Selbermacher Kreatividee : Saatscheiben

Jetzt kann ich euch endlich von meinen Selbermacher-Saatscheiben berichten. 
Die Weihnachtsbriefe sind alle angekommen und so verrate ich niemandem vorzeitig von dem diesjährigen Geschenk in unserer Weihnachtspost. Von Kräutersalz über Gewürztütchen oder einer Fotografie war in diesen traditionellen Weihnachtsbriefen schon viel als Geschenk beigefügt. Zum Verschicken muß das immer recht leicht sein und zudem soll es natürlich  etwas mit unserem Garten zu tun haben. 
Diesjahr also gab es Saatscheiben. Klar, jetzt kommt die Idee für euch, falls ihr es hättet zu Weihnachten gebrauchen können, zu spät. Aber denkt doch auch an Valentinstag, Ostern, Muttertagoder Geburtstag. Gelegenheite, mit so einer individuellen Saatscheibe Freude zu bereiten, gibt es rund ums  Jahr. 
Die Selbermacher-Saatscheiben sind ganz leicht selbst herzustellen. 
Eine Eierschachtel aus Pappmache  wird in Stücke gerissen und mit heißem Wasser übergossen. So kann das dann eine Weile oder gar über Nacht stehen bleiben und aufquellen. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Eierkarton in Stücke reißen (c) by Joachim Wenk

Schnippsel mit kochendem Wasser übergießen und einweichen (c) by Joachim Wenk
Nun geht man mit dem Zauberstab rein und püriert alles zu einem homogenen Brei. 
Den Brei lässt man in einem Sieb gut abtropfen. Wenden und Auspressen hilft, möglichst viel Wasser aus dem Teig heraus zu bekommen. Je trockener der Teig schließlich ist, desto rascher trocknet er dann durch. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
ausgepresster Eierkartonteig (c) by Joachim Wenk

Schließlich kann man den Papierteig ausrollen. Ich habe ihn direkt auf ein Gitter vom Dörrapparat gerollt. In der Literatur findet man auch den Hinweis, den Teig auf ein Stoff-Geschirrtuch auszurollen. Getrocknet muß es ja in jedem Fall werden und da ist ein Geschirrtuch als Unterlage sicher auch praktikabel.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
augepressten Papierteig auf Unerlage ausrollen (c) by Joachim Wenk

Wenn die Masse schließlich auf der Dörrunterlage gleichmäßig verteilt ist (bei mir waren es maximal 5 mm Dicke), kann man die Samen aufstreuen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig ausgerollter Papierteig (c) by Joachim Wenk

Damit die Saatscheiben in unserem Weihnachtsbrief auch etwas mit uns und unserem Garten zu tun haben, verwendete ich natürlich selbst gesammelte  Samen. Den ganzen Sommer über war ich fleißig und zupfte immer wieder die kleinen Samenkapseln vom Seidenmohn ab, um sie zu trocknen.

Die Samen habe ich dünn über die feuchte Masse gestreut und abermals mit dem Nudelholz gut angedrückt. Man kann die Samen auch in den Teig mischen, bevor man ihn auf der Unterlage ausrollt. Gerade bei so kleinen Samen finde ich das noch praktischer. Sie haften nach dem Trocknen somit besser an oder eben in den Saatscheiben und fallen nicht so leicht herunter. Bei nur nachträglich aufgewalzten Samen machte ich die Erfahrung, daß sie beim weiteren Verarbeiten leicht abgehen und man dann überall  Mohnsamen oder andere Samen herumliegen hat.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
die Samen für die Saatscheiben (c) by Joachim Wenk

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Mohnsamen wurden in den Papierteig eingewalzt (c) by Joachim Wenk

Jetzt kommt das Trocknen. Also die übliche Trocknungs-Methode im Backofen bei 50° C , wie für Kräuter oder Dörrobst , würde ich nicht empfehlen. Schließlich sollen die Samen ja keimfähig bleiben.  Wenn die Pappmachemasse bei knapp über 30°C getrocknet wird, ist sie in einem Tag durchgetrocknet und die Samen bleiben keimfähig. Das habe ich getestet. Sicher geht auch das Trocknen an der Luft. Oder man nimmt den Backofen und lässt ihn nie unbeaufsichtigt, schaltet immer nur kurz ein, daß Temperatur da ist und dann gleich wieder aus. Ich glaube, daß das aber zu unpraktisch ist. Über der Heizung kann es auch recht heiß werden! Dauert hingegen das Trocknen zu lange, besteht die Gefahr, daß die Samen anfangen zu keimen.

