Pergola-Laubengang mit mediterranem Schottergarten

Im Gartenprojekt 2021 bauen wir eine Pergola mit mediterranem Schotterbeet in vollsonniger Lage im Garten.

Eine Pergola mit mediterranem Schotterbeet – das Gartenprojekt 2021

Vor einem Jahr, im Dezember 2020 berichtete ich hier über ein Gartenbuch. Im Buch geht es darum, eingewachsene Gärten wieder auf zu frischen. Wir nahmen das gleich zum Anlass, das Gartenprojekt für 2021 zu planen. Mehr darüber findet man im damaligen Beitrag zum Buch “Refresh your Garden” .

Ausgangssituation war die große Fläche im oberen Garten. Im Sommer bieten die sehr großen Kübelpflanzen etwas Abwechslung und Struktur. Im Winter, wenn sie weg geräumt sind,ist es einfach nur eine sehr große, ebene und leere Fläche.

Die Sonne scheint dort im Sommer von Früh bis Abend, die Hitze staut sich, die Werkstatt und der grüne Partyraum heizen sich stark auf. Überhaupt fehlt einfach etwas Schatten – fürs Auge und fürs Gefühl.

Also kamen wir darauf, eine Pergola, einen Laubengang über den Weg zu erstellen. Der sollte aber nicht einfach nur im Rasen stehen. Die Säulen würden das Mähen wieder zusätzlich erschweren. Noch ein Staudenbeet wollte ich nicht, weil ich mit dem Gießen ohnehin schon nicht mehr nach komme.

Unsere Erfahrungen mit dem Steingarten und dem Schottergarten am Zaun, die Freude über die so viele Monate vorhandenen, zahlreichen Blüten und die Einfachheit der Pflege, speziell des Gießens, legten rasch ein weiteres Schotterbeet nahe.

Viele oder eigentlich alle darin verwendeten Pflanzen sind gut für die Insektenwelt. Die Ressource Wasser wird gespart und die extensive Pflege kommen einem Naturgarten sehr nahe. Jetzt wissen wir also, was wir wollen.

Pläne zeichnen, wie die Gartenarchitekten, kann ich nicht. Fotos machen schon. Im Buch stand, wie man daraus mit durchsichtigem Papier, einen Plan erstellen kann. Auch darüber berichtete ich damals. Von daher stammen also auch die folgenden Bilder.

Nachdem im tiefsten Winter der Plan erstellt war, hieß es “nur” noch Warten. Warten auf das Frühjahr und den Beginn der Bau-Arbeiten. Und dann kam das Frühjahr 2020. Wer zu dieser Zeit auch gegärtnert hat, weiß, wovon ich rede. Bis einschließlich Mai kein Monat ohne Schneefall. Bittere und nicht enden wollende Kälte. Gerade so, als wollte jemand mich und meine nicht sehr ausgeprägte Geduld auf die Probe stellen.

Ende März gab es dann eine trockenen Zeit, die wir gleich nutzten:

März – der Baubeginn

Am letzten Märzwochenende haben wir Sonnenschein und wohlige 7 Grad. Also ran an den Spaten.

Spaten? Nein, gottseidank hat mein Bruder in seinem kleinen Lohnunternehmen für Erdarbeiten, die passenden größeren Geräte. Der Termin stand, und schon ein paar Tage davor lieferte er die Maschinen an. So können wir am Samstag morgen gleich loslegen.

Einen Teil des Aushubes lagern wir hinter der Scheune. Erde braucht man einfach immer mal im Garten. Und wenn es zum Mischen der Aussaaterde für die vielen Gemüsepflanzen ist. Den Rest, gerade auch die Rasensoden, fahren wir raus zu den Karpfenweihern. Dort soll ja irgendwann ein matschfreier Alljahresstellplatz für das Auto entstehen. Und so kann mit dem Aushub gleich wieder ein wenig Fläche angefüllt werden.

Um die Arbeiten zu vereinfachen, haben wir die Beetbreite auf Baggerschaufelbreite festgelegt. So entsteht schnell ein 1 m breiter und etwa 20 cm tiefer Graben rund um den mediterranen Platz. Apropos mediterraner Platz. Wisst ihr noch? Damals im April 2015 wurde hier auch gebaggert!

