Der Juni erfreut das Gärtnerherz

Nach dem unendlich langen und dunklen und so fürchterlich kalten Winter und Frühjahr, kehrt endlich Sonne und Wärme in den Garten ein. Das Gärtnerherz jubiliert genau wie die Pflanzen und Tiere. Ein Blütenfest wird gefeiert.

Frühsommer und der Gärtner atmet auf

Gleich zu Anfang die für mich und den Garten wichtigsten Kennzahlen vom Juni 2021. Niederschlag hatten wir knappe 65 Liter und die Temperaturen pendelten zwischen 19 und 31 Grad. Da kann man nicht meckern. Das tut wohl auch niemand. Reine Freude schwebt durch die Luft, Hoffnung auf ein – nach derben Rückschlägen im Frühjahr – erfolgreiches, schönes Gartenjahr macht sich breit.

Seid ihr neugierig, was mich so frohgelaunt macht? Gerne zeige ich euch eine Foto-Auswahl vom Juni. Viele Bemerkungen dazu sind nicht nötig, da es ein reiner Tagebucheintrag sein soll. Ist etwas näher zu besprechen folgen gesonderte Artikel zum dem Thema.

Der Junigarten in 5 Kategorien

Die heutige Einteilung in 5 Kategorien – Staudengarten, Blackboxgarten, Schottergarten, Kakteen und Gemüsegarten – sollen nur die Masse an Fotos strukturieren. Richtig abtrennen lassen sich die Bereiche natürlich im realen Garten schwer oder nicht.

Da geht es doch schon gleich richtig los. Was für ein schönes Foto, aber keiner Kategorie zu zu ordnen. Also nehmen wir es einfach als Anfangspunkt unserer Betrachtungen.

Wenn ich auf dieser alten Gartenbank sitze blicke ich gen mediterranen Platz, ich sehe Teile des Staudengartens und im Frühjahr, wenn die Stauden noch niedrig sind, sogar den Gemüsegarten. Auch einer der Schottergärten liegt direkt vor mir.

Also dreht man den Kopf, auf der Bank sitzend leicht nach links schaut man Richtung Wohnhaus, sieht den grünen Partyraum, die braune Werkstatt und hinter dem Palmen das Palmenhaus. Man erkennt die neue Pergola und den ebenfalls nagelneuen Schottergartenstreifen unter der Pergola und den mediterranen Platz umfließend.

Schaut der ruhende Gärtner auf der Bank gerade aus, hat er das Carport im Visier. Lagerraum, Werkstatt, Blumenunterstand, Jungpflanzenstube und vieles mehr. Ein Auto stand hier schon lange nicht mehr drinnen.

Weiter schwingt der Blick zur rechten Seite, dem Gemüsegarten mit vorgelagertem Staudenbeet. Der Rambler Paul’s Himalayan Musk blüht gerade am Ramblerschirm. Und ja, der Kübel und die Tonne stören auch mich. Der Kübel enthält die Überreste der winterharten Banane. Die ist im Winter nicht so hart, wenn sie im Kübel steht. Obwohl sie die Scheune bewohnte, waren die fast 20 Grad unter Null draußen wohl doch zu heftig in das ungeheizte, bretterumwandete Gebäude gedrungen. Und die Regentonne steht sonst leer in der Scheune. Weil wir dieses Jahr aber etwas mehr Regen haben als sonst, wollte ich so viel wie möglich davon konservieren, falls die Zeiten wieder schwieriger werden. Hinter dem Zaun stehen noch zwei größere grüne Tonnen mit Regenwasser.

Der Staudengarten

Nun aber zu den Kategorien und begonnen wird mit den Stauden in den vier Staudenbeeten.

Als erstes sehen wir Fotos vom Staudenbeet am Gemüsegarten. Das Eryngium Mrs. Willmot’s Ghost hat schöne Blütenknospen. Ich hoffe sehr auf eine fleißige Selbstaussaat in Blackbox-Manier. Was wieder zeigt, dass die Grenzen meiner gewählten Kategorien in einander übergehen. Gleiches gilt für die ebenfalls erst im Frühjahr gepflanzte Glockenblume bei der Rose.

