Wundermittel Wurmhumus und exotische Keimlinge

Kurz vor dem Wochenende noch ein paar sehr erfreuliche Dinge aus meinem Garten. 
Hier seht ihr eine Clematis am Zaun zwischen Gemüsegarten und Staudenbeet. Den Zauns sollte sie schon seit ein paar Jahren erklimmen und einen blühenden Hintergrund für die Stauden bilden. 

geheilte Clematis durch  Wurmhumus (c) by Joachim Wenk
geheilte Clematis durch  Wurmhumus (c) by Joachim Wenk
Im Frühjahr vorletzten Jahres gepflanzt, trieb sie aus, hatte eine Knospe, blühte und welkte dann im Laub. Alles hing schlaff he runter und sie starb dann ab. Sie erholte sich nie. Immer wieder versuchte sie zu treiben, aber immer waren die Blätter welk und sie starb ab. Dann kam sie nicht mehr. Ich kaufte wieder eine und setzte sie etwas 2 m entfernt. 
Das gleiche Spiel. Nach der ersten Blüte ging es los und sie hatte die gleiche Krankheit, sicher irgendeine Clematiswelke, wie die andere. Sie erholte sich nie. 
Nun erinnerte  ich mich an meine kleinen zaubernden Helfer im Garten und in der Farm, die ich ihnen extra eingerichtet habe. Ich spreche von den Regenwürmern. Ich habe im Frühjahr ein paar mal konzentriert das Sickerwasser auf  und um die Pflanzstellen der beiden Clematis verteilt. 
Plötzlich fingen sie an zu wachsen. Ich wollte es gleich hier mitteilen. Aber was, wenn sie dann doch wieder welkten? So dachte ich und wartete ab.  Jetzt aber kann ich mich nicht mehr zurück halten. Die abgebildete wächst, wie nie zuvor und auch die andere hat sogar schon eine Blüte gehabt. Die allerdings wächst noch nicht so stark. Aber beide haben intaktes Laub ohne welk zu sein. 
Wurmhumus enthält, wie ich schon oft beschrieben habe, viele „gute“ Mikroorganismen. Eine der Wirkungen ist es, die im Boden oder sonst auf den Pflanzen befindlichen „schlechten“ Mikroorganismen zu verdrängen. Und es funktioniert. Die schädigenden Pilze oder Viren oder was es ist, wurden verdrängt und die Clematis können sich nun wieder erholen. 
Die andere Neuheit sind diese Keimlinge hier. Ich hätte es ja nicht erwartet und probierte es dennoch. 

Keimlinge von Amaryllis (c) by Joachim Wenk
Keimlinge von Amaryllis (c) by Joachim Wenk
Meine Amaryllis blühten wunderschön und ich vernachlässigte die Pflege, sprich vergaß, die verwelkten Blüten ab zu schneiden. Dann bildeten sich plötzlich Samenkapseln und wuchsen immer mehr. Ich ließ sie gewähren. Schließlich flatterten viele schwarze hauchzarte Pergament-Papierchen, wie Confetti heraus. Eine mächtige Sauerei. Sind das die Samen? So dachte ich. Es kann ja nichts schaden ein paar von denen einmal in eine Aussaatschale mit Erde zu packen. 
Das ist noch nicht lange her und schon geht das Keimen los. Ich dachte ich sehe nicht recht. Habe ich jetzt also selbst gesäte Amaryllis. Also ich gehe einmal davon aus, daß ich die Sämlinge durchbringe und sie irgendwann einmal blühen. 
Also bleiben wir neugierig und wachsam am Experimentieren und Beobachten. Ein schönes Wochenende wünsche ich und schöne Stunden im Garten. 
Rosa Stockrose im Landgarten (c) by Joachim Wenk
Rosa Stockrose im Landgarten (c) by Joachim Wenk

