Tropfschläuche im Gemüsegarten und die ersten Sommerfrischler im Freien

fleißige Gärtner-Ameise (c) by Joachim Wenk
fleißige Gärtner-Ameise

Im Garten? Jetzt schon? Was mußt du denn jetzt schon im
Garten machen? Das waren die Fragen einer lieben Freundin am Samstag, als wir
uns über das Wochenende unterhielten.

Ehrlich gesagt, habe ich kurz vorher, auf der Fahrt dorthin, genau darüber selbst nachgedacht. Dann habe ich alle mir einfallenden Arbeiten der zur Verfügung stehenden
freien Zeit gegenüber gestellt. Wären wir wir 
da nicht inzwischen gerade vor dem Haus der Freundin angekommen und ich aus meinen Träumen erwacht, hätte
das doch tatsächlich alles noch zu Panikattacken und Herzrasen führen können.
Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der plötzlich alles auf einmal fällig wird.
Gottseidank war das Wetter vergangenes Wochenende
überraschend gut und ich nutzte die freien Stunden zur Vorbeugung jener Panikattacken. Das heißt, ich genoß die Arbeit im sonnendurchfluteten
Vorfrühlingsgarten.

Die ersten Kübelpflanzen werden ausgeräumt

Freitag war die letzte Frostnacht für eine Weile. Und
kommende Woche ist schließlich schon März. Ich gehe davon aus, daß nur noch
leichte Nachtfröste kommen werden. Die Feige im Überwinterungsraum beginnt zu
treiben.
die Feige hat es im Frühjahr immer besonders eilig mit dem Austrieb (c) by Joachim Wenk
die Feige hat es im Frühjahr immer besonders eilig mit dem Austrieb (c) by Joachim Wenk
Es ist also höchste Zeit, sie heraus zu stellen. Sonst vergeilen ihre
neuen  Triebe. Bei mir steht sie geschützt
im Carport. Wenn sie sich wieder an die Frischluft gewöhnt hat, machen ihr kalte Nächte oder Tage nichts mehr aus, im Gegensatz zum warmen und dunklen Innenraum.  Zum Schutz gegen die noch sehr flach in den  Unterstand hineinscheinende Sonne (Sonnenbrandgefahr) habe ich
etwas Vlies über die frischen Knospen gehängt. Zu ihren Füßen stehen die beiden
Agapanthus und ein paar Wildstauden, die ich geschenkt bekam als es gerade  Januar war. Damals hatte es zweistelligen
Dauerfrost und so verbrachten sie sicherheitshalber  die letzte Wochen auch im Überwinterungsraum.
Sie sind eigentlich ja frosthart und so dürften sie die wenigsten Probleme damit
haben jetzt raus zu  müssen.
die ersten Sommerfrischler sind draußen (c) by Joachim Wenk
die ersten Sommerfrischler sind draußen (c) by Joachim Wenk
Die Seerose ist frisch gedüngt auch wieder in ihr  Sommerquartier eingezogen. Das scheußliche
Lattengerüst auf der Wasseroberfläche kommt später weg. Ich habe hier einmal
eine ertrunkene Meise herausgefischt. Seither mache ich da immer etwas ins
Wasser, dass hineingestürzte Vögel vielleicht leichter oder überhaupt hinaus
klettern könnten. Wenn erst einmal die Seerosenblätter auf der Oberfläche
schwimmen, ist das nicht mehr nötig. Und die Schnur, die später auch unter dem
Laub verschwindet ist im Herbst wieder wichtig. An ihr kann ich bei noch
gefülltem Becken den Seerosenkübel ganz leicht nach oben ziehen (unter Wasser
ist der nämlich ganz leicht).
auch die Seerose durfte wieder ins Freie (c) by Joachim Wenk
auch die Seerose durfte wieder ins Freie (c) by Joachim Wenk

Im Gewächshaus keimt das erste Gemüse der Saison

Im Gewächshaus keimt das erste Gemüse. Unterm Vlies ist
Rauke zu erkennen. Den Rosmarin, den ich tatsächlich einmal lebend über den
Winter brachte, habe ich auch hier rein gestellt. Ebenso den Mammutbaum aus San
Francisco.
Rauke keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Rauke keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

aus aus dem Überwinterungsraum  und rein ins Gewächshaus. Licht und Luft werden gut tun. (c) by Joachim Wenk
Raus aus dem Überwinterungsraum  und rein ins Gewächshaus. Licht und Luft werden gut tun. (c) by Joachim Wenk
Ebenfalls im Gewächshaus fängt jetzt der Schnittlauch an zu
wachsen und die Winterheckenzwiebel. Hier gibt es bald frisches Grün aufs Brot!
Erster Schnittlauch im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
 Erster Schnittlauch im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk

Die Winterheckenzwiebel im Gewächshaus schiebt frisches Grün (c) by Joachim Wenk
Die Winterheckenzwiebel im Gewächshaus schiebt frisches Grün (c) by Joachim Wenk

Leimringe an den Obstbäumen im Frühjahr erneuern

Frische Grüne Manschetten haben jetzt auch alle meine
Obstbäume. Vom großen Apfelbaum im Gemüsegarten über das Säulenobst bis zu den
bleistiftdicken Stämmchen des Apfelspalieres. Es sind Leimringe. Im Herbst
halten sie die Frostspannerweibchen davon ab, den Stamm hoch zu klettern und dann
die Äpfel madig zu machen. Jetzt verhindern sie auch, daß Ameisen hinauf
klettern um  sich ihre Läusekolonien anzulegen.
Gerade die kleinen Apfelbäumchen waren im letzten Sommer sehr verlaust.
Vielleicht wird es diesen Sommer besser. Auch bin ich gespannt, ob die
Herbstwirkung am Apfelbaum im Gemüsegarten spürbar zu sehen ist. Der hatte
immer sehr viele madige Äpfel.
frische Leimringe für die Obstbäume (c) by Joachim Wenk
frische Leimringe für die Obstbäume (c) by Joachim Wenk

Bewässerung im Gemüsegarten: Tropfschläuche werden verlegt

Die richtige Arbeit kommt aber erst. Ich habe begonnen auch
im Gemüsegarten weiter Tropfschläuche zu verlegen.
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Da muß vor der Arbeit auch viel überlegt werden. Wie
verbinde ich zum Beispiel die einzelnen dreieckigen Beete, damit nur einmal der
Schlauch angeschlossen werden muß und dabei möglichst viel Fläche bewässert
wird. Zu berücksichtigen ist auch, daß nur eine bestimmte maximale Anzahl
Laufmeter Tropfschlauch auf einmal angeschlossen werden kann, ohne dass Druck
oder Durchfluß unter die Mindestgrenze sinken.
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Ich weiß, daß einige sicher der Meinung sind, sich so etwas
nie in den Garten legen zu wollen.
Im Bild oben muß auch nachgebessert werden. Hier sind die falschen, da zu dicken Schläuche ins Beet gekommen. Sie wölben und krümmen sich unnachgiebig. Ich werde sie alle austauschen müssen. 
Verwendet man dünnere Schläuche, so sieht es gleich ordentlicher aus. 
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Nach dem Test in einem Abschnitt vergangenen
Sommer war auch ich lange hin und her gerissen. Optisch schöner und vielleicht
auch leichter zu Pflegen bei der Bodenbearbeitung ist ein Garten ohne die
Schläuche. Wer aber jeden Sommer vergebens versucht mit Schlauch und Regnern
etwas Wasser in den Boden zu bekommen und doch zusehen muß, wie vieles
vertrocknet oder einfach nicht wächst, weil über viele Monate bei meist starkem
Wind und praller Sonne nicht ein einziger Tropfen regen fällt der wird mich
verstehen. Auf alle kann das nur jemand verstehen, der ernsthaft versucht, sich
in eben geschilderter Umgebung, so weit es möglich is,t selbst mit Gemüse zu
versorgen. Ich entschloss mich also die Schläuche zu legen und hoffe, dieses
Jahr den Pflanzen ausreichend Wasser bieten zu können. Ich werde euch auf alle
Fälle laufend darüber berichten. Am Ende des Jahres wissen wir dann mehr über
Sinn oder Unsinn sowie Praktikabilität so einer Anlage im Hausgarten.
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Tropfschläuche im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Tagebucheintrag zum heutigen Lostag, weiterer Minestronevariation und Butter Café de Paris.

