Der Lord – oder wie die Karpfen für ehrenamtliche Landschaftspflege sorgen

Ein sonniger Samstag im Oktober mit Picknick am Weiher und Gedanken zur Pflege dieser herrlichen, über Jahrhunderte gewachsenen Landschaft.

Ein Herbsttag am Land

Es ist ein Samstag morgen, Ende Oktober. Die Nacht war kalt und der Tau hat Boden, Blätter und Wege im Garten mit einem feinen Tröpfchenfilm überzogen. Der Lord ist schon bei Zeiten unterwegs. Im Nachbarort beim Metzger holt er unter anderem frische Würstchen. Dann geht es rasch in den kleinen und familiären Supermarkt wieder ein Dorf weiter und schließlich sofort nach Hause. Es gibt einiges vor zu bereiten.

Während dessen werden draußen bei den Karpfenweihern bereits alle Utensilien hergerichtet und zusammen getragen. Der „Stöpsel“ im Weiher ist gezogen und der kleine Bach daneben bekommt Wasser wie seit vielen Monaten nicht mehr. Nebenher müssen noch eine ganze Batterie an Zinkwannen und Wassertonnen mit Weiherwasser befüllt werden.

Der Lord macht sich zu Hause gleich an seine Aufgabe. Mittagessen und alles für die Kaffeepause wird gerichtet.

Gestern gab es Kartoffelbrei, von dem sehr viel übrig blieb. Somit war klar, heute Mittag kommt eine Kartoffelsuppe mit Würstchen auf den Tisch. Der Brei ist rasch mit Wasser, Milch und Gewürzen zu einer sämigen Suppe gerührt. Samt den Würstchen erwärmt er nun am Herd. Die Kaffeemaschine faucht und brodelt und von überall her werden die Picknicksachen zusammen getragen.

Jetzt stehen etliche Körbe für die outdoor-Verköstigung bereit und werden ins Auto geladen. Draußen am Weiher gluckert es schließlich, wie ein kurzer Telefonanruf zum Ausdruck brachte, nicht nur im Weiher sondern auch in einem leeren Magen.

Der wild-romantische Picknickplatz am Weiher

Der Tau ist mittlerweile verschwunden. Die Sonne lacht vom blauen Himmel und wärmt recht angenehm.

Was für ein herrlicher Ort für ein köstliches Mittagessen im Freien.

Die immer weiter sinkende Wasseroberfläche reflektiert in unzähligen kleinen Blitzen die helle Sonne. Unten im Bach plätschert das Wasser und die Luft riecht nach dem sich langsam erwärmenden Boden und herunter gefallenem Laub. Dem herbstlich erdigen Geruch stehen immer wieder, je nach Windrichtung, ein paar feuchte Weiheraromen zur Seite. Der Duft der „Weiher-Fischen-Samstage“ eben.

Mittlerweile gesättigt und glücklich lehnt sich der Lord in seinem alten Camping-Klappstuhl zurück. Schön ist es, das Werk der Sommersaison vor sich zu haben. Die Dämme und Flächen um die Weiher sind ordentlich gemäht und die Wege und Treppen frei geschnitten. Die Erlen größten Teils in Zaum gehalten. Das Wasser ist trüb und somit die Karpfen gesund und munter. Zwischen den vielen Erlen hindurch schweift der Blick auch weiter hinaus in die Landschaft. Bestellte, herbstliche Felder, Wiesen und Hügel oder Wäldchen sind zu erkennen.

Nicht nur dem Lord wird es hier im Jahreslauf gefallen haben. Nein auch die Tiere haben sicher ihrer Freude gehabt. So sind alle nicht verwertbaren Teile der jährlich zu rodenden Erlenjungbäume zu einer Totholzhecke aufgeschlichtet. Da findet sich viel Wohnraum und Nahrung für Tiere und Mikroorganismen oder Pflanzen. Die Böschungen zu dem Bächlein hinab werden ungehindert zugewuchert von Brombeere und Brennesseln. Weiter hinten auch Mädesüß, Rohrkolben, Minzen und vielen anderen Wildpflanzen. Im Frühjahr zum Beispiel Schlüsselblumen in der Wiese oder Bachnelkenwurz am Weiher.

