Zu Silvester ein Hahnenschrei, an Lichtmeß eine Stunde. Aber ich bleibe erstmal entspannt!

„Zu Silvester ein Hahnenschrei, an Lichtmeß eine Stund.“ Ja so langsam geht es jetzt voran und daher bleibe ich erstmals noch entspannt und genieße die Ruhe.

unser erleuchtetes Haus in der Dunkelheit der Nacht (c) by Joachim Wenk
unser erleuchtetes Haus in der Dunkelheit der Nacht (c) by Joachim Wenk

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Selbermacher Kreatividee : Saatscheiben

Jetzt kann ich euch endlich von meinen Selbermacher-Saatscheiben berichten. 
Die Weihnachtsbriefe sind alle angekommen und so verrate ich niemandem vorzeitig von dem diesjährigen Geschenk in unserer Weihnachtspost. Von Kräutersalz über Gewürztütchen oder einer Fotografie war in diesen traditionellen Weihnachtsbriefen schon viel als Geschenk beigefügt. Zum Verschicken muß das immer recht leicht sein und zudem soll es natürlich  etwas mit unserem Garten zu tun haben. 
Diesjahr also gab es Saatscheiben. Klar, jetzt kommt die Idee für euch, falls ihr es hättet zu Weihnachten gebrauchen können, zu spät. Aber denkt doch auch an Valentinstag, Ostern, Muttertagoder Geburtstag. Gelegenheite, mit so einer individuellen Saatscheibe Freude zu bereiten, gibt es rund ums  Jahr. 
Die Selbermacher-Saatscheiben sind ganz leicht selbst herzustellen. 
Eine Eierschachtel aus Pappmache  wird in Stücke gerissen und mit heißem Wasser übergossen. So kann das dann eine Weile oder gar über Nacht stehen bleiben und aufquellen. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Eierkarton in Stücke reißen (c) by Joachim Wenk

Schnippsel mit kochendem Wasser übergießen und einweichen (c) by Joachim Wenk
Nun geht man mit dem Zauberstab rein und püriert alles zu einem homogenen Brei. 
Den Brei lässt man in einem Sieb gut abtropfen. Wenden und Auspressen hilft, möglichst viel Wasser aus dem Teig heraus zu bekommen. Je trockener der Teig schließlich ist, desto rascher trocknet er dann durch. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
ausgepresster Eierkartonteig (c) by Joachim Wenk

Schließlich kann man den Papierteig ausrollen. Ich habe ihn direkt auf ein Gitter vom Dörrapparat gerollt. In der Literatur findet man auch den Hinweis, den Teig auf ein Stoff-Geschirrtuch auszurollen. Getrocknet muß es ja in jedem Fall werden und da ist ein Geschirrtuch als Unterlage sicher auch praktikabel.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
augepressten Papierteig auf Unerlage ausrollen (c) by Joachim Wenk

Wenn die Masse schließlich auf der Dörrunterlage gleichmäßig verteilt ist (bei mir waren es maximal 5 mm Dicke), kann man die Samen aufstreuen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig ausgerollter Papierteig (c) by Joachim Wenk

Damit die Saatscheiben in unserem Weihnachtsbrief auch etwas mit uns und unserem Garten zu tun haben, verwendete ich natürlich selbst gesammelte  Samen. Den ganzen Sommer über war ich fleißig und zupfte immer wieder die kleinen Samenkapseln vom Seidenmohn ab, um sie zu trocknen.

