Ein Rosenschirm als Gerüst für eine Ramblerrose – die Spezialanfertigung

Die Projekte Steingarten und Obstbewässerung sind abgeschlossen. Nun endlich steht der Rosenschirm für die Ramblerrose und der Haselnuss-Zaun ist montiert.

Was um alles in der Welt ist ein Rosenschirm?

Ein Rosenschirm? Ja genau so nennt sich das wohl. Jedenfalls fand ich diesen Begriff immer wieder auf meinen Internetrecherchen für Rosen-Rankgestelle. So ein Rosenschirm ist entweder das Gerippe eines Sonnenschirmes. Oder es ist handwerklich gefertigt und verziert, diesem Vorbild angelehnt. Andere sehen aus wie ein metallener Schirm eines Clowns, halbkugelförmig und mit runden Knubbeln an den Enden eines jeden Astes.

So etwas gefällt mir, ist aber nicht käuflich zu erwerben. Jedenfalls nicht in einer Größe und Massivität, die einer Ramblerrose standhält. Wenn die Ramblerrose dann auch noch eine gut eingewachsene Paul’s Himalayan Musk (Wuchshöhe 10-15 m) ist, wird es schon doppelt schwierig.

Kleine Rosen – kleine Sorgen; große Rosen – große Sorgen

Klar, wer pflanzt schon einen Rambler an ein frei stehendes Gestell? Die Erklärung ist einfach. Die Rose wucherte seit Jahren in genau dem Walnußbaum, den wir im Frühjahr umgesägt haben. Auf den Baum kann ich gut verzichten, die Gründe habe ich im Bericht damals erwähnt. Die Rose möchte ich aber nicht aufgeben.

Am Ostersamstag war es dann endlich so weit. Unser Rosenschirm sei fertig und könne abgeholt werden. 6 m lang, Kantenlänge 14 cm , obere „Schirmäste“ jeweils etwa 1 m überstehend. Material: Stahl.

Das Material wählten wir bewusst. Durch den Rost wird es braun und fällt dann weniger auf in den Rosenästen. Gestrichen muss er nie werden. Der Stahl verrottet nicht, wie ein Holzbalken und bleibt für sehr lange Zeit stabil. Die Höhe? Nun ein Meter verschwindet etwa im Boden. Dann ist er noch 5 m hoch. Wir haben damals im Baum geschaut, wie weit der Rambler hoch gekraxelt ist. Von dort hing er ja dann wieder herunter bis auf den Boden. Die Höhe im Baum haben wir in etwa gemessen. Diese Eisenbalken (innen hohl, eher ein kantiges Rohr und nicht massiv !) gibt es standardmäßig mit 6 m. Also nahmen wir ohne jede Extrawünsche einfach diese Länge.

Eine aufgeschweißte Eisenplatte verschließt ihn von oben. Darauf wurden Gewinde geschweißt, auf die die Träger gesetzt und fest verschraubt werden. Somit konnte das Ungetüm besser transportiert werden.

Jetzt musste nur noch im Nachbarort beim Händler der Erdbohrer und Lochspaten geliehen werden. Schon konnte es los gehen.

Dort, wo der Pfosten stehen wird ist es recht eng. Einmal befindet man sich direkt am Stamm des ehemaligen Walnußbaumens. Wurzeln über Wurzeln. Zum Anderen ist der Zaun gleich daneben und darunter die Beeteinfassungsrabatten. Mit Metallstangen haben wir schon vorher die richtige Stelle erkundet.

Rings um den Baum schlugen wir sie so weit als möglich in den Boden. Manchmal war nach 20 cm schon Schluss. Dicke Walnusswurzeln behinderten den Weg. Dann wieder ging es weit rein, aber wenig daneben nicht mehr. Irgendwann hatten wir eine Stelle, an der im Umkreis überall die Stäbe gut in den Boden gingen. Hurra, eine Wurzellücke ist gefunden gewesen.

