Sommersonnenwende und Johanni – eine erkennbare Wende im Verlauf des Gartenjahres

Die wärmsten und hellsten Tage des Jahres sind erreicht. Zur Sommersonnenwende wendet sich auch in der Natur und im Garten das ganze Erscheinen der Pflanzen, ihr Wachstum und die Struktur. Aus hellgrün, weich, saftig und Wachstum wird dunkelgrün, hart, trocken und Reife.

Und doch zeigt sich der Garten jetzt von seiner schönsten Seite.

Sommersonnenwende – ein Wandel in der Natur ist erkennbar.

Die Sommersonnenwende am 21. Juni und Johanni am 24. Juni liegen hinter uns. Jetzt sollte man Kräuter ernten. Sie enthalten zu dieser Zeit die meisten Inhaltsstoffe. Verwunderlich ist das nicht, steht die Sonne nun doch am höchsten, strahlt mit voller Energie für oft mehr als 15 Stunden vom blauen Himmel.

Diese Energie nehmen die Pflanzen auf und wandeln sie um, und sich gleich mit.

Im Frühjahr spürt man normaler Weise die aufsteigende Feuchte und den strömenden Saft in den Pflanzen. Unser Walnußbaum etwa hat so einen starken Safttrieb, dass im Frühjahr beim Wachsen beständig überschüssiges Wasser aus der Krone tropft.

Alle Pflanzen vom Gemüse bis zum Obst oder den Stauden, Büschen und Bäumen sind auf Wachstum programmiert.

In den Staudenbeeten hatte ich wieder das übliche Wetteifern der Stauden mit dem Giersch. Wer wächst schneller, wer gewinnt das Rennen und übertrumpft den anderen? Derjenige, welcher über dem anderen steht, egal ob Giersch oder Staude, der hat gewonnen. Er bekommt die energiegeladenen und so ersehnten Sonnenstrahlen ab. Der Verlierer im Spiel steht im Schatten und muss sehen, wo er bleibt.

In diesen Wettkampf griff ich laufend ein, zupfte die Gierschblätter ab, dass die Stauden ihren Vorsprung ausbauen konnten. Das Ergebnis sind kräftige und gesunde Stauden in diesem Jahr. So schön, wie sie lange nicht waren. Jetzt bilden viele von ihnen Blüten, die Stängel werden holziger und das ganze Erscheinen der Stauden stabiler.

An Erbsen oder Brennnesseln sieht man den Wandel deutlich.

Ein Beispiel für den jetzt einsetzenden Wandel im Gemüsegarten könnte die Erbse sein. Sie wurde beizeiten im Frühjahr gesät, als noch nicht viel anderes in den Beeten stand. Dann keimte sie und die saftigen Triebe räkelten sich mit ihren elastischen und auf Greifen und Umwickeln programmierten Ranken nach oben. Sie gewannen immer mehr an Höhe. Dann erschienen die vielen hübschen Blüten. Meist weiß, manchmal auch lila oder Rosa. Jetzt hängen sie voller Schoten. Die Triebe sind kräftig und zum Teil sogar etwas rechteckig im Querschnitt. Das Längenwachstum stoppt und die Schoten werden dicker und dicker. Beim Reifen werden sie langsam gelber und dann papierern und ockerfarben. Die Pflanzen sterben mehr und mehr ab, werden auch blass-ockerfarben. Immer härter und raschelnder erscheinen die Pflanzen. Wenn man die reifen Palerbsen dann erntet, spricht man inzwischen vom sehr harten und kratzigen Erbsenstroh. Von der saftigen Triebkraft im Frühjahr ist nichts mehr vorhanden gewesen. Reife stand am Programm.

Ein immer wieder auffallendes Phänomen draußen in der Natur können die Brennesseln sein. Im Frühjahr, Mai, wenn ich sie für die Jauche abmähe sind sie saftig und haben sehr große und breite Blätter. Rasch hat man viel Grünmasse für die Jauchetonne.

Schaut man jetzt zur Sonnenwende auf die Brennnesseln, sieht man mannshohe Pflanzen mit kräftigen, verholzenden Stielen und sehr kleinen Blättern. Gleichzeitig blühen sie in kleinen Schwänzchen, die dann reifen und große Mengen an kleinen nahrhaften Samen frei geben. Auch hier der Wandel vom saftigen Frühlingswachstum zum trockenen Reifen.

Eine Hitzeperiode hält das Land über eine Woche fest im Griff.