Tropfbewässerung für den Gemüsegarten

Also langsam bin ich mir ziemlich sicher:  da will mich ganz bewusst irgend jemand ärgern!
Dass es bei mir im Garten trocken ist, viel zu trocken eigentlich sogar, das dürfte wohl niemandem hier mehr fremd sein. Ich wollte das ewige Genöle wegen dem fehlenden  Regen selbst schon nicht mehr hören. 
Da gibt es nur eine Lösung. Aktiv werden! Ich habe mir Bewässerungsrohre bestellt und am Tag als ich die Pakete in Empfang nehmen durfte, regnete es 6l/qm. Das ist richtig Regen für unsere Verhältnisse. Und am Tag drauf, beim Installieren der Anlage, nieselte es immer wieder auf mich herab.
Sagt selbst, ist das Hohn? Den wenn ich erwische, der dafür verantwortlich ist…..
Pakete von Grünbedarf.de (c) by Joachim Wenk
die ansprechend gestalteten Pakete machen doch noch mehr Lust auf den Inhalt (c) by Joachim Wenk
Aber jetzt erst einmal der Reihe nach. 
Viele Internetseiten habe ich durchforstet und zwar ja schon seit langem, da die Trockenheit mir nicht neu ist. Das gleiche gilt für die Gartenabteilungen der Baumärkte mit Schläuchen und Bewässerungsartikeln. 
Probiert habe ich auch schon viel. Bisher immer nur in den Staudenbeeten, hatte ich diverse Bewässerungsmöglichkeiten. 
Schwitzschläuche schienen mir praktisch, weil sie über die gesamte Länge Wasser ausdünsten. Das ist sehr wenig und man meint es langt nicht. Wenn ich aber die  Schläuche nicht angeschlossen hatte, merkte ich binnen weniger Tage, daß die Stauden verwelkten. Leider hielten diese Rohre nur 2-3 Jahre, egal ob auf oder unter der Erde verlegt. Im dritten Jahr bestanden sie schließlich nur noch  zu größeren Teilen aus Schlauchkupllungen, die die geborstenen Bereiche überbrückten, als aus Schwitzschlauch. Die habe ich dann alle entsorgt. 
Es gibt ja nicht nur schwitzende Schläuche sondern auch spritzende Schläuche. Von der Markenfirma in den Baumärkten gab es diese, aber der Preis ist echt hoch. Also testete ich das mit einem Billigprodukt aus dem 1€-Baumarkt. Das Prinzip ist das Gleiche ein Schlauch, in den Löcher geschlagen sind. Das Ergebnis wird wohl auch bei beiden vergleichbar sein. Es kommt ganz schön Wasser raus, die Erde ist feucht und mit ihr die ganzen Pflanzen und die Umgebung. Sie spritzen einfach unkontrolliert um sich. Egal, wie ich sie drehte und wendete und fixierte, irgendwie spritzte immer ein Loch oder mehrere irgendwo hin. 
Dennoch rettete mir das Billigteil die Stauden im Beet am Zaun. Dort habe ich im Juli eine Staude bereits an die Dürre komplett verloren und der uralte Asternbusch  war kurz davor. Jetzt lasse ich den Schlauch regelmäßig spritzen, die Aster hat sich erholt und sonst geht es auch im Beet. Die anderen Staudenbeete gieße ich mit dem Beregner, weil mir einfach die Zeit fehlt, es mit der Hand zu gießen. 70 qm Staudenbeete, 120 qm Gemüsebeete, Gewächshaus, Säulenobst und Spalierobstreihe, Miniweinberg und diverse einzeln stehende Beerensträucher und Ramblerrosen richtig zu gießen, also dass das Wasser auch an die Wurzeln tief in der Erde gelang, dauerte viele Stunden. Ein Tag ist da locker vorüber und dabei kann ich dann absolut nichts anderes machen. Daher läuft dann eben von 8 bis 8 der Regner. Auch so ein Teil meiner Bewässerungssausstattung. Ein Teilkreisregner mit etwa 13m maximaler Wurfweite und  mit Stativ. Das war eine sehr gute Anschaffung. Man kann jedes beliebige Kreissegment einstellen von einem geraden Strahl bis hin zum vollkommenen Kreis. Auch die Reichweite ist korrigierbar. Sehr nützlich um gezielt die Staudenbeete zu bewässern. Allerdings eher etwas für einen großen Garten. 
