Wurmhumus im Erdbeerfass und ein neues Regal fürs Gewächshaus

Für Gartenarbeit war das Wetter am Wochenende nicht unbedingt geschaffen.  Kalt war es und windig mit viel Regen dazwischen. Also haben wir uns aufs  Basteln für den Garten beschränkt.

Mein Fass ist nun auch so weit vorbereitet. Alle 20 Pflanzlöcher sind eingeschnitten und mittels Heißluft und Sektflasche in Form gebracht.

Pflanzfass für Erdbeeren und Wurmhumus (c) by Joachim Wenk
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion
In den Boden kamen noch große Löcher, damit überflüssiges Wasser abfließen kann. 
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion (c) by Joachim Wenk
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion
Und innen liegt über den Bodenlöchern das Gitter, das im leeren Fass mit drinnen war. Das hindert die Erde daran, die Löcher gleich zu verstopfen. Das Fass war ursprünglich die Verpackung für Back-Oliven, also Lebensmittel. Somit erübrigt sich  die Frage, ob etwa Schadstoffe zurück bleiben, die den Pflanzen und Regenwürmern Schaden zufügen könnten. 
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion (c) by Joachim Wenk
Pflanzfass für Erdbeeren mit Wurmhumus-Produktion

Das Fass wird jetzt mit Erde gefüllt. Zuvor muß aber noch ein Kunststoffrohr, wie es für Abflüsse verwendet wird, mit großen Löchern versehen werden. Das steht dann mittig und senkrecht im Fass. In die Pflanzlöcher kommen Erdbeerbpflanzen. Die stehen schon bereit. Eine ganz frühe Sorte, eine mittelfrühe Sorte, eine späte Sorte und ein paar Pflanzen, die den ganzen Sommer über tragen.

Die Idee dahinter ist die, daß in dem anfangs leeren  Rohr Küchenabfälle und Gartenabfälle, kleingeschnitten gesammelt werden. Ein paar Würmer aus meiner Wurmfarm kommen dazu. Sie werden die Abfälle, wie in meiner Farm in wertvollen Wurmhumus umwandeln und sich vermehren. Die austretende Flüssigkeit, die in der Farm unten als düngender Wurmtee aufgefangen wird, sickert hier gleich ins umliegende Erdreich im Fass. Die Pflanzen können mit ihren Wurzeln auch in die Röhre hineinwachsen und sich direkt mit den Nährstoffen versorgen. Wurmhumusproduktion an Ort und Stelle.

Das gleiche System wird übrigens auch für Hochbeete empfohlen. Ein Gitterkorb in der Mitte des Beetes ebenerdig eingegraben dient dann, wie hier das Rohr, als Sammelstelle für organische Abfälle, die an Ort und Stelle von den Würmern in  wertvollen Wurmhumus umgewandelt werden.

Wurmhumus hat übrigens den Vorteil, daß er nicht, wie richtiger Gartenkompost, lange reifen und sich umwandeln muß, bevor er für die Pflanzen nicht mehr zu aggressiv oder gar schädlich ist.

Im Gegenteil, bei meiner Wurmfarm muß ich immer darauf achten, daß keine Samen (Tomaten, Paprika etc.) hinein kommen oder Kartoffelreste mit noch aktiven Augen. Das Zeugs treibt sofort,  noch in der Farm, aus und beginnt mit dem  Wachsen. Ein hier aber unerwünschter Effekt.

So ein Fass habe ich im  Internet einmal gesehen. Weil ich seit über einem Jahr sehr gute Erfahrungen mit meinen Würmern gesammelt habe, erschien mir die Idee als reizvoll. Einen Versuch ist es Wert.

Im Gewächshaus ist es momentan noch frostig, wenn auch weniger frostig als im Freien. Daher keimen und  wachsen die Saaten in der Erde bereits erfreulich gut. Während oft draußen die Erde gerade am Morgen oberflächlich gefroren ist, bleibt sie im Haus, gerade unterm Vlies frostfrei. Die erhöht stehenden Saatschalen auf dem Pflanztisch allerdings sind dann immer ebenfalls gefroren. Ich habe etliche von den Tischen, die mir im Frühjahr dann gute Dienste leisten. Meine Gemüsesaaten haben schön darauf Platz und stehen geschützt im Gewächshaus. Dort entwickeln sie sich deutlich besser und kräftiger, als auf einer Fensterbank in der Wohnung. Allerdings kommt immer die Zeit, da ich die Paprika und Tomaten auspflanzen muß. Dann habe ich keine Stellfläche mehr im Gewächshaus. Gleichwohl geht aber das Anziehen von diversen Kohlpflanzen oder Salaten immer weiter.

Ein Wandregal musste her. Leider bietet die Firma meines Gewächshauses nur die Tische an und nichts für die Wände. Die Kunststoffprofile, die zwar bisher alle kräftigen und sehr kräftigen Stürme und Böhen anstandslose aushielten, sind wohl  nicht kräftig genug für ein Wandregal.