Immer weiter frisst sich die Schaufel durch den Rasen. Jetzt kommt die Fläche für die Pergola dran.

Und weil die herrlich motorisierte Schaufel schon mal da ist, werden natürlich auch die tiefen Löcher gleich mit dem Bagger ausgehoben.

Das sind die drei Löcher für die Fundamente der Pergolaträger und dann das Pflanzloch für die Hanfpalme.

Das Loch ist schnell ausgehoben, viel größer ist das Problem, wie nun die Palme in das Loch kommt. Ohne Pflanzkübel versteht sich.

Viele Jahre schon wächst sie in dem Kübel. Die Wurzeln haben sogar schon begonnen, das zu machen, was Palmenwurzeln mit Pflanzkübeln so machen: ihn sprengen. Eine Schweißnaht des Cortenstahlbehälters ist bereits aufgeplatzt.

Zuerst muss die Palme irgendwie am Radlader befestigt werden. Mit Gurten und Riemen und mehreren Versuchen gelingt das.

Wer kennt nicht, was jetzt kommt? Man dreht den Topf auf den Kopf und haut mit der Faust mutig auf den Topfboden. Schon rutscht der Wurzelballen heraus. Aber Moment mal. Das geht ja nicht bei allen Topfpflanzen so einfach.

Wir heben also die Palme an und versuchen mit Gummihammer-Schlägen auf den Topf diesen zum Abrutschen zu bringen. Die Palme hält ihn aber einfach zu fest. Es nützt nichts und die Flex kommt zum Einsatz. Fein säuberlich wird die ohnehin schon aufplatzende Naht geöffnet. So lässt sich der Metallkubus aufbiegen und rutscht jetzt nach unten ab.

Wir haben den teuren Rostkübel übrigens wieder zusammen geschweißt und jetzt wohnt darin der Olivenbaum. So schnell werfe ich nichts weg.

Die Palme kann jetzt im Pflanzloch versenkt werden. Gleich wird wieder Erde angefüllt.

Ein schönes Gefühl. Sie macht sich schon gut dort an dieser Stelle, finde ich.

Der Graben wird später einfach mit Schotter und Split aufgefüllt. Alle verwendeten Pflanzen werden einen guten Wasserabzug bevorzugen und Staunässe verabscheuen. Die Baggerschaufel hat aber natürlich beim Ausbaggern, wie die Pflugscharen beim Pflügen der Felder, den Boden unter ihr verdichtet. Das ist sehr kontraproduktiv für mein Vorhaben. Weil ich genau das aber voraussah, war im Baggerzubehör auch dieser gigantische “Sauzahn” mit dabei. Genau wie eben dieses Gemüsegartengerät lockert nun der Bagger den Ganzen Boden noch einmal gut 30 cm tief auf, bevor irgendwann der Schotter darauf kommt.

Bevor der Baggerführer mit samt seinen tollen Geräten aber wieder verschwindet, werden noch die erwähnten Fundamentlöcher gebuddelt.

Zu dem Zeitpunkt haben wir die Pfosten der Pergola noch nicht, auch keinen Zement für die Fundamente. Im Lockdown ist es etwas schwierig mit der Materialbesorgung. Wir entschließen uns aus Brettern Rahmen für die Betonfundamente zu bauen. So können wir sofort mit dem Bagger wieder die Erde anfüllen und müssen das da nicht irgendwann mit dem Spaten erledigen. Diese fertigen Fundamentlöcher haben auch den Vorteil, dass das Volumen fix ist. Gräbt man einfach ein Loch in die Erde, setzt den Pfosten und füllt mit Beton auf, verschwindet gern mal deutlich mehr Material irgendwo in der Erde, als man geplant und vorrätig hat.

Die Tage im März sind noch sehr kurz, die Sonne geht bald unter. Zur Sommerzeit wird erst diese Nacht umgestellt. Aber wir haben alles geschafft, was geplant war. Ich bin sehr zu frieden. Es wird genau so, wie ich es wollte.

April – und die Arbeiten gehen voran

Wir haben April und ich würde gern weiter machen. Erste Aprilwoche: 2 Grad und Schnee.

Die Zeit verstreicht. Mitte April: Erwärmung auf 5 Grad und Schnee.