(c) by Joachim Wenk
(c) by Joachim Wenk

Tagebuch vom 22.Februar 2017

Es ist also Vorfrühling. Die Haselnüsse sind voll erblüht und die Schneeglöckchen blühen im Garten. Hier liegt die Betonung dann aber wohl ganz deutlich auf der Silbe „Vor-„. Denn draußen ist es so eklig, da ist an Gartenarbeit nicht zu denken. Das ist in zweierlei Hinsicht nicht schön. Zum Einen natürlich, weil heute mein Gartentag der Woche gewesen wäre. Zum Anderen, und das ist das Unschönere an den beiden Angelegenheiten, ist heute wieder ein Lostag.

„Wie’s Petrus (22.2.) und  Matthies (24.2.) macht, bleibt’s noch vierzig Nacht.“

So, jetzt versteht ihr, warum ich nicht begeistert bin vom Wetter heute. Gut, es hat beinahe 10° C und ist damit mild. Es regnet auch immer wieder, was ja bei uns etwas Schönes ist. Aber halt der arge Wind. Nein es ist mindestens Sturm! Und zu Matthies, also am kommenden Freitag, soll es der kälteste Tag der Woche mit einem Temperatursturz auf 4°C und Nachts wieder Frost werden. Das ist gar nicht schön. Noch 40 Nächte kalt und Sturm ?! Zumal wohl diese beiden Lostage sich in den vergangene Jahren immer mehr bewahrheitet haben sollen.

Der erste Lostag jetzt im Februar war der 2. Februar.

„Lichtmeß Sonnenschein – es wird noch 6 Wochen Winter sein“

An Lichtmeß war diesjahr sehr trübes Wetter.  Sonne war nie zu sehen und tatsächlich taut es seither. Zwar langsam aber der Winter mit Schnee und Eis hat sich, pflichtbefohlen, davon geschlichen. Diese Regel stimmte jedenfalls.

So, du lieber Gartentag. Was mache ich denn, wenn ich also nicht raus kann. Oder raus will.

Lassen wir es ruhig angehen. Der Hund hat auch nichts dagegen, heute nur schnell für die dringenden Geschäfte in den Garten zu gehen, anstatt bei Orkan durch den Matsch zu schlappen. Mein Frühstück dauert lange und ich merke rasch, dass das so ein Tag wird, an dem man sowieso nichts auf die Reihe bekommt.

Nicht lange dauert es und ich muß mir etwas zu Mittag machen. Wieder einmal gibt es meine Trocken-Minestrone (mehr dazu findet ihr hier: Fertigsuppen für den Selbstversorger und Minestrone und Kindeheitsträumen ). 

Diesmal aber ist die Sättigungseinlage nicht fertig gekauft, sondern rasch selbst angerührt. 50 Gramm frisch gemahlenes Mehl aus Roggen und Weizen inklusive ein paar Haferflocken vermische ich mit einem halben Ei. Was mit dem Rest geschieht, seht ihr später. Daraus wird ein echt fester Teigklumpen, den man auf der Reibe zu kleinen Bröseln verreiben kann.

Aha, daher also der Name „geriebene Suppe“. Diese Brösel kommen in die fertige Minnestrone und köcheln wenige Minuten ganz leicht mit. Fertig ist das Mittagsmahl. Satt werde ich auch, weil 50 Gramm Mehl für eine Person schon eher zu viel sind. Aber ein viertel Ei wäre ja noch blöder ab zu messen gewesen, hätte ich diese Menge auch noch halbiert.

Teigklumpen für geriebene Suppe wird gerieben (c) by Joachim Wenk
Teigklumpen für geriebene Suppe wird gerieben (c) by Joachim Wenk

Teigbrösel frisch gerieben (c) by Joachim Wenk
Teigbrösel frisch gerieben (c) by Joachim Wenk

geriebene Teigsuppe mit getrocknetem Gemüse aus dem Garten (c) by Joachim Wenk
geriebene Teigsuppe mit getrocknetem Gemüse aus dem Garten (c) by Joachim Wenk

Wo wir doch gerade bei der  Resteverwertung sind, so mache ich doch gleich noch etwas aus Resten. Gestern gab es Königsberger Klopse. Mit Kapernsauce und Sardellenpaste in den Klopsen. Die übrigen Fleischbällhen gibt es jetzt nach der Suppe zum Mittag.

Aus der Sardellenpaste, Kapern und einer offenen Flasche Sahne nebst weiteren Zutaten mache ich mir rasch noch eine „Butter mit Geschmack“. Diesmal wird es Butter à la Café de Paris. Die au diese Art hergestellte Kräuter-Butter, ist mittlerweile gerade im Sommer beim Grillen, ganz normal in meiner Küche. Die Version mit Sardellenpaste und Kapern wollte ich schon immer probieren und tat es noch nie. Das war ein Fehler, denn die ist absolut köstlich. Das Rezept findet ihr bei der Kräuterbutter.

Butter à la Café de Paris (c) by Joachim Wenk
Butter à la Café de Paris (c) by Joachim Wenk

Im  Tiefkühler habe ich noch so viele leckere Sommerbeeren. Ein paar Muffins zum Kaffee sind die nächste Beschäftigung. Rasch den Teig in einer  Schüssel zusammengeschüttelt, in die Form verteilt und überall ein paar gefrorene Beeren hinein gedrückt.

Schade dass ich ihn dann nicht habe lange genug backen lassen. So habe ich jetzt, nachdem die Mini-Muffins endlich aus der Form gedrückt waren,  eher Muffin-Bruch. Aber was soll es. Lecker sind sie jedenfalls und das übrige  halbe Ei vom Mittag ist auch mit verbraucht.

frische Beerenmuffins zum Kaffee (c) by Joachim Wenk
frische Beerenmuffins zum Kaffee (c) by Joachim Wenk

Zeit für ein wenig Gartenangelegenheiten.

Die zweite Pilzgeneration scheint jetzt  besser zu wachsen. Bald wird geerntet.

Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk
Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk

Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk
Sommerausternpilze (c) by Joachim Wenk

Und weil ich natürlich sehr wohl doch einmal oder mehrmals kurz in den Garten ging (Kontrollgänge nenne ich das) kann ich zwei brandaktuelle Fotos hier zeigen.

Ja, Winterlinge sieht man dieser Tage gerade inflationär auf allen sozialen Medien. Warum wohl? Trotzdem freue ich mich über meine eigenen ganz besonders. Sind es doch meine aller Ersten.

Jedes Jahr im Frühjahr zur Winterling-Inflation ärgerte ich mich, daß ich im Herbst wieder vergaß, welche zu stecken. Nicht ein einziger war im Garten vorhanden.

Vergangenen Herbst dachte ich mit Hilfe eines Kalendereintrages samt Erinnerungsfunktion daran. Und jetzt, Taraaaaa, ich habe Winterlinge im Beet!

meine allerersten Winterlinge im Garten (c) by Joachim Wenk
meine allerersten Winterlinge im Garten (c) by Joachim Wenk

Die Leberblümchen blühen auch wieder. Sind die so hart im nehmen oder mögen sie gar diesen  Standort? Weil ich sie gern von nahem sehen wollte setzte ich sie unter einen Moosrosenstrauch, der erhöht steht. So muß man sich nicht so bücken, um sie aus der Nähe zu betrachten. Im Sommer hängt der Strauch über ihnen. Sie stehen damit in absoluter Dunkelheit und der Standort ist sehr warm und Trocken. Wenn die Rose entblättert ist, erinnere ich mich dann immer wieder an sie. Und wenn ich nachsehe haben sie immer kräftige Blätter und jedes Frühjahr hübsche blaue Blüten.

Leberblümchen (c) by Joachim Wenk
Leberblümchen (c) by Joachim Wenk

Nun, der Sturm tobt noch immer draußen. Die Kaffe und Muffin-Bruch-Pause ist vorüber. Mal sehen, was der unkoordinierte Tag heute noch so bringt. Bügelwäsche ist wohl eines dieser Abenteuer, die noch auf mich zu kommen.

Wenn es wieder schöner wird draußen, hört ihr wieder von mir. Bis dahin wünsche ich schöne Vorfrühlings-Tage.

Bodenproben, Aufräumarbeiten und die ersten Vorfrühlingsboten

Drei Jahre ist es her, daß ich meinen Gemüsegartenboden habe untersuchen lassen.  (Hier kann man das noch mals nachlesen: Bodenanalyse) Damals zeigte die Analyse ein deutliches Ungleichgewicht. Nun will ich einmal wieder sehen, ob sich etwas verändert hat. Schließlich habe ich immer noch das große Problem, daß Samen nicht keimen wollen im Gartenboden und Pflanzen monatelang nicht wachsen. Erst wenn ihre Saison vorüber ist, beginnen sie mit dem Wachstum. Das ist von Anfang an so und ich weiß einfach nicht, was ich da machen kann.

