Scheinbar saß ich am Wochenende doch recht häufig auf irgendeinem Bänkla…..

Und wieder ist es schon spät, als die Arbeit uns ins Wochenende entlässt. Jetzt noch die Heimfahrt und dann endlich wieder im Garten sein. 
 Wären wir ein paar  Monate weiter, würde ich das nicht machen können. So komme ich heim und setze mich erst einmal unter meine Palme auf die Bank. Ich sauge alles auf, die Atmosphäre, die Gerüche und Geräusche. So schön ist es. Die Sonne ist auch jetzt im Sommer schon sehr tief, so spät ist es. Gerade noch die oberen Spitzen vom Walnußbaum der Nachbarn sind beschienen. Oder das Haus der Nachbarn. Bei uns scheint sie auch noch zum Wohnzimmerfenster herein. Hier im Garten ist Schatten.  Nach einem 30°C warmen Tag tut das gut. 
Eine ganze Zeit sitze ich hier, bevor ich ins Haus gehe. 
Blick von der Bank unter Palmen durch den Feierabend-Garten (c) by Joachim Wenk
Blick von der Bank unter Palmen durch den Feierabend-Garten (c) by Joachim Wenk

Schnell wechselt in diesem Sommer das Wetter. Waren es am Freitag noch 30°C, wird der Samstag deutlich kühler und  – wichtig! – es regnet. Es regnet sogar bei uns. 5l/qm sind jetzt wahrlich nicht üppig, aber doch fünf mal so viel, wie üblicherweise an einem Regentag  vom Himmel fällt.

Ich freue mich also über den Regen und überarbeite meine Liste mit anstehenden Gartenarbeiten.

Gleich morgens mache ich die ersten Fotos. Würde die Sonne scheinen, wären sie wohl schöner geworden.  Jetzt ist es bedeckt und kühl. Das ist aber auch wider ein Vorteil. Das Leuchten der gelben Nachtkerzen-Blüten kommt so noch viel mehr zur Geltung. Tagsüber braucht man sich hier nicht mit dem Fotoapparat herum zu schleichen, denn da sind alle Blüten verblüht und die neuen nicht offen. Erst abends öffnen sie sich und sind am frühen Morgen noch offen.

Nachtkerzen und Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Nachtkerzen und Stockrosen (c) by Joachim Wenk

Woher die Nachtkerzen kommen, weiß ich nicht. Sie waren im letzten Jahr einfach da. Ich ließ sie sich aussähen und habe dieses Jahr noch mehr von ihnen. Die Stockrosen daneben blühen auch bald. Ihre Blütenkerzen reichen schon über zweieinhalb Meter in die Höhe.

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk

Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Stockrosen (c) by Joachim Wenk
Dass es im Moment nicht wirklich heiß ist und die Sonne vom Himmel brennt, kommt der Ramblerrose sehr gelegen. So kann sie in Ruhe ihre unzähligen Blütchen entfalten und sich mit ihnen Schmücken. Mir bleibt dabei mehr Zeit, das im Jahr einmalige Schauspiel zu genießen. Letztes Jahr blühten sie erst gar nicht richtig auf sondern gingen direkt von der Knospe ins Blütenblatt abwerfende Stadium des Verblühens über. Hitze und Trockenheit sind nicht gut für Rosenblüten. 
Die Ramblerrose Rose Marie Vieaud erklimmt hier den Walnußbaum im Gemüsegarten.
Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk

Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Rose Marie Vieaud im Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Fleißig am Klettern sind auch die Blauhilde-Bohnen im Gemüsegarten. Kam mir und dem einen oder anderen aufmerksamen Leser, das Bohnen-Tipi beim Aufstellen vielleicht etwas hoch vor, so kann ich nur sagen, daß sie bereits oben angekommen sind. Zu hoch ist die Stange mit mehr als 3 m  also nicht. 
Stangenbohne am Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Stangenbohne am Bohnenzelt (c) by Joachim Wenk
Neben Brennesseljauche gießen und Wurmtee ausbringen kann ich bei dem wechselhaften Wetter nichts größeres angehen. Daher bleibt Zeit, einmal auf dem Bänkchen im Gemüsegarten zu sitzen und sich umzublicken und zu erinnern. 
Die neuen Wege sind wirklich toll geworden. Erst jetzt, wo alles schön eingewachsen ist. 
Blick von dem Garten-Bänkla durch den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Blick von dem Garten-Bänkla durch den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Sah es doch Anfang Mai noch so aus, wenn ich auf besagtem Bänkchen saß!

