Neue Gäste am Vogelhaus

Im Winter Futterstelle im Sommer Vogeltränke. Der Platz im Vorgarten zieht wie ein Magnet die gefiederten Freunde an. Neben den üblichen Verdächtigen kann ich diesen Winter ein paar neue Gäste begrüßen.

Das Vogel-Zentrum im Vorgarten

Die Betonguß-Vogeltränke, ein Geburtstagsgeschenk von Kolleginnen, passt optisch schon so toll in unseren Landgarten. Noch viel mehr Freude haben wir aber an ihr wegen dem zahlreichen Besuch, den sie rund ums Jahr in den Garten lockt.

Im Sommer, wenn die Sonne glüht, geht es zu wie an einem beliebten Strand in Italien. Wie die Sardinen drängen sich Spatzen und Meisen in der kleinen Pfütze. Nachdem sie alle wieder verschwunden sind, ist das kleine Becken regelmäßig trocken. Alles Wasser haben sie heraus gespritzt in ihrer Badefreude.

Das Wasserbecken ist nicht frostfest und sollte im Winter nicht mit Wasser gefüllt sein. Weil das schwierig wäre, ohne das schwere Stück fort zu räumen, nutzen wir es einfach als Fuß für das Vogelfutterhaus im Winter. So bleibt die Schale wasserfrei und die gefiederten Besucher müssen sich keinen neuen und unbekannten Platz im Garten suchen.

Unzählige Vögel hocken lauernd in der Hecke

Hier ist es doch so gemütlich. Im Flieder kann man ausruhen und Ausschau halten. Wenn man gerade nicht frisst oder Gefahr droht, huscht man schnell in die große und dichte Liguster-Hecke.

Geht man im Winter einmal ganz ruhig in den Vorgarten, ist es fast schon ein wenig unheimlich, wie viele Augen einen aus der Hecke heraus anglotzen und verfolgen. Beinahe schon könnte man hier, wenn es auch noch ein wenig neblig ist, einen Gruselfilm mit Vögeln drehen.

Und es sind nicht 3 oder 10 Vögel, es sind dutzende! Schaut einfach selbst mal hier im Video der Wildkamera.

Spatzen, Meisen, Buntspecht, Amseln, Rotkehlchen und Grünfinken habe ich immer hier als Gast.

Zum ersten Mal kommt ein Eichelhäher dazu. Der Arme fand wohl sonst nichts zu fressen. Sollte er, dem Namen entsprechend Eicheln essen wollen, hat er dieses Jahr Pech. Keine einzige Eichel viel vom Baum. Letzten Herbst war es dagegen so, als hätte jemand den Rasen mit Eicheln gemulcht. Nun ein Nachbar hat ja auch noch seine vielen uralten Eichen einfach umgesägt, weil sie Laub werfen. Jetzt hat der Häher keine Eicheln mehr. Mir tat er Leid und ich habe in die Wiese ein paar Erdnusskerne gestreut. Das fand er toll und kommt nun immer wieder.

Scheinbar hat er es auch seinen Kumpels erzählt. Jedenfalls sind nun jeden früh bis zu fünf der schönen, farbenprächtigen und großen Vögel in der Wiese zu sehen.

Vor Weihnachten, zur Weihnachtsfeier im Geschäft, hatten wir unter anderem Erdnüsse in der Schale als Tischdeko. Nach der Feier sammelte ich die übrigen wieder ein und wollte sie meinen Hähern gönnen.

Aber siehe da, mit Erdnüssen in der Schale können sie wohl nichts anfangen. Die Nüsse lagen tagelang in der Wiese und die Häher holten sie nicht.

Und wer holt sich nun die Erdnüsse mit der Schale?

Vielleicht ist es ihnen dort vorne zu hektisch zum Nüsseknacken? Ich streute einfach noch ein paar der Erdnüsse mit Schale unter die Eiche, hinten im Gemüsegarten. Da ist es ruhiger.

Am nächsten Tag waren alle fort. Ich verteilte wieder Nüsse und wieder wurden sie samt Schalen weggeschafft.

Wer macht das? Ich wurde neugierig und stellte auch hier die Wildkamera auf.

Am nächsten Tag war ich im Bilde. Wieder sehr große und schön gefärbte Vögel holten sich die Nüsse. Wohl, um sie an einem ruhigen Ort zu knacken. Diesmal waren es Elstern.

