Oktober im Gemüsegarten

Der Oktober ist der Erntemonat. Heute geht es also um Geerntetes, nahende Ernten und Ernten für’s Frühjahr.

Durchwachsen und nicht für gemütliche Outdoor-hobbies geeignet.

Der Oktober war dunkel, kühl und kalt, aber mit 15l leider wieder nicht nass. Immer hatten wir etwa 13 Grad gegen Nachmittag, manchmal 18 und zwei Tage nur 6 Grad am späten Nachmittag. Auch der Sturm fegte mit über 100 Stundenkilometern übers Land. Den ganzen Oktober? Nein nur an ein paar sehr wenigen Tagen.

Genau einen dieser stürmischen Tage mit den gerade mal 3 Grad bis weit nach Mittag, suchten wir uns zum Karpfenfischen aus. Die Sonne schien, wie man am Bild erkennen kann. Leider sieht man den Sturm und die Temperaturen nicht. Seit 16 Jahren fische ich im Frühjahr und im Herbst einen der Weiher ab, aber so ein Wetter hatten wir noch nie dabei. Wäre das unser erstes Karpfenfischen gewesen, hätten wir das Hobby der Karpfenzucht aber sofort wieder aufgegeben.

Reiche Ernte im Oktober

Nun, neben den Karpfen gab es natürlich auch im Gemüsegarten einiges zu ernten. Und das Wetter war ja auch nicht immer so eisig.

Topinambur (Helianthus tuberosus) und Sonnenwurzeln (Helianthus strumosus) brachten eine gute Ernte. Im ersten Bild sieh man sie noch blühen. Der Sturm und auch der Oktober änderten das aber und so ging es an die Ernte.

Was was ist kann ich im Beet auch nicht erkennen. Erst beim Graben wird der Unterschied deutlich. Die länglichen Knollen sind die Sonnenwurzeln. Die dicken Knubbeln der Topinambur. Das ist auch der einzige Unterschied, finde ich. Beide bringen auch ohne Pflege und viel Dünger zuverlässig sehr gute Ernten. Ihr Vorteil ist, dass sie nicht geerntet werden müssen. Die Knollen sind so frosthart, dass man sie immer frisch ernten kann. Den ganzen Winter über. In der Erde bleiben sie dann auch wirklich frisch und knackig und werden nicht runzlig. Genau das geschieht nach einer Ernte und dem Versuch, sie wie Kartoffeln zu lagern.

Im Gemüsegarten beim Haus lasse ich die Knollen auch nach wie vor in der Erde. Diese hier, unten am Dorfweiher, habe ich alle ausgebuddelt. Dann muss ich im Schmuddelwinter nicht dort runter zum Ernten. Ich fülle sie schichtweise in große Kübel oder Mörtelwannen mit Gartenerde. Die halte ich ganz leicht feucht und so stehen sie im Carport. Die Knollen bleiben so, wie im Beet, frisch. Sie sind aber viel leichter in die Küche zu holen, als wenn man erst im Matsch graben muss.

Ja, ihr seht recht. Tomaten im Oktober im ungeschützten Freiland in einem wettermäßig sehr kalten und feuchten (Luftfeuchte, Niesel- und Sprühregen, aber kein Landregen) 2021. Ich kann diese Cocktailsorte nur allerwärmstens empfehlen. Philamina hat bis jetzt überlebt, ohne Fäule. Alle anderen, auch die im Gewächshaus, sind längst weggeräumt.

November 2013 war es, als ich zwei Quittenbäume pflanzte. Schaut euch mal den Link an, was das für winzige Kerlchen waren. Im Prinzip nur ein Ästchen mit Wurzelballen. Heuer habe ich die erste richtige Ernte. Fränkische Hausquitte und Baumwollquitte. Beide neigen nicht zu braunen Flecken im Fruchtfleisch und sind gut lagerbar. Letzteres ist mir sehr wichtig, weil ich jetzt im Oktober einfach noch nicht die Zeit für die Küche und das Quittenverarbeiten habe. Zu viel muss jetzt einfach im Garten erledigt werden.

Auch die Ernte der Tafeltrauben geht unvermindert weiter. Dieses Jahr eher sauer und nicht vollkommen ausgereift. In den Frühstückssmoothie passen sie aber sehr gut.

Die Trockenbohnenernte ging dieses Jahr vollkommen in die Hose. Von den Eisbohnen erntete ich überhaupt nichts. Die anderen Buschbohnen brachten zum Teil nicht einmal so viel Ernte, dass es für nächstes Jahr zu Aussaat reicht. Vom Kochtopf redet heuer niemand.

Am besten, das werde ich mir merken, gelang die winzige kleine schwarze Bohne, die fast schon an Linsen erinnert. Es ist die alte deutsche Sorte “schwarze Kugel” die laut Samenkatalog einen hohen Ertrag bringen soll. Angesichts der anderen Erntemengen kann ich das wirklich bestätigen.

Und was ist das gigantische Weiße neben ihr in der Reihe? Na klar es eine Gigantes, was sonst, die griechischen riesigen Bohnenkerne. Es ist eine Kletterbohne, aus der Art der Feuerbohnen. Im direkten Vergleich im Bild ist ein Kern einer Brunhilde, einer Stangenbohne.

Geerntet werden weiter knackige Rüben, saftige Kohlrabi und viel Salat. Bataviasalat (nicht abgegildet), Radicchio und Endivien. Riesige Endivienköpfe habe ich dieses Jahr. Ein Kopf ergab den Beilagensalat für 11 Personen zum Karpfenessen. Broccolie und der herrliche lila Blumenkohl bilden immer weiter ihre köstlichen Knospen aus. Weil die Kohlweißlingsraupen doch zahlreich vorhanden sind, ernte ich die Knospen auch schon recht klein. Lieber weniger und super Qualität als noch warten und zerfressene Überbleibsel ernten.

