Aprilwetter: Wenn Erdarbeiten das einzig Mögliche sind.

So bitterkalt habe ich den April glaube ich noch nie erlebt. Im Gemüsegarten ist nach wie vor tote Hose. Gut, dass wir etliche andere Projekt mit viel Erdarbeiten begonnen haben. Somit kann man immer etwas arbeiten.

Und wir sind wirklich dieses Jahr „spät dran“

Ja, das stimmt schon. Das Frühjahr 2021 ist derart mies, dass auch jetzt am 17. April Erdarbeiten einfach noch das Einzige sind, was sinnvoll machbar ist im Garten.

Ich weiß von etlichen Leserinnen und Lesern, dass das Wetter auch noch schlimmer kommen kann, als bei uns hier. Dennoch muss ich einfach diesen durchaus als Ausnahmeapril zu bezeichnenden Monat hier im Blog festhalten. Immerhin nutze ich das Tagebuch ganz gerne auch selbst zum Nachschlagen: sind wir heuer wirklich später oder früher dran mit diesen oder jenen Arbeiten? Ist die Natur früher oder später dran oder was haben wir die letzten Jahre zu dieser Jahreszeit erledigt? Meist stelle ich dann fest, es findet immer alles zu ähnlichen Zeiten statt. Auch wenn das Gefühl mir anderes vorgaukelt. Heuer allerdings, das zeigen mir alle Fotos meiner Sammlung, sind wir später dran. Viel später mit allem. Besserung in Sicht? Nein. Zwei bis drei Tage Hochleistungsfrühling und dann wieder das Übliche. Einstellige Temperaturen tags, nachts gar wieder Frost möglich und so fort.

Am Ende des Beitrages folgen noch ein paar Eindrücke dieser Wetterkapriolen.

Zuerst aber einen Blick auf die einzig möglichen Gartenarbeiten. Die Erdarbeiten. Gottseidank haben wir just in diesem Jahr etliche davon ohnehin geplant gehabt.

Im Beitrag über das vermeintliche Frühlingserwachen im Landgarten war ja schon ein wenig vom ewigen Wechsel etwas zu sehen. Leider kam auch danach wieder kein Frühling. Tags 2-5 Grad, super eisiger Wind und Nachts immer Minus fünf Grad oder weniger. Auch die Erdarbeiten im oberen Garten habe ich beschrieben.

Projekt Schottergarten im Vorgarten vergrößern

Jetzt habe ich noch die Grasnarbe im Weinberg restlich von Hand abgestochen. Auch der kleine Bagger kam da nicht überall hin und so blieb nur der manuelle Bagger. Gottseidank leistete mir der selbstfahrende Schubkarren gute Dienste. Auch hier wieder startete ich morgens bei Sonnenschein und konnte kurz sogar ohne Mütze, Jacke und Pulli arbeiten. Vertieft ins Graben und Fortfahren registrierte ich dann irgendwann, dass es verdammt kalt war. Die Sonne war weg, Schneeflocken fielen vom Himmel und das Thermometer sank von morgentlichen 6 Grad auf mittägliche 3 Grad. Der Wind frischte wieder auf und ich war froh, gerade mit meiner Graberei fertig geworden zu sein.

Jetzt müssen noch Feldsteine verteilt werden, die den Weinberg als Fortführung des im letzten Jahr angelegten Schottergartens, terrassieren. Dann kann der Schotter und Split kommen. Da das Wetter kalt bleibt, geht mir wenigstens so die (Erd-)Arbeit nicht aus.

Wassersparen bei den Karpfenweihern

Ebenfalls bei frühlingshaften 3 Grad (faktisch) mit deftigem Eiswind, der die Temperatur auf -5 Grad (gefühlt) drückt haben wir sogar noch Arbeiten am Weiher erledigt.

Jahrelange Dürre, auch dieses Jahr kein Niederschlag seit Wochen oder Monaten machen einen achtsam gegenüber dem kostbaren Nass. Wenn nach Regen etwa Wasser in den Weiher fließt und der voll ist, verlässt es ihn über den Mönch. Weil der Nachbar aber auch Wasser für seinen Weiher braucht und sein Zulauf oberhalb unseres Ablaufes liegt, fließt alles an ihm vorbei. Daher haben wir nun ein Überlaufrohr eingebaggert, das schließlich direkt in seinen Weiher ablaufen wird.

Am heutigen Tag sollte es wärmer sein und regnen. So sagte es die Wetter-App. Es war in paar Grad wärmer als gestern. Aber der Wind war kalt und während die Wetter-App Regen und Wolken über uns anzeigte, kam kein Tropfen vom Himmel. Für die Erdarbeiten ein Vorteil, war doch der Schlamm aus dem Weiher noch immer klebrig genug.