Nicht selten, sondern noch nie hatte ich so einen Gast im Garten

Heute ganz aktuell, und natürlich stand da wieder keine Wildkamera bereit, entdeckte ich im morgentlichen Dunst wieder einen neuen Besucher. Einen großen schwarzen Vogel. Gehört de zum Horrorfilm-Set oder ist der harmlos?

Ich schnappte mir das Handy, rannte in den Keller und schlich mich zum Fenster. Mit ein wenig, die Bildqualität reduzierenden Zoom, konnte ich den Gast festhalten.

Ein paar Mails weiter mit der, wie ich glaube, allwissenden Elke von Günstiggärtnern.de, wusste ich, dass es ein Jungtier (kein bunter Schnabel) vom grünfüßigen Teichhuhn ist. Es kam wohl vom Dorfweiher unten zu uns rauf gelaufen. Sicher hörte es immer den Radau und wollte mal nachsehen, was da jeden Tag so los ist, warum dieser enorme Vogel-Betrieb da oben herrscht. Es fand überall im Rasen reichlich zu picken,. Alles Reste, die von den anderen Banausen in ihrem Luxus so aus dem Haus hinaus und in die Wiese geschleudert wurden.

Ich streute ihm noch ein paar Flocken in den Rasen und stellte fest, dass diese Tiere wahnsinnig schnell zu Fuß sind. Es flog nicht weg sondern raste wie der Blitz – oder schneller – ins Gebüsch.

Nicht neu, nicht selten und doch von mir eher ungeliebt, wer treibt sich da nachts herum?

Von einem letzten „Gast“ kann ich noch berichten. Gast in Anführungszeichen, weil der sicher nicht vom Futter frisst, das ich dort austeile. Ihn hat aber die Wildkamera zufällig erwischt. Dass sie da sind wusste ich schon länger, habe ich doch auch tags schon so einen, doch eher unerwünschten, Gesellen gesehen. Bei ihm fürchte diesmal nicht ich mich, sondern eher unser Auto. Hat er ihm doch schon reichlich Schaden zugefügt und viele, viel Hundert Euro sind dabei drauf gegangen.

Wer es ist ahnt mancher vielleicht schon. Wenn nicht, dann setzt euch doch vor dieses Grusel-Video, genießt die Ruhe und erschreckt dann nicht, wenn ER plötzlich aus dem Dunkel der Nacht auftaucht.

15 Antworten auf „Neue Gäste am Vogelhaus“

  1. Hallo Achim, wieder sehr schön festgehalten, was da so alles los ist. Interessant mit den Erdnüssen. Die Marder scheinen Kirschbäume wirklich zu lieben, kein Wunder das meine auf dem Nachbar Grundstück gefällt wurden.
    PS, war meine Mail angekommen? L.G. Helga

    1. Hallo Helga,
      nun, der Marder im Video hat wirklich einen Kirschbaum in der Nähe. Allerdings habe ich die Tiere auch schon hinten im Garten gesehen, ganz ohne Kirschbaum.
      Ja, die Mail bekam ich, ist aber nichts für mich.
      Liebe Grüße, der Achim

  2. Hallo Achim,
    was für ein Gewusel. Wunderschön anzusehen.
    Unsere Futterstationen sind ebenfalls gut besucht, allerdings kommen bei uns die Vögel mit ihren jeweiligen Familien, selten gemischt. Wir füttern ganzjährig, allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass wir nicht so schön ländlich wohnen wir ihr. Um uns herum expandieren eher die Habitate für die gemeine Steinlaus. Von daher kommen scheinbar sämtliche Vögel des gesamten Bezirks zum Futtern. So viele Blattläuse kann der Frühling gar nicht hervorbringen. Wir haben vor zwei Jahren eine Blaumeise aufgezogen und haben tatsächlich nahezu keine Schädlinge an den Pflanzen gefunden, die als Futterquelle dienen konnten. Auch habe ich schon Finken bei den Bienenbeuten beobachtet, die auf einen vorbei fliegenden Snack warteten.
    Wir scherzen immer schon, dass wir die erste Monatshälfte für das Futter unserer Kinder, in der zweiten für das der Vögel arbeiten.
    Deine Aufzeichnungen mit der Wildkamera haben mich dazu bewogen, meine auch mal aufzustellen. Ist ja spannend zu sehen, was sich auch nachts so rumtreibt. Unser Marder läuft immer morgens ganz dreist über unseren Vorplatz. Mal sehen, was der so nachts macht. Schlafen wahrscheinlich. 😉
    Herzliche Grüße aus dem nebelverhangenen Rheinland. Sandra