Die Arbeiten kommen einfach nicht wieder in Gang. Zeit, sich ein paar Gedanken zu den weiteren Materialien zu machen.

Eine Pergola braucht Pfosten. Aus was sollen dieses sein? Holzbalken gingen. Dass sie nicht von unten faulen, müssten sie auch im Betonfundament auf Pfostenträgern montiert werden. Dennoch nagt der Zahn der der Zeit rasch an ihnen. Granitstelen gingen. Solche Stelen in klein haben wir zur Terrassierung eines Beetes bereits im Garten. Der Materialmix sollte ja nicht all zu kunterbunt ausfallen. Das ist eine teure Variante. Zudem muss man erst einmal Stelen in genau der benötigten Länge bekommen. In Gartenbüchern aus England finde ich aus Klinkern hochgemauerte Stützen für Laubengänge. Diese aber korrekt zu mauern, muss man auch erst einmal können. Ein Fundament wäre zusätzlich nötig.

Was wäre aber, wenn wir es machen wie mit dem Pfosten für die Ramblerrose? Ein viereckiges “Rohr” aus Schwarzstahl. Der rostet herrlich braun wie Cortenstahl.

Ich liebe die Rostoptik ohnehin. Etliche Rostobjekte sind im Sommer am mediterranen Platz und auf der Terrasse verteilt. Die gegebenen Maße würden jedenfalls zur gesamten Proportion passen und die Länge ist auch kein Problem. Streichen oder erneuern müssten wir da jedenfalls nichts.

Also haben wir drei solche Pfosten in Auftrag gegeben. Etwas über 3 m lang, 13,5 cm Seitenbreite. Jeweils ein Ende wurde mit einer Platte zu geschweißt, auf die ein Dorn geschweißt wurde. So kommt von Oben kein Wasser rein und auf dem Dorn können wir später die Holzbalken fixieren, dass sie nicht verrutschen.

Ein metallverarbeitender Betrieb aus der Umgebung, die sonst Außentreppen oder Edelstahlgeländer fertigen, ist für derartige Dinge unser Ansprechpartner. Wir holen schließlich die Pfosten ab. Der Rost ist noch sehr ungleichmäßig. Wir lagern den Stahl auf Böcken im Freien . Mehrmals täglich sprühe ich sie ringsum mit einer Lösung aus 50% Wasser und 50% Haushaltsessig ein. Man kann, gerade an sonnigen Tagen, beinahe zusehen, wie sich der Rost ausbreitet und einheitlich wird.

Bis es also hier weiter geht, alle Materialien vorhanden sind und das Wetter längeres Arbeiten am Stück im Garten zu lässt, bin ich dennoch nicht untätig. In weiser Voraussicht der diesjährigen Projekte und mit den Erfahrungen der letzten 10 Jahre, bestand ich auf ein eigenes motorisiertes Gerät. Ein Gerät, dass ich immer und immer wieder einsetzen kann und das gerade auf unserem Hanggrundstück mit Zufahrt an der tiefsten Stelle sehr praktisch sein wird.

Eine benzinmotorbetriebene Schubkarre. Und nur so nebenbei, schon im ersten Jahr kam diese ausgiebig im Garten und an den Karpfenweihern zum Einsatz. Das war eine gute Entscheidung.

Immer wieder einzelne Tage, manchmal sogar nur Stunden, war es im April möglich, nötige Gartenarbeiten zu erledigen. Oft schon berichtetet ich über die Umgestaltung des Weinbergs als Erweiterung des Schottergartens. Im April erledigte ich den Großteil davon.

Aber zurück zum eigentlichen Projekt.

Ende April, die Temperaturen stiegen auf 10 bis 14 Grad an, ging die Materialschlacht im oberen Garten weiter. Und wie schon erwähnt: die Zufahrt ist an der tiefsten Stelle des Geländes, das Gartenprojekt aber liegt im “oberen Garten”.

Wer jetzt noch immer behauptet, ich würde den Schubkarren gar nicht benötigen, der darf gerne zum Projekt 2022 mit seiner Handschubkarre als Helfer anreisen.

Split und Schotter kamen einmal in den Weinberg und dann natürlich in den mediterranen Schotter bei der Pergola.

