Der schwarze Lord – ein Klassentreffen oder wie ein Hochbeet gegen das Garteln hilft

Ein paar Minuten angeregten Gespräches auf einem Klassentreffen. Oder: wozu zum Teufel ist so ein Hochbeet nur gut?

Ein Klassentreffen mit Menschen vor oder nach der midlife-crisis

Irgendwann erwischt es doch jeden und dieses mal eben ihn. Der schwarze (Johannisbeer-)Lord ist auf einem Klassentreffen. Was ist aus all den Jungs und Mädels von damals wohl geworden? Es gibt Professoren und Doktorinnen, er ist umgeben von Managern oder „Gelegenheitsarbeitern“, ein Priester ist dabei, die eine oder andere Ehefrau- und Mutter, eine vom Leid und schwerer Krankheit geprägte bedauernswerte Person und sogar Beamte sind im Saal.

Manch einen er-kennt man nicht wieder und andere kommen einem vor, wie aus der eigenen Familie. Sieht man sie doch regelmäßig abends am Sofa über die Bildschirmfläche des TV-Gerätes flimmern, sofern man das richtige Programm gewählt hat.

So unterschiedlich die Lebensläufe der anwesenden, ehemals jungen Abiturienten auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam. Sie haben eine ganze Strecke ihres Lebensweges hinter sich. Genau genommen haben sie nicht einmal mehr die Hälfte vor sich, liegt doch bereits mehr als die Hälfte hinter ihnen.

Mit allen bis heute gesammelten, erlebten oder durchlebten Erfahrungen erwacht in dem Einem oder der Anderen ein Bedürfnis, sich wieder mehr der Natur, dem Leben, ihrer Umwelt und dem Seelenwohl zu zu wenden. Erste Zipperlein geben den Anlass, sich bewusster mit der Ernährung zu befassen. Was kommt auf den Tisch, wo kommt es her, was steckt drin und was gibt es Körper und Geist?

Ein Punkt im Leben, an dem manch einer das erste Mal im Leben seine Finger in Mutterde – zumindest aber Blumenerde- steckt.

Geerntet werden Tomaten , Radieschen, Salat, Krätuer, Kürbis oder Paprika in Kübeln, Kästen, Paletten und sonstigem urban-gardening Equipment.

Und plötzlich erwacht die Lust auf selbst angebautes Gemüse.

Bislang einhundert prozentig theoretische Wissenschaftlerinnen ergattern sogar manchmal am Rande der großen Stadt einen kleinen Schrebergarten.Sie sind jetzt ganz vorne mit dran und hip. Sie ringen ihm immer wieder leckere Ernten ab. Weil die Natur ihnen das eben auch immer wieder einmal gestattet, werden sie übermütig und wollen der ganzen Welt und jedem, ob gefragt oder nicht, beständig ihre immensen monatelangen Erfahrungen als erfolgreiche Gärtnerin erzählen. Der Lord grinst ein wenig, landadelig erhaben, in sich hinein und stellt sie sich vor, die bis zum Horizont reichenden Bücherreihen in seiner Bibliothek, gefüllt von seinen Werken, die er veröffentlicht hätte haben können. Würde auch er über jede erfolgreich geerntete Tomate oder verarbeitetes Gänseblümchen so ein Textwerk angesichts seines unfassbaren Erfahrungsschatzes darüber verfassen, wäre die Reihe der dicht an dicht sich drängenden Buchrücken wirklich fast unüberschaubar.

Oh ja, da ist er ja, dieser bewundernswerte Mr. Blackcurrant, der Landlord mit Selbstversorgung und riesigem Garten ums Landhaus mitten in einem beschaulichen Dörfchen. Man hatte ja schon von ihm gehört und gelesen. Da wird gestaunt, wenn er berichtet, ungläubig geblinzelt und gefragt. So viele unbeantwortete Fragen schwirren sofort in den städtischen Nahrungserzeugern.

Wenn es um den Garten geht, geht es eigentlich ums Hochbeet.

„So einen großen Garten hast du und baust alles Gemüse selbst an. Wow, dann hast du sicher eine ganze Reihe toller Hochbeete“ überlegte eine der Mitschülerinnen im Angesicht unseres Lords.