    1. Grüß‘ dich Sandra,
      Gewusel stimmt wohl. Und ich glaube es werden von Jahr zu Jahr mehr. Bei mir sind sie immer gemischt und im Sommer füttere ich nicht und sie sind auch da. Ich beobachte immer, wie im Frühjahr die Läuse an Rosen etc. sind und dann plötzlich weg sind. Die machen mir keine Sorgen. Sogar der Buchsbaumzynsler hatte, wie ich irgendwann im Herbst merkte, zugeschlagen und einzelne Zweige leer gefressen. Aber die Vögel haben ihm wohl Einhalt geboten. Im Sommer sind sie fleißig am Baden in allen möglichen Wasserstellen und hüpfen in den Beeten und dem Rasen und suchen und finden ausreichend Nahrung. Da füttere ich nicht. Wäre mir auch zu teuer. So ein Winter bedeutet immer etwa 200 Meisenknödel und 100kg Streufutter plus dieses und jenes Leckerli zwischendurch, was mir gerade so in die Quere kommt. Das kostet auch immer ne Stange Geld.

      Na dann lass mal fleißig Bilder vom Marder oder von den Vögelchen machen. Ab und an ist das ganz interessant, was sich so alles unbeobachtet im Garten herum treibt, finde ich. Und bei uns am Land sicher noch mehr. Ich wünsche eine schöne Woche und grüße aus der Sonne in Bayern/Franken, der Achim

    1. Hallo Elke, jaaaaa , wie toll oder? Jetzt sieht es wieder normal aus. Ein Plugin war schuld, habe es gelöscht und schon war alles wieder normal. Jetzt sind halt die blogs, die ich lese nicht mehr verlinkt, aber dafür läuft meiner wieder. Gottseidank. Nein das Teichhuhn kahm nie wieder, anders als die Eichelhäher, die immer mehr werden.
      liebe Grüße, der AChim

  3. Lieber Achim,
    an unserem Vogelhaus sieht es ganz ähnlich aus. Die Hecke bei uns steht etwas weiter weg, wird aber genauso genutzt. Das ist wirklich schön. Eichelhäher haben wir auch, aber nie mehr als ein oder zwei Tiere, und sie holen sich die Erdnüsse aus dem Futter.
    Ein Teichhuhn hatten wir allerdings noch nie. Hier in der Nähe gibt es auch keinen kleinen See oder Teich.
    Marder haben wir auch. In einem Jahr hatten, oder waren es zwei?, hatten wir einen Marder auf dem Dachboden direkt über dem Schlafzimmer. Das war Horror, der hat wirklich richtig Krach gemacht und ließ sich auch nicht verscheuchen. Erst als wir eine Kirsche, die direkt am Haus stand, haben fällen lassen, hörte der Spuk auf.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang, ja leider war das Teichhuhn auch nur ein Gast für einen Tag. Die Eichelhäherbande ist dagegen täglich mehrmals da. Das mit deiner Kirsche am Haus kommt mir bekannt vor. Wir hatten unter dem alten Dach Mäuse, die dann mit den Haselnüssen Fußball gespielt haben und das habe ich, im Bett liegend gehört…. Dann haben wir die Haselnuß an der Grundstücksgrenze , welche die Dachrinne berührte, abgeschnitten und seither ist Ruhe mit Mäusen im Dach.

      Liebe Grüße, der Achim

      1. Lieber Achim,
        Mäuse hatte wir auch schon, die sind hinter der Verkleidung hoch bis aufs Dach. Aber mittlerweile ist die Verkleidung weg und damit auch die Mäuse. Die habe ich aber nur tagsüber gehört. War aber auch unangenehm.
        Dir noch einen schönen Restssonntag.

