Salat, Salat und nochmals Salat

Gerade in so einem milden Winter wie diesmal endet die Ernte im Gemüsegarten, bei guter Vorarbeit eigentlich nie. Bei mir sind es vor allem grüne Salat in allen Variationen.

Gemüse und Salat kann man rund ums Jahr ernten

Habe ich in meinem vorherigen Beitrag von einem Buch erzählt, das unheimlich Lust auf (Balkon-)Selbstversorgergarten macht, möchte ich diesmal wieder vom eigenen Garten berichten. Und ich hoffe, ich kann auch ein wenig die Lust fördern, eigenes Gemüse an zu bauen. Und das rund ums Jahr.

Hier jetzt geht es im Speziellen, passend zur Jahreszeit, natürlich noch um Wintergemüse. Bereits im Herbst habe ich gesät und vorbereitet. Manches sogar schon im Sommer. So kann ich ohne Unterbrechung auch jetzt im Februar noch, und bald wieder verstärkt, frisches Gemüse aus dem eigenen Garten auf den Tisch bringen.

kleiner Endiviensalat, der im Freiland überwintert hat

Gleichzeitig begann bereits wieder die Vorbereitung auf das Frühjahr (Radieschen und Rettich im Gewächshaus gesät, Kohlrabi und Salat in Saatschalen ausgesät), den Sommer (frühen Wirsing und Sommerlauch gesät) oder den Herbst (Sellerie gesät).

Im Gemüsegarten muss ich immer auch ein wenig vorausschauend denken. Wann ich die hier abgebildeten Gemüse gesät habe steht im Beitrag vom Oktober letzten Jahres.

Letzten Sommer hatte ich zum Beispiel Endivien und Zuckerhutsalat gesät. Der Zuckerhut, der sehr frosthart ist, blieb im Freiland und hat bis etwa Weihnachten für frische Blätter auf dem Mittagstisch gesorgt.

Der Endivien hatte Anfangsschwierigkeiten. Es war ihm wohl zu heiß im August und September. Aber im Gewächshaus und unter Vlies konnte er in Ruhe vor sich hin wachsen. Letzte Woche hatten wir eine Familienfeier und ich habe für 12 Personen frischen Endivien servieren können.

Weitere kleine Köpfe stehen noch im Gewächshaus und wachsen jetzt, da das Licht deutlich intensiver wird und länger zur Verfügung steht.

Die kleinen Winterkopfsalatpflänzchen haben in Ruhe im Gewächshaus ausgeharrt, bis die Sonne wieder länger am Tag scheint. Jetzt legen sie deutlich sichtbar mit dem Wachstum zu.

Richten Schnecken im Beet immer einen Totalschaden an?

Auch für den Winterkopfsalat war es im Herbst bei der Aussaat viel zu warm und ich habe nur sehr wenige Pflanzen durch bekommen. Die schwachen haben dann tatsächlich die Schnecken geholt.

Die starken Pflanzen wurden und werden von den Schnecken nicht angerührt. Das gilt immer auch für die durch Selbstaussaat immer wieder in den Beeten keimenden Salatpflanzen. Stehen sie an falscher Stelle, pflanze ich sie um. Im Herbst zum Beispiel hier den Ochsenzungensalat ins Gewächshaus.

Ernte ich etwa im Gewächshaus Salat, ist er voller kleiner Schnecken. Gutes Waschen ist hier wichtig. Dennoch fügen die den Pflanzen keinerlei Schaden zu. Im Biogarten kommt es immer auch auf ein gesundes Öko-System an. Leider halten sich aber meiner Erfahrung nach die großen braunen Schnecken irgendwie nicht an diese Erkenntnis. Die kleinen heimischen Nacktschnecken sind immer und überall und fallen bei mir meist nur noch schwache Pflanzen an.

Vielfalt und Mischkultur im Gewächshaus – auch im Winter

Neben dem Kopfsalat habe ich im Gewächshaus auch Wintersteckzwiebeln, die im Juni erntereif sind und im Oktober gesteckt werden.

Auch drei Zehen Elefantenknoblauch, die ich ergattern konnte, treiben munter aus. Man sieht schon am Austrieb, dass dieser Knoblauch anders ist, als normaler Knoblauch. Wahnsinnig große Triebe, die fast schon an Lauch denn an Knoblauch erinnern.

wer findet die drei Pflanzen Elefantenknoblauch?

Asiasalate und Rucola habe ich im September und Oktober gesät. Hier ernte ich schon laufend als geschmackvolle Beigabe zu Blattsalaten oder für grüne Smoothies un Frischpflanzenpresssaft. Dazu verwende ich auch die restlichen Blätter vom Palmkohl, der noch im Beet steht.

Muss man ein Gewächshaus haben, um jetzt ernten zu können?

Vielleicht denkt nun der eine oder die andere, dass so eine Ernte mit einem Gewächshaus keine Kunst ist. Man selbst hat ja aber nur vielleicht ein einzelnes Hochbeet für den Anbau von Frischkost zur Verfügung.

Dann schaut mal in den billigen Frühbeetkasten, der auch auf einem Hochbeet stehen könnte. Hier sieht das nicht viel anders aus. Frisches Grün allüberall. Asiasalate, Gartenkresse, Petersilie, Feldsalat und treibender Knoblauch.

