Frühling im Landgarten und alles will ans Freie und ans Licht

Das Bachgeplätscher war nicht die einzige Aktion vom vergangenen Wochenende. Weil sie aber sehr umfangreich war, blieb nicht mehr viel Zeit für andere Gartenarbeiten. Dennoch möchte ich heute ein paar Eindrücke vom erwachenden Landgarten zeigen.

Ich bin ja mit dem diesjährigen Frühling wirklich sehr glücklich. Irgendwie es es mild und man kann verschieden Arbeiten erledigen. Andererseits ist es nicht zu warm, dass alles explodiert und man nicht hinterher kommt. Viele Arbeiten wurden schon abgehakt oder angefangen. Unbedingt fotogen oder erwähnenswert sind sie allerdings nicht. Dadurch könnte der Eindruck entstehen: „er schreibt nichts, also geschieht nichts in seinem Garten.“ Das ist aber nicht so!

Hier ein paar Tätigkeiten, die genau zu diesen normalen Arbeiten des Alltags gehören:

  • der Wein im Weinberg ist geschnitten und angebunden
  • viele Rosen sind geschnitten
  • in vier Fuhren mit dem großen Anhänger ist das Astwerk des gefällten Walnussbaumens, das seit Wochen in der Wiese liegt, zum Osterfeuer gefahren.
  • Obst und Gehölze sind (fast fertig) geschnitten
  • Kübelpflanzen werden hin und her geräumt und stehen jetzt schon zum Teil draußen oder im Carport.
  • Kartoffeln werden vorgetrieben
  • Unkraut in den Staudenbeeten wird immer wieder entfernt (Brennnesseln, die jetzt treiben und man so die Horste wieder sieht und einfach überall der Giersch, den ich NICHT essen werde)
  • Wühlmausfallen werden aufgestellt und ergebnislos umgestellt und umgestellt
  • Gewächshaus und Frühbeet, Erdbeerfaß und Kübelpflanzen müssen regelmäßig gegossen werden. Die Ernte an Salat und Feldsalat läuft weiter
  • Vlies muss auf die neu eingesäten Gemüsebeete und jetzt wieder runter, getrocknet und verstaut werden
  • noch immer sind die Terrassen ständig von Laub und Haselnußblüten zu befreien
  • die Gartenmöbel kamen ins Freie
  • Stauden wurden gepflanzt. Zum Beispiel ein ganzer Schwung Elfenblumen, von denen ich mir erhoffe, dass sie das Beet beim Eingang ordentlich zuwuchern
  • Beerensträucher habe ich gepflanzt
  • Stauden oder Sträucher, die ich letztes Jahr säte und dann überwinterte, sind gepflanzt
  • leere Töpfe der Pflanzaktionen müssen gereinigt und verstaut werden
  • Alle Wasserhähne sind aufgedreht und die Schläuche zum Teil wieder angeschlossen.
  • etc. pp.

Ihr seht schon, es gab schon viel zu tun und nichts ist eine gesonderte Erwähnung wert.

Dennoch habe ich ein paar Fotos gesammelt, die ich heute zeigen will. Allesamt zeigen sie den Fortschritt des schönen Frühjahres 2019.

Als erstes soll diesmal das Gemüse genannt werden. Immerhin geht es hier ja auch um die Selbstversorgung damit. Und damit meine eigenes Gemüse nicht nur von Mai bis September und ansonsten brach liegenden Beeten. Nein ich will rund ums Jahr ernten. Was nicht frisch geerntet werden kann, soll konserviert in der Speisekammer zu Verfügung stehen. Kommt nicht ein so entsetzlich glutheißes und katastrophal dürres Jahr wie 2018 dazwischen, dann klappte genau das schon ganz gut.

Gerade heute habe ich vom ungeheizten Partyraum die Gemüsejungpflanzen in das ungeheizte Gewächshaus gestellt. Ach ja, schaut doch mal im letzten Beitrag, den ich vor gut einer Woche schrieb. Wie klein die Pflanzen in oben abgebildeter Topfplatte da noch waren.

