heute muß nicht viel sortiert werden. Die Fische werden nur umgesetzt in den Weiher, der nicht mehr gefischt wird in  diesem Jahr.

Sobald einer im Käscher ist, renne ich rasch mit ihm auf die andere Seite des Grabens und lasse ihn dort wieder zu Wasser. Dabei beeile ich mich immer, um sie nicht zusätzlich zu stressen, so hilflos draußen an der Luft. Darum habe ich dann leider aber auch immer keine Fotos von den Karpfen.

Einen habe ich dennoch rasch fotografiert. Das ist ein Grakarpfen. Er wird etwa einen Meter lang sein und 20 cm dick. Die essen wir nicht. Sie sind in den Weihern, um übermäßigen Bewuchs mit Schilf zu verhindern. Sie fressen vor allem das harte faserige Grün. Daher auch der Name. Das hat hier im kleinen Weiher auch wieder sehr gut geklappt.

prächtiger Graskarpfen (c) by Joachim Wenk
prächtiger Graskarpfen (c) by Joachim Wenk

Die großen Spiegelkarpfen habe ich leider  nicht fotografiert. Sie sehen ganz anders aus. Deutlich kürzer und viel runder oder dicker, aber auch flacher. Ich weiß jetzt nicht, wie man das beschreiben soll. Ich muß unbedingt dran danken, beim nächsten mal ein Foto zu machen.

Was ich extra noch einmal fotografiert habe, ist der Reisighaufen mitten im Weiher. Zu sehen auch im Bild oben mit den Graskarpfen in der Wasserlache.

Reisighaufen am Weihergrund (c) by Joachim Wenk
Reisighaufen am Weihergrund (c) by Joachim Wenk
In Verbindung mit dem auf diesem Foto erkannbaren Loch im Ufer wird wohl rasch klar, wer dafür verantwortlich ist.
ein Loch ist im Damm (c) by Joachim Wenk
ein Loch ist im Damm (c) by Joachim Wenk
 Der Biber. Wegen dem riesigen Loch im Ufer, mit bestimmt 35 oder mehr Zentimetern Durchmesser, wollten wir den Weiher im Frühjahr erst gar nicht mehr befüllen. Der Biber hat wohl den Damm unterhöhlt. Das Loch geht genau in den Damm und scheinbar ist das auch der Grund für den enormen Wasserverlust, genau bis zur Unterkante des Eingangsloches. Weil wir aber den Weiher zum Umsetzen der Fische benötigten, ließen wir ihn noch mal im Sommer voll laufen. Es hat aber keinen Sinn. Dass uns die wertvollen großen Karpfen nicht darin gestorben sind,  ist eher Glück.
Wir müssen einen Bagger kommen lassen, der Damm muß weggebaggert  und das Biberloch zugefüllt werden. Dann kann der Damm wieder aufgebaut werden. Dabei muß dann auch wieder der Weiher ausgebaggert werden. Zu viel Schlick hat sich über die Jahre angesammelt. Das wird eine große Aktion, vor der wir uns noch drücken wollten. Da aber nun der Weiher ganz offensichtlich kein Wasser mehr hält, kommen wir nicht umhin.
Was allerdings der Biber mit dem Reisig im Weiher vor hat, weiß ich auch nicht. Er hat doch seine Burg im Damm. Oder? Jedenfalls mußten wir direkt schmunzeln. Mit den vielen Erlen, die unentwegt an den Uferböschungen weggeschnitten werden müssen, häufe ich ja seit ein paar Jahren entlang der einen Grundstücksgrenze eine Benjesjecke auf. So auch jetzt wieder am Samstag mit ein paar Büschen, die den Zugang zum Mönch verwachsen haben. Und dann lässt man das Wasser im Weiher ab und sieht, dass dort jemand ein ähnliches Bauwerk unter Wasser errichtet.
Jedenfalls erlebten wir einen schönen ruhigen Nachmittag draußen in der Landschaft. Später  und am Sonntag dann im Garten haben wir nur noch ein wenig herum gewerkelt. Und ich habe mir Gedanken über den Gemüseanbau und Bodenbearbeitung gemacht. Dazu hätte ich dann gern einmal eure Erfahrungen gewusst. Also bleibt dabei und schaut die Tage wieder hier vorbei. 

2 Meter mehr sind ganz schön viel. Wenn eine Rose ihr Bestes gibt.

Kennt ihr das? Man findet im Katalog von einer Pflanze genau seinen Liebling. Es wird bestellt und gepflanzt und dann steigt die  Spannung. Wie wird sie wachsen? Wann kommt endlich die erste Blüte und schließlich, wie stimmt ihr Wuchs mit den Katalogangaben überein? Immerhin sind im heutigen Fall eine Variabilität in der Wuchshöhe von vollen 2 m kein Papensstiehl. Jetzt heißt es, diplomatisch verhandeln. 
Wie alles begann: 
Zwei Wochen fehlen nur noch. Dann sind genau drei Jahre vergangen, daß ich die Ramblerrose Snowflake an die Scheunenwand gepflanzt habe. 
So sah das damals aus, 2013 im November.
das Haltegitter sieht doch schon mal vernünftig aus (Resteverwertung) (c) by Joachim Wenk
das Haltegitter sieht doch schon mal vernünftig aus (Resteverwertung) (c) by Joachim Wenk

eine Ramblerrose wird gepflanzt (c) by Joachim Wenk
eine Ramblerrose wird gepflanzt (c) by Joachim Wenk

Sie blüht nur einmal, im Juli. Dann sehr reich und in wundervollem reinen Weiß mit dottergelber Mitte. Das macht sich sehr schön, vor dem verwitterten Braun der Holzwand. Vormals sollte dort eine kräftig rosa blühende Rose wachsen. Die steht jetzt aber am Rosenbogen, wo das Rosa viel besser wirkt, als vor der Wand. An was man nicht alles denken muß beim Pflanzenkauf!

Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
Die Snowflake ist wirklich sehr gewachsen. Die schmale Wand hat sie vollends eingenommen.
Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
meterlange Neutriebe an der Snowflake (c) by Joachim Wenk

Beim Pflanzen wollte ich gleich noch einen  Spanndraht oben quer über dem Scheunentor spannen. Das bekam ich damals aber „nicht genehmigt“. Weil im Katalog die Wuchshöhe von 3-5 m angegeben war, stimmte ich also erst einmal zu. Wer weiß, wenn sie nur 3 m hoch wird, brauche ich auch keinen Haltedraht oberhalb des Tores.

Und jetzt, drei Jahre später, habe ich Klarheit. Sie wird wohl eher doch 5 m hoch. Und einige Triebe wären genau richtig, sie oberhalb des Tores entlang zuleiten. Ich stelle mir das sehr malerisch vor.

Heute habe ich sie erst einmal provisorisch so hoch gebunden, daß man sie an einem Draht entlang leiten könnte, wenn denn da einer wäre oder käme. Ich muß mal sehen, wie ich überzeugend genug sein kann, dort einen Draht oder sonstigen Haltemechanismus hingemacht zu bekommen. Die Rose und ich jedenfalls wären bereit für Größeres als läppische 3 Meter Höhe.

