Im Oktober beginnt die Gewächshaus-Saison

Im Oktober wird es im Gemüse-Gewächshaus wieder richtig hektisch. So viel Winter-Gemüse kann jetzt noch gesät und gepflanzt werden.

Endlich kann wieder nach Herzenslust gegärtnert werden.

Im Sommer stehen im Gewächshaus Tomaten, Paprika, Basilikum und Gurken. Das war es. Außer Hochbinden, Düngen, Gießen und Ernten ist nicht viel zu tun.

Seit ich mich mit Wintergemüse beschäftige, freue ich mich direkt darauf, das Gewächshaus im Herbst endlich räumen zu können. Vorbereitet sollte man dann schon sein. Die jungen Pflanzen stehen bereit und alle möglichen Sämereien.

Die Bewässerungsschläuche nehme ich heraus. So kann ich in den beengten Verhältnissen am Boden leichter arbeiten. Dann kommt die Grabegabel zum Einsatz, Steinmehl und Kompost kommen darauf und alles wird mit dem Sauzahn leicht eingearbeitet. Eigentlich nicht wirklich eingearbeitet, nur besser mit dem Boden und seinen Lebewesen in Verbindung gebracht. Oben drauf kommt eine schöne Mulchschicht aus Grasschnitt.

Jetzt kann nach und nach gepflanzt und gesät werden.

Was ich hier über den Winter anbaue werden ich zu den Bildern erklären.

Weil schon in den wenigen Wochen des Oktobers ein so schöner Fortschritt erkennbar ist, zeige ich jeweils die Bilder eines Beetes im Gewächshaus im Zeitverlauf. Es sind drei Beete, die ich nach den Himmelsrichtungen benenne, in denen sie im Häuschen liegen.

Am Start sind:

Und das sind die ersten Teilnehmer. Die jungen Gemüsepflanzen in den Topfplatten. Dieses Jahr recht klein. Ich denke das liegt an der fehlenden Sonne und der geringen Wärme im September. Gesät habe ich zur üblichen Zeit wie sonst auch immer.

In den Topfplatten sind Wintersalat und Endivien, Hirschhornwegerich und ein paar Zwiebeln, die mal wieder nicht keimten, dann nicht wuchsen und daher einfach jetzt ins Gewächshaus kommen. Eigentlich hätten sie im Beet draußen überwintern sollen. Ich hoffe auf wenigstens würziges Zwiebelgrün zeitig im Frühjahr oder sogar kleine milde Zwiebelchen unten dran ab März.

Ein paar Winterrettiche sind da auch noch. Mal sehen, was passiert, wenn ich die ins Gewächshaus pflanze, ob da im Frühjahr was dran wächst.

Und schließlich noch eine paar Lanzenrittersporne. Die säht man im Frühjahr oder schon im Herbst und setzt die kleinen Pflanzen zum Überwintern ins Beet. Dann sind sie im darauf folgenden Jahr zeitiger dran mit Blühen. Ich war spät dran, durch die fehlenden Wärme keimte es nicht richtig und nun traue ich mich nicht, die zarten Pflänzchen aus zu pflanzen. Die überwintern jetzt im Gewächshaus in der Topfplatte. Mit Malven und Mutterkraut ist mir das auch schon gelungen. Sie haben dann im Sommer wunderbar im Beet geblüht.

Gewächshausbeet an der Nordseite

Direkt unter der eben beschriebenen Kinderstube liegt das “Nord-Beet” im Gewächshaus.

Also fange ich bei meiner Bilderstrecke mit ihm an. Zu sehen ist ganz an der Scheibe Mangold. Der soll, im zeitigsten Frühjahr frisches Grün für gemischte Salate liefern.

Davor eine Reihe Radiccio. Ein Versuch.

Vorne in der Mitte stehen drei Pflanzen vom Barbarakraut. Barbarea vulgaris, schmeckt angenehm würzig-scharf genau wie Kresse. Man baut es anstatt der schwer zu kultivierenden Brunnenkresse an. Es ist vollkommen winterhart, eigentlich ein heimisches Wildkraut. Mein erster Versuch mit Barbarakraut oder Winterkresse misslang. Ich hatte Samen von barbarea verna bekommen, dem Frühlingsbarbarakraut. Es ist sehr robust, bildet kräftige Pflanzen und schmeckt nach meinem Geschmack scheußlich. Derb, sehr scharf, bitter. Wie Raps direkt vom Feld, so stelle ich mir das jedenfalls vor.