Die Bilder zeigen auch, dass die einzelnen Materiallieferungen nicht immer mit den fälligen Arbeitschritten zusammen passten. Schon gar nicht bei einem April-Wetter, wie es im Buche steht.

Also war erst der Schotter-Split da, dann war erst Zeit, die Pflastersteine als Begrenzung zu setzen. Die Rost-Pfosten sind in Bild drei ganz hinten auf den Böcken schon zu erkennen.

Und schon kann aufgerichtet werden. Gar nicht so leicht, drei schwere Eisenpfosten ordentlich aus zu richten, zu fixieren um sie dann einbetonieren zu können. Die Fundamente sind etwa 60 cm tief, sollten also frostfrei gründen. Das ist wichtig, dass nicht ein gefrierender und tauender Boden sie hebt oder schräg stellt.

Wir haben bereits den 28. April. Die Gärtner unter euch bemerken vielleicht, die doch sehr weit fortgeschrittene Zeit für eine Stauden-Neupflanzung in Schotter.

Mai – die Pflanzen ziehen ein

Es ist Mai, der Wonne-Monat und Gartenmonat überhaupt. Oder? Ihr ahnt schon, was kommt, nach dieser rhetorischen Frage. Na klar. 5. Mai und Schneefall bei 3 Grad.

Das Schicksal will einfach, dass ich in jedem Bauabschnitt schon einmal einen optischen Eindruck davon bekomme, wie sich die neue Pergola wohl im Winter machen wird.

Die Erste Maiwoche bleibt deutlich unter der 10-Grad-Marke. Dann geht es aufwärts und wir erleben einen 14-Grad-Mai. Allerdings wird es so warm wahrlich nicht immer…

Jedenfalls haben wir uns gesputet und die Arbeiten bei jedem Wetter voran getrieben. Die Pflanzen, die allesamt schon bereit standen, konnten einziehen.

Unter der Pergola werden fast nur Zier-Pflanzen wachsen, während das Halbrund um den mediterranen Platz ausschließlich essbare Pflanzen – bis auf die Palmen – besiedeln werden. Dort ist das neue Kräuterbeet untergebracht.

An der Pergola emporwachsen und sie zu einem Laubengang formen, werden 2 Weinstöcke und ein lila Blauregen. Von der Pergola werden für den Blauregen noch mehrere Drähte hinüber zum grünen Partyraum gespannt. So erhält der auch Schatten, die Sonne brennt nicht so stark durch die Fenster und der Blauregen hat seine eigene Bühne.

Damit man vom Weg oder aus der Werkstatt in den Garten auf die Wiese gelangen kann, haben wir eine kleine Fläche mit breiten, hoffentlich irgendwann begrünten Fugen gepflastert. Auch im Halbrund sind drei Flächen als Stellplatz für die sehr großen Kübel, gepflastert.

Viele Pflanzen für den Schotter habe ich aus Samen gezogen und so sind es winzige Pflanzen, die jetzt kaum sichtbar in den Steinen stehen. Manches sähe ich direkt hinein (Hornklee etwa) oder grabe Sämlinge aus dem Schotter am Zaun aus (Hauhechel, Katzenminze). 4 kleine Buchsbäume sind ganz vergessen in der hintersten Ecke im Gemüsegarten gewesen. Sie waren noch übrig vom Buchs um den Hausbaum. Selbst aus Steckhölzern von eigenem Buchs gezogen. Die werden jetzt den gepflasterten Weg über den Schotter flankieren.

Mittlerweile sind auch die großen Steine auf der Fläche verteilt, zwischen die ich die Pflanzen setze. Die Steine liegen seit vielen Jahren in einer dunklen Ecke im Garten. Wir bekamen sie einmal von einer Bekannten geschenkt, die sie nicht mehr brauchte. Im Steingarten und Schottergarten im Vorgarten verwendeten wird dazu lokale Feldsteine aus Sandstein. Da passten die hier nicht dazu. Hier aber, nicht in Sichtweite zu den anderen Schotterflächen, konnten wir jetzt die hellen Steine einsetzen.

Wiederverwertet wurden auch alle meine Kräuter aus dem bisherigen Kräuterbeet im Gemüsegarten. Dessen Anbaufläche ist mir eigentlich schon immer zu klein. Kräuter müssen aber sein für die Küche. Das Kräuterbeet musste ohnehin dringend erneuert sowie die Kräuter geteilt und von hartnäckigem Unkraut befreit werden.