Ramblerrose Snowflake (c) by Joachim Wenk
die Hälfte der Torbreite würde sie schon  jetzt überranken
(c) by Joachim Wenk

Plan und Realität gehen oft auseinander. Das ist nicht immer schlecht.

Für heute hatte ich zwei Sachen  in meinem Aufgabenbuch markiert, die ich unbedingt erledigt haben wollte. Klar, daß das etwas mit Garten zu tun hat. Dann aber kam ich nicht aus dem Bett, weil noch immer der Schnupfen die Glieder lähmt. Grausliger Nebel am Vormittag bremste meinen Elan zusätzlich. Also muß wieder alles verschoben werden? 
Ich verrate euch, wie der Tag so weiter ging. 
Zuerst also meine Vorhaben. Die Äpfel ernten und das Gewächshaus leer räumen stand auf dem Papier. 
Jetzt seht doch einmal selbst. Bei dem Wetter diese Arbeiten erledigen? Ich bitte euch. Wer kein Berufsgärtner ist, geht doch da nicht freiwillig raus. Es hatte übrigens 2°C. 

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Ich liebe das ja überhaupt nicht, wenn es nicht nach meinem Plan läuft. Zum Glück wird es mir ja  nie langweilig. Es gibt noch so unzählig viele Dinge, die ich machen möchte. 
Im Moment spiele ich mit ganz unterschiedlichen Gewürzsalzen herum. Das sind wunderbare Mitbringsel oder kleine Geschenke. Ich verpacke sie in diese entzückenden winzigen Weck-Gläser. Ich sollte wohl darüber extra einmal berichten. 
Weil ich erst einmal drinnen bleibe, mache ich heute zum esten Mal Rotwein – Rosmarin – Salz. 250 Gramm Salz mit 50 ml Rotwein vermischen und trocknen. Danach kommt noch getrockneter Rosmarin hinzu. Laut Rezept 30-50 Gramm.  Geschmacklich sicher sehr lecker. Optisch auf alle Fälle eine Wucht. 
Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Rotweinsalz zum Trocknen ausgelegt (c) by Joachim Wenk
Die Zeit vergeht, der Hund musste raus und Lebensmittel im Dorfladen habe ich auch gekauft. Bis ich mich also versah, schien doch glatt die Sonne. Also warm an ziehen und raus in den Garten!
Die Äpfel sind bald abgenommen. Es ist ein schlechtes Apfeljahr. Nicht einmal zwei Körbe zum Aufheben habe ich pflücken können. 
Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk
das ist alles – Apfelernte 2016 (c) by Joachim Wenk
Etliche fallen trotz Apfelpflücker von allein herunter. Das Fallobst verarbeite ich am besten gleich. 
Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk
Fallobst wird gleich verarbeitet (c) by Joachim Wenk

Die schönen werden geschält.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
 das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk

In Spalten geschnitten marinieren sie ein paar Stunden in Orangensaft.

das wird ein Snack für den weihnachtlichen Plätzchenteller (c) by Joachim Wenk
vor dem Trocknen in Orangensaft marinieren verhindert  Braunwerden und schmeckt gut (c) by Joachim Wenk

 Die anderen kommen grob zerkleinert in den Topf und werden zu Apfelmus.

Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk
Apfelmus wird gekocht (c) by Joachim Wenk

Sie sind rasch weich und zerfallen. Das ist der große Moment der Fruchtpresse, dem „Flotte-Lotte“-Aufsatz zur Küchenmaschine. Binnen wenigen Minuten kommt da unten fertiges Apfelmus heraus.

Mit etwas Zucker und Zimt versehen wird das gut aufgekocht und dann heiß in Gläser gefüllt. So hält es bis zum nächsten oder übernächsten Jahr.

Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk
Apfelmus fertig in Gläsern (c) by Joachim Wenk

Die Apfelschalen und Kerngehäuse werden geschnitten und als Zutat für meine Kräutertee getrocknet.

Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk
Apfelschalen und Kerngehäuse werden für Tee getrocknet (c) by Joachim Wenk

Die marinierten Apfelspalten  müssen das Bad im Orangensaft verlassen und wandern in den Dörrapparat.

ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk
ein Dörrapparat voller Äpfel (c) by Joachim Wenk

Morgen werden sie dann so aussehen. Auf manche habe ich noch ein wenig Zimt gestreut. Sie schmecken durch das Orangensaftbad sehr angenehm und verfärben sich nicht. Wir mögen sie gern als Knabberei beim Fernsehen.

Ich werde einige von ihnen versuchsweise in flüssige Schokolade tauchen. Wenn die dann erkaltet ist, werden sie zusammen mit Plätzchen am Weihnachtsteller serviert.

getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk
getrocknete  Apfelschnitze ein leckerer Snack (c) by Joachim Wenk
Die Sonne blieb leider nicht lange. Dennoch ging ich zwischen den Küchenarbeiten auch noch in den Garten. Das Gewächshaus wollte ich unbedingt noch leeren. Stützstäbe, Schnüre, Bewässerungen, Anzuchtstation mit Bewässerung und alle Pflanzen mußten raus. Und geschafft habe ich alles. 
Neben den gerade aufgezählten Dingen bugsierte ich noch etliches anderes aus dem Haus. Was bin ich da wieder unentwegt erschrocken. Weil es sich überall bewegte. Fast hatte ich das Gefühl, hinter jeder Pflanze schauen Augen hervor, die mich beobachten. Oder fixieren und auf einen Moment zum Angriff warten? 
Nein, so schlimm sind sie dann doch nicht die 6 Laubfrösche, der winzige Lurch oder so etwas ähnliches und die 2 Kröten. Obwohl eine der beiden Kröten war schon ein ganz schönes Kaliber….
Weil ich ja noch die Erde austauschen muß,  können sie auf keinen Fall drin bleiben. Die müssen sich draußen etwas für den Winter suchen. 
Die Erde muß getauscht werden. Dieses Jahr gingen die Tomaten alle kaputt und die Paprikas wuchsen überhaupt nicht. Da stimmt mit dem Boden etwas nicht. Das wird noch ein Stück Arbeit geben, jetzt im Herbst. 
das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk
das  Gewächshaus ist leer geräumt (c) by Joachim Wenk

 Mittlerweile ist alles gewaschen, eingepackt und aufgeräumt. Der Igel bekommt noch seine Futterration ins Häuschen. Da freut er sich bestimmt schon den ganzen Tag darauf. Jedenfalls ist früh immer alles fein säuberlich ausgeschleckt. Wohnen tut er unter der Palette, auf der das Brennholz lagert.

im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk
im Igelhaus bekommt der Igel jeden Tag sein Futter (c) by Joachim Wenk

Bevor ich wieder ins Haus gehe und in der Küche weiter mache, freue ich mich noch ein wenig an den Blüten, die trotz leichter Nachtfröste noch immer in voller Pracht leuchten.

wilde Malve (c) by Joachim Wenk
wilde Malve (c) by Joachim Wenk

Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk
Dahlienblüte in der  Abendsonne (c) by Joachim Wenk

Und so sah der Vorgarten dann am Abend aus. Ich bin mittlerweile wieder im Haus, stehe wie früh am Fenster und blicke hinaus.

Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk
Blick in den Vorgarten bei Oktoberwetter (c) by Joachim Wenk

Vor wenigen Stunden hatte ich noch Bange, heute überhaupt etwas schaffen zu können. Jetzt freue ich mich  über all das Geschaffte. Mehr als ich eigentlich geplant hatte.

Heute Abend gibt es Quarkkeulchen  mit frischem Apfelmus. Wie der Zufall so spielt, stieß ich heute morgen beim Wetter-Frust-Surfen in den sozialen Medien just auf das Rezept. Ich bin schon gespannt, wie sie werden. Hunger habe ich bereits. Ich glaube, ich mache mich gleich mal ans Werk…

Abschied im Garten – der Sommer geht und was kommt dann?

Es ist erst Anfang Oktober, aber die Sonne ist weg. Vor einiger Zeit verschwand sie. Ganz plötzlich und ein wenig zu früh im Jahr.  Die neue Jahreszeit ist verbunden mit Dunkelheit, Ende, Verlust, Einkehr und Einsamkeit oder Stillstand. Bestätigt wird das durch meine heutigen Eindrücke im Garten.Was ich  beobachte, wieso es gruselig schabt und knistert und wie doch gleichzeitig die Hoffnung und der  Fortbestand erinnernd aufblitzen, zeige ich euch heute in meinen Bildern. 
 Die schon deutlich kürzer und flacher vom Himmel scheinende Sonne versteckt sich seit Tagen  irgendwo hinter den so dichten wie dicken und dunklen Wolken am Himmel. Das wenige Licht, das den Garten erreicht, wird gebremst und geschwächt vom Nebel und Niesel. Ein mächtiger Schalter im  Gartenjahr. Keine  Jahreszeit wird so abrupt und nachhaltig eingeläutet, wie der Herbst. Mit einem Schlag ist es zu Ende mit dem Wirren und Weben, dem Summen und Krabbeln, dem Brummen und Singen. Was grün war, prall und bunt, wird braun oder ocker und zerknittert. 
Das passiert, wenn das Licht fehlt. Licht ist Leben. Wer im Dezember oder Januar zu den kürzesten Tageszeiten wieder überlegt, die Tomaten vor zu ziehen, weil am warmen  und hellen Fensterbrett es ja optimal dafür wäre, der sollte sich jetzt einmal umsehen. Mit zu wenig Licht kein  Leben. Da nützen Wärme und Feuchtigkeit nichts.  Pflanzen leben entscheidend vom Licht. 
Nicht nur ich merke, dass sich der Sommer verabschiedet hat. Überall im Garten stehen einsam und verlassen, die vor kurzem noch so belebten Plätze und Objekte. 
Eng war es im Sommer zur Badestunde immer in der Vogeltränke. Sichtbar vergnügt und ausgelassen planschte die Spatzenbande darin. Danach musste ich immer Wasser auffüllen, so verschwenderisch spritzen sie es um sich und aus der  Schale. Jetzt schwimmen abgefallene Blätter darin. Niemand hat mehr  Lust auf ein erfrischendes Bad. 
Herbstszene mit Vogeltränke (c) by Joachim Wenk
die Freibadsaison ist beendet (c) by Joachim Wenk

Die weiße Herbstanemone fühlt sich noch wohl und darum sollte sie auf einem  Bild verewigt werden. Dann sah ich aber auf dem Foto im Hintergrund die blaue Kanne. Vergessen steht sie auf der Terrasse. Gerade noch im Dauereinsatz, wird sie nun nicht mehr gebraucht. Die Kübel sind feucht und die Pflanzen verdunsten kaum noch etwas. Die große Feige signalisiert auch den Herbst durch die intensive Gelbfärbung ihrer Blätter. Die Gießkanne braucht sie nun kaum noch.

(c) by Joachim Wenk
die blaue Kanne (c) by Joachim Wenk

Sogar die kleine gelbe Sonne vor der Haustüre ist gegangen. Zurück gelassen hat sie nur die nahrhaften Samen für die Vögel. Die Natur vergisst niemanden und sorgt für sich, wenn man sie lässt. So kommen die kleinen zarten Vöglein gestärkt in den Winter. Während ich nun bereits am Abend vor dem Feuer im Kaminofen sitze, müssen sie bei jeder Näße und Kälte draußen aushalten. Umso wichtiger ist also die Energie, die sie von innen heizt.

(c) by Joachim Wenk
das Ende der Sonne (c) by Joachim Wenk
Viel innere Energie muß sich auch mein Igel und seine Jungen anfressen. Daher füttere ich wieder im Igelhaus nach. Igeltrockenfutter mit Markennamen verschmäht er. Katzenfutter aus der Dose allerdings bleibt nie übrig. Wenn ich nur wüsste, ob   nur die Mutter oder auch das kleine Igelkind, das ich nachts im Garten sah, an das Futter geht. Das hätte es noch nötiger als die große Mutter. 
Ja das liebe Essen. Schon lange haben wir ihn nicht mehr benutzt. Die lauen Abende draußen beim Grillen sind vorbei. Es wird wohl noch lange dauern, bis wir hier wieder ein Feuerchen in Vorfreude auf Köstliches vom Grill anschüren. 
(c) by Joachim Wenk
 verlassener Grillplatz (c) by Joachim Wenk
Nicht nur der Grillplatz ist verlassen. Auch diverse andere Sitzplätze oder Gartenbänke müssen keinem mehr zur bequemen Pause dienen. Naß ist alles, zum Sitzen ist es zu ungemütlich. Wehmut und Erinnerung sind nun ihr Verdienst, statt Rast und freudig-staunendes Umsichblicken während der Sommerstunden im Garten. 
(c) by Joachim Wenk
keiner ruht mehr aus von der Gartenarbeit (c) by Joachim Wenk
Das fröhlich plätschernde Wasser reflektierte durch eingebaute Leuchtdioden Lichtkleckse in die Umgebung. Tausende Diamanten schienen im Dunkeln überall in den Zweigen und an den Blättern darüber zu funkeln. Der helle Klang des Wasser fühlte sich an, als käme ein erfrischender Hauch über einen. Welche Wohltat, nach der Hitze des langen Tages. Das interessiert jetzt niemanden mehr und wenn er im Dunkeln läuft,  nimmt niemand mehr das Lichtschauspiel war. Da sind bereist die Rolläden herunter gelassen und  wir sitzen drinnen im Warmen. 
(c) by Joachim Wenk
verflogender Diamantenzauber in der Nacht (c) by Joachim Wenk
Die Hundebadewanne ist leer, übrige Untersetzer und ein paar leere Töpfe von Sämlingen warten auf den, der sie wegräumt. Etliche Kübelpflanzen sind bereits nach drinnen oder  eben ins Carport gewandert. Verlassen sieht es aus, am jetzt nicht mehr so mediterranen Platz.
(c) by Joachim Wenk
das Mediterrane ist verschunden (c) by Joachim Wenk
Durch meine jährlich angepasste, modifizierte und verbesserte Staudenauswahl blüht es wohl noch im Garten. Lichtmangel und Kälte führen aber immer wieder bei manchen Pflanzen zu einer Farbveränderung. Abermals kann ich beobachten, daß das creme-gelbe Leuchten der ausdauernden Stockrose plötzlich ein blasses Rosé ist. So lange die gelbe Sonne auf sie herunter brannte, leuchteten die Farben noch in hellem Gelb. 
(c) by Joachim Wenk
sommerliches Gelb wird herbstliches Altrosé (c) by Joachim Wenk
Weil eben das überbordende Wachsen und Wuchern beendet ist, schleichen sich nun heimlich ganz andere Gesellen zurück in die Aufmerksamkeit des durch das Grundstück wandelnden Gärtners. 
In alten abgenutzten und verwitterten Mühlsteinen sitzen hier und da ein paar sehr hartnäckige und widerstandsfähige Pflänzlein. Sie werden nicht gegossen oder gedüngt. Weder Winterschutz noch Schatten vor der brennenden Julisonne benötigen sie. Das fasziniert mich immer wieder an ihnen. 
(c) by Joachim Wenk
das Protzen und Wuchern ist beendet, jetzt sieht man auch wieder die Unscheinbaren (c) by Joachim Wenk