Die Samen habe ich dünn über die feuchte Masse gestreut und abermals mit dem Nudelholz gut angedrückt. Man kann die Samen auch in den Teig mischen, bevor man ihn auf der Unterlage ausrollt. Gerade bei so kleinen Samen finde ich das noch praktischer. Sie haften nach dem Trocknen somit besser an oder eben in den Saatscheiben und fallen nicht so leicht herunter. Bei nur nachträglich aufgewalzten Samen machte ich die Erfahrung, daß sie beim weiteren Verarbeiten leicht abgehen und man dann überall  Mohnsamen oder andere Samen herumliegen hat.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
die Samen für die Saatscheiben (c) by Joachim Wenk

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Mohnsamen wurden in den Papierteig eingewalzt (c) by Joachim Wenk

Jetzt kommt das Trocknen. Also die übliche Trocknungs-Methode im Backofen bei 50° C , wie für Kräuter oder Dörrobst , würde ich nicht empfehlen. Schließlich sollen die Samen ja keimfähig bleiben.  Wenn die Pappmachemasse bei knapp über 30°C getrocknet wird, ist sie in einem Tag durchgetrocknet und die Samen bleiben keimfähig. Das habe ich getestet. Sicher geht auch das Trocknen an der Luft. Oder man nimmt den Backofen und lässt ihn nie unbeaufsichtigt, schaltet immer nur kurz ein, daß Temperatur da ist und dann gleich wieder aus. Ich glaube, daß das aber zu unpraktisch ist. Über der Heizung kann es auch recht heiß werden! Dauert hingegen das Trocknen zu lange, besteht die Gefahr, daß die Samen anfangen zu keimen.

Wenn die Masse schließlcih durchgetrocknet ist und sich, wie im Foto ersichtlich, die Ränder nach oben wölben, kann sie weiter verarbeitet werden. Ich habe mir Quadrate angezeichnet und diese dann ausgeschnitten.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig getrocknete Papiermasse mit aufgezeichneten Quadraten (c) by Joachim Wenk

Die Quadrate sind jetzt die Geschenkbeigabe im Weihnachtsbrief gewesen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben in Quadratform (c) by Joachim Wenk

Ich habe die einzelnen Quadrate noch einmal in kleine Tütchen gepackt. Einmal, weil eben doch etliche Samen abfallen, da ich sie nicht in den Teig geknetet hatte, sondern nur oben eingewalzt. Zum anderen schützt das Tütchen vor Feuchtigkeit beim Versand.

Schön sind die Selbermacher-Saatscheiben auch mit einem hübschen Band als Geschenkanhänger.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben als Geschenkbeigabe in Briefpost oder als Geschenkanhänger (c) by Joachim Wenk

Als selbst gesammelte Samen aus dem Garten eignen sich auch Ringelblumen- oder Tagetessamen. Samen vom Baumspinat oder auch einmal vom Schnittlauch. Beobachtet einfach einmal in der kommenden Saison eure  Pflanzen. Vielleicht fällt eine Pflanze besonders auf wegen der reichen Samen, die geerntet werden könnten. Dann sammelt sie und schon habt ihre einen Vorrat für neue kreative Selbermacher-Saatscheiben. Mit diesen Geschenk-Anhängern und Beigaben bringen wir immer mehr Grün und Blüten in die Welt!

