Die Gedanken schweifen ab und tragen mich fort, hinein in meinen Herbst-Garten

Wir haben die letzten wundervollen Herbsttage. Ich sitze mitten in einer herrlichen Stadt in Deutschland. Es ist warmes und ruhiges Herbstwetter. 
Die Klimaanlagen kühlen den Raum herunter, dass das Sakko sogar mir willkommen ist. Ich muß dazu sagen, dass ich einfach kein Anzug-Typ bin. Schwere Vorhänge filtern das immer wieder eindringende Herbstlicht zu einer milchigen Erscheinung. Das Auge ist fokussiert nach Vorne an die Leinwand und die Ohren lauschen der Stimme des Vortagenden. 
Wir erfahren etwas von der Zukunft unseres Geschäftes. Wir beschäftigen uns mit (künftigen) Trends, anstehenden Aufgaben, trampen von einem Workshop zum nächsten. Dazwischen stärken wir uns an einer großen Auswahl sowohl gesunder als auch ungesunder Snacks. Kaffee wird reichlich genossen. 
 Ein wichtiges Meeting, ein bedeutender Kongress oder eben ein tournusmäßig notwendiges Treffen auf nationaler Ebene. Und doch ist mein Geist  immer wieder wo anders. 
Dann sitze ich daheim auf dem Stuhl unterm Walnußbaum und genieße den sich wohl am Wochenende verabschiedenden Sommer. Phänologisch sind wir bereits im Herbst, aber das Wetter ist zu schön und warm für Herbst. Aber kann etwas „zu schön“ sein? 
Nicht, wenn man es gerade genießen kann und es auch tut. 
Genießt doch einfach kurz mit mir gemeinsam und schaut, was vor meinem geistigen Auge so alles statt fand.  Immer dann, wenn mein Geist abschweifte und entschloss, die gelieferte Information eher unbewußt wahr zu nehmen, sah ich diese Bilder: 

Am späten Nachmittag dann ist das Pensum des Tages erledigt, der Kopf ist voll. Wir wollen noch etwas raus ins Freie. Ich ziehe Sandalen und kurze Hose an. Ob das nicht zu gewagt ist, werde ich im Hotel gefragt. Ich weiß, dank meiner steten Beobachtung der Wettervorhersagen natürlich, daß draußen 30 Grad sind. Innnen eben bekommt man davon wirklich überhaupt nichts mit. Eine schlimme Vorstellung für mich, so die meisten Tage meines Lebens während einer indoor-Arbeit mit geregelten Arbeitszeiten verbringen zu müssen. Bin ich froh, dass es nicht so ist. 
Wir genießen die Stadt und sitzen im  Straßenkaffee. Abends geht es zu einer sehr gelungenen Veranstaltung, die wir genießen. Und zwar die meiste Zeit draußen, bis Nachts weit nach 1 Uhr. Es ist Mitte September vorbei und wir sitzen hemdärmelig im Freien. Wunderbar.  Ob wohl jemand die Lokalität kennt? 
Ich erinnere mich sehr gerne an den wundervollen und durchaus luxuriösen Abend. 

Mittlerweile bin ich wieder daheim. Ich saß heute bereits auf meinem Stuhl vor der Scheune und weiß wieder einmal: schöner als hier ist es halt doch nirgends. Denn hier ist mein Zuhause.

6 Antworten auf „Die Gedanken schweifen ab und tragen mich fort, hinein in meinen Herbst-Garten“

  1. Tss, tss, bei der Hitze – konnte man sich da nicht leger kleiden? Ich hätte das wohl entgegen jeder Vorschrift gemacht! Bin da sehr unkonventionell! ;o)

    Schön, dass Du ein wenig von Deinem Garten träumen konntest …
    Es war ja auch eine sehr schöne Zeit und ist es noch – bis auf die Trockenheit, aber das hat sich bei uns ja schon etwas gegeben.
    Dennoch habe ich heute wieder den Schlauch zur Hand genommen. Habe ja auch einiges verpflanzt oder neu gepflanzt – irgendwas ist ja immer.

    Vielleicht mache ich auch mal einen Rückblick … Du weißt ja, wie ich öfter darüber sinniere, den Garten aufzugeben, aber manchmal sehe ich natürlich die vielen schönen Bilder, wie gut der Garten schon gediehen ist unter meiner/unserer Hand und das freut mich dann schon …. aber es ist nicht so, dass ich mein Herz sehr an das Grundstück gehängt habe, das habe ich nur ein oder zweimal im Leben getan und Lehrgeld zahlen müssen. Damals schwor ich mir, nie wieder mein Herz an Gegenständliches zu hängen und so ist es heute auch. Ich kann mich daran erfreuen, es aber jederzeit aufgeben, wenn ich das wollte oder die Gelegenheit günstig ist. Es ist kein Drama mehr, so wie es bei 2 Gärten aus der Vergangenheit der Fall war!