Darunter sind Zwiebelpflanzen, Kohlrabi, Wildlauch, Salate, wie die im Frühjahr sehr schönen Ochsenzungen, roter Rosenkohl, den ich zum ersten mal probiere (er wächst so langsam, dass man ihn schon beizeiten sähen muss) und Blumen wie die Levkojen.

Jetzt ist das Regal im Partyraum frei und ich habe die Tomaten und Chilli aus dem Keller hoch geholt. Weg vom winzigen Westfenster mit rosafarbener Pflanzenleuchte.

In einem Kübel im Gewächshaus habe die ersten Frühkartoffeln gesteckt. Im Freien sind die Beete noch nicht bereit. Auch ist es mir in unserer Region noch viel zu früh, Kartoffeln ins Freie zu stecken. Die Sorte Orla soll nach 90 – 110 Tagen erntereif sein. Das wäre dann Ende Juni, also wahnsinnig früh für mich. Vielleicht klappt es.

Ich hatte es ja bereits angesprochen. Immer mehr Pflanzen in diversen Kübeln und Töpfen wandern an ihre Sommerplätze.

Der Teich in der Badewanne ist wieder installiert und die Seerose steht schon länger wieder in ihrem Pool

Die winterharten Sukkulenten kamen wieder unter freien Himmel.

Washingonia und Hanfpalme stehen an Ort und Stelle beziehungsweise sind vom Winterschutz nun vollends befreit. Beide haben den milden Winter so gut überstanden, wie schon lange keinen Winter mehr.

Nach und nach kommen immer mehr Blüten in den Beeten heraus.

Die Lenzrosen zeigte ich ja bereits. Heute bekommt die atemberaubend schöne „schwarze“ eine eigene Bühne hier im Blog.

Besonders freut mich, wie schön die Lenzrosen sich auch selbst aussähen. Sogar der Nieswurz ist wieder da. Die Mutterpflanze ist gleich im ersten Winter kaputt gegangen. Nun habe gleich mehrere in der Nähe stehen.

Ich werde immer wieder einmal gefragt, wo die Lenzrosen bei mir stehen, dass sie so üppig und ausdauernd sind.

Hier ist die Antwort. Das Beet ist direkt neben der Haustüre, was den Vorteil hat, dass die herrlichen Blüten ständig automatisch bewundert werden können. Man muss nicht erst in eine entlegene Gartenecke gehen, damit man sie sieht.

Das Beet ist wegen der Hanglage erhöht und man hat die Blüten so näher beim Auge.

Jetzt scheint um die Mittagszeit die Sonne dort hin. Wenn der Flieder wieder dicht begrünt ist, haben sie nur sehr kurz am Tag direkte Sonne und stehen sonst zwar hell aber ohne direkte Sonne.

Am Zaun zum Nachbarn steht ja mein Spalierobst (Äpfel und diverse Beeren). Im Herbst habe ich hier übrige Blumenzwiebeln versteckt, die jetzt schön treiben. Die blauen Krokus waren die ersten.

Die kleinen Narzissen in der Blumenwiese sind immer die ersten.

Komisch, dass im Staudenbeet tatsächlich auch schon normale Narzissen blühen, wo sie sonst im Garten gerade mal Knospen haben.

Schneeglanz in hellblau und rosé.

Ach ja und das Leberblümchen unter der mächtigen Moosrose steht in voller Blüte. Im Sommer steht es unter dem Rosenbusch in absoluter Dunkelheit. Nur im Frühjahr hat es Licht und im Winter. Gegossen wird eigentlich gar nicht dort. Dennoch erfreut es mich seit etlichen Jahr immer wieder mit seinen schönen blauen Blüten.

Mit Primeln habe ich im Garten kein Glück. Sie überstehen einfach nicht. Nur dieses hier, das vor etlichen Jahren nach Ostern einfach verblüht war und ins Beet kam. Das übersteht alle Winter und Sommer mit allem Wetter und hat jedes Frühjahr wieder diese schrill blauen Blüten.

Wirklich spektakulär sieht die Walzenwolfsmilch im Mäuerchenbeet aus. Sie wächst immer kräftiger und überall in den Fugen der Mauer und des Betons um sie herum gehen neue Sämlinge auf.

