Heinzelmännchen einladen und das Selbstversorgertum. Geschichten vom schwarzen Lord

Im Garten hat der Lord ja überall und vor allem unter der Erde seine Armeen von wahnsinnig fleißigen Helfern. Immer mehr nutzt er deren Arbeitskraft auch in der Küche. Dort kommen ihm auch die besten neuen Selbstversorgerideen . Und für angehende Selbstversorger hat er sich dieses Jahr auch etwas überlegt:

Gedanken in der Kaffee-Pause

Er grinst über beide Ohren, als er sich dieser Kaffeepause, die ja eigentlich eine Heiße-Schokoladen-Pause ist, hingibt.

Was haben seine winzigen Helfer wieder für hervorragende Arbeit geleistet.

Die Küchenheinzelmännchen bekamen Kost und Logis, genau wie die Gartenheinzelmännchen. Für diesen einfachen Lohn rackern sie dann sofort los.

Und am schönsten ist, dass die Helferlein ja überall und immer da sind. Man sieht sie nur nicht. Dem Kundigen aber zeigen sie sich und stellen ihre Arbeitskraft gern zur Verfügung. Sie kommen wie aus dem Nichts und sind genau so schnell wieder verschwunden, wenn es ihnen nicht mehr gefällt. Oder wenn sie nicht gut behandelt werden. Beim Lord aber geht es ihnen immer gut.

Heinzelmännchen suchen, finden und zu sich einladen

So glücklich ist der Lord darüber, dass er die unterschiedlichen Helfer für Küche und Vorrat hat kennen lernen dürfen. Und so begeistert erzählt er auch über sie. Manche Zuhörer fragen dann nach und werden neugierig. Wenn sie es ernst mit den Fragen meinen – und das spürt der Lord recht schnell – dann erzählt er ihnen mehr über seine verborgenen Armeen.

Fangen wir mit dem Bild oben an und betrachten die Unterlage für den köstlichen Aufstrich. So sah das alles einmal aus.

Eine wunderbare und unvorstellbar leichte und lockere Brioche. Mit viel Butter und Ei im Teig und…..

… genau, darüber reden wir jetzt. Der Teig stand nach gründlichem Kneten für 24 Stunden in der warmen Küche. Die kleinen Helfer darin, manche nennen sie auch Mikroorganismen, vielleicht Hefezellen oder Milchsäurebakterien, verarbeiten den Zucker, vermehren sich, erzeugen wahnsinnig nuancierte Geschmackstoffe und lockern den Teig. Ein so lange umgearbeiteter Teig ist natürlich auch viel verträglicher und, -das betont der Lord immer wieder und wieder – deutlich geschmackvoller als ein wenige Minuten mit derben Massen an Hefezellen aufgedunsener Teig. Oder gar einer , der mit Backtriebmitteln vollgepumpt wurde.

Bleiben wir also bei den Helfern. Ach so, denken an dieser Stelle so manche bis dahin gespannt und mucksmäuschen still dem Lord lauschende Zuhörer. Er hat halt einen Hefeteig gemacht.

Das ist nicht ganz richtig! Sicher waren nicht nur Hefezellen beteiligt, bestimmt auch Milchsäurebakterien. Und als Würfel aus purer Hefemassenansammlung stammen die auch nicht. Nein, der Lord hat seine Helferlein persönlich eingeladen, zu sich zu kommen, hat ihnen Wohnung und Nahrung gegeben und es gefällt ihnen bei ihm. Sie blieben und helfen ihm jetzt.

Wie aber lädt man solche Mikroorganismen oder Helfer zu sich ein? Eigentlich ganz einfach. Vor Weihnachten sah der Lord unter einem Apfelbaum viele heruntergefallene Äpfel liegen. Niemand, außer den Amseln interessierte sich für sie. Er nahm einen Apfel mit. Daheim hat er ihn zerrieben, mit Quellwasser vermischt und warm gestellt. Die unzähligen kleinen Helferlein, die auf ihm wohnten, bekamen damit Nahrung und rackerten los. Es schäumte und blubberte im Saft. Dann kamen ein paar geheime Arbeitschritte dazu. Und viel Zeit. Nun wohnen die Helfer in einem kleinen Teig im Kühlschrank und stehen jeder Zeit für so herrliche Backwerke wie diese Brioche zur Verfügung. Diese Art der Hefe zum Backen ist auch unter dem Namen lievito madre, die Mutterhefe, bekannt. Jeder, der bereit ist, den Helferlein Kost und Logis zu geben, kann sie zu sich einladen. Quasi aus dem Nichts kommen sie und verschwinden, wenn man sich nicht mehr um sie kümmert. Ganz umsonst stellen sie ihre Dienste niemals zur Verfügung. Es ist ein Geben und Nehmen auf beiden Seiten.