Einfach herrlich, diese nebeligen und dunklen Tage

Noch vier Tage, dann ist Wintersonnenwende. Wir sind in der dunkelsten Zeit im Jahreslauf angekommen. Die Sonne scheint gerade etwa 8 Stunden und 16 Minuten am Tag. In einem halben Jahr stehen wir schon wieder vor einer Sonnenwende und sind dann in der hellsten Jahreszeit mit 16 Stunden und 9 Minuten Sonnenschein. 
Das sind natürlich alles nur errechnete theoretische Werte. Heute gegen Mittag, draußen bei den Weihern, sah das so aus. Schnell wird klar, heute schafft die Sonne noch nicht einmal ihre winzigen 8 Stunden. Abends habe ich dann die Gewißheit. Es waren volle Null Sonnenstunden. 
Nebeltag am Weiher in Dezember (c) by Joachim Wenk
Nebeltag am Weiher in Dezember (c) by Joachim Wenk
Den ganzen Tag blieb es sehr nebelig und die Temperaturen lagen knapp unter oder um den Gefrierpunkt. 
Ein Wetter für Depressionen, Frust, Angst. Ein Wetter das einen hoffen lässt, es möge doch endlich wieder heller und wärmer werden. Bis dahin einfach Augen zu und durch! Bald geht das Leben wieder los. 
Stop! Ja,  ich kenne sehr wohl diesen Unmut gegen die jetzige Jahreszeit, die Angst und den Blues, wenn es im Herbst spürbar los geht mit mehr Dunkelheit und weniger Sonne. Am liebsten nimmt man jetzt gar nichts wahr, hat gedrückte Stimmung,  macht eine Mauer um sich und erwacht dann wieder im Frühjahr. Jetzt wird nicht gelebt, erst wieder im Frühling. 
All das kenne ich und bin darum so unheimlich glücklich, daß sich das bei mir geändert hat! Eine totale Wende fand in den letzten Jahren statt! 
Ich will euch erzählen, wie das vor sich geht. Und ich wünsche so vielen, sie könnten es auch so wahrnehmen und hätten so viel mehr Freude am Leben. Besser, sie würden dadurch dann auch im Winter leben und nicht nur wartend vegetieren, bis sie wieder leben können. Monate des Lebens gehen so Jahr für Jahr nicht-gelebt vorüber.  
Ich führe diesen radikalen Wandel in mir auf meine innige Verbundenheit mit dem Garten, dadurch mit der Natur und somit mit den Jahresläufen und Rhythmen in der Natur zurück. 
Im Frühjahr schon beizeiten sähe und pflanze ich. Kümmere mich um die Beete, die Pflanzen Ich gieße, dünge, pflanze um, schütze vor Frost , Hitze und Trockenheit oder Krankheiten. Das Leben explodiert in der Natur und im Garten. Ich komme kaum hinterher mit Kümmern und umsorgen. Morgens stehe ich an freien Tagen, die ich ja im Garten verbringe schon um 6 Uhr auf. Das macht mir nichts, es ist hell, die Vögel singen und ich will raus. Ich bin ausgeschlafen und voller Tatendrang. 
Das geht einige Wochen so. Aus den Wochen werden Monate. Wer meinen Blog über die Jahre verfolgt, sieht, was für ungeheure Mengen Arbeit in so einem Gemüse-Garten stecken. Als  Selbstversorger  muß man die Stunden in der Küche und Vorratskammer noch addieren. 
Und schließlich wird es dann immer Herbst. Jedenfalls stoppt auf einmal das Rennen im Garten. Plötzlich muß alles nicht mehr unbedingt gleich gemacht werden. Vieles ist einfach da und gedeiht, vieles ist erledigt. Es wird später im Jahr und nun ist alles geerntet. Die Dringlichkeit der einzelnen Arbeiten, die ja nie aufhören, nimmt aber ab. Mache ich es heute nicht, kann ich das auch nächste Woche noch machen. 
Es wird kühler, dann kälter. Das Licht wird weniger. Man fährt runter. Ich spüre es, wie ich ruhiger werde. Wie ich mich der Jahreszeit und Natur angleiche. „Wer jetzt kein Haus hat, der baut auch keines mehr“. Die Arbeiten sind erledigt, jetzt ist statt Pflicht nur noch Kür angesagt. 
Eines aber ist die unabdingbare Voraussetzung für die zunehmende Entspanntheit und das Zurücklehnen.  Man muß sich darauf einlassen! Man darf sich nicht gegen diesen Naturrythmus wehren, ihn bekämpfen oder ablehnen.  Weihnachten ist die stade Zeit, nicht die Hektik und der Streß, das Rennen und hinterher-Rennen. 
Schaut die Bilder an. Es ist Ruhe eingekehrt draußen in der Landschaft und im Garten. Ich ziehe mich zurück nach drinnen. Das Ofenfeuer wärmt und überall leuchten Lichterketten und verbreiten warme, wohlig warme, weiche Wohlfühlstimmung. 
