Mein Garten im Frühjahr. Aber Achtung!

Der Garten im Frühjahr: zarte Blumen, frische Gemüse und das neue Großprojekt.

Ein Garten im Frühling: die klassischen Bilder eben?

Die Begriffe Garten und Frühjahr rufen Bilder hervor. Zart und farbenfrohe Frühlingsblüher. Frische Grün, knackigs Gemüse und alles im Aufbruch.

Nun ja zarte Anfänge von ersterem sind vorhanden. Statt Aufbruch herrscht in meinem Garten aber erst einmal Umbruch vor.

Schauen wir uns das im Detail an:

Frühlingsblüher

Den Einstieg machen die Frühlingsblüher. Das Wetter bisher war nicht sehr gut geeignet, sie in großer Zahl hervor zu bringen. Nach den Frühsommer-Tagen im März kam der große Schnee und zwang alles zu einer größeren Pause.

Frühlings-Schnee

Über 15 cm Schnee und -8°C in der Nacht. So beginnt der April:

Frühlings-Gemüse klassisch

Im Selbstversorgergarten erwartet man natürlich auch Gemüse.

Im Gewächshaus wächst das im Herbst gepflanzte Blattgemüse und wird laufend geerntet. Kopfsalat oder der jetzt blühende Portulak mit weiteren würzigen weiteren Blättern (Knoblauchgrün, Schnittlauch, italienischer Löwenzahn, Barbarakraut, Radicchioblätter, Asiasalate) als Beilage und Erbsengrün, Mangold, würzige Blätter für den Smoothie.

Frühlingsgemüse anders

Ich muss zugeben, in den Jahren zuvor konnte ich zu dieser Zeit mehr davon zeigen. Zum Sähen, und ich sähe alles Gemüse selbst, war aber das Wetter einfach noch zu kalt. Und meine Erfahrung zeigt mir, dass es besser ist später zu sehen als zu einem frühen und dafür ungeeigneten Zeitpunkt. Zudem kümmerte ich mich bisher auch vorrangig um die etwas kompliziertere Aussaat von ausdauerndem Gemüse. Große Fortschritte sind aber auch hier noch nicht zu zeigen. Das braucht seine Zeit. Wenn die gekommen ist werdet ihr es sehen.

Fürs erste kann ich folgende Gemüse (Waldgartenpflanzen) präsentieren:

Sämlinge unterschiedlicher Sauerampferarten (Kultursauerampfer). Sämlinge von Comfrey für den Waldgarten. Zwei Nachtkerzenjungpflanzen. Die gingen in der selbst gemischten Aussaaterde im Winter auf. Blätter und Blüten sind essbar weshalb sie hier beim Gemüse steht.

In der zweiten Bildreihe steht links ein ausdauernder Lauch und gerade noch zu erkennen daneben eine Süßdolde. Die Töpfchen im mittleren Bild beinhalten Knollenziest und rechts im Bild stehen vorne knollige Platterbsen (die leckere Knöllchen in der Erde bilden sollen. Dahinter in der Schale wächst Wundklee für den Schottergarten. Der ist nicht essbar, beglückt aber das Auge und “die Bienen”.

Im freien stehen noch unter anderem Wurzelstecklinge von Comfrey, Stecklinge vom ewigen Kohl, Ableger von Stauden und bereits gelieferte Dauergemüse und Stauden.

Auf was ich künftig mehr setzen werde sind die ausdauernden Gemüse. Diejenigen die ich im Garten ohnehin schon habe, sind auch wirklich schon parat, werden geerntet während an konventionelles Gemüse noch nicht zu denken ist. Zu nennen sind Bärlauch, Winterheckenzwiebel, Schnittknoblauch, andere Laucharten, Blutampfer, ewiger Kohl oder der kaukasische Rankspinat. Was man zu dieser Jahreszeit schon mit der eigenen, grünen Ernte in der Küche zaubern kann habe ich in meinem Rezepteblog geschrieben: Pfannkuchen mit Wild-Gemüse-Füllung.

Wildkräuter wie Knoblauchsrauke, Brennnessel oder Löwenzahn pflücke ich ebenfalls schon.

Wenn wir schon beim Dauergemüse sind, hier habe ich auch zwei Stück gepflanzt. Köstliche Rhizome sollen das mal werden, in Asialäden angeblich auch zu kaufen, da viel verwendet. Gut das Original habe ich nicht, weil es zu groß wird. Aber auch die – hier zwergigen – Kultursorten haben die essbaren Wurzeln (und Blüten und Samen). Wer erkennt, was es ist? Ich verrate es: Lotus.

Irgendwie bin ich mental auch ein wenig blockiert. Zuerst muss jetzt einmal das seit vergangenem Sommer geplante Projekt abgeschlossen werden. Zumal ich auch erst dann einige bereits in Töpfchen parat stehende Pflanzen setzen kann. Einige Pflanzen wie Walderdbeeren, Pimpinelle, Süßdolde oder meinen neuen Zwerg-Rhabarber, der auch im Blumentopf wachsen könnte, habe ich schon gepflanzt. Was war das für ein Schreck, als ich mich just an diesen winzigen Rhabarber erinnerte, als ich wieder einmal in den Garten blickte. Konnte ich ahnen, wenn man zwei Reihen Rasengittersteine verlegen lassen will, dass gleich der Aushub für eine Flugzeuglandebahn in den Garten gebuddelt wird? Mein Rhabarber, der stand bei den Bäumen recht weit vorne. Ist der noch da? Oder liegt der in einem der Erdhaufen? Als die Handwerker abends verschwunden waren ging ich gleich auf die Suche. Entwarnung. Er stand weit genug drin im Beet und ist noch da.

