Abschluss im Gemüsegarten-Jahr

Das Jahr 2021 neigt sich nun stark seinem Ende zu und so schließe auch ich hiermit die Gemüsegartensaison für dieses Jahr ab. Eindrücke vom Jahresende im Selbstversorgergarten.

Das war 2021

Das Jahr geht zu Ende. Zu dieser Zeit bin ich immer froh, dass es ruhig wird im Garten. Dann kann ich endlich auch einmal wieder Gartenbücher vor dem Kaminofen lesen. Kann mir überlegen, was im kommenden Jahr probiert wird. Und ich kann erste Samen bestellen.

November

Ein wenig Arbeit kommt aber noch zuvor. Das Kraut muss geerntet und verarbeitet werden. Der Meerrettich sollte aus der Erde. Palmkohl wird gleich für die Küche geerntet und Rosenkohl kommt in die Tiefkühltruhe. Im Beet ist er dann immer gefroren, wenn ich ihn in der Küche brauchen könnte. Auch bin ich mir nie ganz sicher, wie frosthart die jeweilige Sorte ist. Immer wieder ernte ich noch eine kleine Kohlrabi oder rosa Blumenkohl. Auch nach Frost und Schnee sind sie noch herrlich saftig und zart. Ach ja der Grünspargel, der heuer, wie so viele Bäume, einfach nicht gelb werden will, muss auch mal abgeschnitten werden. Und die Oca werden geerntet. Gerade so viel, dass ich nächstes Jahr wieder allerwinzigste Knollen zum Stecken habe. So ein Reinfall, absolut nichts essbares dabei. Nächstes Jahr kommen sie in ein Beet mit Sonne und wenn dann wieder nichts geerntet wird, gebe ich es mit dieser eigentlich sehr interessanten und gut in der Küche verwendbaren Knolle auf.

Alles Arbeiten, die bei dem feuchtkalten Wetter jetzt so Stück für Stück erledigt werden. Nichts in Hau-Ruck und Schnell-Schnell. Jeden Tag ein wenig und so klingt auch das Arbeiten im Garten so langsam aus.

Dezember

Und zum Monatswechsel kommt er der weiße Winter. Immer wieder schneit es und bleibt auch liegen.

Der Weißkohl ist da dann längst geerntet und verarbeitet.

Vom Palmkohl haben wir auch schon gegessen, nur der Rosenkohl steht noch immer im Beet. Also jetzt, wenn er wieder aufgetaut ist, wird er aber geerntet.

Hier ist jetzt wirklich nicht mehr viel zu machen. Und das ist gut so.

Das ist übrigens die Erbsenwicke. Ein mehrjähriges Gemüse, das schon etliche Jahre an dieser Stelle steht und jeden Sommer den Hummeln über Monate Nahrung bietet und mir über Monate winzig kleine “Erbsen” liefert. Zum gleich Knabbern oder als Topping über einen Grünen Salat. Im Frühjahr schneide ich das dann vertrocknete Gestrüpp ab und warte bis wieder reichlich junge und frische Triebe nach oben treiben. Viel Arbeit hat man mit diesem Gemüse wahrlich nicht. Dafür ist das Puhlen der wirklich kleinen, nur Stecknadelkopf großen Erbsen recht aufwändig.

Und im Gewächshaus?

Und was macht das Wintergemüse im Gewächshaus? Es wächst. Seit längerem kaum mehr oder gar nicht, weil eben das Licht fehlt. Unter 10 Stunden Tageslänge verharrt es im gegebenen Stadium. Bis dahin hatte es aber noch einmal zugelegt.

Geerntet habe ich schon ein paar Radieschen, etwas Knoblauchgrün und Erbsengrün. Das kommt als frisch grüne, nach Erbsen schmeckende Ergänzung in den blass-gelben Zuckerhutsalat. Eine Kombination an Geschmack und Inhaltsstoffen, wie man sie käuflich einfach nicht erwerben kann. Gesundes essen kann so lecker sein.