Um Himmels Willen! So denke ich mir immer, wenn ich wo diese zuckenden und blinkenden Lichtinstallationen sehe. Dabei zur Ruhe kommen? Unmöglich! 
Aber vielleicht brauchen manche Menschen diesen ewigen Streß, das Gejammere, wie man im Streß ist. Das beweisen müssen, wie viel mehr Streß man im Vergleich zu seinem momentanes Gegenüber im Gespräch. Wenn man das braucht, dann helfen  einem sicher diese Lichtblitze. Aber Vorsicht, epileptische Anfälle können ebenfalls dadurch ausgelöst werden. Auf jeden Fall aber, wenn man so über die Jahre lebt, Herzanfälle, Schlaganfälle und sonst streßbedingte Erkrankungen. Über die man dann aber wieder so schön jammern und mit dem Gegenüber wetteifern kann, wen das Schicksal (?) schlimmer verfolgt. 
Bei mir ist es mittlerweile so, daß ich im Sommer, wenn die Hitze mich plagt und noch so viel im Garten zu tun ist, oft an genau diese ruhigen Tage jetzt im Winter denke. Die Ruhe, das Alles-Erledigt-Haben. 
So ist es im Herbst, genau genommen im September, wenn man die kürzer werdenden Tage spüren kann, nur noch ganz kurz ein weinig traurig, daß es zu Ende ist mit Sommer. Schnell stimme ich mich ein auf das Ruhig werden, den Herbst, den Winter und die Dunkelheit. Mehr und mehr freue ich mich dann auch an nebeligen Tagen ohne Sonne. Da mache ich mir es dann besonders gemütlich daheim. Irgendwann muß der Körper und der Geist Ruhe finden. Sonst fehlt die Kraft dann im Frühjahr. Immer durchschaffen, immer auf vollen Touren laufen laugt aus. Ruhe ist Erholung und Erholung bringt den neuen Schwung. Fehlt der, nützt einem das schönste Frühjahr nichts. 
Ich habe meinen Herbst und die Vorweihnachtszeit genau so vorausschauend geplant, wie den Garten. Geplant ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Aber da ich ja weiß, daß Weihnachten kommen wird, begann ich rechtzeitig mit der Bäckerei, die Geschenke sind gekauft und die Wohnung dekoriert. So kann ich die Adventszeit genießen und habe keinen Streß. Vielleicht immer wieder einfach viel zu tun, aber eben keinen Streß. Auf diesen Unterschied lege ich sehr großen Wert.
Und nein, ich bin nicht ein vom Glück Verfolgter, ein Ausnahmemensch bei dem das ja klar ist, daß der keinen Streß hat. Das ist ja für einen normalen Menschen nicht machbar. Weihnachten ist Streß. Das denken viele und sicher auch mancher, der das hier lesen sollte. Ich habe auch einen Job, mein Arbeitsweg ist einfach 160 km. Wir haben einen Haushalt zu führen, was auch Arbeit macht und pflegen soziale Kontakte. Wie andere normale Menschen eben auch. 
Eine Deko habe ich heute dann noch nachgeholt. Ich habe  den Christbaum geschmückt. Eigentlich ein ganz klein wenig  zu früh. Denn die Lichter an ihm sollen uns ja am dunkelsten und kürzesten Tag (eigentlich Wintersonnenwende, als fast der 24. 12.) erinnern, daß das neue Licht geboren ist und nun wachsen wird, um es einmal sehr symbolisch und bildlich auszudrücken. 
Daran denke ich jedenfalls immer, wenn ich die Lichter am Weihnachtsbaum an knipse. Es wird wieder Licht. Das neue Licht und die Hoffnung sind geboren und werden wachsen und wachsen. 
Mit dem zunehmenden Licht werden wir, werde ich, auch wieder wacher und tatkräftiger. Schluss  mit Aufstehen um 8 und noch müde sein dabei. 
Das ist ein ganz normaler Vorgang in unserem Körper und der Psyche. Dunkelheit schläfert uns ein und Licht macht uns wach. Das gilt für den Tag- und Nachtrhythmus und genau so für den Jahreszeitenrhythmus. Es fasziniert mich, wie man das spüren kann. Jeden Tag mit dem sanften Erwachen durch meinen Lichtwecker und jedes Jahr im Herbst beim Ruhigwerden und im Frühjahr beim  Erwachen. 
Probiert es doch einmal aus. Lasst euch auf das Nebelige und Düstere ein. Spürt, wie ihr zur Ruhe kommt. Wehrt euch nicht gegen Jahrmillionen alte biologische Gegebenheiten in Euch. 
Ich wünsche allen meinen LeserInnen bewusst gelebte, ruhige und friedliche Tage. Sammelt Kraft für das Licht im Frühjahr und freut euch jetzt, wenn die Natur uns so automatisch auf alles einstimmt.
vom Nebel umzingelt (c) by Joachim Wenk
vom Nebel umzingelt (c) by Joachim Wenk
Maulwurfshaufen (c) by Joachim Wenk
Maulwurfshaufen (c) by Joachim Wenk

