Stauden und Blüten im August

Was blüht in meinen Blackbox-Staudenbeeten im August?

Staudenbeete im Wandel

Heute zeige ich euch meine drei Staudenbeete und was darin im August blüht. Die Staudenbeete sind ja ständig im Wandel, auch und gerade in diesem Jahr. Ursprünglich sollte es nach Cottagegarden aussehen. Dann fraßen die Schnecken alles weg. Die neuen schneckenresistenten Stauden waren leider der nun folgenden Dürrejahre nicht gewachsen. Jedenfalls nicht alle. Somit musste ich wieder Lücken füllen, neue Stauden kaufen. Ein Beet habe ich gleich in eine Schotterbeet verwandelt, weil dort gar nichts zu machen war mit Stauden und Erde im klassischen Sinne.

Ein paar Stauden allerdings waren immer da und sind es noch immer. Allerdings nicht an dem Ort, wo ich sie einmal pflanzte. Weil es hier so unendlich schwer ist, blühende Beete zu haben, war ich schon immer froh, über alles was (von allein) wuchs und blühte. Ich ließ die Vagabunden gewähren. Dann las ich vom Blackboxgardening und weiß jetzt, dass meine Art zu Gärtnern einen Namen hat.

Wieder kaufte ich neue Stauden, denn immer mehr verschwanden, vertrockneten. Kriterium diesmal nicht nur Dürre und Schnecken sondern zusätzlich blackbox-geeignet. Also selbst aussähend. Das ist ein längerer Prozess und ich besorgte immer nur eine Staude, der Rest soll sich von selbst ergeben. Auch muss man ja erst einmal sehen, was hier gedeiht.

Das Jahr war schließlich wirklich schwierig und so kamen viele der Stauden, manche die sich sehr breit machen sollen im Beet, erst gar nicht in die Puschen. Was befreite ich sie von Giersch, den sie eigentlich locker überwuchern sollten. Nun im August erkennt man endlich vorsichtiges Wachstum. Manche aber blühen tatsächlich schon.

Schauen wir uns also die Beete im Detail an:

Das Staudenbeet

Das Staudenbeet grenzt den Gemüsegarten vom oberen Garten ab. Es war das erste Staudenbeet, das ich im damals neuen Garten anlegte.

Im August wird es hier schon richtig herbstlich. Die Astern beginnen zu blühen.

Die Jacques Cartier Rosen blühen zum zweiten Mal. Rosa und Pink oder eher Altrose passen ganz gut zusammen finde ich.

Für den Blackbox-Effekt sorgen hier in der Szene die hoch gewachsenen Gewürzfenchel. Auch die verwilderte und jetzt blühende Apfelminze hinter dem Zaun im Gemüsegarten passt gut dazu. Ein Minze die locker 170 oder mehr Zentimeter hoch wird.

Ich werde ja immer wieder zweifelnd gefragt, wie ich es mir erlauben kann, in der heutigen Zeit, gefüllte Blumen, wie etwa die geliebten Duftrosen oben, an zu bauen. Es sind schließlich keine ausgewiesenen Bienen-Pflanzen. Nein sind sie nicht, aber ich liebe sie und ich mache mir den Garten schön. Das erlaube ich mir einfach.

Und mal ehrlich, warum sollten diese Rosen die Bienen reduzieren, töten, schädigen? Sie sind nicht giftig für sie. Sie enthalten eben nur wenig Nahrung oder schlecht erreichbare Nahrung. Gut, da hat eine Biene (oder sonst ein Insekt) also Hunger, sieht die Rose und freut sich aufs Essen. Wegen der Blütenform schafft sie es aber nicht an den gedeckten (?) Tisch zu kommen und muss kläglich verhungern. Daher also der Zorn auf mich und meine gefüllten Rosen?

Aber mal ehrlich. So dumm ist keine Biene in meinem Garten, dass sie verhungert, weil sie in der gefüllten Rose nichts findet! Seht selbst, wie reich der Tisch rings um die Rosen gedeckt ist. Warum sollte sich irgend ein, dem Hungertod nahes, Insekt die Mühe machen, zwanghaft von der Rose naschen zu wollen, wenn ringsum alles offen da liegt?

