Mein täglich Brot back ich heute.

Bauchkrämpfe durch Billigbackwaren und eine kostbare Zutat im eigenen Brot, mit der sich alles zum Guten wendet.

Kuchen und Brot zu kaufen war keine gute Idee.

Lange hat der schwarze Lord hier nichts mehr von sich hören lassen, aber heute brennt es ihm unter den Nägeln. Er muss seine Erfahrung mit Brot und Fertig-Kuchen los werden. Und es wird deutlich, warum er gleich wieder ein Brot selbst gebacken hat.

Vor wenigen Tagen war der Lord fürs Geschäft einkaufen. Für Produktvorführungen werden Lebensmittel benötigt. Da nicht immer alles wirklich gegessen wird und es vor allem um die Produkte geht, kauft er also bei einem bekannten Billig-Discounter ein.

Dort kommt er am „Back-Shop“ vorbei. Wie es eben so ist, sollte man wirklich nicht hungrig zum Lebensmitteleinkauf gehen. Ein perfekt geformtes Kastenweißbrot lacht ihn an. Das könnte man als Vorrat einfrieren für zum Beispiel gefüllte Sandwiches. Frisch mit etwas Butter schmeckt es sicher auch gut.

Gleich daneben liegen abgepackte Fertigkuchen. So ein mit Quark gefüllter Zopf ist zwar kein Super-Food. Aber manchmal will man eben so etwas Süßes, Weiches und Saftiges zum Kaffee.

Nach seinem Einkauf gab es auch gleich den in der Phantasie schon längst gekosteten, duftenden Kaffee mit besagtem Kuchen. Ein Stück des frischen Weiß-Brotes mit Butter wurde ebenfalls verzehrt.

Der Kuchen war süß, weich und saftig. Damit hatte es sich schon. Das Kasten-Weißbrot war weich und… Ja was war es? Wie schmeckte es denn nun? Diese Frage bleibt wohl für immer unbeantwortet. Denn das, was nicht vorhanden ist, kann auch nicht in Worte gefasst werden. Das Brot zerfloss im Munde mit dem Kaffee zu einer dickflüssigen Glibbermasse ohne Konsistenz und Aroma. Das einzige, was zu schmecken war, war die Butter darauf!

Klar, das hätte der Lord eigentlich wissen müssen. Lohnt es daher, darüber gleich einen Bericht zu verfassen? Bis zu dieser Stelle eigentlich nicht. Aber dann kamen die folgenden Stunden und der Tag danach.

Schlechte Erfahrung mit Lebens(?)-mitteln

Im Bauch ging es um. Es gurgelte und spannte. Laute Geräusche hörten auch die ihn umgebenden Personen. Vielleicht war im Mittag zu viel Zwiebel?

Der Tag geht zu Ende, der nächste Morgen kommt. Zum Frühstück gibt es einen Kaffee und wieder von dem geschmacksneutralen Kuchen. Wegwerfen ist bei Lebensmitteln eben so gar nicht im Sinn des Lords.

Wieder ging es kurz darauf im Bauch rund. Geräusche, unangenehme Gefühle, Geglucker und, sagen wir es einmal so, gäbe es Biogasanlagen für den Hausgebrauch, hätte er spielend den Strom für die nächste Woche herstellen können. So aber verpuffte alles. Klamm heimlich.

Ihm kommt langsam der Grund für sein Unbehagen in den Sinn. Kuchen und Kasten-Weißbrot vom Billig-Einkauf. Nein, da kommt kein Stück mehr hinter seine Lippen. Lebensmittel hin oder her. Und im übrigen, soll man angesichts dieser Wirkung und der Art solcher Speisen wirklich von LEBENS-mitteln sprechen?

Unverdauliche Zucker lassen Gase entstehen.

Immer öfter kann man von Studien lesen, welche aufzeigen, warum so viele Menschen die Getreideprodukte nicht (mehr) vertragen. Oft wird das Gluten darin verurteilt. Es wird aber deutlich, dass das nur in einer sehr geringen Prozentzahl wirklich nicht vertragen wird. Vielmehr sind es die Zusatzstoffe und die Art der Teigführung. Industriebrot hat etwa nur wenige Minuten zum „gehen“. Im Getreide sind verschiedene Kohlehydrate (FODMAPs) enthalten. Sie sind nicht giftig oder gefährlich können aber fermentiert werden. Also von Mikrooganismen abgebaut werden. Der Mensch allerdings kann sie nicht abbauen. Im Bauch entstehen dann daraus Gase wie Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff. Jede Biogasanlage würde sich in der Tat freuen.

