Dein fantastischer Balkongarten

„Dein fantastischer Balkongarten. Ernten bis zum Abheben. „
Das neue Lust-mach-Buch auf einen Selbstversorger-Balkongarten vom Löwenzahn Verlag.

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Balkongarten und Selbstversorgung – ein spannendes Thema.

Meine eigene Erfahrung als Gärtner ohne Garten.

Jetzt im Februar ist im Löwenzahn-Verlag das Buch: „Dein fantastischer Balkongarten“ erschienen.

In der Anfrage des Verlages, ob ich es meinen LeserInnen vorstellen möchte, stand folgende Beschreibung:

Ein Buch für all jene, denen die Themen Selbstversorgung, etwas mit den eigenen Händen schaffen, Wohnraum und Ressourcen sinnvoll nutzen am Herzen liegen. 

Das hat mich sofort neugierig gemacht. Sind das doch genau meine Themen. Aber bin ich der Richtige, der ein Buch über Balkongarten beurteilen kann? Pflege ich doch selbst einen großen Selbstversorger-Garten am Land. Weit weg von Stadt und Balkonkästen.

Und ja, ich kann es beurteilen.

War ich doch nicht immer so beschenkt mit einem Garten rund ums Haus und am Land habe ich auch nicht immer gewohnt. Was mir aber bereits in die Wiege gelegt wurde, war der Zwang zum Garteln und Gemüse-Anbauen. Erst in einem Stadtgarten, dann in einem betonierten Hinterhof und schließlich tatsächlich auf einer Dachterrasse am Rande der Großstadt Stuttgart.

Für derlei Buchbesprechungen nutze ich gerne selbst gemachte Fotos zum Thema. Nun ist gerade wirklich nicht die Jahreszeit für motivierende Gartenfotos. Dafür habe ich dann aber ganz tief in meiner Foto-Kiste gekramt. Zu meiner Balkongartenzeit gab es noch keine Digitalkameras oder zumindest konnte ich mir diese nicht leisten. Daher ist die Fotoqualität der eingescannten Fotos nicht besonders hoch. Dennoch ist wohl deutlich zu erkennen, um was es geht.

Ein lockeres Lustmacher-Buch, kein strenges Fachbuch.

Um was geht es aber nun in dem sehr zeitgemäßen Buch?

Die Themen des Inhaltsverzeichnisses sind erstaunlich allumfassend. Nichts wurde vergessen. Fast nichts, aber das fällt nur einem Freak wie mir auf.

In den über 160 Seiten des sehr angenehm in der Hand liegenden Buches mit schönem festen Einband werden alle Themen, die aktuell in der Selbstversorger-Bio-Garten und Nachhaltigkeitsszene aktuell sind, behandelt.

Bienenpflanzen, Wurmkiste oder Saatgutvermehrung sind ein paar Schlagworte. Man liest sich rasch durch das Buch und wird animiert, selbst aktiv zu werden. Die Lust auf ein eigenes Balkonparadies wird befeuert. Wie das zu realisieren ist, steht im Buch. Alles ist einfach und verständlich für Laien beschrieben. Nichts ist dogmatisch sondern eher spielerisch. Und schließlich versorge ich mich in dem Moment ja selbst, in dem ich frische Kräuter oder knackigen Salat für das Abendessen selbst am Balkon ernte.

Die Jahreszeit passt gerade, man kann sofort loslegen. Wenn man denn einen Balkon oder eine Dachterrasse sein Eigen nennt.

In der Einleitung schrieb ich von einem Lustmacher-Buch. Das ist es in jedem Fall. Und wenn ich behaupte, dass alle Themen im Buch enthalten sind, sollte einem dennoch bewusst sein, dass die dann allerdings nur sehr oberflächlich angekratzt werden können. Gut, dass am Ende des Buches eine Literaturliste enthalten ist, wo man weiter lesen kann. Denn das wird nötig sein, steigt man als blutiger Anfänger in die Balkon-Gärtnerei ein. Eine Seite mit Bezugsquellen erleichtert dem Anfänger den Einstieg zum Gärtnern.

Und einsteigen wird man nach der Lektüre auch wollen. Das ist gut so, finde ich. Es wäre wirklich schön, wenn viel mehr Balkone in den Städten zum Garteln benutzt würden und nicht nur als Abstellplatz für Müllsäcke, leere Bierkisten oder den Wäscheständer.

