Gartenphilosophie – mein Garten und die Natur

Ich habe jetzt einen Naturgarten. Zeit, sich mit den Begriffen „Garten“ oder „Natur“ und der eigenen Gartenphilosophie zu befassen.

Im Bild der Waage mit den Waagschalen lässt sich alles leichter erklären.

Zertifizierung zum Naturgarten

Spät noch im Herbst des letzten Jahres lief die Zertifizierung meines Gartens zum „Naturgarten Bayern blüht“ durch die bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mit den Obst- und Gartenbauvereinen.

Über die Inhalte der Zertifizierung und wie ich sie in meinem Garten umgesetzt habe, berichte ich, wenn ich die Plakette in Händen halten werde. Als Vorbereitung zu diesem Thema finde ich es sinnvoll, hier einmal meine Vorstellung von Garten und Natur oder einem Naturgarten auf zu zeigen.

Viele Meinungen in Gruppen eines sozialen Mediums lassen mich leider immer mehr den Kopf schütteln. Ich bin erstaunt und gleichzeitig resignierend enttäuscht über so viel laut kundgetanes Halbwissen oder Nichtwissen. So viel aggressiv vertretene, penibel dogmatische Ansichten von Menschen, die meist selbst nicht einmal einen Garten haben. Und wenn, dann diesen nicht als solchen nutzen wollen. Hier passt jedenfalls immer der Spruch, dass Kritiker wie Eunuchen sind. Die wissen auch wie man es macht…

So viel verbohrte und kurzsichtige Standpunkte werden anderen aufgezwungen. Wer sich diese nicht aneignen will, wird sofort als Mensch gehasst, der die Zukunft der Kinder klauen will, das Überleben der Menschheit zerstört und dergleichen mehr.

Naturgartenkriterien ganz nach meiner Philosophie

Wie erfreut war ich dann in der Ausschreibung zu der bayrischen Naturgartenzertifzierung zu lesen und um was es den Organisatoren dabei geht. Hier fühlte ich mich sofort zu Hause und hatte rasch den Mut, mich mit meinem Garten zu bewerben.

Hier ein Zitat aus der Broschüre zur Zertifizierung:

Wo Natur im Garten ist, da fühlt sich der Mensch so richtig wohl. Der Garten ist ein Ort der Erholung und Entschleunigung für uns Menschen und noch viel mehr. Ein Naturgarten fordert eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich.

Auch ein Naturgarten will gepflegt sein. Naturgarten bedeutet nicht der Wildnis freien Lauf zu lassen, sondern meint das bewusste Gestalten im Einklang mit der Natur.

Die Kriterien von „Bayern blüht – Naturgarten“ können als Leitfaden verstanden werden, die Orientierung geben zur Anlage und Bewirtschaftung eines Naturgartens.

Es geht also nicht um die Verwilderung wertvoller Gartenflächen (wie all zu oft und ohne Einschränkung von den „Eunuchen“ gefordert). Es geht um genutzte Gärten.

Weitere Details zu den Kriterien zeige ich im Artikel über die Zertifizierung.

Naturgarten: Was ist Natur und was ist Garten?

Heute betrachte ich erst einmal die Begriffe Garten und Natur oder Naturgarten.

Definition von „Garten“

Zuerst die Definition von Garten ansich:

Viel wurde bereits darüber geschrieben. Zusammengefasst aber ist ein Garten immer (!) ein abgegrenztes Stück Land innerhalb dessen Pflanzen (und nach mancher Ansicht auch Tiere) vom Menschen in Kultur genommen, also gepflegt werden.

Der Nutzen von Gärten kann der gewonnene Ertrag sein. Was sicher auch der ursprünglichste Grund war. Nahrung für sich und die Familie zu erzeugen.

Genauso gut aber wären hier ein künstlerischer, spiritueller oder therapeutischer Nutzen zu nennen. Die Erholung und Freizeitgestaltung gehören ebenfalls dazu.

Für mich sind zur Bestimmung meines Gartenbildes besonders wichtig die Begriffe der Abgrenzung (Garten als Ableitung von Gerte, den Stecken, die als Zaun benutzt wurden) und der gezielte Anbau und die Pflege von Pflanzen durch den Menschen.

Definition von „Natur“

Schauen wir uns nun den Begriff der Natur an. Was versteht man darunter und sehe ich das auch so?

Ich fand eine sehr kurze und doch vielsagende Definition, die mir sehr gefiel und die meiner Gartenphilosophie zu Grunde liegt.

