Lichtmess – wenn das Licht kommt, muss der Weihnachtsschmuck gehen

Lichtmess am 2. Februar ist das Ende meiner Weihnachtszeit und ein wichtiger Tag für Frühlingsprognosen.

Nach zwei Monaten Weihnachtsstimmung kehrt wieder Licht und Luft ins Haus.

Morgen ist Sonntag der 2. Februar. Mariä Lichtmess ist ein erster markanter Tag in meinem Jahr. Bis Lichtmess lasse ich ruhigen Gewissens meine Weihachtsdekoration stehen. Zwei Monate mit Weihnachtsdeko pro Jahr sind, wie ich finde, eine schöne Zeit.

Anfang Dezember freue ich mich, auf diese dunklen und heimeligen Wochen. Ende Januar kribbelt es langsam in den Fingern, das Haus aufzuräumen. Luft und wieder Licht ein zu lassen.

Scheinbar geht das nicht nur mir so, sondern ging den Menschen schon immer so. Woher sonst kommt die Tradition, Weihnachten zu Lichtmess weg zu räumen?

Man merkt es schon deutlich, wie abends die Sonne später untergeht. Die Tage werden länger. Acht Stunden und elf Minuten dauerte der Tag hier bei uns zu Weihnachten. Morgen an Lichtmess werden es bereits neun Stunden und 23 Minuten sein, welche die Sonne uns wieder Lebenskraft in die Adern scheint.

Zumindest wird sie es rechnerisch tun. Denn weiter wird es Tage oder Wochen geben, an denen wir sie in der echten Welt kaum zu Gesicht bekommen. Dunst, Regen, Wolken, Nebel oder Regen sind dann die Tagesordnung. Und doch. Ich fühle es, dass da etwas anderes kommt. All zu große Lust auf Garten habe ich noch nicht. Den muss das Licht erst wieder erwecken.

Weckt das Licht wieder die Gartenlust?

Klar sind einige Vorbereitungen in Arbeit. Samen sind bestellt und sortiert. Die Aussaatliste wird gerade überarbeitet. Draußen müsste man einmal die Obstbäume schneiden. Aber dazu habe ich noch keine Lust. Es hat ja auch noch Zeit. Außerdem habe ich immer Angst, dass Krankheitskeime in die vielen Schnittwunden dann eintreten können und die Pflanzen aber noch schlafen und keine Abwehr starten. Immerhin ist das Wetter für die Jahreszeit zu warm und auch ein wenig feucht. Günstig für Krankheiten.

Auch die Staudenbeete sehen wüst aus. Alles steht noch dort, wie im November. Allerdings ist es tatsächlich schon lichter und weniger geworden. Stürme, Frost, Rauhreif, Regen alles zerrt an zerfallenden Blättern und Stängeln. Aber auch das eilt mir noch nicht. Laub und verrottende Stauden schützen als warme Decke das Bodenleben und die Stauden selbst. Ich schneide erst alles ab, wenn unten deutlich zu erkennen ist, dass das Leben wieder erwacht. Frühlingsblüher zeigen mir sicher bald, dass es so weit ist.

Bis dahin genieße ich noch ein wenig die Ruhe und Dunkelheit. Das warme Zuhause und die Lichter im Haus.

Gartenfotos „ohne“ Licht

Draußen ergeben wenig Licht und ein wenig Kälte sehr interessante Gartenfotos.

Gartentransformation durch das Licht

Wie anders sieht all das in fünf Monaten aus, wenn die Sonne dann ihren Höchststand tatsächlich schon wieder überschritten hat und am Sinken ist. Mit ihr stiegen die Säfte und Kräfte. Das Leben kehrt bis dahin mit voller Wucht zurück.

Kann man Natur kaputt machen?

Dass die Natur nicht im Winter mit dem Licht gestorben ist, sonder sich das Rad immer und immer weiter dreht, zeigen erste Frühlingsboten. Die Haselnuss blüht und das Schneeglöckchen ist höchst gespannt in den Startlöchern. Sonne und Wärme werden ihm als Startschuss dienen.

Angesichts der vielen Debatten zur fridays-for-future-Thematik mit Naturschutz, nachhaltigem Leben, brüllenden Jugendlichen, die der Menschheit Vorwürfe machen und Verzicht fordern, las ich kürzlich einen Satz, der zum Nachdenken anregt. „Man kann Natur nicht kaputt machen“. Klingt komisch, aber wenn man darüber nachdenkt, ist da durchaus etwas daran.