Wie beim letzten Bericht zeige ich hier die einzelnen Beete. Zuerst das im Westen liegende Beet mit Knoblauchgrün dann der Winterkopfsalat mit Erbsengrün, die Zwiebelsämlinge, Winterrettich, Endiviensalat, Portulak und Asiasalate.

Rechts anschließend an dieses Beet ist das Nord-Beet mit Mangold, Radicchio, Erbsengrün und Barbarakraut.

Wieder rechtsherum gedreht stehen wir vor dem Ost-Beet, beginnend mit Feldsalat, Endivien, Mairüben, Radieschen, Winterkopfsalat, Hirschhornwegerich, Barbarkraut und Rucola.

Das Vlies kommt nur bei mehreren Grad unter Null auf die Kulturen. So bleiben sie lange frostfrei oder nur bei -1 Grad oder gering darunter, während draußen schon mal -10 Grad herrschen können. Das war diesen Winter noch nicht, aber die Erfahrung zeigte mir die ungeheure Wirkung so einer Vliesabdeckung innerhalb des Gewächshauses. Dort kühlt die Luft meist fast auf Außentemperatur ab. Es ist unbeheizt und an vielen Stellen leider konstruktionsbedingt nicht dicht. Das Haus hat alle Stürme bisher ohne einen Mucks überstanden, hat eine sehr praktische Größe und kann wirklich weiter empfohlen werden, WENN es doch nur so konstruiert wäre, dass die Dachschrägen auf den Wänden ohne Fugen wären, die Lamellenfenster wirklich schließen würden (darum habe ich ja immer Folie darüber geklebt) und die Tür nicht ringsum dicke Luft-Spalten hätte. Für Wintergärtner wie mich ist das sehr bedauerlich. Aber das wusste ich seinerzeit nicht und man sieht es in den Katalogen auch nicht.

Ebenfalls Luftlöcher hat das hölzerne Frühbeetchen. Aber bei der Preisklasse und Art des “Gewächshauses” erwarte ich ehrlich gesagt nicht mehr. Dennoch tut es immer seinen Dienst. Kommt es sehr kalt, lege ich auch hier noch ein Vlies innen über den Salat. Sehr kalt würde etwa Dauerfrost und Nachts unter -5°C bedeuten. Jedenfalls merke ich aber immer, dass in dem Frühbeet das Wachstum deutlich geringer ist als im Gewächshaus. Und wer kein Gewächshaus stellen kann oder will, ist mit so einer Konstruktion auch gut bedient. Immerhin kann man hier auch Wintergemüse erfolgreich anbauen.

Noch viel einfacher ist das Kunststoff-Frühbeet. Allerdings, wenn man darauf achtet, ist es tatsächlich fast vollständig dicht. Keine “Luftlöcher” wie bei den beiden anderen Konstruktionen. Spinat und Feldsalat sind winterhart genug, hier decke ich nichts mit zusätzlichem Vlies ab.

Bevor ich mich nun endgültig aus dem Gemüsegarten verabschiede, noch zwei Fotos vom künftigen Waldgarten. Hier habe ich nächstes Jahr viel vor. Hoffentlich schaffe ich es vom Zeit- und Arbeitsaufwand her, hoffentlich wächst etwas im Lehm-Tonboden. Hoffentlich kann ich meine Vorstellungen verwirklichen, von denen ich täglich beim Lesen der Gartenbücher träume. Zumindest müssen unbedingt dort Kartoffeln hin. Wo sie bisher waren, kann ich keine mehr setzen, da ich zu lange die Fruchtfolge außer Acht lies. Am Weiher unterhalb, der sich mangels Wasser und Niederschlägen auch nicht richtig wieder füllt, steht meine Linde. Findet sie jemand? Man muss schon sehr genau hinsehen. Aber das wird nicht lange so sein, dann ist sie ein richtiger Baum , den man nicht mehr übersieht.

