Erste Gartenarbeiten im Waldgarten

Ein neues Jahr ein neues Projekt: mein Waldgarten. Hier wird noch vieles geschehen und die ersten Arbeiten in der Saison sind begonnen.

Mein Waldgarten

Wer meinen Blog schon eine Weile verfolgt, wird wissen, dass wir neben dem Landgarten beim Haus auch noch ein paar Karpfenweiher -typisch für Franken – bewirtschaften. Nun habe ich mich in den letzten Monaten wahnsinnig viel und ausführlich mit dem Thema Waldgarten beschäftigt. Auch die Dauergemüse, also Gemüse die mehrjährig sind oder sich von allein bereitwillig immer wieder aussähen, sind schon länger ein Interessensgebiet von mir.

Es hat sich ergeben, dass ich ein wenig mehr Zeit für den Garten habe und so begann ich im Spätsommer letzten Jahres bei unseren Weihern eine Fläche für Gemüseanbau vor zu bereiten. Sie ist zwischen den bereits vorhandenen noch sehr jungen Obstsbäumen.

Alles hier, eben wie die weitere Fläche darum, ist eigentlich schon ein Anfang von einem Waldgarten. Ich muss das alles nur noch intensiver und gezielter bewirtschaften.

Zu diesem Thema wird es künftig hier noch etliches zu lesen geben. Ein sehr spannendes Thema und mit sehr viel Potential für eine nachhaltige Zukunft.

Holz ernten

Im Waldgarten geht es ja auch immer darum, was die Pflanzen dem Waldgärtner (und der Natur) bieten. Was kann ich ernten, welchen Nutzen habe ich noch von ihnen.

Unsere erste Tätigkeit heuer und draußen ist wirklich das Ernten. So stimmt das also, dass im Waldgarten schon sehr bald im Jahr geerntet werden kann, während im normalen Garten noch nichts abfällt.

Natürlich ist diese Ernte nicht wirklich etwas für Küche und Vorratskammer. Aber natürlich im Waldgarten eine enorm wichtige Ernte. Es geht um das Brennholz.

Wir haben den Vorteil, dass es dort enorm viele Schwarz-Erlen gibt. Die klassischen Begleitpflanzen für Bäche und Weiher in der Region. Mann muss sie nicht anbauen, um sie ernten zu können. Im Gegenteil, ich bezeichne sie oft genug als Unkraut der Weiher. So zahlreich wachsen sie von ganz alleine überall. Sie wachsen rasch und können in Manier der alten Niederwälder immer wieder geschnitten, also beerntet werden.

Das Holz ist gutes Brennholz. Die Stämme lassen wir nicht zu dick werden und müssen es so nur auf Länge schneiden und meist nicht spalten, dass die Scheite dann in unseren Ofen passen.

Die niedrig gehaltene Erlenhecke um einen der Weiher bringt kein Brennholz. Aber sie liefert im Sommer beim Schnitt immer große Mengen stickstoffreichen Mulchmaterials. Erlen sammeln über die Zusammenarbeit mit Bodenbakterien den Stickstoff aus der Luft, ähnlich der Leguminosen. Ihre Grünmasse ist also auch stickstoffreicher als die anderer Bäume.

Brach-Land kultivieren

Vor etlichen Jahren pflanzte ich hier draußen drei Obstbäume. Zwei Apfelbäume und eine Zwetschge. Näheres dazu und den Beginn meines Waldgartens kann man im Bericht “Es wird ein Waldgarten” nachlesen.

Die Mulchfolie soll den enorm hartnäckigen Gras-Bewuchs darunter unterbinden. In diesem Jahr werde ich Kartoffeln auf der Fläche anbauen. Leider hatte ich die Idee mit der Folie erst spät im Sommer und ich bin mir nicht sicher, ob die Zeit ausreicht, den Bewuchs verrotten zu lassen. Inklusive der immer wieder austreibenden Wurzeln. Ich muss es versuchen.

Jetzt habe ich erst einmal, wie im Gemüsegarten auch, Bodenproben genommen und warte gespannt auf die Analyse. Hier draußen jedenfalls wird es erst einmal schwierige mit Gemüsebau. Der Boden ist purer Lehm. Für die Weiher natürlich optimal, fürs Gemüse dagegen problematisch.

