Naturgarten Bayern blüht – meine Zertifizierung

Mein Garten ist nun ein, in Bayern als Naturgarten zertifizierter Garten. Sinn dessen ist es auch über die Naturgartenelemente zur Reden, im Austausch zu sein und dadurch immer besser zu werden sowie andere vielleicht an zu regen, der Natur Einlass in den Garten zu geben.

Mein Naturgarten

Spät noch im Herbst 2020 bekam ich den lang erwarteten Besuch der beiden Zertifizierer von Naturgarten – Bayern blüht. Darunter eine Blog-Bekannte, die Sigrun vom „Bergblumengarten„. Die Tage waren schon kurz, das Wetter mit Nieselregen und kaltem Wind sehr ungemütlich. Das alles hielt uns nicht davon ab, meinen Garten auf Herz und Nieren zu überprüfen. Ich stand Rede und Antwort und in den angeregten sowie fachlich fundierten Gesprächen merkten wir den Fortschritt der Zeit nicht.

Zum Abschlussgespräch zogen wir uns schließlich in die geschützte und wärmende Atmosphäre des Hauses zurück. Und was soll ich sagen? Ich habe die Zertifizierung mit meinem Garten bestanden.

Ich freue mich wirklich sehr darüber. Das Zertifikat ist eine Bestätigung meines beständigen Wirkens für und und in meinen Garten. Ebenso aber auch spornt es mich an, über die vielfältigen Naturgartenelemente, den Kriterien der Zertifizierung, zu berichten. Auch das ist nur im Sinne der Kriterien.

Was ist Naturgarten Bayern blüht?

Organisiert wird die Zertifizierung von der LWG, der Bayrischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau mit den Obst- und Gartenbauvereinen.

Die Zertifizierer werden ausgebildet und ernannt von der bayrischen Gartenakademie.

„Um die Gärten einheitlich zu zertifizieren werden qualifizierte Zertifizierer benötigt. Als Zertifizierer vorgesehen sind Kreisfachberater, Kreisvorsitzende des Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege e.V. und deren Vertreter, Personen mit gärtnerischer Ausbildung (Gehilfe, Meister) bzw. Weiterbildung zum Gartenpfleger sowie Gästeführer „Gartenerlebnis Bayern“.

www.lwg.bayern.de/naturgarten

Dabei bin ich bei derlei Angelegenheiten eher vorsichtig und lasse die Finger davon. Es werden gerne Dinge gefordert, die ich nicht halten kann oder will. Was nutzt eine nach allen Kriterien der Wissenschaft fundierte Punktesammlung der zu erfüllenden Eigenschaften, wenn die in der Praxis nicht oder nur von sehr spezialisierten Gärtnern eingehalten werden können. Was will ich mit einem Zertifikat von etwas, hinter dem ich nicht stehen kann, weil ich die Dinge deutlich anders (realistischer) sehe? Und was brauche ich ein Zertifikat, das mich als unerreichbaren, abgehobenen Dogmatiker kennzeichnet?

Was verbindet mich mit dieser Zertifitzierung?

Diese Erkenntnisse aus der Vergangenheit waren gleich in den ersten Zeilen der Ausschreibung auf der Homepage der LWG in alle Winde zerstreut. Die Forderungen konnte und kann ich bedingungslos unterschreiben.

Was ich dort las unterstreicht mein ureigenstes Denken, die Basis meines Handelns und Gartenverständisses. Mit so einer Plakette kann man zeigen, dass man -dass jeder – aus seinem Garten einen besseren Garten machen kann. Besser für die Natur, die Menschen, die Umwelt, die Ressourcen und schließlich vor allem für die Pflanzen und die Tiere darin :

„Wo Natur im Garten ist, da fühlt sich der Mensch so richtig wohl. Der Garten ist ein Ort der Erholung und Entschleunigung für uns Menschen und noch viel mehr. Ein Naturgarten fordert eine lebendige Vielfalt von Lebensräumen, eine bunte Mischung vom Bauerngarten bis zur Blumenwiese und vom Trockenbiotop bis zum Gartenteich.

Auch ein Naturgarten will gepflegt sein. Naturgarten bedeutet nicht der Wildnis freien Lauf zu lassen, sondern meint das bewusste Gestalten im Einklang mit der Natur.

Die Kriterien von „Bayern blüht – Naturgarten“ können als Leitfaden verstanden werden, die Orientierung geben zur Anlage und Bewirtschaftung eines Naturgartens.“

www.lwg.bayern.de/naturgarten

Durch die Zertifizierung sollen „positive Beispiele für eine nachhaltige Nutzung herausgestellt, durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt gemacht und zur Nachahmung angeregt werden“.

Was mich ganz besonders anzog, waren die Bemerkung, dass ein Naturgarten gepflegt sein will und keine Wildnis ist. Aber auch die Selbstverständlichkeit, dass in einem Naturgarten etwas gezielt für den Menschen, seien es Gemüse, Obst oder Blumen angebaut werden darf, ohne den Vorwurf, der Natur Lebensraum abspenstig zu machen. Für mich als Selbstversorger natürlich ein ausschlaggebendes Kriterium.

Just dazu habe ich als Vorbereitung zu dieser Beitragsfolge meine Gartenphilosophie zu Natur und Garten bereits einmal formuliert.

Die Kriterien der Zertifizierung und wie ich sie umsetze.

Die Zertifizierung besteht aus zwei Teilen. Einmal gibt es 4 Kernkriterien, die alle erfüllt sein müssen. Quasi die unverzichtbare Basis eines jeden Naturgartens oder wie ich es vorziehe zu bezeichnen, jeden Bio-Gartens.