Daher habe ich einfach eines, das mir gefiel bestellt und wir haben an die Profile Latten geschraubt. Jetzt hängt das Regal an den Latten und nicht direkt an den Profilen. Somit können endlich auch im Sommer die Saatschalen im Gewächshaus stehen und müssen nicht im Halbschatten vom Carport ihren Platz haben. Direkt im Freien will ich sie auch nicht stehen haben, da Platzregen und Vögel den zarten Pflanzen durchaus schaden können.

Wandregal im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Wandregal im Gewächshaus
Wandregal im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Wandregal im Gewächshaus 
Ich freue mich schon, wenn es hier wieder los geht. Mittlerweile weiß ich auch, was ich wohin pflanzen und sähen werde. Es muß nur wärmer werden, dann kann ich den Boden bearbeiten und vorbereiten. Der Gründünger muß untergearbeitet und das übrige Laub entfernt werden. Der Boden selbst ist herrlich locker überall. Das war am Anfang nicht der Fall. Erste Fortschritte der Bodenpflege sind also erkennbar. 
Gemüsegarten im Februar (c) by Joachim Wenk
Gemüsegarten Ende Februar

Das große Staudenbeet sieht noch recht leer aus. Betrachtet man es aber aus der Nähe, so sieht man überall die Zwiebelblumen kommen. Erste Krokusse blühen bereits und einige Stauden haben mit dem Wachstum begonnen.

Staudenbeet  im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet  im Februar 

Hoch erfreut und überrascht, war ich über die beiden hier. Sämlinge vom benachbarten Fingerhut. Ich mag diese Stauden sehr und weiß, daß sie sich auch fleißig selbst aussähen. Gerade das liebe ich dann so, wenn sie überall erscheinen. An Stellen, wo man sie nie hinpflanzen würde, die aber doch gerade den romantischen Charme eines Gartens ausmachen. Jetzt, zum ersten Mal entdeckte ich also zwei ganz wunderbar kräftige Jungpflanzen.

Sämlinge vom Fingerhut (c) by Joachim Wenk
Sämlinge vom Fingerhut

Männer-shoppen im Baumarkt – und gleich werden die Geräte ausprobiert

Warm wird es am Wochenende, überdurchschnittlich mild, hieß es. Was einem aber heute dort draußen begegnet, stellt gefühlsmäßig den gesamten Winter in den Schatten. Nachdem über Nacht sogar etwas Schnee gefallen war, blies heute auch noch bei Schneegriesel ein eisiger Wind. So gefroren, beim Gassigehen habe ich nicht einmal in Dezember.

Eines stand sofort fest. Die überwinterten Staudensämlinge, die ich auspflanzen möchte, bleiben noch etwas in der Topfplatte im  Gewächshaus. Mir ist das einfach viel zu ekelhaft heute draußen für ernsthafte Arbeiten.

Im Gewächshaus ist es  zwar auch nicht gerade gemütlich. Friert allerdings nachts draußen in den Beeten der Boden oberflächlich durch, so bleibt er im Gewächshaus permanent frostfrei. Meine gesäten Gemüse keimen beziehungsweise wachsen auch langsam.

Im Bild ganz rechts ist Rucola, links daneben zwei Reihen Winterportulak. Beide habe ich im Januar gesät. Wieder links daneben eine Reihe Rettich, den ich vor kurzem in den Boden brachte.

Wenn ich mir meine Gemüsereihen nicht gerade freudig betrachte, sind sie zum weiteren Schutz noch mit einem Vlies abgedeckt.

Rettich, Winterportulak, Rukola im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
v.l.n.r. Rettich, Winterportulak, Winterportulak, Rukola

Der Salat, gesät Ende Januar, keimt jetzt auch. Genau wie der Spinat. Heute habe ich auch die kleinen Salatpflänzchen pikiert, die von der Aussaat Anfang Januar aufgegangen sind und im Überwinterungsraum für Kübelpflanzen bei 10° stehen. Ich will herausbekommen, ob es Sinn macht ihn vor zu ziehen, oder ob es vielleicht besser ist, ihn gleich, je nach Witterung, ab Februar direkt ins Gewächshaus zu sähen.

Salat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
erster Salat keimt im Gewächshaus
Spinat keimt im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Spinat keimt im Gewächshaus 

So langsam entwickelt sich auch der Feldsalat. Ihn habe ich im Herbst ins Gewächshaus gesät.

Feldsalat im Gewächshaus (c) by Joachim Wenk
Feldsalat im Gewächshaus

Den Muskatellersalbei und die gelbe Schafgarbe säte ich ebenfalls im Herbst. Zum Auspflanzen kam ich dann nicht mehr. So mussten sie, ob sie wollen oder nicht, in der Topfplatte im Gewächshaus überwintern. Sie sind sehr kräftig und sollen jetzt in die Beete verteilt werden. Den Muskatellersalbeisamen bekam ich bei Sabine zum Gartenbesuch. Den Samen der Schafgarbe nahm ich selbst von einer uralten Staude in meinem Garten. Ob die Sämlinge auch wieder gelb blühen?