Die ruhige und romantische, dünn besiedelte Landschaft ist wohl auch der Grund für das seit Jahren kontinuierliche Wachstum des Campingplatzes hinter einem der Hügel im Nachbarort. Die Erholung Suchenden kommen aus ganz Deutschland beinahe rund ums Jahr hier her.

Der Platz-Besitzer gibt sich auch große Mühe und legt allerlei Attraktionen, neben der ohnehin schon vorhandenen Landschaft für seine Gäste an. Seine Arbeit, das zu unterhalten, ist sicher enorm.

Der Lord als Teichwirt, Fischzüchter oder Landschaftspfleger?

Der Lord sinniert über die Arbeit, die sie beide jahrein, jahraus mit den Weihern und dem Grund darum haben. Kosten kommen dabei natürlich auch zusammen. Alles in allem wird damit aber ein kleines Stückchen ganz charakteristische fränkische Landschaft gepflegt und erhalten.

Und alles wegen den ebenfalls typisch fränkischen Karpfen. Eine leckere Speise in den kalten Wintermonaten.

Genau hier kommen dem Lord viele Äußerungen von Menschen in den Sinn, die kategorisch jeden Verzehr tierischer Lebensmittel ablehnen. Viel mehr noch, es allen Menschen verbieten wollen. Für eine schöne und glückliche Welt.

Wäre das denn möglich? Der Lord beginnt sich vorzustellen, was wäre, würden sie ihre Karpfen in den Weihern nicht essen.

Ohne Karpfen keine Landschaft

Als erstes wären Samstage wie der heutige nicht mehr vorhanden. Die Arbeit, Weiher ab zu fischen und die Fische um zu setzen könnte man sich dann sparen.

Die Karpfen würden aber in den stehenden Gewässern ohne den vom Lord aufwändig gesteuerten und erzeugten Zulauf nicht lange leben. Krankheit, Überbevölkerung, Nahrungsmangel und umgekipptes Wasser würden sie bald töten.

Die Kadaver würden auch etliche andere Teich- und Teichrandbewohner erst einmal beseitigen. Irgendwann begänne dann das Schilf zu wuchern und die Wasseroberfläche verschwinden zu lassen. Die Weiher verlanden und werden wieder Landschaft. Ein Stück Franken wäre nicht mehr typisch.

Wenn aber die Fische zum Essen nicht mehr da sind, warum dann noch regelmäßig raus kommen zum Grundstück? Rasenmähen? Erlen absägen? Den Bachlauf frei halten?

Das könnte dann auch unterbleiben.

Das Gras wächst ungebremst und von Jahr zu Jahr kommen dann andere Pflanzen in die Fläche. Eine kleine Fläche oberhalb der Weiher macht seit wenigen Jahren diese Entwicklung durch. Ein Jahr nicht gemäht, war im nächsten mit den vorhanden Geräten kein Vorankommen mehr möglich. Alles nimmt seinen Lauf. Weißdornbüsche, Erlenbäumchen oder Wildrosen und Schlehen erscheinen.

Ein romantische Vorstellung. Die Brombeeren sind weniger romantisch aber nach alledem kämen Eichen, Buchen oder andere Großbäume und würde die ersten Sträucher und Bäume verdrängen. Ein Wald entstünde, was an und für sich eigentlich auch nicht schlecht wäre.

Ohne Nutztiere keine Landschaft?

In der Vorstellungswelt mit einem Lord, der keine Karpfen mehr isst und keine tierischen Produkte konsumiert, müsste hier aber weiter gedacht werden.

Nicht nur der Lord sieht dann keine Notwendigkeit mehr darin, seinen halben Hektar Grund zu pflegen, wenn er nichts davon hat. Auch die Landwirte der Felder und Wiesen oder Wäldchen, wegen denen die Campingurlauber kommen, würden sich überlegen: warum?

Warum soll ich meine Wiesen mähen? Wohin soll ich das Heu tun? Selbst wenn nur einmal im Jahr gemäht wird, muss das Heu irgendwo hin.