Die Korkenzieherweide steht mit einem Schachtelhalm im Kübel. Der eine stocksteif, senkrecht nach oben und die andere verzwirbelt und verdreht. Jetzt ist sie zurückgeschnitten, aber die jungen Triebe machen ihrem Namen dann wieder alle Ehre.

Ach ja, zu guter Letzt noch einmal meine Winterheckenzwiebel im Topf vom Selbstversorge-Selbst-Test. Sie ist schon gewachsen. Gießen muss ich 2-3 Mal die Woche, weil der Topf in der Sonne viel Wasser verdunstet.

14 Antworten auf „Frühling im Landgarten und alles will ans Freie und ans Licht“

  1. Hallo Achim
    Du bist aus meiner Leseliste bei Bloglovin geflogen. Gerade wollte ich Dir schreiben und nachfragen was Du so treibst und finde auf Deinem Gartenblog neuere Posts. Der letzte im Bloglovin war aus dem Advent.
    Schön, dass Du fleissig im Garten und sonst wo unterwegs bist.
    Jetzt muss ich noch rausfinden, wie sich die Beitragsliste wieder aktualisiert
    Heb en gueti Zyt. Grüess Pascale

    1. Hallo Pascale,schön, dass du mich wieder gefunden hast.Du mußt auch nicht viel herausfinden, warum du nichts Neues von mir gezeigt bekamst. Das liegt daran, dass ich mit dem Blog umgezogen bin auf eine eigene Domain und zu WordPress. Du findst mich jetzt unter achimsgarten.de dort kannst du mir auch wieder folgen.
      Liebe Grüße und ein schönes Frühjahr wünscht der Achim

  2. Hallo Achim,
    ja, die vielen kleinen Arbeiten 🙂
    Man zählt sie gar nicht mit, aber sie sind eben wichtig.
    Deine Walzenwolfsmilch ist ja toll. In Wolfsmilchgewächse
    hab ich mich auf meiner Englandreise verliebt und seit diesem
    Jahr wächst hier nun auch eine – Euphorbia characias subsp. wulfenii. Sie soll ziemlich groß werden. Bin so gespannt.
    Ganz liebe Grüße von der Urte
    Ein schönes Gartenwochenende wünsche ich!

    1. Liebe Urte, die Walzenwolfsmilch ist meine Einzige. Bis auf das Unkraut, das auch eine Wolfsmilch ist undn überall aufgeht. Ich hatte eine Staude und die hat sich durch Aussaat schon verteilt. Zwischen der Steinmaur und der Betonplatte der Einfahrt wachsen solche Sämlinge (und Katzenminze, Eisenkraut, Mauerpfeffer) ich finde das sieht hübsch aus. Würde ich dort was haben wollen, würde nichts angehen. Pflanzen könnte man in dem nicht mal einen Zentimeter schmalen Spalt eh nichts. So aber ist der MauerFuß schön bewachsen und von oben hängte es aus dem Beet runter.
      Deine Wolfsmilch habe ich mal gegoogelt, das wird wirklich ein großer Busch, die wächst aufrecht, im gegensatz zur kriechenden oder eben hängenden Walzenwolfsmilch.
      Liebe Grüße, der Achim

  3. Hallo Achim,
    das kenne ich auch, dass man über viele Arbeiten nicht berichtet, weil man sie für nicht spektakulär hält. Hat man sie aber dann mal aufgelistet, merkt man, dass es doch interessant ist.
    Die Wanne mit den winterharten Kakteen finde ich interessant – ist die stachlige Säule eine Cylindropuntia?
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, ganz genau so heißt der Kaktus tatsächlich. Habe den in anderer Schale auch noch und einen hat mir grad Sigrun noch geschenkt. Ich sammle ja winterharte Sukkulenten und besonders auch Dachwurze
      Liebe Grüße Achim