Er versteht die Frage nicht ganz, denn „nein, ich habe kein Hochbeet. Ich wohne ja nicht in der Stadt und muss umständlich in einem Blumenkasten meine Pflanzen ziehen. Ich habe das Glück, mit echtem Boden beschenkt zu sein und bin froh, mir diese Mühe mit so einem Konstrukt nicht machen zu müssen. „

„Direkt in den Boden stellst du deine Gemüsepflänzchen?“ fragt eine andere Interessierte, mit Gartenambitionen. „Geht denn das? “ „Doch eher nicht“, meint die Dritte. Eine Frau mittleren Alters mit Häuschen am Stadtrand und kleinem Garten. „Also mir wäre das zu riskant und zu anstrengend und zu natürlich“ schnattert sie darauf los „Ich würde jedenfalls schon seit Jahren so leckeres Gemüse in unserem Garten anbauen, wenn mir mein Mann nur endlich mein Hochbeet bauen würde. Aber der Herr liegt ja lieber auf dem Sofa, als sich um unsere gesunde Ernährung und die Nachhaltigkeit zu kümmern. “

Der Lord ist jetzt wirklich verwundert über die Gedanken der Städterinnen. „Warum machst du dir nicht ein Beet und fängst einfach an mit dem Gemüseanbau. Du hast einen Garten direkt am Haus, ein Paradies von dem viele ihr Leben lang unerfüllt träumen? Du könntest schon so viel Gemüse nachhaltig und einfach erzeugt haben. Warum willst du deinem Mann beim Erbauen und Erhalten diese unfassbaren Mühen aufzwängen. Vielleicht auch noch deinen Söhnen, ihnen damit fürs ganze Leben den Spass und die Freude, die Begeisterung für eigenes Gemüse und Obst nehmen. Sie durch deinen erzwungene Gartenbausklaverei ein einen Gartenschock treiben? „

Fast als würde das alles hier nicht im echten Leben sondern bei Facebook statt finden, kommt der Noch-nicht-Gemüsebauerin sofort und ungefragt eine andere Gartenbegeisterte wortreich zur Hilfe. „Also wir sind ja nicht mehr die jüngsten, so wie du wohl auch mein lieber Lord, wir müssen auf unseren Rücken achten. Ein Anbau im Boden ist da undenkbar. “ Der Lord denkt sich seinen Teil, gerade bei genau dieser Person. Das Problem ist hier eher nicht ihr Rücken, sondern das unfassbare Gewicht, das sie, wäre sie erst einmal unten am Boden beim beim Salat angekommen, auch für immer und ewig dort unten halten würde.

Und wenn es ums Hochbeet geht, geht es eigentlich um den Ehemann.

“ Ist ja schade, dass wir unsere Ehepartner nicht mit bringen durften “ sagte der Lord „sonst hätte ich deinen deutlich jüngern, muskulös-trainierten Adonis von Ehemann respektive Göttergatten ja gerne einmal kennen gelernt. „Göttergatte und Adonis, wie kommst denn da drauf. Mein Mann hat auch lieber einen Bauch vom Fressen, als einen Buckel vom Arbeiten. Seine besten Zeiten sind vorüber. Was soll dein Gerede? “

„Nun“ so entgegnet der Landlord „er muss dir ein Hochbeet zimmern und dann Tonne für Tonne an Gewicht mit Erde auffüllen. Das schafft nur ein gesunder und gestählter Körper. Ich weiß auch ohne Hochbeet, wie schwer Erde sein kann. Und wenn es nur ein Schubkarren voll ist, der einen leichten Hügel hinauf geschoben werden soll. Also ich glaube ja, dein Hochbeet wäre nur für dich rückenschonend, nicht aber für die Menschen in deiner Nähe. “

„Ach“ so wird die Hochbeetbegeisterte schon etwas zurückhaltender „das muß halt einmal gemacht werden, dann ist es geschafft und wir können endlich Biogemüse in unserem Garten anbauen, wozu haben wir ihn denn sonst?“

Diesmal äußert sich ein ehemaliger Mitschüler, der ist Ehemann und Göttergatte so einer Hochbeetlady. „Frage nicht, bis ich erst mal eine Bauweise gefunden habe, die zum Geschmack meiner Holden passt. Naja wir Männer halt mal wieder. Ist drinnen immer alles schäbig, ne wie betont sie es immer? irgendwie shabby oder so. Jedenfalls ist das neue Zeugs schon abgenutzt und kaputt. Ich dachte, ich mach ihr eine Freude mit dem Hochbeet zum Muttertag. Du meine Güte, wer ahnt denn, dass just hier so rein gar nichts krumm und schief oder gar abgenutzt aussehen darf. Die Arbeit jedenfalls war für die Katz….“ “ Und jetzt? Hat sie nun ein Beet oder nicht?“ Dem armen Ehemann ist die Enttäuschung über sein gut gemeintes Hochbeet noch nach Jahren in das Gesicht geschrieben. „Ja sie hat eines, aus dem Katalog, das nur zusammengebaut werden musste. Aber das war ja erst der Anfang“.