Und wenn man so vor dem Staudenbeet oder überhaupt überall im Garten steht und lauscht, hört man das unvorstellbar vielschichtige Summ- und Brumm-Konzert, was überall herrscht, eben weil der Tisch bei mir so reichlich gedeckt ist.

Sehr auffallend und stark duftend blüht gerade der Phlox im Staudenbeet. Er ist noch von der ersten Stunde hier, hat sich ausgebreitet und macht viel Arbeit.

Er passt irgendwie nicht mehr zum Konzept. Einmal braucht er ständig Gießwasser, sonst hängt er schlapp herunter, während die Stauden um ihn herum noch nichts von Trockenheit zeigen. Er muss ständig angebunden werden, weil er sonst umfällt und abknickt, während die anderen Stauden umfallen und dann hier und da blühen, als wären es viel mehr Stauden. Aber sie brechen nicht ab dabei. Außerdem blüht er nur kurz im August und davor und danach ist da nichts oder vor allem danach ist da nichts mehr schönes im Beet. Ich denke der kommt im Herbst raus.

Hier ist so eine auseinander fallende Staude, die damit die Blühfläche verdoppelt. Der Kaukasusgamander mit den blauen Blütenkerze. Es ist eine der Stauden, die wegen des schwierigen Jahres einfach nicht wachsen wollte. Dann hat er es sich anders überlegt. Er blüht viele, sehr viele Wochen bis Monate. Und er soll sich ausreichend und willig selbst aussähen. Das darf er sehr gerne machen, der gefällt mir sehr gut und den Bienen auch.

Davor die Katzenminze hat schon den ganzen Garten besiedelt und in der Katzenminze ist noch einmal so einen Staude ohne erkennbaren Willen zu wachsen und zu blühen. Der große Reiherschnabel. Im Schottergarten habe ich den kleinen Reiherschnabel. Was soll ich sagen der ist vielfach größer als dieser “Große” hier. Aber vielleicht wir der doch noch etwas ein paar erste Blüten sehe ich.

Das Mäuerchenbeet

Im Vorgarten, entlang der Einfahrt zu Garage ist das Mäuerchenbeet. Hier geht es in Sachen Blackbox auch schon ganz bunt zu.

Hinten bei der Banane blühen gelbe Färbekamillen, die sich wirklich leicht und reichlich selbst aussähen.

Um sie herum ein Teppich aus wildem Oregano. Der Insektenmagnet schlechthin.

Weiter rechts davon eine Gruppe aus Echinacea und Sonnenhut. Darunter die übliche Katzenminze eine Witwenblume, wieder Oregano der dazu kam. Die Fetthenne ist ebenfalls ein Insektenmagnet. Und gerade sehe ich, eine Spornblume hat sich auch dazu gesellt.

Was mich stutzig macht sind die Gesellen hier. Rosa Blüten der Glückskleerübchen. Einst im Topf im Gewächshaus als exotisches Wurzelgemüse getestet. Dabei bekam ich unvorstellbare Mengen Brutzwiebeln. Die verteilte ich dann im vergangenen Jahr überall in den Staudenbeeten, dass sie dort blühen. Rübchen ziehe ich nicht mehr absichtlich. Die Ernte war gut, aber der Geschmack fehlt und die Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind eher gering. Sie sind nicht winterhart. Der vergangen Winter war aber sehr hart. Und darum meine Verwunderung über die Blüten. Haben Brutknollen den Winter überlebt oder habe ich m Frühjahr noch übrige selbst dort hin gesteckt? Ich weiß es wirklich nicht mehr und lasse mich jetzt überraschen, ob nach dem nächsten Winter wieder welche erscheinen. Da ich definitiv keine Brutknollen mehr habe, müssten es dann Überwinterte sein.

Schließlich noch eine Blüte der Staudensonnenblume. Wieder eine Pflanze, die neu ist und nicht in die Puschen kam.

Bevor wir das Mäuerchenbeet verlassen, schauen wir es noch kurz von der Hinterseite an.

