Landesgartenschau 2019 in Wassertrüdingen

Wir haben die kleine aber feine und wirklich sehenswerte Landesgartenschau Bayern 2019 in Wassertrüdingen besucht. Wer begleitet mich auf einem kurzen Rundgang über die Ausstellung?

Landesgartenschau 2019 in Wassertrüdingen, Bayern.

Die Landesgartenschau findet in Bayern 2019 im kleinen, alten und sehr romantischen Städtchen Wassertrüdingen statt. Am Wochenende haben wir einen Ausflug dorthin gemacht.

Nachdem wir das bereits zweimal verschoben hatten, unter anderem wegen sonntäglichen Temperaturen über 35°C, nutzten wir jetzt das sehr angenehme Sommerwetter. Bei bedecktem Himmel werden zwar die Fotos nicht ganz so strahlend, aber die Temperatur von nur etwa 22 Grad ist für so eine Wanderung durchs Gelände und die Stadt deutlich angenehmer.

Rundgang über die Landesgartenschau.

Den ausgewiesenen Parkplatz fand das Navi nach etwa 45 Minuten Autofahrt problemlos. Man steht hinter dem Hochwasser-Schutzdeich und läuft ein paar Minuten zum Haupteingang. Bereits auf diesem Weg zeigt sich, dass das Thema Bienen und Natur-Schutz eine große Rolle spielen. Der ganze Deich ist mit Bienenweidenpflanzen eingesät und steht in voller Blüte.

Vor dem Haupteingang wird es dann bunt. Ich finde sogar, dass es beinahe schräg-bunt ist, was den Besucher dort erwartet. Da ich es aber ohnehin farbenfreudig liebe, machte mich das schon gespannt auf das, was uns so erwarten wird.

Themengärten liefern Ideen für Zuhause.

Nach dem Eingang befindet sich eine Bühne mit Vorplatz. Die Landfrauen sangen gerade und wir wandelten, getragen durch die musikalische Untermahlung zu den ersten Themengärten mit variablen Container-Holz-Häusern, Swimming-Pool mit Naturfilter oder einem Karree mit Mäuerchen und Bäumen.

Eigentlich war das nichts atemberaubendes, spornte jedoch unsere Phantasie an. Volker bastelt gedanklich schon länger an einem Senk-Garten in der Wiese mit Sitzplatz. Hier konnten wir sehen, dass das Gefühl eines geschützten Senk-Gartens auch auf ebener Fläche, durch eben die niedrigen Mäuerchen außen herum erzeugt werden kann. Genau darum gehen wir auch gern auf solche Gartenschauen, um Ideen und Anregungen zu bekommen.

Nebenan befand sich ein kleiner mediterraner Garten mit schöner Steinmauer. Winterharte Yuccas und Agaven gibt es das ist mir bekann. Ich muss einmal recherchieren, was es da sonst noch gibt. Wird es doch immer heißer und trockener bei uns. Rabatten im englischen Cottage – Stil, wie ich sie ursprünglich wollte, funktionieren in meinem Garten ohnehin nicht. Und mit meinen winterharten Sukkulenten habe ich ja schon einen Schritt in so eine Richtung unternommen.

Außerdem wird im Herbst ein Bereich im Vorgarten grundlegend umgestaltet. Mal sehen, ob da etwas mediterranes einfließt. Die Hanglage in Richtung Süd-West mit voller Sonneneinstrahlung wäre eine gute Voraussetzung.

Wieder einen Raum weiter, den man durch eine wundervoll gewachsene Schirm-Ulme oder Trauerulme betritt, entdeckte ich, dass Gabionen-Wände (ein Horror-Trend gerade) durchaus auch reizvoll gestaltet werden können.

Aber wie wird das Bewässert? Leider vergaß ich doch tatsächlich, das zu recherchieren. Der Grund war ein Wasserlauf in diesem Schaugarten, über den man hinweg steigen musste. Ein riesiger Felsbrocken diente als Brücke und Trittstein. Das erinnerte mich an andere Gartenschauen, in denen immer irgendeine wasserführende Rinne oder Becken ebenerdig im Boden versenkt war. Oft begrenzt durch Rasen. Gefallen hat mir das schon jedes mal. Und weil auch am mediterranen Platz zu Hause Veränderungen anstehen, regte ich dazu an, so etwas zu integrieren. Die Idee diskutierten wir sofort intensiv. Die Art der Bewässerung so einer Gabionen – Wand trat damit in den Hintergrund und wurde nicht weiter verfolgt.