Blick von dem Garten-Bänkla durch den Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Gleicher Blick Anfang Mai (c) by Joachim Wenk

Weil es nicht oft und wenn dann nicht lange regnet, habe ich vielleicht auch im aktuellen Jahr wieder Glück. Glück, daß meine Tomaten keine Braunfäule bekommen, obwohl sie ohne schützendes  Dach auskommen müssen. Bis jetzt gedeihen sie prächtig. Aus den recht gakeligen und zu hoch geschossenen Pflanzen wurden sehr kräftige und bereits fruchtenden Tomatenpflanzen. 
Unter ihnen habe ich dick mit Rasenschnitt gemulcht, damit beim Regen keine (mit Pilzsporen verseuchte) Gartenerde auf ihr Laub hochspritzen kann. Die untersten Blätter habe ich entfernt, daß sie nicht auf dem Boden aufliegen. Und bereist mehrmals habe ich Wurmtee auf die Blätter gespritzt, weil das angeblich auch vorbeugend helfen soll. 
prächtig gedeihende Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk
prächtig gedeihende Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk

Erste Früchte an den  Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk
Erste Früchte an den  Freiland-Tomaten (c) by Joachim Wenk

Gewohnt wüchsig zeigen sich auch meine Kartoffeln. Sie blühen bereits und wollen immer wieder quer über den Weg hinüber. Meine Grenz-Schnur kann sie nur mit Mühe im Zaum halten.

Kartoffeln überwuchern den Gartenweg (c) by Joachim Wenk
Kartoffeln überwuchern den Gartenweg (c) by Joachim Wenk
Auch hier erinnere mich zurück. Anfang Mai habe ich sie gerade frisch gesteckt, gerade als dieser Wegabschnitt beim diesjährigen Kartoffelbeet fertig gestellt war. 
Gartenweg (c) by Joachim Wenk
gleiches Kartoffelbeet Anfang Mai (c) by Joachim Wenk
Unkraut konnte ich jetzt am Wochenende in den Regenpausen rupfen. Der viele Rasenmulch hält es aber ganz gut in Schach. Dennoch kamen ein paar Eimer voll zusammen. Klar dass das Unkraut genau so freudig vor sich hinwachsen möchte, wie meine Gemüsepflanzen. 
üppiger Mischkultur-Gemüsegarten (c)  by Joachim Wenk
üppiger Mischkultur-Gemüsegarten (c)  by Joachim Wenk

Wie gesagt, Anfang Mai, war hier noch Steppe. Jetzt habe ich Urwald.

kahler Gemüsegarten  Anfang  Mai (c)  by Joachim Wenk
kahler Gemüsegarten  Anfang  Mai (c)  by Joachim Wenk
Und da ist es ja das Bänkla im Gemesügarten, ein Pltäzchen für kurze Pausen zum Genießen, Nachdenken oder Erinnern. 
Ruhebank im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Ruhebank im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk

Und das hier wäre eigentlich am Wochenende dran gewesen. Die Hecken müssen geschnitten werden. Ganz mutig versuchten wir es auch. Ihr seht ja selbst, daß wir nicht wirklich voran gekommen sind. Jetzt ist eine Hecke zur Hälfte geschnitten. Immerhin ein Anfang.

ein paar Meter Hecke konnten wir zwischen dem Regen schneiden (c) by Joachim Wenk
ein paar Meter Hecke konnten wir zwischen dem Regen schneiden (c) by Joachim Wenk

Lauter so Gruscht-Kram haben wir gemacht. In einer anderen Regenpause zerrten wir das befüllte Erdbeerfass unterm Walnußbaum hervor. Dann auf die Wegrabatte und darüber hinaus. Endlich stand es am Weg. Wie gut, daß die Wege im Gemüsegarten so neu und breit sind. Mit dem Sackkarren konnte wir es dann heraus ziehen und bei der Ramblerrose platzieren. Es bekam doch deutlich zu wenig Sonne unter dem anderen Walnußbaum.