(c) by Joachim Wenk
das Protzen und Wuchern ist beendet, jetzt sieht man auch wieder die Unscheinbaren
(c) by Joachim Wenk(c) by Joachim Wenk
Nicht nur optisch hat sich vieles hier im Landgarten verändert. Auch akustisch erlebt man nun ein ganz anderes Szenario. Den  Sommer beherrschen die Lieder  und das Gezanke der Vögel, das an manchen Pflanzen fast schon lästig laute Brummen der Bienen und Hummeln oder überall im Garten verteilt das enorm sonorige Quaken der Laubfrösche. Hier am Land kommen noch dazu die Motoren der Rasenmäher, Motorsensen, Heckenscheren und großen landwirtschaftlichen Maschinen. 
Die Maschinen schweigen jetzt, abgeerntet sind die Wiesen und Felder. Der Rasen wird nur noch einmal vor dem Winter gemäht. Die Insekten brummen nicht mehr und oft ist es im Garten einfach nur ruhig. Wenn kein Wind weht, ist die Ruhe gespenstisch. Dann hört man das energische Stakkato in der Eiche. Der Specht sucht sich sein Abendessen. Oder es raspelt und knirscht in dunklen Ecken. Das gespannte Lauschen, wo wohl das Geräusch seinen Ursprung hat, wird jäh unterbrochen durch den, wie der Lärm eines Granateinschlages erscheinenden Knalls, den Eicheln verursachen, die aus großer Höhe auf das Blechdach des Carports oder die Doppelstegplatten des Gewächshauses herunter sausen. 
Auf dem Foto hier sieht man übrigens den Grund für das feine Raspeln und Knirschen. Die Nüsse fallen. Zwar landen sie dann geräuschlos im Rasen, aber dort liegen sie nicht lange. Ich sammle sie regelmäßig ein und mit mir die Mäuse. Egel in welchem Gartengebäude, in  welchem Stockwerk oder unter welchen  Balken und Teilen man im Garten nachsieht. Überall liegen aufgenagte Nußschalen. Das müssen  ganze Horden sein an kleinen, flinken und bepelzten Vierbeinern mit langem Schwanz und winzigen Finger. Sollen sie ihren Spaß mit den leckeren  Nüssen haben. Ich habe so viel davon, daß ich sie selbst gar nicht verbrauchen kann. 
(c) by Joachim Wenk
Die Walnüsse fallen (c) by Joachim Wenk
Wenn sich die Sonnenblumen oder Walnüsse durch ihre Früchte und Samen so rege vermehren wollen. Wenn Igel und Mäuse sich für die Zukunft wappnen, den Winter also überstehen wollen, dann kann der Abschied vom Sommer doch nicht das Ende sein. 
Nein, es ist eben nur der Abschied einer Jahrszeit und der Beginn einer Neuen. Ich sehe nicht nur Abschied und Vergehen  im Garten. Vom neuen Leben der kleinen, junge Igel habe ich bereits berichtet. Mein Wahn des ständig blühenden Gartens trägt erste Früchte. Jetzt, da so viel vergeht fangen weitere Stauden erst an zu blühen. Manche der Herbstchrysanthemen haben nur Knospen, bei anderen erkennt man schon die Farbe, die sie bald ins Grau eines Oktobers und Novembers bringen werden. 
Herbstchryasantheme (c) by Joachim Wenk
 Blühbeginn Oktober-November (c) by Joachim Wenk

„Der Herbst sei der Frühling des Winters“, las ich kürzlich. Mir kam das so vor, wie wenn der „Verlierer“ neuerdings sich immer „zweiter Gewinner nennt“. Es gibt aber eben nur einen Gewinner, wie der Frühling einzig der  Frühling und der Herbst eben der Herbst ist. Nicht vergleichbar, nicht austauschbar, aber immer mit ganz besonderen Charaktereigenschaften. Alles andere wäre meiner Ansicht nach Augenwischerei.

Komisch, die Lenzrose hier allerdings glaubt wohl auch das vom Frühling des Winters. Jedenfalls blüht sie gerade recht schön. Eigentlich sollte sie das doch im März und nicht im Oktober oder?

Oder möchte sie mir einfach nur noch einmal Gewissheit verschaffen: Nach der Ruhepause geht es weiter. Dann kommt der nächste, der einzige, der richtige Frühling.

blühende Lenzrose (c) by Joachim Wenk
 die Lenzrose blüht im Oktober? (c) by Joachim Wenk

Herbstwetter, Herbsternte und ein Weihnachtselch, der noch keiner ist.