        Viele liebe Grüße
        Wolfgang

  4. Hallo Achim,
    wow, das ist ja eine Menge los am Futterhaus, wildes Treiben! Hier konnte ich am Wochenende ebenfalls die bunte Schar bewundern. Ein kleines Häuschen klebt an unserer Küchenscheibe, da trauen sich nur die frechen Meisen rein.
    Die Elstern haben hier mal das Igelfutter aus dem Igelhaus geklaut!
    Unsere Marderbande habe ich lange nicht gesehen, was daran liegen mag, das ich die Kameras seit Wochen nicht ausgewertet habe. Einmal habe ich im Motorraum ein Stöckchen und einen Lappen gefunden, zerbissen wurde bisher nur die Gummilippe am Garagentor.
    Die Eichelhäher kannst Du zu uns schicken, es knackt am Waldrand vor Eicheln.
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Hallo Karen,
      wirklich war? Bei uns nicht eine einzige langweilige Eichel während sie 2018 in rauhen Massen von den Bäumen vielen. Unrat vom Marder habe ich im Motorraum noch nicht gefunden,aber wichtige Kabel beißt er durch, trotz Marderspray oder elektrischem Marderschreck…..
      Viele Grüße, schönes 2020 und viel Spass im Garten wünscht der Achim

  5. Lieber Achim,
    Bei Dir ist ja viel los am Futterhaus! Bei mir ist es ähnlich, es sind nur nicht ganz so viele Vögel auf einmal. Ich mag die Schwanzmeisen besonders, sie sehen immer aus wie kleine Gespensterchen.
    Anfang letzten Jahres habe ich in im Motorrad meines Autos einen Meisenball wiedergefunden. Nicht nur, dass er in unserem Dach war. Nein, er war auch in meinem Auto. Aber er hat nichts kaputt gemacht.
    Ich hoffe, Deine Blogs kommen wieder in Ordnung! Es wäre doch wirklich schade drum!
    Liebe Grüße
    Steffi

    1. Hallo Steffi,
      da hast du was gesagt, da ist echt immer rushhour bei mir an Vogelhaus. Zu Stoßzeiten sieht man den Boden vom Futterhaus nicht, so dichtgedrängt hocken sie drin und futtrn.
      Meine Blogs, danke für die Wünsche, sind nun erstmal wieder ok. Ein Plugin hatte alles durcheinander gebracht. Jetzt gelöscht ist alles wieder gut, dafür sind nun aber, die durch dieses Plugin im Blog verlinkten, Lieblingsblogs nicht mehr verlinkt. Da muß ich mir eine neue Lösung suchen. Aber erst mal bin ich überglücklich, dass beide wieder online sind und beide normal aussehen. Das waren fürchterliche Feiertage jetzt, als meine Blogs nicht oder nicht ordentlich liefen.

      Also nun auf ein schönes Bloggerjahr 2020, liebe Grüße, der Achim

  6. Hallo Achim,
    sehr schöner Bericht!
    Auch bei uns im Garten gibt es viele Futterstellen. Leider ist die Anzahl der Vögel hier stark zurückgegangen und es sind kaum welche zu sehen. Zudem ist der Winter recht mild bei uns im Westen und die Brüder finden noch genug natürliches Futter. Der Marder hat auch in unserem Auto schon zugeschlagen. Gut, dass die Versicherung gezahlt hat. Jetzt gibt es regelmäßig Marderspray im Motorraum. Können wir nur empfehlen! L.G. Gerda

    1. Hallo Gerda, vielen Dank. Also bei mir ist immer so viel los, was mich unbandig freut. 50 kg Futter und 80 Meisenknödel plus die Nüsse für die Häher sind schon weg. Haben gerade wieder 40kg und 100 Knödel gekauft, weil ja erst Halbzeit ist. Das Spray gegen den Marder haben wir auch im Auto, das stinkt ja entsetzlich aber es hilft, wie der elektronische Marderschreck auch nicht zuverlässig. 3x hatten wir schon Schaden den die Versicherung mit- aber nicht allein bezahlt hat.

      Ansonsten habe ich leider gerade massivste Probleme mit meinen Blogs. Ohne dass ich was gemacht habe ist in beiden, bei unterschiedlichen Anbietern das Layout total verschoben, die anderen Blogs werden nicht angezeigt und Links funktionieren nicht immer. Gestern war dann, weil ich herum gespielt habe, der Rezepteblog total gelöscht. Ich habe keinerlei Ahnung, was da los ist und die Hotlines wissen es gerade auch noch nicht. Bin total frustriert, die Blogs sind doch mein Herzblut, neben Mann und Garten natürlich…. Drück mir die Daumen, dass alles wieder gut wird.

      Liebe Grüße, der Achim

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