Wie muss also so ein künftiges grünes Paradies aussehen oder was muss es mitbringen? Das Buch gibt Auskunft.

Themenbalkone erleichtern den Einstieg.

Toll, und was, wenn ich nur einen Schattenbalkon habe? Kein Problem, im Buch stehen Möglichkeiten auch hierfür.

Ich bin berufstätig und habe kaum Zeit für Selbstversorgung auf meinem Balkon! Macht nichts, auch das ist ein Thema im Buch.

Überhaupt finde ich, dass die Themen-Balkone gerade das Reizvolle sind. Hier sollte jeder, der generell gewillt ist, „etwas mit den eigenen Händen zu schaffen, Wohnraum und Ressourcen sinnvoll zu nutzen“ oder einfach der Natur mehr Raum zu geben, seine Art des Balkongärtnerns zu finden.

Ein Balkon mit Cocktail-Kräutern für die Feierabendparty unter freiem Himmel, ein Gemüsekisten-Balkon für Selbstversorger und Hobbyköche. Pilze am Schattenbalkon oder pflegeleichtes Gemüse für Vollbeschäftigte im Sommer wie im Winter. Sichtschutz aus Pflanzen statt Plastik, Urlaubsgemüse und andere Themen regen die Phantasie an.

Die jeweils passenden Pflanzen werden in Portraits mit Vorlieben, Eignung und Pflege dargestellt.

Man erfährt, wie man am Balkon und in den Töpfen biologisch düngt und den Dünger auch noch selbst machen kann.

Jungpflanzenanzucht, Samenernte oder Düngerproduktion – Gartenwissen für Ballkongartenstarter

Erntet man von seinem Stückchen Großstadtglück eigenes Gemüse, kann dabei sogar oft gleich Samen für die nächste Saison geerntet werden.  Wie das geht, wird kurz aber fürs Erste ausreichend dargestellt. Leider haben die Autoren aber vergessen zu erwähnen, dass das ausschließlich bei samenechten Gemüsen sinnvoll ist. Gekauftes Gemüse für den Balkongarten ist jedoch meist F1-Gemüse. Leider ist da die Enttäuschung im nächsten Jahr, durch selbst gezogenen Pflänzchen vorprogrammiert.

Dafür wird aber sogar auch das Thema Jungpflanzenanzucht im Buch beschrieben.

Sogar selber Pflanzgefäße und Gemüsepyramiden werden gebastelt. Ich war wirklich überrascht, an was alles gedacht wurde. Und wie eine Wurmkiste Bio-Dünger produziert erfährt der Leser ebenfalls.

Ein Thema ist mir dann noch beim Lesen eingefallen, was aber im Buch nicht vor kommt. Obst am Balkon, würde hier sehr gut passen. Gibt es doch mittlerweile gerade zu diesem Zweck so herrliche Neuzüchtungen an zwergwüchsigen Obstbäumen und Beerensträuchern speziell für die Topfkultur. Ich jedenfalls hatte damals, da es diese noch nicht gab, dennoch eigene Versuche gestartet. Am erfolgreichsten war die Kiwi im Topf.

Oder man baut Pflanzen für Insekten an…

Und wenn jemand zwar einen Balkon hat, die Natur unterstützen möchte, aber nicht unbedingt Gemüse ziehen will? Sogar ein Balkon für „wilde Nützlinge“ von der Biene bis zur Eidechse wird vorgestellt. Hier erntet man nicht selbst, sondern die neuen „Haustiere“, die sich von ganz allein einstellen.

Wie zeitgemäß war ich doch bereits vor fast einem viertel Jahrhundert, als ich keine Freude mehr empfand an den üblichen, irgendwie sterilen Balkonblumen und daher Stauden in die Kästen setzte. Die Bienen und andere Insekten hat das sicher auch damals schon gefreut.

Zeichnungen statt Fotos erinnern mich an längst vergangen Zeiten meiner Jugend.

Im Buch sind leider fast keine Balkonparadiese abgebildet. Es lebt von den vielen kolorierten Zeichnungen.

Auch etwas, das mich an meine allerersten Gemüseanfänge von 1982 und dem noch heute verlegten Selbstversorgerklassiker von John Seymour „Selbstversorgung aus dem Garten“. Da gibt es ebenfalls keine Fotos, nur unzählige Zeichnungen, die alles verdeutlichen. Im fantastischen Balkongarten werden nur die Pflanzen und ein paar (sehr gestellte) Balkonszenen fotografisch dargestellt.