Also lassen wir aus allen Wiesen einfach Wäldchen entstehen. Wiesen in der Landschaft sind überbewertet. Urwälder sind der letzte Schrei. Darin fühlen sich Hase, Igel und Rehe wohl. Rehe! Sie haben keinerlei Feinde und dann viel Wohnraum. Die Vermehrung läuft auf Hochtouren. Sie werden immer mehr und mehr. Kein Jäger hält die Zahl in Grenzen, denn Tiere dürfen nicht mehr getötet werden.

Vielleicht wird ja auch gar nichts aus den vielen Wäldchen, weil die Rehe sofort alles keimende Gestrüpp abfressen? Genauso fressen sie ungehindert die Früchte auf den Feldern kurz und klein, wenn nicht alles eingezäunt wird. Oder man Wölfe aussetzen würde….

Jeder will’s aber niemand will’s machen.

Aber was könnten die Landwirte auf ihren Feldern heutzutage anbauen, wenn sie die Flächen nicht mehr benötigen, um Futter für die Nutztiere zu erzeugen?

Kartoffeln wie früher. In vielen Regionen ist dieser Anbau wegen dem Klimawandel ohne teure Bewässerung aber nicht mehr möglich. Zum Beispiel hier in Franken. Gleiches gilt für Erdbeerfelder.

Vielleicht wächst Spargel oder Gurken? Man könnte Getreide bauen oder neue Körnchen und Saaten für die Ernährung der Menschen. Manche Bauern machen das sogar heute schon, trotz der noch erlaubten Tiere am Mittagstisch. Aber was kaufen dann die Menschen? Kaufen sie diese Körnchen und Gemüse oder Obst? Nein, sie kaufen es nicht, weil es teuer ist. Oder es ist billig und der Landwirt binnen kürzester Zeit pleite. Billig ist nur das aus fernen Ländern mit menschenunwürdigen Lohngefügen und Arbeitsbedingungen. Bitte? Oh ja, natürlich kaufen nicht alle die Importwaren. Man kauft auch billiges Gemüse, wenn es aus Deutschland kommt. Und es gibt Erzeuger, die es auch anbauen. Aber, es gibt niemanden, der es ernten und verarbeiten möchte. Das nämlich macht Arbeit. Genau wie die Karpfen dem Lord Arbeit machen. Das macht aber kaum mehr jemand und schon gar nicht zu den Preisen und Löhnen, die andere bereit sind, für die heile, romantische und gesunde Welt zu bezahlen. früher war das noch anders, da mussten die Menschen etwas essen und zahlten dafür den Preis oder erzeugten es selbst.

Bezahlen tun die Campinggäste dagegen gern, wenn sie ins herrliche Franken kommen. Der Lord, noch immer eingelullt vom glucksenden Wasser im Bach, ist fest in seinen Gedanken verloren. Da kommt also ein gestresster Mensch hier her und sucht Erholung, will vielleicht ein wenig spazieren gehen und die Landschaft und Ruhe genießen. Weit kommt er aber nicht, weil ja wegen der Rehe alles eingezäunt ist. Weit muss er auch nicht, weil er ja seinen Fleisch fressenden Hund um die Ecke gebracht hat, um authentisch zu sein. Allein macht der Spaziergang gar keinen so großen Spaß.

So viele Tiere einfach ausgestorben…

Die Kinder suchen überall nach den vielen süßen Kätzlein und ihren noch süßeren Katzenbabies, die sie sonst immer so gern gestreichelt haben. Die gibt es jetzt auch nicht mehr, weil sie nicht in eine fleischlose Welt passen, als notorische Fleischesser.

Schon knapp hinter dem Campingplatz geht das Gestrüpp los, es sieht alles noch ein wenig ungewohnt aus, das unbearbeitete Durcheinander. Überall verlassene Scheunen und Ställe. Selbst im Streichelzoo gibt es keine lustigen Ziegen mehr oder auf der Weide stehen keine Kühe. Die goldigen behaarten Schweinchen grunzen nicht mehr im Dreck. Hühner gackern und krähen nirgends mehr. Es gibt all diese Tiere nur noch in den Schul-Tablets der Kinder. Dort lernen sie im Biologieunterricht und in der Heimatkunde, dass sie früher vorhanden waren. Unzählige Sorten und Rassen an so vielen Arten von Tieren am Bauernhof. Alle ausgestorben, weil niemand mehr ihre Nachzucht auf sich nahm. Wozu auch. Die ganze Arbeit und die Kosten, damit sie dekorativ zum Dorfbild passen? Ganz am Anfang war das noch so, dann aber nahmen sie überhand, wie die Rehe im Wald. Schafe, Ziegen, Kühe oder Hühner vermehrten sich reichlich. Aber nicht für jedes Neugeborene starb ein Altes.