Dazu kommt eine Liste von 7 Naturgartenelementen und abermals 7 Kriterien zur Bewirtschaftung des Nutzgartens. Diese müssen alle mindestens mit der Bewertung „teilweise erfüllt“ im Garten realisiert sein, um das Zertifikat zu erhalten.

Die Kernriterien:

Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel

Was will ich sagen. Das ist seit den frühen 70er Jahren für mich so selbstverständlich, wie das Aufstehen am Morgen und zur-Ruhe-Legen am Abend. Damals im Kindesalter, seitdem mich der Gartenvirus gepackt hat, lernte ich das schon als einzig mögliche Form des Gärtnerns von meiner Mutter. Auch ein paar Bücher und Broschüren aus dieser Zeit sind noch immer in meiner Bibliothek vorhanden. An den Aussagen darin hat sich über all die Jahrzehnte nichts geändert.

Nun bin ich wohl der Letzte, der behaupten kann, dass in seinem natürlich bewirtschafteten Garten keine Schädlinge und Krankheiten vorkommen. Allerdings weiß ich auch aus meiner langen Erfahrung in unterschiedlichen Gärten, dass diese Problematik in dem hier auftretenden Ausmaß mir bislang nicht bekannt war.

Im Text der LWG steht zum Pflanzenschutz das, was jeder Biogärtner als erstes lernen und verinnerlichen muss. Vorbeugung ist alles. Gesundheit basiert auf einem gesunden und gepflegten Boden mit all seinen Mikroorganismen und damit den Möglichkeiten, die natürliche Abwehr der Pflanzen zu fördern. Gesundheit im Garten kommt auch vom biologischen Gleichgewicht der „Schädlingen“ und „Nützlinge“ der „Unkräuter“ und „Kräuter“. Wer darüber übrigens eine verständliche und gleichwohl vollständige Beschreibung der wichtigen Vorgänge, Handlungsweisen und wissenschaftlichen Erkenntnisse lesen möchte, dem empfehle ich ein Buch, das es in einer der ersten Auflagen bereits zu meiner Jungend gab. Den Klassiker „Der Biogarten“ von Marie-Luise Kreuter.

Nun aber zu den Schädlingen in meinem Garten und wie ich damit umgehe.

Diesen Garten übernahm ich im Sommer 2011. Die Vorbesitzer waren alt und krank. Sie konnten den großen Garten nicht mehr richtig bewirtschaften. Daher gab es außer der bestehenden Struktur, den Sträuchern und Bäumen nur Rasen. Keine Blumenbeete und keinen Gemüsegarten. Damit wird klar, dass ich die Beete und Nutzformen erst (wieder) neu anlegen musste. Gesunder und funktionierender Boden sowie ein Gleichgewicht im benutzten Garten stellen sich nicht von jetzt auf gleich ein. Da können anfangs deutliche Ungleichgewichte im Verhältnis von nützlich und schädlich auftreten.

Nacktschnecken

Bei mir fing es an mit Nacktschnecken. Im zweiten Jahr überrannten sie meinen Garten. Den Nutzgarten und den Ziergarten. Sie fraßen einfach alles weg. Sogar einen Holunderbusch beim Kompost entblätterten sie. Nichts war vor ihnen sicher und meine neu angelegten Staudenbeete gehörten rasch der Vergangenheit an.

Gift ein zu setzen war mir so fremd und abscheulich. Nicht wegen der Schnecken, sondern wegen der Nebenwirkungen auf den Garten und die Tiere, so dass ich es zuerst nicht übers Herz brachte.

Absammeln und hinterm Garten aussetzen half nichts. Die Mengen waren zu groß, genau wie der Garten (1700qm) in dem sie wirklich überall waren. Alle empfohlenen Maßnahmen probierte ich. Zerschneiden und liegen lassen lockt weitere Schnecken an , die Aasfressser sind. Zerschneiden und zu Jauche vergären stinkt bestialisch, so dass einem Brennesseljauche wie Eau de Toilette vorkommt. Es soll die noch Lebenden abschrecken und vertreiben. Tut es aber nicht.

In einer Apotheke bestellte ich beim verwunderten Apotheker homöopathische Kügelchen aus eingeäscherten Schnecken, deren Verdünnung sie vertreiben soll. Soll, aber nicht tut.

In einem eigens angeschafften Buch war genau erklärt, wie man sie „bespricht“, einen Pakt mit ihnen eingeht. Ich hielt mich daran, keine mehr zu töten, was sie aber nicht davon abhielt, den Pakt von Anbeginn an zu boykottieren.

Den Mulch der mir auch seit jeher in Fleisch und Blut übergegangen ist, weglassen hilft. Nicht!

Das Schneckenkorn der Bio-Firma, das für Igel und Hunde ungefährlich ist verstreute ich eimerweise nach einem Großeinkauf und dem Verlust großer Summen Geldes dadurch. Meine Erkenntnis daraus: es hilft nicht die Bohne.

In einem Naturgarten sollen standortgerechte und angepasste Pflanzen stehen. So heißt es in den Kriterien. Tatsächlich half im Staudengarten damals der Umstieg auf schneckenresistente Stauden. Es blühte wieder. Aber was mache ich im Gemüsegarten? Hier muss eben bestimmtes Gemüse stehen und das meiste davon lieben die Schnecken. Sie mögen ein Recht auf Leben haben, aber ich habe den Garten auch, für den Gemüseanbau.