mein Teilkreisregner (c) by Joachim Wenk
mein Teilkreisregner (c) by Joachim Wenk
Dennoch ist das Beregnen von Oben nicht so gut auf  Dauer. Ich habe auch beim Gemüse das Gefühl, daß es nicht optimal ist. Tomaten und Kartoffeln mögen das ohnehin nicht. Also mußte ich im  Gemüsegarten immer darauf achten, was beregnet wird und was nicht. Die Kartoffeln habe ich dieses Jahr allerdings doch auch mit dem Regner gegossen. Es ging nicht anders und ihnen nicht geschadet.
Nun kennt ihr die Vorgeschichte, so dass ich zurück kommen kann zu meinen Internetrecherchen. Dort fand ich heraus, daß es noch ein Art von Schlauch gibt. Der schwitzt nicht und der spritzt nicht, er tropft einfach nur. Das wäre doch was. Weitere Recherchen zur Herstellerfirma Netafim und bei etlichen Anbietern ergaben nur Positives. Das ist meine  Bewässerung ! 
Dieser Schlauch ist nicht einfach nur durchlöchert, sondern verbirgt in seinem Inneren quasi intern hinter jedem Loch (Abstand 50 cm) ein eingebautes Ventil. Ich habe bei Beschreibungen gesehen, dass sogar der Druck eines etwas erhöht gestellten Regenfasses ausreicht, um den Schlauch zum Tropfen zu bringen. Es gibt die verschiedensten Sets mit diesem Schlauch, Verteilerschläuchen, Kupplungen, Erdhaken und und und. 
Bei einem Anbieter gab es ein Set, das von dem Inhalt exakt für mein Schneckenzaunbeet ausreichen würde. Zudem ist gerade eine Aktion, in der man es günstiger bekommt. Das wollte ich nun einfach einmal probieren, ob diese Art Bewässerung für mich die passende ist. 
Leider gab es bei dem Anbieter nur das Set und so gut wie kein Zubehör, was aber ja am Markt ist. Das war schade, da ich dann dort erst gar nicht bestellen muß. Und doch war es genau richtig. Ich trat über das Kontaktformular mit dem Anbieter in Kontakt und fragte nach. Binnen weniger Stunden hatte ich Antwort! Das ist schon erstaunlich genug. Die haben die Bewässerungen neu im Programm und daher noch nicht alles im Internetshop, das ist die Erklärung, mit der ich gut leben kann. Die  Dame am anderen Ende meiner Mails war sehr nett, sehr kompetent und hilfreich. Sie beantwortete mir viele Fragen, die auch die anderen Anbieter-Seiten mit diesen Bewässerungen einem Laien nicht beantworten konnten. Laie sage ich hier, weil das System für Profis gemacht ist. Weinbauern, Gemüsegärtner und Obstbauern. Es ist kein Baumarktprodukt, was aber auch wieder für das System spricht. 
Weil der Anbieter – Name steht auf dem im Foto abgebildeten Karton 😉 – das Bewässerungssystem neu im Programm hat gibt es quasi eine win-win-Situation für uns beide. Ich bekomme gerne alle Fragen beantwortet und die profitieren von meinen Laienfragen. Sie können nun noch gezieltere Informationen, die eben wohl für Laien wichtig sind, in ihrem Onlineshop aufnehmen. Übrigens haben die auch wirklich interessantes anderes Gartenzubehör auch in Profiqualität für Hobbygärtner und Stadtgärtner. Ich werde mich dort sicher noch öfter umsehen. 

