Der Frühling kommt bestimmt schon bald! Geschichten vom schwarzen Lord

Endlich ist es geschafft. Der Lord sitzt jetzt schon seit ein paar Wochen drinnen im Warmen, begleitet vom Knistern des Holzes im Kaminofen. Er sitzt da aber nicht untätig in seinem Schloss über dem Dorf herum. Nein, er sortiert die alten und neuen Samentüten. Da sind seine ersten Gartenarbeiten in einem neuen Gartenjahr.

Er hat geordert, was fehlt und was er neues probieren will. Zu jeder Samentüte gibt es einen Ausdruck aus dem Internet vom Anbieter oder eine Kopie aus dem Katalog mit der Beschreibung der jeweiligen Sorte. Tüte und Beschreibung kommen in eine DIN A5 Klarsichthülle und werden dann in den beiden hölzernen Karteikästen eingeordnet.

Die Samentütchen für das Gartenjahr 2019

Einhundertundeinunsechzig Klarsichthüllen mit unterschiedlichen Samentüten sind es. Darin enthalten sind die etlichen Tomatensorten, viele Kartoffelsorten die immer wieder angebaut werden und einige Sorten Kopfsalat, damit rund ums Jahr welcher erntbar ist.

Im seinem ersten Jahr mit dem neuen Gemüsegarten waren es noch nicht so viele Sorten und Gemüsearten. Und dennoch kam es vor, dass der Lord im alltäglichen Gartenteschäft während des Jahres einfach ein paar Tütchen übersehen hatte. Die rechte Zeit zur Aussaat war damit verpasst und somit stand dieses Gemüse in diesem Jahr nicht zur Verfügung.

Wie behält man bei weit über 100 Samentüten den Überblick?

Damit das nicht mehr passiert entwickelte er seine Aussaattabellen. Seither werden sie Jahr für Jahr angepasst durch neue Sorten oder wegfallende Gemüse. Dieses Jahr war es einmal an der Zeit, dass er all seine Tabellen komplett neu anlegte. Zu viel wurde schon darin geändert und umformatiert.

Das also war die Haupttätigkeit vom Lord im Winter vor dem Ofen. Alle einhundertundsechzig Tütchen bekamen ein paar Zeilen bei Excel. So einfach die Tabellen sind, so genial und hilfreich sind sie im Jahr:

Links, als erstes, gibt es die Spalte, in der alphabetisch alle genannten Samen aufgelistet sind. Rechts daneben gibt es exakt 12 Spalten für die einzelnen Monate, die in sich wieder jeweils in 3 Spalten gegliedert sind. Das heißt dann immer Anfang, Mitte und Ende des Monats. Nun wird für jeden Samen in den Zeiten der möglichen Aussaat gekennzeichnet, dass gesät werden kann und wo gesät wird (Freiland, Zimmer, Topfplatte und so fort).

Nun ist es Anfang Februar und der Lord muss jetzt einfach nur die erste Spalte für Anfang, im Monat Februar, von oben nach unten durchgehen und sieht schon, was jetzt dran ist mit sähen. Das macht er dann das ganze Jahr über, bei jedem Tag, den er für den Garten zur Verfügung hat. So wird nichts vergessen und alles immer zum korrekten Zeitpunkt gesät. Die eigenen Erfahrungen sind mittlerweile auch eingeflossen. Je länger er gärtnert, desto mehr weiß er genau, wann sich was lohnt und welche Saat noch zu früh ist.

Schade, findet er, dass sogar renommierte Gartenmagazine jetzt aktuell berichten, was gesät werden kann. Weil so viele Hobbygärtner eben darauf warten, endlich loslegen zu können und dass der Frühling kommt. Warum aber schade? Weil sich die dortigen Redakteure wohl leider überhaupt nicht in die Situation von Hobbygärtnern versetzten wollen. Weil sie nicht nachdenken, was sie schreiben und wie sie helfen könnten. Ein Beispiel: jetzt im Februar kann man bereist Möhren im Freiland sähen heißt es. Ja kann man, weiß der Lord. Aber. Wer kann es? Jemand, der in einer begünstigten Region wohnt und der leichten, vielleicht sandigen Boden hat, der seine Beete im Herbst schon saatfertig vorbereitet hat und der die richtige Sorte dafür hat. Was nützt also diese Panikmache, jetzt schon Möhren zu sähen, wenn es die allermeisten Hobbygärtner noch nicht können. Im Süden von Bayern, meinem Bundesland, liegt noch meterhoch der Schnee. Bei uns nur ein wenig Schnee, aber gefrorener Boden. Wenn der auftaut, ist er triefnass und man kann nicht in die Beete um Rillen zu ziehen und zu sähen.