Übersicht und allgemeine Beschreibung meines Gartens

In den letzten Jahren habe ich viele Fotos und Geschichten aus meinem Garten veröffentlicht.

Einblicke in mein Paradies, einzelne Beete, einzelne Blüten, Pflanzengruppen oder Gestaltungsideen.

All das, was mir selbst so gefällt und was ich auch in anderen Blogs immer gerne anschaue und worüber ich gern lese.

Eines aber finde ich selbst fast immer schwierig. Wie ordne ich das momentan Beschriebene oder Abgelichtete in das Große und Ganze des jeweiligen Gartens ein?

„Übersicht und allgemeine Beschreibung meines Gartens“ weiterlesen

Kalt, verzaubert, geheimnisvoll – mein Garten im Dezember

Heute gibt es einmal nur ein paar stimmungsvolle Winterfotos vom Garten und von den Weihern.

Das ist gerade eine andere Welt da draußen, fremd, geheimnisvoll, sehr ruhig und in sich gekehrt. Aber doch auch faszinierend, nachdenklich und von fragiler Schönheit.

Ich wünsche allen schöne Adventstage.

Rosenknospe mit Reif (c) by Joachim Wenk
Rosenknospe mit Reif (c) by Joachim Wenk

Rosenknospe mit Reif (c) by Joachim Wenk
Rosenknospe mit Reif (c) by Joachim Wenk

Rosenknospen mit Reif (c) by Joachim Wenk

Rosenknospe mit Reif (c) by Joachim Wenk

Clematis mit Reif (c) by Joachim Wenk
Clematis mit Reif (c) by Joachim Wenk

Yucca im Reif (c) by Joachim Wenk
Yucca im Reif (c) by Joachim Wenk

Rosenblätter im Reif (c) by Joachim Wenk
Rosenblätter im Reif (c) by Joachim Wenk

Rauhreif am Weiher (c) by Joachim Wenk
Rauhreif am Weiher (c) by Joachim Wenk

Rauhreif am Weiher (c) by Joachim Wenk
Rauhreif am Weiher (c) by Joachim Wenk

Karpfenweiher in Winterruhe (c) by Joachim Wenk
Karpfenweiher in Winterruhe (c) by Joachim Wenk

das Zuhause vom Erlkönig..... (c) by Joachim Wenk
das Zuhause vom Erlkönig….. (c) by Joachim Wenk