Mit dem Lochbohrer drangen wir auch leicht in den Boden. Keine dicken und blockierenden Wurzeln waren im Weg. Der Lochspaten holt schließlich das lose Erdreich aus dem engen Loch.

Nach gut einem Meter war dann aber die Grenze für das Werkzeug und den Boden erreicht. Zu hart wurde es und zu tief, um hinunter zu kommen.

Jetzt hieß es, „Maibaumaufrichten“. Wir beide allein hätten das lange Metallstück allein nicht stämmen können. Laut Hersteller hat allein der Pfosten ein Gewicht von etwas mehr als 70 kg. Schwager und Neffe mussten anrücken. Mit deren Hilfe stand der Rosenschirm ein ein paar Minuten.

Mehrere Versuche und Überlegungen waren notwendig, wie man so einen hohen, glatten und schweren Pfosten in der senkrechten fixiert, damit man das Fundament zementieren kann. Auch dieses Problem haben wir gelöst. Eine enganliegende Manschette aus Dachlatten verrutscht nicht mehr nach oben oder unten. An ihr sind die Stützlatten fest geschraubt.

Nur nicht schwächeln. Ist eine Aufgabe erledigt, geht es sofort wo anders weiter.

Und bis ich rasch ein Mittagessen zubereitete, war der Zement eingefüllt und gestampft. Wunderbar! Am Nachmittag nahmen wir uns dann den seit längerem bereit liegenden Hasalnuß-Zaun vor. Die benötigten zusätzlichen Pfosten zum Aufstecken auf die Rabatten sind schließlich ebenfalls seit einiger Zeit angefertigt und bereit.

Auch das hat dann bis zum Abend geklappt.

Ein entscheidender Fortschritt für den Gemüsegarten. Seit dem Fällen des Walnußbaumes im Februar, ist der alte Zaun demontiert und die Bewässerungsschläuche abmontiert. Auf ihnen wäre man nur unnötig herum gestiegen bei Arbeiten am Baum und Zaun. Somit lag das Beet brach, wie viele noch zu der Zeit. Aber es war auch kein Mulch darauf, keine Gründüngung gesät. Blanker Boden über viele, viele Wochen ohne Regen und immer Sonne. Das geht im Mulchgarten überhaupt nicht. Also hatte ich zumindest die Mulchfolie darauf ausgebreitet. Die sollte zumindest die Verdunstung etwas herabsetzen. Die anderen Gemüsebeete bewässere ich seit Wochen wieder. Erst heute habe ich einen Lauch ausgegraben für’s Mittagessen. Das Beet ist an die Bewässerung angeschlossen und doch war der Boden auch tiefer unten bockeltrocken. Überhaupt keine Feuchtigkeit, wie trockener Sand lies er sich vom Lauch abschütteln.

So also lag das Beet brach und ich wollte längst etwas darin sähen, was dort stehen soll. Aber so lange der Rosenschirm nicht angefertigt und dann aufgestellt ist, kann der neue Zaun nicht montiert werden. Ihn anzubringen geht nur von der Gemüse-Seite aus. Die andere Seite ist ja das Staudenbeet in vollem Wachstum. Da wird jetzt nicht mehr herumgetrampelt!

Mittlerweile ist alles erledigt, auch die Bewässerung ist wieder angeschlossen. Kommende Woche kann ich im Beet sähen und pflanzen. Endlich! Die Rose wächst fleißig und ich frage mich, wie ich das machen werde, sie laufend hoch zu binden, bis die ersten Triebe oben sind…..

So und weil der Bericht hier wieder etwas ausführlicher wurde, verzichte ich an der Stelle auf die weiteren Einblicke in den trocken-heißen Gemüsegarten im April. Das reiche ich im nächsten Beitrag nach.