Weiteres Beispiel von diesem Magazin. Es wird berichtet, dass jetzt schon Zucchini gesät werden können. Klar können sie. Und wie kommen die Pflanzen dann durch die nächsten etwa 10-12 Wochen? Sie werden jetzt nach dem Keimen, wegen des viel zu großen Lichtmangels, in die Länge schießen und eingehen. Zumindest werden sie krankheitsanfällig. Man kann sie dann ab April (wie groß sind die dann schon, wenn man jetzt sät?) tags rausstellen und nachts reinholen. Aber was, wenn der Garten nicht beim Haus ist, wenn man das Haus wegen der Arbeit schon früh verlässt, wo es vielleicht noch Frost hat, auf alle Fälle aber zu kalt ist? Nein die Zucchini jetzt sähen ist absoluter Humbug. Warum empfehlen Fachjournalisten das dann jetzt? Wahrscheinlich haben sie keine Ideen, was zu dieser Jahreszeit zu schreiben wäre und tippen dann irgendwelche Texte ab. Der Lord bleibt da gelassen. Er wird Gurken, Kürbis und Zucchini nicht vor Anfang April sähen. Seine Erfahrung gibt ihm, in seinem Garten recht.

Naturbeobachtungen bringen den Erfolg im Garten

Jeder der selbst gartelt, Gemüse oder Blumen sähen will, Stauden pflanzen und Obstbäume pflegt. Jeder der eben im Garten arbeitet, sollte sich eigentlich, so meint der Lord, viel mehr noch an den Phänomenen der Natur richten. Phänologischen Kalender oder Gartenbücher mit den danach sortierten Tätigkeiten gibt es für kleines Geld zu kaufen. Richtet man sich nach diesen Jahreszeiten und den damit verbunden Tätigkeiten, so liegt man immer richtig, egal in welcher Region man wohnt. So wird zum Beispiel ganz sicher die Forsythie in Südbayern, wo erst meterdicke Schneeschichten weg tauen müssen, viel Später blühen als hier in Franken. Damit ist auch klar, dass die Rosen, die zur Forsythienblüte geschnitten werden sollen, dort auch später und damit zur richtigen Zeit geschnitten werden. Kalendarische Monate nützen hier einfach nichts.

Und wen man dann die Natur immer besser beobachten kann, wird man auch seinen eigenen Garten und die eigenen Tätigkeiten anders beobachten und lernen, was für einen selbst der rechte Zeitpunkt ist.

Was auch immer wieder sehr spannend zu beobachten ist, sind die alten Wetterregeln. Es gibt etliche, die immer wieder ihre Richtigkeit haben und nichts mit Unfug zu tun haben. Die Eisheiligen kommen eben Mitte Mai mit Frost. Danach erst dürfen die, hoffentlich nicht jetzt schon, vorgezogenen Zucchini ins Freie.

Andere Regeln wiederum lassen die nähere Wetterzukunft voraussagen.

Gerade jetzt war ja Lichtmess, der 2. Februar. Die Regeln hierfür lauten alle in eine Richtung: „ist’s an Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit , ist der Frühling nicht mehr weit“. Oder hierzu auch die Sache mit dem Murmeltier oder dem Bären. Wenn das oder der zu diesem Tag aus der Höhle gekrochen kommen und der Schatten sie erschreckt, verschwinden sie wieder für mindestens 6 Woche im Bau. Bei trübem Wetter gibt es keine Schatten und sie bleiben draußen. Heißt auch wieder, ist es sonnig, bleibt der Winter noch mindestens 6 Wochen.

Lichtmeß 2019

So sah also das Wetter am 2. Februar 2019, Lichtmess vom Zimmer mit dem Kaminofen aus. Also da sah der Bär bestimmt keinen Schatten, der ihn erschreckte…

In den letzten Jahren schien immer genau an diesem Tag die Sonne bei klarem Himmel Und immer dauerte der Winter dann noch ewig. Wenn das also kein gutes Zeichen für 2019 ist. Sicher kommt das Frühjahr jetzt bald und der handzahme Winter verlässt uns.