Im Garten herrscht Ruhe – jetzt wird die nächste Gemüsesaison vorbereitet

Die Ruhe im Winter ist nun eingekehrt. Im Garten kann gerade nichts gemacht werden. Nachts haben wir -8°C oder noch weniger und tags wird es kaum wärmer als 1°C. Die Weihnachtsbäckerei ist erledigt und die Ernte eingelagert oder konserviert. 
In aller Ruhe kann ich mich jetzt auf die nächste Gemüsesaison vorbereiten. Meine Aufzeichnungen, die ich so nach und nach für mich entwickelt habe sind dabei eine große Hilfe. Gerade bei zum Beispiel Kartoffeln und Tomaten, von denen ich immer mehrere Sorten anbaue, ist es wichtig, sich Notizen zu machen. Ich halte immer schriftlich fest, wie gesund die Pflanzen wuchsen, wie die Ernte ausgefallen ist und wie viel ich wann ernten konnte. Auch der Geschmack oder die Lagerbarkeit werden notiert. Probiere ich von anderen Gemüsen unterschiedliche Sorten aus, schreibe ich das auch immer während der  Saison für diese im Einzelnen in meine Tabellen. Sonst sitze ich wieder im Winter vor dem Saatgutkatalog und weiß nicht mehr wie welches Sorte war und ob ich sie wieder anbauen werde. 
Mittlerweile habe ich von den meisten Gemüsen „meine“ Sorten durch diese Methode herausfinden können. Manchmal probiere ich aber auch neue Sorten aus, um zu sehen, wie die zu mir und meinen Küchengewohnheiten passen. 
Zuerst sehe ich mir also die Auffzeichungen in meinen Aussaatlisten an und markiere welche Sorte ich wieder nehmen möchte. 
Aussaattabelle mit Notizen von 2016 (c) by Joachim  Wenk
Aussaattabelle mit Notizen von 2016 (c) by Joachim  Wenk

Dann gehe ich den Katalog durch. Dort finde ich immer wieder neu aufgenommene Sorten oder  Gemüse. Probiere ich sie? Das entscheide ich dann immer zu diesem Zeitpunkt.

Abgleich Aussaattabelle und aktueller Saatgutkatalog (c) by Joachim  Wenk
Abgleich Aussaattabelle und aktueller Saatgutkatalog
(c) by Joachim  Wenk

Solche Gartenarbeit, das  Schwelgen  in Erinnerungen an den vergangenen Sommer und die Ruhe, nicht unbedingt noch etwas im Garten machen zu müssen, genieße ich gerade. Draußen scheint die  Sonne. Dieser Schein aber trügt, denn die Temperaturen bleiben, gerade heute, deutlich unter dem Gefrierpunkt. Gartenarbeit neben dem knisternden Kaminofen sind da wirklich angenehm.

(c) by Joachim  Wenk
der Blick schweift ab nach draußen (c) by Joachim  Wenk

Nach den Listen  und dem Katalog geht es in den Keller. Dort ist meine Schatzkiste mit den Samentütchen. Ich muß ja sehen, welche Samen noch vorhanden sind und somit dieses Jahr nicht erstanden werden müssen. Von einige Gemüsen habe ich auch selbst Samen genommen. In den alphabetisch geordneten Tütchen sind die Samenpackungen der jeweiligen Sorte enthalten und ein Ausdruck mit der Sortenbeschreibung. Der Karteikasten ist in der Saison immer draußen mit im Garten dabei.

Bestellen oder nicht, das wird jetzt noch in die Liste notiert. Dann kann es in den nächsten Tagen am PC weiter gehen. Die Samen werden bestellt. Und die neuen Listen geschrieben. Hinter jeder Sorte steht dann, wann sie wo ausgesät wird, gepflanzt wird und geerntet wird. Wenn ich dann im  Frühjahr, Sommer oder Herbst in den Garten gehe, sehe ich immer in die Liste. So weiß ich auf einen Blick, was zum aktuellen Zeitpunkt gesät werden sollte und kann mich an die Arbeit machen. So vergesse ich kein Gemüse in der großen  Samenkiste oder verpasse keinen Aussaatzeitpunkt.

Karteikasten mit den Gemüsesamen (c) by Joachim  Wenk
Karteikasten mit den Gemüsesamen (c) by Joachim  Wenk

Wenn dann die Samen geordert sind kommt die für mich immer am lästigsten und schwierigsten empfundene Aufgabe. Was wird wo angebaut?

In den Saattabellen notiere ich die Zeitpunkte. Den Ort, wo es steht, halte ich immer in den Kopien vor langer Zeit einmal selbst erstellter Grundrisse meiner Gemüsebeete fest.