Ich kaufte das andere Schneckenkorn. Giftig für Hunde, Igel, Frösche und Kröten. Ich dachte ich reduziere nun, sonst kann ich den Garten gänzlich aufgeben, die Schnecken, und muss andere Verluste in Kauf nehmen. Mir ging es sehr schlecht dabei. Wäre aber jemand damals in meinen Garten gekommen und realistisch eingestellt, so hätte mir niemand darum einen Vorwurf machen können. Die Wiesen waren barfuss nicht mehr begehbar, so dicht krochen die schleimigen Viecher darüber. Im Gemüsegarten schaufelte (!) ich sie mit der Gärtnerkelle auf die große Schaufel und dann in die Eimer.

Ich glaube so vergingen bestimmt 2 Jahre. Ich las weiter in Biogartenbüchern und anderen Medien über das Gärtnern. Immer mehr wurde mir klar, dass dieses massenhafte Erscheinen wirklich mit der Umstellung zu tun hat. So hoffte ich jedenfalls. Da es sich um die riesigen braunen Wegschnecken handelte, konnte ich auf die Hilfe von Igel und Kröten, die dafür immer angepriesen werden, eh nicht zählen. Die fressen die klebrigen Riesen nämlich gar nicht. Apropos Igel und Co. In meinem Garten gibt es immer noch Igel, sogar einmal eine Mutter mit Jungen. Kröten und Grasfrösche in großer Zahl, genau wie unzählige Laubfrösche und Molche sind all überall. Trotz der Schneckenkornattacke.

Schnecken sind, wie Regenwürmer auch, wichtig für den Abbau der organischen Substanz zu wertvollem Humus. Am Kompost sind sie nach wie vor in großer Zahl, wenn es im Frühjahr warm und feucht ist. Schneckeneier finde ich seit langem dennoch nicht mehr im fertigen Kompost. Schnecken stürzen sich, im Garten mit Gleichgewicht, nur auf Pflanzen die krank sind. Mittlerweile beobachte ich regelmäßig beim Setzen meiner Gemüsepflänzchen, dass einige in einer Reihe gefressen werden und andere nicht. Meist sind die Gefressenen ohnehin etwas kleiner und unterentwickelter gewesen. Sie werden dann zum Schneckenfraß. Die großen und kräftigen Pflanzen bleiben unangetastet. Meistens jedenfalls.

Und, eine sehr wichtige Information, die ich nun schon in zweierlei Erfahrungsberichten von Biogärtnern las, ist die Folgende. Auf intaktem, gut gepflegten, humosen Boden im Biogarten richten die Schnecken keinen nennenswerten Schaden an. Auf neu genutzten Boden fressen sie quasi alles platt. Das erinnerte mich an meinen Garten.

Nun sind wieder etliche Jahre verstrichen und mein Boden wieder mit Mulch und Kompost wird immer besser. Die großen Wegschnecken richten am Gemüse keinen Schaden mehr an, über den ich mich aufregen müsste. Ist eine im Beet, kommt sie raus und in die Hecke außen herum. Sowohl im Gewächshaus als auch im Freiland sind dennoch viele, viele kleine schwarze Nacktschnecken. Wenn ich Salat ernte, muss ich ihn sehr gründlich waschen, weil viele darin sind. Aber! Sie fressen ihn nicht an und schon gleich nicht auf. Ab und an eine Pflanze frisch gesetzten Gemüses. Und wie im Lehrbuch ist das eben oft eine eh schon kleine oder kümmerliche Pflanze. Das ist verkraftbar und meist einkalkuliert.

Ob es allein der immer gesünder werdende Boden ist oder ob auch die seit Jahren bestehenden Dürren ihren Teil beitragen, kann ich noch nicht abschließend sagen. Jedenfalls habe ich fast keinen Schaden mehr durch die großen braunen Nacktschnecken. Da sind sie sehr wohl immer noch, wie warme und feuchte Tage im Frühjahr zeigen. Ohne Gift! Wegen der Dürren habe ich übrigens meine Staudensammlung abermals anpassen müssen. Nun sind sie schneckenresistent und dürretolerant.

Blattläuse

Von Anfang an erfolgreich war mein Biogarten bei der Läusebekämpfung. Jedes Frühjahr das gleiche Schauspiel. Gerade die neuen Rosentriebe und auch Obstbaumtriebe sind voller Läuse. In den Gartenmagazinen und den sozialen Medien wird zu dieser Zeit regelmäßig heiß diskutiert, wie man sie weg bekommt. Ich nehme das grinsend zur Kenntnis. Zur gleichen Zeit sind alle Nistkästen mit Jungvögeln bewohnt und auch von Außen herein kommen die Vögel und freuen sich über meine Läuse. Lange währt die Plage nicht, dann sind fast alle verschwunden, die Läuse. Dafür überall herumhüpfende junge Meisen oder Spatzen. Die „Luftwaffe“ kümmert sich auch um lästige Raupen, etwa vom Kohlweißling. Den Rest sammle ich ab und der Schaden tut der Ernte keinen Abbruch.

Nistkasten – Kolonie für Spatzen

Und wenn gerade keine Jungvögelmägen zu stopfen sind, habei ch immer noch die Heerscharen an anderen Insektenvernichtern. Ganz vorne mit dabei die Marienkäferlarven. Kaum hat eine Pflanze Läuse, finde ich auch diese Krabbler an der Pflanze. Ich kann mich also bequem zurück lehnen.

Weiße Fliege

Die ersten Jahre hatte ich große Probleme mir den weißen Fliegen (Kohlmottenschildlaus) an Grünkohl und Rosenkohl. In einem Jahr musste ich die ganze Ernte verkompostieren, weil nichts genießbar gewesen wäre. Natürliche Spritzmittel (Niehmöl) halfen nur wenig. Plötzlich aber waren sie verschwunden und ich denke nur noch sporadisch an diese Plage.