Das geschah jetzt. So habe ich im Gemüsegarten mehr Beetfläche für Gemüse und in den Schotter hier passen die Kräuter optimal. Sonnenhungrig wie sie sind, wenig Wasser und Dünger was sie mögen und immer leicht zu ernten. Bis auf den alten Salbei, der sogar zuerst noch geblüht hat, sind alle Pflanzen angegangen. Etliche neue Kräuter sind natürlich dazu gekommen.

Und weil die winterharte Feige im Schotter am Zaun gleich im ersten Winter – 20°C überstand, wurde ich mutig und setzte die zweite, eine andere Art, ebenfalls fest ins Beet. Thematisch und optisch passt sie hier bestens her.

Bevor der Schotter übrigens auch bei der Palme geschlossen wurde, verlegte ich noch das Bodenheizkabel. Das soll bei extremen Temperaturen das Eindringen von Frost in den Wurzelballen verhindern. Im Kübel musste ich an allen Seiten und am Boden heizen. Im Boden selbst genügt es, von Oben das Eindringen zu verhindern. Von unten ist die Palme naturgegeben frostgeschützt.

Ebenfalls zu sehen sind die Rund-Hölzer, die aus dem Ganzen erst eine Pergola machen. Das Holz über die Eisenträger ist auf den aufgeschweißten Dornen sicher fixiert. Ein Kunststoffkeil hält es auch wasserfrei “schwebend” über dem Deckel auf dem Pfosten. Zwischen die Hölzer werden dann noch Edelstahl-Drahtseile gespannt auf denen dann der Wein im Sommer aufliegen und ein Dach bilden wird.

Und so sind wir bereits am Ende des dritten Projektmonats angekommen. Und wir sind begeistert, wie sich das alles ganz nach unseren Vorstellungen entwickelt hat und wir unsere Phantasien haben realisieren können.

Juni – und es sieht sommerlich aus

Das Wetter scheint nun besser zu werden. Die Pflanzen wachsen sehr gut an. Ich muss aber regelmäßig gießen, weil sie ja noch keine langen Wurzeln haben. Manche von ihnen werden bis zu einem Meter tief wurzeln. Da ist dann gießen nicht mehr so nötig.

Am meisten Sorgen machten mir die umgepflanzten Küchenkräuter aus dem Gemüsegarten. Sie hingen täglich welk in der Sommersonne. Die gekauften und selbst gezogenen Stauden waren von Anfang an frisch. Manche der Küchenkräuter habe ich dann mit Vlies geschützt. Nicht gegen Kälte sondern vor der starken Sonne und dem Austrocknen. Es hat geholfen und alle – bis auf den schon erwähnten Salbei – sind angegangen.

Dafür aber blüht der frisch gepflanzte rosa Wiesensalbei sofort sehr schön.

Juli – und wir haben Land-unter

Das Wetter will dieses Jahr einfach nicht so, wie es vom Gärtner aus sein sollte. Wie viel Regen im Juli fiel, bleibt wohl jedem noch lange in Erinnerung. Wir wurden verschont und hatten lediglich einen Vormittag den Starkregen. Der Tag an dem es wohl überall schüttete. Aber schon Mittag war es vorbei und das Wasser floss ab. Der Boden aber war wirklich gut gesättigt mit Wasser. Daher lief es ja auch oberirdisch durch den Garten. Unsere Auffahrt glich einem Fluss. Und auch der mediterrane Schotter machte sich gut. Als Uferzone eines Teiches. So jedenfalls machte es kurz den Eindruck. Für mich bedeutete es einen Urlaub vom täglichen Gießen der kleinen Stauden.

Die Trockenstauden störte das kurze Wasser-Intermezzo nicht und so erkannte man langsam sogar schon einzelne Pflanzen im Stehen und beim Vorbeilaufen. Hier die Stauden unter der Pergola:

Und daneben die Kräuter und Feige bei den Palmen:

Und immer wieder freue ich mich am gelungenen Gesamtbild. Hier der Stand aus dem Juli:

Sowohl der Blick vom Haus aus als auch der Blick vom Gemüsegarten hin zum Haus sind sehr schön von der Pergola gerahmt.