Das hohe ist eine Sonnenwurzel. Die wächst wohl bis in den Himmel und zeigt deutlich, dass es eine Schwester vom Topinambur ist.

Von dieser Seite des Beetes sieht man auch am ehesten den Oktobersonnenhut, der jetzt im August schon voll erblüht ist. Er säht sich wohl auch selbst aus. Soll er, denn der passt super hier her. Diese Pflanze war auch im Staudenpaket vom letzten Herbst. Und der war keine Nicht-Puschen-Pflanze. Der wuchs gleich anständig vor sich hin.

Hier auf dem Rasen im Vorgarten stehend blickt man direkt auf das Beet, das den Schottergarten abgrenzt, selbst aber nicht auf Schotter steht. Bemerkenswert ist hier der Rainfarn. Und wenn das mal nicht Blackboxgardening ist. Den habe ich weder gepflanzt noch gesät, der kam von ganz allein in den Garten!

Und manchmal gesellt sich selbst Ausgesätes zu bewusst gepflanztem und bringt schöne Farbkombinationen ins Beet. Die Montbretien sind bewusst gesteckt und die Nachtkerze fand deren Gesellschaft wohl reizvoll und ließ sich neben ihnen nieder.

Das Beet mit Khaki

Das dritte Beet flankiert die Treppe, hoch zum Hauseingang. Es sollte anfangs das Kräuterbeet werden. Viel zu schattig für Kräuter, wie sich rasch heraus stellte. Also pflanzte ich die noch vom vorherigen Wohnsitz übrige Khaki im Topf aus und genau in dieses Beet. Zu ihren Füssen wachsen heuer fast nur selbst aussähende Pflanzen. Viele sahen wir in den letzten Berichten. Für heute gefällt mir besonders der blau blühende Basilikum und die rosa Herbstanemonen. Erkennt ihr, was sich zu Füßen des Basillikums entwickelt? Ein paar vorsichtige blaue Blütchen sind jedenfalls schon zu erkenne. Es ist ein Natternkopf. Der kommt auch an verschiedenen Stellen im Garten vor.

Oben auf der Terrasse über diesem Beet steht die große Washingtoniapalme im Kübel und wird zugwuchert. Wieder ein mir ans Herz gewachsenes Kräutlein, das gut im Garten herum kommt. Das Zymbelkraut.

Geht man noch weiter, hinters Haus, so sieht man den Kübel mit dem Buchsbaum und darunter eine Staude, die mir wirklich Freude bereitet. Es ist das Herbstalpenveilchen. Im Spätsommer blüht es immer mehr und mehr und hat kein einziges Blatt. Dann sind die Blüten irgendwann nach vielen Wochen verschwunden und es erscheinen die Blätter. So wechselt sich das immer ab.

Der Schattengarten

Und schließlich gibt es da noch ein ganz besonderes Staudenbeet. Meinen Schattengarten. Also wer mich und meinen Garten kennt, wird nicht glauben, dass hier so etwas möglich ist. Kämpfe ich doch eher mit einem ständigen zu viel an Sonne, vermisse Schatten, weil alle Bäume am Grundstücksrand stehen und komme mit dem Gießen nicht nach. Winterharte Sukkulenten gedeihen hier gut. Aber Schattenstauden?

Genau die wollte ich aber auch haben. Wenigstens ein ganz klein wenig von ihnen. Große italienische Gartenanlagen haben doch auch irgendwo ihre Schattengärten mit Hecken und Brunnen zur Erfrischung in der Sommerhitze.

Ich habe hier hinter dem Hopfen, der Wand vom Carport und unter den weit ausladenden Ästen der großen Eiche ein Plätzchen gefunden, das genau richtig ist. In den Boden brauche ich dort nichts zu pflanzen. Die Eiche saugt jeden Tropfen der den Boden durch das Blätterdach erreichen sollte sofort auf. Genau dort wächst nicht einmal mehr Gras.