Standorte der Gemüse in den Beeten (c) by Joachim  Wenk
Standorte der Gemüse in den Beeten (c) by Joachim  Wenk
Standorte der Gemüse in den Beeten (c) by Joachim  Wenk
Standorte der Gemüse in den Beeten (c) by Joachim  Wenk
Düngergaben 2016 (c) by Joachim  Wenk
Düngergaben 2016 (c) by Joachim  Wenk

In so einer Kopie wird auch aufgeschrieben, mit was ich wo gedüngt habe. Meine Dünger sind Kompost, Brennesseljauche, Steinmehl und ein wenig Holzasche aus dem Ofen. Nach dem Bodentest vor ein paar Jahren, der einen Mangel an Stickstoff darstellte, kam noch Hornmehl als Dünger hinzu. Vielleicht lasse ich im Frühjahr die Böden einmal wieder testen.

 In Anbetracht also der Beetbeplanzungen vom letzten Jahr entscheide ich, was im kommenden Jahr wohin gesetzt wird. Im Prinzip sind es 6 Beetflächen und das Gewächhaus. Ich entscheide auf welche Fläche Starkzehrer hinkommen und wo Mittel – und Schwachzehrer stehen werden. Dann schreibe ich in die jeweiligen Felder die Gemüse hierfür in die Felder. Will ich dann im Frühjahr Möhren sähen oder Salat setzen, weiß ich gleich in welches Beet das kommt.

Das wechsele ich dann jährlich durch. Genauere Einteilungen mache ich nicht. Mir ist das zu kompliziert und ich komme zu keinem praktikablen Ergebnis. Wichtig ist auch ein wenig auf die Fruchtfolge zu achten. Nach Kartoffeln nicht wieder Kartoffeln. Nach Kohl nicht wieder Kohl. Und genau da beginnen aber bereits die nächsten Schwierigkeiten. Eigentlich sollten nach Kohl überhaupt keine Kreuzblütler angebaut werden. Also nichts aus der  gleichen Familie. Wenn man aber bedenkt, daß alle Kohlsorten (Rosen -, Grün-, Weiß-, Rot- oder Wirsingkohl) genau wie Kohlrabi oder Blumenkohl und Brokkoli genauso jedoch auch Radieschen und Rettiche zu dieser Familie gehören, kann man feststellen, daß es im Hausgarten mit begrenztem Platz gar nicht so möglich ist, auf diese Fruchtfolge zu achten. Ach ja auch Gründünger, wie zum Beispiel der beliebte Senf, gehört auch noch zu dieser Pflanzenfamilie.  Ich jedenfalls habe es noch nie geschafft, alle mir durchaus theoretisch bekannten Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Schließlich wären auch noch die Nachbarschaftseigenscheiften, also die Mischkultur, zu berücksichtigen. Wer das alles schafft, unter einen Hut zu bringen, ist bewundernswert.

Wenigstens setze ich das Weißkraut nicht da hin, wo etwas letztes Jahr der Rosenkohl war. Solche ganz auffälligen Gleichheiten vermeide ich.

Diese Aufgabe steht mir also noch bevor und wird in den nächsten Wochen erledigt.

welches Gemüse kommt  in welches Beet? (c) by Joachim  Wenk
welches Gemüse kommt irgendwo in welches Beet? (c) by Joachim  Wenk

Und dann wird es auch im nächsten Jahr hier wieder dicht zugewuchert sein. Jetzt meint man noch, dass da viel Platz vorhanden ist. Sobald dann die Saison beginnt, stelle ich immer wieder fest: der Gemüsegarten dürfte größer sein. Gottseidank aber ist er es nicht. Der Arbeitsaufwand bringt mich jetzt schon immer wieder an meine Grenzen.

Leere und viel Platz ist im Winter im Gemüsegarten (c) by Joachim  Wenk
Leere und viel Platz ist im Winter im Gemüsegarten (c) by Joachim  Wenk
Und wie schnell geht gerade die kaum erstrahlte Sonne schon wieder unter. Wenn sie so flach ins Gewächshaus scheint, könnte man fast meinen, daß es von innen heraus strahlt. 

Abendsonne im Gewächshaus (c) by Joachim  Wenk
Abendsonne im Gewächshaus (c) by Joachim  Wenk