Mancher Bauer machte einfach die Gatter auf und entließ sie in die Freiheit, die jeder ihnen so gönnte. Nun leisten viele, die irgendwie in freier Wildbahn überleben konnten, den Rehen Gesellschaft und knabbern an den Feldfrüchten oder den aufkommenden Wäldchen. Kühe und Schweine machen einen Ackerbau oder Obstbau unmöglich, weil unter ihren Hufen und Gesuhle nichts aufkommen kann. Und immer wieder liest man von schlimmen Zusammentreffen von Menschen in der Natur mit aggressiven Muttertieren oder gar Vatertieren, die die Eindringlinge in ihr Revier nicht dulden. Und eine wild gewordene Sau ist eben eine wild gewordene Sau. Niemand will der im echten Leben begegnen.

Die Natur hat gewonnen.

Die treuesten Urlaubsgäste bleiben aus, weil Franken nicht mehr das ist, was es war. Die Landschaft ist keine Landschaft mehr. Weiher und Teiche fehlen, alles zertreten und verbissen, verkrüppelte Büsche und Bäume. Leere Orte und Häuser. Und dann sieht man auch überall die großen, klobigen Betonburgen für Lagerung und Logistik der Lebensmittelverteilung. Diese kommen mit großen LKW auf neu gebauten Straßen von überall her. Aus aller Welt trudeln Obst und Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte zu unvorstellbar niedrigen Preisen ein. Das ist jetzt alles so billig, da baut kein Gärtner mehr Gemüse oder Obst an und kein Bauer Getreide. Es ist eine so schöne neue Welt ohne Fleischkonsum und billigem veganen Lebensmittelersatz aus Übersee. Die Natur holt sich in Franken zurück, was ihr gehört. Kraftvoll und mit Getöse.

Getöse? Nein es war eher ein dumpfes aber lautes Platschen, das die Mittagsstille durchbricht. So als wäre ein Meteorit, wie in den Endzeitfilmen im Fernsehen, ins Meer gefallen.

Der Lord ist mit einem Mal wach und wieder in seiner Welt. Ein großer Graskarpfen schnalzte im immer flacher werdenden Wasser heraus und lies sich wieder in die Pfütze fallen. Es ist Zeit, mit der Arbeit zu beginnen. Die Fische müssen aus dem Wasser und rein in die bereit gestellten Wannen.

Der Lord und die Karpfen machen weiter und glauben an eine Zukunft für beide.

Noch ist es ja erlaubt ein paar Karpfen aus eigener Zucht im Winter zu verspeisen. Dafür müssen alle aus dem Wasser geholt und gezählt werden. Manche kommen dann in den nächsten Weiher für den Winter, genau wie die großen Graskarpfen, die bei der Weiherpflege helfen und die Muscheln, die von gutem Wasser zeugen. Ebenfalls ins Winterquartier kommt die viele Brut, kleinen Kärpfchen von diesem Sommer und der Fisch-Schmaus im Winter 2024 . Die Karpfen zum Essen kommen in ein mit Sauerstoffsprudlern versorgtes Becken, wo sie auch im Winter gefangen werden können.

Winter 2024? Das bedeutet auch weiterhin die ehrenamtliche Landschaftspflege im kleinen Fleckchen Franken vom Lord. Ein paar Karpfen, die für so wenig Geld auch käuflich zu erwerben wären, sind wahrlich nur als Ehrenamt zu bezeichnen und nicht als Lohn. Aber es kommt ja der Genuss der herrlichen fränkischen Landschaft und der Ruhe, einfach der schönen Natur dazu. Daran sind viele Hände beteiligt, dass der Lord zu seinem Genuss kommt und die Urlauber.

