Der schwarze (Johannisbeer)-Lord stellt sich vor

Ja so ist er der Lord. Er fällt eben gern einmal mit der Tür ins Haus, ohne vorher angeklopft zu haben. Fängt er doch gleich an, laut zu denken, ohne sich erst einmal vorgestellt zu haben. Typisch!

Also wer ist dieser geheimnisvolle Lord? Der schwarze Lord.

Nun zuerst einmal ist es einfach irgendein Mensch. Ein Mensch der es geschafft hat. Vielleicht nicht gleich das, was viele jetzt meinen mit Erfolg und Ruhm und Geld. Mit geschafft, soll hier zum Ausdruck gebracht werden, dass er entkommen konnte. Sich den Klauen der Stadt und damit auch parallel dem künstlichen Leben entgegen der Natur und ihren Rhythmen zu entreißen. Einen kleinen Vergleich von „Damals und Heute“ hat er schon früher einmal aufgeschrieben. Was es mit der Farbe schwarz und den Johannisbeeren auf sich hat, beschreibt der Lord in der Einleitung seiner Lord-Kategorie

Aber warum reden wir hier wie von einer Flucht wie aus einer brenzligen Situation? Entkommen der Stadt und dem städtischen, modernen Leben?

Ganz einfach, weil er es so sieht. Ich will euch das einmal erklären.

Entronnen dem alten Leben also, fand der Lord seinerzeit sein passendes Schlösschen. „My home is my castle“ liest man immer wieder. Und weil ein Lord ein Schloß braucht, ist eben das neue Zuhause sein Schloß. Erhöht liegt es über einem kleinen Dorf, weit ab von großen Städten und Abgasen, Fabriken und stinkender Luft.

Dort kümmert er sich um den großen Garten, kleinere Ländereien, die zum Schloss gehören und um all diejenigen die auch dort zu Hause sind. Wilde Tiere, heimische Pflanzen und um sich und seinen Prinzen….

Nein, das ist zu kitschig. Sagen wir, erkümmert sich um sich und seinen Mann, mit dem er alles bewirtschaftet.

Zwei Welten, die sich entfernen

Je mehr der Lord also im neuen Garten arbeitete und lebte, je mehr er für das tägliche Essen selber sorgen konnte. Desto mehr entfernte er sich von allem Früheren. Von der Welt da draußen. Der Welt in der die meisten Menschen so vor sich hin leben. Er entdeckte eine neue Welt voller spannender neuer Dinge, Zusammenhänge und Rhythmen, die schon seit Jahrtausenden bestehen und immer weiter und weiter ihre Kreise ziehen.

Je länger er also in seinem Schloß und auf seinen Ländereien Zeit verbringt, desto mehr merkt er, wie sehr er und viele andere Menschen, genau gegen diese Rhythmen lenkten und arbeiteten. Wie sehr sie alles aus der Natur verdrängten und ihre ganz eigenen Werte schufen. Und er merkte, wie anstrengend das ist, nervenaufreibend, Stress-erzeugend und wertvolle Lebenszeit kostend. Wie einfach ist es dagegen doch, sich den Rhythmen von Natur und Jahreszeiten hin zu geben. Ganzheitlich auch in Gefühlen und Gedanken. Wie anders werden die Werte und Bedürfnisse. Einfacher und realer. Wie schön und wohltuend kann zum Beispiel das von allen verteufelte kalte und nasse Wetter vor Weihnachten sein, wenn man es so akzeptiert. Wenn man spürt, was es mit einem macht und man da auch mit macht, sich nicht sträubt. Dann hat man eine ruhige und besinnliche Zeit. Ganz anders als die gegenryhthmisch lebenden anderen Menschen.

Der Lord denkt auch viel nach über diese Zusammenhänge und sieht, was in der Welt geschieht. Er sieht, wie degradiert alles ist, künstlich, überdreht und wie kopfschüttelnd viele Dinge sind, für einen mit der Natur lebenden Menschen. An der Macht in dieser Welt sind Mörder und Ehebrecher. Wirkliche Macht haben die mit dem Geld, an das sie ohne Rücksicht auf Verluste für sich, ihre Familie, ihre Generation und künftige Generationen, in unvorstellbarer Höhe gekommen sind. Um ihr Geld zu mehren überlegen sie immer mehr, wie die Massen weiter verdummt und beeinflusst werden können .Wie ihnen vieles vorgegaukelt wird und sie zahlen dann auch noch einen hohen Preis um genau das zu machen und dabei zu sein. Was alles hier zu beobachten ist, das wird in künftigen Niederschriften noch ausführlich dargestellt.