Sieben Grad und ein Hauch von Niesel. Ruhig ist es, totale Stille. Kein Laut ist zu hören und kein Lüftchen bewegt sich. Plötzlich – und mir kommt es wirklich plötzlich vor  – ist die Stimmung draußen eine komplett andere, als noch vor wenigen Tagen. 
Bei unseren Karpfenweihern habe ich nach dem Rechten gesehen und Herbstimpressionen in mich eingesaugt. Mit ihnen kam tatsächlich auch ein wenig genau dieser Ruhe, die da draußen inmitten der Landschaft um sich griff, in mich. 
Ja klar ist noch Etliches zu erledigen, im Garten und hier draußen. Aber das wird nach und nach abgehakt. Der September-blues, der mich jedes Jahr heimsucht, wenn die Tage deutlich kürzer werden und der Sommer zu Ende ist, verblasst. Ich fahre runter und passe mich der Jahreszeit an. Langsam erst, genau wie draußen die Natur auch. Bis dann Ende November und Dezember ganz die Ruhe das Regiment ergriffen hat. Ich freu mich auf die ruhigere Zeit im Garten, die Monate des Rückzuges und des nach innen gerichtet seins. 
Weißdornbeeren (c) by Joachim Wenk
Weißdornbeeren (c) by Joachim Wenk
Hecke um einen unserer Weiher (c) by Joachim Wenk
Hecke um einen unserer Weiher (c) by Joachim Wenk

Unkrautsamen  als Speise für die Vögel (c) by Joachim Wenk
Unkrautsamen  als Speise für die Vögel (c) by Joachim Wenk
Am Nachmittag habe ich dann, eingehüllt in Pullover und Jacke nebst neuer Häkelmütze, im Garten herumgewerkelt. Das Palmenhaus, mein Kübelpflanzenüberwinterungsraum musste frei geräumt werden. Die ersten Pflanzen kamen rein. Cassia und Zitronengras mögen diese kalten Nachttemperaturen nicht. Zitruspflanzen und Drachenbaum (müsste der eigentlich auch schon rein?) stehen erst einmal im Carport. Gott sei dank habe ich fast nur noch Kübelpflanzen, die nicht gleich vor den ersten Frösten ins Haus wollen. Das ist wesentlich entspannter und leichter zu händeln. 
Nach den Kübelpflanzen kamen die Wurzelgemüse an die Reihe. Rote Beete, Möhren und Sellerie sind jetzt fertig fürs Lager. Eine schöne Ernte ist das wieder. Endlich klappt es seit vergangenem Jahr auch mit dem Sellerie. Am Wochenende werde ich sie in die mit feuchtem Sand gefüllten Kisten in der Garage einlagern. Das hat vergangenes Jahr ganz befriedigend geklappt. Die Sellerie hielten sich am besten, die Möhren trieben irgendwann aus. Rote Beete konnten es gar nicht erwarten zu treiben und schoben ganze Büschel an Blättern. Aber die erste Zeit geht das gut und ich werde versuchen, sie einfach vorher zu verarbeiten. 
Rote Beete, Sellerie, Möhren und Kohlrabi, die heutige Ernte (c) by Joachim Wenk
Rote Beete, Sellerie, Möhren und Kohlrabi, die heutige Ernte (c) by Joachim Wenk

Von den Möhren habe ich auch viele Kleine ausgegraben. Neben den sehr kleinen Sellerieknollen, die im Lager ohnehin nicht halten, kommen sie am Samstag mit ebenfalls zu klein geratenem Lauch, der noch im Beet steht,  wieder in den Mixer und nebst anderen Kräutern, die ich noch finde, ergeben sie dann die zweite Portion getrocknete Gemüsebrühe.

Möhren (c) by Joachim Wenk
Möhren (c) by Joachim Wenk
Die grüne Pampe solch gemixten Gemüses, die ich am Wochenende herstellte, ist fertig gemahlen und ergab etwa 380 g  köstliches Gemüsebrüh- und Würzpulver. Keine Geschmacksverstärker, gehärteten Fette, Aromen oder E-Nummern. Einfach nur püriertes Gemüse. Damit würze ich alles vom Auflauf über Suppen und Brühen oder die Bratensauce. 
fertiges Gesmüsebrüh- und Würzpulver (c) by Joachim Wenk
fertiges Gesmüsebrüh- und Würzpulver (c) by Joachim Wenk
Die allerletzten Tomaten kommen in den Keller und können die nächsten Tage dort noch nachreifen. 
unreife Tomaten kommen in den Keller (c) by Joachim Wenk
unreife Tomaten kommen in den Keller (c) by Joachim Wenk
Noch immer sind die Tomatenpflanzen gesund und haben keine Fäule. Bei  Nachttemperaturen deutlich unter 5°C und jetzt tags unter 10°C reifen sie nicht weiter. Ich fange an, die Stöcke heraus zu reißen. Nicht, dass doch noch die Braunfäule zuschlägt. Das könnte mir erntetechnisch dann zwar egal sein, jedoch hätte ich dann wieder Unmengen der Pilzsporen im Garten und Boden. Die lauern dann nur auf neue Pflanzen im kommenden Jahr. Daher entferne ich sie jetzt und entsorge sie, sicher ist sicher, auch nicht über den Kompost, sondern über die braune Tonne. In der werden bei uns Bioabfälle abgeholt. Weil ich ja sonst immer alles über den Kompost wandern lasse, ist sie fast immer  leer. Ab und an blödes Unkraut und sonst kommt ja nichts da rein. Man muß sie aber haben und so nutze ich sie jetzt auch mal wieder. 
die Tomaten kommen jetzt weg  (c) by Joachim Wenk
die Tomaten kommen jetzt weg  (c) by Joachim Wenk

die Tomaten kommen jetzt weg  (c) by Joachim Wenk
die Tomaten kommen jetzt weg  (c) by Joachim Wenk

Sehr ungewohnt und frei ist es plötzlich im Gemüsegarten. Die letzte Reihe Tomaten entferne ich am Samstag. Die  Tonne ist übervoll und wird morgen noch geleert. Dann ist Platz für den Rest meiner Tomaten.

die Tomaten sind jetzt weg  (c) by Joachim Wenk
die Tomaten sind jetzt weg  (c) by Joachim Wenk

die Tomaten sind jetzt weg  (c) by Joachim Wenk
die Tomaten sind jetzt weg  (c) by Joachim Wenk
Manchem Ordnungsfanatiker mag das nicht gefallen. Ich jedoch habe gute Erfahrungen damit gemacht. Die Ernterückstände bleiben zu dieser Jahreszeit gleich im Beet liegen. Heute das Grün von Sellerie, Möhren und roten Beete. So ist der Boden bedeckt. Im Biogarten ein Grundgebot. Bis zum Frühjahr ist von der relativ weichen Biomasse nichts mehr übrig. Der Rest kann gut mit dem Rechen abgerecht werden. Man hat wunderbar lockere Erde. 
Warum sollte ich also erst alles zusammen karren und ordentlich auf den Kompost geben, den ich mehrmals umschlichten muß, bis er anwendefertig ist. Dann muß ich den fertigen Kompost wieder in die Beete schleppen und gleichmäßig verteilen. Mühsam. Leichter ist es, das Zeugs liegen zu lassen, wo der daraus entstehende Kompost quasi  gleich vom Bodenleben ins Beet eingearbeitet wird. Wenn man schon so fleißige Helfer hat, muß man sie doch auch arbeiten lassen, wie sie es gern tun. 
Ernterückstände bleiben als Mulch im Beet liegen  (c) by Joachim Wenk
Ernterückstände bleiben als Mulch im Beet liegen  (c) by Joachim Wenk

Der Rest in den Beeten kann noch stehen bleiben und muß nicht sofort jetzt geerntet werden.