August – und das verregnete Sommerfest

Im August hatten wir unser alljährliches Sommerfest. Die Pergola mit Schottergarten sollte stolz präsentiert werden. Weil wir einen bewohnbaren Garten haben, wurde das neue Prachtstück auch gleich ordentlich mit einbezogen.

Alles war gerichtet. Um 14 Uhr sollen die Gäste kommen. Um 13.30 Uhr fängt es an, aus allen Löchern zu schütten, was nur herunter kommen kann. Die Pergola und der Schottergarten oder überhaupt der Garten interessierte niemanden. Nur so ganz nebenbei, ich war sogar froh drum. Denn eine Gartenführung bei diesem Wetter? Nein, nicht mal ich mache so etwas.

Alle zwängten sich um schnell aufgedeckte Tische im Partyraum. Kaffee und Kuchen wurden rasch vernichtet und dann fuhren wir ins Geschäft, ins Trockene und weg vom Garten. So lange unserer Sommer-Garten-Fest andauerte, dauerte auch der Regen an. Erst als abends die Gäste wieder heim fuhren, hörte es abrupt auf zu regnen.

So genießen wir halt weiter allein unsere neue Pergola und freuen uns an den ersten Blüten im Schotter und am mediterranen Platz.

Die beiden Weinstöcke geben jetzt so richtig Gas. Sie sind schon oben angekommen und wachsen immer weiter. Daher haben wir auch endlich einmal die Spannseile zwischen die Rundhölzer gespannt. Sie sind aus nicht rostendem Edelstahl. Damit das Seil leicht zu verarbeiten und vor allem in die Spannösen einzufädeln ist, sollte man beim Kauf darauf achten, dass es biegsames, flexibles Stahlseil ist! Vorne und Hinten sind die Rundhölzer durchbohrt und die Seilspanner halten das Seil straff. Die anderen Balken haben wir nicht durchbohrt. Dort liegt das gespannte Seil oben auf. Grund war nicht unbedingt die Bequemlichkeit, keine Löcher bohren zu wollen. Vielmehr war es die Sorge über unsere zu geringen Fertigkeiten und dass auch wirklich alle Löcher in den Rundhölzern über die Länge der Pergola ” in der Flucht sind”. Sind sie das nicht, so fällt ein im Zickzack gespanntes Seil mehr auf, als ein Seil, das nur auf den Hölzern aufliegt aber automatisch immer gerade verläuft.

Im dritten Bild sieht man den auf das Vierkant aus Stahl geschweißten Deckel. Mittig ein Dorn auf dem die Rundhölzer “aufgespießt” und somit rutschsicher fixiert sind. Damit sie aber nicht in dem sich sicher auf dem Deckel sammelnden Tau und Regenwasser liegen und dann faulen, haben wir kleine Kunststoffstückchen darunter gelegt. Jetzt kommt immer rundherum um die Hölzer trocknende Luft.

Und nun noch ein paar Augst-Eindrücke:

September – und alles ist richtig schön eingewachsen

Ja richtig. Es ist bereits September, der letzte richtige Gartenmonat. Zu Tun gibt es gerade nichts an und unter der Pergola. Gegossen muss schon lange nicht mehr werden. Selbst der Wein hat sein Wachstum für dieses Jahr beendet. Ich muss ihn also nicht weiter anbinden.

Oktober – und der Herbst-Rückbau setzt ein

Warum wollte ich nochmal diese Pergola unter anderem? Weil im Winter die Kübelpflanzen verschwunden sind und dann nichts mehr im oberen Garten ist, woran das Auge Halt findet. Jetzt im Oktober geht es bereits los. Die empfindlichsten Kübelpflanzen sind bereits eingeräumt. Der mediterrane Platz leert sich. Nur die Pergola mit Schotter bleiben standhaft. Und sehen auch im Herbst-Licht gut aus.

November und Dezember – der Kreis schließt sich und die Pergola steht im Schnee

Die bunten Sommer- und Herbstbilder gehören der Vergangenheit an. Die Kübelpflanzen sind alle eingeräumt und nur noch die Palme und die Pergola geben dem Garten etwas Struktur. Ganz wie geplant. Was das für ein lustiges Zelt über der Palme ist, habe ich übrigens in einem eigenen Beitrag erklärt.