Wenn die Masse schließlcih durchgetrocknet ist und sich, wie im Foto ersichtlich, die Ränder nach oben wölben, kann sie weiter verarbeitet werden. Ich habe mir Quadrate angezeichnet und diese dann ausgeschnitten.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig getrocknete Papiermasse mit aufgezeichneten Quadraten (c) by Joachim Wenk

Die Quadrate sind jetzt die Geschenkbeigabe im Weihnachtsbrief gewesen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben in Quadratform (c) by Joachim Wenk

Ich habe die einzelnen Quadrate noch einmal in kleine Tütchen gepackt. Einmal, weil eben doch etliche Samen abfallen, da ich sie nicht in den Teig geknetet hatte, sondern nur oben eingewalzt. Zum anderen schützt das Tütchen vor Feuchtigkeit beim Versand.

Schön sind die Selbermacher-Saatscheiben auch mit einem hübschen Band als Geschenkanhänger.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben als Geschenkbeigabe in Briefpost oder als Geschenkanhänger (c) by Joachim Wenk

Als selbst gesammelte Samen aus dem Garten eignen sich auch Ringelblumen- oder Tagetessamen. Samen vom Baumspinat oder auch einmal vom Schnittlauch. Beobachtet einfach einmal in der kommenden Saison eure  Pflanzen. Vielleicht fällt eine Pflanze besonders auf wegen der reichen Samen, die geerntet werden könnten. Dann sammelt sie und schon habt ihre einen Vorrat für neue kreative Selbermacher-Saatscheiben. Mit diesen Geschenk-Anhängern und Beigaben bringen wir immer mehr Grün und Blüten in die Welt!

Das Erdbeerfass mit Wurmhumusrohr ist bepflanzt.

Das Erdbeer-Fass ist bepflanzt.
frisch bepflanztes Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Erdbeerfass
frisch bepflanztes Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Erdbeerfass

27 Erdbeerpflanzen haben in den Pflanztaschen  und oben auf der ebenen Fläche Platz gefunden.

Ich habe verschiedene Sorten ausgesucht und dabei darauf geachtet, daß alle zusammen eine möglichst lange Reifezeit zusammenbringen. So hoffe ich, wirklich den ganzen Sommer frische Erdbeeren zur Verfügung zu haben.

Die Sorte Korona hab ich auch schon im Beet. Sie hat wirklich sehr große und sehr leckere Früchte. Die anderen Sorten werden eben hier probiert auf Geschmack und Pflanzengesundheit.  Gespannt, bin ich auf die Ostara, die kleinere Früchte tragen soll, aber die dann über mehrere Monate.

Ich hatte schon einmal eine solche Erdbeere, deren Früchte aber wirklich sehr klein waren und fast schon an Walderdbeeren erinnerten. Die Beerchen waren mir zu klein. Die Früchte der Ostara sollen schon „richtige“ Erdbeeren sein, laut Katalog.

  • 6x Honeoye Reifezeit Anfang Juni
  • 6x Korona Reifezeit Ende Juni
  • 6x Pegasus Reifezeit Ende Juni bis Anfang Juli
  • 6x Florence Reifezeit Ende Juni bis Anfang Juli
  • 3x Ostara Reifezeit Juli bis Oktober

Bevor ich am Sonntag die Erdbeeren pflanzen konnte, mußt das Fass aber noch mit Erde befüllt und das Wurmhumusrohr eingepasst werden.

Über die untere Öffnung des Wurmhumus-Rohres habe ich noch ein Geflecht aus etwas dickerem ummantelten Draht geflochten.

Wenn irgendwann die verrotteten Bio-Abfälle das Rohr bis oben hin gefüllt haben, ist ja eine weitere Wurmkompostproduktion nicht möglich. Meine Idee, und ich hoffe es funktioniert, ist, daß ich das Rohr mit leichten Drehbewegungen dann  nach oben hinaus ziehen kann. Dann wird der Inhalt, wertvoller Wurmkompost, entnommen und das Rohr wieder in die Erde gedrückt. Damit nun der Inhalt des Rohres, also der Wurmhumus bei dieser Aktion auch im Rohr bleibt und herausgehoben werden kann, hält das Drahtgeflecht den Humus im Rohr fest. So kann er nicht nach unten heraus rutschen.