Jetzt lasse ich einfach einmal wieder den Boden untersuchen und bin gespannt auf die Ergebnisse.

Drei Proben werde ich morgen zur Post geben. Einmal der Gemüsegarten aus dem ehemaligen Hühnerlauf. Dann das Schneckenzaunbeet, das aus Rasen entstanden ist, und schließlich das Gewächshaus in dem letztes Jahr überhaupt nichts wuchs. Weder Tomaten noch Paprika kamen voran oder trugen etwas. Die Tomaten hatten gelbe Blätter die bald abstarben.   Der PH Wert ist mit meiner Sonde gemessen bei manchmal nur 4 meistens 5. Dabei kam da vor 3  Jahren (letzter Sommer war der 2. Sommer) beim Neubau auch neue Erde rein. Auf das Gewächshausergebnis bin ich wirklich gespannt.

heute werden Bodenproben genommen (c) by Joachim Wenk
heute werden Bodenproben genommen (c) by Joachim Wenk
Eigentlich dachte ich mir, heute nur die Probe im Gewächshaus zu entnehmen. Dort habe ich immerhin schon gesät und der Boden ist aufgetaut. Im Freien ist er größtenteils noch hart gefroren gewesen diese Woche. Ich konnte die Erdspieße für die Bewässerungsschläuche nicht in den Boden rammen. Überall war nur Eis. 
Dann versuchte ich es einfach einmal und überall im Gemüsegarten ist der Boden gar nicht mehr gefroren gewesen. Obwohl zum Teil eine Laubschicht als Mulch darauf liegt und die Bodenerwärmung verlangsamt. Nachts waren wieder -5°C, Also bin ich schon verwundert, dort kein Eis vor zu finden. Natürlich habe ich dann gleich dort auch die Proben entnommen.
Das Thermometer zeigt eine Bodentemperatur in vielleicht 15 cm  Tiefe von 2°C. Zum Bearbeiten oder Sähen einfach noch zu kalt. 
aktuelle Bodentemperatur im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk
aktuelle Bodentemperatur im Gemüsebeet (c) by Joachim Wenk

Ein Blick ins Gewächshaus zeigt andere Temperaturen. Die Luft hat, weil heute oft die Sonne schien 15°C.

aktuelle Lufttemperatur im Gewächshaus  (c) by Joachim Wenk
aktuelle Lufttemperatur im Gewächshaus  (c) by Joachim Wenk

Misst man hier die Bodentemperatur, so zeigt das Thermoeter sage und schreibe 7°C an. Unter dem Vlies habe ich schon Gemüse gesät. Heute Rettich, Asiasalat und Kohlrabi. Vor ein paar Tagen bereits Kopfsalat, Radieschen, Feldsalat, Portulak, Asiasalat und Rauke. Noch keimt nichts, aber wenn es jetzt noch ein paar  Tage warm bleibt geht es sicher bald los. 

aktuelle Bodentemperatur im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
aktuelle Bodentemperatur im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
So langsam raus aus dem Gewächshaus dürfen die kleinen Gesellen hier. Im vergangen Sommer habe ich Fingerhut gesät. Der überwinterte jetzt hier so wie ihr es seht im Gewächshaus. Im Herbst war er mir einfach noch zu klein zum Auspflanzen. 
Fingerhutsämlinge überwintert im Gewächshaus  (c) by Joachim Wenk
Fingerhutsämlinge überwintert im Gewächshaus  (c) by Joachim Wenk
Meine andere Kinderstube ist momentan der Partyraum draußen im Garten. Zwar unbeheizt aber gut isoliert und der Sonne ausgesetzt. Hier keimen bereits Salat, Asiasalat, Butterkohl und früher Wirsing. 
im unbeheizten Partyraum ist die Gemüsekinderstube (c) by Joachim Wenk
im unbeheizten Partyraum ist die Gemüsekinderstube (c) by Joachim Wenk

im unbeheizten Partyraum ist die Gemüsekinderstube (c) by Joachim Wenk
im unbeheizten Partyraum ist die Gemüsekinderstube (c) by Joachim Wenk
Gestern machte ich mich noch über diverses Sträucher und Hecken, eben das Gestrüpp im Garten her. Vor der Saison musste da noch einmal eine ordentliche Frisur her. 

nochmals Sträucher, Hecken und Gestrüpp geschnitten (c) by Joachim Wenk
nochmals Sträucher, Hecken und Gestrüpp geschnitten (c) by Joachim Wenk

nochmals Sträucher, Hecken und Gestrüpp geschnitten (c) by Joachim Wenk
nochmals Sträucher, Hecken und Gestrüpp geschnitten (c) by Joachim Wenk
nochmals Sträucher, Hecken und Gestrüpp geschnitten (c) by Joachim Wenk
nochmals Sträucher, Hecken und Gestrüpp geschnitten (c) by Joachim Wenk

Und schon wieder ist der Haufen gewachsen. Jetzt muß ich dann doch bald wieder mit Häckseln beginnen. Noch ist er eingewintert in der Scheune. Aber während der Saison hat er eigentlich dauernd zu tun. Egal wie oft ich meine, dass erst mal Schluß damit ist. Und immer wieder bin ich baff, was sich so ansammelt in einem Garten.

Futter für den Häcksler (c) by Joachim Wenk
Futter für den Häcksler (c) by Joachim Wenk
So langsam kommen auch die ersten Boten. Wenn Schneeglöckchen und Haselnuß blühen, ist Schluß mit Winter und wir haben Vorfrühling. 
Einige der Haselnußschwänzchen sind heute offen gewesen und vebreiten den gelben Staub. Die Schneeglöckchen blühen auch bald. Diese Woche  ist es dann wohl so weit. Der Winter ist vorbei. 
erste Vorfrühlingsboten  (c) by Joachim Wenk
erste Vorfrühlingsboten  (c) by Joachim Wenk

erste Vorfrühlingsboten  (c) by Joachim Wenk
erste Vorfrühlingsboten  (c) by Joachim Wenk

Iphone 7 und Nokia Lumia 1050 wer macht die schöneren Aufnahmen?

So und nun einmal Spaß bei Seite. Im letzten Post habe ich es ja bereits angesprochen, daß das neue Handy andere Fotos macht, als das Alte. Leider gefallen mir die Aufnahmen, die ich mit dem alten Smartphone geschossen habe deutlich besser. Und ob das nur ein Eindruck meinerseits war (im letzten Beitrag der Vergleich war ja eher als Witz zu sehen) oder Realität, das wollte ich heute, wo doch wirklich die Sonne den ganzen Tag scheint, einmal testen. 
Der Eindruck bestätigt sich. Oder was sagt ihr dazu? 
neus Smartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk
neus Smartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk

altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk
altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk
neus Smartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk
neus Smartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk

altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk
altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk

neus Smartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk
neus Smartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk

altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk
altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk
neus Samartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk
neus Samartphone Iphone 7 (c) by Joachim Wenk

altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk
altes Smartphone Nokia Lumia 1050 (c) by Joachim Wenk

Also bis auf die Nahaufnahmen von den Krokussen gefallen mir durchweg die Aufnahmen vom alten Nokia Smartphone besser. Die Dateigröße der Nokiaaufnahmen ist auch um ein Vielfaches größer,(etwa 13 oder mehr Megabite, iPHone etwa 3-5 Megabite) als beim Phone. Was allerdings beim Nokia wirklich nicht gut gelingt, sind Nahaufnahmen. Das geht nur mit weiter weggehen und dann heranzoomen. Das ist für die Qualität der Aufnahmen nicht von Vorteil. Makro ist vollkommen unmöglich. Das gelingt beim Iphone leichter.

Gespannt bin ich jetzt wirklich noch auf die ersten schrillen Farben im Garten. Hier war es beim Nokia oftmals unmöglich auch nur annähernd den Farbton und Farbverlauf der realen Blüten im Foto fest zu halten. Wie wohl das IPhone mit Farben zurecht kommt? Wenn die Sonne weiter so toll scheint, wie heute, dann kann ich das sicher bald testen.

Die to-do-Liste steht. Mal sehen, welches Handy dann die Umsetzung dokumentieren wird.