Wie das Hochbeet dem Rücken schadet.

„Anfang? Erzähl, was war dann? Wuchs das Gemüse nicht?“ In eindrucksvoll pantomimischer Arbeit erläuterte der geschädigte Göttergatte jetzt, wie er drei Kubikmeter feuchter Gartenerde, geliefert im Frühjahr vor ein paar Jahren, mit Schaufel und Eimern in den riesigen Blumenkasten einfüllen musste. Alles über die ein Meter hohe Bordwand heben!

Die unten am Boden verteilten Abfälle vom Frühjahrsschnitt der Hecke und Bäume, schienen am Volumen nichts zu ändern. „Drei Kubikmeter Erde sind über vier Tonnen an Gewicht. Am Ende schoss die Hexe mir noch in den Rücken und ich konnte nicht einmal mehr die Gerätschaften aufräumen. Da war sie natürlich alles andere als begeistert.“

„Aber endlich habt ihr doch frisches und gesundes Gartengemüse, oder?“ „Klar“, wirft er ein wenig lästerlich ein. Gottseidank sind die Partner heute ja nicht dabei denkt er „Ihr Rücken wird geschont. Obwohl, wenn ich es genau bedenke, stöhnt sie noch immer über Rückenweh und sie muss sich so weit vorbeugen, um im Beet zu arbeiten. Ach und dann ihre Schultern! Schon lange klagt sie über einen verspannten Nacken und diese Schmerzen in der Schulter. Ich hätte ja auch gleich drauf kommen können. Denn, wie, so frage ich euch, hebt man 10 l frisches Gießwasser aus der Regentonne so hoch, dass man ein Hochbeet mit ein Meter Höhe gießen kann? Und das mit kaputter Schulter und HWS-Syndrom? In derart trockenen Sommern glaubt ihr nicht, wie viele Gießkannen so ein Hochbeet täglich verschlingt!“

Hier hat jetzt der Lord eine Lösung und spricht für das Hochbeet „dann soll sie halt den Gartenschlauch nehmen, der ist nicht so schwer, wie Gießkannen. „Ach weißt du“ kommt es wieder aus einer anderen Ecke “ so ein Gartenschlauch führt ja teures Leitungswasser und er besteht zudem aus Kunststoff. Wir wollen eigentlich unseren Garten nach Permakulturprinzipien nachhaltig und umweltfreundlich bearbeiten. Da kommt nur Regenwasser aus der Tonne in Frage. Mein Mann wollte schon eine Pumpe installieren, aber der denkt ja überhaupt nicht. Die läuft mit Strom und der ist unfassbar teuer, da könnte ich auch gleich Leitungswasser bezahlen. Zudem wollen wir im gesamten Haushalt Energie sparen, da wird er mir wohl doch die paar Kannen Wasser von Hand ins Beet gießen können. Früher mussten sie schließlich alles Brauchwasser von Hand transportieren…“

Das Hochbeet als Mittel gegen das Gärtnern.

Der Lord versteht immer noch nicht den Sinn von Hochbeeten und schaltet sich wieder ein. „Wenn ihr mich fragt, sind das alles wieder nur Beweise, dass so ein Beet die Freude am Garten der ganzen Familie zerstören kann. Kein Wunder, wenn jeder Ausreden vorschiebt, um nicht im Garten sein zu müssen. Gibt es denn gar keinen Nutzen, außer dem, dass auch die Hausherrin immer eine Ausrede parat hat, nichts im Garten machen zu müssen. Schließlich machen ihre Männer nicht das, was sie sollen und so ist ihr ein Gemüseanbau schließlich unmöglich. „

Die Wissenschaftlerin mit dem neuen Schrebegarten schaltet sich ein. “ Doch natürlich gibt es Vorteile, die für ein Hochbeet sprechen. Eigentlich hat es nur Vorteile. Denkt doch einmal an die Rückenschonung…“ Alle an der Diskussion Beteiligten verdrehen genervt die Augen.