Wurmhumus-Rohr für Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
Wurmhumus-Rohr mit Draht zum besseren Entleeren des später mal vollen Rohres

Schließlich kam ein  Schicht Erde ins Fass. Dann wurde das Rohr darauf gestellt, mit einer Schüssel die obere Öffnung verdeckt, und Erde eingefüllt.

Als Erde verwende ich hier ein Gemisch. Etliche Eimer und Kübel habe ich über die letzten Wochen mit Maulswurfserde gesammelt. Zum Einen kamen die Haufen aus der Wiese im Garten  mit hinein und zum anderen die vielen Maulwurfshaufen von der Wiese bei den Karpfenweihern. Dann habe ich noch ein paar Schaufeln gut verrotteten Kompost und einen ganzen Schwung Torf mit eingemischt.

Den Torf habe ich nur verwendet, weil da noch seit vielen Jahren ein halber Sack Torf bei mir herum stand. Und den  habe ich nur gekauft, um ihn ihm das Wurzelgemüse einzulagern. Dafür konnte er über mehrere Jahre verwendet werden, stehts im  Herbst wieder angefeuchtet und die Wurzeln eingelegt. Weil aber  Torf  nicht mehr gekauft werden sollte, um die Moore zu schonen, habe ich letzten Herbst das erste mal feuchten Sand genommen und es klappte hervorragend. Den verwende ich künftig immer und so ist der Torf definitiv übrig.

Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
jetzt wird das Fass endlich befüllt
Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
das Fass ist befüllt, jetzt kann sich die Erde setzen

Das Faß habe ich bis zum obersten Rand befüllt und gegossen. Die Erde setzt sich in solchen Fällen, warum man auch nicht sofort mit dem Pflanzen beginnen sollte.

Jetzt am Sonntag habe ich nochmal Erde nachgefüllt und die Erdbeeren gepflanzt.

Mit dem ersten Einfüllen von Bioabfällen in das Wurmhumusrohr warte ich noch. Jetzt ist es noch zu kalt, die Würmer sind nicht aktiv genug. Später werde ich dann etwas  Küchenabfälle, Gras, Grünmasse und Pappkarton einfüllen. Das beginnt dann zu zerfallen und dann kommen ein paar Würmer aus meiner Wurmfarm dazu. Ist der Bioabfall noch ganz frisch, können sie ihn nicht fressen. Er muß erst am Zermatschen sein, dann ist er für sie verwertbar.  Auch in der Erde, die ich eingefüllt habe waren Regenwürmer enthalten. Ich hoffe, sie vermehren sich durch die leckere Nahrung im Rohr und bauen die Biomasse in Dünger für die Erdbeeren um.

Wer noch einmal die ganze Entstehung des Erdbeerfasses nachlesen möchte findet hier die entsprechenden Beiträge:

Im Beet habe ich ebenfalls mit den Erdbeeren zu tun gehabt. Erdbeeren sollen künftig wieder ein eigenes Eck im Gemüsegarten haben und störten im Schneckenzaunbeet. Damit ich da mit der Motorhacke leichter arbeiten kann, darf kein ausdauerndes Grün drin stehen. Daher habe ich die erst im  Herbst gepflanzten Ableger meiner vieltragenden Korona nebst schon kräftig wachsendem Knoblauch dazwischen kurzerhand umgepflanzt.  Noch ist es kühl und bald vielleicht auch wieder feucht, da wachsen sie sicher schnell an. Im Moment ist der Boden schon so abgetrocknet, daß ich fleißig angießen musste. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Beete für die Saaten vorzubereiten. Mal sehen, ob es, wenn ich Zeit habe, auch noch trocken ist.

Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeern im Beet
Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeeren im Beet 

Wurmhumus im Erdbeerfass und ein neues Regal fürs Gewächshaus

Für Gartenarbeit war das Wetter am Wochenende nicht unbedingt geschaffen.  Kalt war es und windig mit viel Regen dazwischen. Also haben wir uns aufs  Basteln für den Garten beschränkt.

Mein Fass ist nun auch so weit vorbereitet. Alle 20 Pflanzlöcher sind eingeschnitten und mittels Heißluft und Sektflasche in Form gebracht.

