Palme und Drachenbaum bekommen neue Kübel.

Kleine Pflanzen, kleine Probleme. Große Pflanzen, große Probleme. Oder, wie bekommen wir die Dattelpalme und den Drachenbaum in ihre neuen Kübel?

Aus Pflänzchen werden Pflanzen.

Wenn man sich kleine Pflänzchen für die Terrasse anschafft und sie immer wieder und wieder umtopft, braucht man irgendwann großes Gerät, um diese Arbeit noch bewältigen zu können.

Manch einer verfolgt hier in meinem Blog ja interessiert die Pflege der großen Kübelpflanzen. Überwintern und Umtopfen sind immer wieder besondere Ereignisse.

Diesmal sind die Kanaren an der Reihe: kanarische Dattelpalme und kanarischer Drachenbaum bekommen neue Kübel.

Die Palme hat mein Bruder, noch als Kind, im Supermarkt erstanden. Die üblichen 3 Blätter hatte sie damals vor über 30 Jahren.

Den Drachenbaum habe ich als Samen vom Gran Canaria-Urlaub vor etwa 10 Jahren mit genommen.

Aus süßen kleinen Pflänzchen und Urlaubserinnerungen werden zwangsläufig einmal erwachsene Pflanzen. Bislang kamen sie von einem Plastikübel aus dem Baumarkt in den anderen. Wirklich schön, sind die Kunststoffbehälter nicht, aber praktisch. Schon seit etlichen Jahren sind die Pflanzen nebst Wurzelstock so richtig schwer. Da kann man keinen gewichtigen Topf gebrauchen. Egal wie schön dieser wäre.

Jetzt aber sind sie so schwer, dass sie von Hand nicht mehr gehoben werden können. 2-3 Männer sind nötig gewesen, sie Müh‘ und Not auf einen Transportroller zu wuchten. Mit dem Sackkarren hat man sofort den Kunststoffkübel eingedrückt.

Pflanzkübel aus Corten-Stahl

Wir entschlossen uns, beide Pflanzen in Cortenstahl-Kübel zu setzen. Die haben sich in sehr groß bei der Hanfpalme (ganzjährig im Freien) und in wirklich riesig bei der Waschingtonia (Transport mit Palettenhubwagen ins Winterquartier) bewährt.

Diese Kübel sind sehr stabil (wenn man die gute Qualität kauft) und leider auch kostspielig. Dafür aber halten sie sehr lange, was die Kunststoffkübel nicht taten. Da summiert es sich dann auch, ständig neue Kübel anschaffen zu müssen. Ganz abgesehen von der Mühe mit dem Umtopfen.

Und noch einen Vorteil haben die Stahl-Quader gegenüber den runden, konischen Plastiktöpfen. Sie stehen sehr stabil! Die Pflanzen fallen nicht so leicht um. Gerade die Palme lag des öfteren in der Wiese und musste wieder aufgerichtet werden.

Die Kübel wurden bereits vor etlichen Wochen von der Spedition geliefert. Zuerst haben wir sie mit Essigwasser weiter rosten lassen. Dann kam eine Schicht Ovatrol-Öl darüber. Das versiegelt den Rost, dass der Regen ihn nicht so stark auf die Terrassensteine spült. Trotzdem kann der Stahl weiter darunter rosten.

Die geradwandigen, quadratischen Behälter haben oben einen Falz. So kann man sie leicht mit festen Isolierplatten auskleiden, ohne dass diese später sichtbar sind. Die Platten kommen an die Seitenwände und auf den Boden. Dann wird mit Teichfolie ausgekleidet und schon kann bepflanzt werden. Bilder dazu findet man im Beitrag zum Umtopfen der Washingtonia.

Die Isolierplatten haben wir bei den großen Palmen, vor allem der im Freiland überwinternden Hanfpalme, auch eingebaut. Zwischen Isolierung und Teichfolie befindet sich dann ein elektrisches Heizkabel für diesen Bedarf.