Wir verlassen die Themengärten. Gartenschau-üblich begleiten einen überall bunt bepflanzte Beete mit Einjährigen und Sommerblumen. Es bleibt bunt, wird aber etwas gedimmter.

Winterharte Sukkulente, mediterrane Steingartenpflenzen, der Grund warum ich hier bin.

Lange dauert es nicht, da treffen wir auf die Sukkulenten. Auf die freute ich mich schon. Meist ist ein Verkaufsstand angegliedert und war es auch diesmal.

So schön bepflanzte Gefäße zu dem Thema hatte ich bislang aber noch nirgends vorgefunden.

Ich war ja auch mit der Absicht etwas zu kaufen hier her gekommen. Ein Dachwurz, das ich noch nicht habe. Etwas für die ausrangierte Laterne im Staudenbeet. Ein Kaktus für den gerade erstandenen, blau glasierten, sehr mediterran anmutenden Planztopf und was mir sonst noch so über den Weg läuft. All das stand auf meiner Liste.

Es war eine gute Auswahl vorhanden und ich suchte und betrachtete. Leider war fast nirgends ein lateinischer Name als Schildchen in den Töpfen. Das nützt mir nicht viel. Sedum und Sempervivum ja, aber wenn ich mir einen Kaktus zulege, möchte ich mehr wissen als „winterhart“. Yuccas waren auch vorhanden. Sogar mit der genauen Sortenkennzeichnung und dem Namen. Wie gut, wenn man immer das Handy dabei hat und dann recherchieren kann, welche Eigenschaften die jeweilige Pflanze hat. Aber da muss mich erst noch eingehender informieren. Eine Yucca wird es diesmal wohl nicht.

Leider dauert das alles seine Zeit und Volker saß ohnehin schon etwas abseits auf einer Bank. Ein Wink mit dem Zaunpfahl! Wir hatten noch viel vor uns. Der Hund wartet zu Hause auf unsere Wiederkehr. Wird er durchhalten? Mit seiner Kontinenz ist es nicht mehr so gut bestellt. Kein Wunder bei fast 15 Lebensjahren.

Also brechen wir auf und gehen weiter. Nein, vergessen ist meine Einkaufsliste nicht. Vernünftig ist es dennoch, jetzt erst einmal weiter zu laufen. Ohne schwere Einkäufe in den Taschen. Das erledigen wir auf dem Rückweg.

Nach den eher im Detail zu betrachtenden und zu bewundernden Sukkulenten treffen wir wieder auf Sommerblumenbeete. Langsam wird die Farbgebung immer harmonischer und ausgeglichener.

Raus aus der Gartenschau, rein in die Gartenschau und dazwischen ab in den Biergarten.

Die Gartenschau besteht im Wesentlichen aus zwei großen Bereichen. Der Bereich an der Wörnitz, dem Fluß um die Stadt, in dem wir uns gerade befinden. Dann verlässt man die Gartenschau und schlendert, geleitet durch die Gartenschau-Schilder, durch die Altstadt. Die dortigen Gastronomen haben sich für den Besucherstrom gewappnet und sind gerüstet. Wie schön ist es jetzt, hier eine Rast einzulegen. In einem Biergarten schlürfen wir erfrischende Getränke und stärken uns bei frisch gegrillten, fränkischen Leckereien.

Fast eine Autostunde von zu Hause entfernt, trifft man trotzdem mehrmals auf Bekannte aus dem Heimatdorf. Wie klein eben mal wieder die Welt ist.

Auf dem Weg durch die Stadt sieht man natürlich weitere Ausstellungen oder gärtnerische Hingucker. So auch den schönen Weinstock, wie ich selbst gerne einen hätte.

Und weiter geht es über den Friedhof mit „Ideen zur zeitgemäßen Bestattungskultur“. Ich bin ehrlich, dieses Thema und auch die Floristik-Schauen interessieren mich immer am allerwenigsten und werden nur im Vorbeigehen kurz betrachtet.