Erdbeeren aus dem Beet mit Sonneneinstrahlung sind süß und sehr aromatisch. Die Erdbeeren vom Erdbeerfass waren dunkelrot und saftig, aber sauer und ohne Aroma. Da müssen wir mal sehen, ob es hier besser steht und wie ihr Geschmack dann ist. Mehr Sonne bekommt das Faß hier auf alle Fälle.

Erdbeefaß (c) by Joachim Wenk
das Erdbeerfaß stand zu schattig, jetzt hat es einen neuen Platz (c) by Joachim Wenk

Samstag Besuch, Sonntag Ausflug und eine Erkenntnis zum eigenen Gartenparadies

So, nun war er da, unser Besuch, für den wir im Garten und um den Garten herum alles auf Fordermann gebracht haben. 
Einen ganz wundervollen Samstag Nachmittag mit viel Lachen und viel Essen und viel Unterhaltung haben wir verbracht. Garten, Karpfenweiher und Weihergarten habe ich gezeigt. 
Das Wetter war sehr schön. Nicht mehr so heiß, aber sonnig. Abends kamen Unwetterwolken. Dann, als sie da waren, kam ein ganz starker und kurzer Wind und hat sie alle verteilt. 1l Regen viel, also leider viel zu wenig (wo ich so dringend Regen bräuchte). Im gleichen Dorf aber am anderen  Ende waren es immerhin 3l und beim Freund der irgendwo zwischen den beiden eben genannten Meßstellen wohnt waren 0l herunter gekommen. Und das in einem kleinen Dorf und nicht etwa einer Großstadt wie Berlin mit vielen km zwischen den einzelnen Meßbehältern. 
alles wird begutachtet und ausprobiert (c) by Joachim Wenk
alles wird begutachtet und ausprobiert (c) by Joachim Wenk

fröhliche Runde unterm Sonnenschirm (c) by Joachim Wenk
fröhliche Runde unterm Sonnenschirm (c) by Joachim Wenk
Am Sonntag habe ich in der Früh rasch ein wenig gegossen und versuchshalber Natron mit Wasser gegen Mehltau an Gurken gespritzt. Wir wollten ja noch einen Ausflug machen. Eile war im Garten daher angesagt. 
Meine Andenbeere hängt über und über mit Früchten voll. Es ist ja erst Juni und so schon erstaunlich. Das macht die Überwinterung aus. Hätte ich erst im Februar gesät, wären die ersten Früchte gegen Ende September zu erkennen. 
Physalis (c) by Joachim Wenk
Physalis (c) by Joachim Wenk

Der Butterkohl sieht schön aus, ob der noch seinen lockeren und spitzen Kopf bildet? Und ob der das nicht hätte schon längst machen müssen? Ich weiß es nicht. Ich merke nur, dass es wie in jedem Jahr gegen Ende Juni (also so in etwa Johanni) losgeht. Heiß, trocken und Schädlinge tierischer und pflanzlicher Natur machen sich breit. Fehlzusammensetzungen wie auch immer im Boden zeigen sich im Wachstum der Pflanzen. Wann ich das wohl endlich einmal überwunden haben werde….

Butterkohl (c) by Joachim Wenk
Butterkohl (c) by Joachim Wenk

Tomaten (c) by Joachim Wenk
Tomaten (c) by Joachim Wenk

Der Kohl steht sehr schön im Beet. Auch hier weiß ich nicht, ob er so in Ordnung ist oder nicht größer sein sollte. Wahrscheinlich ist es aber so, daß ich wohl eher auf den Kauf und das Lesen diverser Garten- und Landmagazine verzichten sollte. Die verwirren mich mehr als sie mir bringen. Dort jedenfalls steht immer schon viel früher von Ernten und Arbeiten, die bei mir noch lang nicht möglich sind. Und eben der Kohl sieht deutlich anders aus, wenn ich mich gerade an ein aktuelle Foto aus einem solchen Magazin erinnere.