Der ewige Kohl hat ausreichend Blattmasse, dass mir noch von den Raupen verschonte Blätter für die laufende Ernte übrig bleiben.

Im laufe des Monats habe ich auch das Blaukraut geerntet und gleich eingekocht. Leckerer Vorrat für Rinderbraten im Winter.

Vorfreude auf eine Ernte im November

Anderes bleibt noch im Beet. So lange noch kein Frost kommt, kann das Weißkraut zum Beispiel noch zulegen. Und ich erspare mir gerade den Konservier-Stress. Weißkraut friere ich ein oder mache Sauerkraut daraus. Zum längeren Lagern der Köpfe, was möglich wäre, fehlt mir der geeignete kühle und luftfeuchte Ort. Einen Erdkeller habe ich ja noch nicht.

Der Palmkohl verträgt Frost, kann also auch noch stehen bleiben, wie auch sein Nachbar der Zuckerhut. Einmal hatten wir allerdings schon Palmkohl zum Mittag. Das ist der Vorteil vom Nero di Toscana im Vergleich zum echten Grünkohl. Er benötigt keinen Frost, um richtig lecker zu schmecken.

Im November wird der Meerrettich mit der Ernte an der Reihe sein. So lange die Blätter noch grün sind und er noch nicht einzieht, lasse ich ihn noch im Beet.

Und wirklich noch gar keine Eile mit der Ernte gibt es beim Rosenkohl. Der ist winterhart. Vor allem der Grüne. Aber der lila verträgt erfahrungsgemäß auch etliche Grade unter Null.

Vorbereitung für die Ernte im nächsten Frühsommer

Der Oktober ist aber nicht nur der Monat des Erntens. Wie heißt es wohl? “Nach der Ernte ist vor der Ernte”. Und so geht es in froher Hoffnung auf ein Frühjahr 2022 und den Frühsommer gleich weiter mit der Aussaat und dem Stecken.

Wintererbsen sind gesteckt.

Die eigenen aus Bulbillen vom letzten Herbst im Sommer vorgezogenen Knoblauchrundlinge sind schon gesteckt. Lange wartete ich dieses Jahr allerdings auf Knoblauch vom Versender. Ich will noch andere Sorten probieren und meine kleinen Rundlinge waren, da im zu schattigen Beet gestanden, wirklich winzig und sehr wenige. Ob die was werden weiß ich nicht. Also musste zur Sicherheit noch Knoblauch zum Stecken geordert werden. Jetzt ist der aber auch im Beet.

Gleiches, also die sehr späte Lieferung, gilt auch für die Wintersteckzwiebeln. Ich konnte sie erst Ende des Monats stecken. Hoffentlich war das nicht zu spät. Vor allem angesichts des wirklich kühlen Herbstes.

Das Beet hatte ich längst abgeerntet, den Boden vorbereitet und dann alles mit Pappe gemulcht, dass der Boden nicht brach da liegt. Schließlich kamen die Zwiebeln und ich konnte sie stecken. Die Pappe wurde durch Palmwedel als Mulch ersetzt. Dort werden zeitig im Frühjahr Möhren gesät.

Keine Ernte ohne Mulch

So wie das Zwiebelbeet nicht brach den Witterungseinflüssen ausgesetzt liegen bleiben konnte, so darf natürlich auch kein Boden nach der Ernte brach und ungeschützt liegen bleiben. Die Bodenorganismen, Voraussetzung für gute Ernten im Biogarten, brauchen Schutz und Nahrung. Die bekommen sie über den Mulch mit Ernterückständen wie beim Kohl oder Salat. Oder man säht, wenn es nicht zu spät im Jahr ist, noch Gründünger an. Der muss nicht groß werden. Wichtig ist, dass sich kleine Pflänzchen entwickeln und den Boden bedecken. Ihre Wurzeln schützen diesen vor Auswaschung und Verschlämmung. Sind noch Nährstoffe im Boden, werden die in den Wurzeln und Pflanzen gebunden und können nicht im Winter ausgespült werden. Der Gründünger stirbt dann im Winter ab, friert ab oder wird abgeschnitten. So verrottet die Grünmasse durch die Bodenorganismen und die Nährstoffe stehen den Folgekulturen im Frühjahr zu Verfügung.

Hier das neue Himbeerbeet, in welches ich im Frühjahr Himbeeren als Ersatz für die nach über 10 Jahre schwächelnden anderen Sträucher im jetzigen Beet, pflanzen werde. Der Boden ist vorbereitet und gleich habe ich Phacelia darauf gesät. Erst waren es nur sehr kleine Pflänzchen und blieben das lange auch. Es ist schließlich schon spät im Jahr. Aber unaufhaltsam wachsen sie weiter, schützen den Boden, geben den Bodenorganismen Nahrung (über Wurzelausscheidungen), halten den Boden feucht, dass der halbfertige Kompost darauf weiter verrotten kann und speichern die freien Nährstoffe über den Winter.

Weil ich immer wieder im Jahreslauf die Wege im Gemüsegarten fotografiere, kommt hier noch ein Foto-Wegstrecke. Im Winter und Frühjahr sind sie immer breit und wie Autobahnen. Im Sommer und frühen Herbst allerdings ist oft fast kein Durchkommen mehr, so wuchert alles über die Beetgrenzen hinüber.

Jetzt im Oktober sieht das schon wieder recht gezähmt aus.

Nur hier und da ein paar Übermütige. Ein Salat wollte so gar nicht im Beet wachsen. Der keimte lieber gleich in der Pflasterfuge. Grenzenlose Gemüsevielfalt eben.

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