Was können wir kaputt machen? Unsere Lebens-Grundlage? Ja. Die Natur, wie wir sie kennen, brauchen und als schön empfinden? Ja. Was aber ist Natur? Ich schlage jetzt bewusst keine Definition nach, will gar nicht tief in das Thema einsteigen. Gebe dabei aber zu bedenken, dass Leben an fast jeder Stelle unter und auf der Erde herrscht. Leben, das den unwirtlichsten, kältesten, heißesten und/oder giftigsten Bedingungen trotzt. Habt ihr davon auch gelesen oder es in Reportagen gesehen? Vielleicht ist es wirklich so, wir können „die Natur“ nicht kaputt machen. Die Natur hat Jahrmillionen überlebt und – ich befürchte – sie wird auch die Menschheit überleben, wenn es so weit kommt. Dann werden andere Organismen sich behaupten und entwickeln und vielleicht erlangt wieder eine Lebensform die Vorherrschaft.

Bis dahin, so finde ich, freuen wir uns an der Beständigkeit der gegenwärtigen Natur und – ja! -leben nachhaltig und bewusst. Vielleicht können wir dann weiter mit „unserer“ Natur leben. Seien wir also gespannt, was dieses Jahr bringt. In der Natur und in den Köpfen von uns Menschen.

Beginnen wir mit der Beobachtung, ob die alten Regeln noch gelten. Ist es morgen zu Lichtmess trüb und ohne Sonne, kommt bald der Frühling. Ist es klar und hell, haben wir noch viele Wochen Winter.

9 Antworten auf „Lichtmess – wenn das Licht kommt, muss der Weihnachtsschmuck gehen“

  1. Lieber Achim,
    Bei uns ist schon so viel Leben im Garten, dass ich in den nächsten Tagen mit dem Rückschnitt beginnen werde. Der Winter scheint irgendwie auszufallen. Gestern war es mit 10 Grad auch schon so angenehm, dass ich die ersten Büsche umgesetzt habe- da muss ein wenig Platz geschaffen werden für unsere Kaninchendame, die wir seit November beherbergen und die einen neuen Käfig bekommen soll.
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Hallo Steffi, nach den super warmen und regenreichen Tagen ist auch bei mir im Garten das Leben am Erwachen. Die Frühlingszwiebelblüher treiben. Jetzt müsste man langsam mal mit der Arbeit und dem Aufräumen anfangen denke ich. Aber man soll doch alles über Winter wegen der Insekten stehen lassen. Ich bin da immer in einer Zwickmühle. Da ich dieses Jahr noch viel weniger Zeit für den Garten haben werde muß ich die Zeit nutzen und werden wohl doch bald mit Aufräumen anfangen müssen. Schlielich werde ich Wochen dafür brauche und dann ist plötzlich alles auf einmal da und ich komme nicht hinter her. Büsche muß ich auch noch versetzen und der Bagger sollte zum Einsatz kommen. Alles ungewiß, ob das dieses Jahr klappt. Aber der eine mannshohe Wacholder muß dort weg, wo er steht. Die winterharte Zitrone wuchert schon in ihn hinein. Und mein Obst muß ich auch noch schneiden….. Aber es soll ja warm bleiben, kein Winter mehr kommen und so werde ich es nach und nach schon noch schaffen.
      Schöne Zeit dann noch, dir und dem Kaninchen 😉 liebe Grüße, der Achim

      1. Lieber Achim,
        In der Zwickmühle stecke ich auch, aber ich habe trotzdem mit dem Schneiden angefangen und habe dabei festgestellt, dass auch alle Stauden schon treiben. Überall ist grün zu sehen und ich möchte nicht so lange warten bis ich versehentlich die neuen Triebe mit wegschneide. Außerdem geht es mir wie Dir. Ich habe einiges auf der ToDo-Liste und daher fange ich lieber schon jetzt an.
        Liebe Grüße
        Steffi

  2. Hallo Achim, der Frühjahrsputz kommt nicht von ungefähr. Plötzlich kommt wieder mehr Licht ins Haus und man sieht, dass man mal was tun müsste. Wenn ich jetzt von der Arbeit nach Hause komme, kann ich schon ohne Taschenlampe sehen, ob die Vögel Futter brauchen.
    Tolle Raureifbilder! Meistens gibt es den nur unter der Woche bei uns und ich verpasse ihn.
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, und weißt du, was besonders fies ist an dem jetzt zunehmenden Licht? Es reicht nicht, dass die täglich sich steigernde Helligkeit uns den Schmutz noch mehr wahr nehmen lässt. Nein, die Sonne steht sogar noch so flach, dass sie direkt in die Fenster hinein leuchtet, wie ein Einbrecher im dunklen Zimmer mit der Taschenlampe die Schubladen durchsucht, so gezielt leuchten ihre Strahlen immer dirket auf den Schmutz.
      Heute gab es wieder keinen Reif, 14 Grad und Sonne und Sturm, fast schon Frühling.
      Wünsche schönes Wochenende weiterhein und sende liebe Grüße, der Achim