Blaukraut und Weißkraut (c) by Joachim Wenk
Blaukraut und Weißkraut (c) by Joachim Wenk

Eben nach Johanni kommen die Schäden. Sogar die Sonne schadet. Am Donnerstag nachmittag war alles in Ordnung im Garten. Viele war welk aber intakt. Freitag, also einen Tag später waren die Bohneblätter total verbrannt, die Zucchiniblätter, an den Rändern verbrannt. Eine Zucchini am Stiel verfault und mußte entsorgt werden (trotz Dürre und keinem Gießen). Die Zitrone und Grapefruit im Kübel haben verbrannte Blätter. Und das von einem Tag Sonne, die allerdings fürchterlich aggressiv vom Himmel stach.

verbrannte Blätter der Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk
verbrannte Blätter der Stangenbohnen (c) by Joachim Wenk
Also ich vor kurzem meine Komposthaufen umgeschichtet habe startete ich einen Versuch, der immer wieder empfohlen wird. Ein Test, ob der Kompost schon reif ist und ausgebracht werden kann. 
Hier habe ich im linken Schälchen Kompost, frisch umgeschichtet, und im rechten Schälchen Wurmhumus frisch aus der Farm eingefüllt und Kresse gesät. 
Zuerst sah ich keinen Unterschied. Je mehr die Kresse aber wächst, desto mehr sehe ich ihn. Die im noch unreifen Kompost werden eher schlacksig. Zwar größer als die im Wurmhumus, aber schwächer und heller grün. Der Kompost ist noch nicht gut, um zu den Pflanzen zu kommen. Wurmhumus dagegen kann frisch aus der Farm entnommen bereits zu den Pflanzen gegeben oder in die Erde gemischt werden. 
Im rechten Schälchen mit Wurmhumus wachsen sie langsamer, aber gedrungen und sind dunkelgrün. Jetzt bin ich am Überlegen, was das für mich bedeutet. Ich sehe das beinahe als Abbild meines Gartens. So wie im linken Schälchen wächst alles sehr gut, ist aber doch anfällig für Krankheiten und auch hellgrün. Liegt es am Kompost? Zu viel glaube ich fast gar nicht, weil ich mich schon genau an die empfohlenen Liter-Angaben pro Quadratmeter gehalten habe. Zu früh doch noch ausgebracht? Vielleicht sollte ich ihn im Herbst und nicht im Frühjahr ausbringen?  Jedenfalls bin ich  hier noch weiter am überlegen. 
Kressetest mit noch unreifen Kompost (links) und ganz frischem Wurmhumus (rechts) (c) by Joachim Wenk
Kressetest mit noch unreifen Kompost (links) und ganz frischem Wurmhumus (rechts) (c) by Joachim Wenk

Sehr erfreut bin ich über den Muskateller Salbei, den ich letzten Sommer als Samen von Sabine mit brachte. So mächtig hätte ich mir diese Staude garnicht vorgestellt. Wirklich beeindruckend diese kräftigen Pflanzen und ihre Blütenkerzen.

Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk
Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk

Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk
Muskateller Salbei blüht (c) by Joachim Wenk

So wollte ich es immer haben.  Ramblerrosen hängen bühend aus alten Bäumen.  Diesen Anblick genossen wir am Sonntag Abend nach dem Grillen im Garten. Nein! Wir sind keine Fußballfans, sondern haben wirklich am Sonntag mit einem befreundeten Ehepaar im Garten gegrillt.

Unseren Sonntagsausflug hatten wir da bereits hinter uns. Wir besuchten drei Gärten der offenen Gartentür. Auf dieser Tour trafen wir besagtes Freundespaar und verabredeten uns abends zum Grillen. So zurück in meinem Garten, wurde mir klar, daß ich eigentlich sofort bei dieser Veranstaltung auch mitmachen hätte können. Und dabei wäre mein Garten  sicher nicht uninteressanteste und ungepflegteste gewesen. Das mag hochnäsig klingen, aber wenn ich ehrlich bin und selbst Skrupel habe, ob  mein Paradies ausreicht um es zu bewerben und Leute lange Anfahrten in Kauf nehmen zu lassen, so  weiß ich nach diesen drei  Gärten, dass nicht ich es bin der diese Skrupel haben sollte. Wir nahmen uns vor, auch einmal an dieser Veranstaltung teil zu nehmen.

Dann kommen aber gleich die Bedenken mit so vielen fremden Menschen im eigenen Zuhause. Wollen wir das wirklich? Da gibt es wohl noch einiges dafür und dawider zu bedenken. Der Garten selbst allerdings gibt jedenfalls keinen Grund, es nicht zu tun.