Seid ihr auch schon einmal betrogen worden? Wenn nein, dann herzlichen Glückwunsch. 
Ich jedenfalls bin betrogen worden. Am vergangenen Wochenende. Und das sogar von allen! 
Von allen Wettervorhersagen in Rundfunk oder als App, die ich hatte. Jedenfalls war ich auf ein wärmer werdendes Wetter mit Sonnenschein eingestellt. Die Tage deutlich über Null und ich beim frohen  Schaffen im Garten. Und was kam dann. Gerade der Sonntag war ausnahmslos bedeckt und trist und das bei nicht einmal minimal-positiven Graden am Thermometer. Da war ich beinahe froh, doch am kalten und windigen Samstag etwas gearbeitet zu haben. 
Der Betrug wird noch komplettiert von der Tatsache, daß heute, am Montag,  seit dem Morgen strahlend blauer Himmel mit Sonne pur da draußen ist. Ich sitze natürlich im Büro. Der Rest ist ohne Worte…
Und wenn ich mir denn so die Fotos vom vergangenen Wochenende ansehe, dann frage ich mich, ob es wirklich so elend trist und farblos war, oder ob die  Kamera meines neuen  Handys einfach andere Bilder macht, als die alte Kamera. 
Hier zum Beispiel mein Erdbeerfass. Ich habe alle braunen Blätter abgeschnitten. Viel munterer sieht es nach dieser Frisur allerdings noch immer nicht aus. Beim Wegschneiden stellte ich fest, daß wohl, wie es jetzt noch aussieht, die meisten  Pflanzen überlebt haben. Das war der erste Winter und ich nehme das Erdbeerfaßprojekt auch zum sammeln von Erfahrungen. Solche Erdbeertürme gibt es  in unterschiedlicher Form fertig zu kaufen. Wenn nun die Pflanzen einen Winter so ungeschützt (wie sollte ich die auch schützen?) im Faß nicht überstehen, dann ist dies Anbaumethode ja total praxisuntauglich und damit im Alltag unbrauchbar. Es wäre hinaus geschmissenes Geld. Also bin ich wirklich gespannt, wie sie austreiben, wie viele überlebt haben und wie sie weiter wachsen. 
Erdbeerfaß nach dem ersten Winter (c) by Joachim Wenk
Erdbeerfaß nach dem ersten Winter (c) by Joachim Wenk

Mein vor drei Wochen im unbeheizten Hüttenzauber (6-8°C) gesäter Salat keimt jetzt.  Im Gewächshaus habe ich am Sonntag auch Salat gesät, Radieschen, Winterportulak, Rucola und Feldsalat. Alles Gemüse, die jetzt im unbeheizten Gewächshaus schon gesät werden können. Die richtige Sorte dafür ist natürlich Voraussetzung. Abgedeckt habe ich die Beete auch im Gewächshaus noch mit einem Vlies.

der erste Salat im Jahr keimt jetzt (c) by Joachim Wenk
der erste Salat im Jahr keimt jetzt (c) by Joachim Wenk

Die folgenden Fotos zeigen meinen Gemüsegarten in seiner momentanen Pracht. Fotografiert habe ich vor allem die Stellen, welche noch vor dem Saisonbeginn mit Arbeit verbunden sind. Und genau die ist bei steinhart gefrorenem Boden und Temperaturen wie am Wochenende  nicht machbar. Nee wirklich nicht und  die Lust fehlte bislang auch noch.

Die Pflanzenreste vom Herbst müssen ausgegraben und entsorgt werden. Dann muß der Laub-Mulch weggerecht und der Boden bearbeitet werden. Bald kommen die ersten Samen dort hinein. Ich werde nur die Grabegabel verwenden. Dazu bin ich schon gespannt, wie das mit den Bewässerungsschläuchen, die ja den ersten Winter dort lagen, klappt. Die muß ich irgendwie weg-klappen oder sonst wie zur Seite räumen. Sonst kann ich mit der Grabegabel nicht arbeiten. Mich stört dieser Gedanke sehr. Allerdings lege ich jetzt dann auch in die anderen Beete solche Schläuche. Nach der von Jahr zu Jahr immer mehr zunehmenden Dürre ab Ende Juni bleibt mir gar nichts anderes übrig, wenn ich irgend welches Gemüse ernten möchte.  Hoffentlich ist eine Bodenbearbeitung dennoch möglich. Beseitigen muß ich auch die störrischen schwarzen Bewässerungsschläuche. Sie haben sich im Winter wieder massive gebogen, aufgebäumt und sind einfach zu dick und nicht handhabbar.  Sie werden gegen dünnere ausgetauscht. Man lernt eben nie aus.

viel Arbeitet wartet auf mich bevor hier die ersten winzigen Möhrensamen in den Boden können (c) by Joachim Wenk
viel Arbeitet wartet auf mich bevor hier die ersten winzigen Möhrensamen in den Boden können (c) by Joachim Wenk

Und dann diese Unordnung überall. Laub und Äste wo ich auch hinschaue. Wenn das dann endlich mal alles wieder beseitigt ist…

Sisyphusarbeit: Laubwegkehren und der Wind verteilt es wieder (c) by Joachim Wenk
Sisyphusarbeit: Laubwegkehren und der Wind verteilt es wieder (c) by Joachim Wenk

Das Projekt hier haben wir gerade heute auf den Herbst verschoben, weil wir nicht mehr rechtzeitig vor Saisonbeginn dazu kommen. Der etwa 170 cm hohe Zaun kommt weg und wird durch einen deutlich niedrigeren ersetzt. Früher mußte er die Hühner daran hindern, aus dem Gehege auszubrechen. Heute dient er nur noch als Pflanzenstütze und Barriere für den Hund, der den Gemüsegarten nicht betreten darf. Es müssen auch 2 Pfosten einbetoniert werden. Das würde jetzt nur unnötig Druck und Streß erzeugen. So bleibt das erst einmal. Im Sommer sieht den Zaun dann ohnehin niemand mehr.

der hohe Zaun wird irgendwann durch einen niedrigen ersetzt (c) by Joachim Wenk
der hohe Zaun wird irgendwann durch einen niedrigen ersetzt (c) by Joachim Wenk

Der Häcksler muß auch wieder ran. Die ersten bescheidenen Mengen an Geäst und Gestrüpp liegen schon herum. Da kommen noch die Rosen und Wildrosen dazu und die Haselnußhecken. Das muß bald einmal zerkleinert werden. So viel Zwischenlagerplatz habe ich einfach nicht.

ein paar mal die Rosenschere gezückt und schon hat man haufenweise Gestrüpp herumliegen (c) by Joachim Wenk
ein paar mal die Rosenschere gezückt und schon hat man haufenweise Gestrüpp herumliegen (c) by Joachim Wenk

Und schon wieder ein Bild zum Thema Unordnung. Maulwurfshaufen und herabgefallene Äste.

von oben (Äste, Laub) und von unten (Maulwurf) wird in meinem Garten für Unordnung gesorgt (c) by Joachim Wenk
von oben (Äste, Laub) und von unten (Maulwurf)
wird in meinem Garten für Unordnung gesorgt (c) by Joachim Wenk

Ja, auch wieder Unordnung. Aber hauptsächlich sieht man hier wieder einen guten Tag Arbeit. Der Weg ist zu schmal. Hier muß ich unentwegt mit dem Schubkarren durch. Vom Kompostplatz im oberen Bild zum hier im Bild hinten erkennbaren Kompostplatz. Der Schneckenzaun wird nach innen versetzt und eine Reihe Wegplatten zusätzlich verlegt. Auch der Rasen vor dem Kompost wird weg gemacht und  mit immer noch übrigen Platten belegt.  So lässt sich dann leichter arbeiten. Zudem ist es immer fast unmöglich hier hinten mit dem Rasenmäher hin zu kommen. Gerade dort aber wächst, wegen dem Kompost, das Gras immens.

der Weg zwischen den Kompostplätzen muß verbreitert werden  (c) by Joachim Wenk
der Weg zwischen den Kompostplätzen muß verbreitert werden  (c) by Joachim Wenk

Der Kompost ansich muß im Zier- und Gemüsegarten verteilt werden. Die Haselnußhecke dahinter sollte dringend auch jetzt noch einmal gestutzt werden.

der Kompost muß verteilt und die Haselhecke geschnitten werden  (c) by Joachim Wenk
der Kompost muß verteilt und die Haselhecke geschnitten werden  (c) by Joachim Wenk

Letztes Jahr haben wir im Gemüsegarten die Wege neu gemacht und mit Rabatten eingefasst. Dann aber war es schon so spät im Jahr, daß alles schön eingewachsen war. So verschoben wir die letzten Meter Rabatten auf das Frühjahr. Und das ist jetzt! Das Beeren- und Kräuterbeet erhält auch noch so eine sehr praktische Beeteinfassung.

hier fehlen noch die Rabatten als Beeteinfassung  (c) by Joachim Wenk
hier fehlen noch die Rabatten als Beeteinfassung  (c) by Joachim Wenk

Und dann kommt irgendwann die Zeit, dass ich  nicht mehr Fotos mit dem neuen Handy mache. Fotos wie dieses hier.