„Ok, und was ist mit der viel früheren Erwärmung der Erde durch das Verrottende Material am Boden der Box, den auf die Seitenwände scheinenden Sonnenstrahlen, die beizeiten im Jahr die Erde im Beet erwärmt. So kann man wesentlich eher anbauen und dann ernten.“

Gut auswendig gelernt, denkt sich der Lord mit seinen Praxiserfahrungen und daher weiter reichenden Gedanken. „Die Sonne scheint aber nicht nur im Frühjahr auf die Wände, sondern auch im Sommer. Die sind seit Jahren unerträglich heiß mit unvorstellbarer Sonnengewalt vom wolkenlosen Himmel. So jedenfalls bei uns im Garten. Ich isoliere schon die großen Kübel der Palmen, damit die Sonne sie nicht zu sehr aufheizt. Das macht sie dann auch mit dem Hochbeet. Dem Bodenleben gefällt das nicht so sehr und vor allem braucht es dann ja noch viel mehr Wasser. Versickert das Wasser in so einem, durch das Gestrüpp am Boden hervorragend drainierten System nicht schneller, als man nachgießen kann? Und überhaupt das Gestrüpp am Boden verrottet und so sackt doch alles nur noch verstärkt ab. Um diese Erdmenge wieder auf zu füllen müsst ihr sicher mehr als ein Jahr an eure Männer hinreden, die noch die erste Füllung mit Schmerzen erinnern. “

Wenn man noch früher anbauen möchte müsste man einen Zeitsprung machen

Da meldet er sich schon zu Wort der schmerzbeladene Hochbeetfüller. “ Meine Frau baut ab April Salat und Radieschen im Hochbeet an. Ich weiß jetzt nicht, ob das früh oder noch früher ist. Bei uns ist es eben so. “

„April?“ quieckt der Lord, weil er sich vor lauter Amüsement doch glatt an seinem Bier verschluckt hat. „Im April baut sie Salat an? Also jetzt werde ich dir mal sagen, wie das bei mir im April, ganz ohne Hochbeet aussieht. Im April habe ich monatelange Salaternten hinter mir. Ich ernte im Frühbeet und Gewächshaus den ganzen Winter und bis Weihnachten im Freiland durch frisches Grün. Gesät wird das zum Teil im September oder Oktober. Nun sag mir mal, wie das noch verfrüht werden soll. Dann wäre ich ja schon im vorhergehenden Frühjahr und würde irgendwie einen Zeitsprung machen. Nun Im April ist im Gewächshaus so weit alles Abgeerntet und ich bereite den Einzug der Tomaten vor. Im April stehen die Beete im Freiland schon voll mit Knoblauch, Zwiebeln, Möhren, Radieschen, Kohlrabi, Kohlsorten, Spinat. Soll ich weiter erzählen? “

„Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Mir wurde erzählt man kann nur Gemüse anbauen, wenn man ein Hochbeet hat.“ sprach er. “ Aber gut, du hast ein Gewächshaus und Frühbeete“. „Ja“ erwidere ich, eines meiner Frühbeete ist eine Billigerwerbung aus dem Resteverkauf im Baumarkt im Herbst. Absolut billig und das allein langt schon aus, um auch ohne Hochbeet, den ganzen Winter Salate zu ernten. Man muss eben nur einfach anbauen und nicht irgendwelche Ausreden vorschieben. Übrigens so ein billiges Frühbeet kannst deiner Frau auch auf ihr Hochbeet stellen. Das bringt einiges an Verfrühung. „

Probleme wohin man auch nur denkt beim Hochbeet.

Der Lord wollte gerade noch die eine oder andere Frage zum Hochbeet stellen. Je mehr er darüber nachdenkt, desto mehr Probleme sieht er. Wie kommen etwa Igel und Krötten hoch ins Beet, um die leckeren Schnecken verspeisen zu können? In seine Beet krabbeln sie mühelos rein und raus. Er sieht sie dort auch regelmäßig. Oder die Frage, wie man wohl Tomaten und Stangenbohnen im Hochbeet erntet, wenn die Basis der Pflanzen von vorneherein schon einen Meter über Grund ist. Kann da überhaupt von unten die Bodenfeuchte aufsteigen, die die Erde feucht hält und das Gießen reduziert. Aber diese Fragen können hier wohl sowieso nicht erörtert werden. Nur eines wollte er noch wissen. „Mit was füllst du eigentlich jährlich die abgesackte Erde nach? Bekommt man Bio-Gartenerde im Baumarkt oder beim Gärtner zu kaufen? “ „Ach du, das mache ich mir mittlerweile einfach, “ antwortet der Ehemann lapidar „im Baumarkt gibt es bei der Blumenerde auch ein Sortiment an Hochbeeterden. Da besorge ich ein paar Säcke und fülle sie ein. Schon könnte SIE wieder loslegen mit Salat“.