Kostenloses Knoblauchgrün als vielfältige Würze – ganz ohne Arbeit

Ja der Knoblauch. Immer wieder übersieht man bei der Ernte über die Jahre eine Knolle im Boden. Die treibt dann im folgenden Frühjahr munter durch. Herrlich aromatisches Knoblauchgrün. Klein gehackt verfeinert es Salate und Rohkostdressings. Stört er später, weil es in der Reihe einer neuen Gemüsekultur steht, ziehe ich die ganze Pflanze aus dem Boden. Unten sind dann kleine, zarte, mild-aromatische, weil noch unreife, Knoblauchzehen dran. Herrlich deren mildes Aroma.

Und was für den Knoblauch gilt, gilt auch für im Beet gelassenen Zwiebeln. Die treiben jetzt auch schon wieder. Auch das Zwiebelgrün schmeckt herrlich und aromatisert, wie der Knoblauch nicht nur Salatdressings, sondern auch Brotaufstriche und Kräuterquark oder Dips.

Weil ich so begeistert davon bin, kann es schon mal sein, dass ich bei der Knoblauchernte tatsächlich nicht all zu sorgfältig vorgehe. Vielleicht will ich ja hier und da eine Knolle „vergessen“? Und die winzigen Brutknöllchen, die oft oben am Knoblauch statt der Blüte erscheinen, zupfe ich bei der Knollenernte ab und schmeiße sie einfach in die Beete. Die gehen auch auf. Manche überleben, werden vielleicht wieder abgehackt oder um getreten. Sie wachsen dennoch und irgendwann ist Frühling und wieder habe ich das begehrte „wild“ gewachsenen Knoblauchgrün und später die zarten Knöllchen.

Auch der Staudengarten verlangt bereits jetzt meine Aufmerksamkeit.

Erstaunlich, wie früh dieses Jahr alles daran ist. Seit Mitte Februar sprießt sogar schon der Bärlauch im Beet. Der sät sich auch reichlich selbst aus und der Bestand wird immer umfangreicher. Angefangen hat es alles vor Jahren mit einem gekauften Töpfchen Bärlauchpflanzen, das ich am Rand des Beetes einpflanzte.

Im Staudengarten wird es schon höchste Zeit, dass ich aktiv werde. Die vom Herbst übrigen Staudenreste müssen jetzt weg. Unten treiben viele schon munter aus.

Auch die Frühlingsblüher wachsen überall in den Beeten. Wenn ich mit der Entsorgung der Staudenstängel noch länger warte, mache ich mir bei den Arbeiten im Beet zu viel vom neuen Grün kaputt.

Gestern war also nicht nur Gemüseaussähen auf meinem Plan gestanden sondern auch wieder ein Staudenbeet.

Staudenbeet vorher
Staudenbeet nachher

4 Antworten auf „Salat, Salat und nochmals Salat“

  1. Hallo zusammen. Ich habe in meinem Gewächshaus keine Schnecken weil ich am Rand von innen ringsherum vom Kaminofen die Asche verstreuen, den verbrannten Geruch mögen die wohl nicht. Das mache ich aber auch in den Beeten draußen.
    Lieben Gruß: Matthias

    1. Hallo Mathias, interessanter Tipp. Der hätte bei meinem vorherigen „Häuschen“ auch angewendet werden müssen. DAs war ein Folienhaus mit Dachlattengestell, das einfach auf dem Gartenboden stand. Die Schnecken kamen von draußen rein und liebten die Feuchte unter den Latten, auf denen das Häuschen stand. Ich glaube aber weniger an den Geruch als an die stark basisch wirkende Asche, die den schleimigen Kriechern vielleicht den Bauch schädigt? Wissen tue ich es aber auch nicht. Jetzt hat mein Gewächshaus 40 cm tiefes Betonfundament, da kommen keine von draußen rein, nur die die schon drin sind oder die über Kompost rein kommen. Aber die sind tatsächlich, toi toi toi friedlich.
      Viel Spass beim Gärtnern und viele Grüße, der Achim

  2. Hallo Achim,
    jetzt komme ich auch endlich mal dazu, deinen Artikel zu lesen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Sämlinge sehr schneckenempfindlich sind, später geht es dann zum Glück meistens. Im Gewächshaus ist es ja immer feuchter, da haben sie ein letztes Refugium, wenn die Sommer draußen zu trocken sind für Nacktschnecken. Den Bärlauch kann ich auch schon ernten, so früh war er noch nie.
    VG
    Elke

    1. Hallo Elke,
      bei den Salatsämlingen ist es sogar so, dass sie ja überall in den Beeten selbst aufgehen und da die Schnecken gar nicht ran gehen. Ich beobachte das schon länger und finde es äusserst interessant.Oft lasse ich die Sämlinge stehen, manchmal stehen sie an komischer oder ungünstiger Stelle, aber sie wachsen immer zu herrlichen Salaten heran.

      Naja in den letzten Sommern war es so entsetztlich heiß und trocken, dass die Schnecken auch im Gewächshaus keine Chance hatten. Da stehen dann nur Paprika und Tomaten und Basilikum und da gehen sie eigentlich nicht ran. Da sind dann dafür wieder immer irgendwelche Raupen, die Tomaten und Paprika anfressen. Irgendwas ist immer….

      Viele Grüße,der Achim

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