Frühlings-Projekt

Die Hecke wurde im Februar gerodet. Ich berichtete darüber. Dann mussten wir den Zaun in kräftezehrender Arbeit demontieren und schließlich kamen die lange erwarteten Handwerker.

Der neue Zaun steht und die neue Hecke ist gepflanzt. Aus überalterter Hecke mit Liguster, Schneebeeren, Holunder, Haselnusssämlingen, Rosensämlingen, Eschen und Ahorn wird eine Kornelkirschenhecke. Im Frühjahr liefert sie sehr zeitig Nahrung für die Bienen und im Herbst Früchte für die Vögel (und vielleicht für mich).

Mein geliebter Hausbaum, der Baumhaselnuss-Sämling ist nicht mehr. Die Rinde war zu stark geschädigt. Ich weiß bis heute nicht, was die Ursache war. Ein kleiner Defekt, der immer größer wurde. Schließlich war der Baum so geschädigt, dass er als Baum keine Zukunft mehr gehabt hätte. Da waren sich alle befragten Fachleute einig.

Jetzt steht ein neuer Baumhasel in der Wiese und wird hoffentlich munter weiter wachsen und irgendwann einmal Schatten im Sommer liefern.

Die Auffahrt zur Scheune mit den alten Rasengittersteinen war zu schmal. Gemacht für die Spurbreite eines alten, sehr kleinen Traktors. Jeder PKW, jeder Anhänger und unser Bus, das Haupt-Transportmittel ist breiter. Immer befuhr man nur eine Reihe Rasengitter und wühlte mit den anderen beiden Rädern den auch mal matschigen Boden auf. Tiefe Spuren waren nicht selten oder man kam den Berg überhaupt nicht hinauf.

Also wird die Spurbreite angepasst, die Obstbäume werden noch mit Mähkanten-Steinen eingerahmt und, ja und wenn man schon dabei ist geht es weiter. Die kaputte, unschöne und total versiegelte Betonfläche vor der Garage wird gepflastert. Dann passt die alte Waschbetontreppe optisch nicht mehr. Sie wird gleich mit erneuert. Wenn alles schön gemacht ist will man da sonst nie wieder ran. Wenn man eben erst einmal irgendwo anfängt, kann es schon Ausmaße annehmen.

Und heute kam dann auch noch endlich das, auf was ich – und nicht nur ich – seit längerem sehnsüchtig gewartet habe: jetzt regnet es ausgiebig. Das nenne ich mal timing…….

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7 Antworten auf „Mein Garten im Frühjahr. Aber Achtung!“

  1. Lieber Achim,
    endlich beginnt die Gartensaison 2022 mit den ersten Sonnenstrahlen! Einfach schön zu sehen, wie alles langsam aber sicher blüht. Ich freue mich wie immer auf viele schöne Beiträge von dir in diesem unruhigen Gartenjahr! Wenigstens im eigenen grünen Paradies kann man Entspannung finden.
    Liebe Grüße
    Julius

  2. April, April, der weiß nicht was er will. Diese Schneebilder haben wir inzwischen fast regelmäßig, mein Verdacht, die Eisheiligen des Mai haben sich auf den April vorverlegt und die Schafskälte kommt in gemilderter Form im Mai. Ist doch letztlich auch nicht schlecht. Auf jeden Fall gibt es grüne Ostern und da wünsche ich Dir einige entspannte Tage. LG Wurzerl

    1. Hallo Renate, ja der April ist typisch los gegangen, jetzt hat er sich fürs erste beruhigt. Aber es ist noch recht frisch und vieles kann ich noch nicht machen, was ich machen möchte. Dann die Bauarbeiten im Garten, die zögern auch vieles raus. Immerhin können die Obstbäume demnächst aufblühen und bleiben wohl mal vom Frost verschont. Toi Toi Toi. Gerade räume ich die vielen Kübelpflanzen rum, freu mich am Eichhörnchen an der Futterstation und pflanze hier und da diverse mehrjährige Gemüse, auf die ich schon sehr gespannt bin. Hoffe du hattest auch ruhige und entspannte Ostertage, im Garten gar. Liebe Grüße der Achim

  3. Hallo Achim,
    ha, hab ich gleich erkannt, was das auf dem ersten Bild ist! Und eine Riesen-Rauling-Blüte hast du – allerdings auch eine Riesenbaustelle. Ist ja immer erschreckend, aber wird bestimmt super, wenn es fertig ist.
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke, das Foto habe ich extra wegen dir eingefügt. Da sind ein paar solche Blütenbüschel knapp über dem Boden verteilt.
      Aber ich hab grad ja kein wirkliches Auge für so unscheinbare Schönheiten, wird aber auch wieder anders, wenn alles wieder schön ist. Liebe Grüße, der Achim

  4. Lieber Achim,
    herrlich, wie alles austreibt. Ich liebe die ersten Frühlingsköstlichkeiten, wie Winterheckenzwiebel , Schnittlauch und Bärlauch auch sehr. Am liebsten einfach nur auf einer Butter- oder Quarkstulle, lecker!
    Und wow, da habt ihr ja wieder ein Riesenprojekt durchgezogen!
    Ja, es gibt jedes Jahr neue Dinge, die einen beschäftigen. In so einem Garten hört es halt nie auf.
    Ich wünsche dir und deiner Familie eine schöne Osterwoche und
    sende dir viele Grüße von der Urte

    1. Hallo Urte, wie war. Im Garten ist immer was u zu tun. Jetzt regnet es, gut für die Natur. Und ab Montag wird es mild und warm. Da wird das alles wachsen, dass wir ein Fest. Apropos Fest. Ich wünsche euch auch ein ruhiges, friedliches und gesundes Osterfest. Was braucht man sonst mehr in diesen Zeiten?!?
      Viele liebe Grüße der Achim

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