Meine Pakete kamen sehr schnell. Ich habe sie ausgepackt und fand gleich wieder etwas sehr sympathisches. Ein Blumentopf.

Mein neues Bewässerungssystem für den Gemüsegarten und ein Blumentopf (c) by Joachim Wenk
Mein neues Bewässerungssystem für den Gemüsegarten und ein Blumentopf (c) by Joachim Wenk

Bitte?  Was mache ich mit einem Blumentopf, den habe ich gar nicht bestellt. Der Text auf dem Etikett ließ mich aber schmunzeln. Und recht haben sie. Sehr recht sogar.

manche Anbieter machen sich wirklich Gedanken über ihre versendeten Pakete (c) by Joachim Wenk
manche Anbieter machen sich wirklich Gedanken über ihre versendeten Pakete (c) by Joachim Wenk

Also dann schnell ab in den Garten. Enthusiasmus und Arbeitswille waren groß. Es dauerte etwa 2 Stunden und das Schneckenzaunbeet war mit der Bewässerung ausgestattet. Es ist 4m x 5,80m groß.

Zuerst musste ich mir die Materialien ansehen und überlegen,wie ich vorgehe. Das dauert immer seine Zeit. Wenn man dann loslegt geht es rasch. Ein wenig lästig fand ich die Störrigkeit der Schläuche. Man die sind aber auch bockig.

Im Foto der schwarze Schlauch, der entlang der Beete laufen soll und von dem aus dann der braune Tropfschlauch abgeht.

Ihr seht selbst, das ist eher ein Ball als ein Schlauch. Aber da muß ich durch. Man merkt schon an der Qualität des Materials, dass es für ein intensive und langjährige Nutzung in der Praxis ausgelegt ist. Da kann es eben kein labberiges Schläuchlein sein. Die Antwort der netten Dame in den Mails: nach einer Zeit im Beet und je nach Umgebungstemperatur, legen sich die Schläuche dann auch flach und wollen sich nicht mehr kringeln. Klar so ein Rohr oder Schlauch wird eben nur als Rolle transportiert und nicht ausgestreckt. Das geht halt nicht anders.

Schlauchkringel (c) by Joachim Wenk
Schlauchkringel (c) by Joachim Wenk

Auch die  Teilstücke im Beet wollen sich noch kringeln. Es sieht aus wie diese Fotos von Nessie im Loch Ness, mit dem aus dem Wasser gebucklten langen Schwanz. Gut dass ich noch zusätzlich Erdhaken bestellt hatte, sonst wäre das Fixieren im Beet kaum gegangen.

Schlauchbuckel am Beetrand (c) by Joachim Wenk
Schlauchbuckel am Beetrand (c) by Joachim Wenk

 Dass mein Beet gut bestückt ist mit Gemüsepflanzen, hat die Arbeit nicht wirklich leicht gemacht. Sinnig wäre es, so eine Bewässerung im Frühjahr im leeren Beet zu installieren. Wenn sie sich als gut erweist, habe ich das im restlichen, wesentlich größeren Gemüsegartenteil auch noch vor. Und die Staudenbeete sollen auf alle Fälle so einen Schlauch bekommen. Dort ist es einfache, da ziehe ich einfach nur den Tropfschlauch (wie damals die Schwitzschläuche) durch die Fläche, ohne zu verzweigen. Da gibt es auch keine Reihen, die regelmäßig zu bearbeiten sind, wie im Gemüsegarten.

Hier sieht man die schwarzen Verteilerschläuche entlang dem Mittelweg

die Verteilerrohre entlang der Beete (c) by Joachim Wenk
die Verteilerrohre entlang der Beete (c) by Joachim Wenk
die Verteilerrohre entlang der Beete (c) by Joachim Wenk
die Verteilerrohre entlang der Beete (c) by Joachim Wenk
Von den Verteilerschläuchen gehen die Tropfschläuche in die Beete. Ich habe sie jetzt  mit 50 cm Abstand verlegt. Das heißt ,ein Schlauch sollte Wasser für zwei Reihen Gemüse liefern. Mal sehen ob das ausreicht oder ob jede Reihe einen Schlauch benötigt. 
die Tropfrohre in  den  Beeten (c) by Joachim Wenk
die Tropfrohre in  den  Beeten (c) by Joachim Wenk

