Komposttee im Garten oder: „Ich gieße Kompost“

Heute habe ich Komposttee im Garten ausgebracht. Was das ist, warum man es macht und vor allem wie, zeige ich hier im Beitrag.

Für die DSGVO: Werbung für genannte Produkte,
die ich aber alles selbst bezahlt habe
und nichts von den Herstellen erhalte.

Zuallererst: Komposttee ist kein Tee, der gebrüht oder gekocht wird, wie Kräutertee. Er wird eher gebraut und dann verdünnt ausgebracht.

Aber der Reihe nach. Und ich beginne mit dem WARUM.

Warum Komposttee?

Komposttee habe ich vor einigen Jahren schon regelmäßig angewendet und bin dann aus Zeitmangel ganz davon abgekommen. Jetzt habe ich ein wunderbares Buch, sehr empfehlenswert für fortgeschrittene Gärtner, die schon etwas Gartenverständnis mitbringen, gelesen. Ich habe es selbst gekauft und wenn ich es hier empfehle, muss ich wohl Werbung ! dazu schreiben. Es ist das Buch „Gärtnern mit Mikroben“ von Lowenfels und Lewis. Es ist so unendlich aufschlussreich. Es öffnet einem die Augen und man sieht seinen Garten mit anderen Augen. Garantiert!

Daher meine Rückbesinnung auf das Anwenden von Komposttee. Ich kann in diesem Beitrag den Inhalt des Buches nicht im entferntesten wieder geben. Dennoch sind die darin beschriebenen Vorgänge im Boden der Grund zu meiner und allgemein überhaupt zu einer Anwendung von Komposttee.

Es läuft alles darauf hinaus, dass im Gartenboden, in und auf den Pflanzen, unvorstellbare Mengen an Mikroben leben, ohne die eine gesunde Pflanze nicht sein kann. Die Basis eines jeden echten Biogartens (Bio ist nicht einfach nur weglassen von Kunstdünger und Chemie, so wie Vegetarisch nicht nur einfach weglassen von Fleisch ist). Nun habe ich dieses Jahr extrem Probleme im Garten und schiebe das neben dem Wetter vor allem noch immer auf den Boden. Zweimal habe ich ihn testen lassen und die Ergebnisse waren alles andere als die eines gut laufenden Biogartens.

Notwendig wäre Kompost überall im Garten. Mein Kompost reicht nicht für alles und ich will jetzt was machen. Am schnellsten hat man die Wirkung von Kompost, wenn man ihn als Tee im Garten verteilt.

Die Hauptwirkung von Kompost ist weniger der düngende Effekt im Sinne einer Zufuhr von etwa Stickstoff und anderen Nährstoffen. Nein es ist die Zufuhr einer unvorstellbaren Menge eben der notwendigen Mikroorganismen. Die Pflanzen gehen mit ihnen eine Partnerschaft ein, „sagen“ welche Nährstoffe sie im Moment benötigen und die Organismen schaffen diese in pflanzenverfügbarer Form heran. Dafür bekommen die Organismen von den Pflanzen Wurzelexsudate und Zucker als Nahrungsmittel. Neben dem Kompost ist ein ständiger Bewuchs der Fläche (Gemüse oder Gründünger) und das Mulchen wichtig.

Geprägt hat mich ein Satz aus dem Buch: „Wer hat schon einmal einen alten eingewachsenen Wald gedüngt? “ Und wie prächtig wächst es dort! Das ist das Zusammenspiel von Pflanzen und Mikroorganismen.

Zurück zum Komposttee. So wie nur relativ wenig Kompost pro Fläche nötig ist, um den Boden mit den Organismen zu impfen, so ist noch weniger Kompost nötig, wenn man Tee daraus macht.

Woher kommt der Kompost?

Wo kommt mein Kompost her? Aus den pflanzlichen Abfällen im Garten. Diese sammle ich alle und kompostiere sie. Manche müssen vorher gehäckselt werden.