Der Lord also lebt noch in dieser kränkelnden Welt. Er Arbeitet dort, verdient sein Geld und konsumiert. Er sieht es als Luxus, genau das zu können. Aber wird das immer so weiter gehen? Steht uns unbegrenzt auch künftig alles zur Verfügung? Muss es das? Brauchen wir das?

Vieles darin ängstigt ihn oder stößt ihn ab. Wie genießt er dann immer das Heim-kommen auf sein Gut in seiner Welt. Und irgendwie fühlt es sich immer mehr so an, als wäre seine Welt langsam am Verschwinden aus der anderen Welt. Sie verblasst mit ihm und den anderen Gleichgesinnten. Sie sind überstimmt und nicht mehr gefragt.

Werden sich die Zeiten ändern? Die Welten wieder zueinander finden?

So schlimm findet er das gar nicht, sieht er doch eher den Untergang der anderen Welt. Es werden wieder Zeiten kommen, die anders sind. Mit bewussteren und natürlicheren Menschen, Gedanken und Werten. Vieles aber, das dann willkommen und benötigit wäre in Haus, Hof und Küche wird verloren sein. Vergessen und so weit entfernt, dass die Menschen sich nicht einmal vorstellen, dass es so etwas gibt. Schon heute wissen manche Menschen nicht, das Chicken-Wings die Flügel von getöteten Vögeln sind, Hühnern genau genommen. Milch kommt von der Kuh und zwar nur Milch. Niemals lactosefreie, fettarme oder gar Sojamilch. Für das Steak, das einen Mann zu einem Mann macht, muss eben ein Tier sterben. Dass es qualvoll leben und sterben muss, ist aber nicht vorausgesetzt. Aber wer interessiert sich heute schon dafür? Angesichts solcher Allgemeinplätze, wer will da noch wissen, dass Brot aus Sauerteig gemacht werden kann, den jeder aus dem Nichts zaubern kann. Dass dadurch Aromen entstehen und eine Konsistenz im Brot, die niemand mehr kennt.

Früher haben die Mütter und Hausfrauen aus einfachen, unverarbeiteten Lebensmitteln im Alltag köstliche und nahrhafte und gesunde Mahlzeiten zubereitet. Generation für Generation seit Jahrtausenden hat überlebt und gelebt. Man hat verwertet, was man von der Natur und der Arbeit seiner Hände geschenkt bekam. Man hat konserviert für die im jährlichen Rhythmus normalen schlechten Zeiten im Winter. Unvorstellbar viele Techniken und Methoden haben die Menschen dazu entwickelt und bis zur Perfektion verfeinert.

Altmodisch ist das und nicht mehr zeitgemäß. Vergessen soll es werden. Kauft industriellen Müll zum Essen, das ist einfacher und der andere Aufwand lohnt nicht, wird einem überall vorgegaukelt. Schlimm ist, dass die Menschen das so verinnerlicht haben und es selbst weiter predigen. Und vergessen ist es, gestrichen aus den Köpfen. Vermissen tut es heute auch noch niemand. Und das in wenigen Jahrzehnten, in denen wir eben mit dem Überfluss leben und aufgewachsen sind. So wie wir unser Essen aus der Hand geben haben, outgesourct an die Industrie, so haben wir auch unser Leben und Selbst-Bewußtsein aus der Hand gegeben. Verantwortlich sind die anderen. Für alles und auch für uns. Das hat aber keine Zukunft, das kann nicht so weiter gehen. Das kommt auch wieder einmal anders.

Hoffentlich kommt es, dass der Bezug zur Natur und den natürlichen Nahrungsmitteln wieder aufersteht. Hoffentlich kommt das dann nicht zwangsweise durch Katastrophen globalen Ausmaßes, wie in amerikanischen Filmen gern dargestellt. Hoffentlich kommt es nicht wieder durch Not und Angst durch Kriege rund um die Welt, dem Zusammenbruch der Zivilisation, die sich selbst auslöscht. Hoffentlich kommt es durch ein Bewusstwerden in den Köpfen der Menschen.

Der Lord sammelt, erprobt und schreibt das nieder, was sonst verloren geht

Möglich ist diese Rückbesinnung, diese alte und doch so neue Denken und Handeln. Der Lord hat es an sich selbst erfahren. Wie deutlich der Unterschied doch ist zwischen Natürlichem und Künstlichen, wie sehr es einem oft ekelt vor dem Industriellen, wenn man die Qualität des Natürlichen erst einmal zu schätzen lernte.

