Ausforsten und Aufforsten im Waldgarten

Brennholz machen und Obstbäume pflanzen waren neben dem Sanieren eines Weihers unsere Arbeiten im März im Waldgarten bei den Karpfenweihern.

Wald- und Weihergarten

Unser Weihergrundstück bewirtschaften wir nun seit vielen Jahren. Eigene Karpfen und eigenes Brennholz sind unser Gewinn. Die Zeit war immer besonders knapp und so haben wir alles zum Nötigsten aufrecht erhalten. Jetzt aber ist die Zeit gekommen, mehr aus dem herrlichen Stückchen Land zu machen.

Die Brennholzernte läuft. Darüber hinaus habe ich auf der Fläche, die zu einem gemäßigten (kein hoher Baumbestand) Waldgarten umwandeln möchte, Obstbäume gepflanzt.

Und weil ich mich in all den langen und dunklen Wintermonaten sehr intensiv mit ausdauerndem Gemüse und essbarem Wild-Gemüse beschäftigt habe, kann ich heute gleich einmal die ersten beiden Wild-Funde präsentieren.

Brennholz ernten

Seit ein paar Jahren nun schon sind etliche Erlenstämme in einer Baumreihe tot. Sie wurden im Sommer gelb und vertrockneten. Wirklich vertrocknet konnten sie nicht sein, direkt am Bach. Ein befreundeter Gärtner sagte uns, dass ein Pilz die Erlen befallen kann und zum Absterben bringt.

Wie gesagt, gerade in den vergangenen Jahren, war die Zeit für Garten extrem knapp bemessen. Wir waren auch nicht in der Lage, diese großen Bäume selbst zu fällen. Sowohl das Gerät als auch das Wissen fehlten. In der knappen Freizeit auch noch eine Absprache mit freiwilligen Helfern zu treffen und zu einem Ergebnis zu kommen war kaum möglich. Bis jetzt.

Mit großem Sachverstand und viel Erfahrung ertönte hinter der Hütte, wir waren schon in großem Sicherheitsabstand gewesen, sieben mal der Ruf: “Baum fällt”. Und sieben mal landete die Erle zentimetergenau dort, wo sie hin fallen sollte zwischen Hütte und Weiher.

Die Motorsägen dröhnten, unsere untrainierten Knochen knackten und oft nur mit gemeinsamen Kräften gelang es uns schließlich die zerkleinerten Erlen an der Hütte zwischen zu lagern.

Rasch noch die vielen kleinen, trockenen, morschen Aststückchen zusammen sammeln und schon ist Feierabend. Die kleinen trockenen Äste sind optimales Anzündholz.

Jetzt muss die Holzernte nur noch nach Hause geholt werden. Nach weiteren Säge-Aktionen werden sie schließlich für wohlig warme Wintermonate sorgen. Besinnliche Zeiten vor dem Kaminofen und sicher wieder mit vielen Gartenbüchern und neuen Ideen und Träumen.

Weiher sanieren

Auch schon länger nötig waren die Baggerarbeiten an einem der Weiher.

Unsere Weiher und die der Nachbarn sind alle über ein Rohrsystem verbunden und werden von einem Bach gespeist. Der führt nur im Frühjahr und Winter Wasser. Im Sommer ist er fast trocken. Damit ist Wasser auch hier ein kostbares Gut und wird so von Weiher zu Weiher weiter geführt.

Dumm nur, dass gerade der oberste unserer Weiher seinen Zulauf über dieses System verlor. Das Rohr war verschwunden und zugewachsen. Der Teil, der in den Weiher ragte war abgegangen und so konnten die Erlen ihre Wurzeln äußerst erfolgreich in das verbliebene Rohr hinein wachsen lassen. So lange, bis kein Wasser mehr durch floss.

Wir haben also das verbliebene Rohr frei gebaggert, ein neues ausreichend langes Rohr eingesetzt und wieder alles zugeschaufelt und ordentlich verdichtet.

Dann hieß es “Wasser marsch” und der Nachbar legte das Rohr in seinem Weiher um. Sofort strömte Wasser in unseren Weiher. Wieder etwas erledigt.

Obstbäume pflanzen

Während der Bagger sich durch den Lehm wühlte und schließlich auch noch den Damm um den, im letzten Jahr renovierten, Weiher ebnete, hatte ich Zeit, mich um meinen Waldgarten zu kümmern.

Als ich mit dem Spaten Loch für Loch zum Pflanzen aushob, beneidete ich den Bagger keineswegs um seine tiefschürfenderen Erdarbeiten. Feuchter Lehmboden ist wirklich nicht gerne bereit, Schaufeln in sich auf zu nehmen.

Und doch habe ich es schließlich geschafft, meine Bäume zu platzieren. Nun ja, Bäume sind es eher nicht. Vor vielen Jahren bereits pflanzte ich einen Baum, einen Zwetschgen-Halbstamm und weitere 2 Apfelbäume die ich von dünnen Ästen, mehr waren es nicht, hoch zog, bis ein Stamm erkennbar wurde.

Obst habe ich bisher noch nicht geerntet. Da ich als Hobby-Selbstversorger nun endlich auch mein Obst selber ernten möchte, entschloss ich mich, Obst-Büsche zu setzen. Die kommen eher in den Ertrag.