Natur ist all das, was nicht vom Menschen geschaffen wurde.

Interessant ist nun auch eine weitere Differenzierung in die belebte Natur der Tier und Pflanzen und die unbelebte Natur der Steine, Flüssigkeiten und Gase.

Und was ist mit „Wildnis“?

Zur Natur gehört für mich auch die Wildnis. Auch sie ist das Gegenteil des vom Menschen Geschaffenen. Die Wildnis ist etwa auch eine vom Menschen unbeeinflusste Naturlandschaft. Wildnis als Gegenstück zu Kultur. Und hier eben auch der Kulturlandschaft, dem Garten als einem Bestandteil dieser. Wild oder verwildert kann wertend sein, muss es aber nicht.

Und die Quintessenz, die mein Gartenbild mit gestaltet? Natur oder Wildnis sind ohne (gestalterische) Eingriffe des Menschen zu sehen. Ein Gegenpol zu seiner Kultur oder Gestaltungskraft.

Der Garten auf der Skala einer Waage:

Beruflich habe ich mich intensiv und lange Zeit mit den Begriffen der Gesundheit, der Salutogenese, der Wellness befasst. Hier wird mit dem Bild einer Waage oder dem eines Kontinuums gearbeitet. Es gibt nicht „Die Gesundheit“ und „Das Wohlbefinden“. Vielmehr ist das ein sich stetig wandelnder Zustand der sich irgendwo zwischen der absoluten, nie erreichbaren, Gesundheit und dem Tod hin und her bewegt.

Wo fängt Garten an, wo hört er auf?

Dieses Bild will ich auch meiner Vorstellung vom Garten zu Grunde legen. Damit lassen sich so viele meiner Haltungen und Ansichten erläutern, meine Handlungen erklären. Darum werde ich bestimmt auch in künftigen Veröffentlichungen auf genau dieses verweisen.

Nehmen wir also die Waage mit den beiden Waagschalen und dem Zeiger, der auf einer Skala einen momentanen Zustand anzeigt. Je nachdem in welche der beiden Schale man etwas hinein wirft, verändert sich die Anzeige.

Auf der einen, hier der linken Seite der Skala, sehe ich die Natur oder Wildnis. Auf der anderen Seite das Gegenteil.

Nun, was ist das Gegenteil von Natur? Steine vielleicht? Aber die sind unbelebte Natur und taugen nicht für das Bild. Für mich ist die andere Seite einfach alles vom Menschen Zerstörte, Ausgebeutete, Vergiftete und damit Tote. Oder wenn man nicht von Landschaft oder Pflanzen aussgeht, die Definition von Natur oder Wildnis aber berücksichtigt, wäre hier als Gegenpol zur Natur die 100%ige Kultur , das rein Menschen gemachte zu sehen. Und vielleicht ordne ich hier nicht nur materiell erkennbare Strukturen wie Hochhausschluchten, tot gespritzte Böden oder dergleichen mehr ein. Gehören hier nicht auch Handlungsweisen und Überzeugungen hinein? „Unkraut ist UN-Kraut und muss bekämpft werden, weil es schädlich und hässlich ist .“ Oder viele andere, ohne dieser Skalaseite jetzt einen konkreten Namen geben zu können.

Man erkennt auf der Wage, über die Skala geklemmt, eine Art Spange. Sie begrenzt den Ausschlag nach Links und Rechts. Auf die Begrenzung werde ich später noch eingehen.

Wann zeigt der Zeiger auf Natur/Garten?

Diese Spange ist quasi meine Definition von Garten. Ein Garten ist immer im Wandel und nie etwas Statisches. Mit Wandel meine ich diesmal nicht, dass sein Aussehen sich über die Jahre(szeiten) ändert. Wandel heißt hier auch nicht, dass die Zusammensetzung der Pflanzen sich ändert. Der Wandel bezieht sich auf den Ausschlag des Zeigers auf der Skala. Wenn man sich und seinen Garten erst einmal etabliert hat, wird der Zeiger nicht all zu weit nach links oder rechts pendeln. Aber ganz still hält er auch nicht. Und in welche Richtung er generell tendiert, hängt vom Gärtner und seinen Vorstellungen ab.