Gemüsegarten im Februar  (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Februar  (c) by Joachim Wenk
Nein, dann krame ich wieder das alte Handy hervor. Seine Bilder gefallen mir einfach viel besser…
Gemüsegarten im März  (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im März  (c) by Joachim Wenk

Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Mai  (c) by Joachim Wenk

Jähes Erwachen aus den samstäglichen Frühstücksträumen

Es ist schön, am Wochenende morgens durch die Sonne geweckt zu werden. Und jetzt ist es langsam wieder so weit, daß ich dabei  von morgens reden kann, wenn die Sonne mich weckt. Im Winter kommt sie ja erst am Vormittag oder gar nicht hervor. Heute hat sie mich geweckt und es war die richtige Zeit zum Aufstehen.

Im Sommer  bin ich nach dem Wecken immer sehr schnell im Garten. Jetzt aber bin ich doch nach wie vor im Aus-Ruhe-Modus. Ich war flott aus dem Bett draußen aber das Frühstück zog sich dann wieder ewig hin. Die sozialen Medien mussten schließlich gelesen werden und die beiden Magazine, die gestern geradezu versehentlich in meinen Einkaufswagen gerutscht sind, fesselten mich. Mein schöner Landgarten und Landedition Käseküche. Im Landgartenmagazin ist schon mindestens Vollfrühling. Zusammen mit den Sonnenstrahlen, die durch das Fenster an meinem Frühstückstisch scheinen, lässt das natürlich meine Gedanken entschweifen.

Terrassen für meinen Vorgarten? (C) by Joachim Wenk
Terrassen für meinen Vorgarten? (C) by Joachim Wenk

Oh ja mein Vorgarten müsste umgestaltet werden. Terrassieren möchte ich ihn, mit Stufen in den Terrassenmauern und im Mäuerchen beim Mäuerchenbeet. Herrlich diese Bilder mit solchen Terrassen und Mauern in voller Frühlingspracht in genanntem Magazin. Wir haben über den Vorgarten schon mal gesprochen. Wenn, dann muß da ein Bagger rein und wir gehen auch dabei gleich den Erdkeller hinterm Haus an. Klar, wenn im Vorgarten ohnehin dann alles zerfahren und zerstört wird. Ups. Als ob eine Wolke sich vor die Sonne auf meinem Frühstückstisch drängt, trifft mich der Schatten dieser destruktiven Gedanken vollkommen unvorbereitet.

Alles zerstört? Klar die Stauden aus dem Staudenbeet müssen raus. Der Bagger zerfährt die Blumenwiese. Vielleicht gehen die Blumenwziebeln kaputt im Rasen? Wann macht man das? Im Frühjahr auf keinen Fall. Da blüht die Blumenwiese. Im Herbst. Das ginge, aber dann nicht zu früh, daß die komplette Stauden- und Strauchgesellschaft ausgegraben und zwischengelagert werden könnte. Allerdings auch nicht zu spät, so daß man vor Wintereinbruch fertig wird und alles wieder einpflanzen kann.

Oh weh, so schön diese  Fotos im Magazin und in meiner Phantasie sind. Bei der Vorstellung, wieder großes Gerät im Garten zu haben, stellen sich meine Nackenhaare auf.

Aber Moment! Hallo! Was geht denn jetzt? Bin ich jetzt total daneben oder höre ich Baumaschinen unter meinem Wohnzimmerfenster. Mir bleibt das Brötchen im Hals stecken. Stimmen sind auch dabei. Laute, das Motorengebrumme übertönende Stimmen mit Kommandos.

Ich stehe auf und blicke fast auf das Dach eines stockwerkhohen Radladers unten im Hof.

Ach so! Mein Schwager hat die benachbarte Baustoffhändlerin organisiert, die uns geschwinde hilft. Vor der Garage liegen seit Herbst vier Paletten mit den Betonplatten für unsere neue Terrasse. Den ganzen Winter genierten sie beim Einfahren in die Garage und den Hof. Die wollten wir seit Herbst hoch fahren und in die Nähe der Terrasse lagern. Aber erst war der Radlader nicht zur Hand, dann war keine Zeit und schließlich die Wiese total weich vom Regen. Jetzt im Januar war die Fuhr, hoch in den oberen Garten, gefroren und zu einer Eisschicht zusammen gefahren. Heute war wirklich ein guter Zeitpunkt für die Aktion. In wenigen Minuten hat die große  Maschine die Paletten wie Spielzeug gepackt und hochgefahren. Nicht auszudenken,  ich hätte die Platten einzeln im Schubkarren hoch fahren müssen.

der neue Terrassenbelag (c) by Joachim Wenk
der neue Terrassenbelag (c) by Joachim Wenk

Jedenfalls ist jetzt erst einmal Schluß mit träumen. Traumhaftes Wetter und so viel zu tun. Ich mache mich an die  Arbeit.

Gassi gehen, bei den Weihern nach dem Rechten sehen. Langsam gibt es offene Stellen in der noch immer geschlossenen Eisdecke auf den Weihern. Im kleinsten, dem Loch, ist fast kein Eis mehr. Es ist sehr flach und ständig bringen die Quellen am Grund frisches Wasser. Im klaren und sicher eiskalten Wasser sehe ich sie aber schwimmen, die Karpfen. Ein schönes Gefühl, sie wohlauf wiede z sehen. Die haben schon mal den Winter überlebt. Wenn nicht wieder ein Kormoranschwarm kommt, dann ist alles gut. Ansonsten haben sie den Winter umsonst überlebt.

Am Rückweg noch rasch im Dorfladen eingekauft und dann heim.

Nachmittags gehe ich wirklich in den Garten. Trotz Sonne und bis zu 8°C in der Sonne ist es irgendwie noch kalt. Der Boden in großen Teilen bockelhart gefroren.

Ich schneide den verwilderten Kriechwacholder unter der Korkenzieherhasel aus. Auch die kerzengeraden Triebe an der  Korkenzieherhasel, die unterhalb der Veredelung hervortreiben, müssen entfernt werden. Wachsen lassen kann man sie nicht. Sie stören absolut das Erscheinungsbild des Strauches. Auch können sie die veredelte Korkenziehervariante zum Absterben bringen, wenn sie zu sehr wachsen und nicht abgeschnitten werden. So habe ich es einmal gelesen. Unser jahrzehnte alter und viele Meter hoher und breiter Korkenzieherhaselstrauch ist aber ein besonderer Stolz von mir. Der wird natürlich gepflegt.

Korkenzieherhaselnuß und Kriechwacholder (c) by Joachim Wenk
Korkenzieherhaselnuß und Kriechwacholder (c) by Joachim Wenk

Den Khakibaum habe ich geschnitten. Ob der den sehr strengen Frost, ausgepflanzt im Garten, überlebt hat? Er treibt immer sehr spät aus, so dass ich noch ein wenig warten muß, um hier Gewissheit zu erhalten.

Schließlich verlegte ich noch einen jetzt übrig gebliebenen Spritzschlauch im Beet neben dem Eingangstor . In den  Staudenbeeten sind jetzt überall Tropfschläuche. Das Beet hier, in dem mittlerweile vor allem Strauchrosen und Büsche stehen, muß nicht unbedingt gegossen werden. Da der Schlauch aber übrig ist, lege ich ihn, jetzt wo man noch in die unbewachsenen Beete treten kann, einfach einmal aus. Fixieren im Boden kann ich ihn jedoch nicht. Die Erdspieße dringen in den durch und durch gefrorenen Boden nicht ein.

In diesem Beet steht meine Moosrose „Captain John Ingram“. Ein Blühwunder und eine Duftexplosion. Das alles in tiefsten, samtigen Lila. Eine wunderbare und unverschämt wüchsige Rose. Sie hat sogar schon einen neuen Rosenbusch als Ausläufer gebildet. Der wird noch ausgegraben und an den Zaun gepflanzt. Dort wächst die andere Rose nicht. Vielleicht bekomme ich den Captain dort zum Wachsen. Die dortige „Marguerite Hilling“ ist nicht einmal kniehoch. Und das nach etlichen Jahren. Sie sollte eine starkwüchsige Strauchrose sein. Die Blüten im Sommer sind wunderschön. Aber sie wächst nicht. Nun werde ich sie dort ausgraben, in das Gebüsch neben dem Weinberg pflanzen und beobachten. Dann muß  ich die Erde dort austauschen und den Captain-Ableger einpflanzen. Vielleicht blüht dann endlich einmal am Zaun eine große Rose.