Im Sommer lese ich immer wieder von weißen Fliegen im Gewächshaus und deren Schaden. Manche klagen über Raupen an den Tomaten. Ich war davon seit jeher verschont. Allerdings nisten bei mir im Gewächshaus immer ein bis zwei Völker von Feldwespen. Dazu mindestens 3 oder mehr Laubfrösche, die mich die ganze Saison bei der Arbeit beobachten. Eine befreundete Biologin (Elke von „Günstig-Gärtnern“) erzählte mir, dass genau diese Gesellen mir im Gewächshaus die tierischen Schädlinge fern halten.

Erdflöhe

Ein Problem allerdings habe ich noch immer nicht gelöst. Es ist das massenhafte Auftreten der Erdflöhe. Die richten sogar bei schon sehr großen (Rosen-)Kohlpflanzen massiv Schaden an. Rukola, Rettich, Radieschen, Kohlrüben oder Herbstrüben haben keine Chance hoch zu kommen. Kein Jahr. Kapuzinerkresse, egal wie wuchernd, wird total zerstört. Das gleiche gilt für den ansonsten wuchernden echten Hopfen. Der wurde vergangenes Jahr beinahe umgebracht durch sie.

Bei den Erdflöhen habe ich noch keine Lösung. Ich meine, das Spritzen von Wermuttee hat sie ein wenig eingeschränkt. Da muss ich aber noch weiter testen.

nach der Wermutteebehandlung hat sich der Rosenkohl wieder erholt.

Man sieht, noch ist nicht alles perfekt in meinem Garten. Aber es wird besser. Es kann nur besser werden, wenn ich nicht zu stark eingreife. Jedes Totspritzen von Schädlingen erwischt immer auch nützliche Insekten. Selbst der Wermuttee vertreibt mit Sicherheit nicht nur die Erdflöhe und das Niemöl schädigt (selbst wenn es im BioGartenbau zugelassen ist) andere Insekten auch. So ein Eingriff ist bei mir immer nur die letzte Möglichkeit, wenn Abwarten und Gleichgewicht oder Pflanzengesundheitfördern nicht mehr oder noch nicht ausreichen.

Was mir in meinem Garten, und da bin ich mir immer sicherer, einen Strich durch die Rechnung mit gesunden Pflanzen in gesunden Boden macht, ist die unvorstellbare, seit vielen Jahren andauernde Dürre. Wenn im Sommer die Gemüse trotz Bewässerung Tag für Tag schlapp im Beet stehen, haben Schädlinge natürlich leichtes Spiel.

Der weitere Ausbau der Mulchwirtschaft, Kompostproduktion mit Tropf-Bewässerung der Beete werden dennoch immer gesündere Zustände in den Garten bringen. Ein eigener Brunnen zur Wasserversorgung ist gottseidank vorhanden. Meine Erfahrungen von Früher und auch in diesem Garten zeigen mir: chemische Schädlingsbekämpfungsmittel bleiben bei mir außen vor.

Verzicht auf chemisch synthetische Dünger

Erlaubt sind alle organischen Dünger. Da ist natürlich optimal der (eigene) Kompost und Mulch. Die natürlichen Kreisläufe im Garten sollen erhalten und gefördert werden. Pflanzenjauchen, hier vor allem Brennesseljauche, sind zu befürworten. Genauso die Gründüngung. Kauft man Dünger zu, sind etwa Pflanzenpellets, Schafwolle, Horn-Blut-Mehle, Steinmehle oder andere Düngermischung, organischen Ursprungs zulässig. Die Auswahl dieser reinen Biodünger (keine Mineraldünger!) ist heut zu Tag sehr groß. Da findet jeder Gärtner das für seinen Garten und Geschmack passende Produkt. Leicht lösliche Kunstdünger , deren Übermaß all zu leicht ins Grundwasser gespült wird, sollten alten, längst vergessenen Zeiten angehören. Auch wegen einem anderen Grund, den ich gleich noch ansprechen werde.

Zweimal, so muss ich zugeben, habe ich mich von den Versprechen der Mineraldünger verleiten lassen. Das habe ich, nicht allein wegen des schlechten Gewissens, rasch und schwer bereut.

Kunstdünger im Rasen und die schlechten Erfahrungen damit

Wir hatten den Garten erst ein paar Jahre. Die große Rasenfläche lieferte reichlich Mulch für den Gemüsegarten. Da dachte ich mir, dass der Rasen, oft genug liest man davon, auch einmal Nahrung benötigt. Sonst ist irgendwann Schluss mit der Mulch-Produktion. Eines schönen Herbsttages düngte ich also den Rasen, der Düngestreuwagen wurde ausgeliehen. Dabei kam Kunstdünger, der ihn auch für den Winter stark machen sollte, zum Einsatz. Warum genau Kunstdünger und kein organischer Dünger, weiß ich heute nicht mehr genau. Jedenfalls war es Minaraldünger. Der Rasen kam über den Winter, wie eh und je und im Sommer kam die Dürre und er starb komplett ab. Jeder Grashalm war verschwunden.

Nur blanker Erdboden und Heu darauf waren zu sehen. Klar waren Hitze und Dürre 2018 noch extremer als in den weiteren Jahren. Aber ich befürchtete schon damals, dass der Dünger mit Schuld war. Heute weiß ich, dass jeder Mineraldünger, das Bodenleben stark schädigt, wenn nicht tötet. Dazu gehören auch Bodenpilze, die die Nährstoff- und Wasserversorgung von Pflanzen unterstützen können. Hohe Mineral-Salz konzentrationen schädigen zudem die Regenwürmer. Ich düngte nie wieder irgend was. Und ich lasse jetzt alles was grün ist und gern im Rasen wächst gedeihen. Jeden Sommer das gleiche Schauspiel. Gras vertrocknet, die Wildkräuter nicht.