Ein Rasen, ganz ohne Unkräuter mit ein paar Stauden vom Baumarkt vor der Thujahecke wird eher mittig bis rechts ausschlagen. Werden dann noch viele Kunstdünger, Pestizide oder Herbizide angewendet, schlägt der Zeiger wieder weiter nach rechts aus. Nähme man organischen Dünger und den Rasenschnitt als Mulch oder füttert einen Kompost für die Gartenabfälle, geht der Zeiger wieder ein Stück nach links.

Ein Garten mit Gemüse und eingewachsenen Stauden, Insektenpflanzen und Blütenwiese wird sicher von vorne herein deutlich nach links ausschlagen. Wenn aber mit Kunstdünger gearbeitet wird, und man das Unkraut mit Pestizid, und sei es „nur“ auf den Wegen wegspritzt, dann bewegt sich der Zeiger der Wage wieder deutlich nach rechts.

Ich denke, das Prinzip ist verständlich. Man hat nicht DEN vorzeige Garten in dem alles perfekt läuft oder auch nicht DEN schlimmen Garten für Hater-Posts in sozialen Medien. Was nun wieder unter „perfekt“ im Zusammenhang mit Garten zu verstehen ist, wär in einer eigenen Diskussion zu klären. In meiner Philosophie heißt „perfekt“, jeder Ruck des Zeigers nach links. Jede Handlung die man ausführt, jede Einstellung, die man umsetzt in seinem Garten, nach seinem Geschmack und seinen Vorlieben, legt ein Päckchen in die linke oder aber die rechte, nicht so gute Waagschale.

Links befinden sich also die naturnahen Dinge und Aktivitäten, natürliche Produkte und naturnahe Handlungsweisen. Rechts drücken die -zide (Insektizide, Fungizide, Herbizide, Pestizide) oder mineralischen Dünger, Versiegelungen mit leblosen Materialien oder unnatürliche Handlungsweisen die Schale nach unten.

Gärtnern heißt, Päckchen auf die Waagschalen verteilen

Und auch ein noch so guter Garten mit Links-Ausschlag kann aus den verschiedensten Gründen immer wieder einmal genötigt sein, etwas in die rechte Waagschale zu werfen. Das ist nicht gleich ein Weltuntergang. Vielleicht muss aus welchen Gründen auch immer ein Baum gefällt werden. Wird dann aber an anderer Stelle wieder eine Neuer gepflanzt?

Oder nehmen die Schnecken überhand und der gezielte Anbau von (Nutz)Pflanzen ist nicht mehr möglich. Dann ist der Einsatz von Schneckenkorn notwendig.

Genau das definiert ja einen Garten. Er soll die Pflanzen darin beschützen und wurde daher von Anbeginn umzäunt. Der Zaun schützt vor großen Tieren, Schneckenkorn manchmal vor kleinen.

Jetzt muss man ein großes Päckchen in die rechte Schale legen. Vielleicht sind die Schnecken nur ein Zeichen, dass der Garten (noch) nicht im natürlichen Gleichgewicht ist und man wirft etliche Päckchen in die linke Schale zum Ausgleich und generellen Gleichgewicht. Bodenpflege, Mulch, organische Dünger, Unterschlupf für Freßfeinde der Schnecken.

Oder wie oft kommen Anfeindungen von bestens mit der Biologie der Natur und deren komplizierten Zusammenhängen befassten Online-Hatern und notorischen Besserwissern, wenn irgendwo im Garten ein wunderschöne gefüllt blühende Pfingstrose, Rose oder andere Staude zu sehen ist. Der Tod der kompletten Insektenwelt und der Zukunft der Menschheit (wurde mir schon vorgeworfen).

Dass aber neben diesem kleinen Packerl in der der rechten Schale (gefüllte Blüten haben keinen oder nur schwer erreichbaren Nektar / Pollen für die Insekten die diesen fressen), die Insekten vor lauter Nektar- und Pollenpflanzen rings um diese Blüte vor Freude nicht mehr wissen, wo sie zuerst schlürfen sollen (schweres Päckchen in der linken Schale), das übersehen diese 100%igen theoretischen Perfektionisten.

Ein Garten kann Vieles sein.

Und das bringt mich wieder zum eigentlichen Thema der Definition von Garten und meiner Philosophie zurück. Der Garten ist etwas Umzäuntes. Ein Ort, an dem der Mensch, hier Gärtner, bewusst, gezielt und aktiv eingreift in die Natur. Garten ist nicht Natur und nicht Wildnis.

Man kann die Natur zu sich einladen und es sich gemeinsam schön machen. Und in meinem Garten machen es sich viele Pflanzen und Tiere mit mir schön.