Bemerkenswert ist dennoch das Beispiel eines Urnen-Gemeinschafts-Grabes in Form eines großen Kreises. In der Mitte ein Obelisk, die Fläche schön gestaltet mit niedrigen pflegeleichten Steingarten-Stauden. Außen herum im Kreis angeordnet befinden sich die einzelnen Urnengräber, alle unter je einem Steinquader. Ich weiß, dass Urnengräber zunehmen und der Platz auf manchem Friedhof zeitweise knapp wird. Zudem gibt es immer weniger Angehörige, die eine Grabstätte pflegen können oder wollen. So ein Gemeinschaftsgrab ist da sicher eine sinnvolle Lösung.

Gemüsebau und ökologische Landwirtschaft sind ein Thema.

Jetzt aber wieder zur Gartenschau. Nach dem Gottesacker kommen wir auf einen richtigen Acker. Gemüsebau steht hier im Vordergrund.

Sofort musste ich als selbst ernannter Selbstversorger und Gemüsegärtner die schönen Beete fotografieren. Ich bin sehr positiv überrascht, wie gut das alles in Schuss gehalten ist. Denke ich doch sofort an letztes Jahr in Würzburg. Alles war dürr im Land. Die Gartenschau allerdings glich einer himmlischen Oase, einem Paradies. Bis man zum Gemüsegarten und einzelnen Permakultur- und Schrebergärten kam. Hier war wieder alles verdorrt und ungepflegt.

Ganz anders heuer in Wassertrüdingen. Insgesamt wurde hier wohl nicht ganz so viel gegossen, wie in Würzburg, das dann aber gleichmäßig, auch aufs Gemüse, verteilt. So etwas fällt mir sofort auf. Garten heißt eben auch Gemüse und nicht nur Blumen.

Verschieden Gründüngerpflanzen werden gezeigt und Feldfrüchte. Ebenfalls gab es wieder Bienenweiden-Pflanzen.

Auch an witziger Kreativität fehlt es nicht. Ein Kornfeld gab es. Mit Getreide, das nicht 10 cm hoch ist, sondern wie richtiges Getreide aussieht. Was liegt da näher, als an folgendes, viel besuchtes und schmunzelnd belachtes Motiv zu denken.

Lange wird es das allerdings nicht mehr geben, denn das Korn ist erntereif. Wir hatten Glück und waren genau im richtigen Moment da. Ein echtes „Bett im Kornfeld“. Gottseidank wurde nicht passend dazu beschallt…..

Es gibt den richtigen Weg und den falschen. Leider aber auch einen goldenen…

Wir befinden uns im Gartenschau-Bereich Klingenweiher. Entlang der Weiher und weiter durch das Gelände führt ein barrierefreier Weg. Eine gute Idee, zumal der wohl auch angesichts seiner sehr massiven Bauart nach der Gartenschau bestehen bleiben wird.

Hier allerdings kann ich nur die Idee loben. Die unsägliche Ballustrade, mal höher, dann wieder nur knöchelhoch, die den Weg wie ein Band verfolgt, wurde aus glänzendem Metall in Gold gefertigt. Es blendet stark und ich finde die Farbgebung ehrlich gesagt fürchterlich. Wie in den Lobbys von Hotels aus vergangenen guten Zeiten, die längst renoviert und modernisiert werden müssten. Nein mit dem Gold konnte und kann ich mich nicht anfreunden. Einzig positiver Effekt war die Spiegelung auf dem Wasser des Sees. Ein goldener Karpfenteich so zu sagen…

Wir beschreiten also noch eine Weile den nicht-vergoldeten Weg. Es kommen Infohäuschen zur Bienenhaltung, über die Wildvögel, den Wald oder über Frösche und Amphibien. Genau solche habe ich ja einige im Garten. Auf Knopfdruck kann man hier die charakteristischen Laute der einzelnen Gesellen anhören. Teilweise dachte ich , ich stehe bei mir daheim.

Irgendwann kommen wir nicht umhin und müssen den Gold-Weg betreten. Er führt in sehr angenehm zu laufenden Serpentinen (er ist sogar rollstuhltauglich) die ehemalige Bauschutt-Deponie hinauf. Sie wurde mit groben Schottersteinen bedeckt und wird nun von der Natur zurück erobert. Oben hat man einen schönen Ausblick, zum Beispiel zum nicht mehr weit entfernten Hesselberg.

Wir haben leider aber ja die „Uhr im Nacken“ und gehen zurück aufs Gelände. Sogar hier „draußen“ in der freien Landschaft haben wir die Blumenrabattten. Immer natürlicher empfinde ich die Farbgebung.