Zwei weitere Vorteile haben sie. Einmal gelingt die Ernte ohne den Einsatz hoher Leitern leichter. Und zum Anderen ist der Ertrag nicht so hoch. Das mag auf den ersten Blick unlogisch für einen Selbstversorger klingen. Aber ich habe lieber eine Vielfalt an Obst-Sorten als nur eine Einzige Art oder Sorte. Jetzt habe ich dann 5 verschiedene Äpfel. Zeitige, zum baldigen Verzehr bis hin zu Lagerobst für eine Verzehr ab Februar. Damit decke ich einen großen Zeitraum ab. Wenn ich nun denke das wären alles Hoch- oder Halbstammbäume, so würde mir Angst vor der Menge anfallenden Obstes. Gerade bei Apfelbäumen ist es auch immer wichtig, dass ein bestäubender Baum in der Nähe wächst, was wieder gegen einen einzelnen großen Baum spricht.

Nach dem Pflanzen kam noch dicker Pappkarton um die Bäume, weil das immens dicke Gras dort auf der Fläche von den Bäumen fern gehalten werden muss. Später wird da immer wieder Rasenschnitt darauf gemulcht.

Aber die Arbeit war damit noch nicht getan. Es ist ja ein Waldgarten. Und der steht im freien Feld und nicht im umzäunten und geschützten Hausgarten. Will sagen es leben hier auch Rehe, Hasen und, die Weiher ziehen ihn magisch an, der Bieber. Wie lange würden meine teuer erstandenen Obstgehölze wohl stehen, wären sie nicht durch je einen Zaun geschützt?

Hier haben Obstbüsche einen Nachteil zu den Halbstämmen. Beim Halbstamm wickelt man Hasendraht um den Stamm und gut. An die weit oben ansetzenden und dann in die Breite gehenden Äste kommen die Rehe nicht ran. Die Büsche haben keinen Stamm und die Äste gehen schon weit unten in die Breite. Ich muss jeweils ein kleines Gehege darum anfertigen.

Im letzten Jahr setzte ich eine Linde dort zum Waldgarten. Außen herum einen Hasendraht gegen den Biber und keine Woche später sah ich Fraßschäden an den Zweigen oberhalb des Drahtes. Also entweder der Biber holte sich eine Leiter, dass er so hoch hinauf kam oder, was wohl wahrschenlicher ist, die Rehe fanden die Zweige interessant. Das soll sich bei den Obstbäumen nicht wiederholen!

Wen es interessiert, hier einmal die Liste der nun dort stehenden Obstbäume:

  • Fränkische Hauszwetschge (Halbstamm) gepflanzt 2015
  • Hendunger Schneeapfel (Halbstamm neben der Zwetschge) gepflanzt 2016
  • namenloser Erhaltungsapfel einer alten Sorte (Halbstamm) gepflanzt 2016
  • Haselnuss “lange Zellernuß” 2022
  • Zwerg-Walnuss “Mini-Multiflora Nr. 14”
  • Winterapfel “Goldparmäne” Busch 2022
  • Herbstapfel “Prinz Albrecht von Preußen” Busch 2022
  • Herbstapfel “Apfelberger Zuckeräpfelchen” Busch 2022
  • Birne “Conference” Busch 2022
  • Mirabelle “von Nancy” Busch 2022
  • Strauchkirsche “Rotes Wunder” Busch 2022
  • eigener Feigensteckling “Ronde der Bordeaux” 2022

Wenn ich mich also gut darum kümmere, werde ich doch hoffentlich bald einmal leckeres, süßes und vor allem eigenen Obst bekommen.

Wie es mit der Unterpflanzung und Beipflanzung aussieht und sich entwickelt, wird sich zeigen. Zuerst mussten jetzt einmal die Bäume in die Erde. Verschiedene Begleitpflanzen für die Obstbaumgemeinschaft sind gesät, bestellt und stehen als Wurzelableger im Garten. Hier wird sich noch einiges tun.

Eine Seite wird übrigens begrenzt durch immer und immer wieder aufgeschichtete Zweige der Erlen vom Brennholzmachen. Im Sommer ist das alles zugewachsen und kaum erkennbar. Darin herrscht mit Sicherheit reges Leben. Eigentlich sollten ja auch Heckenpflanzen im Schutz des Dickichts (Rehe, Biber etc. ) aufgehen. Die Samen von Vögeln heran getragen. Die Pflanzen gehen auch auf, aber überall nur nicht im Totholzgestrüpp.
Immerhin habe ich zwei schön entwickelte Weißdornbüsche stehen lassen können. Bald blühen sie wider und duften so herrlich. Weißdorn ist ein Paradies für unzähliges Getier im Garten.

Ausdauernde Wildgemüse

Ein Waldgarten lebt ja von den vielen ausdauernden, essbaren Pflanzen. Hier habe ich auch noch einiges im Sinn. Für heute erst einmal zwei Arten die von allein schon vorhanden sind.

Dieser Lauch hier wächst überall verteilt am Grundstück. Ich kann ihn aber einfach nicht namentlich identifizieren. Die Blätter sind Röhren wie beim Schnittlauch. Ist es wilder Schnittlauch? Unten hat er kleine Zwiebelchen (ein paar Büschel habe ich für den Hausgarten ausgegraben). Blüten konnte ich bisher noch keine beobachten oder sind sie mir nicht aufgefallen? Die Röhren schmecken mild nach Lauch sind aber recht fest und müssten sehr fein geschnitten werden.

Und dann fand ich am Nachbarweiher noch etliche Wurzelableger vom Weidenröschen. Da wanderten gleich welche an unser Ufer. Die Blätter sind roh in Salaten verwendbar. Ich muss da aber noch herausfinden, welches Weidenröschen es genau ist. Sicher das Kleinblütige.

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