Die Kartoffeln hoffe ich werden einen Ertrag bringen. Allererste Versuche im letzten Frühjahr waren überraschend erfolgsversprechend. Ansonsten werde ich etliche weitere Waldgarten-Dauergemüse ausprobieren und sehen was wächst und was Sinn macht für die Küche.

Die Stürme vor einigen Tagen habe mir die mit vielen Krampen im Boden fixierte Folie fast vollständig weg gerissen. Jetzt drohen neue deutlich stärkere Stürme und ich hoffe meine Idee die Folie zu schützen, ist ausreichend. Heute war ich bei Nieselregen und wirklich heftigem Wind draußen und habe die vom Erlenbrennholz abgeschnittenen und fürs Osterfeuer aufgeschichteten Zweige wieder auseinander gezerrt und auf der Fläche verteilt. Vielleicht helfen sie, die Folie am Boden zu halten.

Eigentlich wollte ich eine, zwischen in den Boden eingeschlagenen Stückeln aufgeschichtete, Totholzhecke daraus um den Gemüse-Waldgarten machen. Das muss noch warten. Man kann nicht alles auf einmal erledigen. Das Holz muss verarbeitet werden und die Zeit, jetzt die Hecke an zu fangen ist nicht vorhanden. Ehrlich gesagt die Kraft auch nicht, so viel wie noch zu erledigen ist und liegen Gebliebenes der vergangenen Jahre endlich in Angriff zu nehmen. Dazu gehört auch das Fällen wirklich großer Erlen, die leider abgestorben sind und seit Jahren tot am Weiher stehen. Und in wenigen Monaten fällt wieder so viel Totholzgstrüpp an, dass ich die Hecke beginnen kann.

Vielleicht noch ein Wort zum Arbeitseinsatz beim Waldgarten. Man liest in jeder Literatur, dass das weniger Arbeit macht, als konventioneller Anbau. Nun darf man aber beim Träumen vom Waldgarten sich nicht täuschen lassen. “Weniger Arbeit” heißt nicht “wenig Arbeit”, ist also nicht absolut zu sehen, sondern immer im Vergleich. Auf zwei Quadratmetern Hochbeetfläche kann ich keinen Waldgarten anlegen. Auf etlichen Tausend Quadratmetern Land schon. Will heißen, auf so einer großen Fläche habe ich mit Waldgarten weniger Arbeit als beim Anbau konventionellen Gemüses oder Ackerfrüchten AUF DIESER FLÄCHE! Der absolute Arbeitsaufwand ist real sehr hoch. Oft kräfteraubender als im kleinen Gemüsegarten. Ganz zu schweigen von den Geräten die notwendig sind. Da wir die Fläche schon seit vielen Jahren bewirtschaften, weiß ich um diesen Aufwand. Sich leichtgläubig ohne Erfahrung in einen Waldgarten zu stürzen, den schönen Beschreibungen folgend, halte ich für keine gute Idee.

Dauergemüse

Bevor ich dieses Jahr ernsthaft beginne, Dauergemüse zu kultivieren kann ich schon auf einige solcher Gemüse zurück greifen, die ohnehin schon im Garten stehen.

Der Bärlauch ist noch nicht zu sehen, dafür kommen aber Wildlauch und Berglauch und ausdauernder Lauch aus dem Boden.

Die Winterheckenzwiebeln treiben.

Der Gewürzfenchel schiebt neues zartes und so aromatisches Grün. Ein Traum als Gewürz im ersten frischen Blattsalat.

Auch der Kaukasische Rankspinat steht in den Startlöchern.

Wintergemüse

Einen Waldgarten an zu legen und von Dauergemüse zu träumen heißt aber nicht, gar kein einjähriges Gemüse mehr an zu bauen. Vielmehr sollen sich beide Arten in den Erntezeiten ergänzen und mir viel Arbeit sparen, was ich bei etlichen Dingen wirklich für möglich halte.

So werde ich natürlich weiter im Herbst mein Wintergemüse fürs Gewächshaus und Frühbeet sähen. Denn hier ernten wir bereits frisches Grün. Der Portulak mit Erbsengrün hat schon dreimal frisches Grün auf den Tisch gebracht. Anfang Februar. Da ist bei keinem Dauergemüse an Ernte zu denken.

