Kann man Giersch im Staudenbeet besiegen?

Giersch besiegen durch abrupfen, mit Mulch ersticken oder gar mit Aufessen funktioniert nicht. Aber meine Methode funktioniert sicher.

Der Giersch oder ich, einer von uns beiden muss gehen

Ein kniehoher dicht geschlossener Teppich an Giersch. So sah das Ergebnis meiner jahrelangen, anstrengenden und teils fantasievollen Bemühungen aus, den Giersch aus dem Staudenbeet am Gartenzaun zu entfernen oder zu dezimieren.

Eingepflanzte Stauden konnte nicht überleben und starben im ersten Jahr. Große Herbstastern und Pfingstrosen waren die Einzigen, denen der Giersch nichts anhaben konnnte.

2020 wollte ich aber zum ersten Mal einen schönen Vorgarten mit blühenden Stauden am Zaun haben. Ausgemacht wurde das vor etwa zehn Monaten.

Am späten Freitag Abend meldetet sich mein Gierschbekämpfer, dass er morgen Zeit für ich hat.

Ich sagte ab und dann wieder zu. Gerade ist arbeitstechnisch Maximalleistung angesagt, was den Job betrifft. Es ist aber dennoch alles gut und positiv, nur eben Arbeit bis zum Anschlag an mindestens sechs Tagen der Woche. Und da dann noch Giersch bekämpfen?

Wir organisierten und planten und dann entschieden wir uns in der Nacht noch, Samstag früh das lange geplante Projekt zu starten.

Was bei Giersch hilft, bekämpft auch Efeu und Wildrosen

Samstag 10 Uhr und die Giersch-Bekämpfungs-Maschine steht bereit.

Neben dem Gierschbeet ist noch ein viele Quadratmeter großer Fleck im Rasen mit dichtestem Efeubelag, dicht an dicht Sämlingen von Liguster, Weißdorn, Schlehe, Berberitze, Ahorn und Rose.

Eine Ecke im Garten, die seit Jahrzehnten nicht gepflegt wurde. Und das im Vorgarten!

Zuerst kam die wuchernde Scheinquitte aus dem Boden. Dann endlich die Forsythie, die wenige Tage im Jahr blüht und keinem Insekt etwas nützt. Den Rest der Jahreszeiten steht sie als störrisches und unschönes Objekt im Beet. Der Holler muss raus, weil er wegen der Dürren der letzten Jahre dort ohnehin ab Juli verdorrte und keine Früchte brachte.

So arbeiten wir uns zum Zaun vor. Rabattensteine werdenen entfernt.

Ein paar Stauden, Sträucher und Rosen habe ich einmal „gerettet“. Ob sie weiter leben werden, sehen wir, wenn sie wieder in die Erde kommen und wachsen dürfen. Ganz ohne Konkurrenz von Giersch und Efeu.

Altes und Lästiges ist weg. Was Neues kommen wird, steht noch nicht fest.

Nach Acht Stunden Knochenarbeit, inklusive einer kleinen Weißwurstpause und Kaffeepause, brachen wir wegen einbrechender Dunkelheit die Arbeiten für eine Woche ab.

Schon jetzt sieht es viel besser aus, als vorher. Der Giersch dürfte auch schon deutlich reduziert sein.

Wie das hier vorne im Garten dann nach Abschluss des Projektes im Sommer dann aussieht, kann ich noch nicht sagen. Erste Ideen sind am Reifen.

Ich bin jetzt jedenfalls erstmal fix und fertig und freue mich, dass Giersch, Efeu und Sämlinge in vier Anhängerladungen entsorgt sind.

10 Antworten auf „Kann man Giersch im Staudenbeet besiegen?“

  1. So einen Bagger hätte ich auch gern. Nach mehreren Jahren regelmäßig Wurzeln rauspuhlen, Blätter zupfen und mulchen habe ich aufgegeben. Dann hab ich mit Spaten und Schippchen doch alle Sträucher und Stauden ausgegraben, gut 30 cm tief alles rausgesammelt und dann langsam neu gestaltet (mit Nachkontrolle auf übersehene Restwurzelchen). Zwei Heckenstreifen an den Nachbarszäunen habe ich dieses Jahr noch vor mir 🙁 Zum Glück bremst die Trockenheit den Giersch aus und die Aussicht auf die Neugestaltung entschädigt ein wenig. LG, Ulrike

    1. Hallo Ulrike, ich zupfe auch seit Jahren und das Beet hier ist das kleinste Staudenbeet von 5 insgesamt. Ich komme einfach nicht mehr hinterher und so beschlossen wir letztes Jahr, dieses Beet wirklich komplett neu zu machen. Hier war der Giersch am übermächtigsten. Er hatte die komplette Herrschaft übernommen. Da der benachbarte Gartenteil mit dem Wildwuchs ohnehin seit Jahren auf meiner Wunschliste zur Veränderung steht, gehen wir das jetzt alles an. Sich hat auch der Bagger nicht alles entfernt, denn beim Giersch wächst jedes noch so kleine Wurzelstück wieder an. Aber vielleicht kann ich ihn durch wieder konsequentes Abzupfen los werden.
      Und du hast Recht, im Sommer, wenn es trostlos heiß und dürr ist, dann ist der Gierschteppich unter den Hecken verschwunden. Aber er kommt leider im nächsten Frühjahr immer wieder. Die Staudenbeete kann ich nicht so austrocknen lassen und so gedeiht er hier leider prächtig.