So sammle ich die organischen Abfälle, schichte meinen Kompost in dem selbst gemachten Palettenkomposter auf.

Pappe dazwischen, Steinmehl. Hefe und Sauerteig der beim Vermehren und Füttern des Ansatzes wöchentlich übrig bleibt, verdünnt mit Wasser kommt auf den Kompost. Das sind hilfreiche Mikroorganismen, die beim Verrotten helfen. Ach ja und wir haben seit Jahren Dürre. Das heißt, ich muß den Kompost regelmäßig gießen. Im Hochsommer 2-3x die Woche. Er muß feucht sein, sonst verrottet nichts. Er darf aber nicht nass sein und verschlämmen. Dann würde er anaerob, würde stinken und wäre wertlos.

Wein ein Behälter voll ist wird mit einer organischen Schicht abgedeckt und abgewartet.

Im nächsten Jahr ist er stark zusammen gesackt und ich schaufle ihn um in einen anderen Behälter. Außen herum mache ich da immer Pappe , damit er nicht so durch die Gatter fällt und leichter feucht zu halten ist. Der Behälter ist dann leicht gehäuft voll mit halbfertigem Kompost. Gegen zu viel Sonne, wird er luftig abgedeckt.

Die Rotte geht weiter und der Kompost sackt noch einmal um mehr als die Hälfte zusammen. Er riecht angenehm nach Walderde und kann angewendet werden.

Auf neu zu bepflanzende Beete gebe ich etwas. Oder in den Komposttee.

Zu dem komme ich jetzt.

Komposttee brauen

Komposttee ist Kompost der 24 Stunden im Wasser ist und dann verdünnt ausgebracht wird. Wichtig hierbei sind die Details:

Das Wasser muss chlorfrei sein. Ich habe Brunnenwasser. Regenwasser wäre auch gut. Leitungswasser sollte man einen Tag offen stehen lassen, dass Chlor austreten kann.

Das Wasser sollte nicht zu kalt sein. Im Sommer kein Problem. Ansonsten kann man eine Aquarienheizung, die für die jeweilige Liter-Anzahl geeignet ist, hineinhängen. Meine habe ich auf 24 Grad eingestellt.

Nun kommt Kompost dazu.

Man braucht nicht viel. Ich habe etwa 30l Wasser und gebe da etwa 1 l Kompost hinein. Die Mikroorganismen aus dem Kompost schwimmen dann im Wasser und vermehren sich. Das sollen sie reichlich, denn darum macht man den Tee. Damit sie dies leichter können, weil sie wohlgenährt sind, kommt noch ca 50 ml Melasse dazu. Das ist der Rückstand der Zuckergewinnung und ich habe immer etwas als Biodünger für die Kübelpflanzen daheim. Für die Zeit, in der ich keine Brennesseljauche zur Verfügung habe. Man kann auch auch einfach Zuckerrübensirup aus dem Lebensmittelladen verwenden.

Damit sich die richtigen Organismen vermehren, die aerob Lebenden, ist es jetzt wichtig, dass die ganze Zeit ausreichend Sauerstoff vorhanden ist. Das geht nur über einen Aquariensprudler. Möglichst überdimimensioniert. Ich habe eine Pumpe mit zwei großen Sprudelsteinen. Der Sauerstoff ist das Wichtigste am Brauen!

Man deckt das Ganze mit einem Tuch ab und wartet etwa 24 bis maximal 36 Stunden. Dann darf es aber nicht zu warm sein.

Komposttee ausbringen

Nach der Zeit ist der Tee fertig gebraut. Jetzt kann er verdünnt ausgebracht werden. Verdünnt heißt mindestens 1: 10 mit abgestandenem, jedenfalls chlorfreiem Wasser. Man kann auch stärker verdünnen. Es sind ja hoffentlich nach reichlicher Vermehrung massig nützliche Mikroorganismen im Wasser. Je mehr man verdünnt, desto weiter reicht der Tee auf die Fläche.