Projekt Brachfläche rekultivieren

Heute war dann die Fläche oberhalb der Weiher dran, die seit Jahren brach liegt. Einen Sommer nicht gemäht und schon gab es für den Aufsitzmäher keine Chance mehr da hindurch oder drüber zu kommen. Wie es bei Brachland üblich ist, wachsen sofort die typischen Bäume und Sträucher. Jedenfalls ging das alles rasend schnell und dieses Jahr bedurfte es letztendlich Kettensägen und Baggerschaufeln.

So wenig, wie wohl das Mulchen zur Urbarmachung von Brachland taugt, taugt eine Benjeshecke zum Aufwachsen von Büschen für die Vögel und anderes Getier. Seit vielen, vielen Jahren haben wir immer abgesägte Erlen entlang des Grabens an der Grenze aufgeschichtet. Im Totholz finden angeblich viele Tiere Schutz. Das mag sein, beobachtet habe ich noch nichts. Auf den Zweigen die oben liegen rasten Vögel und koten in das Geäst unter ihnen. Damit verteilen sie Samen von Heckenfrüchten aus der Umgebung. Die gehen im Schutz der Zweig auf und wachsen verschont von Reh und Hase. Es bildet sich eine Hecke. So verstand ich das. Aber! In den Zweigen wachsen ausschließlich Brennnesseln. In der freien Wildnis, dem Brachland davon keimen Wildrosen, Weißdorn und Erlen zu Hauf. So viel also zum Nutzen der Benjeshecke. Wir werden weiter Totholz aufschlichten, aber vor allem, weil wir sonst nicht wissen wohin damit. Dass darin Sträucher aufwachsen hoffe ich mittlerweile nicht mehr.

Auf der heutigen Fläche, der Brachfläche, haben wir eine halbrunde Terrasse modelliert. Wenn sich das alles gesetzt hat, kommt Mineralbeton drauf und wir haben eine Stell- und Wendefläche für unsere Fahrzeuge. Bisher musste man im Winter und Frühjahr oft fürchten, im Matsch stecken zu bleiben. Leider blieb es nicht immer beim „Fürchten“.

Unterhalb der Fläche befindet sich eine Reihe von drei Obstbäumen. Zwei Äpfel und eine Zwetschge. Zwischen zweien begann ich im letzten Jahr ein kleines Permakulturprojekt. Bewachsene Baumscheiben. Obstbaumlebensgemeinschaften. Die Idee ist gut, das werde ich weiter verfolgen. Nur einfach immer wieder Rasenschnitt auf die Brachfläche verteilen, in der Hoffnung der Mulch erstickt das Gras und es wird kultivierbarer Boden, hat sich zerschlagen. Die Quecken sind stärker und freuen sich über den Mulch-Dünger.

Jetzt haben wir sie mit dem Bagger abggzogen. Leider geht das nicht zwischen den gepflanzten Beerensträuchern. Dort wuchern die Quecken schon wieder mächtig. Aber auf der restlichen Fläche kann ich nun mit Gründünger und Mulch arbeiten. Robuste Gemüse wie Kartoffeln oder Kürbis werde ich probieren. Erst kommt aber einmal ein ganzes Stück Waldstaudenroggen. Auf den bin ich schon gespannt. Eigentlich gekauft als Gründünger. Aber die Pflanzen sind bestimmt wieder so mächtig, dass ich sie nicht leicht einarbeiten kann. Nun freue ich mich aber erst einmal darauf dieses Getreide wachsen zu sehen. Es wird mächtig hoch ist mehrjährig und für die Körner habe ich auch schon eine Verwendung. Wenn es klappt genügen mir ein paar. Das ist aber alles noch in der Testphase. Der Roggen heißt Wald-Stauden-Roggen weil er eben im Wald als Staude lebt(e). Gesät auf abgeernteten Niederwald-Flächen und weil mehrjährig eben die „Staude“.

Jedernalls war ich erst einmal froh, wieder etwas geschafft zu haben und ins Warme zu dürfen. Im Garten konnte ich eh nichts machen.

Und während ich diese Zeilen schreibe nieselt es ganz leicht. Immerhin ist wenigstens Schnee dabei. Ich befürchtete schon der April 2021 fängt an zu schwächeln….

Immer schön im Wechsel: Sonne und Schnee

Ja und genau so sind auch die Impressionen der vergangen Tage im Garten im April. Sonne und Schnee im Wechsel. Nur eines bleibt konstant, die scheußliche Kälte, der eisige Wind und die starken Nachtfröste.

So geht es scheinbar endlos weiter. Schnee, Sonne, Schnee, Sonne….

Die Tomaten und Paprika gedeihen äußerst erfolgreich.

Sonne wünschten sich auch die einzigen Gemüsepflanzen, die dieses Jahr dafür aber ausgesprochen erfolgreich sind. Tomaten, Paprika, Basilikumarten, Eiskraut. Die Sellerie sind noch etwas klein. Ansonsten aber ist es der absolute Wahnsinn, wie gut die Pflanzen in der Mischung aus Maulwurferde, Kompost, Steinmehl und organischen Dünger gedeihen. Die Sonne allerdings und frische Luft wären trotz allem langsam wirklich dringend nötig.