Pünktlich zur Wende im Garten und der Natur kommt dieses Jahr eine unvorstellbare Hitzewelle über das Land. Eine Woche mit bis zu 35 °C. Andernorts soll gar die 40°C Marke erreicht werden. Da bleibt es spannend, wie die Pflanzen und die Natur allgemein das hinnehmen werden. Vor allem nach dem Dürrejahr 2018! Viele Pflanzen sind noch geschwächt oder geschädigt vom letzten Jahr. Immer noch sterben Bäume, weil sie es nicht schafften. Bei mir im Garten zum Beispiel eine Eberesche. Erst trieb sie noch spärlich aus, jetzt stirbt sie ab.

Gottseidank habe ich meine Bewässerungen für die Stauden- und Gemüsebeete. Seit diesem Jahr auch für die Säulenobstbäume oder das Spalierobst. Für den Rasen wird es wieder nicht ausreichen. Noch ist er grün. Gut, dass es nach der Woche mit den Temperaturen wieder auf ein normales, sommerliches Maß hinab geht. Dann müssen wir, wie gewohnt, nur noch auf Regen warten.

Im Moment zeigt sich der komplette Garten noch von seiner schönsten Seite

Bis jetzt jedenfalls ist der Garten so richtig schön, alles blüht und wächst, wie ich es beabsichtigt habe. Wir genießen jeden Tag und freuen uns über das grüne Paradies.

Natürlich möchte ich euch, wenigstens hier im Internet, daran teil haben lassen. Daher kommen jetzt ein paar Fotos vom Garten oder den Weihern. Viel Spaß beim Betrachten:

Ramblerrosen und ihre Blüten

Die Rambler-Rosen sind gerade aufgeblüht. Da gibt es einmal die lilafarbene, gefüllte Rose Marie Vieaud im noch übrig gebliebenen Walnußbaum.

An der Scheune beginnt der Rambler Snowflake seine weißen Blüten zu entfalten. Besonders an ihm gefällt mir das gesunde und dunkelgrüne Laub. An den Blüten liebe ich das reine Weiß mit der dottergelben Mitte.

Zwischen beiden wächst Paul’s Himalayan Musk nun am Stahl-Baum. Den Walnußbaum, in dem sie kletterte, haben wir im Frühjahr gefällt. Dazu mussten wir sie ebenfalls rigoros auf eineinhalb Meter in etwa einkürzen. Der neuen Baum ist 5 m hoch und zuerst zweifelten wir dann doch, ob die Ausmaße korrekt gewählt sind.

Jetzt ist sie bei dreieinhalb Metern und fängt erst richtig an zu wachsen. Die Ausmaße des neuen Kletterbaumes waren korrekt gewählt. Besonders freut mich, dass auch sie, trotz des Rückschnittes etliche Blüten hat.

Am Eingang zum Gemüsegarten überbietet sich dieses Jahr die Kletterrose Clbg. Mme Caroline Testout am Rosenbogen.

An der anderen Hälfte des Bogens wächst ein Rose, dich ich von meiner Mutter übernommen hatte. Dort wuchs sie ein einem Topf, dem sie aber bald entwachsen war. Daher nahm ich sie mit in den Garten. Die Sorte weiß ich nicht genau, es könnte die Jasmina sein.

Hier eine Übersicht über die einzelnen Standorte:

Herrlich diese Zeit erleben zu dürfen.

Wucherndes Gemüse in bekannten und unbekannten Variationen

Im Gemüsegarten selbst wird an allen Ecken und Enden fleißig gewachsen.

Kohl und Buschbohnen oder Kartoffeln decken ihre Beete komplett ein.

Die einheimische Wildstaude der Erbsenwicke ( Vicia pisiformis) , gesät und gepflanzt 2018, hat in der Tat etliche kurze Ausläufer gebildet. So stand es auf der Samentüte. Dieses Jahr blüht sie auch und ich bin gespannt auf die kleinen, linsengroßen „Erbsen“. Das so entstandene Erbsenwicken-Wäldchen steht bewusst im Beet bei der kleinen Bank. Die Früchte sollen als Nasch-Früchte für zwischendurch dienen.

Im Gewächshaus gibt es noch so ein spielerisches Nasch-Gemüse. Die Glücksklee-Rübchen werden im Herbst verzehrt.

Die Tomaten sind im Vergleich zu den Jahren davor weit hinterher. Sehr spät erst konnte ich sie auspflanzen. Sie entwickeln sich aber gewohnt gut und blühen bereits.

