Selbermacher Kreatividee : Saatscheiben

Jetzt kann ich euch endlich von meinen Selbermacher-Saatscheiben berichten. 
Die Weihnachtsbriefe sind alle angekommen und so verrate ich niemandem vorzeitig von dem diesjährigen Geschenk in unserer Weihnachtspost. Von Kräutersalz über Gewürztütchen oder einer Fotografie war in diesen traditionellen Weihnachtsbriefen schon viel als Geschenk beigefügt. Zum Verschicken muß das immer recht leicht sein und zudem soll es natürlich  etwas mit unserem Garten zu tun haben. 
Diesjahr also gab es Saatscheiben. Klar, jetzt kommt die Idee für euch, falls ihr es hättet zu Weihnachten gebrauchen können, zu spät. Aber denkt doch auch an Valentinstag, Ostern, Muttertagoder Geburtstag. Gelegenheite, mit so einer individuellen Saatscheibe Freude zu bereiten, gibt es rund ums  Jahr. 
Die Selbermacher-Saatscheiben sind ganz leicht selbst herzustellen. 
Eine Eierschachtel aus Pappmache  wird in Stücke gerissen und mit heißem Wasser übergossen. So kann das dann eine Weile oder gar über Nacht stehen bleiben und aufquellen. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Eierkarton in Stücke reißen (c) by Joachim Wenk

Schnippsel mit kochendem Wasser übergießen und einweichen (c) by Joachim Wenk
Nun geht man mit dem Zauberstab rein und püriert alles zu einem homogenen Brei. 
Den Brei lässt man in einem Sieb gut abtropfen. Wenden und Auspressen hilft, möglichst viel Wasser aus dem Teig heraus zu bekommen. Je trockener der Teig schließlich ist, desto rascher trocknet er dann durch. 
Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
ausgepresster Eierkartonteig (c) by Joachim Wenk

Schließlich kann man den Papierteig ausrollen. Ich habe ihn direkt auf ein Gitter vom Dörrapparat gerollt. In der Literatur findet man auch den Hinweis, den Teig auf ein Stoff-Geschirrtuch auszurollen. Getrocknet muß es ja in jedem Fall werden und da ist ein Geschirrtuch als Unterlage sicher auch praktikabel.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
augepressten Papierteig auf Unerlage ausrollen (c) by Joachim Wenk

Wenn die Masse schließlich auf der Dörrunterlage gleichmäßig verteilt ist (bei mir waren es maximal 5 mm Dicke), kann man die Samen aufstreuen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig ausgerollter Papierteig (c) by Joachim Wenk

Damit die Saatscheiben in unserem Weihnachtsbrief auch etwas mit uns und unserem Garten zu tun haben, verwendete ich natürlich selbst gesammelte  Samen. Den ganzen Sommer über war ich fleißig und zupfte immer wieder die kleinen Samenkapseln vom Seidenmohn ab, um sie zu trocknen.

Die Samen habe ich dünn über die feuchte Masse gestreut und abermals mit dem Nudelholz gut angedrückt. Man kann die Samen auch in den Teig mischen, bevor man ihn auf der Unterlage ausrollt. Gerade bei so kleinen Samen finde ich das noch praktischer. Sie haften nach dem Trocknen somit besser an oder eben in den Saatscheiben und fallen nicht so leicht herunter. Bei nur nachträglich aufgewalzten Samen machte ich die Erfahrung, daß sie beim weiteren Verarbeiten leicht abgehen und man dann überall  Mohnsamen oder andere Samen herumliegen hat.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
die Samen für die Saatscheiben (c) by Joachim Wenk

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Mohnsamen wurden in den Papierteig eingewalzt (c) by Joachim Wenk

Jetzt kommt das Trocknen. Also die übliche Trocknungs-Methode im Backofen bei 50° C , wie für Kräuter oder Dörrobst , würde ich nicht empfehlen. Schließlich sollen die Samen ja keimfähig bleiben.  Wenn die Pappmachemasse bei knapp über 30°C getrocknet wird, ist sie in einem Tag durchgetrocknet und die Samen bleiben keimfähig. Das habe ich getestet. Sicher geht auch das Trocknen an der Luft. Oder man nimmt den Backofen und lässt ihn nie unbeaufsichtigt, schaltet immer nur kurz ein, daß Temperatur da ist und dann gleich wieder aus. Ich glaube, daß das aber zu unpraktisch ist. Über der Heizung kann es auch recht heiß werden! Dauert hingegen das Trocknen zu lange, besteht die Gefahr, daß die Samen anfangen zu keimen.