Also kommt der Schattengarten eben in Töpfe. Wenn er gefällt und sich entwickelt gestalte ich da vielleicht noch etwas Schöneres. Für heuer müssen aber erst einmal die wunderschönen Blüten genügen. Sie begeistern mich alle. Die Töpfe haben den Vorteil, dass die ansonsten nicht wirklich zuverlässig winterharten Stauden eingeräumt werden können. Einen Winter haben sie so schon hinter sich gebracht.

Fuchsia magellanica gracilis in rot-blau. Die Fuchsie Whiteknight’s Pearl hat das unvorstellbar zarteste Rosé, das ich je im Garten hatte. Die Begonia grandis in weiß und rosa blühen auch sehr reich. Eine Hortensie wurde mir geschenkt. Zum Glück hatte ich schon diesen Schattengarten eingerichtet, wo sie gut hin passt. Alle Versuche mit diesen super durstigen Genossen im Boden sind fehl geschlagen. Und ein Tüpfelfarn steht auch noch als Grünpflanze im Schattengarten. Der ist aber nicht zu erkennen in den Fotos.

Einmal muss ich dann aber, selbst bei diesem reinen Freu-Garten ohne Sinn und Zweck außer der Schönheit für mein Augen, doch wieder auf Blackbox zurück kommen. Und nicht wirklich winterhart, die Begonien?

Also solche Begonien schmeißen im Herbst ja mit riesigen Mengen winziger Knöllchen um sich, die den Blattachseln entspringen. Wie man die nennt weiß ich nicht. Jedenfalls wachsen aus denen im kommenden Frühjahr jeweils neue Pflänzchen heran.

Das merkte ich im Kübel selbst und wo der Kübel im letzten Jahr stand ebenfalls. Er stand am mediterranen Platz unter der Dattelpalme. Und dieses Jahr wuchsen tatsächlich Begonien aus den Pflasterfugen. Die Knöllchen müssen den Winter mit fast 20 Grad unter Null dort überstanden haben.

Bevor ich mich verabschiede noch ein paar Blüten, zu schön, um sie nicht zu zeigen. Auch wenn sie in keines der heute behandelten Themen passen.

Mit einem aller letzten Blütengruß verabschiede ich mich für heute. Macht es gut, bis zum nächsten Mal, wenn ich den Selbstversorgergarten im Augst zeige.

2 Antworten auf „Stauden und Blüten im August“

  1. Hallo Achim,
    ein umfangreicher spannender Bericht über eure Staudenbeete! Ich finde es sehr erfrischend, hier auch zu lesen was nicht klappt. Denn jeder Garten ist anders und selbst wenn man schon Erfahrung mit dem Gärtnern hat, gedeiht trotzdem nicht immer alles so, wie man es sich vorgestellt hat.
    Die Kombinationen aus Aster und Fenchel und aus Rosen und Astern finde ich ganz wunderschön. Und das mit den gefüllten Rosen sehe ich genauso: ich habe viele insektenliebe Pflanzen im Garten, auf ein paar gefüllte Rosen mag ich nicht verzichten.
    Viele Grüße,
    Susanna

    1. Hallo Susanna,
      du sagst es, man kann noch so viel Erfahrung mit dem Gärtnern haben, irgendwas wird immer daneben gehen. Und wenn es einfach ist, weil das Klima, das Wetter jedenfalls die Niederschläge sich drastisch änderten. Früher wären ganz andere Stauden auch was geworden in meinem Garten, nicht aber bei der Dürre all die Jahre. Schön, dass auch den Garten genießen willst und nicht “nur” alles “für die Bienen” machst. Und was soll ich sagen, trotzdem oder gerade weil wir unsere Gärten und die Natur lieben haben wir Lebensraum für Bienen und all die anderen geschaffen. Würde uns die Lust auf Garten vergehen, weil “alle gefüllten Blumen” tabu sind, bliebe noch, sich das Leben leicht zu machen und alles mit Schotter zu zu füllen. Wäre das gewollt von den notorischen Bienen”freunden”? Ich und mein Garten wir entwickeln uns jedenfalls weiter und ich habe schon wieder ganz viel Ideen für nächstes Jahr in Sachen Gemüse und Stauden oder Waldgarten. Schau einfach öfter mal hier vorbei und lass dich inspirieren.
      Liebe Grüße, der Achim

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