Ab dem Winter 2022/23 wird das Bild noch besser sein. Dann steht die Pergola nicht so stelzig und nackig im Beet sondern der Wein und Blauregen werden mehr und mehr sich an der Winteroptik beteiligen.

Ich würde sagen, alle Pläne sind realisiert. Wir haben den bereits eingewachsenen Garten mit neuen gestalterischen Mitteln aufgefrischt und für viele Fotomotive in den kommenden Jahren gesorgt. Jetzt schaue ich auch im Winter freudiger in den Garten. Zum Beispiel just in diesem Moment, mit einer Tasse heißen Kräutertees aus dem Garten vor dem PC beim Schreiben dieser Zeilen.

Das Jahr und das Projekt sind abgeschlossen. Für 2022 ist bereits wieder ein Projekt im Garten geplant und schon organisiert. Diesmal legen wir richtig los und haben ein sehr umfangreiches Projekt vor uns. Schnell mal eine Pergola hinstellen ist im Vergleich dazu ein Klacks. Also wer neugierig ist, sollte immer wieder einmal hier vorbei schauen. Ziemlich sicher im Februar 2022 startet das nächste Gartenprojekt.

Pflanzliste:

Hier die Pflanzliste zum Stand Dezember 2021:

An der Pergola:

  • Wein
  • Blauregen “Okoyama” Wisteria brachybotris

Im Schotter, Blühpflanzen:

  • Feld-Mannstreu Eryngium campestre
  • Polster Ehrenpreis Veronica armena
  • gewöhnlicher Hornklee Lotus corniculatus
  • dorniger Hauhechel Ononis spinosa
  • Wiesensalbei rosa “Rose Rhapsody” Salvia pratense
  • Herz-Zittergras Briza media
  • Zwerg Goldrute Solidago virgaurea var. minutissima
  • Andorn, Mäuseohr Marrubium vulgare
  • Lavendel-Ziest Stachys lavendulifolia
  • Lavendel “Hidcote blue” Lavendula angustifolia
  • Gefüllte Felsennelke “Rosette” Petrorhagia saxifraga
  • ästige Graslilie Anthericum ramosum
  • spanisches Gänseblümchen “Blütenmeer” Erigeron karvinskianus
  • englische Rasenkamille “Treneague” Anthemis nobilis
  • römische Rasenkamille Anthemis nobilis v. ligulosa
  • Mittagsblume Delosperma (Sorte unbekannt)
  • Dachwurz Sempervivum (diverse Sorten unbekannt)
  • Buchsbaum Buxus sempervirens
  • kalifornischer Mohn Eschscholzia californica
  • zitronige Katzenminze ‘Odeur Citron’ Nepeta racemosa
  • stengelloses Leimkraut “mount snowden) Silene acaulis
  • Wildtulpe gelb/rot Tulipa clusiana var. chrysantha
  • Wildtulpe orangegelb “Bronze Charme” Tulipa batalini
  • Großblütiger Krokus weiß/purpur “King of the Striped”
  • Zierlauch, blau Allium caeruleum azureum
  • Zierlauch, rosa Allium unifolium

Essbares:

  • Berglauch Allium senescens ssp. montanum (Allium lusitanicum)
  • Bergbohnenkraut Satureja montana
  • Bergbohnenkraut kriechend Satureja rrepandra
  • Zitronenthymian Thymus herbara-barona v. citriodorus
  • Orangenthymian, Quendel, “Orangenteppich” Thymus x puleigloides
  • Tripmadam grün, Sedum reflexum (Sedum rupestre)
  • Zwergsalbei “Nana” Salvia officinalis
  • Zwerg Thymian “Compactus” Thymus vulgaris
  • Thymian Thymus vulgaris
  • Ysop rosablühend “Rosea” Hyssopus officinalis
  • Weinraute “Jackman’s blue” Rutea graveolens
  • Polster-Thymian “Bressingham seedling” Thymus doerfleri
  • kanadischer Wildlauch Allium canadense var. mobilense
  • Earl-Grey-Thymian Thymus chamaedrys
  • Salbei Salvia officinalis
  • Ficus carica “Nordland Bergfeige”
  • Schnittknoblauch (diverse, Sorte unbekannt)
  • griechischer Oregano Origanum vulgare subsp. hirtum
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8 Antworten auf „Pergola-Laubengang mit mediterranem Schottergarten“