Hier also von links nach rechts das Beet, wenn man davor steht.

Im dritten Bild habe ich gerade vor dem Barbarakraut eine Reihe Zuckererbsen gesät. In den folgenden drei Bildern sind sie schon sehr schön gewachsen und erntereif. Ich habe sie als Erbsengrün recht dick ausgesät. Man kann auch Pal- oder Markerbsen sähen. Am Besten schmecken aber die Triebe von Zuckererbsen. Die anderen habe ich noch nicht zu Vergleich probiert. Gegessen werden die herrlich nach grünen Erbsen schmeckenden sehr jungen, rohen Triebe im Salat.

Der Radicchio ist schon gut gewachsen und im letzten Bild hinter den gerade keimenden Erbsen ist noch einmal das Barbarakraut abgebildet.

Gewächshausbeet an der Westseite

Steht man also vor dem Nord-Beet an der Rückwand des Gewächshauses und dreht sich nach links, so liegt das West-Beet vor einem.

Die ersten drei Bilder stammen vom Anfang des Monats Oktober. Ich habe gerade Wintersalat gepflanzt und dazwischen Erbsengrün gesät. Im dritten Bild zu erkennen die winzigen Zwiebelsämlinge, daneben der übrige Winterrettich aus der Topfplatte.

In Bild 4 sieht man nichts. Hier ist Winterportulak gesät.

Bild 5 , der Bereich direkt neben der Eingangstür zeigt Schnittlauch, der seit Jahren dort steht. Und frisches Knoblauchgrün. Ich hatte noch Knollen vom letzten Herbst übrig, die bereits trieben. Also rein in die Erde und nun kann ich frisches, würziges Knoblauchgrün ernten. Ende Oktober kam noch eine Knolle, zerteilt in Zehen, in die Erde, damit länger Nachschub vorhanden ist. Kräuterquark, Kräuterbutter, allgemein Brotaufstriche, Salat oder als Streuwürze auf Aufläufe und Suppen sind die bevorzugten Verwendungszwecke.

Die Zeit vergeht und in Bild 9 bis 12 sieht man dann schon den gekeimten Winterportulak. Daneben eine Reihe ebenfalls frisch aufgeganger Asiasalat-Mix.

Die Zwiebelwinzlinge sind auch schon gewachsen. Drei oder vier sind nichts geworden. Dort kann ich noch einen Salat pflanzen. Der Wintersalat und das Erbsengrün jedenfalls tun, was sie tun sollen: wachsen.

Und hier noch einmal die Ansicht von der Eingangstüre aus. Einmal Anfang Oktober und dann am Ende des Monats:

Gewächshausbeet an der Ostseite

Drehen wir uns also um 180° und betrachten das Ost-Beet.

Bild 1 sind Mairüben und Radieschen. Ein Versuch.

Bild 2 Endiviensalat und Barbarakraut.

Bild 3Winterkopfsalat und Hirschhornwegerich.

Bild 4 Hirschhornwegerich und Barbarakraut.

Bild 5 Rucola und Majoran.

Bild 6, eigentlich räumlich vor Bild 1 , aber nicht zeitlich, zeigt gepflanzten Feldsalat. Wenn der im Beet gesät werden müsste, ist das Gewächshaus immer noch nicht frei und einsatzbereit. Also sähe ich ihn in einer Topfplatte vor und pflanze ihn dann aus. Im letzten Bild sieht man schon eher, was es werden soll.

Auch hier wieder ein Vorher- Nachhervergleich. Der Blick von der Eingangstüre Anfang und Ende Oktober.

Kunststofffrühbeetrahmen

Wintergemüsegärtnerei geht aber nicht nur in einem Gewächshaus. Ich habe da noch dieses Billig-Kunststoffstegplatten-Frühbeet. Einmal für wenige Euro im späten Herbst erstanden. Den Tipp kann ich gerne weiter geben. Frühbeete kauft man im Herbst und Spätherbst deutlich günstiger als im Frühjahr!