Ja, Karpfen bedeuten eben doch Landschaftspflege

Im kommenden Jahr wird ein Weiher saniert und ausgebaggert. Der vom Biber (aus Umweltgründen ausgesetzt und wieder angesiedelt in Deutschland) zerstörte Damm repariert und der Weiher so wieder nutzbar gemacht. Dafür muss Geld in die Hand genommen werden. Und das in einer Höhe, die vielen ahnungslosen Naturschützern aus den sozialen Medien mit „F“ die Tränen in die Augen treiben würden. Aber als Landbesitzer und Bewirtschafter nimmt man das eben in Kauf. Für die Natur und für seinen Besitz. Fliegt man halt ein paar Jahre nicht in den angeblich jedem verpflichtend zweimal im Jahr zustehenden Auslandsurlaub mit Maschinen, die die Luft verpesten von Flughäfen die die Landschaft schwinden lassen. Dafür wird man weiter schräg angeschaut, ob seiner frevlerischen Vorlieben am Mittagstisch. Und genießt die Ruhe hier draußen, während andere im Auslandsurlaub den Attraktionen hinter her hetzen, um dann, wieder daheim, damit prahlen zu können und mit dem Streß, den sie im Urlaub hatten.

Zudem wird versucht in einem Permakulturprojekt mit Obstbäumen ein Stück der Wildnis oberhalb eines Weihers in fruchtbares Land um zu wandeln. Hier können dann eigene Kartoffeln, Kraut oder Kürbis und Beerenobst wachsen.

Genauso wie Landwirte von den Erholungssuchenden wegen ihrer Landschaftspflegetätigkeiten und Mithilfe bei der regionalen Ernährung ihrer Mitmenschen. Vielleicht sind wir Landschaftspfleger ja einfach zu sehr auf unsere Landschaft fixiert und sollten öfter mal ein wenig über den Tellerrand hinaus sehen. Hinüber zu dem blauen „F“ im Internet. Dann könnten wir uns auch am dortigen immensen Wissen um die richtige und wahre Landschafts- und Naturpflege laben und unser Handeln verantwortungsvoller gestalten….

8 Antworten auf „Der Lord – oder wie die Karpfen für ehrenamtliche Landschaftspflege sorgen“

  1. Lieber Achim,
    wie recht du doch hast und wie schön du aufzeigst, wie schlimm Veganer sind.
    Ich mag zwar keine Karpfen aber bei uns gibt es noch viele Forellen.
    Ich kaufe viel regional und esse saisonal.
    Das ist 100mal gesünder als irgend welches Superfood, das um die halbe Welt geflogen wird.
    Es wird auch immer nur von Monokultur zur Futtererzeugung gesprochen, nie aber von der Monokultur von Soja, das ja Hauptbestandteil von Veggiwürsteln und Veggiburgern ist.
    Bauern und auch Jäger sind wichtige Landschaftspfleger.
    Lieber esse ich ein glückliches Reh, dass von einem verantwortungsvollen Jäger geschossen wurde als Fleisch aus Massentierhaltung in irgend einem Balkanstaat oder Ersatzprodukte die um die halbe Welt gekarrt wurden.
    Genau so verhält es sich auch mit dem Bio Label. Was glauben die alle wo so viel Bio herkommt?
    Ich kenne die Vorgaben in Deutschland, für Bio oder Demeter und ich kann mir nicht vorstellen dass in China oder sonstwo, die selben Standarts herrschen.
    Hach, da könnte ich mich stundenlang auslassen….
    Auch das Problem mit den abgeernteten Obstbäumen, das kennt man hier am Bodensee auch. … ist ja nur 1 Apfel… wenn das aber 100 Touristen am Tag machen, ist der Baum leer 🙁
    Aber als letztes Jahr ein Obstbauer wegen zu vielen Äpfeln seine Plantagen geöffnet hatte, kostenlos zum selber pflücken, kamen nicht wirklich viele Leute….
    Ich wünsche dir und dem Lord noch viele schöne Stunden an eurem Weiher
    lg Linda