Ramblerrose Pauls Himalayan  Musk Blütentriebe hängen aus altem Walnußbaum (c) by Joachim Wenk
Ramblerrose Pauls Himalayan  Musk Blütentriebe hängen aus altem Walnußbaum (c) by Joachim Wenk

So lange ist es schon her…

kanarischer Drachenbaum (dracaena draco) (c) by Joachim Wenk
kanarischer Drachenbaum (dracaena draco) (c) by Joachim Wenk

So lange ist es also her, daß wir das letzte Mal ganz privat und ganz zweisam im Urlaub waren. Es war Frühjahr und wir genossen Gran Canaria. Bei den Souvenirshops gab es Samen zu kaufen. Der kanarische Drachenbaum  (dracaena draco) hatte mir gefallen. Ein einziges Samenkorn war im Tütchen, etwa erbsengroß. Was daraus geworden ist, sehr ihr auf dem Foto. Immerhin blauer könnte der Himmel auch auf den Canaren nicht sein und wärmer wäre es wohl auch nicht.

Der Einzige, der  hier bei uns im Garten sich erfrischt, ist der Hund in der Hundebadewanne. Wir haben dafür keine Zeit. Gerackert und geschuftet wird. Es hat fast 30°C aber es gibt vor dem Besuch am Wochenende noch einiges zu erledigen.

Der Hang zur Dorfstraße muß gemäht werden. Bei der Hitze einen Südwesthang bearbeiten ist gelinde gesagt schweißtreibend.

Dennoch erinnere ich mich dabei an März diesen Jahres. Bei nebelgrauem Wetter haben wir die überalterte und fast nur aus Totholz bestehende Strauchrose bodeneben abgeschnitten. Genau wie die kurze Hecke gegenüber der Einfahrt. Heute steht alles wieder verjüngt und kräftig wachsend am Hang. Schaut euch doch mal die Fotos von damals an. Da schaudert einem ja schon beim Hinschauen, was für ein Wetter damals war. Hier klicken, dann kommt ihr zu den Fotos.

frisch gemähter Hang und frisch treibende Strauchrose (c) by Joachim Wenk
frisch gemähter Hang und frisch treibende Strauchrose (c) by Joachim Wenk

Sogar eine erste Blüte zeigt sich bei der Strauchrose unbekannten Namens.

erste Blüte der unbekannten Rose (c) by Joachim Wenk
erste Blüte der unbekannten Rose (c) by Joachim Wenk

Meine fränkische Hausquitte und das gut nachgewachsene Stück Hecke.

fränkische  Hausquitte  (c) by Joachim Wenk
fränkische  Hausquitte und wieder vorhandene Hecke (c) by Joachim Wenk

Während ich noch das ganze lange, mit der Motorsense gemähte Gras zusammenreche und im Garten unten beim Weiher als Mulch verteile, mäht Volker bereits im Garten mit dem Aufsitzmäher weiter. Auch das muß noch verteilt werden, als Mulch und auf den Kompost. Dazu komme ich aber später noch.

Oben im Garten erwarten mich schon die wunderbar blühenden Pfingstrosen, die vorwitzig durch den Zaun blinzeln.

 Pfingstrosen (c) by Joachim Wenk
endlich blühen die Pfingstrosen (c) by Joachim Wenk

Und was mich erst hinter dem Zaum erwartet – und unsere Besucher am Samstag!
Es ist ein Traum, ein Paradies auf Erden. Durch die warme und stehende Luft bleiben die unterschiedlichen Düfte wunderbar erhalten und können Atemzug für Atemzug wie Balsam aufgesogen werden. 
Die Pfingstrosen duften nach Rose, nur süßer. Noch viel süßer und etwas nach Honig riecht die gerade aufblühende Ligusterhecke (im Foto links bei den Pfingstrosen). 
Direkt hinter dem Tor zum Garten ist das Mäuerchenbeet mit der gerade blühenden und selbstveständlich duftenden Empress Josephine.  

Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet mit blühender Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk

Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk
Rose Empress Josephine (c) by Joachim Wenk

wild wuchernder Storchschnabel im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
wild wuchernder Storchschnabel im Staudenbeet (c) by Joachim Wenk
Kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk
was für eine Farbe!  Kalifornischer Goldmohn (c) by Joachim Wenk

Gegenüber dem Mäuerchenbeet steht der sehr große Moosrosenbusch Captain John Ingram. Leider blüht er nur einmal im Jahr, bietet dafür aber den restlichen Sommer ein sehr angenehm harzig-moosig riechendes Laub und Äste.