Hierin säte ich auf der halben Fläche Feldsalat und auf der anderen Spinat zur Ernte im zeitigen Frühjahr. Wenn der Winter mit seinen Temperaturen es zulässt.

Hölzernes Frühbeethäuschen

Noch länger habe ich das nette kleine Holzfrühbeet. Eigentlich ein Aufsatz auf ein Hochbeet. Wir haben aus Recycling-Kunststoffbrettern einen Rahmen darunter gebaut. So steht das Holz nicht direkt auf der nassen Erde und die beiden Teile sind sicher miteinander verbunden. Auch kommt es höher aus der Erde. Es hält glaube ich schon 4 Jahre bei Wind und Wetter draußen aus.

Darin ist noch einmal Wintersalat. Hier hatte ich den Boden nicht wirklich gut und feinkrümelig vorbereitet. Der Salat wächst aber alles gesäte nicht. Spinat hätte auch hier drin sein sollen. Oder den hat die Maus gefressen. Ich glaube hier ist irgendwas zu Hause, den Spuren im Mulch nach zu schließen…

Vorbereitung für die Aussaat im Frühjahr.

Erinnert ihr euch noch, ganz am Anfang dieses Beitrages? Das Bild mit dem Sommer-Gewächshaus und dem blühenden Rettich?

Gesät im Februar, ein köstlicher Bamberger Rettich. Von einem wollte ich Samen fürs nächste Jahr haben und tatsächlich fing einer an zu schießen und zu blühen. Dumm, dass er ganz vorne am Eingang stand und ich viele Monate kaum ins Gewächshaus rein kam. Die Bienen und Hummeln liebten die vielen vielen Blüten. Die Samen wollten nicht reif werden und so hatte ich nur eine sehr geringe Ernte der Hüllen mit den Samen. Die müssen schließlich braun und trocken sein. Grün sind die Samen nicht ausgereift und taugen nicht zur Aussaat im Frühjahr. Trotzdem ein paar sind dabei und die kommen wieder im Februar ins Gewächshaus. Bei mir ist schließlich rund ums Jahr etwas los im Häusle. Wozu hätte ich es denn sonst? Vier Monate im Jahr Tomaten wäre mir einfach zu wenig.

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4 Antworten auf „Im Oktober beginnt die Gewächshaus-Saison“

  1. Hallo Achim,
    die Staudengärtner haben den Garten winterfest gemacht, halten Winterruhe und träumen von den ersten Zwiebelblühern. Bei dir geht es mit der Gartenarbeit jetzt erst richtig los! Das ist ein ganz neuer Gedanke für mich.
    Es ist toll, zu sehen, wie sich einige deiner Schätzchen in der kurzen Zeit schon entwickelt haben. Und klasse, dass du das, was in dem mauen Sommer nicht so recht zu Gange kam, jetzt im Gewächshaus “nachreifen” lassen kannst. Ich finde auch toll, dass du nicht nur deine Erfolge zeigst, sondern auch Fehlschläge mit uns Lesern teilst, da fühlt man sich mit seinen Misserfolgen nicht so allein …
    Ich träume dann jetzt mal weiter, wünsche dir viel Freude an der Winter-Gartenarbeit und ein schönes Adventswochenende,
    viele Grüße,
    Susanna

    1. Hallo Susanna,
      für mich war das mit dem Gemüse im Winter auch bis vor wenigen Jahren neu. Ich staunte nicht schlecht, als ich die Bücher dazu las, was mir all die Jahre entgangen ist. Und seither kommt auch wirklich daheim die Aussage “wir haben im Herbst und Winter und Frühjahr mehr Salat als im Sommer”. Im Sommer ist es bei mir katastrophal trocken (auch 2021, wenngleich nicht so extrem). Da wächst kaum ein Gemüse und Salat erst gar nicht. Der Staudengarten liegt jetzt bei mir auch im Winterschlaf und jetzt auch das Wintergemüse. Es wartet nur auf längere Tage, dann wird wieder gewachsen. Dir auch schöne Adventstage und viel Vor-Freude an und auf den Garten. Genießen wir die ruhige Zeit.
      Viele Grüße,Achim

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