Viel Fläche ist auch leider frei im Beet. Wegen der Trockenheit konnte ich ja nichts sähen und auch nichts pflanzen. Kohlrabi, Chinakohl und Endivien stehen  im  Gewächshaus bereit und müssen unbedingt jetzt raus. Hoffentlich bringe ich den Boden feucht, damit sie mir angehen. Dann kommen noch Herbstsaaten wie Winterrettich, Asiasalat und Feldsalat.  Alles braucht Feuchtigkeit. Auf steinhartem trockenen Boden keimt und wächst nichts. Kohl ist dieses Jahr auch wieder wegen dem Wassermangel einfach eine Katastrophe.

noch sind große Lücken zwischen den   kümmernden Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk
noch sind große Lücken zwischen den
kümmernden Gemüsepflanzen (c) by Joachim Wenk

So ein Teil hier ist übrigens am Anfang der Bewässerung zu installieren. Darin ist ein Filter eingebaut. Der ist bei uns ganz praktisch, da ich mit Brunnenwasser gieße und da schon mal Schmutzpartikel im Gießwasser enthalten sein können. Die würden im Schlauch die Löcher verstopfen. Zudem regelt das Dingens auch den  Wasserdruck.

Druckreduzierer und Schmutzfilter (c) by Joachim Wenk
Druckreduzierer und Schmutzfilter (c) by Joachim Wenk

Jetzt hoffe ich auf deutlich erkennbares Wachstum im Beet. Vielleicht verschwinden dann auch wieder diese vermaledeiten  Erdflöhe, die sehr großen Schaden an allen Kohl-Gewächsen angerichtet haben.

Den Rosenkohl habe ich gleich mal angebunden. Wenn er jetzt wächst steht er damit sicher. Müsst ihr euren Rosenkohl auch immer stützen? Ich muß den  jedes Jahr anbinden, weil er sonst schon von klein an auf dem Boden liegt. So angebunden wird er mindestens hüfthoch. Hoffentlich auch in diesem Jahr wieder.

der Rosenkohl bekommt seine Stützen (c) by Joachim Wenk
der Rosenkohl bekommt seine Stützen (c) by Joachim Wenk

Die ersten Röschen sind jedenfalls erkennbar. Und wenn das jetzt klappt mit dem Wasser, dann entwickeln sie sich sicher auch noch zu großen Röschen. Ich bin gespannt, werde sehr genau beobachten und euch auch wieder auf dem Laufenden halten.

der Beginn wundervoller Röschen (c) by Joachim Wenk
der Beginn wundervoller Röschen (c) by Joachim Wenk

Ratz-fatz Himbeertörtchen aus dem Einkochglas

Da lacht das Selbstversorgerherz und der Bauch freut sich genau wie die Seele auf diese super leckeren und schnellen Himbeertörtchen. 
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Früh erfahre ich, daß nachmittag eine Freundin kurz vorbei kommt, etwas abzuholen. Sie wird auf eine Tasse Kaffee und einen Plausch bleiben. Zum Backen ist jetzt aber keine Zeit. Wie gut, daß es Sommer ist. 
Aus der Vorratskammer hole ich ein Weck-Glas mit fertig gebackenem Obstkuchenboden. 
Ich öffne es, stürze es und schneiden den Kuchen in gleichmäßig dicke Scheiben. 
Jetzt rühre ich etwas Quark mit Frischkäse und Puderzucker glatt und streiche diese Creme auf die Obstkuchenböden. 
Im Garten pflücke ich von den reifen und süßen Himbeeren ein Schüsselchen ab. Sie werden einfach in die Creme gedrückt und mit etwas Puderzucker bestäubt. 
Die Freundin war so begeistert von den Himbeeren (hier die Sorte Glen Coe), daß sie sie sich hinten im Garten gleich zwei Schüsseln voll pflückte und mit heim genommen hat. Von den Törtchen ist übrigens nicht eines übrig geblieben. Gut so, denn lange aufbewahren könnte man die ohnehin nicht. Das ist ein schnell bereiteter und schnell verzehrter Sommer-Genuß. Landleben pur.

Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk
Himbeertörtchen mit eingekochtem Obstkuchenboden (c) by Joachim Wenk

Ergänzung auf Grund reger Nachfrage:

Hier ist also das detaillierte Rezept für die Törtchen im Glas. Es stammt aus dem Standartwerk „Weck-Einkochbuch“ dem Buch zu den Weck-Gläsern. Darin steht genau, wie jedes Obst oder  Gemüse eingekocht wird und eben auch etliche Rezepte für Kuchen im Glas. Eine Rezept ist der Obsttörtchenboden.