Wir lassen sogar den Rasen ab Frühsommer länger stehen. Gut, Rasen ist das falsche Wort. Wir sagen dazu eigentlich immer präziser: kurz gehaltene Wiese. Ein Kompromiss aus Naturwiese und begehbaren Rasen.

Darin wachsen Frauenmantel, Margareten, Schafgarbe, viel Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen, Spitzwegerich und andere Wildpflanzen.

Am Rand, wo ich ihn wachsen lasse, blüht auch Wiesensalbei.

Wiesensalbei

Je mehr darin wächst und je länger wir ihn lassen (etwa 10-12 cm hoch) desto mehr weiteres Grün wächst darin und desto mehr grünt und blüht er. Es summt und brummt im Frühsommer wie wild. Im Sommer gibt es immer noch braune Stellen. Vorwiegend dort, wo fast nur Gras ist. Aber das Grün kehrt viel rascher und dichter zurück. Das sah ich, als wir letzten Sommer zur heißesten Zeit die „Wiese“ kurz mähen mussten, weil eine Veranstaltung mit vielen Besuchern im Garten statt fand.

Die Düngung übernehmen jetzt die Bodenorganismen. Allen voran die Regenwürmer. Auch jetzt im zeitigen Frühjahr (März) ist der „Rasen“ voller Regenwurmhäufchen. Für manchen ein Graus, wie ich bereits las. Für mich ein Grund, vor Freude zu strahlen. Der Boden funktioniert wieder, ein Gleichgewicht konnte sich einstellen.

Regenwurm-Kot in der Wiese im März

Wir freuen uns an dem Mehr an Grün und die Insekten über die Blüten. Gedüngt wird hier nicht mehr. Schon gleich nicht mit Mineraldünger, der mir wieder das Bodenleben zerstört, ohne das selbst eine kurze Wiese nicht existieren kann. Zu viel Dünger lässt auch all die trockenheitsresistenten Beikräuter verschwinden.

Kunstdünger in den Kübelpflanzen und die schlechten Erfahrungen damit

War beim Schaden am Rasen die Dürre unbestreitbar mit Schuld, kann ich noch über ein zweites katastrophales Kunstdüngererlebnis berichten. Auf Grund der Empfehlung einer Freundin gab ich meinen Kübelpflanzen (viele schon etliche Jahrzehnte in meiner Pflege) den Wunderdünger ihres Gärtners. Eine Spezialanfertigung für seine Firma. Das Düngen der Pflanzen in den engen Kübeln mit wenig Erde ist immer etwas schwieriger als in den Beeten. Leicht kommt es zu Mangelerscheinungen, gerade wegen dem geringen Erdvolumen.

Meine Kübelpflanzen waren wie immer. Jedenfalls war von der Wunderwirkung nichts zu sehen. Auch die Zitrone blieb blass und gelb im Laub, wie mit meinen Brennesseljauchedüngungen.

Es kam der Winter und dann das Frühjahr. Die Pflanzen waren ganz fürchterlich verlaust. Schildläuse und Woll- oder Schmierläuse. Es war entsetzlich. Ich spritzte mit käuflichen Präparaten, mit Natron, Rapsöl, Niehmöl. Es half nichts. Sie kränkelten und wurden immer weniger. Ich schnitt zurück und spritzte und düngte. Zeigen brauchte ich die Pflanzen niemandem, der mich besuchte. Schämen tat ich mich für meine Kübel.

Es kam der Winter und dann das Frühjahr. Die Pflanzen abermals über und über voll mit den Läusen. Die Blätter kohlrabenschwarz, weil auf den Zuckerausscheidungen der Läuse dieser schwarze Schimmel wucherte. Ich spülte und rieb sie ab. Die Äste dicht an dicht mit den schwarzen Schildern der Läuse bedeckt. Ich spritzte und düngte, goss sie und die Sonne sollte sie kräftigen. Ein Oleander, ein Sämling aus dem Urlaub, zwei Zitruspflanzen und der Lorbeerbaum wanderten auf den Kompost. Da war einfach nichts mehr zu machen. Aber der Lorbeer war mir als Gewürzlieferant für die Küche doch so wichtig und sein Stamm schon ganz schön dick, so lange hatte ich ihn. Den Lorbeer holte ich nach ein paar Tagen wieder vom Kompost. Ich halbierte die Höhe und schnitt alles, wirklich alles bis auf den dicken Stamm zurück. Neue Erde und Dünger (!). Er trieb aus und hatte die Läuse. Spritzen und spritzen und spritzen.

Ich weiß nicht mehr, wann es mir wie Schuppen von den Augen fiel. Aber es fiel. Ich entsorgte den restlichen Kunstdünger, topfte um, schnitt zurück. Brennesselljauche und im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet organische Pellets. Das Sickerwasser aus meinem Wurmkompost kamen in die Töpfe. Sonst nichts.

Das ist etliche Jahre her. An der großen Olive hängen noch immer die Schilde der Schildläuse, weswegen ich manchmal erschrecke. Wenn ich so was sehe, drücke ich drauf und es bröselt nur der Staub der vertrockneten Läuse von damals vom Ast. Gespritzt habe ich nie mehr. Der Lorbeer liefert Jahr für Jahr wieder viele gesunde Blätter für die Küche. Die Läuse sind zusammen mit dem Kunstdünger verschwunden. Bis auf ein paar Blattäuse im Winterquartier, die beim Ausräumen dann von selbst verschwinden.