Ach es ist noch so viel zu tun. Aber immerhin, ist wieder etwas geschafft. Ich bin froh, daß das Frühjahr so nach und nach kommt. Jetzt sagen die Prognosen ständig steigende Temperaturen  und dann kein Frost in der Nacht mehr. Sicher kommt  jetzt langsam – so wie es richtig ist – das Frühjahr. Denken muß ich an diejenigen, die  schon seit Wochen sehnsüchtig nach dem Frühjahr rufen. Also ich habe gerade vor noch nicht mal erst 14 Tagen (Lichtmeß) die letzte Weihnachtsdeko weg geräumt  und fahre mich so langsam erst in den Frühjahrs-Aktivitätsmodus hoch.

Ich habe mir doch gleich gedacht, als ich am Tag nach dem letzten Weihnachtsfeiertag schon las, daß die Weihnachtsdeko endlich weg ist: Was machen die jetzt alle, so lang bis in so vielen Wochen erst das Frühjahr beginnt? Jetzt weiß ich es. Während ich im Rhythums der Natur mich den Jahreszeiten hingebe, haben sie es ungeduldig und eilig, so schnell wie möglich die nächste Jahreszeit herbei zu beschwören. Ich finde, das ist Lebenszeitverschwendung, wenn man zu wenig im Jetzt lebt und das mit seinen charakteristischen Eigenschaften genießt. Und wer über „unsere heutige Hektik“ im Gegesatz zur Gemütsruhe vergangener Zeiten klagt, kann ja mal darüber nachdenken, wie wir selbst gerade durch solche Dinge uns in Hektik versetzen.

Ich genieße jetzt  erst einmal den Abend vor unserem Holzofen, das Abendessen und einen schönen und ruhigen Samstagausklang.

Morgen geht es dann wieder in den Garten. Ich werde Gemüse sähen. Gott sei dank ist der Boden noch gefroren. So  bleibt mir das Ausgraben des Fundamentes für die neue Terrasse doch noch etwas erspart. Die Platten direkt vor der Haustüre erinnern mich jetzt ohnehin viel zu eindringlich an die bevorstehende und eher ungeliebte Arbeit.

Was hat Minestrone mit Kindheitsträumen zu tun?

Es ist noch ziemlich  kalt draußen. Im Garten gibt es, wie fast rund ums Jahr, immer etwas zu tun. Um möglichst  lange arbeiten zu können und nicht unnötig Zeit bei den Pausen zu verlieren, hat er natürlich seine Mahlzeit gleich mit dabei. Genau wie all den Kleinkram, den er immer wieder direkt vor Ort bei der Gartenarbeit benötigt. 
Im Köfferchen sind vom Bindedraht über Rosenschere oder Handschuhe und Zollstock alle Kleinteile verstaut. Wie das eben bei den Gärtnern der großen und traumhaften Landgärten englischer Adelsgüter so gemacht wurde. Schließlich kann man nicht immer zurück zum Gerätschuppen, wenn man etwas braucht. Die Wege dafür waren einfach zu lang. 
Zum Mittag gab es heute Minestrone und Kräutertee. Beides schön heiß aus den entsprechenden Warmhaltebehältern. Die Temperaturen verlangten nach einer heißen Mahlzeit. 
wärmendes Mittagsessen bei der Gartenarbeit (c) by Joachim Wenk
wärmendes Mittagsessen bei der Gartenarbeit (c) by Joachim Wenk

So sitze ich also auf meinem Bänkchen im Gemüsegarten und träume. Oder träume ich gar nicht? In letzter Zeit denke ich viel nach über früher. Viel früher. Über meine Kindheit und wie mich das Gärtnern und Kochen und selber-machen schon immer begleitet. Ich erinnere mich an meine Träume vom großen Garten am Land, so wie in England vor allem die mit adeligem Landsitz. Oder vom Cottagegarten. Jedenfalls ein großer Garten und das Haus mittendrin. Und so kommen diverse Wünsche, Hoffnungen, Enttäuschungen und kleinere Schritte in Richtung meiner Träume in mir auf.

Wenn ich nun so darüber nachdenke stelle fest, daß sich so viel von dem ich träumte sich verwirklicht hat.

Schon komisch. Ein Leben lang träumt man von verschieden Dingen. Lebt dabei sein Leben. Erlebt viel. Schönes, trauriges und viele Enttäuschungen. Die Umstände ändern sich und man merkt nicht einmal dass gerade das real ist und realer wird, wovon man immer träumte!

Was, wenn einem dieser Umstand einmal gar nicht bewußt wird? Man merkt gar nicht, dass Träume war wurden und verpasst somit sein Glück. Ich bin mir sicher, daß genau das öfter vorkommt, als man meint.

Die eigenen wahr gewordenen Träume nicht erkennen? Unrealistisch? Könnte mir nicht passieren? Gebt es zu, ihr denkt das zuerst einmal. Und haben sich eure Träume nie erfüllt? Wenn ja, wann und wie habt ihr genau das realisiert?

Die meißten Träume erfüllen sich schließlich nicht von heute auf morgen, wie ein Lottogewinn, der einem endlich zu Geldsegen verhilft. Das kann man dann wohl wirklich nicht übersehen.

Aber denken wir an andere Wünsche, auch nicht materielle Wünsche. Sie werden vielleicht langsam wahr. Veränderungen, die sehr langsam vor sich gehen, nimmt der Mensch eben nicht so leicht war.

Auch verwirklichen sie sich nicht immer 1:1. Ich habe weder einen Landsitz in England oder bin plötzlich adelig und „finanziell unabhängig“.  Aber ich habe ein wundervolles Häuschen mitten in einem großen Garten auf dem Lande.

Erwarte ich die schnelle und direkte Traumverwirklichung, muß ich enttäuscht sein, weil ich es nie erreichen werde und unendlich weit von meinen Träumen entfernt bin. Sehe ich aber was ich wirklich und eigentlich wollte damals in meinen Träumen und sehe, was ich habe, dann bin ich überglücklich, weil sich das fast alles verwirklicht hat.

So, meine Suppe ist aufgegessen. Eine Schluck blumig duftenden Tee hinter her getrunken und weiter geht es. Der Gärtner  muß dann wieder auf die Ländereien zurück und an die Arbeit.

Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk
Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk

Die Minestrone ist eine meiner kürzlich beschriebenen Fertigsuppen für Selbstversorger. (Weitere Rezepte gibt es hier: Fertigsuppen .)

Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk
Minestrone aus getrocknetem Gemüse (c) by Joachim Wenk

Im Herbst habe ich Pastinaken, Möhren, Sellerie, Lauchgrün, Tomaten und Petersilie aus dem Garten getrocknet. Das Gemüse wird dazu klein gewürfelt und dann gedörrt. Wenn es trocken ist, vermische ich es und gebe es in dicht schließende Behälter. So hält es sich mindestens ein Jahr.

Für die Zubereitung nehme ich pro Person 2 Eßlöffel vom getrockneten Gemüse, ein paar trockene Petersilienblätter und etwa 3 gehäufte Eßlöffel Reisnudeln. Alles in 500 ml kochendes Wasser geben und 10 Minuten leicht köcheln lassen. Danach mit etwas Olivenöl und Salz abschmecken.

So lange die Minestrone gart, habe ich den Kräutertee gebrüht. Heute ist es eine Mischung aus den Blättern von meiner Rosengeranie, den verblühten Blütenständen vom Lavendel und Zitronenverbenenblättern. Alles Erinnerungen an den letzten Sommer.

Und heute wärmen sie den leicht fröstelnden Gärtner in der Mittagpause.

Gegen Nachmittag kam dann sogar die Sonne heraus, schaffte aber nur 5°C dort, wo sie direkt hin schien.

keine 5 Grad in der prallen Sonne (c) by Joachim Wenk
keine 5 Grad in der prallen Sonne (c) by Joachim Wenk

Ich habe mich dann neben der Mittagspause und heißem Tee um die Bewässserungsschläuche gekümmert. Sie müssen jetzt unbedingt in die Beete. Wenn erst die Zwiebelblumen zu treiben beginnen, wäre es nicht mehr möglich, ohne zu viele davon ab zu brechen.