Dass das mit ein wenig Aufwand, oft aber mit weniger Einsatz als befürchtet, jedem möglich wäre, das will er zeigen und vorleben. Techniken und Methoden erprobt er, gibt sie weiter, dass sie nicht verloren gehen und vergessen werden. Neugierig will er sie machen die Menschen, die noch, wie er vor langer Zeit, im städtischen Rhtyhmus Leben, nein existieren, und sich treiben lassen und getrieben werden. In deren Welt die sich weiter von der Welt des Lords entfernt, mit den Nebeln dazwischen. Aber müssen sich die Welten entfernen? Können sie sich nicht annähern, wieder zu einer werden. In der die Welt, ihre Bewohner und Ressourcen geschätzt, statt zum vermeintlichen Wohle ganz weniger ausgebeutet und getötet werden? Noch glaubt der Lord, dass es möglich ist und will seinen Teil dazu beitragen. Vorleben will er und hofft, dass es Menschen gibt, die sich ihm anschließen. Vielleicht ein wenig, nur hier und da oder nur zeitweise. Alles wäre ein Gewinn für alle. Und das sind doch schöne Aussichten.

Bleibt also neugierig, der Lord wird sich immer wieder melden mit seinen Gedanken und Vorstellungen oder Wahrnehmungen. Was die angesprochenen anderen, technischen Dinge betrifft, so findet sich in den beiden Blogs im Internet (gern genutzter Vorteil der heutigen Welt, denn nicht alles ist immer schlecht dort) jede Menge, das ständig erweitert wird. Wer ist bereit zum Probieren, testen, Nachmachen?

5 Antworten auf „Der schwarze (Johannisbeer)-Lord stellt sich vor“

  1. Was für ein schöner und tiefsinniger Text, lieber Achim! Ich habe wie Du, noch eine winzige Hoffnung, das die Rückbesinnung in den Köpfen der Menschen stattfinden könnte. Vielleicht kann man heut noch nicht sagen #wirsind mehr, aber wir werden mehr und das ist schön. Das mag ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Es nicht zu tun und zu resignieren, wäre verkehrt. Im Hortus-Netzwerk haben wir einen Spruch: Machen ist wie wollen, nur krasser!
    Würden viele nicht nur reden, was man machen könnte, sondern mal bei sich anfangen mit der Umsetzung, wäre viel gewonnen.
    Mach weiter so!
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Genau, Karen, die Hoffnung gibt der Lord auch nicht auf, er hat schon davon gehört, dass „wir mehr werden“, in seiner Welt ist das leider noch nicht der Fall, da ist er noch Einzelkämpfer, aber er geht weiter seinen WEg und hier im Netz weiß er , dass er auch gesehen wird und vielleicht hier und da eine Anregung geben kann. Eines stimmt schon, und das regt den Lord im Internet ganz besonders auf gerade auf dem sozialen Netzwerk in der blauen Farge mit dem großen f am Anfang. Wenn er da was schreibt, wie er vielleicht dieses oder jenes konserviert, Marmelade macht, oder zu leckerem Essen kocht, dann kommen da immer die 100%igen, die Besserwisser, die die aber keine praktische Erfahrung haben und sagen, dass durch das Kochen (von Hagebutten, da war es konkret) die ganzen Vitamine kaputt gehen, dass meine Marmelade also schlecht ist (also was? aufs Brötchen den Winter über ein paar frische Hagebutten legen?) wenn er langsam gegorenes herrliches Sauerteig-Vollkornbrot postet, kommen die Kommentare, wie unendlich ungesund Weizen ist, wenn er im Garten die Raupen vom Weißkohl abklaubt und tötet, ist das fürchterlich, die haben auch ein Recht zu leben und und und . Kennst du dieses KOmmentare? Da wäre oft selber machen und anfangen besser als nur zu lamentieren. Zum Beispiel, ja Vitamine gehen beim Marmeladekochen kaputt. Aber wieviel besser ist es eine Marmelade mit natürlichen, gesammelten Hagebutten und wenig Zucker zu machen und zu essen, wie viel gesünder (immer noch) und wertvoller für die NAtur und Umwelt ist es, als zum Beispiel kunstgedüngte, überzuckerte Marmelade zu kaufen, Nutella zu essen oder Kunsthonig etc. Die verstehen nicht, dass es in allen Dingen besser ist weniger aber gemacht, als viel und nur gedacht, oder dein Spruch, der echt gut ist. Also machen wir weiter unser Ding, freuen uns an unseren privaten Erfolgen und wenn wir hier und mal jemand finden, der das auch so macht. Dann werden wir langsam mehr und mehr werden.