        1. Liebe Elke, ja in Kübeln und Schalen und Wannen habe ich schon etliche Kakteen. Für die drei neuen warte ich jetzt, bis ich wieder passende Gefäße (vielleicht auf eine der diesjährigen Gartenschauen?) gefunden habe oder mir sonst eine Idee kommt. Die bekommen schon noch einen angemessenen Platz. Im Vorgarten wird gerade ein eigenes Projekt in den letzten Zügen fertig gestellt. Trocken und heiß geht es auch da zu. Sei gespannt….
          Liebe Grüße, der Achim

  4. Sooo schön, ich will auch raus. Meine Tulpen unter dem alten Flieder haben wahrscheinlich die Mäuse gefressen. Über Vierzig Stück, Prinzess Irene und die lilienblütige Ballerina zusammen gepflanzt.

    Ich sehe aber kein Loch, vor lauter Traubenhyazinthen.

    1. Na dann geh doch raus?!?! Oder bist du etwa krank und kannst nicht raus,was zu der Jahreszeit gerade ja besonders blöd wäre. Hoffe es ist alles in Ordnung.
      Oh ja Wülmäuse, habe da welche im Gemüsegarten und stelle Fallen auf, aber ich bekomme keine von den Mistviechern. Ich muß mal recherchieren, ob man sie irgendwie vertreiben kann. Diese ULtraschall- und Vibriergeräte allerdings haben keinerlei nutzen, das weiß ich mittlerweile.
      Drücke dir die Daumen, dass nicht noch mehr Schaden entsteht. Männo, kenne das man freut sich monatelang auf die Blüten, die man sich vorstellt und dann das…..
      Abgesehen von den Wülmäusen wünsche ich dir ein wundervolles , sonniges Frühlingswochenende im Garten, liebe Grüße, der AChim

  5. Ich habe heute meine Blaubeersträucher in Töpfe umgepflanzt. Vor 6 oder 7 Jahren, noch in meinem alten Gärtchen hatte ich sie angeschafft, in meiner Gier auf die Früchte nicht bedacht, dass sie eher saure Erde benötigen. Sie wuchsen zwar, aber eher kümmerlich und getragen haben sie quasi auch kaum. Im letzten Jahr hatte ich sie dann mit Rhododendronerde mit Töpfen in die Erde versenkt und siehe da, sie sehen schon deutlich besser aus. Und da der Standort auch eher unglücklich ist …voila, ab in große Töpfe und im Garten verteilt. Frei nach dem Motto: was nicht passt, wird passend gemacht. Heute bin ich klüger und würde sie nicht mehr kaufen, aber nun sind sie da und da soll es ihnen auch wohl ergehen. Ansonsten geht es mir wie dir: Ich liebe den Frühling, der so sanft und mild daherkommt, bei uns zum Glück nicht ganz so trocken, wenn es auch immer noch „zu“ trocken ist. Da bräuchte es noch mehr Regen.

    1. Hallo Marion, da kann ich tatsächlich auch ein Lied von singen und bin auf dieses Jahr gespannt. Ich mag Heidelbeerena auch und wusste (grins) dass sie sauren Boden brauchen. Also pflanzte einen Strauch in einen größeren Betonkübel im Gemüsegarten. Erde bestand aus viel Torf, den ich noch seit Jahren rum liegen hatte (nahm ihn zum Wurzelgemüse einlagern, aber nehme seit langem Sand, weil Torf ja dafür verschwendung wäre). Die Erde hätte sauer sein sollen. Der Strauch wuchs und die Früchte waren lecker. Im zweiten Jahr wuchs er mit gelben Blättern nur rückwärts, das war 2018. Dann habe ich ihn auch in Rhododendronerde umgepflanzt in dem Kübel und bin nun sehr gespannt auf dieses Jahr. Der Kübel passt gut in den Gemüsegarten und wegen der sauren Erde ist Kübelhaltung für Heidelbeeren doch auch ideal. Würde alles so gut passen. Hoffentlich wächst sie dann jetzt endlich.
      Auf ein gutes Heidelbeerjahr, liebe Grüße, der Achim

  6. Siehst Du, jetzt kannst Du auch mal ein wenig ausspannen, dem Wachstum steht nichts mehr im Weg, alles bestens vorbereitet!!

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