  1. Lieber Achim,
    ich bin ganz beeindruckt von diesem umfangreichen und sooo gut geplanten Projekt! Und das Ergebnis ist wunderschön geworden: Struktur in deinem winterlichen Garten, nicht mehr gießen müssen und dann noch jede Menge an Kräutern und “insektenlieben” Pflanzen! Ich bin gespannt auf das neue Projekt – was mag da jetzt kommen, noch umfangreicher als diese große Bauaktion?
    Ich wünsche die ein gutes und gesundes neues Gartenjahr mit viel Freude an den bisherigen und allen weiteren Gestaltungen, liebe Grüße,
    Susanna

    1. Liebe Susanna,
      vielen Dank für die Wünsche. Euch auch ein gesundes (!) und glückliches neues Jahr und viel Spaß in eurem wundervollen Garten. Ja das neue Projekt, der Start muss im Februar sein. Hoffentlich macht das Wetter mit. Bislang ist es ja harmlos. Es wird nichts Neues geben. Diesmal wird Altes, Überaltertes, Unschönes und Unpraktisches, Überholtes komplett ausgetauscht und neu gemacht. Der Umfang ist diesmal so, dass wir es an Fachleute vergeben mussten. Dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass für mich auch wieder ne Menge dabei zu tun ist. Ein paar Wochen haben wir ja noch zum Ausruhen und dann bin ich schon jetzt total gespannt, wie alles wird. Mehr verrate ich jetzt noch nicht.

      Liebe Grüße der Achim

  2. Ich bin tief beeindruckt, lieber Achim!!! Dein neues Objekt macht sich ganz wunderbar!!! Ich freue mich schon jetzt wie sich das Alles entwickeln wird. Wenn ich überlege, was Du schon alles auf den Weg gebracht hast – unglaublich und einfach nur toll!
    Der Blauregen ist übrigens eine einzige Pracht, aber auch sehr wüchsig…in jeder Beziehung…aber Du wirst das im Griff behalten, da bin ich sicher. Und dass Du Dir einen Dumper (vermutlich mit Allradantrieb) angeschafft hast, ist bei all Deinen Vorhaben ganz sicher eine sehr gute und kluge Investition…Ich kenne ein solches Teil von unserem Schwiegersohn…Ihr Beide würdet euch richtig gut verstehen…Er ist auch so ein “Schaffer” wie Du…Er hat uns übrigens bei unserem Gartenprojekt 2021 auch sehr unterstützt. Wenn Du willst schau doch mal hier rein: https://heidis-gruene-ecke.blogspot.com/2021/08/wenn-dir-das-leben-zitronen-reicht-dann.html.
    Bin gespannt, was Du dazu sagen wirst…
    Jetzt wünsche ich Dir noch einen guten Start ins neue Jahr, viel Gesundheit, gutes Gärtner- und Schaffer-Wetter und viel Freude mit Deinem erschaffenen Pardies!
    Alles Liebe
    Heidi

    1. Liebe Heidi, ich habe dein verlinktes Projekt angeschaut und bin hin und weg. Super! Habe dir auch kommentiert.
      Ja der Blauregen ist wüchsig und man muss ihn 2x im Jahr schneiden, wenn er hier in geregelten Bahnen bleiben soll. Da muss ich durch. Jetzt muss er erst mal wachsen. Der Wein ist schon oben und der Blauregen fing erst glaube ich im September mit Längenwachstum an. Nun bin ich gespannt, ob dieser neue Trieb ausgereift genug ist, den Winter zu überleben.
      Und ja der schöne Schubkarren hat Allradantrieb. Was der hier schon den Berg rauf gefahren hat ohne Murren. Herrlich. Naja und Männer brauchen eben auch ihr Spielzeug. Dieses hat auch noch einen praktischen Nutzen.
      Ich wünsche dir auch einen guten Start in ein HOFFENTLICH entspanntes, gesundes, normaleres, geregelteres Jahr und vor allem in ein hoffentlich gutes Gartenjahr, worauf ich jedenfalls schon einige Jahre hoffe….
      Liebe Grüße und alles Gute, der Achim

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