Der veilchenblaue Rambler Rose Marie Vieaud, steht im Gemüsegarten, passt aber hier von den Fotos besser dazu.

Der Brunnen im Eingangsbereich leitet über zum ihm gegenüber liegenden Staudenbeet mit Sandsteinmauer. Herrlich sind jedes Jahr die weißen Pfingstrosen. Eine ist rein weiß, also so ein weißgrünes Apfelweiß. Sehr schöne Farbe. Reines Tischlakenweiß hat die andere, aber mit roten Punkten in den innersten Petalen. Leider waren sie heuer allesamt nicht annähernd an Pfingsten erblüht. Ein wirklich ganz anderes Jahr das Jahr 2021. Wir werden uns da sicher noch lange daran erinnern.

Wie jedes Jahr allerdings erscheinen unzählige Läuse pünktlich zur Rosenblühte. Gleichzeitig Nisten Spatzen und Meisen in den bereitgestellten Nisthilfen. Ihrem und vor allem ihrer Jungen Nahrungsbedarf widerstehen die Läusemassen aber nicht lange. In keinem Jahr.

Schottergarten

Bei all dem Unmut über Schotter im Garten, zähle ich doch meine Stein- und Schottergärten zu den attraktivsten Blühbereichen im Garten. Die Staudenbeete, in der Umstellung auf extensives blackboxgardening, geben zur Zeit nicht so viel her. Dankbar bin ich für die herrlich bunten, von Insekten abgöttisch geliebten und sehr lange Zeit blühenden Schotterstauden.

Die Feige ist im Frost des Winters oberirdisch abgefroren. Sie treibt aber schon wieder aus dem Wurzelstock viele neue Triebe. Der Weinberg ist auch endlich geschottert. Wann werden wir wohl die Zeit finden, Sandsteinfindlinge zu holen? Bis dahin muss er ungestaltet, nicht terrassiert und leider auch unbepflanzt existieren.

Im Schottergarten wurde ich vollkommen überrumpelt von der Wuchskraft des dornigen Hauhechels und des Taubenkropfleimkrautes. Sie wucherten geradezu. In keinem Staudenbeet habe ich solch ein enormes Wachstum gesehen. Die vermehrte Feuchtigkeit und der nicht abgemagerte Untergrund sind wohl mögliche Ursachen dafür. Da der Untergrund aber seit Jahrzehnten nur von Efeu und aufgehenden Ahorn-bzw. Weißdorn- oder Ligustersämlingen bewachsen war, nie gedüngt oder gegossen wurde, dachte ich, dass er nicht all zu fruchtbar sein wird.

Jedenfalls musste ich die genannten Stauden schon zurück schneiden, weil sie auch die geliebten Polsterglockenblumen und das spanische Gänseblümchen zu erdrücken drohten.

Der Hauhechel blüht viele Monate und sammelt an den Wurzeln über die Knöllchenbakterien Stickstoff. Das ist wohl der nächste und der Hauptgrund für das überbordende Wachstum auch des Leimkrautes in unmittelbarer Nähe. Letzten Sommer waren die Bakterien wohl noch nicht so vorhanden oder startbereit und erst dieses Jahr voll im Einsatz.

Der Steingarten, unser allererstes Projekt mit Steinen und Schotter, blüht wieder wie im Bilderbuch.

blackbox-gardening

Mein neues Steckenpferd kann sich natürlich nicht auf einen einzelnen Bereich des Gartens erstrecken. Dennoch führe ich das wilde, selbst aussähende Gärtnern hier als extra Kategorie. Das Thema ist es wert nun auch künftig immer wieder bewußt davon zu sprechen.

Selbst aussgesäte Stauden habe ich in allen heute genannten Kategorien.

Wird jemand sekeptisch? Bei den winterharten Sukkulenten aber doch nicht.

Oh doch, auch hier kann ich über blackbox-gardening berichten. Einmal sähen sich die Mittagsblumen lustig überall dort aus, wo der Topf mit ihnen stand. Habe ich doch bereits von der Mini-Mittagsblume im letzten Bericht erzählt. Wie sie direkt in den Terrassenplattenfugen wächst.