Noch natürlicher sind allerdings die hier in der gleichen Farbe gehaltenen Wildblumenflächen.

So schön kann Gemüse sein.

Schon bald kommen wir wieder in die Zivilsation der Gartenschau mit weiteren Infoständen.

Und wieder gibt es Gemüse. Die Gartenbauvereine haben einen Muster-Gemüsegarten vor ihrem Info-Häuschen. Wie schön doch ein Gemüsegarten sein kann.

Im Häuschen der Gartenbauvereine gibt es ein Display mit verschiedenen Infoblättern. Ich habe mir etliche mit genommen. Es ist schon interessant, dass zum Beispiel die Blätter zum Thema Schnecken schon vergriffen waren. Info zum Bodenleben, Salaten für den Gemüsegarten oder dem Gemüsegarten im Frühjahr scheinen nicht begehrt zu sein. Gestopft voll war hier das Fach noch.

An der Seitenwand des Info-Häuschens wird noch kurz auf das Thema der vertikalen Gärten angegangen. Ein professionelles Pflanzgefäß und ein viel hübscheres Up-cycling- Wand-Pflanzgefäß aus einer Palette. Letzteres wird durch eine automatische Bewässerung, betrieben mit einer Solarzelle und gespeist aus einem großen Eimer voller Wasser bewässert. Genau diese Bewässerungsanlage habe ich tatsächlich auch zu Hause und weiß, dass sie wirklich zuverlässig funktioniert.

So, jetzt müssen wir aber weiter. Ich will schließlich noch einkaufen. Auch ein Kaffee wäre langsam sehr angenehm. Der Weg zurück ist weit. Zufällig kommt gerade ein Shuttlebus zur Haltestelle. Weil aber die Schlang davor sehr lang ist und nicht ein einziger Insasse aussteigt, ist schnell klar: zu Fuß sind wir ganz sicher schneller.

Und nur zu Fuß sieht man natürlich ständig wieder so witzige kleine Details, wie etwa dieses weitere Sommerblumenbeet.

Oder, Moment mal. Ich finde die Gestaltung zwar zunehmen natürlicher und harmonischer, je weiter wir laufen. Aber das hier ist anders. Seht mal genau hin:

Tatsächlich handelt es sich hier wohl eher um ein Gemüsebeet, als um eine Blumenrabatte. Mangold, Kohl, Brokkoli, Kräuter, Lauch oder Süßkartoffeln und was man sonst noch aus dem Gemüsegarten kennt. Super Idee!

Der Tag auf der Gartenschau neigt sich dem Ende zu.

Schließlich kommen wir wieder am Sukkulenten-Stand vorbei. Ein paar Töpfchen dürfen mit nach Hause. Neu sind nur die Töpchen. Die Terrakottaschale steht schon länger daheim am Gartentisch.

Den Kaffee samt leckerem Obstkuchen bekommen wir auch noch. Dann sputen wir uns aber. Ab ins Auto und los geht’s Richtung Heimat.

Der Hund freut sich, dass wir wieder zu Hause sind. Er hat sehr gut durchgehalten und es ist nichts „passiert“. Der Ausflug und das schöne Wochenende sind leider vorüber. Was bleibt, sind schöne Erinnerungen an ein paar Stunden auf einer fränkischen Gartenschau und die Vorfreude auf das Pflanzen der mitgebrachten Stauden oder des Kaktus.

2 Antworten auf „Landesgartenschau 2019 in Wassertrüdingen“

  1. Lieber Achim,
    das war bestimmt ein toller Tag auf dieser Gartenausstellung.
    Am besten gefallen mir ja die beflanzten Steingefäße und die Steingartenideen an sich 🙂
    Ich bin nämlich auch am Überlegen, ob ich nicht im Herbst an der trockensten Stelle unseres Gartens einen kleinen Steingarten anlege. Ich denke mal – wir werden wohl sowieso für die nächsten Jahre mit viel mehr Trockenheit rechnen müssen.
    Liebe Grüße Urte

    1. Ja Urte, es war ein sehr schöner Ausflug, wir haben ihn genossen. Wir haben ja auch den Steingarten wegen dem trockenen Stück Rasen im Vorgarten angelegt und freuen uns jetzt immer, wenn wir daran vorbei gehen, wie alles blüht, geblüht hat und dass nicht mehr viel gegossen werden muß.

      Liebe Grüße, der Achim

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