Pflanzfass für Erdbeeren und Wurmhumus (c) by Joachim Wenk
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion
In den Boden kamen noch große Löcher, damit überflüssiges Wasser abfließen kann. 
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion (c) by Joachim Wenk
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion
Und innen liegt über den Bodenlöchern das Gitter, das im leeren Fass mit drinnen war. Das hindert die Erde daran, die Löcher gleich zu verstopfen. Das Fass war ursprünglich die Verpackung für Back-Oliven, also Lebensmittel. Somit erübrigt sich  die Frage, ob etwa Schadstoffe zurück bleiben, die den Pflanzen und Regenwürmern Schaden zufügen könnten. 
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion (c) by Joachim Wenk
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion

Das Fass wird jetzt mit Erde gefüllt. Zuvor muß aber noch ein Kunststoffrohr, wie es für Abflüsse verwendet wird, mit großen Löchern versehen werden. Das steht dann mittig und senkrecht im Fass. In die Pflanzlöcher kommen Erdbeerbpflanzen. Die stehen schon bereit. Eine ganz frühe Sorte, eine mittelfrühe Sorte, eine späte Sorte und ein paar Pflanzen, die den ganzen Sommer über tragen.

Die Idee dahinter ist die, daß in dem anfangs leeren  Rohr Küchenabfälle und Gartenabfälle, kleingeschnitten gesammelt werden. Ein paar Würmer aus meiner Wurmfarm kommen dazu. Sie werden die Abfälle, wie in meiner Farm in wertvollen Wurmhumus umwandeln und sich vermehren. Die austretende Flüssigkeit, die in der Farm unten als düngender Wurmtee aufgefangen wird, sickert hier gleich ins umliegende Erdreich im Fass. Die Pflanzen können mit ihren Wurzeln auch in die Röhre hineinwachsen und sich direkt mit den Nährstoffen versorgen. Wurmhumusproduktion an Ort und Stelle.

Das gleiche System wird übrigens auch für Hochbeete empfohlen. Ein Gitterkorb in der Mitte des Beetes ebenerdig eingegraben dient dann, wie hier das Rohr, als Sammelstelle für organische Abfälle, die an Ort und Stelle von den Würmern in  wertvollen Wurmhumus umgewandelt werden.

Wurmhumus hat übrigens den Vorteil, daß er nicht, wie richtiger Gartenkompost, lange reifen und sich umwandeln muß, bevor er für die Pflanzen nicht mehr zu aggressiv oder gar schädlich ist.

Im Gegenteil, bei meiner Wurmfarm muß ich immer darauf achten, daß keine Samen (Tomaten, Paprika etc.) hinein kommen oder Kartoffelreste mit noch aktiven Augen. Das Zeugs treibt sofort,  noch in der Farm, aus und beginnt mit dem  Wachsen. Ein hier aber unerwünschter Effekt.

So ein Fass habe ich im  Internet einmal gesehen. Weil ich seit über einem Jahr sehr gute Erfahrungen mit meinen Würmern gesammelt habe, erschien mir die Idee als reizvoll. Einen Versuch ist es Wert.

Im Gewächshaus ist es momentan noch frostig, wenn auch weniger frostig als im Freien. Daher keimen und  wachsen die Saaten in der Erde bereits erfreulich gut. Während oft draußen die Erde gerade am Morgen oberflächlich gefroren ist, bleibt sie im Haus, gerade unterm Vlies frostfrei. Die erhöht stehenden Saatschalen auf dem Pflanztisch allerdings sind dann immer ebenfalls gefroren. Ich habe etliche von den Tischen, die mir im Frühjahr dann gute Dienste leisten. Meine Gemüsesaaten haben schön darauf Platz und stehen geschützt im Gewächshaus. Dort entwickeln sie sich deutlich besser und kräftiger, als auf einer Fensterbank in der Wohnung. Allerdings kommt immer die Zeit, da ich die Paprika und Tomaten auspflanzen muß. Dann habe ich keine Stellfläche mehr im Gewächshaus. Gleichwohl geht aber das Anziehen von diversen Kohlpflanzen oder Salaten immer weiter.

Ein Wandregal musste her. Leider bietet die Firma meines Gewächshauses nur die Tische an und nichts für die Wände. Die Kunststoffprofile, die zwar bisher alle kräftigen und sehr kräftigen Stürme und Böhen anstandslose aushielten, sind wohl  nicht kräftig genug für ein Wandregal.

Daher habe ich einfach eines, das mir gefiel bestellt und wir haben an die Profile Latten geschraubt. Jetzt hängt das Regal an den Latten und nicht direkt an den Profilen. Somit können endlich auch im Sommer die Saatschalen im Gewächshaus stehen und müssen nicht im Halbschatten vom Carport ihren Platz haben. Direkt im Freien will ich sie auch nicht stehen haben, da Platzregen und Vögel den zarten Pflanzen durchaus schaden können.