Gemüsebeet im Oktober   (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im Oktober   (c) by Joachim Wenk

Gemüsebeet im Oktober   (c) by Joachim Wenk
Gemüsebeet im Oktober   (c) by Joachim Wenk
Neben all der schönen Ernte freue ich mich auch nach wie vor noch an den überall blühenden Stauden. Unterm Hausbaum blüht noch sehr üppig der Storchschnabel und die Rose. Sie tun das bereits seit Monaten. Und im Garten verteilt, bekommen die Blütenknospen der Herbstchrysanthemen jetzt Farbe. Das läuft exakt nach Plan. Im Oktober und November noch frische Blüten im Garten. Die Idee faszinierte mich und so pflanzte ich diese Stauden. Bald ist es so weit. Ende Oktober wird es wieder neue Blüten im Garten geben. 
Rose und Storchschnabel unterm Hausbaum   (c) by Joachim Wenk
Rose und Storchschnabel unterm Hausbaum   (c) by Joachim Wenk

Storchschnabel unterm Hausbaum   (c) by Joachim Wenk
Storchschnabel unterm Hausbaum   (c) by Joachim Wenk
Bei so viel Herbst und düsterer Atmosphäre kommen selbstverständlich langsam, ganz langsam, erste Gedanken an die Weihnachtszeit auf. 
Der erste Weihnachtselch wurde jedenfalls im Garten schon gesichtet. 
das wird ein Weihnachts-Elch  (c) by Joachim Wenk
das wird ein Weihnachts-Elch  (c) by Joachim Wenk
Ich weiß, man braucht noch ein bisschen Phantasie dazu, um ihn zu sehen. Der Buchs kam, ich habe darüber berichtet, vor Jahren an die Weiher und wurde ausgepflanzt. Er gehörte der Großmutter und stand schon lange im Topf. Dort wuchs er nicht mehr recht. Etliche Jahre kämpfte er sich durch meterhohes Gras und Brennesseln. Immer wieder kam man mit der Motorsense hin und kappte ungewollt Triebe. Diesen Sommer nun hatte ich es satt. Dort draußen wird das nie was. Ich grub ihn aus und topfte ihn ein. Er soll hochgepeppelt und dann zu einer schönen Figur geschnitten werden. Schließlich bekommt er dann einen angemessenen Platz im Garten. 
Das Umpflanzen hat er gut vertragen und ist im Topf schön angegangen. Jetzt im Herbst wollten wir das Verdorrte und Beschädigte ausschneiden, damit er im Frühjahr munter treiben kann. Wir betrachteten seinen Wuchs, drehten und wendeten den Topf. Dann Griff Volker zu Schere. Die bereits zufällig angedeuteten Umrisse hat er erhalten und betont. Schon ist klar, in welche Form der  Buchs künftig geschnitten wird. Dann hat er  als Weihnachts-Elch künftig jedes Jahr zu Weihnachten seinen großen Auftritt. Wartet ab, wenn sein Geweih erst einmal zu wachsen beginnt….

Der große Kartoffeltest 2016.die

Die Pflicht habe ich erfüllt. Es ist geerntet, konserviert und die Küche wieder geputzt. Jetzt kommt die Kür.

Nach dem ja wirklich ein paar unter euch auf meinen Geschmackstest der Kartoffeln warten, gab es heute Mittag einfach einmal Kartoffeln. 8 Sorten wurden getestet. (Über die Ernte und Erträge habe ich HIER kürzlich berichtet).Und, ich bin zu guten Ergebnissen beim Test gekommen. Hier könnt ihr sie nachlesen:

die Test-Kartoffelsorten (c) by Joachim Wenk
die Test-Kartoffelsorten (c) by Joachim Wenk

Im Test hatte ich meine 8 diesjährigen Kartoffelsorten. Damit ihr euch auch ein Bild machen könnt, von welcher Kartoffel immer gerade die Rede ist, habe ich ihnen Nummern verpasst.

  1. Rosa Tannenzapfen
  2. Setanta
  3. Cara
  4. Sarpo Mira
  5. Bionica
  6. Galactica
  7. Professor Wohltmann
  8. Duke of York
Wegen der Vergleichbarkeit habe ich von jeder Sorte eine Knolle gewählt, die in etwa der Größe der anderen entspricht. Bei den Rosa Tannenzapfen oder der Professor Wohltmann mußte ich daher eine der besonders großen Knollen auwählen. Bei Sarpo Mira, Galactica oder Setanta dagegen kamen die winzigen Exemplare auf den Teller. 
Nach dem Fotoshooting landeten sie im Dämpfer. 25 Minuten unter Dampf und fertig waren die Testobjekte. 
Kartoffeln im Dämpfer (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln im Dämpfer (c) by Joachim Wenk
Zuerst werden sie wieder exakt gleich auf dem Teller positioniert. So sehen sie also im gekochten Zustand aus. 
die Test-Kartoffelsorten gekocht (c) by Joachim Wenk
die Test-Kartoffelsorten gekocht (c) by Joachim Wenk
Und schließlich kommt der Teil meines Testes, auf den ich selbst schon sehr gespannt bin. Es ist auch der schwierigste Teil. Wie bringe ich den jeweiligen Geschmack in Worte? 
Ich versuche es zumindest. Wobei aber auch immer bewusst sein muß, dass Geschmack ja sehr individuell ist und ich daher nur meine ganz eigenen Empfindungen notieren kann. 
1. Rosa Tannenzapfen
Katalog: eine der ältesten bekannten Sorten überhaupt. Schon um 1850 im Umlauf. Sie sind eine Delikatesse besonders im Salat. Sie können sehr gut mit Schale gegessen werden und haben ein kräftig würziges Aroma. Sie sind sehr gut lagerfähig und festkochend, sehr späte Kartoffel. 
Achim:  sie hielten sich extrem gut auch im zu warmen und trockenen Keller. Dass es eine sehr späte Kartoffel ist, kann ich nicht sagen, ich erntete sie mit den Frühkartoffeln, weil das Kraut abgestorben war. Die Schale ist mir deutlich zu zäh, um sie mit zu essen. Also so wie bei anderen Kartoffeln eben auch. Das Fleisch ist fest. Der Geschmack ist ebenfalls eher fest und kühl aber ohne Erde oder Kelleraromen. Ausgeprägter Geschmack. Von der Konsistenz her auf alle Fälle gut für Salat.
2. Setanta
Katalog: mehlig kochend, bring sehr hohen Ertrag mit großen Kartoffeln und ausgezeichnetem Geschmack. Hält sich sehr gut im Lager. Äußerst widerstandsfähig gegen Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Mittelfrühe Kartoffel.
Achim: lockeres Fleisch aber nicht bröckelnd, also eher mehlig kochend. Sehr hoher Ertrag mit riesigen Kartoffeln. Geschmack mild, sehr rund und ohne Erde oder Kelleraromen, eher leicht herbstlich-holzig.  2014 wegen Krautfäule früh geerntet(Anfang September), dabei dennoch sehr große Kartoffeln und sehr gute Ernte auch damals.  Gelagert im zu warmen und trockenen Keller bis März, dann aber runzelig und zu treiben beginnend. Geerntet 30.9. mit den Lagerkartoffeln, also eher spät. 
3.  Cara
Katalog: kommt sehr gut mit Trockenheit zurecht, gute Lagerfähigkeit. Gute Widerstandsfähigkeit gegen Krautfäule, gute Erträge. Zum Backen und für Bratkartoffeln. Spät, vorwiegend festkochend.