Jetzt schaltet sich der ehemalige Biolehrer ein, der ist traditionell auf allen Klassentreffen dieses speziellen Jahrganges anwesend und bekam erst jetzt mit, dass es um ein Bio-Thema ging. „Hör ich recht, “ er räuspert etwas dabei „Kunststoffsäcke voller Hochbeeterde jedes Jahr? Und beim Rewe verzichten ihr sicher auf Plastikbeutelchen zum Möhren-Wiegen, der Umwelt zuliebe. Und dann überhaupt, diese Fertigerden, die bestehen noch immer zu großen Teilen aus Torf. Ganze Landstriche, Lebensräume über Jahrtausende gewachsen, werden hier für immer zerstört, nur dass deine Frau das Gemüse einen Meter über Normalnull anbauen kann?“

Es gibt wahrlich leichter verdauliche Kost als das Hochbeet-Thema

In dem Moment, als er Luft holen wollte ertönte die Stimme das Klassensprechers von vor Jahrzehnten. „Das Buffet ist hiermit eröffnet“.

Du meine Güte, wie war da wohl nicht nur der Lord erleichtert. Und das nicht ausschließlich, weil der Hunger langsam kam. Während des Essens blieb genug Zeit, sich ein leichter zu verdauendes Gesprächsthema für die Stunden danach bereit zu legen.

Wenn heute Abend noch einmal jemand was von eigenem Gemüse sagt, fange ich an zu schreien, schwor sich der Lord. Dann schob er das erste, vom köstlichen Dressing benetzte, Blatt frischen grünen Salates in den Mund.

16 Antworten auf „Der schwarze Lord – ein Klassentreffen oder wie ein Hochbeet gegen das Garteln hilft“

  1. Lieber Achim,
    oje, ich hab ja auch zwei Hochbeete. Aber die sind randvoll mit
    eigenem Kompost und Erdaushub, der hier bei einem Hausbau im Ort
    angefallen ist, gefüllt. Nachgesackt ist da zum Glück noch nie was.
    Und das war mehr so eine Maßnahme, um meinem Mann noch ein paar Quadratmeter extra von seinem Fußballfeld abzuluchsen 🙂
    Hat ganz gut geklappt.
    Ihm hats aufbauen zusammen mit den Jungs zum Glück Spaß gemacht und ich hab mehr Platz. Aber es gibt wirklich viele Nachteile. Man muss wirklich, wirklich mehr gießen. Logisch – die Dinger trocknen sonst total schnell aus.
    In ein – zwei Jahren, wenn der Kleine seinen Spielturm (der genau daneben liegt) nicht mehr braucht – will ich alles einebnen und hab dann gleich eine größere Fläche für ein großes Gemüsebeet.
    Ja – hier wird leider um jeden Quadratzentimeter gefeilscht 🙂
    Meine Männer sind da immer zu dritt gegen meinen Gartenwahn 🙂
    Jedenfalls mit ausreichender Gießerei wächst so einiges. Natürlich die leckeren Winterheckenzwiebeln, Schnittlauch, Monatserdbeeren und später Mangold, Radieschen, Zuckererbsen, Rucola und Spinat. Mit deinem Gemüsegarten kann ich aber nie mithalten, ich hab einfach zu viele Rosen 🙂
    Liebe Grüße von Urte

    1. Hallo Urte, dein Kampf um jeden Zentimeter Garten wäre sicher auch eine gute Vorlage für ein Lord-Gespräch mit, sagen wir der Landfrauengruppe oder ähnlichem Griiiiins.
      Ne mal im Ernst, da ist nichts nachgesackt? Das verstehe ich jetzt nicht. Habe ich doch selbst in meinem Erdbeerfass dauernd und dauernd das Problem gehabt, dass es nie voll blieb, sondern unentwegt die Erde sackte (Gartenerde,keine gekaufte Erde) und die oberen Erdbeeren unten im Fass wachsen mussten. Jetzt habe ich es geleert, weil ich es für ein anderes Projekt brauche und keine Erdbeeren mehr darin waren. Die Erde unten im Fass war betonhart zusammen gepresst .Hier muß ich mir beim nächsten Befüllen unbedingt etwas anderes (kein Torf, eher irgendwas nachhaltiges und ökologisches) einfallen lassen. Und ich kann mit deinen Rosen nie mithalten. Hier knallt einfach die Sonne zu arg glaube ich, zumindest wohl für die Sorten, die ich habe. So richtig Spass machen sie alle nicht. Nur der Rambler am neuen Rosen-Schirm verspricht toll zu werden.
      Liebe Grüße, der Achim