7 Antworten auf „Aprilwetter: Wenn Erdarbeiten das einzig Mögliche sind.“

  1. Lieber Achim,
    Während ich die letzten Jahre immer dachte, dass es schade sei, dass eventuell die Narzissen zu Ostern bereits verblüht sind, ist es dieses Jahr anders. Denn sie blühen immer noch nicht alle und der April neigt sich langsam dem Ende zu. Allerdings blühen erstmalig bei mir die Kaiserkronen, denn dem Lilienhähnchen, das sonst fleißig alle kurz vor der Blüte vernichtet hatte, ist es wohl auch noch zu kalt. Und wer weiß, welchen Schädlingen es auch noch zu kalt ist.
    Es hat also auch etwas Gutes, denke ich.
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Hallo Steffi, die Kaiserkronen blühten bei mir auch lange und lagen jeden Morgen flach und richteten sich bis Nachmittags wieder auf. Ich hoffe, dass es auch ein paar Schädlinge weniger gibt. Allerdings habe ich gelesen, dass die mit der Kälte egal wie extrem besser zurecht kommen im Winter als mit milden und feuchten Wintern wo Bakterien und Pilze und sonst Krankheiten ihnen den Gar aus machen. Lassen wir uns also überraschen. Liebe Grüße, der Achim

  2. Hallo Achim,
    abgesehen davon, dass ihr einmal über 20 Grad hattet, als wir gebibbert haben, ist das Wetter bei uns sehr ähnlich. Ich kann mich auch nicht an so einen kalten April erinnern. Oder bin ich schon so alt, dass ich es vergessen habe?
    Viele Grüße
    Elke

    1. Das stimmt, Elke,ich glaube das war der Sonntag, wo wir „angegrillt“ haben und du im Garten frieren musstest. Aber was ist schon ein oder zwei Tage warm, wenn es dann wieder runter zum Gefrierpunkt geht. Ich kann mich auch nicht erinnern, wir werden wohl alt, ganz recht. Ich habe aber glaube ich gelesen, dass es 1986 wohl auch so kalt gewesen sein soll. Nun, wenn man etwas so weit zurück Liegendes vergisst, ist es wohl nicht weiter schlimm. Oder?
      Auf künftig schöne Frühlingstage im Garten, viele Grüße Achim

  3. Lieber Achim, es ist erstaunlich dass zwischen „eurem“ unb „unserem“ Aprilwetter dieses Jahr so wenig Unterschied ist! Ihr seid ja wirklich tapfer dabei bei den Temperaturen… Für mich fühlt sich dieser Monat mehr wie Winter an, obwohl schon so viele Frühlingsblumen wachsen und die Kälte den meisten nicht viel ausmacht. Die Strauchpfingstrosen haben leichte Frostschäden, mal sehen ob die Knospen weiter wachsen oder ob die Blüte dieses Jahr ausfällt… Hoffen wir auf wärmere Tage! Hier wird es vermutlich auf einen Schlag wieder so heiß dass mit das dann auch wieder zuviel ist 😉 Herzliche Grüße aus dem Allgäu, Barbara

    1. Hallo Barbara, in der Tat gehört da zeitweise schon viel Enthusiasmus dazu, draußen zu arbeiten. So dick eingemummelt in Klamotten wie im Winter, da habe ich auch nichts anderes an als Arbeitsklamotten wie jetzt Mitte April.
      Ja meine Narzissen trotzend er Kälte, lagen jeden Tag flach und standen bis abends wieder auf, dann wieder flach und so fort. Die Kälte konserivert sie und sie blühen seit Wochen. Auch ein Vorteil.Aber die Kälte macht anderen auch Wildpflanzen tatsächlich was aus, was mir zeigt,dass sie zu dieser Zeit wirklich ungewöhnlich ist. Die Blätter vom Bärlauch sind geschädigt vom Frost und sein Geshmack so fade wie nie zuvor. Am Weiher die ersten Blättchen der Traubenkirsche, die die Knospen verlassen, habe braune Spitzen. Auch vom Frost geschädigt. Ein seit bestimmt jahrzehnten da stehnder Storchschnabel im Vorgarten beim Haus hat kaputte Blätter vom Eis-Orkan bei -5 Grad vor 14 Tagen. Also so einiges zeigt mir wirklich , dass die Kälte in den Ausmaßen nicht regulär ist. Nun soll es besser werden. Hoffe ich nur, dass die Vorhersagen nicht wieder von jetzt auf gleich total umschwenken und wir wieder Winter bekommen. Drück mir die Daumen, dass es heute den ganzen Tag weiter regnet.
      viele Grüße aus Franken, der Achim

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