Staudensämlingen (c) by Joachim Wenk
Staudensämlinge

Weil eben gerade Wochenende ist und wir die freie Zeit nicht verstreichen lassen wollten, ohne etwas für den Garten zu machen, fuhren wir eben in den Baumarkt zum Shoppen.

Für das Gewächshaus brauchte ich noch irgendetwas zum Isolieren und Abdichten der Löcher. So schön und auch hochwertig das Gewächshaus ist. Die vielen Ritzen und Löcher an bestimmten Stellen, bei denen die Profile und Stegdoppelplatten aneinander stoßen sind ein wirklich großes Manko. Fensterabdichtungen sind zu dünn. Jetzt habe ich Isolierhüllen für Heizungsrohre gekauft, die ich in Streifen schneiden werde. Unter der Eingangstür, konnte ich die Isolierhülle komplett um den unteren Türrand legen, um den riesigen Spalt abzudichten.

Zweiter Tagesordnungspunkt war die Sichtung möglicher Materialien für unser Apfelspalier-Gerüst. Letztendlich entschieden wir uns für Einschlaghülsen, in die dann die senkrechten Stützhölzer kommen. Somit verfault das Holz nicht im Boden. Leider gab es nur Hölzer geringer Höhe. Wir entschlossen uns, noch zu warten, da das Baumarktsortiment sicher jetzt im Frühjahr noch erweitert wird. Außerdem kommen wir die nächsten Wochen wieder nicht dazu es zu installieren. Immerhin wissen wir nun, wie es konstruiert werden soll. Das wird sicher schön.

Dritter Tagesordnungspunkt war ein „Heißluftfön“. 200€ kostet der. Nun ja, das ist ein Wort. Aber gemessen an der Häufigkeit, in der wir das Gerät brauchen, ist der Preis exorbitant hoch. Zu hoch. Zum  Glück fanden wir bei den Billiggeräten eines für 35€. Dazu gleich noch mehr.

Der vierte und vorerst letzte Tagesordnungspunkt hieß, „umschauen“. In der Gartenabteilung findet man ja immer etwas. Die schwarzen dicken Schläuche, die man  mit Wasser füllt und auf die Beete im Gewächshaus als Wärmepuffer legt, fand ich nicht. Dafür aber eine Grabegabel. Klar habe ich  bereits drei Stück. Eine extrabreite mit ca 50cm Breite macht mich seit Jahrzehnten im Garten glücklich. Die möchte ich nicht mehr missen. Die normalen Grabegabeln aber sind nichts mehr wert. Die Zinken alle verbogen und bei einer zwicke ich mir regelmäßig die Finger ein. Schaft und Stiel spreizen sich bei der Arbeit voneinander.  Kommt man da mit dem Finger zu nahe, quetscht man sich ganz unangenehm die Haut, wenn beide sich wieder bei nachlassender Belastung eng zusammenfügen.

Diese Gabel hier  fand ich super. Für nur 25€ ist sie wirklich preiswert. Der lange Schafft in einem Stück mit der Gabel lässt den Stiel nicht so leicht brechen, man quetscht sich nicht und die Zinken verbiegen sich ganz sicher nicht so schnell. Oh jetzt muß es aber bald wärmer werden, mit der Gabel  bekomme ich sofort Lust, die Beete zu bearbeiten.

Grabegabel (c) by Joachim Wenk
Grabegabel

Da es in den letzten Tagen relativ mild für Februar war, wuchs so einiges bereits kräftig weiter im Garten. Stück für Stück werden die Beete jetzt wieder grüner.

Staudenbeet im Februar (c) by Joachim Wenk
Staudenbeet im Februar

Während ich dann am Nachmittag noch hier und da im Garten, bitterböse frierend, herumgewerkelt habe, hat mein Mann sich mit seinem neuen Heißluftfön an meine Fässer ran gemacht. Durch die Wärme wird der Kunststoff weich und lässt sich wie gewünscht verformen. Nach dem Erkalten hält er diese Form dann dauerhaft.

Erinnert ihr euch? Irgendetwas wollte ich mit den Fässern machen. Heute also sind die ersten Schritte dazu vollbracht worden. Sicher ahnt ihr jetzt schon eher, in welche Richtung mein Faß-Projekt gehen wird….

Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
die beiden Löcher ermöglichen das Einführen des Stichsägeblattes und verhindern ein weiteres Aufreißen des Kunststoffes
Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
leere Flaschen halten das Material bis zum Erkalten in Form
Pflanzlöcher in Kunststofffass machen (c) by Joachim Wenk
fertiges Pflanzloch im Kunststoff-Faß