Obsttörtchenboden im Weck-Glas

Zutaten:

3        Eier
150g  Zucker
50g    Mehl
50g    Stärkemehl
2 gestrichene Teelöffel Backpulver
50g    zerlassene Butter

  • Butter zerlassen und etwas abkühlen lassen. 
  • Die ganzen Eier (nicht Dotter und Eiweiß getrennt) werden mit dem Zucker sehr schaumig gerührt. 
  • Mehl mit Stärkemehl und Backpulver vermischt, auf die Schaummasse sieben und vorsichtig unterheben. 
  • lauwarm abgekühlte Butter unter den Teig rühren. 
  • Gläser mit Butter fetten und mit  Semmelbröseln  oder gemahlenen Nüssen ausstsreuen (sehr wichtig!)
  • Teig in die Gläser füllen
  • Der Teig reicht für  3 Weck-Sturzgläser (wichtig, dass sie oben weiter als unten sind, sonst kann man den fertigen Kuchen nicht aus dem Glas stürzen!) mit 1/2l Inhalt oder 2 Sturzgläsern mit 3/4l Inhalt. Die Gläser werden immer nur maximal bis zur Hälfte mit Teig gefüllt. 
Weiter geht es auf unterschiedlichen Wegen. 
Entweder: 
  • Gläserrand säubern, mit Gummi und Decke verschließen und mit Klammern abdichten. 
  • Einkochen bei  bei 100°C für 120 Minuten. 
Oder: 
  • offene Gläser im vorgeheizten Backofen  bei 175°C für 60 Minuten backen. Vorteil dieser Methode, man kann mit der Stäbchenprobe testen, ob der Kuchen durchgebacken ist. Nachteil meiner Meinung, er wurde fast etwas zu braun und trocken und hing dann doch am Glas etwas fest. 
  • Nach dem Backen Gläser aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen, bis man sie problemlos mit der Hand anfassen kann. Ist der Kuchen über das Glas  hinaus gewachsen, dann mit einem Messer so abschneiden, dass der Deckel ohne Probleme aufgelegt werden kann
  • Glasrand säubern und Glas mit Gummi, Deckel und Klammern verschließen
  • Gläser für 30 Minuten bei 100°C einkochen. 
Vor dem Verwendung den Kuchen aus dem Glas stürzen in 1-2cm dicke Scheiben schneiden und wie oben beschrieben belegen. Ich hatte den  Kuchen im 3/4l Glas. Aus dem Glas kann man etwa  Törtchen schneiden. Für diese  7 Törtchen benötigt man in etwa 100g Frischkäse und 200g Quark, verrührt mit 2 Eßlöffeln Puderzucker.

Ihr habt gerade ein paar frische Früchte und Lust auf  Törtchen zum Kaffee, aber gerade nichts eingeweckt? Hier schnell noch das Rezept für eine Biskuitboden. Aus dem fertigen Boden dann mit einem Glas oder kleinem Schüsselchen Kreise ausstechen und wie oben  beschrieben belegen.

4 Eiweiße mit 1 Prise Salz anschlagen. 120g Zucker einrieseln lassen und zu steifem Schlagen. 4 Eigelb mit dem Schneebesen unterheben, 40g Puddingpulver Vanille (1 Packung) und 80g Mehl mischen, darüber sieben und kurz unter die Eimasse ziehen. (Mehl sieben gibt zusätzlich Luft und Lockerheit im fertigen Boden, ist also besser als einfach Mehl hinein schütten). In einer 26cm Springform bei 200°C (vorgeheizt) ca. 20 Minuten backen. Abkühlen lassen und dann aus der  Form nehmen. Ein bis zweimal waagerecht durchschneiden. 

Viel Spaß beim Nachbacken. Und wem das erfolgreich gelungen ist, freue ich mich über Fotos und Berichte von euren Törtchen-Kreationen.