So schnell wird es aber wohl noch nicht gehen. Der Boden ist noch gefroren. Um zwei  Beete zu verbinden muß ich unter der Grasnarbe einen Verbindungsschlauch verbuddeln.

den Schlauch wollte ich vergraben (c) by Joachim Wenk
den Schlauch wollte ich vergraben (c) by Joachim Wenk

Frisch den Spaten gezückt und rein damit ins Gras. So dachte ich jedenfalls, daß es gehen könnte. Aber mal wieder war kurz unter der Oberfläche ein Stein. Also daneben rein gestochen. Ups, der Stein ist größer. Nochmal und nochmal in den Rasen gegraben und immer das Gleiche. Ein so großer Stein? Witzig ist ja, daß ich wirklich zuerst dachte, mal wieder auf Steinbrocken im Boden gestoßen zu sein. Erst als dieser „Stein“ viel zu groß zu werden schien, um wirklich da zu sein, schaltete ich mein Gehirn ein. Klar, der Boden ist einfach noch nicht aufgetaut. An manchen Stellen aber schon und darum eben dieser anfängliche Irrtum mit dem Stein. Bei den weiteren Arbeiten in den Beeten merkte ich es noch oft. Die Erdspieße mit denen die Schläuche am Boden befestigt werden ließen sich nicht immer dort in den Boden drücken, wo ich es eigentlich wollte.

diesen Sommer wird das Gießen einfacher (c) by Joachim Wenk
diesen Sommer wird das Gießen einfacher (c) by Joachim Wenk
Nach etlichen Stunde heute daußen in meinem großen Landgarten, allein mit meinen Träumen, der Ruhe und dem wieder beginnenden Leben im Garten, freue ich mich nun auf einen frischen Kaffee und den Flammen im Ofen im Wohnzimmer. Oder ist es der Kamin im Gartenzimmer?

Ein paar Gartenarbeiten zum ausklingenden Winter

Da habe ich jetzt doch  tatsächlich lange suchen müssen, um die munteren grünen Gesellen hier zu finden. 
die allerersten Crokusse im Frühjahr 2017 (c) by Joachim Wenk
die allerersten Crokusse im Frühjahr 2017 (c) by Joachim Wenk

Und wie es mir nach 2 Tagen mit Gartenarbeit scheint, so sind es tatsächlich bislang die einzigen, die sich hervor wagen.

Das Wochenende war sehr angenehm. Viel Sonnenschein, kein Wind, der Schnee fast weg und die Temperaturen um die Mittagszeit bei fast 10°C.

Weil es im Garten noch so gar schlimm aussieht, habe ich mich zuerst einmal an die Aufräumarbeiten gemacht. Laub und Äste wegkehren vom Vordereingang bis hoch zum hinteren Eingang nahm das beinahe meine gesamte Samstagsarbeitszeit in Anspruch.

In de Staudenbeeten habe ich Staudenreste entfernt. Der Boden ist noch gefroren. Die sehen nun schon gepflegter aus. Aber die Laub- und Mulchdecke habe ich gelassen. Stellenweise mußte ich diese aber mit der Gabel etwas auflockern und wieder zerteilen. Sonst kommt keine Luft drunter und es fängt an zu faulen.

Beflügelt vom fast frühlingshaften Wetter ärgerte mich auch der zerzauste Weinberg. Und obwohl ich mir bereits einen mit dem Mond in Einklang stehenden Termin notiert hatte, die Reben zu schneiden und anzubinden, vollbrachte ich diese Arbeiten gleich heute. Erst beim frohen und zufriedenen Betrachten meines Werkes erinnerte ich mich daran, daß ich das ja erst später machen wollte. Jetzt kann ich es auch nicht mehr ändern.

Die Reben im Weinberg sind geschnitten und angebunden (c) by Joachim Wenk
Die Reben im Weinberg sind geschnitten und angebunden (c) by Joachim Wenk

Zu Schneiden ist wohl noch genug im Garten. Die Rosen sind zerzauste und verwilderte Besen in den Beeten. Aber die schneide ich dieses Jahr einmal später. Wenn die Forsythien blühen, sei der rechte Zeitpunkt dafür. So habe ich es gelesen. Sonst hatte ich sie immer bereits mit den Obstbäumen im Januar  oder Februar geschnitten.

Obstbäume sind jedenfalls auch noch dran. Hier aber nur der Baum im Gemüsegarten und die beiden Apfelspaliere, die zum weiteren Erziehen  an der Spitze gekappt werden müssen.

Im Vorgarten habe ich noch viel Wildwuchs im Gebüsch gesehen. Da kommt noch eine Menge Häckselmaterial an Schlehen-, Weißdorn- und Rosengestrüpp nebst weiterem Fliederdickicht zusammen.

Das ginge ja alles noch, aber der Gemüsegarten. So unordentlich wie der aussieht. Hier müssen abermals weitere Wegplatten gelegt werden, der Schneckenzaun wird leicht versetzt, der Zaun zum Staudenbeet sollte erneuert werden (wird aber wohl vielleicht doch erst nächstes Jahr gemacht). Dann muß natürlich das restliche Mulchmaterial weggerecht und der Boden mit der Grabegabel behandelt  und anschließend Gründünger oder erste Gemüse (Möhren, Radieschen, Ackerbohnen, Salat, Kohlrabi oder eben den Sommerlauch) gesät oder gepflanzt werden. Dazu ist es aber zu früh. Der Boden ist im Schatten noch gefroren und ansonsten viel zu naß für diese Arbeiten. Gleiches gilt für den Kompost, der natürlich auch noch auf Gemüse- und Staudenbeete ausgebracht werden soll, sobald es etwas wärmer und trockener ist.

Panoramafoto Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Panoramafoto Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Die Wege im Gemüsegarten sind allerdings alle gerade und die Beete richtige Dreiecke. Die geschwungen Wegführung ist durch die Panoramaeinstellung beim Fotografieren erzeugt worden. 
Zwischen Kompostanlage und Schneckenzaunbeet ist zu wenig Platz. Ich kann mit dem Schubkarren nicht durch. Das ist bei der Arbeit am Kompost sehr hinderlich. Daher werden hier noch eine Reihe Wegplatten verlegt und dazu der Schneckenzaun etwas versetzt. 

Schneckenzaunbeet (c) by Joachim WenkSchneckenzaunbeet (c) by Joachim Wenk

Die Erdbeeren im Beet sieht man kaum unterm Herbstlaub.

Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk

Dafür sieht man die Erdbeeren im Erdbeerfass umso deutlicher. Also zumindest, das was der Winter übrig gelassen hat davon. Zuerst erschrickt man schon ein wenig beim Anblick dieses Trauer-Fasses.

Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk
Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk

Ich bin aber guter Dinger, dass sie wieder wachsen werden. Die kleinen Blätter im Herzen sind nicht braun und vertrocknet. Und außerdem, daher das Bild oben, sehen die Pflanzen im Beet auch nicht unbedingt jung und rosig aus. Aber das ist ja jedes Jahr so. Bald werden sie wieder wachsen und sicher die im Fass auch. Dort muß ich allerdings die obersten nochmals ausgraben. Es müssen gut und gerne 30 cm Erde aufgefüllt werden. Ich hätte damals beim Bepflanzen länger warten sollen, bis sich die Erde gesetzt hat. Zwar kann ich die Pflanzen oben im Fass leicht ausgraben und neu einpflanzen. Doch ist es bei den in den Seitentaschen gepflanzten Erdbeeren nicht möglich,  sie einfach aus- und wieder unbeschadet einzugraben. Durch das Zusammensacken der Erde im Fass hat es die aber direkt ins Fass rein und nach unten „gesaugt“. Das ist nicht so gut, aber jetzt auch nicht mehr zu ändern.

Mein Tipp also bei so einer Aktion wie „Erdbeerfass bepflanzen“: Erde einfüllen. Schicht für Schicht leicht festdrücken und nach dem Befüllen und Wässern mit dem Pflanzen abwarten. Je länger desto besser.

Die Beerensträucher habe ich im Sommer schon geschnitten und das Himbeergerüst jetzt ausgebessert. Hier ist alles gut vorbereitet auf die kommende Saison.

Himbeer- und Johannisbeerbeet (c) by Joachim Wenk
Himbeer- und Johannisbeerbeet (c) by Joachim Wenk
Im Heizungskeller geht es jetzt auch tatsächlich los mit der Saison 2017. Im Gewächshäuschen auf der Heizmatte stehen die Paprika, Glockenpaprika und Wildchilli. Bei 25°C sollten sie doch bald keimen. 
Paprika und Chili frisch ausgesät (c) by Joachim Wenk
Paprika und Chili frisch ausgesät (c) by Joachim Wenk

Dann leuchtet sie über dem Gewächshaus die LED-Pflanzenleuchte an. Vom Fenster her erhalten sie zu wenig Licht. Das Licht ist jetzt einfach der limitierende Faktor. Wärme haben wir in den Wohnungen ja, aber einfach nicht ausreichend Licht. Die Sonne scheint auch bei weitem noch nicht ausreichend, um die Pflanzen langsam und kräftig wachsen zu lassen. Sie sehnen sich nach Licht und Sonne, schießen dabei regelrecht nach oben. Schwach und blass machen sie sich auf die  Suche nach Licht. Andererseits müssen die Paprika und Chili jetzt gesät werden, will man im späten Sommer welche ernten. Sie haben einfach eine so lange Anzuchtzeit.