    1. Hallo Linda,

      vielen vielen Dank für deinen unterstützenden Kommentar. Ich freu mich wahnsinnig.
      Also , nur damit kein falscher Verdacht aufkommt. Ich finde nicht DIE Veganer schlimm, sondern die Veganer, die millitant und ignorant sind, die den Blick verloren haben, die von allen Menschen kategorisch verlangen ihre eigene Meinung und nur diese an zu nehmen. Die Veganer, die durch ihr Essverhalten sich selbst schaden, ihren Kindern, ihren Hunden und Katzen UND der Umwelt in fernen Ländern, wo sie weit weg davon sind und nichts mitbekommen von den Landschafts- und Menschenvernichtenden Anbaubweisen. Die Veganer, die exotisches Obst brauchen, anstatt einheimisches zu essen. Die Veganer, die meinen ihre Lebensstil wäre dem Menschen ureigen. Die aber, um überleben zu können Nahrungsergänzungsmittel schlucken müssen um schweren Krankheiten vor zu beugen und nicht mal merken, dass das die Menschen früher nicht hatte, dass damit ihre Theorie absurd ist. Ach ja und zum Beispiel die Karpfen. Jedes Jahr haben wir 400 bis 12oo oder mehr junge Karpfen als Nachzucht. Ein Karpfen lebt sehr viele Jahre 10, 15 oder so bestimmt. Wir essen pro Winter maximal 10 bis 15 (wenn wir Freunde und Verwandte einladen und gemeinsam schöne Abende haben). Nun rechne dir mal aus, wie viel wir also nach 10 Jahren Weiherwirtschaft in den Gewässern haben müssten…. Haben wir nicht, denn weitaus!!!!! mehr Karpfen sterben durch und in der Natur und NICHT durch uns!!!!!!Und mein Rindfleisch kommt von einem Demter-Bauern mit den Rindern auf der Weide den ganzen Sommer. Tierquälerisch ist da gar nichts. Ich bin wohl gegen den Tiere verachtenden Stil ihrer Haltung, unwürdig und grauenvoll. ABer das ändern wir nicht, wenn ein paar militant das so anprangern, dass jeder NORMALE Mensch sich denkt und jetzt ess‘ ich erst recht Fleisch, damit ich mit dieser Art Mensch nichts zu tun habe….

      Danke als noch mal und bleib deiner Meinung und Haltung treu auch wenn wieder irgendwelche Roh-Veganer die übel angehen…..

      Viele Grüße, der Achim

  2. Lieber Achim,
    ja, die Welt ist in allen Bereichen so wiedersprüchlich, verschieden und komisch wie die Menschen selbst. Wenn doch nur alle nach dem Motto – Leben und leben lassen – leben würden und es mehr Toleranz gäbe. Ich glaub es wäre für vieles Platz. Schlimmes entsteht immer aus Fanatismus.
    Veganer sind für mich fanatisch und merken gar nicht, dass ihr veganes Schleimersatzfleisch schrecklich chemisch und ungesund ist und auch wieder nur Monokultur und Ungleichgewicht in der Natur hervorruft. Unsere Großeltern auf dem Land haben es glaub ich noch richtig gemacht. Fleisch gabs nur am Sonntag, ansonsten Eier und was es so auf dem Feld und im Garten gab. Aber irgendwann entstanden Industriestädte und diese Menschenmassen mussten billig ernährt werden – am besten mit Fertigessen, an dem wieder ganze Industrien verdienen konnten. Und die großstädtischen Veganer ernähren sich auch heute doch auch noch nur wieder von extrem verarbeiteten Industriefutter. Vom wirklichen Land und wirklichem Landschaftsschutz haben sie praktisch keine Ahnung. Sie gehen Sonntag um 11 in die City – schlürfen ihren veganen Kaffee und brunchen bis 14 Uhr ihren veganen Brunch und wissen ganz genau – sie machen alles richtig! 😉
    Dein Post war jedenfalls wieder toll und ich finde es Wahnsinn, was ihr neben dem Tagesjob noch nebenbei so alles stemmt. Außerdem esse ich sehr, sehr, sehr gerne Karpfen 🙂 und bin froh, dass sich Menschen wie ihr die Mühe machen, solche Karpfenweiher zu erhalten.
    Ich wünsche euch alles Gute für die kommende Zeit, bleibt gesund und passt euch auf! Liebe Grüße von Urte