Achim: Oh ja,wenn sie bei mir wächst muß sie wohl sehr gut mit sehr viel Trockenheit auskommen. Gelagert im zu warmen und trockenen Keller bis März, dann aber runzelig und zu treiben beginnend. Kein Problem mit Fäule, Sehr guter Ertrag mit sehr großen Kartoffeln. Fleisch fest aber doch etwas bröckelig.  Geschmack sehr mild und angenehm. Eine gute Beilagenkartoffel.
4.  Sarpo Mira
Katalog:  Krautfäule Testsieger auch unter ungünstigen Bedingungen. Sie ist gut lagerfähig und bringt schöne, gleichmäßige Knollen. Spät, vorwiegend festkochend. 
Achim: 2014 das Hochwasser und Dauerregenjahr mit sehr kaltem August. Aber die Kartoffel stand, ohne Fäule! Tomaten Totalausfall wegen Braunfäule im Beet daneben und die anderen Kartoffeln zum Teil geschädigt. Gelagert im zu warmen und trockenen Keller bis März, dann aber runzelig und zu treiben beginnend. Schöne gleichmäßige aber kleine Knollen aber dieses Jahr eher geringer Ertrag. Festkochendes Fleisch, intensiver Geschmack mit etwas von Erde, Lehm oder Torf. 
5.  Bionica
Katalog: Krautfäuletolerante Neuzüchtung aus biologischer Züchtung. Außerordentlich tolerant gegen Krautfäule, widerstandsfähig gegen die meisten Viruserkrankungen und Schorf. Sie bringt schöne, gleichmäßige mittelgroße Knollen. Besonders auf leichten Böden erreicht  Bionica eine sehr gute Speisequalität. Mittelfrüh.

Achim: Krautfäuletoleranz kann ich nicht beurteilen, da erst im zweiten Jahr im Anbau bei mir. Und da waren die Sommer bis nach der Ernte regenfrei. Knollen sind groß und gleichmäßig und das bei meinem eher schweren Boden. Guter Ertrag.  Konsistenz ist locker-teigig. Kartoffelgeschmack mit einem Hauch von etwas hartem, Blech, Metall? Also nicht als negativer Beigeschmack gemeint, sondern eher für eine Erdfrucht angemessen. Mich erinnert die daran, vielleicht hat ein anderer andere Assoziationen. Für Salat oder als Beilagenkartoffel. Im Frühjahr hatte ich mir notiert, daß sie seht gut in meinem schlechten und warmen Lager gehalten hat! Mittelfrüh.
6.  Galactica
Katalog: sehr robuste Sorte, ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Früh, vorwiegend festkochend. 
Achim: gesunde Kartoffel, geerntet immer Ende Juli/Mitte August also mittelfrüh, Im warmen trockenen Keller schrumpelt sie rasch und treibt starkt aus, bereits ab Dezember. Gute Ernte, mittelgroße Kartoffeln. Ohne Flecken beim Kochen. Konsistenz eher locker und bröckelig. Geschmack erinnert entfernt an etwas Grünes. Intensiver Geschmack. Nicht für Salat, eher für Auflauf oder Gratin.
7.  Professor Wohltmann
Katalog: späte Kartoffel, die auch bei früher Ernte gute Erträge liefert. Gedeiht auch in schweren Böden und in nassen Jahrgängen. Hat dennoch hohe Trockenheitresistenz. Besitzt gute Resistenzen gegenüber Kraut- und Knollenfäule und Schorf. Kochtyp variiert. Sie ist eine stärkereiche, alte Sorte mit gutem würzigen Geschmack. Sehr ertragreich und eignet sich als Back-Pell- und Pürreekartoffel. 
Achim: Also wenn ich das wieder lese eigentlich genau meine  Sorte. Ich habe sie dieses Jahr das erste mal angebaut. Das Ergebnis ist vernichtend. Allerdings werde ich sie wohl noch einmal probieren. Die Katalogbeschreibung kann ja nicht total falsch sein. Bei mir waren die Pflanzen von  Anfang an krank und mickrig, vielleich 20cm hoch, während alle anderen Kartoffeln weit über einen Meter lange Triebe haben. Die Ernte brachte weniger ein, als ich an Saatkartoffeln reingesteckt habe. Aber der Geschmack heute beim Testen gefiel mir sehr gut! Fest-teigige Konsistenz, milder und runder, stimmiger und ausgeprägter Geschmack. Nichts von Erde oder Metall oder Grün. 
8.  Duke of York
Katalog: Alte Sorte, süß und  kräftig im Geschmack. Nur gering anfällig für Kraut- und Knollenfäule. Rechtzeitige Ernte  und Verzehr sichern den exzellenten Geschmack dieser Feinschmeckersorte. Sehr früh, vorwiegend festkochend. 
Achim: Wirklich ausnehmend guter  und warmer, runder Geschmack, optimale Beilagenkartoffel für Gerichte mit Saucen. Herrlich. Für Salat nicht geeignet da fast mehlig. Früh.
Das also sind meine Ergebnisse des großen Kartoffeltestes 2016. Ich jedenfalls bin jetzt erst mal satt. Habe ich doch nach dem Test, die restlichen Kartoffeln mit Quark und Leinöl (meiner Liebsten Speise mit Kartoffeln) gegessen. Ganz habe ich sie aber nicht geschafft. Und jetzt gibt es erst einmal einen Espresso. Bis zum nächsten Mal, habt eine schöne Zeit. 
(PS diese Kartoffeln gibt es beim Biogartenversand.de , ich sage das, weil es selten so eine Auswahl an Kartoffeln zum Teil in Bioqualität gibt und nicht weil mir die Firma hätte irgend etwas dafür gegeben, also kein bezahlter Post! )
die Test-Kartoffelsorten aufgegessen (c) by Joachim Wenk
die Test-Kartoffelsorten aufgegessen (c) by Joachim Wenk

Gestern ernten, heute konservieren. Gemüsevorrat für den Winter.

Puh, was für zwei Tage. So viel gewerkelt habe ich ja schon lange nicht mehr auf einen Streich. Gestern wurde geerntet und heute die Ernte verarbeitet. Eigentlich wäre es auch schön gewesen bei dem schönen Wetter und der Sonne im Garten zu arbeiten. Wegen des sicher vorhergesagten Regens, plante ich aber für heute die Küchenarbeit ein. Ich habe meinen Plan auch eingehalten. Der Regen aber, der kam wieder nicht. Nur Sturm, der die Dürre nur noch weiter und weiter verstärkt.