Moosrose  Captain John Ingram (c) by Joachim Wenk
Moosrose  Captain John Ingram (c) by Joachim Wenk

Die gelb-orange Golden Celebration blüht bis weit nach dem ersten Frost. Auch sie strömt süßen Rosenduft aus.

Rose Golden Celebration (c) by Joachim Wenk
Rose Golden Celebration (c) by Joachim Wenk

Captain John Ingram und Golden Celebration (c) by Joachim Wenk
Captain John Ingram und Golden Celebration (c) by Joachim Wenk
 Wir sind nicht die Einzigen, die heute Rasen mähen oder  Wiese schneiden. Unser Nachbar zur einen Seite hat Heu gemacht. Überall hört man Rasenmäher und auch die Nachbarn zur anderen Seite mähen ihren Rasen. Bei der Hitze trocknet der Schnitt schnell an und es liegt neben den bereits beschriebenen Gerüchen auch noch der Sommerduft schlechthin in der Luft, es riecht nach Heu. 
Auf meinem Weg vom Hang,  hoch aus dem Vorgarten, am Haus vorbei hier zum oberen Garten empfängt mich noch der sehr süße Duft des gelb blühenden Je-länger-je-lieber am Haus, vermischt mit dem würzigen Rosenparfum der Rose de resht. 

oberer Garten mit Haubaum und Blick aufs Wohnhaus (c) by Joachim Wenk
oberer Garten mit Haubaum und Blick aufs Wohnhaus (c) by Joachim Wenk
Im großen Staudenbeet verströmen die weiße und die rosa  Jacques Cartier  sowie am Rosenbogen die Clb.  Mme. Caroline Testout ihren Wohlgeruch. 
großes Staudenbeet im oberen Garten (c) by Joachim Wenk
großes Staudenbeet im oberen Garten (c) by Joachim Wenk

clb. Mme Caroline Testout am Rosenbogen (c) by Joachim Wenk
clb. Mme Caroline Testout am Rosenbogen (c) by Joachim Wenk
Der Rasenschnitt muß in den Gemüsegarten. Darum zeige ich euch auch hier ein paar aktuelle Bilder. 
So sah es  vor wenigen Tagen aus, als die Hitze noch nicht da war. Einige Reihen sind schon abgeerntet und ein zweites Mal bepflanzt. Kohlrabi nehmen jetzt die Stelle von Salat, Radieschen und Rettich ein. Der frühe Wirsing ist auch schon zweimal im  Kochtopf gelandet. 
Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten im Juni (c) by Joachim Wenk
Das Bild widerum ist von gestern. Ja, manche von euch werden es nicht glauben, aber bei uns könnte es langsam wirklich mal wieder regnen. 
(c) by Joachim Wenk
der Kohl würde sich über etwas Regen sehr freuen (c) by Joachim Wenk
Das im Frühjahr bepflanzte Erdbeerfaß liefert die ersten roten Früchte. 
reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk
reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk

reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk
reife Erdbeeren im Erdbeerfaß (c) by Joachim Wenk
Die Johannisbeeren färben sich rot. Davor blühen Ringelblumen und der sich selbst überall aussähende Bertram, ein Hildegard-Kraut. 
Ringelblumen und Bertram blühen vor den Beerensträuchern (c) by Joachim Wenk
Ringelblumen und Bertram blühen vor den Beerensträuchern (c) by Joachim Wenk

Ihr seht schon Gemsüegarten heißt bei mir nicht, daß es darin nicht blüht. Bald ist es auch wieder so weit, daß die Ramblerrose Rose Marie Vieaud ihre lila Trauben an Blüten im Walnußbaum öffnet. Im anderen Walnußbaum blüht und duftet bereits jetzt der Rambler Pauls Himalayan Musk. 
Stockrose und Ramblerrose Rose Marie Vieaud am Walnußbaum  im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Stockrose und Ramblerrose Rose Marie Vieaud am Walnußbaum
im Gemüsegarten (c) by Joachim Wenk
Wie jedes Jahr hat sie wieder Läuse an den  Blütenknospen. Da kommt  Gärtnerpanik auf. Also das habe ich mir jedenfalls sagen lassen, dass Läuse auf den Rosen solche Attacken bei manchen Gärtnern auslösen. 
die Rosenknospen haben Blattläuse (c) by Joachim Wenk
die Rosenknospen haben Blattläuse (c) by Joachim Wenk

Ich mache mir da keine Sorgen. Was täte ich ohne meine unzähligen Helfer im Garten.