      Also dann auf ein spannendes Jahr mit Neugestaltungen und einen schönen Gartenfrühling, der Achim

  2. Ich oute mich mal als Giersch-Liebhaber. Für mich ist Giersch ein Heilkraut und hatte mir schon beim Fersensporn geholfen. So gut, dass ich fast kein Gierschblatt mehr im Garten gefunden hatte. Von daher darf bei mir immer eine Ecke mit Giersch stehen.

    1. Hallo Sonny, keine Angst im restlichen Garten wächst noch Giersch mit dem du einer ganzen Fussballmannschaft ihre Leiden therapieren könntest. Nur in den Staudenbeeten und Gemüsebeeten hat er eben nichts zu suchen. Wenn er dort Fuß fasst ist alles andere vergebens, wie das Beet hier gezeigt hat. Und dazu habe ich meinen Garten halt nicht. Ansonsten schmecken mir Brennesseln um Längen besser als der Giersch. Aber von denen habe ich auch genügend, so viel, dass es sogar für die Jauche langt.
      Viele Grüße und bald ein angenehmes Garten-Frühjahr wünscht der Achim

  3. Hallo Achim, ich hatte ja schon mal geschrieben, das ich mir den Giersch mit ausgegrabenen Buschwindröschen eingehandelt hatte. Das hatte mich bitter bestraft. Anfangs dachte ich, das seien eben Waldbewohner, Scharbockskraut war auch dabei, das habe ich heute noch. Zum Glück war es die Ecke beim damaligen Kompost. Ich habe den bestimmt gefühlte 3 Jahre mit der grabe Gabel gejagt, jedes Wurzelstück ausgelesen. Dann war er weg. Gott sei Dank war er nicht im Staudenbeet das wären schlechte Karten.
    L.G. Helga

    1. Hallo Helga, du sagst es. Verwoben mit Staudenwurzeln wird man ihm nicht Herr. Habe auch im Beet alle Stauden die noch da waren entsorgt. Wir haben die Wurzelballen vorsichtig ausgebaggert. Aber es war nicht möglich dort die Gierschwurzeln zu entfernen. Pfingstrosen konnte ich retten ind von den riesigen Astern jeweils ein winziges Teilstück wo ich die Wurzeln entfernen konnte. Muss oder darf ich eben neue Stauden kaufen. Hauptsache der Giersch ist erst mal weg. Arbeit macht es genug.
      Liebe Grüße und eine schöne Woche wünscht der Achim

  4. Hallo Achim, ich oute mich mal als stille Mitleserin 😉 „nur“ Giersch verdrängen funktioniert dann, wenn das Beet in die Sonne kommt, Blüten beim Aufblühen ausreißen und hin- und wieder alle Blätter entfernen, das Ganze immer schön mit Kaffesatz mulchen – freut auch alle Pflanzen, die eigentlich im Beet wachsen sollen. Es hat ~ 3 Jahre gedauert, dann war er weg, da wo er weg sollte. Wennd as ganze natürlich noch mit Efeu u.ä garniert ist, hilft vermutlich tatsächlich nur das große Gerät. LG Ursula

    1. Hallo Ursula, dann freut es mich umso mehr, wenn du deine Stille durchbrichst und mir geschrieben hast. Sonne hat das Beet und ich rupfe im 14 Tagerhythmus bis etwa Juli alle Beete und das ist eine recht große Fläche und ich habe kaum die Zeit dazu. Aber es bringt einfach nichts, es wird mehr und mehr und mehr. So viel Kaffeesatz habe ich gar nicht, dass ich ihn damit mulchen kann. Mag er wohl Kaffee nicht? Habe noch nicht davon gehört. Ich habe schon mit Wellpappe und dick Rasenschnitt darauf gemulcht (siehe Foto). Null Wirkung. Kunststoffgewebe hilft aber ist halt zwischen den STauden nicht gut verlegbar. Dann kommen die Frühlingsblumen nicht durch und Akeleien und Co können sich nicht selbst aussähen. Also im Beet auch keine Lösung. Hier bot sich der Bagger an, da eh einiges umgestaltet wird. Meine anderen Beete mag ich jetzt auch eigentlich nicht ausbaggern. Mal sehen, wie das so weiter geht.
      Schöne Tag und viele Grüße wünscht der Achim

  5. Hallo Achim,
    ach, wie nett, Giersch und Brennnesseln einträchtig beisammen. Da weiß man ja schon mal, womit man beide nicht verdrängen kann. Was bestimmt auch hilft, ist einen Hühnerauslauf auf der Fläche zu machen. Nach einiger Zeit wird da nichts mehr wachsen, die Hühner scharren alles kurz und klein. Auf meinem Schulweg früher gab es so eine Hühnerecke, der Giersch wuchs nur noch außerhalb des Geheges und traute sich nicht mehr rein zur der gierigen Meute. Ich habe die Hühner gern mit Giersch gefüttert, das mochten sie.
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, das mit den Hühner glaube ich gerne, kommen doch manchmal die Nachbarshühner in meinen Garten und wenn die anfangen zu scharren, in der lockeren Erde der Beete, dann gut Nacht…. ich halte sie aber tunlichst draußen, weil ich Angst habe, dass sie mal im Steingarten anfangen zu scharren, der wäre komplett zerstört durch so einen Hühnerbesuch. Daher vertraue ich lieber auf „meine“ Art der Gierschbekämpfung 😉
      Schöne Woche wünsche ich , falls der Sturm euch noch nicht weg geblasen hat, der Achim

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