      Liebe Grüße, der Achim

  2. Schön geschrieben und dachte ich mir auch schon … mit dem schwarzen Lord. 🙂
    Es ist schon verrückt in unserer Welt/Zeit – aber auf dem Land eist auch nicht alles besser, weil die meisten Leute auf dem Land kein Landleben leben. Sie hetzen genauso oft in und in der Stadt herum, wie die Städter. 😉 Und dann die Meinung der Anderen …. da hatte ich gestern ein „nettes“ Gespräch, alles richtet sich nach dem, was „die Leute“ sagen … ist doch furchtbar, oder? Wenn man selber nicht einmal mehr weiß, was man will – wozu haben wir denn unseren Kopf? Mainstream kann schließlich jeder …. aber den Individualismus zu leben, ist anstrengend, gell! Da laufen viele eben lieber mit. Da ist vieles in den Köpfen derart verankert, wehe, wenn es da mal ein Erwachen gibt, wie schmerzvoll muß DAS sein!!!

    Ich denke auch, manches stirbt nicht aus — vor ein paar Jahren, als ich mit diesen Blogs hier anfing, war ich ganz gerührt, dass es z.B. wieder viele, auch junge, Frauen gibt, die gerne handarbeiten. Dachte schon, das sei ausgestorben …. die waren teils richtig altmodisch mit ihren Grannies … jedenfalls hätte meine Generation das irgendwann „zu altmodisch“ empfunden … und handarbeiten – wer setzt sich denn noch lange hin, das war mal im vorvorigen Jahrhundert, als die höheren Töchter dazu verdonnert wurden … 😉 Es ist aber auch schön, wenn altes Handwerk wieder und weiter gepflegt wird!

    Mit den Katastrophen hast Du schon recht. Ich glaube kaum, dass der Mensch freiwillig umkehren wird. Das tat er immer nur aus Not. Und so ein paar Alternativlinge nützen da leider nichts, wenn die Masse es weiter so macht wie bisher … die Katastrophen, auch was das Wetter betrifft, nehmen ja sichtbar zu … so können wir uns leider nur wappnen. Zum Glück leben wir in einer Gegend, die kaum unter den heute bekannten Bedingungen überschwemmt oder von Erdbeben heimgesucht werden kann … aber es gibt ja noch GANZ andere Gefahren … undichte Atomkraftwerke … Tschernobyl hatte es bewiesen … denken wir lieber nicht drüber nach und tun unser Bestes, was wir können!

    Hast Du Deinen Kochblog eigentlich umbenannt? Wegen des Links im neuen/alten Profil (Google+ hast Du ja abgeschafft – hattest Du dann eigentlich noch Zugriff auf Google Photos oder das Foto-Archiv, wo ja die ganzen Bilder hochgeladen wurden?

    Liebe Grüße
    Sara

    PS: Ich bekomme übrigens nie eine Benachrichtigung, wenn Du auf meine Kommentare hier antwortest. Bei WordPress kann man das einstellen, bzw. müßte hier unten ein Feld zum Anhaken erscheinen, dass man den Kommentar abonnieren möchte, was ich immer sehr praktisch finde.

    1. Hallo Sara, nun ausssterben vielleicht noch nicht. Aber es verschwindet von der Bildfläche und man muß viel suchen. Ich weiß es, seit ich mit dem Konservieren anfing. Da muß man viel von vielen Stellen zusammentragen. Gedruckte Bücher, die brauchbar sind, sind da auch sehr rar. Dafür sind die, die gut sind, wirklich ausnehmend gut. Aber die muß man dann eben erst mal zufällig finden. Daher sammle ich ja das ganze Zeugs, auch wie man mit dem Gemüse einfach kocht (ist auch so ein verschwindendes Moment) hier im Blog.
      Übrigens Handarbeiten ist, bei etlichen Frauen, die ich hier im Ort kenne sehr beliebt. Was die Häkeln, Stricken oder Sticken ist bewundernswert. Die haben das echt drauf, gehen auch auf Messen dazu, ja auch diese gibt es. Solche Dinge müssten nur viel mehr wieder publik gemacht werden. Schade , dass niemand von denen darüber einen Blog schreibt. Das wiederum ist so gar nicht deren Welt. Die sind eher vollkommen in der Welt vom Lord 😉

      Ich verstehe nicht, was du mit Kochblog umbenennen meinst. Habe ich etwa was verändert und wollte es gar nicht? Nein der Kochblog ist achimsgartenzumessen.de. Google+ Profil habe ich nach wie vor, bis es eben abgeschaltet wird. Und mit den Kommentaren ist das so ne Sache. Selbst im eigenen Blog merkt man das gar nicht so, aber du hast absolut recht, so eine folgen-Funktion muß eigentlich her, verfolge ja auch meine Kommentare und die Antworten in den anderen Blogs über diese Mailfunktion. Aber ich habe jetzt lange gesucht und geschaut, habe keine Ahnung, wie ich das in WordPress intergrieren kann. Ist es ein Häkchen? Ein Plugin? OH weh, diese Technik, da muß ich mich irgendwie mal schlau machen. Danke aber für den Hinweis, denn das ist wirklich wichtig, finde ich.

      Liebe Grüße der Achim

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