Wenn die Masse schließlcih durchgetrocknet ist und sich, wie im Foto ersichtlich, die Ränder nach oben wölben, kann sie weiter verarbeitet werden. Ich habe mir Quadrate angezeichnet und diese dann ausgeschnitten.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
fertig getrocknete Papiermasse mit aufgezeichneten Quadraten (c) by Joachim Wenk

Die Quadrate sind jetzt die Geschenkbeigabe im Weihnachtsbrief gewesen.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben in Quadratform (c) by Joachim Wenk

Ich habe die einzelnen Quadrate noch einmal in kleine Tütchen gepackt. Einmal, weil eben doch etliche Samen abfallen, da ich sie nicht in den Teig geknetet hatte, sondern nur oben eingewalzt. Zum anderen schützt das Tütchen vor Feuchtigkeit beim Versand.

Schön sind die Selbermacher-Saatscheiben auch mit einem hübschen Band als Geschenkanhänger.

Selbermacher Saatscheiben Anleitung (c) by Joachim Wenk
Selbermacher Saatscheiben als Geschenkbeigabe in Briefpost oder als Geschenkanhänger (c) by Joachim Wenk

Als selbst gesammelte Samen aus dem Garten eignen sich auch Ringelblumen- oder Tagetessamen. Samen vom Baumspinat oder auch einmal vom Schnittlauch. Beobachtet einfach einmal in der kommenden Saison eure  Pflanzen. Vielleicht fällt eine Pflanze besonders auf wegen der reichen Samen, die geerntet werden könnten. Dann sammelt sie und schon habt ihre einen Vorrat für neue kreative Selbermacher-Saatscheiben. Mit diesen Geschenk-Anhängern und Beigaben bringen wir immer mehr Grün und Blüten in die Welt!

Das Erdbeerfass mit Wurmhumusrohr ist bepflanzt.

Das Erdbeer-Fass ist bepflanzt.
frisch bepflanztes Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Erdbeerfass
frisch bepflanztes Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
frisch bepflanztes Erdbeerfass

27 Erdbeerpflanzen haben in den Pflanztaschen  und oben auf der ebenen Fläche Platz gefunden.

Ich habe verschiedene Sorten ausgesucht und dabei darauf geachtet, daß alle zusammen eine möglichst lange Reifezeit zusammenbringen. So hoffe ich, wirklich den ganzen Sommer frische Erdbeeren zur Verfügung zu haben.

Die Sorte Korona hab ich auch schon im Beet. Sie hat wirklich sehr große und sehr leckere Früchte. Die anderen Sorten werden eben hier probiert auf Geschmack und Pflanzengesundheit.  Gespannt, bin ich auf die Ostara, die kleinere Früchte tragen soll, aber die dann über mehrere Monate.

Ich hatte schon einmal eine solche Erdbeere, deren Früchte aber wirklich sehr klein waren und fast schon an Walderdbeeren erinnerten. Die Beerchen waren mir zu klein. Die Früchte der Ostara sollen schon „richtige“ Erdbeeren sein, laut Katalog.

  • 6x Honeoye Reifezeit Anfang Juni
  • 6x Korona Reifezeit Ende Juni
  • 6x Pegasus Reifezeit Ende Juni bis Anfang Juli
  • 6x Florence Reifezeit Ende Juni bis Anfang Juli
  • 3x Ostara Reifezeit Juli bis Oktober

Bevor ich am Sonntag die Erdbeeren pflanzen konnte, mußt das Fass aber noch mit Erde befüllt und das Wurmhumusrohr eingepasst werden.

Über die untere Öffnung des Wurmhumus-Rohres habe ich noch ein Geflecht aus etwas dickerem ummantelten Draht geflochten.