Immerhin spürt der Lord doch tatsächlich schon dieses Glücksgefühl in sich aufsteigen. All die Samen, die Hoffnung auf so viel leckeres Gemüse, Kräuter, neue Sorten, neue Arten, neue Charaktere im Beet und auch neue Blüten und Düfte. Zu gegebener Zeit wird los gelegt. Letztes Jahr hatte er im Mai noch keine rechte Lust am Garten. Das Jahr war dann auch alles andere als ein schönes Gartenjahr. Diesmal stimmen Prophezeiung und Gefühl. Es muss einfach ein schönes Jahr werden.

Wer im Februar ernten will, muss das im September schon wissen

Und so, wie sich der Gärtner in Geduld üben muss, den rechten Zeitpunkt ab zu warten so muss er sich auch in der Vorausschau üben. Er weiß ja, dass im Frühjahr die Lust kommt zu garteln und wieder frisches Gemüse zu ernten. Und er hat vorgesorgt. Bereits im Herbst. Dann muss er sich nicht von der allgemeinen Panikmache der frühen Aussaaten und Starts ins Gartenjahr kirre machen lassen. (Paprika unter Kunstlich einmal als Ausnahme. Die werden ohne die frühe Aussaat und das Kunstlicht nicht reif werden).

frischer Schnittlauch im Februar

Statt Zucchini zur Gartenlustbefriedigung zu sähen, zieht der Lord lieber den ersten frischen und aromatischen Schnittlauch vor. Im Herbst werden die Stöcke im Beet geteilt. Eine Hälfte kommt in Töpfe und steht dann in einer Gartenecke, wartet auf Frost und Schnee und das Frühjahr. Jetzt kann man sie Topf für Topf herein holen. Wenn es nicht zu warm ist, fängt er gleich an zu treiben ohne zu schießen. Willkommenes Grün zu einer ungrünen Jahreszeit. Ist er abgeerntet, kommt er wieder in den Garten und der nächste Topf kommt ins Haus.

Es ist Februar und das Gemüse wächst prächtig

Ebenfalls weit vorausschauend muss man handeln, wenn es in Frühbeet und ungeheiztem Gewächshaus Anfang Februar so aussehn soll.

Im August und September wird dann Salat gesät und im Oktober gepflanzt. Winterkopfsalat-Sorten überstehen gerade als Junpflanzen Fröste bis Minus 20°C. Kaum waren Tomaten und Paprika aus dem Gewäschshaus verschwunden, folgten ihnen die Salatjungpflanzen. Wintersteckzwiebeln wurden gesteckt und Feldsalat gesät. Seither wächst alles prächtig. Kommen sehr kalte Temperaturen unter -5°C und Dauerfrost, schützt ein Vlies zusätzlich. Steine, Wasserfässer und Wasserflaschen speichern tags die Wärme auch von wenig Sonnenlicht und geben sie nachts wieder ab. Der erste Salat kann dieser Tage geerntet werden.

Wer also im Frühjahr zeitig ernten will, sollte eher im Herbst schon mit dem Sähen und Pflanzen beginnen. Dann hat man auch die richtigen Sorten für diese Jahreszeit und Temperatur und Lichtverhältnisse. Und mit dem Vorziehen der Sommerkulturen kann man dann, trotz wachsender Gartenlust, entspannt noch etwas warten.

Noch eine Ausnahme gönnt sich der Lord mit seiner erwachenden Aussaat-Lust. Früher als die Paprika, muss der Sommerlauch gesät werden. Empfohlen wird das schon ab Weihnachten. Er braucht lange zum Keimen und zum Wachsen. Aber eine Aussaat Ende Januar ist auch noch ausreichend. Die Erfahrung hat es gezeigt. Immer wieder ist es das eine Thema. Es fehlt jetzt einfach an Licht. Die Sonne scheint zu kurz und steht zu flach am Himmel. Also Geduld bewahren,babwarten und eigene Erfahrungen Sammeln ist angesagt. So wird das Gärtnern dann auch von Jahr zu Jahr effektiver und produktiver.