Wollt ihr sehen, was aus dem Gemüse geworden ist? Dann bleibt doch einfach mal dabei.

Was hatte ich nochmal alles geerntet? Tomaten. Daraus wurde die übliche Tomatensauce und leckerer Ketchup.

Tomatenketchup und Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk
Tomatenketchup und Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk

Tomatenketchup undTomatenketchup und Tomatensauce sind fertig (c) by Joachim Wenk Tomatensauce entstehen (c) by Joachim Wenk
Tomatenketchup und Tomatensauce sind fertig (c) by Joachim Wenk
Dann sehe ich auf meinen Erntefotos von Gestern auch Lauch und Möhren, Kohlrabi sowie Sellerie. Erkennt ihr das wieder? In dieser grünen Pampe, in der auch noch ein ganzer Schwung Tomaten steckt, ist alles verborgen. 
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
Zuerst mixe ich dafür die Tomaten und mit dieser sehr flüssigen Sauce verdünne ich die weiteren, eher trockenen Produkte wie Sellerie oder Möhren, damit der Mixer besser arbeiten kann. Schließlich wird alles zusammen gemixt und man hat den Ursprung für getrocknete Gemüsebrühe. Salz gebe ich nur sehr wenig dazu. So kann ich beim Abschmecken später ruhig noch Gemüsebrühe zugeben, ohne das Essen zu versalzen. 

 Die Pampe streiche ich auf mit Backpapier ausgelegte Roste meines Dörraparates.

püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk

Zusammen mit ein paar klein geschnittenen Tomaten fülle ich so nach und nach den Automaten. Erst wird bei  55°C ein paar Stunden zum angetrocknet und dann über Nacht bei 37°C weiter getrocknet.

 

püriertes Gemüse wird getrocknet (c) by Joachim Wenk
fertig gefüllter Dörrapparat (c) by Joachim Wenk

Am nächsten Tag lassen sich die mittlerweile ganz dünnen Gemüsefladen leicht vom Papier lösen. Ich wende sie und lasse sie noch restlich ohne Papier durchtrocknen. Das ganze pulverisiere ich abermals im Mixer und fertig ist die getrocknete Gemüsebrühe. Leider langt das noch nicht für das folgende Jahr bis zur neuen Ernte. Gut, daß noch genug Gemüse im Garten steht. So werde ich noch eine solche Portion machen müssen.

fast fertig getrocknetes Gemüsepulver (c) by Joachim Wenk
fast fertig getrocknetes Gemüsepulver (c) by Joachim Wenk
Tomaten, getrocknet (c) by Joachim Wenk
Tomaten, getrocknet (c) by Joachim Wenk

Den Lauch hatte ich in fingerlange Stücke geschitten, der Länge nach halbiert und dann eingefroren. Die Stücke kann ich dann einzeln bei Bedarf entnehmen. Das Grün vom Lauch habe ich schön klein geschnitten und auch getrocknet. Das kann man als Würze gut verwenden, wo es nicht zerkocht wird, sondern optisch gut aussehen soll. In klaren Suppen zum Beispiel.

Lauchgrün, getrocknet (c) by Joachim Wenk
Lauchgrün, getrocknet (c) by Joachim Wenk

 

Bleibt noch das Kraut zu verarbeiten. 
Blaukraut habe ich eingekocht. Vergangenes Jahr, hatte ich es mariniert mit leckeren Zutaten wie Essig, Sherry und Gewürzen und so weiter. Es schmeckt nach diesem Rezept köstlich, kann gut eingefroren werden, aber beim Einkochen verändert es seinen Geschmack eher zum Nachteil. Dieses Jahr habe ich es gemacht, wie es im Einkochbuch von Weck stand. 
Kraut hobeln und mit etwas Salz, etwas  Zucker und etwas Essig (genauer stand es leider auch im Weck-Buch nicht) mariniert über Nacht ziehen lassen. 
Etwa 4 kg waren es, fertig gehobelt. 
Blaukraut (c) by Joachim Wenk
 Blaukraut (c) by Joachim Wenk

Etwa 4,5 kg waren es fertig gehobelt. 

Blaukraut gehobelt und mariniert (c) by Joachim Wenk
Blaukraut gehobelt und mariniert (c) by Joachim Wenk

Es wird in Gläser gefüllt und eingekocht. Jetzt bin ich gespannt, wie das dann schmeckt. Man muß es eben dann beim Zubereiten noch würzen und abschmecken.

Blaukraut fertig eingekocht (c) by Joachim Wenk
Blaukraut fertig eingekocht (c) by Joachim Wenk
Ach so ja, Weißkraut steht ja auch noch im Vorraum. Also wieder hobeln, hobeln, hobeln. Nun bin ich ja kein food-blogger sondern Garten-blogger und so sieht dann meine Küche beim Arbeiten auch nicht aus, wie aus dem Ei gepellt, sondern eben so, wie es aussieht, wenn gearbeitet wird. 
Küche beim Krauthobeln (c) by Joachim Wenk
Küche beim Krauthobeln (c) by Joachim Wenk

Gute 3 kg fein gehobeltes Weißkraut werden gesalzen (10g/kg) und gestampft, bis schön Wasser austritt. Bei kleineren Mengen kann man das durch Kneten mit den Händen auch bewerkstelligen.

Kraut stampfen (c) by Joachim Wenk
Kraut stampfen (c) by Joachim Wenk

Das Kraut wird mit samt der Flüssigkeit fest in Gläser gefüllt. Man kann Schraubverschlußgläser nehmen. Das hatte ich früher gemacht. Jetzt nehme ich Weckgläser. Beim Schraubglas muß man anfänglich leicht aufgedreht lassen, damit Überdruck entweicht. Der kann bei Weckgläsern automatisch (wie beim Einkochen auch) durch den Gummi und die Klammern entweichen.

Die Gläser stehen in einer Wanne, falls Flüssigkeit austritt (Gläser nur bis ein paar Zentimeter unter den Rand befüllen). Sie bleiben ein paar Tage im Wohnzimmer und kommen dann in den Keller dort säuert das Kraut langsam vor sich hin und bald habe ich wieder eigenes Sauerkraut.

jetzt kann das Kraut gären und Sauerkraut werden (c) by Joachim Wenk
jetzt kann das Kraut gären und Sauerkraut werden (c) by Joachim Wenk
Ich liebe das Kraut in Gläsern. Man öffnet ein Glas verbraucht nach und nach das Kraut. Angebrochene Gläser lagere ich im Kühlschrank. Im Gegensatz zum großen Krauttopf hat man bei den kleinen Portionen und nur wenigen Malen Öffnen-und-Kraut-entnehmen kein Problem mit Kamhefe oder Schimmel und verdorbenem Sauerkraut.