    1. Daaaaankeschön Steffi,

      ja ja diese Klassentreffen…. Wer weiß, ob der Lord wirklich dort war, oder ob er das sich nur so ausgedacht hat, wie es sein könnte und dann erst gar nicht hin ist? Fakt ist aber die Personen sind echte Personen und der Biolehrer ist ebenfalls real, was soll ich sagen sogar ein reales Klassentreffen gab es im vergangenen Herbst…. mehr kann ich aber dazu nicht sagen 😉

      Liebe Grüße und ein wundervolles, sonniges Herbstwochenende im Garten, egal ob über oder wie manche deiner Mitbewohner unter der Erde, der Achim

  2. Hallo Achim,
    ich habe immer noch ein Schmunzeln im Gesicht vom Lesen über dein Klassentreffen.
    Als wenn ich mit dabei gewesen wäre….. Herrlich!!

    Hochbeete haben sicher ihre Berechtigung im Garten, aber für viele ist es zur Zeit auch ein Modetrend. Obwohl ich auch sagen muss, das ich sie in der Gestaltung oft sehr schön finde. Ganz gleich ob aus alten Materialien oder neugebaut.
    Bei uns im flachen Münsterland ist eine zweite Ebene im Garten einfach auch mal schön.

    Bei normalem Bodenverhältnissen habe ich das Gemüse aber auch lieber direkt im Boden stehen.

    Dein Aspekt mit dem Wasser und der Erwärmung in den heißen Sommermonaten habe ich so bis jetzt nicht auf dem Schirm gehabt….. danke für diese Gedanken. Das werde ich jetzt in der Planung mehr beachten.

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Hallo Barbara und jetzt muß ich schmunzeln. Ein Hochbeet als Gestaltungselement und Hügel- und Bergeersatz? Köstlich, das natürlich können wir hier im Süden nicht unbedingt nach voll ziehen. Aber gut, ich kenne auch so Fotos Gärten mit Hochbeeten, wo aber der Garten auch bewußt und vor allem gekonnt gestaltet ist und die Hochbeete dann auch toll aussehen. Dem Lord glaube ich, geht nur dieser übertriebene Hype gegen den Strich bei dem die beteiligten Ladys wohl wirklich überzeugt sind, sie können nur gärtnern, wenn sie ein Hochbeet haben. Das wird dann eh nichts, weil da nicht wirklich das Gärtnern im Vordergrund stehen, sondern das „dazugehören“ und „auch haben müssen“, weil die Nachbarin oder Freundin oder die bloggerin das hat. Ein Wühlmausgitter hätte ich auch manchmal gern unter meinen gesamten Gemüsebeeten. Nur da nütztes drunter ja auch nicht viel, weil sie da ja von oben in den Boden graben. Aber die Wühlmäuse bekomme ich schon auch noch in den Griff, Hochbeet kommt erstmal keines in meinen Garten.

      Also frohes Gärtnern und reiche Ernte wünscht der Achim

  3. Hallo Achim,
    Du solltest echt Kolumnen schreiben für entsprechende Zeitschriften, hab mich köstlich amüsiert!
    Dennoch muss ich wie Renate, meine 4 Hochbeete (deren Füllung bzw. Neubefüllung ich natürlich selbst erledige und das nicht meinem Mann überlasse) verteidigen. Dort, wo sie stehen, kommt durch den Wald auf der Südseite und Nachbarsheckenpflanzung zur Westseite seit einigen Jahren deutlich weniger Licht am Boden an. Im Hochbeet dagegen schon noch.
    Wir haben hier eine Wühlmausplage. Im vergitterten Hochbeet kann ich wühlmausfrei ernten.
    Wenn mir die Plackerei mit Nachfüllen oder Neubefüllen im Alter mal zuviel wird, wird die Gemüseecke halt an sonnigere Stellen auf Erdniveau verlegt. Habe schon damit begonnen und mir ein neues Beet vom Sonnenbeet abgezwackt 😉
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Hallo Karen, vielen Dank für die Blumen 😉 Naja, nur meist wissen so Zeitschriften so was wie mich nicht zu schätzen. Da ist es einfacher und besser ich publiziere hier in meinem eigenen Medium.