Gerade industriell hergestellte Backwaren und Brote bis hin zum Teig dieser Pizzen enthalten derartige Zucker reichhaltig. So ein Industrie-Brot, wie es der Lord mit nach Hause brachte, hat nur wenige Minuten (bis zu 30) zum „gehen“. Zusatzstoffe für Konsistenz, immer gleiches Aussehen, Haltbarkeit, Geschmack, lockere Krume und vieles andere übernimmt die Arbeit der Mikroorganismen. Würde der Teig länger gehen, das haben auch wieder Studien gezeigt, reduzierte sich die Menge der unverdaulichen Zucker mit der Gehzeit. Das Brot wird wieder verträglicher.

Im übrigen zeigten empfindliche Personen bei glutenfreiem Brot kaum Besserung. Anders als beim lange gegangenen, slow-baking-Brot.

Und von „gehen“ kann man nur sprechen, wenn mit echten Mikrooganismen gearbeitet wird. Die Mikroorganismen sind nichts anderes als Hefen und Sauerteigbakterien (Milchsäurebakterien). Künstliche Backtriebmittel und Zusatzstoffe gehören da nicht dazu.

Eine so drastische Wirkung der Billigbackwaren, kannte der Lord noch nicht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er schon lange kein solches Industriebrot mehr verbraucht? Leider ist das meiste Brot beim Bäcker mittlerweile ja auch nur noch Industriebrot aus Fertigmischungen angerührt, mit Hilfsmitteln versetzt und dann rasch gebacken und ausgeliefert an die Filialen. So ein Brot hält sich auch nicht wirklich lange. Rasch wird es steinhart und trocken.

Handwerkliches Brot ist anders.

Der Lord hat Gottseidank die Gelegenheit, handwerklich hergestelltes Brot, zubereitet mit Mehl, Wasser, Salz und Sauerteig, lange gegangen und dann gebacken, kaufen zu können. Wie sehr merkt man dann erst den Unterschied, wenn dieses Brot einmal ausgeht und rasch beim Bäcker ein Sauerteigbrot mit genommen wird. Auch das ist nach 2 Tagen trocken und hart, während das handwerkliche noch nach einer Woche deutlich weicher und saftiger ist.

Ein Wort noch zum Sauerteig. Oftmals wird da einfach Essig in den Teig gemischt, weil es schneller geht. Aber es ist nicht nur die Säure, die das Brot besser schmecken lässt, es ist die Art und Weise, wie die Säure im Brot entsteht. Durch die Milchsäurebakterien echten Sauerteiges. Sie verdauen es vor, vernichten die unverträglichen Zucker, schließen Nährstoffe auf, dass sie leichter verdaut werden können und reichern das Brot mit Eiweiß an. Von den unzähligen Geschmackstoffen, die dabei entstehen – und nur hierbei – ist da noch gar nicht geredet worden.

Jedenfalls verpuffte alles Bauchweh binnen weniger Stunden nach dem letzten Bissen dieser Backwaren. Und eines steht fest, es war nicht nur der letzte Bissen von diesem Kuchen oder dem am nächsten Tag schon trockenen und harten Brotes. Es wird auch das letzte Mal gewesen sein, dass der Lord so etwas mit nach Hause bringt. Jetzt wo er selbst erfahren hat, wie wenig das mit Leben(smittel) zu tun hat. Eigentlich eine Schande, was man damit in sich hinein stopft.

Selbst gebackenes Brot in Perfektion.

Wie hat der Lord doch das Backen seines hellen Mischbrotes die Tage danach genossen.

Roggen- und Weizenmehl, Salz, Wasser, Sauerteig und Hefe (eigene, selbst angesetzte Hefe, die immer vorrätig ist, keine Industriehefe).

Der Teig wird lange geknetet. Dann kann er für 24 Stunden ganz in ruhe GEHEN. Die Mikroorganismen oder Heinzelmännchen, wie der Lord sie immer bezeichnet, gehen an die Arbeit. Der Teig wird locker und sein Volumen vervielfacht sich. Die unverdaulichen Zucker verschwinden, werden von den Heinzelmännchen abgebaut. Aromen bilden sich.

Nach den 24 Stunden wird der Teig geformt und kommt in einen Schüssel mit Tuch. Hier darf er noch einmal etwas 2 Stunden ruhen und gehen.

Der Backofen mit dem schweren gusseisernen Topf wird auf 250 Grad geheizt. Einen Holzofen besitzt der Lord leider nicht.

Dann kommt das Brot in den Topf. Deckel drauf und bei 230 Grad 30 Minuten backen.

Deckel entfernen, den Duft genießen und weitere 20 Minuten backen.

Fertig ist das optisch und geschmacklich unschlagbare Brot. Locker, lange haltbar, saftig, knusprige Kruste und ein Geschmack…..

Somit ist es diese eine, höchst kostbare Zutat, die ein richtiges, gesundes Brot ohne Nebenwirkungen entstehen lässt. Eine Zutat, die den Menschen heute leider viel zu kostbar ist, um sie ins Brot zu stecken. Es ist einfach nur : die Zeit!