Dass meinen Garten alle Menschen schön finden, bezweifle ich. Dass ich nicht alle Gärten schön finde, weiß ich.

Der Garten ist für den Nutzen, den Geschmack, die Erholung oder Therapie des jeweiligen Gärtners geschaffen. Da gibt es freilich viele, die so ticken, wie eben dieser eine Gärtner.

Noch mehr aber werden andere Philosophien vertreten und hier wieder ihre Schar an Gleichgesinnten versammeln.

Gärtnern ist nun mal auch Geschmacksache. Darüber habe ich bereits einen eigenen Beitrag verfasst. Da geht es auch um den Gartenbegriff und ein Brombeerdickicht.

Die Gartendefinition bewahrt vor Extremen

Die Breite der Spange, die den Garten defininiert und sich über der Waagenskala befindet, deutet es an. Es gibt eine große Bandbreite an Gärten. Schließlich ist die Definition auch sehr weit gefasst.

Egal wie viel ich aber in die linke Schale werfe, der Zeiger kann für einen Garten nie vollständig nach links ausschlagen. Der Garten ist nicht Natur, respektive Wildnis. Er ist vom Menschen gestaltet und genutzt.

Auch in die rechte Waagschale, so denke ich, kann man viel werfen, aber der Zeiger wird nie ganz rechts ankommen können. Der Garten wird vom Menschen für die Anzucht und Pflege von Pflanzen (und Tieren) genutzt. Ein Garten beeinhaltet gemäß Definition und meiner Waagenphilosphie ein Mindestmass an Natur in ihm Ganz rechts ist nur „Tod und Verderben“ oder rein Menschlich gemachtes ohne Beteiligung der Natur. Also laut Definition kein Garten mehr.

Zeitgemäße Gärten, die es gar nicht geben kann

So komme ich zum Schluss noch auf zwei Gärten zu sprechen, deren Erwähnung der Eine oder Andere vielleicht schon längst vermisst.

Die Schottergärten, verhasst und verteufelt. Oft sogar schon verboten.

Schaut man sich die Definition von Garten und meine Waage an, so gibt es für mich nicht viel dazu zu sagen. Das sind keine Gärten, da der Mensch sie weder zum Kultivieren von Pflanzen noch von Tieren angelegt hat. Die Natur ist vollends ausgegrenzt. Sie sind manchmal eingezäunt und mögen der Erholung der Besitzer oder deren Kunstempfinden dienen. Gärten sind das meiner Ansicht nach nicht. Immerhin haben sie gemäß der Definition von Natur dennoch etwas natürliches an sich, sie bestehen aus lebloser Natur.

Und schließlich der zweite Gartenbegriff. Die Art Garten, weswegen ich auch diesen Beitrag veröffentliche, die Art Garten wie ich ihn (nach Aussagen der Juroren) habe.

Ein Naturgarten. Der Begriff klingt schön, ich bin auch stolz auf die Auszeichnung. Nur, wenn ich das alles nach den oben ausdiffernzierten Kriterien betrachte, gar mein Bild der Waage über dieses Konstrukt lege, komme ich zu einer Erkenntnis:

Es gibt gar keinen Naturgarten. Es gibt Garten und es gibt Natur.

Natur, Bio oder Permakultur. Wie wollen wir das Kind nennen?

Wie aber bezeichnet man dann diese Gärten mit einem Ausschlag des Waagen-Zeigers ganz weit nach links?

Neben dem Begriff des „Naturgartens“ fallen mir da noch der „Biogarten“ oder der „Permakulturgarten“ ein.

Der Biogarten ist etwas außer der Mode. Naturgarten ist recht zeitgemäß und Permakulturgärten sind absolut en vogue.

Und alle beruhen auf den gleichen, naturnahen Überlegungen und einem Zeiger, der möglichst weit links auf der Skala pendelt. Ich denke, es ist egal, welchen Namen man dem Kinde gibt. Ob man einen Bio- oder Naturgarten hat. Ich persönlich bevorzuge eindeutig den Bebegriff des Biogartens, mit dem ich aufgewachsen bin und wie ich Garten habe kennen lernen dürfen. Von Kindheit an. Vielleicht hat man ja auch nur ganz einfach einen Garten. Hauptsache die linke Waagschale hängt deutlich tiefer als die Rechte.

Und keine Angst, sie wird niemals am Boden aufstreifen. Die Spange über der Skale bremst sie. Ganz links ist nicht Garten sondern Natur.