Gleich neben der belausten Blütenrispe bot sich mir dieses Bild. Die Marienkäfer besiedeln den Garten in unübersehbarer Zahl. Das heißt sie vermehren sich und ihre Nachkommen, bevor sie zu Käfern werden, fressen die Blattläuse. Zumindest die, welche die Meisen beim Aufziehen ihrer zwei Generationen an  Jungvögeln pro Sommer übrig gelassen haben.

der Marienkäfer hilft gegen die Läuse (c) by Joachim Wenk
der Marienkäfer hilft gegen die Läuse (c) by Joachim Wenk
Wo ich doch gerade über meine Helfer plaudere. Vergangenes Jahr waren im Gewächshaus mehrere hübsch-grüne Laubfrösche auf Insektenjagd. Die habe ich dieses Jahr noch nicht gesehen. Dafür aber erschrickt mich durch das Gekrabbel am Boden jemand anderes beim Gießen. 
Sie ist nicht so hübsch, wie die Laubfrösche, aber hat ein ganz süßes und liebes Gesicht. Und so große Augen, die jetzt auf dem Foto leider gar nicht so zu Geltung kommen. Sie ist etwa 5cm groß und wohnt also diesen Sommer in meinem Gewächshaus. Nachts ist sie dann auf der Suche nach kleinen Schnecken und sonst Getier. Von dem Getier ist sicher auch das eine oder andere schädlich für meine Pflanzen. Die Schnecken sind es jedenfalls und darum freue ich mich, sie bei mir begrüßen zu dürfen. 
Kröte wohnt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Kröte wohnt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Wirklich unvorstellbar viele Helfer wohnen ja im Kompost. Vor einer Woche berichtete ich, daß wir aus den alten Paletten zwei neue Kompostsilos bauten. Und davor schrieb ich, wie dringend ich sie wirklich zur Ergänzung benötige. 
Jetzt seht ihr, warum. Eine Woche ist vergangen und der erste Behälter ist schon wieder zu drei Vierteln gefüllt. Und dabei habe ich noch nicht einmal allen Rasenschnitt hinein gegeben. Das Meiste liegt verteilt in den Gemüsebeeten als Mulch. Weil dort kein Platz mehr war, kamen ein paar Schubkarren voll auf den Kompost. Grasschnitt klebt leicht zusammen und fault dann, anstatt zu verrotten. Daher gebe ich ihn schichtweise in den Behälter, abwechselnd mit Wellpappe. Die ist auch chemisch gesehen bei  reinem Grasschnitt mit hohem Stickstoffanteil gut, weil sie Kohlenstoff liefert. 
Wellpappe zum Rasenschnitt, so kann er gut verrotten (c) by Joachim Wenk
Wellpappe zum Rasenschnitt, so kann er gut verrotten (c) by Joachim Wenk
Kompostsilo aus alten Paletten (c) by Joachim Wenk
nach einer Woche ist der erste Behälter dreiviertel gefüllt (c) by Joachim Wenk

Es war ein anstrengender Tag und doch möchte ich es nicht anders haben. Gran Canaria läuft uns ja nicht davon. Ich fahre da gern einmal wieder hin. Allerdings nicht im Frühjahr oder Sommer oder Herbst. Da genieße ich meinen Garten. Selbst abends nach einer wohltuenden und erfrischenden Dusche beim Blick von hoch oben aus dem Schlafzimmerfenster muß ich wieder und wieder laut aussprechen, wie schön es ist.

Jetzt da die Luft wieder leicht abkühlt und feuchter wird, trägt sie die Gerüche, vor allem den von Heu bis hinauf zu uns. Es gibt nichts schöneres draußen am Land, mit und in der Natur zu wohnen. Tief atmend stehen wir am weit geöffneten Schlafzimmerfenster. Und es ist kein Nach-Luft-Schnappen von der anstrengenden Arbeit des Tages, sondern ein Aufsaugen des Momentes voller  Glück, Freude und Zufriedenheit.