Wenn irgendwann die verrotteten Bio-Abfälle das Rohr bis oben hin gefüllt haben, ist ja eine weitere Wurmkompostproduktion nicht möglich. Meine Idee, und ich hoffe es funktioniert, ist, daß ich das Rohr mit leichten Drehbewegungen dann  nach oben hinaus ziehen kann. Dann wird der Inhalt, wertvoller Wurmkompost, entnommen und das Rohr wieder in die Erde gedrückt. Damit nun der Inhalt des Rohres, also der Wurmhumus bei dieser Aktion auch im Rohr bleibt und herausgehoben werden kann, hält das Drahtgeflecht den Humus im Rohr fest. So kann er nicht nach unten heraus rutschen.

Wurmhumus-Rohr für Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
Wurmhumus-Rohr mit Draht zum besseren Entleeren des später mal vollen Rohres

Schließlich kam ein  Schicht Erde ins Fass. Dann wurde das Rohr darauf gestellt, mit einer Schüssel die obere Öffnung verdeckt, und Erde eingefüllt.

Als Erde verwende ich hier ein Gemisch. Etliche Eimer und Kübel habe ich über die letzten Wochen mit Maulswurfserde gesammelt. Zum Einen kamen die Haufen aus der Wiese im Garten  mit hinein und zum anderen die vielen Maulwurfshaufen von der Wiese bei den Karpfenweihern. Dann habe ich noch ein paar Schaufeln gut verrotteten Kompost und einen ganzen Schwung Torf mit eingemischt.

Den Torf habe ich nur verwendet, weil da noch seit vielen Jahren ein halber Sack Torf bei mir herum stand. Und den  habe ich nur gekauft, um ihn ihm das Wurzelgemüse einzulagern. Dafür konnte er über mehrere Jahre verwendet werden, stehts im  Herbst wieder angefeuchtet und die Wurzeln eingelegt. Weil aber  Torf  nicht mehr gekauft werden sollte, um die Moore zu schonen, habe ich letzten Herbst das erste mal feuchten Sand genommen und es klappte hervorragend. Den verwende ich künftig immer und so ist der Torf definitiv übrig.

Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
jetzt wird das Fass endlich befüllt
Erdbeerfass (c) by Joachim Wenk
das Fass ist befüllt, jetzt kann sich die Erde setzen

Das Faß habe ich bis zum obersten Rand befüllt und gegossen. Die Erde setzt sich in solchen Fällen, warum man auch nicht sofort mit dem Pflanzen beginnen sollte.

Jetzt am Sonntag habe ich nochmal Erde nachgefüllt und die Erdbeeren gepflanzt.

Mit dem ersten Einfüllen von Bioabfällen in das Wurmhumusrohr warte ich noch. Jetzt ist es noch zu kalt, die Würmer sind nicht aktiv genug. Später werde ich dann etwas  Küchenabfälle, Gras, Grünmasse und Pappkarton einfüllen. Das beginnt dann zu zerfallen und dann kommen ein paar Würmer aus meiner Wurmfarm dazu. Ist der Bioabfall noch ganz frisch, können sie ihn nicht fressen. Er muß erst am Zermatschen sein, dann ist er für sie verwertbar.  Auch in der Erde, die ich eingefüllt habe waren Regenwürmer enthalten. Ich hoffe, sie vermehren sich durch die leckere Nahrung im Rohr und bauen die Biomasse in Dünger für die Erdbeeren um.

Wer noch einmal die ganze Entstehung des Erdbeerfasses nachlesen möchte findet hier die entsprechenden Beiträge:

Im Beet habe ich ebenfalls mit den Erdbeeren zu tun gehabt. Erdbeeren sollen künftig wieder ein eigenes Eck im Gemüsegarten haben und störten im Schneckenzaunbeet. Damit ich da mit der Motorhacke leichter arbeiten kann, darf kein ausdauerndes Grün drin stehen. Daher habe ich die erst im  Herbst gepflanzten Ableger meiner vieltragenden Korona nebst schon kräftig wachsendem Knoblauch dazwischen kurzerhand umgepflanzt.  Noch ist es kühl und bald vielleicht auch wieder feucht, da wachsen sie sicher schnell an. Im Moment ist der Boden schon so abgetrocknet, daß ich fleißig angießen musste. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Beete für die Saaten vorzubereiten. Mal sehen, ob es, wenn ich Zeit habe, auch noch trocken ist.

Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeern im Beet
Erdbeeren im Beet (c) by Joachim Wenk
Erdbeeren im Beet