Unser Land (-garten) im April

Ich möchte mich dennoch nicht verabschieden, ohne euch ein paar Eindrücke aus dem Landgarten Ende April 2019 zu zeigen:

11 Antworten auf „Ein Rosenschirm als Gerüst für eine Ramblerrose – die Spezialanfertigung“

  1. Wow, was für ein Teil!
    Das ist bestimmt genau das Richtige für euren Rambler!
    Bin sehr gespannt, wie es dann bewachsen aussehen wird.
    Ja – Rosen können ganz schön mörderisch werden.
    Für unsere Jasmina müssen wir uns sicherlich auch bald etwas überlegen. Sie ist gerade dabei das dünne Stahlgerüst, welches sie eigentlich stützen sollte – zu zerdrücken !
    LG Urte

    1. Es ist schon erstaunlich, was so eine „zarte“ Rose an Masse entwickeln kann, oder? Und wenn dann im Sommer noch das Blattwerk und die Blüten dazu kommen, vielleicht noch nass vom Regen und ein Sturm kommt auf Puhhhh das muß so ein Gestell schon einiges aushalten. Meines tut es glaube ich jetzt. Wir sind auch sehr gespannt, wie sie hoch kommt und wie es dann aussieht.
      Liebe Grüße, der Achim

  2. Lieber Achim,
    ich bin da sehr naiv rangegangen und habe wirklich geglaubt, die Eisenstangen, die ich verwendet habe, seien stark genug. Das war eine grobe Fehleinschätzung, wie ich dann später sehen musste.
    Ich denke, Deine Idee ist genau die richtige. Der Schirm macht einen sehr stabilen Eindruck und ich denke auch, dass das Fundament hält. Bei dem Wachstum der Rose, wird man den Schirm bald (zwei, drei Jahre) sicher nur noch erahnen können. Ich bin gespannt, wie es später einmal aussehen wird.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  3. Gute Idee, Achim!
    Wenn ein Baum fehlt ist das doch eine tolle Lösung. Es wäre schließlich schade um die Rose. Ich hatte den Rosen-„Schirm“ ja schon auf Insta gesehen. 🙂
    War war denn mit dem Walnussbaum?
    Sowas in etwas kleiner könnte ich auch für eine Rose brauchen.
    Es sieht herrlich aus auf den Bildern!
    Und ich hab mich gerade gefragt, was der Unterschied zwischen einer Rabatte und einem Beet ist, die Lösung fand ich auf einer Website und werde das in meinen nächsten Posts auch mal berücksichtigen. 😉

    Liebe Grüße
    Sara

    1. Hallo Sara, das mit dem Baum hatte ich im damaligen Beitrag beschrieben (link im Text) Im Prinzip: Wurzeln machen die hälfte der Dreicksbeete für Gemüseanbau untauglich, Laub in Krone beschattet gesamten Gemüsegarten dass Gemüse nicht wächst, Laub verschlechtert den Boden dass Gemüse nicht wächst und keimt. Nüsse müssen Eimerweise aus Stauden- und Gemüsebeet und Rasen geklaubt werden und entsorgt werden, weil so ui 100% unverwertbar sind. Einziger Nutzen, Stütze für die Rose. Das ist nun der Rosenschirm, ohne Beete unbrauchbar zu machen.

      Also nun habe ich auch gegoogelt mit den Rabatten. Und ja, es heist hier „den“ Rabatten nicht „der“Rabatte“. Ich meinte die Rabattensteine, hochkant eingelassene Betonplatten zur Beetabgrenzung die auch verhindern, dass Erde aus dem Beet fällt. Bei uns sind das Einfach Rabatten. Die Rabatte als eine Beet-Bezeichung für ein an eine Mauer/Zaun/Hecke angrenzendes Beet, das nicht von allen Seiten zugänlich ist, bepflanzt mit Stauden, Blumen und kleinen Sträuchern passt allerdings tatsächlich auch wie die Faust aufs Auge zu meinem Staudenbeet dort am Zaun. Also kannst du dir wirklich heraus suchen, was du nun unter den Rabattte(n) verstehen möchtest. Ich meinte, wie gesagt die Steine unterm Haselnußzaun.
      Hoffe die Verwirrung ist aufgehoben.