Wäre ich früher darauf gekommen, hätte ich sicher auch etliche zum Teil alte Zimmerpflanzen noch. Die habe ich auch immer mit Mineral-Flüssigdünger versorgt. Mangels besseren Wissens, wie wichtig auch hier ein gesunder Boden ist. Und wie sehr es die Pflanzen kräftigt, wenn sie nicht durch die Minerallösungen zwangsgemästet werden, wie Gänse für die Stopfleber. Auf so aufgedunsenem Pflanzengewebe haben die Widersacher natürlich leichtes Spiel. Und die Pflanze hat durch mangelnde Unterstützung durch die Helfer im Boden keine Abwehrchance.

Kunstdünger, also Mineraldünger kommt mir nirgends mehr in die Erde. Viel zu meinem Verständnis dieser Zusammenhänge half mir die Beschäftigung mit dem Thema der Mikroorganismen im Boden.

Wer sich hierzu ein genaueres Bild verschaffen möchte, dem empfehle ich wieder das oben bereits genannte Buch „Der Biogarten“ von Marie-Luise Kreuter. Tiefgreifender beschrieben findet man die Zusammenhänge in Büchern wie: „Gärtnern mit Mikroben“ von Jeff Lowenfells und Wayne Lewis (übersetzt von Donovan Rübsaat), der „Humsphäre“ von Herwig Pommeresche oder ganz einfach dem Büchlein „Biodünger selber machen“ von Andrea Heistinger und Alfred Grand

Kein Torf zur Bodenverbesserung

Es gab ja Menschen, die sahen in Torf einen Dünger. Heute ist er eigentlich, glaube ich, nur noch ein Problem in all den Fertig-Erden. Erde für Kübelpflanzen, Erde für die Anzucht von Gemüse und Blumen für den Garten und die riesigen Mengen Erde in Säcken für die unzähligen Hochbeete, die das Land seit Jahren überfluten. Dazu die Erde der Gärtnereien, die für uns im Frühjahr in sehr großer Zahl Blühpflanzen bereit halten.

Warum kein Torf im Naturgarten? Torf ist ein Naturprodukt, das ganze Landschaften prägt. Es wächst nach, benötigt aber unvorstellbar lange Zeit dazu. Jahrhunderte? Jahrtausende? Jedenfalls hat er keine Chance, nach zu wachsen, so viel wie heut zu Tage davon verbraucht und quasi im Raubbau geerntet wird. Mit jedem Sack, in dem Torf enthalten ist, zerstören wir unwiderruflich ein Stück gewachsene Landschaft. Wohnort und Grundlage für spezialisierte Tiere und Pflanzen. Das kann eben nicht im Sinn eines Naturgartens sein.

Klar, es gibt Erden ohne Torf. Die sind durchweg aber nicht an der unteren Preisskala angesiedelt . Und für den Garten darf schließlich kein Geld ausgegeben werden, anders als für Parfüm, Lipgloss, Klamotten, Autotuning oder Urlaubsreisen und Handy. Aus eigener Erfahrung muss ich allerdings auch berichten, dass es immer noch schwierig ist, eine torffreie Erde zu finden, die gut ist. Ich benötige Fertigerde für die Kübelpflanzen und vor allem für die Anzucht meines Gemüses.

Und gerade bei letzterem habe ich viele schlechte Erfahrungen mit torffreien Substraten gemacht.

Bei den Kübelpflanzen bin ich schon länger dazu übergegangen Erden selbst zu mischen. Je größer die Kübel, was bei mir oft der Fall ist, desto besser ist es auch, nicht die reine Tütenerde zu verwenden. Gerade im biologisch gedüngten Garten.

Seit diesem Jahr nun versuche ich auch die Gemüseanzucht ausschließlich mit selbst gemischter Erde aus sehr reifen Kompost und Maulfwurfserde. Ich bin gespannt. Ich hoffe sehr, dass ich gar keine Plastiksäcke mehr kaufen muss, ob nun mit oder ohne Torf.

Biodiversität – hohe ökologische Vielfalt

Biologische Vielfalt soll erhalten und auch genutzt werden. Dann geht es Mensch und Natur gut. Möglichst viele verschieden Pflanzen- und Tierarten sollen hier Raum zum Leben erhalten. „

„Dazu ist es notwendig, verschiedene Lebensbereiche wie Trockenmauern, Stein- und Holzhaufen, Feuchtbiotope, Blumenwiesen, Hecken mit Säumen, Sonnen -und Schattenplätze, Fassaden- und Dachbegrünung zu errichten, zu erhalten, zu fördern und zu pflegen. Dann sorgen neben duftenden, optisch schönen bzw. nützlichen Pflanzen auch Vögel, Schmetterlinge, Bienen, sogar
Igel, Libellen oder Eidechsen für Freude und Wohlbefinden des Gartenbesitzers. Auch kleine naturnahe Gärten tragen zur Biodiversität bei. Im Übrigen bedeutet naturnah nicht zugleich ungepflegt. Die Vielfalt an Lebensräumen und
Strukturen sorgen für Abwechslung.“

www.lwg.bayern.de/naturgarten

Vielfalt herrscht überall in meinem Garten. Kürzlich zählte ich die Samentüten der noch zu sähenden Gemüsepflanzen. Ich kam auf über Hundert. Dann all die Kräuter für die Küche. Die Staudenbeete voll mit oft selbst aussähenden Stauden und Blumen, von denen viele ein reich gedeckter Tisch für die Insekten sind. Bäume, Obstbäume und Sträucher. Fruchttragende Sträucher. Wiesenblumen und Wildstauden, Unkraut. Trockenstauden in Schotter- und Steinbereichen. Wasserpflanzen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Halt, doch, eines ist nach wie vor nicht im Garten vorhanden. Schneckenfrass-Stauden, Schattenliebende und alles, was viel Wasser braucht. Das geht hier niemals. Standortgerechte Biodiversität nenne ich das.