Storchschnabel ist auch ein vorbildlicher Selbstaussamer. So habe ich in einem Topf mit einem Kaktus und der Schale mit Sempervieren winzige Pflänzchen eines Storchschnabels. Hier natürlich winzig, weil eben sehr trocken, kaum Erde und fast kein Dünger.

Alle hier gezeigten Stauden haben sich aus freiem Willen selbst entschlossen, dort zu wachsen und zu blühen, wo sie jetzt stehen. Ausnahme sind die Malven und Wiesenmargeriten, Storchschnabel und Mutterkraut im neu bepflanzten Beet für nur Blackbox-Stauden (Fotos 18-21). Direkt oberhalb des Beetes ist die Haus-Terrasse mit den großen Kübelpflanzen. Dort wuchert aus den Fugen dein Natternkopf und Zymbelkraut.

Die Haferwurzel im Gemüsegarten mit den großen lila Blüten wandert fleißig durch den gesamten Garten. Die sehr großen Fallschirmsamenstände wie beim Löwenzahn helfen ihr dabei.

Das Mutterkraut im Gemüsebeet nimmt zwar viel Platz weg, blüht aber über Wochen, wenn nicht Monate ganz herrlich und lockt Bestäuber in den Gemüsegarten.

Weißer Fingerhut und die Königskerze machen sich unterm Walnussbaum breit. Fingerhut und Königskerze würde man wohl eher nicht als Nachbarn in ein Beet setzen. Zu unterschiedlich sind die Standortansprüche. Wenn sie sich aber selbst dazu entscheiden klappt es sehr gut.

Er Pilz kam natürlich auch von allein. Dem Mulch im Gemüsegarten sei Dank.

Die schrille Kombination aus gelben Färberkamillen und pink-roten Lichtnelken begeistert mich immer wieder.

Die Stauden im Mäuerchenbeet vor dem Haus zeigen am Deutlichsten wie wenig man sie aufhalten kann. Das Bild mit dem Mäuerchenbeet anklicken und in ganzer Größe ansehen. Dann wird es erst richtig deutlich.

Danach ein paar Beispiele aus dem Schottergarten und wie dort selbst herum gewandert wird.

Und ja auch den Rasen füge ich hier ein. Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen, Frauenmantel, Spitzwegerich und andere liefern reichlich Nahrung für all das Gekrabbel auf und unter dem Rasen. Wir lassen ihn immer 12- 15 cm hoch wachsen mähen dann auf etwa 4-5 cm ab. Seit wir das im letzten Jahr angefangen haben widersteht er Trockenperioden wesentlich besser. Braun wurde ja von jeher das Gras und nicht die Wildstauden darin. Zudem kommen immer mehr neue Bewohner dazu.

Die Margeriten stehen mal hier und mal da und werden, dann vom Mähen ganz ausgenommen, bis sie verblüht sind und die Samen ausfallen.

Neu ist heuer die Glockenblume oder der Mohn ganz am Rand. Beides wird auch erst gemäht, wenn es sich aussamen konnte.

Und wenn man vielen Wild-Pflanzen und Stauden zu wachsen erlaubt, kommen die Insekten, die dazu gehören natürlich auch in den Garten. Hier die Raupen des Tagpfauenauges an den Brennesseln.

Winterharte Sukkulente

Der Winter war wirklich extrem und das Frühjahr so kalt wie sonst manchmal der Winter. Kurz, die Kakteen haben überlebt aber kämpfen noch ein wenig damit. Als die 20 Grad unter Null kamen, räumte ich sie dann noch vorher alle in die ungeheizte Bretterscheune, damit sei ein wenig geschützt sind. Sonst stehen sie im offenen Carport vom Bild ganz zu Beginn des Beitrages.

Trotzdem blühen sie wieder sehr schrill, sehr pompös und vor allem sehr farbenfroh.

Gemüsegarten

Kommen wir nun zu dem Teil meines Gartens, in dem ich mich am meisten auf halte und der die meiste Zeit und Arbeitskraft in Anspruch nimmt. Gehen wir in den Gemüsegarten.