Die Wintersalate sind bald erntereif. Im Winter ernte ich Salat, während im Sommer nicht daran zu denken ist. Hitze, Trockenheit und was weiß ich, was mit dem Boden nicht stimmt. Also hoffe ich hier auf Salatgrün von Dauergemüse und anderem Blattgemüse.

Und schaut euch an, wie die Pflänzchen im Oktober beim Pflanzen noch ausgesehen haben und was aus ihnen mittlerweile geworden ist.

Und was will man zu dieser frühen Jahreszeit schon an sinnvollen Sämlingen zeigen? Gut die Paprika habe ich auch gesät und warte auf ihr Keimen. Dauergemüse, von denen viele Kaltkeimer sind, die ausreichend lange Kältephasen benötigen, habe ich zum Teil im Oktober schon gesät. Das sind eben allesamt noch züchterisch unbeeinflusste und ungezähmte Naturgeschöpfe die den Einfluss der Natur zum Keimen brauchen. Dieses Ungezähmte und Wilde ist später von Vorteil, wenn es um Krankheitsresistenz und überleben in schwierigen Wetter- und Klimaphasen geht. Und natürlich ganz besonders beim Betrachten ihrer enormen und wertvollen Inhaltsstoffe, bei deren Vergleich Kulturgemüse fast ausnahmslos vollkommen unerreichbar abgehängt wird.

Meine ganz große Freude gerade: ein Dauergemüse mit der angeblich geschmacklich besten Wurzelknolle, die es gibt. Leider wohl auch der Kleinsten. Die knollige Platterbse. Nun sie wird schön blühen, ist mehrjährig, vermehrt sich auch durch Wurzelausläufer. Einmal pflanzen und “keine” weitere Arbeit damit. Ich werde sie in Kübeln und im Beet testen. Irgendwann werde ich dann schon ein paar Knöllchen verkosten dürfen. Also eher ein Dauergemüse zum Experimentieren und Freuen.

Der Wundklee wird ein stickstoffsammelnder, hoffentlich selbst aussähender Bodendecker. Den werde ich auch wegen seines schönen Aussehens auch in die Schottergärten pflanzen.

Ansonsten stehen im Gewächshaus noch ein paar Dauergemüse (ewiger Lauch, Schnittknoblauch und Erdkastanie), ein Eibensämling für den ich noch keine Verwendung habe und ein paar Jungpflanzen vom Lanzenrittersporn, die bald in die Beete kommen.

Jetzt warte ich also auf den heftigen Sturm der im Anmarsch ist und freue mich darauf dass täglich die vielen bestellten Dauergemüsesamen und -pflanzen kommen, die Beerensträucher und Obstbäume für den Waldgarten. Und ich freue mich darauf an zu fangen weitere Gemüse zu sähen.

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2 Antworten auf „Erste Gartenarbeiten im Waldgarten“

  1. Hallo Achim,
    dass du deine Erlen immer wieder beernten kannst, finde ich klasse! Das ist also ein nachwachsender Rohstoff, wie man ihn besser kaum haben kann!
    Der Bereich mit dem Weiher wirkt sehr idyllisch. Aber ihr habt wirklich eine große Fläche, die ihr bewirtschaftet und bestellt; ich staune, wie ihr das schafft!
    Ich hoffe, der Sturm geht ohne Schaden an euch vorbei! Bei uns braust es tüchtig ums Haus. Mir ist das ein bisschen unheimlich …
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, liebe Grüße,
    Susanna

    1. Hallo Susanna,
      ja da hast du recht, draußen bei den Weihern ist es sehr idyllisch und ruhig und wir genießen es dort draußen immer sehr. Gerade eher weniger bei den starken Stürmen und niedrigen Temperaturen. Da lockt es uns so gar nicht hinterm Ofen vor und die Arbeit wird dabei leider nicht weniger. Aber jetzt kommt ja das Frühjahr und wir können wieder draußen schaffen. Bisher noch keine Schäden gottseidank, hoffe ihr seid auch noch verschont geblieben. Gut, dass es so früh im Jahr ist und noch nichts grün und gewachsen, da wären die Schäden unvermeidlich.

      Viele Grüße, Achim

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