Der verdünnte Tee wird über die gesamten Beete verteilt. Die Blätter dürfen auch benetzt werden, das schadet nicht. Die Organismen im Tee gelangen so in den Boden und können sich dort weiter vermehren. Wenn organische Masse da ist, tun sie das auch bei genügend Feuchtigkeit.

Man kann jetzt 1l Tee in eine Gießkanne Wasser geben und gießen. In meinem großen Garten renne ich da stundenlang mit der Gießkanne umher. Daher sah ich mich nach einer anderen Lösung um.

Es gibt für etwa 25€ diese einfachen DüngerInjektoren oder Beimischer zu kaufen.

Man schließt sie zwischen Hahn und Brause an den Gartenschlauch.

Zu viel Druck oder zu weit geöffneter Hahn ist nicht gut, genau wie ein zu kurzes Stück Schlauch nach dem Injektor. Aber mit ein bisschen Probieren bekommt man heraus, wie weit der Hahn aufgedreht werden kann. Das Wasser strömt schnell durch den Gartenschlauch und saugt so den beizumischenden Dünger oder Komposttee einfach mit. Voll aufgedreht mischt mein Beimischer etwa im Verhältnis 1:10. Optimal.

Für den Beimischer sollte der Komposttee feiner, als nur mit einem Sieb gefiltert werden. Sonst verstopft er und sein Einlasssieb. Ich mache das mit einem Stofftuch in einem Sieb über einem Eimer. Das kleine Einlass-Siebkörbchen habe ich mit einem Stein beschwert, dass es immer am Boden des Tee-Behälters bleibt und nicht aufschwimmt und ich nur Luft ansauge statt Mikroorganismen.

So kann ich mit dem Schlauch den Komposttee ausbringen und muss nicht mit der Gießkanne herum.

Am besten geschieht das kurz vor oder nach Regen oder bei Regen. Blauer Himmel und Sonnenschein oder sehr trockener Boden sind schlecht. Das tötet die Organismen, bevor sie sich im Boden ansiedeln können.

Das werde ich jetzt wieder regelmäßig machen. Man kann es nicht zu oft machen, aber die Zeit ist limitierend bei mir. So denke ich alle 14 Tage fürs Erste sind machbar. Es langen auch 4 Wochen Pause oder ein paar Mal im Frühjahr und dann wieder im Herbst. Man muss sich einfach nur bewusst machen, wozu man es macht: den Boden mit hilfreichen Mikroorganismen impfen. Da ist es nicht wichtig, auf genaue Verdünnung oder Ausbringrhythmen zu achten. Jeder Mikroorganismus, der auf biologisch geführten Boden trifft, kann sich vermehren und führt uns zu unserem Ziel.

Apropos Ziel. Düngt man den Boden mit Kunsttdünger, ist alles umsonst. Der tötet die Organismen und man kann sich die Arbeit sparen! Gleiches gilt für chemische Spritzmittel gegen Schaderreger.

Nun hoffe ich, dass mein Boden lebendig und fruchtbar wird, die Pflanzen, die dieses Jahr überleben oder im nächsten Jahr gepflanzt werden, gesund wachsen und Krankheiten weniger Chancen haben.

Komposttee Diskussion

Interessieren würde mich, wer von meinen Lesern ebenfalls Komposttee anwendet und welche Erfahrungen nach welcher Zeit gemacht werden konnten. Bitte schreibt mir in den Kommentaren oder in einer privaten Mail. Ein Austausch hierzu würde mich wirklich sehr freuen.