Hier ein paar Eindrücke vom September 2020. Genaueres und weitere Naturgartenkriterien beschreibe ich in den nächsten Beiträgen hier im Blog.

Damit hoffe ich einen Einblick in die 4 Kernkriterien der Zertifizierung und wie ich sie in meinem Garten umsetze, gegeben zu haben.

Im nächsten Beitrag schildere ich dann, wie das bei mir mit den Kann-Kriterien aussieht.

15 Antworten auf „Naturgarten Bayern blüht – meine Zertifizierung“

  1. Mit Nachbars Hühnern hatte ich ziemlich gute Erfahrungen gemacht, sie erledigen das Harken, allerdings würde ich ihnen kein bepflanztes Beet anvertrauen

    1. Genau und mit Blackboxgardening, den ganzen Sämlingen der Stauden und Wildkräuter, wäre es auch vorbei, wenn die Hühner auf die Fläche kommen. WArum sieht wohl ein Hühnerlauf aus, wie ein Hühnerlauf aussieht. Kahl und zerscharrt. Mir langen schon die Amseln, deutlich kleiner als HÜhner und nicht auf dauer im Beet, aber wenn sie drin waren, na dann……..

      viele Grüße, der Achim

  2. Lieber Achim,
    herzlichen Glückwunsch. Es freut mich, dass Dein Garten zertifiziert wurde.
    Da würde ich mich auch bewerben, aber unser Garten liegt ja leider nicht in Bayern.
    Mit Nacktschnecken haben wir übrigens Frieden geschlossen, keine einzige dieser Plagegeister wird mehr gejagt. Vielmehr schützen wir unsere Pflanzen, die auch auf der Speisekarte der Schnecken stehen durch Barrieren. Und das funktioniert sehr gut.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche und weiter viel Erfolg.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang,
      nun, es muss ja auch mal von Vorteil sein, in Bayern zu wohnen 😉 Ich bin jedenfalls gespannt, wann ich die Plakette für den Gartenzaun bekomme, die dann sofort aufgehängt wird. Was für Barrieren meinst du? Im Gemüsegarten waren bei mir jedenfalls alle Pflanzen Schneckenfutter und im Staudengarten damals noch fast alle. Sogar, wie erwähnt in der angrenzenden Hecke war Schneckenfutter. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass da Barrieren helfen.
      Naja vielleicht halten sie sich auch dieses Jahr wieder in Grenzen. Wir werden sehen.
      Viel Spass im Garten wünscht, Achim

  3. Glückwunsch – zu den Erdflöhen – hier beherzige ich einen Tipp meiner Mutter und streue einfach Gesteinsmehl über die betroffenen Pflanzen, sobald ich Löcher entdecke. Das ist einfach ein mechanisches Übel für die Viecher. Das feine Mehl bleibt an Ihnen hängen und sie verziehen sich dann, da diese Umgebung für sie zu „feindlich“ ist. Vielleicht hilft ja dieser Tipp auch bei Ihnen.
    Viele Grüsse
    Claudia

    1. Hallo Claudia, das mit den Steinmehl hatte ich tatsächlich auch probiert. Sogar einen Handzerstäuber habe ich mir aus diesem Grund zugelegt. Steinmehl soll in der Tat gegen so beißende Insekten helfen. Bei mir half es nichts. Es war auch unwahrscheinlich mühsam, etwas Mehl auf die Pflanzen zu bekommen. Die Fläche oder Anzahl der Gemüsereihen und anderer Pflanzen war wohl auch zu groß. Die Rosenkohlpflanzen waren auch sehr groß und ich war irgendwie nicht in der Lage ausreichend Steinmehl auf die Pflanzen zu bekommen. Vielleicht hätte ich ein motorgetriebenes größeres Stäubegerät benötigt? Das wäre dann aber auch wieder doch etwa übertrieben kostspielig. Ich hoffe, dass dieses extreme Auftreten nicht jährlich ist. In anderen Jahren hilft tatsächlich die Nachbarschaft zu Salat oder Spinat und die Flöhe halten sich anderweitig in Grenzen. 2020 war, nicht nur in dieser Hinsicht, hoffentlich ein Ausnahmejahr.
      Vielen Dank dennoch für den Tip und ein schönes Gartenjahr wünscht, Achim.

  4. Hallo Achim,
    Herzlichen Glückwunsch zur Zertifizierung!
    Und vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Mit dem Rasen habe ich im letzten Jahr genau die gleichen Erfahrungen gemacht. Ich hatte einen Rasenexperten gehört, der erklärte, wie viel Düngung der Rasen bräuchte und da wir verschiedene Stellen hatten, die schneller braun wurden als andere, dachte ich, das würde es bringen. Das war ein Irrtum und dieses Jahr wird der Rasen keinen Dünger bekommen, dafür in erster Linie Mikroorganismen und ich bin gespannt, was passieren wird.
    Mit Läusen habe ich ebenfalls ähnliche Erfahrungen wie du, nur dass nicht nur die Vögel sich freuen, sondern auch unglaubliche Mengen an Marienkäferlarven.
    Hast Du keinen Nachbarn, der Hühner hat? Vielleicht könntest du ein paar Hühner über deine Gemüsebeete laufen lassen, bevor alles neu bepflanzt ist. Die würden sich sicherlich über die Erdflohbrut freuen.
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Hallo Steffi, vielen Dank für deine Glückwünsche.

      Und da haben wir es. So selbstverständlich und alltäglich sind die vielen Helfer in meinem Garten für mich schon, dass ich sie gar vergesse zu erwähnen. Du hast vollkommen recht. Nicht nur Vögel sondern auch Unmengen an MArienkäfer-Larven im Garten machen sich über die Läuse her. Ich glaube ich sollte das noch in den Beitrag einfügen. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.