Tomaten sähe ich erst in  vier Wochen aus. Sie keimen und wachsen wesentlich schneller und so genügt ihnen die Zeit, bis sie dann in den Garten dürfen.

Wenn man entsprechende Tabellen betrachtet, wird einem das mit dem Licht noch deutlicher. Jetzt haben wir schon eine Stunde länger Tag, als das noch  zu Weihnachten der Fall war. Und jetzt haltet euch fest! Mitte März, wenn ich Tomaten sähen werde, haben wir im Vergleich zu jetzt noch mal fast 2 Stunden mehr  Tageslicht (also schon 3 Stunden längere Tage als zu Weihnachten).

Kein Wunder, wenn die Pflanzen jetzt im Haus schießen und vergeilen.

Meinen Sommerlauch habe ich zu Weihnachten gesät. Der steht ganz schön in der Schale, hat aber allerdings auch diese LED-Pflanzenleuchte über sich. Sonst sähe er nicht so gut aus. Das habe ich vergangenen Winter gesehen.

Sommerlauch, gesät zu Weihnachten (c) by Joachim Wenk
Sommerlauch, gesät zu Weihnachten (c) by Joachim Wenk

Wetterumschwung zu Lichtmeß, hoffentlich stimmen die Wetterregeln!

Kaum war jetzt das Weihnachten – ein übrigens ausnehmend schönes Weihnachten muß ich sagen – vorüber, kaum sind nun die allerletzten Erinnerungen in Sachen Weihnachtsdeko verstaut, da ist schon wieder Februar.

Morgen ist Lichtmeß mit eineinviertel Stunden mehr Tageslicht als noch an Heilig Abend. Man merkt es wirklich deutlich, auch wenn heute gottseidank keine Sonne schien. Würde jetzt die Sonne scheinen, bliebe der Winter uns noch sechs Wochen erhalten. Es ist aber bedeckt, bei uns jedenfalls, und auch morgen und übermorgen bleibt es so. Ein Wetterwechsel von blauem Himmel und knackigem Dauerfrost zu bedecktem Himmel mit Tauwetter hat statt gefunden. Ich hoffe auf ein baldiges Frühjahr. Selbst bin ich noch im Wintermodus. Auch wenn ich heute ein paar Stunden im Garten gearbeitet habe. Spalierobst und Wein angebunden und geschnitten. Himbeergerüst ausgebessert uns derlei Kleinkram.

Wetterumschwung zu Lichtmeß (c) by Joachim Wenk
Wetterumschwung zu Lichtmeß (c) by Joachim Wenk

Im Garten sieht es fürchterlich aus, jetzt wo die weiße, weiche, schmeichelnde Decke des Schnees fort ist. Überall liegen Äste der Eiche, Haselnüsse, Eschen und  Walnußbäume herum. Die Orkan-Tage im Winter haben nicht nur Zweige sondern auch Äste aus den Kronen gerissen.

Das vergammelnde Laub ist überall auf den Wegen und dem Rasen verteilt.

Die Vögel haben Unmengen Kot in der Hecke und ums Futterhaus verteilt. Fast wie auf den Felsen, auf denen der Guano gewonnen wird. Matschig ist es und die Überreste an Stängeln und Zweigen der Stauden, die noch im Beet stehen erzeugen Unordnung. Die Rosen sind wilde Besen, ungepflegt überall im Garten stehend.

Nein, optisch schön ist es draußen gerade gar nicht. Weil es seit Wochen Dauerfrost hatte, ist der Boden tief gefroren und so können auch noch lange keine Frühlingsboten durch die Erdkrume brechen. Was da jetzt wieder an Arbeit auf mich wartet, bis der Garten aufgeräumt ist. Da muß ich langsam und ausdauernd, Schritt für Schritt ran gehen, sonst verliere ich die Lust schon, bevor ich angefangen habe.

Heute startete ich mit der Kettensäge. Flieder im Flierderbeet mußte ausgelichtet werden. Ein Grund die letzte Lichterkette und das Leuchtbambi, das Abends noch den Vorplatz am Haus erleuchtete, zu beseitigen.

Es ist Jahr für Jahr unfassbar. Immer meint man, jetzt ist dann bald alles geschnitten und ausgeastet. Jetzt kann nicht mehr so viel kommen, daß sich große Haufen bilden. Und kaum hat man die Schere oder Säge in Betrieb genommen, liegt in wenigen Minuten wieder ein riesiger Haufen an Material im Garten. Den Flieder kann ich dieses Jahr häckseln. Letztes Jahr hatte ich den großen Häcksler noch nicht und wir fuhren allen Heckenschnitt auf das Osterfeuer.

(c) by Joachim Wenk
Maulwurfhaufen, Äste überall Chaos
und es sammelt sich wieder das Schnittgut (c) by Joachim Wenk

Zwei schöne Fliederbüsche haben wir vor dem Zerkleinern für den Häcksler, gleich einmal auf  Vasenlänge abgesägt. Nicht mehr lange und ich brauche Zweige im Wohnzimmer für die Ostereier.

endlich wieder einmal ausgelichtet, der Flieder vor dem Haus (c) by Joachim Wenk
 endlich wieder einmal ausgelichtet, der Flieder vor dem Haus (c) by Joachim Wenk

Nach der Rückschnittaktion habe ich dann noch Kohlrabi, Frühkohl und frühen Wirsing sowie Asiasalat gesät. Im Gewächshaus ist die Erde schon vollkommen aufgetaut und saatbereit. Es kann aber, wie die Vorhersagen sind, nochmals deutlich kälter als -10°C nachts werden in wenigen Tagen. Daher sähe ich lieber erst einmal in Schalen und stelle es in den Hüttenzauber. Dort hat es etwa 6-8 Grad. Ich probiere es einfach, vielleicht bekomme ich schöne starke Jungpflanzen. Überall im Haus und Vorraum am Haus ist es zu warm und zu dunkel, gerade jetzt zu der Jahreszeit. Da keimt es rasch aber vergeilt und wird krank. Diese Erfahrungen habe ich hinter mir. Jetzt wird im Hüttenzauber oder dann bald direkt im Gewächshaus getestet. Entsprechende Sorten der jeweiligen Gemüse sind natürlich Voraussetzung.

erste Gemüsesaaten noch im (ungeheizten) Partyraum (c) by Joachim Wenk
erste Gemüsesaaten noch im (ungeheizten) Partyraum (c) by Joachim Wenk

Bis kurz nach 16 Uhr konnte ich schon im Garten arbeiten. Dann begann langsam die Dämmerung. Vielleicht komme ich so langsam in den aktiven Frühlingsmodus. Die Natur lässt es ja aber auch noch langsam angehen. Ich habe mich ihrem Rhythmus angepasst. Immer mehr.

Zu beobachten ist seit ein paar Tagen das zunehmende Vogelgezwitscher und Geplapper oder Gezanke. Im Winter sind sie muchsmäuschenstill, auch am Futterhaus. Jetzt verschaffen sie sich wieder Gehör. Auch ein Zeichen, daß es wohl demnächst Frühling wird.

In meinem indoor-Gemüsegarten geht gerade auch nichts voran. Die Austernseitlinge begannen zwar ein paar Tage noch Aktivierung des Substrates zu wachsen. Dann aber stagnierten sie und verharren jetzt schon vierzehn Tage so. Richtig gut und wuchsfreudig sehen sie nicht aus. Der Ralph vom Pilzpaket hält sein Versprechen auf der Anleitung zu den Pilzen. Wenn es nicht funktioniert, schickt er kostenlosen Ersatz. Wahrscheinlich war es zu kalt, als die Pilze mit der Post kamen. Mit dem Substrat werde ich auf seine Empfehlung hin, es gleich probieren, weiter zu kultivieren. Eigenen Kaffeesatz damit gemäß Anleitung vermischen und warten. So kann man die Pilze auch nach erfolgreichen Ernten des gekauften Substrates immer weiter selbst vermehren und beernten. Das reizte mich. Bin gespannt, ob sie im neuen Substrat besser wachsen. Ein wenig selbst gezogenes und frisches Gemüse wäre langsam mal wieder recht.

die Austernseitlinge wollen nicht so recht....( c) by Joachim Wenk
die Austernseitlinge wollen nicht so recht….( c) by Joachim Wenk