      Wow, das bewundere ich, wenn die Plackerei mit dem Befüllen selbst in die Hand nimmst. Hut ab. gut, so wie du das erklärst, würde wohl auch der Lord einsehen, dass es dieses und jenes Argument FÜR ein Hochbeet gibt, das echt ist und nicht nur ein allgemein immer wieder zitiertes und unreflektiertes Allgemeingut. Ich finde es ja auch sehr bemerkenswert, dass du sogar über eine Zeit nach dem Hochbeet oder nach deinen Möglichkeiten nachdenkst und Lösungen bereit legst. So weit ist natürlich die theoretisch begabte Neu-Gärtnerin vom Klassentreffen noch sehr sehr lange nicht.

      Vielen Dank für deinen Kommentar und schöne Tage im Garen wünscht der Achim

  4. na lieber Achim – da muss ich doch meine Hochbeete verteidigen. Wir leben hier in München auf Kies – Münchner Schotterebene genannt.
    Und das ist wörtlich gemeint. Humusdicke ca. 5 cm, darunter sehr wasserdurchlässiger Kies und Kies und Kies.
    Humus ist hier schneller verschwunden, als ich mit Kompost nachfüllen kann.
    Also hier ist ein Hochbeet wirklich von Vorteil!
    Endlich Gelbe Rüben (also Karotten, Möhren für die nicht-Bayern), die nicht 3-5 beinig sind vor lauter Steinen und endlich lecker, langer Radi, wie es sich für Bayern zum Weißbier und der Brezen gehört.

    Tomaten baue ich natürlich in der Erde an – die kommen mit den Steinen ja gut zurecht. Bohnen, Erbsen, Salate, Radieschen etc. auch.

    Einen Vorteil hat ein Garten im steinigen München – wir haben nur sehr wenig Schnecken und keine Wühlmäuse. Denen ist es hier zu steinig und zu trocken.

    Und meine Staudenbeete auf Kiesboden sind so pflegeleicht, dass ich genüsslich im Sommer in Urlaub fahren kann.
    Nur die Wurzelgemüse und langen Radi – die wollten hier nie gedeihen.

    Liebe Grüße von Renate aus dem Geniesser-Garten

    1. Hallo Renate, was kein Radi und das in München? Ich dachte der wäre dort ursprünglich zu Hause 😉 Aber im Ernst, das mußt dem Lord sagen nicht mir, der ist aber eher wirklich skeptisch gegenüber Hochbeeten und dem Schindluder, was damit getrieben wir. Allerdings kann ich dich gut verstehen, dass Wurzelgemüse in so einem Boden eher kontraproduktiv ist. Und mit den Stauden ist das dann ja ein ganz natürliches Kies-Beet oder? Die passenden Stauden drauf und es sieht toll aus und ist pflegeleicht, das verstehe ich. Ich bin gerade auch am Planen, was mit dem kürzlich ausgebaggerten Vorgartenbereich (siehe Beiträge ) werden soll. Die Pfingstrosen werden nicht mehr rein kommen. Ich liebäugle auch mit eher mediterranen oder Kiesbeetpflanzen. Dort ist Süd-Westhang, der Dorfweiher reflektiert die Sonne und die Hitze dort unten ist unerträglich. Ein Wacholder muß verpflanzt werden, der soll dort hin und einen spanischen Ginster will ich auspflanzen. Wollziest, Lichtnelken und Färberkamillen mag ich sehr. Nur wirklich ein Kiesbeet? Da bräuchte ich hilfreiche Hände, da meine Zeit genau dieses Jahr drastisch gekürzt ist. Also wird es wohl ne Mischung aus Erde mit trockenheitsverträglichen Pflanzen und Steinen dazwischen. Soll ja auch zum dort bestehenden Weinberg passen. Naja so ein Garten macht schon Arbeit genug, da verstehe ich den Lord, wenn er nicht versteht, wie so viele sich die bei ihnen eigentlich unnötigen Mühen (kein Überschwemmungsgebiet oder Kiesuntergrund etc) machen bevor sie richtig loslegen.
      Viele Liebe an dich und deinen Genießergarten aus Franken und dem Sonnen-Garten, der Achim

  5. Hallo Achim!
    Wir haben im Herbst unser erstes Hochbeet gebaut, weil ich endlich mal mehr Gemüse haben wollte. Bisher hatte ich nur Tomatenpflanzen in Kübeln und einen Kürbis auf dem Kompost. In unserem (bisher) reinem Staudengarten, ist es oftmals sehr nass durch hohen Grundwasserspiegel. Das ist natürlich sehr von Vorteil, aber Gemüse kann man in dem Boden nicht anbauen. Nun versuche ich mich ganz jungfräulich an die Gemüseanzucht, Radieschen sind schon mal ausgesät. 😉
    Viele Grüße
    Daniela