    Sieht alles sehr schön aus – bei Dir – im Garten!
    Auf Instagram las ich heute, warum man das Leben mit Arbeit vergeudet und genauso ist es. Daher verstehe ich die nicht, die arbeiten, um ihr GEld mit vollen Händen zum Fenster hinaus zu werfen, anstatt es fleißig zu sparen, um vielleicht früh im Leben nicht mehr erwerbsarbeiten zu müssen sondern sich anderen Dingen, einem anderen Leben widmen zu können, das wirklich Sinn macht! Aber gut, für manche, die angstgesteuert sind, macht nur "Arbeit", wie man Erwerbsarbeit landläufig so nennt, Sinn.

    Schön, dass Du dann noch einen schönen Nachmittag und Abend hattest! Die Location erkenne ich jetzt nicht, aber in Deiner Gegend war ich noch kaum.

    Liebe Grüße
    Sara

    1. Ja Sara, ich weiß, daß du auch einen Wegzug nicht ausschließt. Für mich, wie du ja auch weißt, wegen meiner sehr starken Bindung an den Garten, eine undenkbare Situation. Wenngleich ich sagen muß, dass ich, bevor ich den Garten bekam auch alles aufgab, was ich mir aufgebaut hatte. Fast ein kompletter Neuanfang, der uns das alles letzendlich dann auch nur ermöglichte. Ich habe meinen damaligen Garten aufgegeben, mein mühsam aufgebautes Geschäft und Freiberufliche Tätigkeit, meinen von mir gegründeten Sportverein, meine Wohung, alles eben. Nur halt meinen Mann nicht. Und genau das wird auch nie passieren, selbst wenn es mich den Garten kosten würde. Aber das bleiben ja alles hoffentlich nur Gedankenspiele. Das Leben kann ja auch kontinuierlich und bewahrend fortschreiten. Ich wünsche mir für uns, dass es für uns genau das tut.

      Mit den Menschen, die nur für die Arbeit leben, damit sie dann (wann????) ein gutel Leben haben werden, machen mich wirklich traurig, weil sie so viel nicht erleben und spüren werden. Aber man kann sie nicht ändern, genau wie uns. Ich bin jedenfalls froh, dass ich , Ich bin. Da sind wir wieder bei der Freude. Schön, diese spüren zu dürfen.

      Liebe Grüße denn, der Achim

  2. Lieber Achim,
    das kann ich gut verstehen, dass du von deinem Garten träumst. Der Gärtner bringt sich im Garten ein und lässt einen Teil seiner Seele dort. Und du hast ein Paradies geschaffen, auch wenn dieser Sommer hart war. Wie schön, dein Quittenbäumchen sieht gut aus. Für junge Bäume war das ein anstrengender Sommer. Du hast sogar Spitzwegerich, danach hatte ich hier vergeblich gesucht, ist rundherum vertrocknet. Die Knospen und Samenstände in Öl eingelegt sollen ein trüffelähnliches Aroma entwickeln. Das hätte ich gern ausprobiert. Ich drücke die Daumen für eine gute Weinlese, denn das müsste ein besonderes Tröpfchen werden dieses Jahr. glg Johanna

    1. Liebe Johanna, das ist genau das, die Seele ist für mich mit so einem Garten, den man intensiv selbst bewirtschaftet, einfach verbunden. Auch über eine lange Distanz.

      Spitzwegerich haben wir zu Hauf, dieses Jahr eher draußen bei den Weihern, wo die Wiese noch halbwegs grün ist (Wegen der direkten Nachbarschaft zu den Weihern). Im Garten ist so langsam auch der Spitzwegerich vertrocknet. In feuchteren Jahren, wenn im Frühjahr mehr davon da ist mache ich gern Hustensirup aus den Blättern. Der hilft echt gut. Die Knospen habe ich noch nicht verwendet. Naja der Geschmack von Trüffel ist auch nicht so ganz meines. Der ist so penetrant durchdringend, wie der Geruch von Aas, den man meilenweit schon feststellt, bevor man am Ort des Geschehens ist…

      Naja und die Weinlese ist nichts großes. Etliche sind schon verspeist. Sind auch Tafeltrauben zum Essen und nicht für Wein. Dazu wäre es zu wenig. Aber sie sind zuckersüß und aromatisch. Ganz herrlich.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, der Achim

  3. Lieber Achim,
    sehr schön der Platz bei dir unter dem Nussbaum und der Blick in den Garten. Nebst den Quitten (das war ja klar) gefallen mir die Malven und der Oleander sehr. Das sind sehr erholsame Bilder.
    Wo du geschäftlich warst, weiss ich gar nicht, da habe ich null Chance.
    Dir einen angenehmen Donnerstag und
    liebe Grüsse
    Eda

    1. Hallo Eda,
      du hast das gut erkannt, die Bilder und auch die zugehörige Stimmung im Garten ist gerade sehr ruhig / beruhigend.

      Und das glaube ich dir gerne, dass du keine Ahnung hast, wo wir waren. Wir waren in Dresden (im Hintergrund erkennbar) und das Schlösschen ist ein im Krieg erhalten gebliebenes Elbschlösschen von ca. 1850. Was für eine wunderbarer Örtlichkeit für solch ein Firmen-Event. Der Abend war wundervoll und da schweiften meine Gedanken auch nicht ab. Ausser, wenn ich mir vorstellte, wie man hier wohl damals gewohnt und gelebt hat.
      Dir ein schönes kommendes Wochenende und liebe Grüße, der Achim

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