      Liebe Grüße, der Achim

  4. Hallo Achim,
    das ja ein ganz schön großes Gerät, da wird die Rose hoffentlich Luftsprünge machen.
    Ob meine Mistel was wird, wird sich zeigen. Es kann sein, dass der Apfel das zu verhindern weiß… Wüchsig ist er ja, ich würde ihm zutrauen, den Parasiten loszuwerden.
    VG
    Elke

    1. Elke, ich glaube die Luftsprünge macht sie tatsächlich. Sie treibt wunderbar aus jedem Auge aus und das von unten bis oben, wo wir sie abgeschnitten haben. Und ganz neue Triebe kommen auch 2 aus dem Boden. Die legt jetzt wieder richig los. Ob sie dieses Jahr schon blüehn wird, weiß ich allerdings nicht. Egal, Hauptsache sie kommt schon so hoch wie möglich hinauf, dass der mächtige Eindruck der Stütze abgemildert wird.

      Liebe Grüße, der Achim

  5. Lieber Achim,
    von einem Rosenschirm habe ich noch nie gehört. Aber wir waren in einer ganz ähnlich Situation. Unsere Rose Pauls Himalayan Musk wuchs in einen alten Pflaumenbaum, der dann irgendeinem Sturm nicht mehr standhalten konnte und einfach umfiel. Nun lag die gesamte Pracht am Boden. Die Rose war wirklich wunderschön, wenn sie blühte. Also hatte ich jede Mange Arbeit und die Rose wollte ich auch retten. Von einem Rosenschirm wusste ich nichts und habe dann selbst ein Gerüst gebastelt. Aber das war ein richtiger Reinfall, die Rose war für mein kleines Gerüst viel zu groß. Und so haben wir dann eine kleinere Rose an dieser Stelle gepflanzt. https://gartenwonne.com/2016/07/rose-pauls-himalayan-musk/
    Mit Deinem Gerüst wäre das wahrscheinlich nicht passiert.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    1. Lieber Wolfgang, deinen Link habe ich mir betrachtet. Es freut mich, dass wir so viel gemeinsam haben (oder leider hatten). Herrlich so ein Rosen-Monster oder? Jedenfalls wirst du wohl noch am ehesten verstehen, dass wir den Schirm lieber anfertigen ließen und zwar in genau diesen Dimensionen. Alles vorgefertigte, käufliche, aus Stangen wie deinen oder dünner, wäre ein Witz bei dieser Naturgewalt. Jetzt hoffe ich, dass sie schnell wieder wächste. Wie du auf den Fotos sehen kannst, haben wir sie ja auf Augenhöhe gekappt, damit wir den Baum leichter entsorgen konnten. So wie sie schon jetzt treibt, habe ich keine Bedenken, dass sie bald viel vom Eisen bedeckt. Hoffe nur, dass das Fundament ausreichend ist und der ganze Baum nicht kippt. Brechen tut er jedenfalls sicher nicht, auch nicht bei einer Paul’s Himalayan Musk 😉
      Liebe Grüße und ein schönes kühles Regenwochenende wünsche ich, liebe Grüße, der Achim

  6. Hallo Achim,
    das war sehr klug von Euch, vorher zu probieren, wo die Wurzeln überhaupt ein Loch im Boden zulassen. Toll geworden, aber die Aufgabe des Aufleitens und Aufbindens stelle ich mir nicht ganz einfach vor.
    Liebe Grüße
    Karen

    1. Hallo Karen,
      nun eine lange Leiter ist vorhanden, wenn man sich da frei ballancierend rauf traut, angelehnt an den Pfosten (ob er das aushält oder Schieflage bekommt? ) wird das Anbinden ein Kinderspiel….. Muß ich nur jemand finden, der schwindelfrei und lebensmüde ist.

      Liebe Grüße, der Achim

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