8 Antworten auf „Komposttee im Garten oder: „Ich gieße Kompost““

  1. Hoi Achim
    Ich dünge bisher nicht mit Komposttee und denke es reicht, wenn ich jährlich den Kompost direkt ausbringe.
    Was ich mach ist möglichst oft verdünnte Jauche zu giessen.
    Sobald die Wasserfässer wieder voll sind gebe ich eine volle Giesskanne unverdünnte Jauche auch direkt ins Wasserfass.
    Mit diesem Vorgehen muss ich nicht bei jedem giessen an die Düngerbeigabe denken.
    Danke für Deine Tips.
    Ich lese sie immer sehr gerne.
    Grüess Pascale

    1. Hallo Pascale,
      ich denke auch, dass es ausreicht mit dem Kompost. Wenn du es regelmäßig machst und ausreichend hast ist alles gut. Wenn der Boden erst einmal wieder gut belebt und im Lot ist, dann reicht auch normal Kompost und Mulch. Wenn man aber zu wenig Kompost hat oder der Boden noch nicht ordentlich belebt ist, ist es gut mit dem Tee zu arbeiten. Da hat man mit wenig Kompost, viel Material zum Ausbringen, Organismen zum Impfen des Bodens . Und man kann das öfter unterm Jahr anwenden, damit die Organismen sich anreichern und ansiedeln können.
      Regenwasser aus der Regentonne ist ja ansich schon auch „Dünger“, im Sinne von Komposttee. In der Tonnen leben unzählige Mikroorganismen, die die organische Masse im Wasser (Laub, Staub, kleine Insekten etc. ) abbauen udn umbauen. Abgestandenes Regenwasser, grün von Algen ist voller Leben und reichert den Boden an. Das ist super!

      Auf reichhaltiges Bodenleben und gesunde Pflanzen und viel Freude am Garten, der Achim