Wenn man „mit der Natur“ gärtnert…

Wie im Artikel über den Gartenbegriff und das Brombeerdickicht schließe ich auch hier wieder meine Gedanken mit der Geschichte vom Mönch und vom Wanderer. Die sagt meines Erachtens einfach alles aus zum Begriff „Garten“. Wer also nicht zum genannten Artikel weiterspringen möchte, kann die Geschichte auch hier lesen:

Ein Wanderer kommt an einem Klostergarten vorbei. Er bleibt eine Weile stehen und erfreut sich an den üppigen Gemüsebeeten. Wie eine Pflanze prächtig und fruchtbar neben der anderen gedeiht. Die akkurat geschnittenen Buchshecken geben allem einen angemessenen Rahmen. Der Duft würziger Kräuter und der Rosenblüten am Zaun erfüllen die warme Sommerluft. Der Wanderer spricht den gärtnernden Mönch voller Lob an und bringt seine Begeisterung zum Ausdruck. Er sei entzückt, was der Mönch „mit Gottes Hilfe“ für ein herrliches Stückchen Erde geschaffen habe.

Der Mönch, etwas verschwitzt und zerkratzt vom Jäten und Schneiden, blickt auf und grummelt nur: Mit Gottes Hilfe? Da hätten sie mal vorbei kommen müssen, als der das Stücken Land hier noch allein bewirtschaftet hat…..

8 Antworten auf „Gartenphilosophie – mein Garten und die Natur“

  1. Hallo Achim,
    zunächst einmal: herzlichen Glückwunsch zur verdienten Zertifizierung! Und dann noch einmal Glückwunsch zu dem hervorragenden Post. Das Beispiel mit den Päckchen für die Waagschalen ist wunderbar gewählt!
    Der Garten eines Gemüsegärtners kann nie der Natur überlassen werden, dennoch kann er naturnah sein. Naturnaher Garten – so nenne ich mein Stückchen Land am Haus. Übrigens – ich ernte immer noch Salat im ungeschützten Hochbeet. Weil im GWH zur Pflanzung noch kein Platz war, sind die Wintersalate draußen gelandet und bis auf wenige vermatschte Blätter erntefähig. Aber hier oben kann man auch nicht annähernd von Winter sprechen.
    Liebe Grüße
    Karen, die gerade Saatgut bestellt hat

    1. Hallo Karen, vielen Dank für die Glückwünsche, vor allem zu denen für den Post, was mich ganz besonders freut. Salat habe ich noch bis Weihnachten geerntet. Aber seither ist alles unter Eis und Schnee. Unter dem Vlies der wird wohl auch hinüber sein. Im Gewächshaus habe ich auch Vlies über den Salat, weil es ja viele Nächte mit fast oder unter -10 hatte. DAnn wurde es mit einem Mal warm mit +10 Grad. Da habe ich das Vlies schnell weg gemacht. Drunter schimmelt es nur und der Salat hat noch weniger Licht. Das blieb dann 2-3 Tage und schon gingen die Temperaturen wieder gen -7 Grad, also schnell wieder Vlies drauf, denn unter dem Vlies sah er wunderbar aus der Salat. Keinerlei Schäden ersichtlich. Der wird Ende Februar zum Ernten sein denke ich.

      Viel Spass also beim Gemüsebau und deinem Naturgarten, liebe Grüße der Achim

  2. Ich freue mich erstmal, dass ich deinen Garten zertifizieren durfte und du nun offiziell diesen Titel tragen darfst. Glückwunsch also nochmal von unserer Seite. Es steckt ja alles noch am Anfang und daher war ich dann auch in deinem Landkreis unterwegs obwohl ich gar nicht hingehöre sondern nach ERH.
    Wir Zertifizierer sind uns allerdings einig, dass an den Kriterien noch sehr gefeilt werden muss, denn einige sehr aufgeräumte und ordentliche Gärten haben das Zertifikat erhalten obwohl wir nicht der Meinung waren. (natürlich nicht du…).
    Das ist also eher unser Problem, dass die Menschen glauben, einen Naturgarten zu besitzen, aber nicht wissen, was es denn ist.
    Daher ist es gar nicht schlecht, darüber mal so ausführlich zu philosophieren, wie du das hier machst.
    Die Waage schlägt im Moment leider nicht ordentlich genug rechts aus, wenn die Kriterien nicht erfüllt sind, die du beschreibst….ordentlicher Rasen, Baumarktstauden….
    LG Sigrun