keimender Sommerlauch im Februar

10 Antworten auf „Der Frühling kommt bestimmt schon bald! Geschichten vom schwarzen Lord“

  1. Lieber Achim,
    Tatsächlich habe ich dieses Jahr ebenfalls eine Tabelle angelegt, denn auch ich finde es schwer, den Überblick zu behalten. So ist es ein wenig besser.
    Im letzten Jahr habe ich bereits im Januar angefangen, wie eine Wilde vorzuziehen. Das Ergebnis war ein Wohnzimmer voller Töpfe- mehr als die Hälfte war vor der Setzzeit im Eimer. Dieses Jahr fange ich wesentlich langsamer an. Man lernt ja dazu!
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Hallo Steffi,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar und deinen Zuspruch. Genau daher schrieb ich auch den Artikel mit dem frühen Sähen. Wenn jemand nicht so sehr erfahren ist und jetzt schon aussät, wird das meistens ein Fiasko, weil die Pflanzen bis zum Auspflanzen kaputt sind und es dann zu spät ist, neue zu sähen. Also immer Geduld bewahren und zur rechten Zeit sähen. Da helfen die Tabellen sehr gut, ausgedruckt immer Saatkasten parat. Find ich ja toll, dass du auch diese Idee mit den Tabellen hattest. Irgendwie muß man sich ja helfen, oder?

      Liebe Grüße, der Achim

  2. Na, das habe ich auch heute geschrieben, lieber Achim. Mir kommt es auch so vor … aber bei uns ist es dennoch gefühlt kalt, obwohl die Temperaturen gar nicht unter Null gehen.

    Den Lord lasse ich mir gefallen *lach* – das hat was!
    Da hast Du ja alles schön im Karteikasten geordnet. Ich hatte immer einen Karton, in dem ich die Samen in Filmröhrchen aufbewahrte oder manchmal auch in kleinen Glasgefäßen. So hat jeder seine Praktiken.

    Wow 160 – so viele Samen habe ich noch nie gehabt! Das würde mich schlichtweg überfordern! Leider hatte ich aber dennoch auch immer mal überzählige Samen, die dann alt wurden und entsorgt werden mußten.
    Seitdem kaufe ich nur noch das, was ich auch wirklich aussäen kann in dem jeweiligen Jahr.

    Das hat Du jedenfalls sehr geschickt gemacht mit den Spalten nach Monaten! Kompliment!

    Die Gartenmagazine richten sich vermutlich nach dem Durchschnitt, wie überall. Und die jeweilige Ausgabe wird ja schon lange vorher zusammengestellt. Das ist der Nachteil. 😉 Daher lob ich mir die Blogs!

    Ohje Zucchini, jetzt schon? Die würden sich aber in meinem eisigen Boden bedanken! Vom Einfall des Sonnenlichtes einmal ganz abgesehen.

    Ich gärtnere auch nach meinem eigenen Gefühl. Denn Gärten und Landstriche sind so individuell wie nur etwas sein kann. Das kann weder ein Buch noch irgendein Heft so genau wissen. Das sind höchstens grobe Leitlinien …

    Die Eisheiligen stimmten übrigens auch nicht immer mehr, aber wissen kann man es auch nie so ganz. Es gab aber schon Jahre, wo ich weitaus früher alles Frostempfindliche rausstellen konnte, weil ich sicher sein konnte, es gibt keinen Frost mehr. Dafür muß man einen Instinkt entwickeln.

    Hmm, das mit dem Schnittlauch habe ich noch nicht so ganz verstanden – ziehst Du ihn aus Samen oder wie war das gemeint? Du hast aber welchen im Garten? Ich ziehe eigentlich nie Schnittlauch aus Samen sondern habe diese fertigen Töpfe gekauft, die ich dann, wenn sie nicht vergammeln, im Garten eingrabe, in der Hoffnung, dass sie dann weiterwachsen. Mitunter klappt das. Dann kann man es also umgekehrt machen und den Schnittlauch für den Winter ausgraben, so dass er im Zimmer treibt? Allerdings habe ich bislang viel zuwenig davon. Keine schlechte Idee – ich habe auch schon daran gedacht, Muscari auszugraben, dann brauche ich nicht immer welche zu kaufen. Außer die weißen aus meinem heutigen Post, die wollte ich sowieso haben, davon hat der Garten bisher nur ganz wenige.

    Mal schauen, was ich noch aussäe, aber bei mir wird immer direkt in den Garten gesät. Ich habe weder Gewächshaus noch wollen die Keimlinge gut im Haus gedeihen, das dafür nicht das richtige Klima hat. Aber ich wohne ja auch eher in einem Mini-Park …. trotzdem hoffe ich, dass mein Mann sich zum Bau eines Hochbeetes aufraffen kann. Dann würde ich z.B. mal Salat probieren.