    1. Hallo Urte, vielen Dank für deinen Zuspruch.
      Das ist ein gutes Wort: leben und leben lassen. Leider wollen manche nur die Tiere leben lassen, aber nicht die Menschen mit anderer Meinung…. Aber ohne Menschen werden all die Tiere sterben und aussterben, das steht fest.
      Leider sind die Menschen, die auf alles tierische verzichten oft (und ich sehe es bei Youtube) derart weltfremd und abgehoben, dass man nur den Kopf schütteln kann. Und wenn die ihre Vorratschränke und Schübe aufmachen, weil sie gerade was vorkochen erschrecke ich immer über die unvorstellbare Menge an Plastiktüten mit den Lebensmitteln. So viel habe ich nie, wenn ich einkaufe und ich kaufen nicht im Unverpacktladen ein! Aber ich werde ob meiner Tupperleidenschaft mit Dosen aus Kunststoff von der Seite dumm angequatscht. Und andere lassen das Obst im Sommer mit dem Flugzeug einfliegen, nur dass sie exotische Früchte für ihren veganen Lebensstil haben. Und machen noch Werbung dafür. Früher oder hier im Garten gibt es zu der Jahreszeit Beeren laufend frisch und Obst auch schon.

      Ja und mir gefällt es, sonntags zum Brunchen und davor noch schnell eine Kohlrabi im Blumentopf und drei Chilis im Blumenkasten gießen. Dann schwärmen sie beim Brunch von ihrem Selbstversorgerleben und werden nicht müde anderen vor zu halten was DIE alles falsch machen und wie DIE die Natur durch ihr Verhalten zerstören. Ja ich habe am Wohnhaus meine Gemüsebeete und dafür wilde Natur beseitigt. Die aber wollen die ungestörte Natur bei sich daheim (in der Großstadt) und zerstören lieber durch ihr Konsumverhalten mit Goji und Chia und Pecan und und und in weit entfernten Ländern, wo man das nicht sieht und sich nicht verantwortlich fühlt. Und wenn man was lokales will , geht man raus in die Natur und erntet das alles was dort umsonst wächst, macht youtubeVideos darüber, wie man im Weinberg schnell super entschlackende Weintrauben essen kann, wie man überall in den Wiesen der Landwirte Kräuter für den Salat ernten kann und und und. Oder man geht und erntet die mühevoll gepflegten Obstbäume anderer Menschen ab. Ist mir selbst passiert, dass ich Null ernte hatte, weil der ganze Baum komplett abgeerntet wurde und mein Cousin kennt es bei sich im Dorf, dass dort laufend die Bäume leer geräumt werden und die Besitzer leer ausgehen…… ja es läuft so viel schief und quer und von Achtung und Rücksicht auf Mitmenschen, anderes Denken oder gar die Umwelt sind absolut verschwunden. Das tut mir so weh!

      Darum freue ich mich, wenn ich hier Kommentare von Menschen bekomme, die es auch so oder so ähnlich sehen und mich damit unterstützen.
      Bleibt gesund und ein schönes Wochenende wünscht der Achim

  3. Hallo Achim,
    das war mir auch aufgefallen, dass es bei euch unglaublich viele Karpfenteiche gibt, das ist wirklich landschaftsprägend. Aber du hast schon Recht, das macht Arbeit, und viele haben dazu keine Zeit und Lust mehr. Das mit dem Veganismus sehe ich auch kritisch. Kein Honig, aber Abgabendicksaft aus dem Ausland? Oder die Schafe: die sind so gute Landschaftspfleger, aber man muss ihre Produkte auch verkaufen können. Mittlerweile wird die Wolle als Dünger und Wasserspeicher für den Garten verkauft. Nicht vegan, aber ohne Schafe auch kein Naturschutz… Das sollte man sich überlegen, wenn man sowas ablehnt.
    Viele Grüße
    Elke

    1. Hallo Elke,
      ja weißt du, hier in Franken ist das so: wenn ein Bauer einen großen Feldstein aus dem Acker gräbt bei der Feldarbeit und in dem Loch sammelt sich dann Wasser, dann hat er schon wieder einen Karpfenteich mehr 😉