Drachenbaum und Dattelpalme bräuchten diesen Kälteschutz nicht, weil sie im Haus überwintert werden. Dennoch muss man ihn trotzdem unbedingt einbauen. Die Kübel heizen sich in der Sonne so stark auf, dass sie kaum noch angefasst werden können. Das wäre sehr schädlich für die Wurzeln. Daher wird also isoliert.

Die nötigen Vorarbeiten sind erledigt. Nun braucht nur noch ein befreundeter Nachbar Zeit und Lust haben, uns mit seinem Schlepper nebst Frontlader behilflich zu sein.

Schlepper mit Frontlader zum Umtopfen. Die Dattelpalme zieht um.

Alles steht bereit. Erde ist gemischt und wir warten auf das Motorengeräusch.

Als Erde verwende ich für diese großen Kübelpflanzen keine reine Blumenerde. Ich mische sie mit Perlite, Wurmhumus und reifen Kompost. Auch etwas Steinmehl füge ich hinzu. So erhalte ich lockere Erde, die doch ihre Struktur für ein paar Jahre aufrecht halten kann.

Die Palme wird also am Frontlader befestigt.

Und schon geht es ab nach oben.

Ein paar Schläge mit dem Fäustel und der Topf löst sich.

Wie bei jedem Palmenumtopfen wird unten eine dicke Scheibe abgeschnitten. Und weil der erste Topf rund und der jetzige eckig ist, müssen wir auch die Seiten etwas trimmen. Die Kettensäge leistet hier gute Dienste. Mit der Japansäge haben wir es händisch probiert, was aber kein gutes Ergebnis, das aber unter großen Mühen brachte.

Die Palme wird jetzt in den neuen Topf herab gelassen und mit Erde aufgefüllt.

Nun wird die Bewässerung wieder angeschlossen. Die überstehende Teichfolie schneide ich in den nächsten Tagen ab. Dann hat sich die Erde gesetzt. Sonst läuft man Gefahr, die Folie zu stark zu kürzen und dann befindet sie sich irgendwann unter der Erdoberfläche. Erfahrung macht eben klug…

Der Drachenbaum ist schon über 2 Meter hoch.

Jetzt geht es dem kanarischen Drachenbaum an den Kragen. Ich habe übrigens hinten an die Werkstattwand einen 2-m-Zollstock gelehnt, damit man die Dimension vom Drachenbaum ein wenig einschätzen kann.

Lupfen.

Topf entfernen.

Wurzelballen stutzen und Drachenbaum einsetzen.

Fertig.

Kann man kanarische Drachenbäume stutzen?

Und zum Schluss noch eine Frage an die Fachleute unter meinen LeserInnen. Drachenbäume kennt jeder aus dunklen Büro-Ecken. Wenn sie zu gakelig werden, kann man sie abschneiden. An der Schnittfläche treiben sie oft mehrfach neu aus und der abgeschnittene Schopf bekommt im Glas mit Wasser rasch Wurzeln.

Jetzt meine Frage: weiß irgendjemand, ob man auch diese Drachenbäume, den echten kanarischen Drachenbaum, abschneiden kann (so dass er weiter lebt)?

Im Internet ist er oft abgebildet und dann weiter unten steht bei der Pflege, dass man ihn stutzen und bewurzeln kann. Wobei dann aber immer die mickrigen Büro-Drachenbäume abgebildet sind, auch wenn kanarischer Drachenbaum dabei steht.

In einem Artikel las ich, dass auch dieser Drachenbaum abgeschnitten werden kann. Aber das war ein einziger Artikel und ich bin da sehr vorsichtig. Ich will nicht einfach einmal meinen schönen Drachenbaum absägen und dann geht das bei dem gar nicht.

Also für sachlich-fachmännischen (!) Rat bin ich sehr dankbar.