Wandregal im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Wandregal im Gewächshaus
Wandregal im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Wandregal im Gewächshaus 
Ich freue mich schon, wenn es hier wieder los geht. Mittlerweile weiß ich auch, was ich wohin pflanzen und sähen werde. Es muß nur wärmer werden, dann kann ich den Boden bearbeiten und vorbereiten. Der Gründünger muß untergearbeitet und das übrige Laub entfernt werden. Der Boden selbst ist herrlich locker überall. Das war am Anfang nicht der Fall. Erste Fortschritte der Bodenpflege sind also erkennbar. 
Gemüsegarten im Februar (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Ende Februar

Das große Staudenbeet sieht noch recht leer aus. Betrachtet man es aber aus der Nähe, so sieht man überall die Zwiebelblumen kommen. Erste Krokusse blühen bereits und einige Stauden haben mit dem Wachstum begonnen.

Staudenbeet  im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet  im Februar 

Hoch erfreut und überrascht, war ich über die beiden hier. Sämlinge vom benachbarten Fingerhut. Ich mag diese Stauden sehr und weiß, daß sie sich auch fleißig selbst aussähen. Gerade das liebe ich dann so, wenn sie überall erscheinen. An Stellen, wo man sie nie hinpflanzen würde, die aber doch gerade den romantischen Charme eines Gartens ausmachen. Jetzt, zum ersten Mal entdeckte ich also zwei ganz wunderbar kräftige Jungpflanzen.

Sämlinge vom Fingerhut (c) by Joachim Wenk
Sämlinge vom Fingerhut

Männer-shoppen im Baumarkt – und gleich werden die Geräte ausprobiert

Warm wird es am Wochenende, überdurchschnittlich mild, hieß es. Was einem aber heute dort draußen begegnet, stellt gefühlsmäßig den gesamten Winter in den Schatten. Nachdem über Nacht sogar etwas Schnee gefallen war, blies heute auch noch bei Schneegriesel ein eisiger Wind. So gefroren, beim Gassigehen habe ich nicht einmal in Dezember.

Eines stand sofort fest. Die überwinterten Staudensämlinge, die ich auspflanzen möchte, bleiben noch etwas in der Topfplatte im  Gewächshaus. Mir ist das einfach viel zu ekelhaft heute draußen für ernsthafte Arbeiten.

Im Gewächshaus ist es  zwar auch nicht gerade gemütlich. Friert allerdings nachts draußen in den Beeten der Boden oberflächlich durch, so bleibt er im Gewächshaus permanent frostfrei. Meine gesäten Gemüse keimen beziehungsweise wachsen auch langsam.

Im Bild ganz rechts ist Rucola, links daneben zwei Reihen Winterportulak. Beide habe ich im Januar gesät. Wieder links daneben eine Reihe Rettich, den ich vor kurzem in den Boden brachte.

Wenn ich mir meine Gemüsereihen nicht gerade freudig betrachte, sind sie zum weiteren Schutz noch mit einem Vlies abgedeckt.

Rettich, Winterportulak, Rukola im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
v.l.n.r. Rettich, Winterportulak, Winterportulak, Rukola

Der Salat, gesät Ende Januar, keimt jetzt auch. Genau wie der Spinat. Heute habe ich auch die kleinen Salatpflänzchen pikiert, die von der Aussaat Anfang Januar aufgegangen sind und im Überwinterungsraum für Kübelpflanzen bei 10° stehen. Ich will herausbekommen, ob es Sinn macht ihn vor zu ziehen, oder ob es vielleicht besser ist, ihn gleich, je nach Witterung, ab Februar direkt ins Gewächshaus zu sähen.

Salat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
erster Salat keimt im Gewächshaus
Spinat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Spinat keimt im Gewächshaus 

So langsam entwickelt sich auch der Feldsalat. Ihn habe ich im Herbst ins Gewächshaus gesät.

Feldsalat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Gewächshaus

Den Muskatellersalbei und die gelbe Schafgarbe säte ich ebenfalls im Herbst. Zum Auspflanzen kam ich dann nicht mehr. So mussten sie, ob sie wollen oder nicht, in der Topfplatte im Gewächshaus überwintern. Sie sind sehr kräftig und sollen jetzt in die Beete verteilt werden. Den Muskatellersalbeisamen bekam ich bei Sabine zum Gartenbesuch. Den Samen der Schafgarbe nahm ich selbst von einer uralten Staude in meinem Garten. Ob die Sämlinge auch wieder gelb blühen?