      Ja stimmt Schafe oder Ziegen sind auch Landschaftspfleger oder denk an die Kühe auf den Almen. Almen, die man dringend braucht für so herrlich urige Molkereiproduktwerbung oder Schokolade wären nicht möglich ohne Kühe. Wissen das die Veganer? Fakt ist: unsere Landschaft in Europa ist gewachsen mit den Nutztieren und wäre ohne sie auf jeden Fall ganz eine andere. Ich wiederspreche nicht, dass sich an allen Fronten viel ändern sollte hin zu mehr Naturschutz, auf Verbraucherseite als auch auf Erzeugerseite. Aber Abschaffen jeden Konsums tierischer Produkte ist sicher der falsche Weg. Und das Beispiel mit der Schafwolle sagt doch schon alles über unsere komplett verquere Welt und wie wir mit Ressourcen umgehen,sie verschwenden. Und dann gibts ja noch die urbanen Hochbeetfreeks die nicht mal die Schafwolle düngen möchten, weil nicht vegan. Somit müssen auch alle Schafe aussterben und vorher qualvoll an der Wolle, die ihnen niemand schert kreppieren. Artenschutz à la „F“ du verstehst schon oder? Ach so ja, fällt mir noch ein. Schafe und Landschaftspflege. Der Vorgänger unserer Weiher hatte das ganze riesige Grundstück eingezäunt und hielt Schafe darauf (daher ja auch der ursprüngliche Name meines Palmenhauses, nämlich Schafstall….) . Der musste nicht mit dem BenzinAufsitzmäher drüber fahren und die Dämme waren auch sauberer gehalten als bei uns. Das erledigten alles seine flauschigen Mähroboter. Dann wurde er zu alt für die Pflege der Schafe und gab sie ab. Wir haben leider wegen unserer Berufstätigkeit nicht die Möglichkeit, Schafe zu halten. Ausserdem sind alle Zäune ja auch weg. Aber die Idee schwirrt schon auch noch in meinem Hinterkopf. Und unter uns, ich hab nachgefragt, trotz Zaun ums Gelände, hat sich darin nie ein Schaf stranguliert, es gab auf diese Weise niemals Verluste….

      Liebe Grüße, der Achim

      1. Hallo Achim,
        ach, dann scheint es tatsächlich ungefährliche Zäune zu geben, Sachen gibt’s… Schade mit den Schafen. Da sie auch immer mal ein Kraut nicht mögen, bleibt etwas stehen für die Insekten. Wenn die Biber sich nur genauso zum Rasenmähen eignen würden, aber die übertreiben es ja immer gleich mit dem Rückschnitt… 😉
        Viele Grüße
        Elke

        1. Hallo Elke, die Insekten sollen froh sein, dass keine Schafe mehr da sind. Bei uns bleibt nämlich noch viel mehr stehen. Alle Dämme mähen wir höchstens einmal im Jahr oder gar nicht. Brombeeren und Brennnesseln regieren dort. Letztere im Sommer wie in einer biblischen Plage überzogen von den dazugehörigen schwarzen, haarigen Raupen. Und oben am großen WEiher, wo die Schlüsselblumen sind, lassen wir auch lange stehen und mähen im Sommer das erste mal. Da blüht schon recht viel und es wird immer mehr. Dann das auch abgebildete Stück Wildnis, wo ich jetzt aber wieder für mein Permakulturprojekt abzwacke wächst auch, was will. Also mit Schafen, war das alles noch viel gepflegter…..

          Ja der Biber, ich hoffe immer, dass ich meine Obstbäume gut geschützt habe. Eine mannshohe Eiche hat er schon gefällt vor paar Jahren, und liegen lassen, einfach nur abgemacht um zu zerstören ;-( Muß ich bei meiner Linde, die ich noch pflanzen werde, wenn die Erde endlich mal feucht ist, auch gut darauf achten, dass der Biber nicht ran kann. Und das für alle Zeiten, denn ich habe schon angenagte hunderte Jahre alte Bäume gesehen……

          Viele Grüße und schönes Wochenende wünscht der Achim

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