4 Antworten auf „Palme und Drachenbaum bekommen neue Kübel.“

  1. wenn ich mir diese Bilder des Umtopfens ansehe lieber Achim, dann siehst du mich schwer beeindruckt.
    Mal ganz davon abgesehen dass deine Bäume wunderschön sind, mein Nachbar links würde die Krise kriegen:-)) hast du wie ich sehe ja auch den nötigen Platz dafür, auch eine Überwinterungsmöglichkeit super!!! – Hier wären sie in der Höhe 1-2.-3 erfroren…ich würde solche Schönheiten, jahrelang gepflegt gehetschelt und geliebt niemals entsorgen, auch >Pflanzen brauchen Liebe und Sorgfalt und freuen sich unbändig wenn sie gepflegt leben dürfen ehe sie selbst beschließen; nein, ich mag nicht mehr“!
    auf deine Frage im beitrag selbst hab ich aber leider auch keine Lösungsantwort, doch deine beiträge gefallen mir sehr..
    lieben Gruß angelface (hab dich bisher immer schon bei Sara kommentireren und lesen dürfen..)

    1. Liebe Angelface,
      vielen Dank für deine freundlichen Kommentar. Und schön zu hören, dass auch andere Menschen so komisch fühlen wie ich, die jahrelang gepflegten Pflanzen nicht einfach leichter Hand auf zu geben. Überwinterungsmöglichkeiten haben wir eigenlich ja auch nicht. Bauen jedes Jahr neue und größere Konstruktionen, im Freien, dann wieder in der Scheune, was aber auch nur noch ein oder zwei Winter geht, dann muß richtig gebaut werden. Die Hanfpalme muß dieses Jahr auch wieder einen größeren Unterschlupf bekommen. Aber andere bauen teure Garagen für ihre Autos und ich baue eben Überwinterungsmöglichkeiten. Jeder hat eben ein anderes Hobby.

      Liebe Grüße, der Achim

  2. Lieber Achim,
    ich bin von Deinem Umtopfen wirklich sehr beeindruckt, aber bei der Geschichte der Pflanzen, kann ich verstehen, dass Du diese Arbeit auf Dich nimmst.
    Mir war das mit den Kübelpflanzen irgendwann zu viel, das ständige umtopfen, auch in Kübel aus dem Baumarkt, und dann mussten die Pflanzen ja auch ins Winterquatier. Ich habe sie immer mit der Sackkarre in die Garage gefahren, aber das war mir dann auch irgendwann zu schwer. Wir haben leider auch keinen Zugang für schweres Gerät zum Garten.
    Deswegen haben wir dann alles Kübelpflanzen irgendwann abgeschafft.
    Deine Frage kann ich leider nicht beantworten. Mit Drachenbäumen kenne ich mich überhaupt nicht aus.
    Ich wünsche Dir nochmals eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Hallo Wolfgang,
      das könnte ich eben nicht, die herrlichen Pflanzen einfach weg zu werfen. Klar raten mir eigentlich alle Menschen in meinem Umfeld dazu, sie zu entsorgen, dann ist Ruhe. Aber das geht nicht. So lange Volker zumindest bereit ist, mir immer neue Überwinterungsbauten zu konstruieren werde ich sie weiter pflegen. Gottseitdank kann in unsren Garten auch schweres Gerät fahren. Da waren auch schon die Betonmischfahrzeuge drin, da passt viel rein 😉
      Immerhin denke ich mir bei jedem neuen Problem mit den Pflanzen (Platz, Kübel, Winter), dass ich es jetzt schon so viel JAhrzehnte geschafft habe und immer wieder und wieder taten sich neue „Türen“ auf. Ich will sie nicht einfach wegwerfen. Wäre alles noch, wie vor 30 oder mehr Jahren, dann könnte ich sie gar nicht mehr haben. Aber im Leben ändert sich viel, und es ergibt sich viel. Lassen wir es auf uns zu kommen. Und wie heißt es immer? Wo ein Wille ist, ist auch ein Gebüsch. Man findet schon Lösungen.
      Liebe Grüße, der Achim

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