Viele Gurkensorten habe ich gesät. Ob ich wohl eine Sorte dabei habe, dir mir zuverlässig Früchte bringt? Bisher hatte ich da kein Jahr eine nennenswerte Ernte. Der Mehltau und Milben sind schuld. Dieses Jahr wachsen sie im Gewächshaus, im Frühbeetkasten und im Freiland. Ich werde berichten, wenn eine robuste, erwähnenswerte Sorte dabei ist.

Steine im Vorgarten können auch eine Augen- und Bienenweide sein

Der Steingarten fängt an, gut ein zu wachsen. Die Pflanzen blühen fleißig und die Bienen und andere Insekten freut das hörbar. Es brummt und summt überall über den Steinen.

Kübelpflanzen und winterharte Sukkulente genießen die Sonne

Meinen Kübelpflanzen am Mediterranen Platz samt den winterharten Sukkulenten dürfte das momentane Wetter gefallen. Wenngleich ich gerade etliche exponiert oder zu warm stehende Töpfchen tatsächlich wo anders hin gestellt habe.

Über 35 °C bei 16 Sonnenstunden, da heizen die Schalen sich dann doch zu sehr auf.

Überall blüht es.

Optische Erfrischung durch den Brunnen mit Rosenbegleitung

Ein wenig gefühlte Erfrischung bekommen wir durch unsere beiden plätschernden Brunnen im Garten. Besonders der Brunnen am Eingang mit den beiden Rosen ist der Hingucker. Eine lila, einmalblühende Moosrose mit dem Namen Captain John Ingram und die dauerblühende gelbe Austinrose Golden Celebration geben gerade alles.

Wandeln im frischen Gras auf der „Uferpromenade“

Tatsächlich frischer als im aufgeheizten Garten, ist es im Moment draußen bei den Karpfenweihern. Was für eine Wohltat, dort an der Uferpromenade barfuß durchs Gras zu schlendern.

8 Antworten auf „Sommersonnenwende und Johanni – eine erkennbare Wende im Verlauf des Gartenjahres“

  1. Lieber Achim,
    auch hier scheint es wieder ziemlich trocken zu bleiben.
    Nur einmal hat es seit Wochen geregnet. Und langsam glaube ich auch, dass meine Apfelquitte es vielleicht einfach wegen der Trockenheit nicht geschafft hat. Ich werde sie wohl herausnehmen müssen. Schade.
    Aber toll, wie deine Rosen blühen und alles wächst. Das Mulchen ist übrigens wirklich super und ich hab es jetzt bei meinen Hochbeeten und den Tomaten gemerkt, dass der Boden unter der dünnen Schicht Gras herrlich feucht bleibt.
    Dein Ramblergestell hab ich mal meinem Mann gezeigt. Irgendsowas in der Art brauchen wir auch für unsere Jasmina.
    Sie hat ihren Rosenbogen leider komplett zerlegt und zerdrückt.
    Liebe Grüße Urte

    1. Das freut mich jetzt gleich zweimal, liebe Urte.
      Dass dir die Vorteile vom Mulch schon gleich auffallen und du positiv darüber denkst. Und dass dir unser Rosenschirm gefällt. Naja optisch gibt es sicher aufwändigeres. Aber nicht fertig und bezahlbar zu kaufen in der Größe. Er soll praktisch sein und dauerhaft und das ist er. Sie ist bald oben und bis dort, wo sie schon ist, verschwindet nun schon in den ersten Monaten der dicke Eisenbalken fast vollständig und dem Gewusel der Triebe.

      Liebe Grüße, der Achim

  2. Hallo Achim,
    Erbsenwicke, jetzt hast du mir wieder einen Floh ins Ohr gesetzt. Leider ist meine Etagenzwiebel eingegangen, ihre hat bestimmt die doofe torffreie Blumenerde mit dem ganzen Nadehlholzzeugs drin nicht gefallen. Der Schnittlauch hat den auch nicht überlebt. Hauptsache, die Minze wuchert in dem Topf.
    Die Trockenheit ist bei uns auch schlimm. Es wäre vielleicht noch gegangen, wenn es 10° kühler gewesen wäre diese Woche, aber so nicht. Hoffentlich gibt es nächste Woche Regen.
    VG
    Elke