  2. Lieber Achim,
    Als ich wusste, ich würde bald einen Garten pflegen müssen, bin ich in die Bibliothek gegangen und habe sämtliche Gartenbücher nach Hause geschleppt. Das erste, dass ich gelesen habe, habe ich mir anschließend auch gekauft. Es war „Jetzt haben wir den Salat“ von Angelika Ertl. Es ist ein tolles Buch für den Einstieg in die Biogärtnerei. So habe ich die Effektiven Mikroorganismen kennengelernt und mangels fertigem Kompost im ersten Jahr habe ich diese fertig gekauft. Mein Garten wurde vom Vorgänger mit heftigen Düngerattacken verwöhnt. Hier lag in jedem Beet das Blaukorn. Es wurde auch gespritzt, was das Zeug hält. Und so bin ich immer noch dabei, hier wieder ein Gleichgewicht hereinzubekommen. Die Entwöhnung und die Wetterkapriolen machen den Pflanzen arg zu schaffen. Und sicher mache ich auch noch einiges falsch. Aber die ersten zwei Jahre, in denen ich die effektiven Mikroorganismen eingesetzt habe, war der Garten gesünder als dieses Jahr, wo ich sie außer Acht gelassen habe. Ich habe den Kompost damit angereichert und gezielt kranke Pflanzen damit gegossen. Auch die Hochbeete haben regelmäßig was abbekommen. Dieses Jahr nicht und ich habe weitaus mehr kranke Pflanzen. Und wir hatten bei weitem nicht so strapaziöses Wetter wie in den letzten zwei Jahren ( Und das heißt übrigens nicht, dass ich den Klimawandel leugne). Daher ist es gut, dass Du mein Augenmerk wieder auf die Mikroben lenkst. Ich bin sicher, dass sie deutlich zu einer Bodenverbesserung beitragen.
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Wow Steffi, das ist ja super, was du schreibst. Das freut mich jetzt aber, dass ich nun jemand kenne, der auch damit arbeitet. Also ich habe übrigens auch so rasch nach der Buchlektüre zum KOmpostteebrauen angesetzt,weil es mir geht wie dir. Ich bilde mir ein, dass damals, als ich ihn einsetzte die Pflanzen gesünder und widerstandsfähiger waren als jetzt die letzten Jahre mit extremem Wetter udn keinem Komposttee.Dein Garten klingt genau, wie im Buch beschrieben. Blaukorn und Pestizide, Insektizide und alles Leben ist tot. Da kann ihc mir gut vorstellen, wie du erst wieder aufbauen musst und ja, das ist nich in ein paar MOnaten oder gar einem Jahr geschehen. Das dauert Jahre. Übrigens sind solche Gärten ,die man vielleicht von irgendeinem Vorbesitzer übernommen hat auch gar nicht geeignet, um zum Beispiel mit dem Mulch etwas aus Rasenschnitt zu arbeiten,wie ich immer empfehle. Das Bodenleben ist tot und da bleibt der Rasen unverrottet liegen und hat keine Wirkung. Erst muß Bodenleben her. Ich merke bei mir auch an Beeten oder Bereichen, dass mancherorts der RAsenschnitt monatelang auf der Erde liegt und nicht verrottet, während andernorts er sofort „in den Boden gesaugt“ wird. Das sind dann wohl die Stellen mit noch zu wenig Organismen. Dieses Jahr ist aber (nicht nur) im Garten eh ein katastrophales Jahr. So viel Krankheit und Tot und Misserfolg hatte ich noch nie. Und das liegt jetzt nicht (nur) am Wetter, das dieses Jahr nicht mal soooooo schlecht ist. Schlecht macht das nur die akkumulierte Dürre der letzten Jahre. Und irgendwelche Kosmischen Rhythmen oder Konstellationen. Sonst wäre die Welt nicht in einem Jahr so komplett durcheinander. Wir können nur weiter die guten Organismen pflegen und mit ihnen gegen Krankheit und Verderben vorgehen. Übrigens habe ich auch schon erstaunliche Erfolge damit gehabt, kranke Pflanzen mit den Organismen (bei mir dem Exsudat aus der Wurmfarm) zu behandeln. Nicht immer, aber wenn, dass mächtig erfolgreich.
      Welche Mikroorganismen hast du denn wo gekauft? War es EM oder anderes? Hast du selbst schon mal mit dem Komposttee hantiert? Du hast ja Kompost. Diese Mikroorganismen haben immer einen entscheidenden Vorteil gegenüber gekauften. Sie sind lokal, angepasst an genau deinen Garten (Boden, WEtter, Sonne, Regen etc. pp). Wenn man aber ,wie du, anfangs gar nichts hat, bleibt einem ja nichts anderes übrig als zu kaufen.

      Also Danke noch einmal für deinen Kommentar, der mich sehr ermutigt hat, in der Richtung weiter zu machen und liebe Grüße, der Achim