    1. Hallo Sigrun,
      danke für die Glückwünsche. Ja die Zertifizierung war recht spät im Jahr und wir hatten wenig Zeit. Vieles, was eigentlich den Kriterien entspricht, habe ich gar nicht angesprochen. Weil es für mich schon so selbstverständlich ist wie die nur ein oder zweimal gemähte Trockenwiese am Hang zur Straße runter, die Steinhaufen hinter der Scheune, die Blumenwiese im Frühjahr/Sommer im Vorgarten, der Rasen der eher Wiese mit vielen Kräutern ist, die im Frühjahr, Sommer reichlich blühen und anderes. Aber ich werde es in den Beiträgen, die ich noch schreiben werde, auflisten.

      Gut, aufgeräumt, unkrautfrei und Baumarktstauden klingt eher nach einer Ausschlagrichtung nach rechts und nicht nach links in Richtung Natur. Aber vielleicht gab es dort ja auch etliches in den linken Waagschalen? Oder, warum mir die Kriterien ja so gut gefallen haben, die Gärtner sind noch auf einem Weg. Einem Weg der gut in Richtung mehr Natur und Natürlichkeit geht, aber halt am Anfang. Und auch das ist nach den Kriterien gut im Sinne von Naturgarten. Würde man hier all zu dogmatisch und 100%ig vorgehen, könnte das solche Neu-Naturgärtner eher abschrecken, zumindest aber überfordern und sie verlassen den Weg. Den Weg der so eher Enttäuschung bringt. Viel besser ist es immer, das was gut ist (linke Waagschale) an zu erkennen. Dann macht es viel mehr Spaß immer mehr in diese Waagschale zu werfen. Die Natur und auch dieser Gartenfreund haben mehr davon, als von 100%igen Forderungen am Besten noch mit dem strikten Verbot aller Pflanzen, die vor der Entdeckung Amerikas noch nicht in Deutschland waren. Mal ehrlich, das hat nichts mehr mit Gärtnern und Erholung zu tun, das ist Unsinn.

      Vielleicht bräuchte es auch eine Art „Nachbetreuung“ , ein Forum (im Internet) für gegenseitigen Austausch der Zertifizierten. Für Anregungen und Beispiele „guter Packerl“, für Fragen und damit man einfach auf seinem Weg bleibt und Spaß daran hat.

      Ich bin der festen Überzeugung, jedes(!) Packerl das in einem Garten in die linke Waagschale geworfen wird, ist auch ein Packerl in der linken Waagschale der Natur insgesamt, in unserem Land und auf unserem Planeten. Oft wird der Spruch bemüht, dass die Verbraucher es steuern und in der Hand haben. Das ist auch hier mit den Laiengärtnern der Fall. Dabei kann aber auch nicht mit riesigen und einschneidenden Ergebnissen gerechnet werden. Viele kleine Schritte führen da aber in eine sehr gute Richtung. Um beim Garten zu bleiben: Kleinvieh macht auch Mist. Da kommt Stück für Stück ganz schön was zusammen für die Natur.

      So und nun bin ich gespannt auf meine hübsche Plakette für den Gartenzaun und wünsche dir im neuen Jahr viele interessante Zertifizierungen und Gespräche. Viele Grüße Achim

      1. Ja, Achim, das hast du ganz gut geschrieben. Meistens sind es Menschen, die auf einem guten Weg sind und der Anfang ist gemacht. Die dürfen wir natürlich nicht verschrecken. Wir versorgen sie mit möglichst viel Info-Material und Tipps, wo sie in Zukunft z.B. gute Erde oder Dünger kaufen können, wenn sie das nicht selber im Garten haben. Eine hat gleich angefangen, einen Hortus einzurichten. Das sind natürlich tolle Erfolge am Rande und deshalb macht es mir auch Spaß. Wäre ja langweilig, wenn alles perfekt wäre…;-) LG Sigrun

        1. Hallo Sigrun, das sind tolle Erfolge und es ist wie ich es sagte. Lieber kleine Schritte loben als große Fordern. Naja ,wenn die Frau einen Hortus anlegt, da ist sie dann aber schon mit großen und strikten Forderungen konfrontiert. Ich könnte die damals nicht erfüllen, hatte es schon mal versucht.Ist für mich ein paar Nummern zu groß, unerreichbar und da schlägt die Waage ganz links an und darf auch kein bisschen nach rechts zittern. Das ist für mich zu unrealistisch.
          Schöne Grüße, der Achim

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