Wer die nicht ins Brot steckt oder den Preis für ein Brot bezahlt, in dem sie steckt, der muss sie zwangsläufig wo anders wieder ausgeben. Beim Arzt, beim Apotheker, im Krankenbett oder auf der Toilette. Gut, dass die allabendliche Werbung uns ja zeigt, was man gegen Bauchkrämpfe und Durchfall alles käuflich erwerben kann.

6 Antworten auf „Mein täglich Brot back ich heute.“

  1. Lieber Achim,
    dein Brot sieht so, so lecker aus!
    Ja, das stimmt wirklich – diese ganzen Industriegebäcke sind
    für mich und auch für meinen ältesten Sohn schlecht verträglich.
    Wir holen gerne Sauerteigbrot beim Bäcker – das ist einfach super und keiner hat Probleme.
    Ganz viele Grüße von Urte

    1. Liebe Urte, danke für dein feddback und deine Erfahrungen. Es freut mich, wenn es noch andere Menschen auch merken, dass es wohl Unterschiede von guten zum billigen Brot (und Gebäck) gibt.
      Liebe Grüße, der Achim

  2. Lieber Achim,
    glücklicherweise bin ich diesbezüglich wenig empfindlich. Im Urlaub mussten wir notgedrungen zweimal auf Supermarktbrot ausweichen. Einmal hatte ich Glück beim Brotkauf. Am Wanderweg lag eine Holzofenbäckerei, die wirklich gute Brote herstellt und ich habe den Rest der Tageswanderung das ganze Brot im Rucksack geschleppt.
    Du hast so recht! Man sollte wirklich jedem raten, öfter mal selber sein Brot zu backen. Mir ist vor vielen Wochen mein Sauerteig verreckt, ich muss unbedingt welchen ansetzen, Das fehlt mir richtig und wenn Ich so Deine Fotos sehe, rieche ich den Duft Deines Brotes. Danke für die Inspiration, dieser Schubs fehlte mir gerade.
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Liebe Karen, ich kannte diese prompte Wirkung auch noch nicht. Aber da es vor und nach dem Brot/Kuchen nicht war und weiter alles in Ordnung ist, gehe ich sehr davon aus, dass es genau an diesem Gebäck lag. Sonst aß ich nichts, was ich sonst nicht auch esse. Vielleicht waren es auch Zusatzstoffe ich weiß es nicht. Es bleibt aber dabei, dass ich sehr selten gutes Brot bei einem Bäcker finde. Hier gibt es einen, der Holzofenbrot macht, das ist ok. Aber ein anderer lokaler Bäcker hat uns wieder gezeigt, wie es nicht geht. Das Brot war so… ich weiß nicht, und beim Schneiden ist das Brotmesser voller Teig verklebt, dass man es alle paar Scheiben abwaschen muß. Und auch noch nach ein paar Tagen Lagerung des Brotes. Weiß nicht, was der wieder gemacht hat. Ein anderer Bäcker nimmt viel Geld für sein Gebäck und Brot, aber die Brote sind, egal welche urigen Namen sie haben, alle super leicht und nach zwei oder drei Tagen, knochentrocken und hart, nicht mehr genießbar.

      Dann mach dir mal schnell neuen Sauerteig, denn ich weiß auch selbst wie schön es ist diesen immer parat zu haben. Und meine lievito madre, die immer besser wird, je mehr ich damit mache. Ich werde auch besser im Umgang mit ihr, denn man muß sich schon umstellen, im Gegensatz zur Reinzuchthefe vom Supermarkt. Hauptsächlich wieder die Zeit ist es, die man anders kalkulieren muß. Schnell geht eben weder bei Sauerteig noch bei der Mutterhefe.
      Viel Erfolg mit deinem dann neuen Sauerteig und viele Grüße, der Achim

  3. Lieber Achim,
    oje, gut dass es dir wieder besser geht und du sogleich gemerkt hast, an was es lag.
    Weisst du was, während ich deinen Post las, ging in der Küche mein Zopfteig auf (geht immer noch auf). Das braucht einfach Geduld, oder etwas Einteilung, dass er am Vortag geknetet wird.
    Dein Brot sieht so lecker aus, da würde ich gerne eine Tranche versuchen.
    Liebe Grüsse
    Eda

    1. Hallo Eda, und der richtig gegangene Zopf schmeckt sicher herrlich, anders als meine Back-Einkäufe. Leider aber backen immer weniger Menschen etwas selbst und wenn doch dann, man sieht es an den Rezepten auf Pinterest und Instagram, wieder nur schnell, super schnell etc. So beginnen viele Brot- und Brötchen-Rezepte. Also auch wieder nicht verträglich, weil eben ohne Zeit….

      Lass es dir gut schmecke und liebe Grüße, der Achim

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