Die Wärme und auch die Niederschläge lassen alles ganz gut wachsen. Die Kälte auch im Mai noch spürt man aber immer noch. Vieles ist recht der Zeit hinterher, im Vergleich zu anderen Jahren.

Die Tomaten sind gesetzt und hoffen auf endlich anhaltend warmes Wetter. Die Nisthilfen sind besetzt. Auch mehrmals hintereinander.

Im Freiland wuchern die Frühkartoffeln. Gut steht das restliche Gemüse, frisch gepflanzt oder schon etwas länger im Beet. Leider war ein Ernte von vielem wie Mairüben oder Radieschen bisher nicht möglich. Die Kälte und Nässe war nicht gut.

Die Erbsen blühen. Gut, das es Wintererbsen sind, im Oktober letzten Jahres gesät. Eine Aussaat im März wäre nicht möglich gewesen. Viel zu kalt, um den Boden zu bearbeiten.

Im Gewächshaus hängen die ersten Paprika. Weil es aber noch zu kalt war, wachsen sie gerade nicht recht weiter. Auch die Früchte bleiben sehr klein. Umso mehr wächst ein Rettich und wuchert den Eingang zu. Er soll stehen bleiben, damit ich wieder Samen von der alten Sorte abnehmen kann. Blühen tut er reichlich.

Unten im Garten am Dorfweiher kommen die Kartoffeln. Mit dem Grasschnitt vom Hang zur Straße runter habe ich alles noch einmal gemulcht. Zwischen den Kartoffelreihen wachsen Buschbohnen, die ich als Trockenbohnen im Herbst ernten will. Weiter verteilt zwischen den Kartoffeln steht Sonnenwurz, ein Verwandter vom Topinambur. Er soll, wenn es doch wieder so wolkenlos heiß werden sollte, wie die letzten Jahre, den Kartoffeln ein wenig Schatten spenden.

Die Erdbeeren blühten reichlich .

In Töpfen am mediterranen Platz wächst übrigens auch Gemüse. Eiskraut und Cardifolie. Beides kommt blattweise in den Salat mit hinein. Die Blätter sind sehr knackig, wahnsinnig saftig und schmecken erfrischend.

Das Gittergestell auf Rädern ist meine neue upcycling-Errungenschaft. Hier geschützt unterm Dach vom Carport stehen die Topfplatten und Saatschalen meiner weiteren Gemüseanzucht. Stecklinge von Kräutern und Stauden genau wie Sämlinge von Stauden. Im Gewächshaus ist es im Sommer an der Rückwand, wo die andere Sämlingsstation ist, zu schattig. Alles vergeilt. Hier draußen ist es optimal aufgehoben und immer im Blick für Pflegemaßnahmen.

Die nächsten beiden Bilder zeigen mein Blaukraut, das ich einfach in den Gründünger (Leguminosen) hinein gepflanzt habe. Den Gründünger habe ich an den Pflanzstellen einfach abegrupft und dann die Kohlpflanzen eingesetzt. So kann der Gründünger außen herum weiter wachsen und Stickstoff sammeln. Der Boden ist bedeckt und die kleinen Kohlpflanzen wachsen etwas geschützt und schattiert gut an. Der Kohl ist so wüchsig, da muss ich nicht lange den Gründünger in Schach halten. Der wird einfach überwachsen.

Damit verlassen wir auch schon wieder den Gemüsebereich. Direkt am Ausgang steht noch ein Busch Topinambur und die Rose am Rosenbogen blüht gerade üppig.

So das war also der Monat Juni in Bild und Wort. Eines zeige ich euch noch. Unsere neuen Insektenwohnungen. Bisher hatten wir keine Insektenhotels im Garten. Hier ist so viel Totholz und Nistmöglichkeit, dass ich das noch beiseite schob. Nun bekamen wir diese beiden Insektenhotels aus wetterfester Keramik geschenkt. Sie sehen sehr vernünftig aus und wir fanden rasch einen geeigneten Platz dafür. So, dass ich jeden Tag schauen kann, ob jemand einzieht. Wenn das der Fall ist, werde ich natürlich berichten.

Bis dahin, viele Grüße, der Achim

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