Die Selbstversorgerideen und Methoden werden umfangreicher

Jetzt jedenfalls ist die wattige und süße Köstlichkeit mit der heißen Schokolade fast vertilgt. Der Lord freut sich noch weiter. Jetzt über seine immer weiter wachsenden Vorräte, mit denen er sich selbst versorgt. Mit dem versorgt, was zu einem zufriedenen Leben notwendig ist. Und es nehmen nicht nur die Vorräte zu sondern auch die Methoden, Tricks und Möglichkeiten zur Verarbeitung seiner selbst gezogenen Obst- und Gemüsevorräte zu.

Sprach er nicht kürzlich erst von seiner Gemüsesamensammlung und wie er diese organisiert hat? Jetzt sind bereits die Paprika gesät. Dabei kamen ihm wieder die getrockneten Mini-Paprika, die aussehen wie Chilis, in die Hand. Medusa oder Naschzipfel heißen sie.

Um an die Samen für eine Aussaat zu kommen, musste er eine aufschneiden. Wie überrrascht war er über das frische und fruchtige Paprikaaroma, das dabei in seine Nase kroch. Ja wirklich, die kleinen Schoten sind Paprika mit einer Schärfe von Null. Dafür aber auch frisch von köstlich intensiven Paprikaaroma. Sie kamen mit in die eingekochten Cocktailtomanten oder zierten mit ihrer Farbe grüne Salate, Käseplatten oder Brotaufstriche.

Die winzigen Pflanzen waren auch im Herbst noch voller Früchte.

Wie aus Naschzipfeln Paprikapulver wurde

Bevor sie am Strauch verderben oder erfrieren, hat er sie geerntet und einfach an der Luft getrocknet. Nun weiß er, dass sie dadurch ihr Aroma noch verstärken. Was also lag näher, als die getrockneten Früchte zu verarbeiten.

Schnell noch ein paar Samen für weitere Aussaaten gerettet und schon landet der Reste im Mixer. Den grünen Stil hat er abgeschnitten, dass das Aroma nicht verfälscht wird.

Binnen Sekunden hat der Lord sich das in der Küche so oft benötigte „Paprikapulver süß“ selbst hergestellt. Etwas wenig, ja. Aber nun weiß er von dieser herrlichen Verwendungsmöglichkeit und wird diese Saison mehr von den Pflanzen anbauen. Just zu diesem Zwecke.

Wieder eine weitere Verwendungsmöglichkeit seiner Gemüse kommt in die Sammlung. Selbst kam er auf die Idee, die nur möglich war, weil er nichts verkommen lassen will (übrige Früchte geerntet und getrocknet, statt kompostiert) und er immer wieder beobachtet und wachsam ist (super aromatischer Duft beim Aufschneiden der trockenen Schoten).

Der Selbstversorger-Test

Und bevor nun die in Dankbarkeit und Zufriedenheit verbrachte Schokoladen-Pause endgültig vorüber ist, fällt dem Lord noch sein neu erdachtes Projekt zum Thema Selbstversorger ein.

Es gibt viele Menschen, die sich vielleicht auch gern mehr oder überhaupt, selbst versorgen möchten. Einen Garten suchen sie, wünschen sie sich oder warten auf einen. Endlich loslegen wollen sie dann. Aber ob sie als Selbstversorger geeignet sind? Es gibt Tests mit Fragebögen. Aber was sagen die schon.

Der Lord hat sich da etwas ganz eigenes überlegt, was wirklich aussagekräftig ist und schon eine Mini-Selbstversorgung in sich birgt.

Wer also gern selbst mehr in dieser Richtung unternehmen möchte, dem sei hier der Topf empfohlen.

Er wird für dieses Projekt noch eine wichtige Rolle spielen. Wer neugierig geworden ist, der sollte immer wieder mal hier im Blog nachschauen. In wenigen Tagen oder Wochen geht es los…..

5 Antworten auf „Heinzelmännchen einladen und das Selbstversorgertum. Geschichten vom schwarzen Lord“

  1. Was Du alles machst, Achim! Man staune!
    Auf die Idee mit solche inem Apfel wäre ich nie gekommen! 😉 🙂
    Aber stimmt, die Hefen sind da, weiß jeder aus dem Weinbau. 😉

    Hast Du Dein „Nutella“ dann auch selbst hergestellt? Ich hätte da ein Rezept. 😉

    Interessant Deine kleinen Paprikaschoten, wenn die nicht scharf sind, wären auch noch eine Option, falls pflegeleicht.

    Na, da bin ich ja gespannt, auf Dein Topf-Projekt.

    Schön geschrieben!

    Liebe Grüße
    Sara

    1. Sara, die kleinen Paprika sind super pflegeleicht, brauchen keinen Platz, weniger als eine Kohlrabi und tragen über Monate sehr reich, im Freiland. Medusa und Naschzipfel , darunter findet man sie.
      Liebe Grüße, der Achim

        1. Hallo Sara, ne die gibt es weder bei Bingenheimer noch bei Dreschflegel oder Biogartenversand. Ich hatte die Samen von einer Bekannten. Nun aber sind die übrigen Schoten, wie beschrieben zu Pulver gemahlen…… Aber google einfach mal, die findet man immer wieder wo.
          Liebe Grüße, der Achim

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