    1. Guten Morgen Elke,
      also die Erbsenwicke wäre schon was für dich. Hättest du Naschgemüse,sieht absolut hübsch und apart aus, ist eine Staude, mußt dich nicht viel kümmern. Allerdings die Aussaat ist tatsächlich etwas schwierig. Man mußte die winzigen Samen anritzen, dass sie keimen. Und dann sind nicht viele gekeimt. Die abgebildete im Gemüsegarten ist die einzige (neben einer mikrigen beim Spalierobst, aber das ist eine andere Geschichte) die überlebt hat. Die dafür aber zu meiner höchsten Freude. Eine Pflanze bildete Ausläufer und nun habe ich bestimmt7 oder 8 Pflanzen klettern. Angegbeben sind 1,5 m die ist aber schon über 2 m hoch. Probier es einfach aus. Roh und gekocht kann man sie essen.
      Das mit der Etagenwziebel ist ja schade. Aber da Zwiebeln allgemein nie auf lockerem, sandigen, leichten Boden wachsen sondern eher festen lehmigen Boden mögen, wird das mit dem Substrat wohl die Ursache sein für den Zwiebeltod. Meine ernte ich mittlerweile für Salatsoßen, gestern in den Wurstsalat und so weiter. Wenn du mal einen neuen Versuch starten willst kann ich dir ja so kleine Zwiebeln schicken. Meld dich einfach. Heute werden 35 Grad, ab morgen sieht alles nach normalem Sommer aus für die nächsten 2 Wochen. DAs wäre echt super. Also schöne Gartenzeit auf jeden Fall un liebe Grüße sendet der Achim

  3. Hallo Achim,
    sehr schön, Dein Gartenrundgang :-).
    Deine Ramblerrosen sind der Hit – ich hätte auch so gerne welche, aber ich habe beim besten Willen kein Platz mehr, wo sie sich ausbreiten könnten ;-).
    Bei den Gurken bin ich gespannt, welche Sorte(n) sich bei Dir durchsetzt, Du wirst bestimmt berichten…
    Dein Garten ist einfach wunderbar, genieße ihn !
    Die Temperaturen aktuell sind hochsommerlich – trocken, heiß. Die wenigen Regengüsse, die wir im Frühjahr hatten, reichten bei weitem nicht aus. Die nächsten Tage und Wochen ist kein Regen in Sicht – ein Hoch auf Deine Bewässerungsanlage ! 🙂
    Liebe Grüße, Birthe

    1. Hallo Birthe, danke schön. Ja das mit dem Platz. Egal wie viel man hat, man hat doch immer zu wenig da es so unendlich viele Möglichkeiten gäbe, den Platz zu verwenden.
      Ja leider ist kein Regen in Sicht, die Bewässerung läuft und die Pflanzen dürsten dennoch. Aber die Hitze kam später als letztes Jahr, vielleicht dauert sie auch nicht so lange. Heißer war es jetzt glaube ich schon als vergangenen Sommer. Also durchhalten und frische Gedanken machen! Liebe Grüße, der Achim

      1. Ohja, wir dürfen gespannt auf den Sommer 2019 sein – und auf die Wasserrechnung ;-). Wir haben recht viele Neupflanzen gesetzt, die wollen und müssen auch gegossen werden. Aber wir werden durchhalten – logisch – und zwischendurch ein Eis essen ;-).
        LG Birthe

        1. Hallo Birthe,
          habt ihr schon mal herausgefunden, ob sich vielleicht ein eigener Brunnen lohnt? Habt ihr vielleicht Grundwasser, dass angezapft werden kann. Die Sommer scheinen ja so dürr und heiß zu bleiben. Da ist das schon zu überlegen. Wir haben gottseidank einen Brunnen. Sonst könnte ich es nicht bezahlen. Wenn ich Gemüsegarten und Staudenbeete einmal bewässert habe sind 3500l Wasser geflossen. Das alle 2-3 Tage und wenn man in den Boden sticht ( habe gestern 2 Stauden gepflanzt) dann ist er hart und trocken…… Es ist unfassbar, wie trocken alles ist. Sicher sterben noch mehr Bäume und Gehölze ab, denn ich kann nicht alles gießen. Ich hoffe so, dass es kommende Woche und danach wieder kühler wird, die Prognosen sind danach. Dann war das jetzt halt eine Hitzeperiode, es ist ja Sommer, das muß so sein. Nur halt, dass solche Perioden, wie letztes Jahr über 5 Monate gehen ohne Pause, das ist nicht normal finde ich und davor habe Angst.
          Liebe Grüße Achim

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