Staudensämlingen (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge

Weil eben gerade Wochenende ist und wir die freie Zeit nicht verstreichen lassen wollten, ohne etwas für den Garten zu machen, fuhren wir eben in den Baumarkt zum Shoppen.

Für das Gewächshaus brauchte ich noch irgendetwas zum Isolieren und Abdichten der Löcher. So schön und auch hochwertig das Gewächshaus ist. Die vielen Ritzen und Löcher an bestimmten Stellen, bei denen die Profile und Stegdoppelplatten aneinander stoßen sind ein wirklich großes Manko. Fensterabdichtungen sind zu dünn. Jetzt habe ich Isolierhüllen für Heizungsrohre gekauft, die ich in Streifen schneiden werde. Unter der Eingangstür, konnte ich die Isolierhülle komplett um den unteren Türrand legen, um den riesigen Spalt abzudichten.

Zweiter Tagesordnungspunkt war die Sichtung möglicher Materialien für unser Apfelspalier-Gerüst. Letztendlich entschieden wir uns für Einschlaghülsen, in die dann die senkrechten Stützhölzer kommen. Somit verfault das Holz nicht im Boden. Leider gab es nur Hölzer geringer Höhe. Wir entschlossen uns, noch zu warten, da das Baumarktsortiment sicher jetzt im Frühjahr noch erweitert wird. Außerdem kommen wir die nächsten Wochen wieder nicht dazu es zu installieren. Immerhin wissen wir nun, wie es konstruiert werden soll. Das wird sicher schön.

Dritter Tagesordnungspunkt war ein „Heißluftfön“. 200€ kostet der. Nun ja, das ist ein Wort. Aber gemessen an der Häufigkeit, in der wir das Gerät brauchen, ist der Preis exorbitant hoch. Zu hoch. Zum  Glück fanden wir bei den Billiggeräten eines für 35€. Dazu gleich noch mehr.

Der vierte und vorerst letzte Tagesordnungspunkt hieß, „umschauen“. In der Gartenabteilung findet man ja immer etwas. Die schwarzen dicken Schläuche, die man  mit Wasser füllt und auf die Beete im Gewächshaus als Wärmepuffer legt, fand ich nicht. Dafür aber eine Grabegabel. Klar habe ich  bereits drei Stück. Eine extrabreite mit ca 50cm Breite macht mich seit Jahrzehnten im Garten glücklich. Die möchte ich nicht mehr missen. Die normalen Grabegabeln aber sind nichts mehr wert. Die Zinken alle verbogen und bei einer zwicke ich mir regelmäßig die Finger ein. Schaft und Stiel spreizen sich bei der Arbeit voneinander.  Kommt man da mit dem Finger zu nahe, quetscht man sich ganz unangenehm die Haut, wenn beide sich wieder bei nachlassender Belastung eng zusammenfügen.

Diese Gabel hier  fand ich super. Für nur 25€ ist sie wirklich preiswert. Der lange Schafft in einem Stück mit der Gabel lässt den Stiel nicht so leicht brechen, man quetscht sich nicht und die Zinken verbiegen sich ganz sicher nicht so schnell. Oh jetzt muß es aber bald wärmer werden, mit der Gabel  bekomme ich sofort Lust, die Beete zu bearbeiten.

Grabegabel (c) by Joachim Wenk
Grabegabel

Da es in den letzten Tagen relativ mild für Februar war, wuchs so einiges bereits kräftig weiter im Garten. Stück für Stück werden die Beete jetzt wieder grüner.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Februar

Während ich dann am Nachmittag noch hier und da im Garten, bitterböse frierend, herumgewerkelt habe, hat mein Mann sich mit seinem neuen Heißluftfön an meine Fässer ran gemacht. Durch die Wärme wird der Kunststoff weich und lässt sich wie gewünscht verformen. Nach dem Erkalten hält er diese Form dann dauerhaft.

Erinnert ihr euch? Irgendetwas wollte ich mit den Fässern machen. Heute also sind die ersten Schritte dazu vollbracht worden. Sicher ahnt ihr jetzt schon eher, in welche Richtung mein Faß-Projekt gehen wird….

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
die beiden Löcher ermöglichen das Einführen des Stichsägeblattes und verhindern ein weiteres Aufreißen des Kunststoffes
Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
leere Flaschen halten das Material bis zum Erkalten in Form
Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
fertiges Pflanzloch im Kunststoff-Faß