    Für heute liebe Grüße
    Sara

    1. hallo Sara,
      bei uns hat es nachts schon deutlich unter Null. Minus 5 bis Minus 12, alles dabei.Tags ist es hier bei mir sonnig und über Null. Im Garten tut sich daher im Moment noch nichts weiter. Aber unter dem Laubmulch habe ich, als es noch frostfrei war, schon Triebe gesehen. Ich lasse alles liegen, es verrottet, schützt jetzt die jungen Triebe und den Boden. Es ist für die Zwiebelblumen ja nur ein natürlicher Prozess, sich im Frühjahr, durch eine Laubschicht zu schieben. Ihnen schadet das nichts.

      Naja, Durchschnitt. Vielleicht ein gesamteuropäischer Durchschnitt. Jedenfalls ist es für Zucchini (nicht im Garten, sondern in Töpfen sähen die diese jetzt) überall in Deutschland für Hobbygärtner zu früh. Bis die raus können, sind sie vergeilt ohne Ende und am Ende ihrer Kräfte.

      Das mit dem Schnittlauch ist ganz einfach: Ich habe zum Beispiel eine Reihe Schnittlauch am Rand eines Gemüsebeetes. Alle paar Jahre soll man die Horste teilen, dass er wieder kräftiger austreibt. Das habe ich im Herbst gemacht und sie wieder eingepflanzt. Weil ich nicht sooo viel Schnittlauch brauche im Beet, habe ich 4 dieser geteilten Horste in jeweils einen Topf gepflanzt und vors Gewächshaus gestellt. Dort sind sie dem Wetter und dem Frost ausgesetzt, was wichtig ist. Jetzt habe ich einen Topf reingeholt, gegossen und kühl und hell gestellt. Er treibt und ich werde ernten. Ein paar mal kann man da ja abschneiden. Ich schneide nicht zu oft, was aber auch möglich ist, sondern hole den nächsten Topf rein. Den abgeernteten Topf kann man im Frühjahr wieder auspflanzen oder über den Kompost verwerten. Hat man nicht so viel übrig, weil man nicht teilt, gräbt man einen Horst im Herbst aus, topft ihn ein und macht weiter wie gerade beschrieben. So muß man im Winter keine gakeligen, blässlichen Töpfe im Supermarkt kaufen. Dieser Schnittlauch ist viel intensiver und kräftiger im Geschmack. Gesät habe ich auch noch keinen. Sind übrige Supermarktpflanzen gewesen vor vielen Jahren und bei Gärtnerei gekaufte. Schon lange muß ich aber da nichts mehr kaufen, habe ja genug im Beet.

      Ob das mit den Muscari auch klappt kann ich nicht sagen. Denkbar wäre es. Probier es einfach mal aus!

      Und ich gebe dir recht, dass man unbedingt ein Gefühl für seinen Garten und seine Pflanzen entwickeln muß. Dann sollte man danach gärtnern, das ist allemal besser als meist nur allgemeine Tipps aus Büchern und Magazinen. Aber zu diesem Gefühl muß man eben erst einmal kommen, das dauert seine Zeit.

      Liebe Grüße der Achim

      1. Den Schnittlauch habe ich noch nie geteilt, weil er nie allzu üppig wurde bei mir. Keine Ahnung, warum. Ich verwende allerdings auch keinen tierischen Dünger, vielleicht liegt es daran. Aber es reicht mir auch so, wie es ist.
        Jedenfalls nicht schlecht, Dein Vorgehen, denn sonst muß man immer Schnittlauch in Töpfen kaufen. Aber so viel Schnittlauch habe ich auch noch nicht, dass ich für den Winter welchen hineinholen könnte. Ich mag nicht den einzigen Schnittlauch, den ich habe, dafür ausgraben. Den lasse ich lieber in der Erde, in der Hoffnung, dass er sich weiter vermehrt.

        Die Muscari hatte ich zu spät ausgegraben, dann blühen sie nicht richtig und die grünen Triebe werden nur lang und gakelig, wie Du sagen würdest. Vielleicht hätte ich sie viel früher aus dem Beet holen sollen. Das geht ja nur, wenn die Erde nicht gefroren ist. War sie ja eigentlich auch nicht. Naja so wichtig war mir das letztendlich auch nicht. Jedenfalls sehe ich es wie Du, diese ganzen Anleitungen in Büchern können höchstens ein gewisser Anhaltspunkt sein, denn jeder Garten, jede Region, jedes Kleinklima ist anders.