      Ja diese Rasendüngermenschen. Wenn es so ist, wie das Wetter die letzten Jahre war, glaube ich auch, dass jede Kunstdüngung nur mehr Schaden macht. Jedenfalls solltest du ihn auch länger stehen lassen und schauen, dass Beikräuter mit rein kommen. Das ist enorm, was die aushalten und was Gras aushält. Und durch die Gemeinschaft mit denen Hälte aber glaube ich das Gras selbst auch mehr aus.

      Das mit den Hühne ist witzig, klar hat die Nachbarin Hühner. Aber du kennst, wa ne Amsel an Unordnung in den Beeten anstellen kann. Nur blas die Amsel auf ein VIEEEELfaches auf und stell ein paar in die Beete….. Du weißt , was ich meine? Mir langt schon das eine sture Huhn, das zwar über den Zaun ins Freie und dann in unseren Garten kann, aber nie den Weg zurück findet. Egal was der Nachbar macht und baut, das eine einzige Huhn haut dauernd ab. Und naja klar hackt es etliche Schnecken weg, wenn es bei mir im Garten unter der Hecke wühlt und unter Büschen. Aber das ist echt enorm, was diese Riesenamseln anstellen. Als ob eine Bombe eingeschlagen hätte sieht es aus. Ne das mag ich nicht im Gemüsegarten. Mulch undSpinat als Nachbar hat auch schon oft geklappt.Was letztes Jahr los war , weiß ich nicht, da halft echt gar nichts gegen die Käfer.

      Also ich wünsche weiter viel Spass im Garten mit deinen Helfern den Mikroorganismen (ich bin auch so froh um deren Hilfe), der Achim

  5. Hallo Achim,
    herzlichen Glückwunsch zur Zertifizierung ! Da darf man schon etwas stolz sein :-).
    Deine Vorher-Nachher-Bilder finde ich sehr interessant, so sieht man doch, wie sich die Bereiche entwickelt haben und welchen Unterschied es macht.
    Mit bzw. gegen Erdflöhe kämpfe ich auch – letzten Spätsommer haben sie meine Kohlernte fast vernichtet – solche Mengen habe ich noch nicht gesehen…! Wie man sie am besten bekämpft, weiß ich auch -noch – nicht… Werde aber diverses ausprobieren, ein Netz ist sicherlich gut, allerdings sind sie ja auch in der Erde…
    Weiterhin viel Spaß im Garten und liebe Grüße, Birthe

    1. Hallo Birthe, dann hattest du also auch nie dagewesene Erdflohmengen letztes Jahr. Ist schon interessant, muss dann wohl ein Erdflohjahr gewesen sein. Solche Jahre kann ich aber echt nicht oft gebrauchen…..

      vielen Dank für die Glückwünsche und viele Grüße,der Achim

  6. Lieber Achim,
    vielen Dank für deinen wunderbaren, ganz ausführlichen Beitrag zu deinem Naturgarten und vor allem zu den Problemen, mit denen der Gärtner ja in der Regel zu kämpfen hat.
    Du zeigst vor allem gute Beispiele, dass weder Chemie noch Kunstdünger auf Dauer Erfolg bringen und sinnvolle Alternativen aus eigener Erfahrung.
    Ich hätte mir natürlich auch lieber einen sonnigen Sommertag für die Zertifizierung gewünscht. Dieser Beitrag gibt aber auch schon einen tollen Einblick in die ganzjährige Vielfalt in deinem Garten.
    Dann freue ich mich schon auf deine nächsten Beiträge,
    LG Sigrun

    1. Hallo Sigrun,
      ja das war halt schon Herbst und Sonne hatte ich und mein Garten wahrlich genug in dem Jahr wieder Daher warˋs nicht weiter schlimm. Und wie du sagst in einem lebendigen Garten, der ganzheitlich und natürlich geführt wird, sieht man natürlich auch im Herbst das auf was es ankommt. In den nächsten Beiträgen werde ich auf die Details eingehen, die wir gar nicht so ausführlich angehen konnten. Hätten ja sonst nen ganzen Tag gebraucht. Und ist eigentlich alles da, bis auf das Feuchtbiotop. Das haben wir, wie du weißt ja wo anders… Vielleicht kommt im Garten auch noch so was in irgendeiner Form. JEtzt aber gehen wir kommende Woch erst mal wie wieder die weitere Trockenheitsresistenz an und sorgen für Schatten…
      viele Grüße Achim

  7. Hallo Achim,
    überall steht, dass man bei Erdflöhen hacken und mulchen soll. Und gießen. Also fühlen sie sich pudelwohl bei Hitze und Trockenheit – und sind demnach Klimawandelgewinner? Das kann ja heiter werden…
    Viele Grüße
    Elke

    1. Hallo Elke,
      ja, hacken kann ich nicht, weil der Boden drunter ja dick gemulcht war. Feucht war er nicht und kann es bei mir nicht sein, weil bei der Dürre auch die Tropfbewässerung nicht für oberflächlich feuchten Boden Sorgt. Und Hitze und Trockenheit sind wohl alles für sie. Selbst der Spinat, den sie verabscheuen udn mit dem ich auch schon gute Erfahrungen machte, half 2020 was. Selbst direkt als Gründünger daneben gesäter und bereits aufgewachsener Spinat konnte die Herbstrüben oder Radieschen, Kohlrüben und Rucola retten. Es halft einfach nichts. Evtl. der Wermuttee. Jedenfalls waren sie dann weg, könnte aber auch das normale Erscheinen sein, dass sie nach solchen Massen mit einem Mal weg sind. Bin gespannt auf dieses Jahr…..

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