      1. Lieber Achim,
        Es geht mir wie Dir. Ich habe Kompost, aber er reicht nicht aus. In einem Jahr wie diesem, wo ich viele kranke Pflanzen habe, habe ich automatisch noch weniger Kompost, weil ich die kranken Pflanzen in die Biotonne werfe. So gesehen ein ganz blöder Kreislauf. Aus diesem Grund denke ich seit einiger Zeit über Alternativen bzw. Ergänzungen nach. Im letzten Jahr habe ich mal in der Küche, wo ich an einem Fermentationskurs teilgenommen habe, eine Wurmkiste gesehen. Ich habe dazu gleich die Küchenfee befragt, die damit super Erfahrungen gemacht hat. Du bekommst den Wurmtee automatisch durch den Auffangbehälter und zwar das ganze Jahr über, weil die Kiste in der Küche steht. Da man die Würmer nur begrenzt füttern kann, bleibt auch noch genug für Kaninchen und Kompost über. Gerochen hat diese Kiste nicht. Wenn man sie aufgemacht hat, hat man ein wenig den typischen Geruch nach Walderde gerochen. Man kann solche Komposter auch selber bauen, aber dieses Ding sah dazu noch sehr schick aus. Hat mir gut gefallen. Die Alternative ist der Bokashieimer. Hier arbeitet man die ganze Zeit mit den EM. Der Kompost wird quasi fermentiert. Aber ich denke, das passiert beim Komposttee ja auch. Sowohl die Wurmkiste als auch der Bokashieimer bieten den Vorteil, dass man zügiger an Mikroben kommt als durch den Kompost.
        Ich habe übrigens EM angewendet und ich habe damit auch die Rosen mit Sternrußtau behandelt. Sie sahen im letzten Jahr noch super aus. Dieses Jahr habe ich sie nicht behandelt und es ist verheerend. Sie haben deutlich weniger geblüht und zwei haben kaum noch Blätter. Bei Mehltau habe ich keine so gute Erfahrungen damit gemacht. Der ist zu hartnäckig gewesen.
        Was mich an den EM stört, ist, dass so ein Fläschchen schnell leer ist und man nachbestellen muss. Natürlich leben diese Firmen davon, dass sie einem das Geld aus der Tasche ziehen, ebenso alle, die Dünger, Jauchen, Brühen, etc. verkaufen. Sie nutzen alle die Verzweiflung des Gärtners aus. Aber trotzdem habe ich bisher gute Erfahrungen mit EM, Hornspänen und Urgesteinsmehl gemacht. Dieses Jahr habe ich auch mal einen Biopferdedünger gekauft, aber ich glaube der Stickstoff fehlte nur im Vorgarten, weil ich hier vor zwei Jahren unwissend mit Rindenmulch ohne Stickstoffbeigabe gearbeitet habe. Sonst habe ich ja auch immer ein wenig Kaninchenmist im Kompost. Komposttee habe ich sonst noch nicht gemacht. Ich werde mich damit mal beschäftigen.
        Was ich derzeit feststelle, ist, dass ich sehr viele Regenwürmer habe. Das ist ja schon mal ein sehr gutes Zeichen. Es werden jedes Jahr mehr Insekten und die Vögel kommen auch. Dass natürlich auch mehr Schadinsekten kommen, gehört dazu und ich versuche, es gelassen zu sehen. Die Kohlweisslinge z. B. bekommen in der Zwischenzeit ein paar eigene Kohlpflanzen in den Blumenbeeten. Hast Du den Film „Unsere große kleine Farm“ gesehen? Ich lege ihn Dir sehr ans Herz, er ist berührend und zeigt, wie wichtig die Bodenverbesserung und das Erkennen von Kreisläufen ist.
        Liebe Grüße
        Steffi

        1. Hallo STeffi,
          ja EM kenne ich, wollte mal Bokashi machen, habe 2 Eimer und ein Jahr oder länger das probiert. Es stank so entsetzlich, dass Brennesseljauche dagegen ein Erdbeershake ist. DAs „fermentierte“? Zeug verrottete über ein Jahr über haupt nicht, weder im Kompost noch in der Erde. Es lag unverändert dort und stank, dann wurde es von Viechzeug ausgbuddelt und eine riesen Unordnung veranstaltet. Ne das mache ich nicht mehr. Habe die BokashiEimer jetzt für fertigen Wurmkompost (habe in den Deckel noch Löcher gebohrt zwecks Sauerstoff). Dort lagert er bis zum Verbrauch. An Bokashi gefüllt mir nicht, dass man, wie du sagst, daurnd nachkaufen muß. Daher hat das Bokashi ja auch so einen Hype, weil die Hersteller es bewerben, weil sie damit unendliche Nachkäufe generieren. DAbei sind es einfach nur Bakterien, die man sogar selbst als Milchsäurebakterien mit winzigstem Aufwand züchten kann und dann vorrätig hat. Mit denen soll Bokashi auch gehen, einfach Milchsäurebakterien. Die EM sind ja auch nichts andres, ausser dass es gezielte Stämme sind. Kannst mal zum STichwort LAB (lacto acid bacteria) googeln. Ist fast alles auf Englisch. In Deutschland interessiert das niemand, weil man was selbst mache muß und das Arbeit macht und man es nicht einfach für das Geld, das wohl nach wie vor noch reichlich vorhanden ist in Deutschland fertig kaufen kann. Ich jedenfalls schwöre auf das was man selbst machen kann, was kostenlos nachwächst und was regional ist. EM ist das alles nicht. Wurmfarm und LAB schon. Dass die Milchsäure überall ist und man dafür nichts zahlen muß, hast du sicher im Fermentierkurs mit bekommen. Und ich bin immer gern auf der Sicheren Seite, falls mal eine Krise kommt und man eben nicht alles überall kaufen kann. Ja ja, das haben sie immer gesagt“ hier in Deutschland brauchst du dir doch da keine Sorgen machen“!!! Und was war im Frühjahr?