So beende ich meine persönliche Reise in die Vergangenheit und wende mich dem Heute zu. Ich kann nur allen Balkon und Dachterrassenbesitzern empfehlen an zu fangen. Platz ist im kleinsten Topf und man bekommt mehr zurück als reife Tomaten. Man bekommt ein neues Lebensgefühl als „Selbstversorger“.

Und wem das noch nicht genug ist, der denke mal über den Zusammenhang nach: jedes Kilogramm selbst angebautes und verzehrtes Gemüse spart zwei Kilogramm schädliches Treibhausgas ein.

Also nichts wir raus auf den Balkon, die Hände in die Erde gesteckt und Glück geerntet!

5 Antworten auf „Dein fantastischer Balkongarten“

  1. Lieber Achim,
    oja, herrlich. Trotz Garten haben wir ja auch unseren Balkon.
    Aber der hat es in sich -Südlage!
    Ich habe immer einen Haufen Kräuter auf dem Balkon,
    Lavendel und Geranien. Auch ein großer Topf Rucola
    wird jedes Jahr angesetzt 🙂
    Mit Rosen hab ich es auch schon versucht.
    Aber die mussten dann doch raus in den Garten.
    Das Buch ist bestimmt sehr interessant und hat
    bestimmt auch Tipps für eher problematische Lagen?
    Deine Bilder aus vergangenen Balkonzeiten sind ja toll.
    Du hast also schon immer alles was ging bepflanzt, gell 😉
    Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende, vielleicht
    sogar im Garten und schönes nicht zu stürmisches Wetter.
    Ganz viele liebe Grüße sendet dir die Urte

    1. Hallo Urte, na wie ich sehe, bist du ja auch so eine, die alles bepflanzt, was nicht bei drei auf dem Bäumen ist 😉 Du hast den wundervollen Garten und begrünst auch noch den Balkon. Klingt nach duftendem Kräuterbalkon, lecker. Und oh ja Rosen in Kübeln sind nicht so einfach, ich weiß das.
      Stürmisch ist es irgendwie noch immer immer, das lässt gar nicht nach. Dennoch war ich gestern einmal ein paar Stunden am Stück im Garten, Aufräumen im Staudenbeet und Gemüsesesähen. Es beginnt einfach schon wieder die neue Gartensaison. Ich erlebe das bewußt bestimmt seit über 40 Jahren (ich lasse die ersten 10 Jahre meines Lebens einfach mal beiseite) mit den unterschiedlichsten Gärten und immer wieder fasziniert es mich. Also auf einen guten Start ins Gartenjahr und viel Spass auf deinem Balkon und vor allem mit den herrlichen Rosen.
      Liebe Grüße, der Achim

  2. Hallo Achim,
    diese Zeitreise war sehr spannend! Du hattest ja sogar eine Regentonne auf dem Balkon! Auf meinem Balkon, er war sehr schattig, hatte ich komischerweise eher Stauden und vom Wind herangewehte Sträucher. Einmal wollte ich Rucola anbauen und konnte sie dann nicht essen, weil der Große Kohlweißling daran gefressen hat. Damals hätte mir das Buch sehr geholfen, das Thema Gemüse gab es damals so nicht als Buch, eher die übliche Bepflanzung.
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, ja derlei Bücher waren damals nicht mal angedacht und heute ganz normal. Am Balkon standen damals nur die klassischen Balkonblumen (Geranien, Petunien, Karfoffelblumen etc. ) oder ein paar Kübelpflanzen. Aus der Zeit habe ich noch zum Beispiel die Feige. Damals gab noch niemand auf Sortenbezeichnungen acht. So habe ich eine Feige und keine Ahung, welche Sorte es ist und wie winterhart sie damit ist.

      Die Regentonne war praktisch, der Balkon war von 2000 bis 2004. In der Tonne war von Gardena die Balkonbewässerungstauchpumpe und ein Bewässerungscomputer steuerte alles. Der Balkon überstand den Hitzerekordsommer 2003. Ich war damals im Aussendienst und meist 2-3 Tage am Stück nicht zu Hause. Von den Pflanzen dort habe ich allerdings jetzt nur noch die Opuntien, die ich seinerzeit aus Griechenland mitbrachte.

      Liebe Grüße, der Achim

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