        Liebe Grüße
        Sara

        1. Hallo Sara,
          vielleicht ist das, das Problem mit dem Schnittlauch. Manchemal ist so ein Ausgraben und auch einnfach teilen, der Anstoß dazu, dass er wieder mit neuer Kraft durchschiebt. Vielleicht noch ewas reifen Kompost ins Pflanzloch. Könnte mir fast denken,dass er dann besser wächst als ohne Teilen. Du könntest ihn auch ungeteilt im Herbst ausgraben, topfen, vortreiben,ernten und im Frühjahr wieder einpflanzen. Das macht ihm nichts.
          Mit den Muscari ist es vielleicht sinnig, sie im Herbst zu kaufen, als frische und gesunde Zwiebel, in den Topf zu pflanzen, draußen im Garten stehen zu lassen und dann bei Zeiten, rein zu holen. Nach der Blüte in den Garten pflanzen. So vermehrst du den Bestand, hast Frühling im Haus und mußt die schönen Pflanzen nicht wegwerfen. Ich habe jedes Jahr eine Schale über Winter im Gewächshaus mit irgendwelchen Frühjahrsblühern. Die sind dann im Frühjahr als erstes dran mit Blühen.
          Schöne Gartentage wünscht der Achim

  3. Ja, lieber Achim, ich bin auch begeistert , wenn ich deine Ordnung sehe. Ich kann zwar auf meinem Laptop Ordnung halten, aber mit den Samentüten siehts schlecht aus. Ich bin gar nicht tabellarisch organisiert und so passiert es mir auch leider oft genug, dass ich die Tüte umdrehe und denke….Mist, schon wieder zu spät für dieses Jahr. Dein Post hier ist eine sehr gute Anregung, mal etwas organisierter vorzugehen….;-)
    Die Panikmache um so zeitige Aussaaten kann ich auch immer nicht verstehen. Ich versuche nur, nicht zu verpassen, was wirklich zeitig gesät werden muss, wie Chili oder auch mal Blumen, wie die Glockenrebe.
    Dann hoffen wir mal auf ein besseres Gartenjahr 2019….so schlimm, wie letztes Jahr kanns ja gar nicht mehr werden (obwohl ich viele leckere Tomaten und Paprika hatte….;-)).
    LG Sigrun

    1. Hallo Sigrun, da hast du was gesagt. Die Tomaten waren überragend 2018. Menge und Qulität unerreicht. Aber so viel andres eben leider nicht. Paprika werde ich die Tage aussähen. Beheizt mit Heizmatte und Kunstlicht oben drüber. Und da laufen sie schon Gefahr doch zu schießen. Aber die brauchen eben die lange Vorlaufzeit. Wer da weder Platz noch Technik dazu hat ist allemal besser beraten,die paar Pflanzen zu kaufen. So ein Wintersalat ist immer leichter zu ziehen und erfolgversprechender, als Sommergemüse zu früh und unter ungünstigen Bedingugnen selbst angezogen. Und demnächst kommen Zwiebeln dran, die ich auch in Topfplatten sähe und vor ziehe. Die können aber kühl stehen und da habe ich einen Platz und später im Gewächshaus. Langsam geht die Saison los. Oh weh und was im Garten in den Staudenbeeten noch rumgammelt vom Herbst. DAs wird auch noch ein Arbeitseinsatz. Obst schneiden, Rosen schneiden und und und. OOOOOOcccccchhhh ich glaub ich genieß erst mal noch ein paar Wintertage in Ruhe 😉

      Liebe Grüße, der Achim

  4. Respekt Achim, Du bist ja noch besser organisiert als ich! Da ist meine Excel-Tabelle wohl noch ausbaufähig. Neben mir liegt übrigens der Bingenheimer-Katalog, gleich wird bestellt.
    Deine Aussagen zur situationsgerechten Aussaat kann ich nur unterstreichen. Da wird ein Mist zusammengeschrieben und mit Pech glaubt der Gartenanfänger da auch noch. Da folgt dann garantiert eine Enttäuschung.
    Und wieder habe ich es versäumt, nach dem Auszug der Tomaten das Gewächshaus mit Nachnutzung zu bestücken! Wenn ich Deine prächtigen Pflanzen sehe, möchte ich mich direkt in den Hintern beißen. Aber 2019 ändere ich das, das habe ich sogar im Video festgehalten, welches in meinem neuesten Post verlinkt ist.
    So, Deinen tollen Beitrag habe ich mir eben gepinnt zum erneuten Nachlesen.
    Liebe Grüße
    Karen

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