    1. Hallo Daniele,
      das muß aber schon mächtig nass bei euch sein, wenn kein Gemüse im Boden wächst. Haben da früher schon Menschen gewohnt? Haben die und wie haben die Gemüse angebaut? Oft bekommt man durch gerade solche Fragen sehr gute Ideen für den eigenen Garten. Vielleicht ist es ja gar nicht so schlimm mit dem Grundwassserhochstand, wenn Stauden dort wachsen. Oder ihr habt entsprechenden Sorten gewählt, das ist bei Stauden tatsächlich leichter als mit dem Gemüse. Viel Erfolg jedenfalls beim Gemüsebauen und reiche Ernten wünscht der Achim

      1. Unsere Gartenanlage ist in einem Überschwemmungsgebiet und darf auch nicht bebaut werden. Momentan steht seit Wochen schon das Wasser im Garten, stellenweise ist mal richtig Land unter. Ich wähle meist schon Pflanzen aus, die es etwas feuchter mögen und habe auch einzelne Beete etwas erhöht angelegt.

        1. Ups, na wer verzapft denn so einen Mist? Eine Gartenanlage an diesem Ort zu planen. Da haste bestimmt nicht viel Freude an Beeten im Boden. Wenn ich mir vorstelle, bei uns ist ein Flüsschen, das seit Wochen die Wiesen drum rum überflutet und dort wäre dann mein Garten? Ich denke, da hätte ich dann nicht mal Lust ein Hochbeet hin zu stellen. Ein Wunder, dass du dann da überhaupt Pflanzen ausser Sumpfdotterblume und Schilfrohr oder so findest, die das mitmachen. Toi toi toi dann für deinen Garten und viel Erfolg mit dem Hochbeet wünscht der Achim

  6. Hallo Achim,
    jetzt habe ich echt was gelernt – ohne Hochbeet KANN man also gar kein Gemüse anbauen? 😉 Da haben ja Generationen was falsch gemacht. Ich denke, Hochbeete haben dann einen Nutzen, wenn der Gartenboden mit irgendwas belastet ist oder sogar versiegelt. Ansonsten sehe ich das wie du: Gießkannen und Erde da hoch zu wuchten belastet den Rücken enorm, nicht das Bücken auf Bodenniveau. Wir Büromenschen haben doch eher Rückenprobleme vom Rumsitzen, in einem normalen Gartenbeet zu gärtnern hilft da wohl mehr als es schadet. Im englischen Sprachraum heißt es Raised Beds und was ich in Kanada gesehen habe, war auch genau das: keine 50 cm hohen Beete, eher niedriger, in Gemeinschaftsgärten – denn das ist dort der Vorteil: Jeder bekommt seine Parzelle und es ist durch die Bretter klar ersichtlich, wo sie endet.
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, das freut mich, dass ich sogar dir noch etwas Neues lernen konnte 😉
      Gut, das Vorteil von Hochbeeten bei belasteter Erde nannte ich nicht. Mir kommt es vor, als wäre das auch eine riesige Ausnahme, dass so was nötig ist. Aber mal im Ernst, was nützt es, wenn drunter belastete Erde ist und dann beim Befüllen wieder nur Billigerde (mit was auch immer drin und TORF) verwendet wird oder Erde vom städtischen Kompost. Möchte nicht wissen, was da wirklich alles drin ist….
      Ich gebe dir absolut Recht, dass das Arbeiten im Boden (ich knie dann immer im Beet) abwechslungsreicher und besser für den Rücken ist, als das halb-gebückte Stehen neben dem eben nicht nach allen Kriterien für Rückenschonung erbauten Beet.
      Und ja die raised beds sind toll, optisch schön, praktisch sehr sinnvoll und man muß keine Erde auffüllen. Sie halten die Erde im Beet und weg von den Wegen und geben allem einen schönen Rahmen. Ich habe ja da ähnlich im Gemüsegarten mit den Beetrabattensteinen um die Beete. Kenne es auch mit einem hochkant gestellten Brett, Baumstämmen oder Balken als Begrenzung.

      Ich hoffe, ich kann dir noch viele interessante Dinge beibringen und grüße bis dahin, der Achim

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