      1. Hallo Achim, ja, das macht die Sonne doch extra. Im Sommer steht sie im Zenit und dreckige Fensterscheiben fallen nicht so auf, aber jetzt will sie uns ein schlechtes Gewissen machen. Da lob ich mir doch auch mal einen entspannten Regentag. 😉
        VG
        Elke

        1. Guten Morgen Elke,
          oh ja und wie wir diesen total tristen und absolut verregneten Tag ohne einen einzigen Strahl Sonne, gestern an Lichtmeß haben genießen können. Das heißt jetzt, dass der Winter bald geht und das Frühjahr kommt. Da bin ich mal gespannt auf das Wetter im Frühjahr, weniger auf die Temperaturen als viel mehr auf die Niederschläge. Also freuen wir uns aufs baldige Frühjahr mit viel Sonne zum Putzen ;-(

          Liebe Grüße, der Achim

  3. Guten Morgen Achim,
    die Vorfreude auf einen warmen schönen Frühlingstag, wie wir im Januar schon so manches Mal hatten, wurde bei mir gegen 8 Uhr getrübt. Da stand nämlich unsere Flo vor der Gartentür und ‚brachte‘ Regen mit. Und prompt lasse ich die Weihnachtsbeleuchtung noch an 😉 Obwohl es schon so manchen herrlichen Tag im Januar gab, an dem ich gerne alles abgebaut hätte …
    Bei Euch scheint im Moment ja wirklich noch etwas mehr Winter zu sein. Bei uns hingegen ist alles ziemlich durcheinander: Manche Schneeglöckchen blühten sehr früh, andere lassen sich Zeit, die Märzenbecher zeigen weiße Köpfe, teilweise haben die Rosen noch Knospen oder treiben wie im März, die Lenzrosen blühen teilweise in Töpfen auf freier Fläche, während sie sich im Beet zurückhalten, und die Baumpäonie erstaunlich weit zurück ist. Gut, dass der Teich zum ersten Mal in unserer Gartenzeit bereits im Januar vom Schilf befreit wurde, denn die Wasserlinse treibt schon extrem ihr Unwesen, und der einsame verschleppte Goldfisch zieht ständig seine Runden dicht unter der Wasseroberfläche, während die frühen Scilla sich kaum rühren, und der Aronstab schon voll entwickelte Blätter trägt. Fast alle früher beobachteten Regeln passen im Moment irgendwie nicht mehr so recht zusammen. Daher nehme ich den Lichtmess-Termin auch nicht mehr so wahr wie in den anderen Jahren. Gärtnern nach dem Bauchgefühl – Lust und Laune trifft es bei den unzuverlässigen Wetterprognosen wohl eher. Und immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass noch einige Zeit Winter ist …
    Grau-grün-feuchte Morgengrüße schickt Silke, die sich heute wohl lieber im Haus vergnügt

    1. Hallo Silke,
      ist schon komisch, kaum habe ich über die dunklen Frostbilder geschrieben, ist das Früjahr da. Sonnenschein, Sturm und 14 Grad. Es war heute so warm, dass man hemdsärmelig draußen sein konnte. Die Schneeglöckchen sind jetzt aufgeblüht und baumeln im Sturm. Zwei Christrosen blühen noch, die stinkende Nieswurz hat riesige Blütenstände die jetzt aufgehen. Sonst ist nichts Blühendes unterwegs. Nun hoffe ich, dass morgen egal welche Temperatur, das Wetter echt trüb und ohne Sonne ist. Dann kommt das Frühjahr wirklich bald. Aber halt mal, will ich denn schnell Frühajhr? Die Prognosen für dieses Jahr sind sich irgendwie alle einig es wird deutlich heißer als letztes Jahr und vor allem deutlich trockener. Wenn ich denke, dass ich und meine Pflanzen letztes Jahr bei über 40 Grad und wahnsinnnger Trockenheit fast drauf gingen, ist die Vorstellung von noch mehr heiß und noch mehr trocken ab dem Frühjahr nicht berauschend. Also vielleicht doch lieber morgen Sonnenschein und noch lange Winter bei 10 Grad? Naja viel Regen kommt ohnehin auch im Winter nicht vom Himmel. Kann also noch ne weile kühl bleiben oder?

      In wenigen Stunden wissen wir, wie das Wetter werden wird.

      Schönes Wochenende noch und liebe Grüße, der Achim

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