          Der empfohlene Film, wo sieht man den? ist das bei Youtube oder einen Mediathek oder was ist das für ein Film?

          Also ich liebe meine Wurmfarm. Ich allerdings möchte sie nicht in der Küche haben, es sind immer viele bis sehr viele (dann mal wieder keine) Fliegen und Obstfliegen drin. Der Geruch ist nicht anaerob, aber irgendwie fad, den möchte ich auch nicht in der Küche haben. Aber ich habe sie seit vielen Jahren und die steht im temperierten Palmenüberwinterungsraum., so dass die Würmer rund ums Jahr arbeiten. Weil ich sie schon so viele Jahre hab, habe ich mir just jetzt mit der Kompostteegeschichte und dem Buch, das ich DIR gern ans Herz legen würde, gedacht, dass die Wurmfarm, die von Natur aus mehr Bakterien als Pilze enthält, mittlerweile zu bakterienlastig ist. Ich habe mal ein wenig holziges MAterial mit rein und ein Schäufelchen vom fertigen Kompost im GArten, der ausgeglichener in der Zusammensetzung der Mikroorganismen sein sollte. Vielleicht bekomme ich ihn auch besser riechend und von der Konsistenz her nicht so voller „Bakterienschleim“ wie es im Buch beschrieben wird. Was ja nicht schlecht ist aber doch sehr einseitig.
          Mir macht es sehr viel Spass mich mit all diesen Zusammenhängen auseinander zu setzen und zu beobachten wie sich was verändert. Und ich beobachte ja und beobachtete schon vorher fast nur Gutes, was natürlich weiter motiviert.

          Liebe Grüße und eine schöne warme Herbst-Woche wünscht der Achim

  3. Hallo Achim,
    ein bisschen wie Sauerteig ansetzen, die Mikroorganismen brauchen Zucker. Gute Anleitung, habe ich noch nie gemacht. Bin ja sowieso der einzige Kompostgärtner auf weiter Flur… Aber sollte ich mal probieren, dafür ist schließlich die Entnahmeklappe am Komposter da, nur die anderen Gerätschaften habe ich nicht.
    Viele Grüße
    Elke

    1. Hallo Elke, genau so ist es, wie das bisschen Sauerteig, das den gesamten Brotteig beimpft und die Organismen dann im Teig überall sind, so tut es auch der Komposttee oder eben die Organismen im Waser, die dann, wie Sauerteig in den Teig, in den Boden gelangen. Daher ist die Konzentration auch nicht ausschlaggebend , wichtig ist DASS gute Mikroorganismen in den Boden kommen und sich dort weiter vermehren können. Das können sie aber nur einem Boden, der für sie geeignet ist. Bepflanzt und mit organischer Masse angereichert oder bedeckt (Mulch, organischer Dünger). Wird gleichzeitig Kunstdünger verwendet sterben die Mikroorganismen (die Salze zerstören sie). Gleiches gilt für Pestizidanwendun oder Herbizidanwendund und auf alle Fälle für Insektizidanwendun).
      Liebe Grüße, der Achim

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