So, das war’s für dieses Jahr. Die Arbeit im Gemüsegarten ist beendet. In der Küche gibt es noch ein wenig zu tun, auch die Weihnachtsbäckerei musste ja erledigt werden. Und wenn die Feiertage (endlich) vorbei sind, kommt die wirklich richtig ruhige Zeit. Ich freu mich darauf und bin gespannt, was ich nächstes Jahr hier und aus dem Ziergarten zu berichten haben werde. Bis dahin wünsche ich allen meinen Leserinnen und Lesern eine schöne und gesunde Adventszeit und ein frohes wie besinnliches Weihnachtsfest.

4 Antworten auf „Abschluss im Gemüsegarten-Jahr“

  1. Hallo Achim,
    nun kommst du auch endlich zum Schluss der Gartenarbeit und kannst die Winterruhe genießen! Nur den Pflänzchen im Gewächshaus und im Frühbeet musst du zum richtigen Zeitpunkt noch ein Mäntelchen überhängen …
    Unser Garten ist schon seit Wochen winterfest; hier werden noch die Vögel gefüttert und der Blick aus dem Fenster auf die winterlichen Strukturen der Gräser und die Samenstände genossen.
    Auch wenn du das Ende der Weihnachtszeit schon herbeiwünschst wünsche ich dir noch ruhige Adventstage und ein frohes Weihnachtsfest, liebe Grüße,
    Susanna

    1. Hallo Susanna,
      dir auch noch schöne Adventstage und ein besinnliches und gesundes Weihnachtsfest. Mein Garten ist auch so weit winterfest, aber genießen kann ich den Blick auf die Beete eher nicht, habe gestern sogar ein Foto gemacht, wie schlimm das aussieht,alles braun, matschig und zusammengefallen. Tot wie im schlimmsten Phantasiefilm, die Kälte und Feuchtigkeit dazu, gruselig. Und dann auf einmal geht es wieder los, magisch, immer wieder und wieder. Ich erlebe alle Aggregatszustände des Gartens durch die Jahreszeiten so gerne. Und immer bin ich froh, den Garten zu haben. Egal wie er optisch gerade aussieht…
      Also dann viele Grüße, der Achim

  2. Lieber Achim,
    das Jahr 2021 ist wie nichts verflogen und schon ist wieder Winter.
    Die ruhige Zeit beginnt im Garten. Als Gemüsegärtner hast du
    natürlich echt noch zu tun. Aber das eigene Gartengemüse
    schmeckt eben doch einfach am leckersten.
    Ich bin soweit durch mit allem, hab mir aber nochmal extra
    Tannengrün besorgt. Voriges Jahr sind einige meiner Rambler
    ganz schön heruntergefroren. Da pack ich sie lieber etwas mehr ein.
    Jetzt wünsche dir ein gemütliches 4. Adventswochenende,
    frohe Weihnachten und ein schönes und vor allem gesundes neues Jahr!
    Ganz viele liebe Adventsgrüße von der Urte!

    1. Hallo Urte,
      zuerst einmal dir auch ganz liebe Adventsgrüße und alles Gute für ein besinnliches Fest. Ja es ist jetzt ruhig. Das Gemüse und ich können jetzt eh nichts machen. Nur dasitzen und warten und ich mich ausruhen. Herrliche Zeit gerade. Und in Gartenbüchern und Katalogen stöbern. Naja beim Stöbern bleibt es natürlich nicht. Viele neue Pflanzen (Gemüse) und Ideen werden nächstes Jahr ausprobiert.
      Ach und wegen den Ramblern. Ich dachte die sind frostfest. Meine drei jedenfalls, da habe ich Glück, frieren nie zurück. Hätte ich auch viel zu tun, die mit Tannenreisig zu schützen, auch oben rum?
      Also ich hoffe du hast jetzt alles schön verpackt und kommst auch zur Ruhe. Viele liebe Grüße der Achim

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